Die Erfindung betrifft polymer-modifizierte Polyalkohole, die sich zur Herstellung von Polyurethan eignen.
Polyurethan-Schäume werden durch Umsetzen eines Polyalkohole kurz Polyol genannt - mit einem Polyisocyanat in Gegenwart eines
Blähmittels und üblicherweise mit einem oder mehreren Additiven hergestellt.
Um die physikalischen Eigenschaften des gebildeten Schaumes in gewünschter Weise zu modifizieren, ist es bekannt, vorgefertigte
polymer-modifizierte Polyole, d. h. Polyole, die zusätzlich polymeres Material enthalten, in die Reaktion bei der Polyurethanherstellung
einzubringen. So beschreibt beispielsweise die GB-PS 1 501 172 die Verwendung von Polyol-Dispersionen aus
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Polyadditionsprodukten des Polyisocyanate und primären Aminen, sekundären Aminen, Hydrazinen oder Hydraziden. Die GB-PS
1 482 213 beschreibt die Verwendung von Polyolen, in denen polymere Stoffe dispergiert und auch damit copolymer!siert sind,
die von der Polymerisation in situ von äthylenisch ungesättigten Monomeren stammen.
Aufgabe der Erfindung ist es, weitere polymer-modifizierte PoIyole
zu schaffen, die sich zur Herstellung von Polyurethan eignen.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Bildung eines polymer-modifizierten
Polyols gelöst, das dadurch gekennzeichnet ist, dass ein Olamin mit einem organischen Polyisocyanat in
Gegenwart eines Polyols polymerisiert wird, wobei das Olamin zumindest vorwiegend polyfunktional mit dem Isocyanat reagiert.
Unter Olamin wird eine organische Verbindung verstanden, die
eine oder mehr Hydroxyl-(-0H)-gruppen und ferner eine oder mehr
Aminogruppen, entweder primäre, sekundäre oder tertiäre Aminogruppen (-NH2, =NH, =NH) aufweist. Bei dem erfindungsgemässen
Verfahren wirkt das Olamin als polyfunktionales Reaktionsmittel, und zwar aufgrund von zwei oder mehr reaktionsfähigen Wasserstoffatomen,
wobei ein Polyadditionsprodukt mit dem Polyisocyanat gebildet wird. Unter Polyisocyanat wird eine Verbindung mit zwei
oder mehr Isocyanatgruppen verstanden. Wenn das Olamin ein primäres oder sekundäres AmIn ist, besitzt es Alkohol- und Aminogruppen
mit aktiven Wasserstoffatomen, die alle gegenüber dem *
Isocyanat reaktionsfähig sein können. Wenn das Olamin ein tertiäres Amin ist, hat es mehrere Alkoholgruppen mit aktiven Wasserstoffatomen,
von denen alle gegenüber dem Isocyanat reaktionsfähig sein können. Demzufolge können in Jedem Fall alle oder nur
einige der reaktionsfähigen Wasserstoffatome reagieren. Es wird
angenommen, dass die Polyadditionsreaktion gerade und/oder verzweigte Ketten durch Kombination des Isocyanata und Hydroxylgruppen
bilden, um zu Urethanbindungen (-NH-CO-O-) zu führen.
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Durch Kombination des Isocyanats und Aminogruppen werden Harnstoffbindungen (-NH-CO-NH- oder =N-CO-NH-) gebildet.
Das Polyadditionsprodukt kann mit dem Polyol gemischt und/oder chemisch gebunden werden (wie durch Copolymerisation). Der
Begriff polymer-modifizierter Polyol, wie er hierin verwendet wird, soll sowohl physikalische als auch chemische Kombinationen,
sowie deren Gemische umfassen, obwohl angenommen wird, dass das erfindungsgemässe Verfahren vorwiegend zu einer physikalischen
Kombination führt. Eine solche physikalische Kombination kann in Form einer Lösung oder einer stabilen Dispersion
des Polyadditionsprodukte im Polyol vorliegen. Die Form ist dabei abhängig von den verwendeten Ausgangsstoffen. Im
wesentlichen kann die Wahl des Olamins und möglicherweise auch diejenige des Polyols den physikalischen Zustand des polymermodifizierten
Polyols bestimmen.
Erfindungsgemäss wird bevorzugt das Olamin und das Isocyanat in einem molaren Verhältnis von etwa 1,0/0,5 zu 1,0/1,5 in
Gegenwart eines Polyätherpolyols mit einem Molekulargewicht im Bereich von 200 bis 10.000, insbesondere 2800 bis 7000, gemischt
und das umgesetzte Olamin zu Polyisocyanat zusammen ergeben 1 bis 35 Gew.-^, bezogen auf das Gewicht des Polyols.
Es können alle entsprechenden Alkanolamine oder Kombinationen
derselben als Olamin verwendet verclcn, beispielsweise primäre,
sekundäre und tertiäre Alkanolamine, ohne jedoch hierauf beschränkt
zu sein. Beispiele solcher Amine sind Monoäthanolamin, Diäthanolamin, Triäthanolamin, N-Methyläthano^amin, N-Äthyläthanolamin,
N-Butyl-äthanolamin, N-Methyldiäthanolamin, N-Sthyl·
diäthanolamin, N-Butyldiäthanolamin, Monoisopropanolamin,
Diisopropanolamin, Triisopropanolamin, N-Methylisoproparolamin,
N-Äthylisopropanolamin, N-Propylisopropanolamin. Der Begriff
Alkanolamin, wie er hierin verwendet wird, umfasst substituierte Alkanolamine und es ist beispielsweise auch möglich, primäre
und sekundäre Alkanolamine zu verwenden, die am Stickstoffatom halogensubstituiert sind. Ferner eignen sich auch sekundäre
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-y-h
oder tertiäre Alkanolamine, die an der Alkylgruppe substituiert
sind, d. h. bei denen die Alkoholgruppe durch ein Halogenatom ersetzt ist. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsforrn
wird Triäthanolamin als Alkanolamin verwendet.
Obwohl es erfindungsgemäss als besonders zweckmässig erscheint,
ein Alkanolamin, insbesondere ein offenkettiges aliphatisches Alkanolamin als Olamin zu verwenden, wird bemerkt, dass es auch
möglich ist, andere Olaminverbindungen einzusetzen, bei denen Hydroxyl- und Aminogruppen an carbocyclischen, aromatischen
oder heterocyclischen Kohlenstoffkernen gebunden sind. Auch
Kombinationen solcher Verbindungen miteinander und/oder mit offenkettigen aliphatischen Kernen sind brauchbar.
Es können irgendwelche entsprechenden Polyisocyanate verwendet
werden, nämlich aliphatischen cycloaliphatische, araliphatische, aromatische und heterocyclische Polyisocyanate, die für die
Polyisocyanat/Polyol-Polyurethan-Reaktion beispielsweise aus der GB-PS 1 453 258 bekannt sind.
Entsprechende handelsübliche Polyisocyanate sind 2,4 und 2,6 Tolylendiisocyanate sowie Gemische dieser Isomere, im allgemeinen
mit TDI bezeichnet, Polyphenylpolymethylenpolyisocyanate, wie sie durch Kondensation von Anilin mit Formaldehyd und anschllessender
Phosgenierung erhalten werden (allgemein als Roh-MDI bezeichnet), und Polyisocyanate mit Carbodiimidgruppen,
Urethangruppen, Al]ophonatgruppen, Isocyanatgruppen Harnstoffgruppen
oder Biuretgruppen (die allgemein als Polyisocyanate bezeichnet werden).
Es können alle entsprechenden Polyole verwendet werden, so beispielsweise
Polyätherpolyole mit einem Molekulargewicht im Bereich von 200 bis 10.000, wie sie für die Polyisocyanat/Polyol-Polyurethan-Reaktion
bekannt und beispielsweise in der GB-PS 1 482 215 beschrieben sind. Solche Polyätherpolyole können
durch Umsetzen von Alkylenoxiden mit aktiven Wasserstoff enthal-
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tenden Verbindungen erhalten werden, wobei das Molekulargewicht
des Reaktionsprodukts von der Menge des umgesetzten Alkylenoxids
abhängt.
Die erfindungsgemäss hergestellten Polyadditionsprodukte können durch im Verhältnis eingesetzte monofunktionale Isocyanate,
Amine oder N-Dialkylalkanolamin modifiziert werden. Das mittlere
Molekulargewicht der Polyadditionsprodukte kannbeispielsweise durch Einbringen monofunktionaler Verbindungen dieser Art in
Mengenanteilen bis zu 25 Mol-#, bezogen auf die Olamin-Komponente,
eingestellt werden.
Geeignete monofunktionale Isocyanate sind Methyl-, Äthyl-, Isopropyl-,
Isobutyl-, Hexyl-, Lauryl-, und Stearylisocyanat, Cyclohexylisooyanat, Phenylisocyanat, Tolylisocyanat 4-Chlorphenylisocyanat
und Diisopropylphenylisocyanat.
Geeignete monofunktionale Amine sind Dialkylamine, beispielsweise
Dimethylamin, Diäthylamin, Dibutylamin, Cyclohexylamin, und entsprechende N-Dialkylalkanolamine sind beispielsweise Dimethyläthanolamin
und Diäthyläthanolamin.
Es wird bemerkt, dass nicht alle Alkohol/Amingruppen des in der Polyadditions-Reaktion verwendeten Olamins unter allen Umständen
mit dem Isocyanat reagieren müssen. So kann in manchen Fällen das Olämin monofunktional reagieren, um dabei in sich
selbst als ein Kettenterminator zu wirken.
Falls erwünscht kann die erfindungsgemässePoIyadditionsreaktion
durch Zugabe von Substanzen katalysiert werden, beispielsweise solchen, die üblicherweise als Katalysatoren bei der Polyisocyanat/Polyol-Polyurethan-Reaktion
verwendet werden. Hierher gehören Metallorganische Verbindungen, beispielsweise Zinnoctoat
und Dibutyl-zinn-dilaurat und/oder Amine, beispielsweise TrI-äthylendiamin.
Die Menge des Katalysators kann gering sein im Vergleich zu derjenigen, die normalerweise bei der Herstellung
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von Polyurethan verwendet wird, z. B. 0,02# gegenüber 0,2#,
bezogen auf das Gesamtgewicht des Polyols. Es können aber, falls erwünscht, auch grössere Mengen eingesetzt werden.
Wenn ein primäres oder sekundäres Alkanolamin bei der Umsetzung" verwendet wird, ist eine Katalyse nicht unbedingt erforderlich.
Sie kann aber von Vorteil sein, wenn die Reaktion mit einem tertiären Alkanolamin, beispielsweise Triäthanolamin, durchgeführt
wird.
Das Molekulargewicht des Polyadditionsprodukts kann durch Variieren
des quantitativen Verhältnisses zwischen dem Olamin einerseits und dem Polyisocyanat andererseits '(und - falls verwendet
- durch monofunktionale Komponenten) eingestellt werden. Obwohl ein Molverhältnis von Olamin zu Polyisocyanat im Bereich von
1.0/0.5 bis I.O/I.5 bevorzugt wird und im wesentlichen äquivalente
molare Mengen besonders zweckmässig sind, ist es möglich, einen höheren Anteil an Isocyanat zu verwenden, wenn eine höhere
Viskosität oder gar schnelles Gelieren toleriert werden kann, das bei höheren Isocyanatgehalten auftreten kann. Eine obere
Grenze von beispielsweise 1.0/1.55 oder 1.0/1.6 wäre dann möglich.
Mit verringerter Menge an Isocyanat wird das Molekulargewicht des Polyadditionsprodukts zusammen mit der Viskosität
gesenkt. Im allgemeinen wird ein molares Verhältnis von Olamin/organisches Polyisocyanat im Bereich von 1.0/0,8 bis
1.0/1.1 bevorzugt.
Es ist aber auch möglich, die obengenannte obere Grenze von 1 zu 1.6 zu überschreiten, wenn ein "Abdeck"-Mittel eingesetzt
wird, um Vernetzung und folglich Gelieren zu begrenzen. Obwohl demnach üblicherweise Reaktionsbedingungen bevorzugt sein können,
die eine bifunktionale Umsetzung des Olamins mit dem Isocyanat bewirken, kann es in manchen Fällen und mit manchen
Olaminen, insbesondere Triäthanolamin, zweckmässig sein, eine trifunktionale Reaktion des Olamins mit dem Isocyanat herbeizuführen,
um sicherzustellen, dass im wesentlichen keine freien
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Hydroxylgruppen vorhanden sind, die eine nachfolgende Reaktion zur Bildung von Polyurethan, bei der polymermodifiziertes Polyol
verwendet wird, stören. In diesem letztgenannten Fall kann ein Olamin/Isocyanat-Verhältnis bis zu 1.0/2.1 oder höher zweckmässig
sein und ein "Abdeck"-mittel, beispielsweise N-Dimethyläthanolamin
in einem Verhältnis Olamin/Abdeckmittel von 1.0/1.2 zugesetzt werden, um ein Vernetzen zu begrenzen.
Obwohl die Konzentration des umgesetzten Olamins und Isocyanate - und folglich die der Polyadditionsprodukte - im Polyätherpolyol
innerhalb weiter Grenzen variieren kann, sollte sie im allgemeinen zwischen 1 und 35 Gewichts-1^, vorzugsweise von 3 bis
30 Gew.-^ betragen. Es gibt Fälle, bei denen eine bestimmte Konzentration
des Polyadditionsprodukts gewünscht ist, beispielsweise bei der Herstellung von Polyurethan-Schäumen mit gewissen
optimalen Eigenschaften, wo eine Konzentration von etwa 10 Gew.-%
erforderlich ist. Eine solche gewünschte Konzentration kann entweder durch direkte Wahl der Reaktionsteilnehmer erreicht,
oder alternativ durch nachfolgende Verdünnung des gebildeten Polyadditionsprodukts mit zusätzlichem Polyätherpolyol eingestellt
werden.
Im allgemeinen können die Reaktionsteilnehmer bei Temperaturen von 0° C oder oberhalb ihrer Schmelzpunkte, Je nachdem welcher
tiefer ist, bis zu 150° C miteinander gemischt werden. Bevorzugt erfolgt das Mischen bei Zimmertemperatur oder gerade oberhalb
der Schmelzpunkte der Reaktionsteilnehmer, je nachdem welche Temperatur tiefer ist, und zwar bis zu 70° C. Es ist aber auch möglich,
die Reaktionsteilnehmer unterhalb ihrer Schmelzpunkte zu mischen.
Die Reaktion ist exotherm und ein Temperaturanstieg wird entspechend
dem Anteil des gebildeten Polyadditionsprodukts, bezogen auf das Gewicht des Polyätherpolyols, beobachtet.
Je besser die Reaktionsteilnehmer gemischt werden, umso feiner
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ist die Partikelgrösse der Dispersion - falls eine solche gebildet
wird - und umso geringer ist die Viskosität. Es kann in einem einfachen Chargenverfahren gearbeitet werden, bei dem
einer der Olamin- und Polyisocyanat-Reaktionsteilnehmer zuerst
im Polyätherpolyol gelöst oder dispergiert und anschliessend der andere Reaktionsteilnehmer in die Zone der heftigsten
Bewegung zugegeben wird. Andererseits ist es aber auch möglich, Mischoperationen in Rohrleitungen durchzuführen. Dabei werden
alle Reaktionsteilnehmer gesteuert in kontrollierten Mengenanteilen eingepumpt und gleichzeitig gemischt. Oder es kann zuerst
ein Reaktionsteilnehmer mit dem Polyätherpolyol gemischt und dann der andere Reaktionsteilnehmer zugemischt werden.
Die Dispersion im Polyätherpolyol kann entweder sofort nach Beendigung
der Reaktion oder nach einer längeren Verweilzeit verwendet werden. So kann beispielsweise das Polyadditionsprodukt
in einem Polyätherpolyol aus einem Reihen- oder Rohrmischer, wo die Umsetzung stattfindet, direkt in den Mischkopf einer bekannten
Maschine zur Polyurethanherstellung eindosiert werden. Wenn die Reaktion des Olamins mit dem Polyisocyanat relativ
langsam abläuft, kann zwischen dem Mischer und dem Polyurethan-Mischkopf ein Vorratstank zwischengeschaltet werden, um zur Vervollständigung
der Umsetzung eine zusätzliche Zeitspanne zu gewähren.
Dem polymer-modifizierten Polyol können entweder während oder nach der Reaktion Additive, wie Aktivatoren, Stabilisatoren,
Vernetzungsmittel, Wasser, Blähmittel, feuerhemmende Mittel und/oder Pigmentpasten zugegeben werden.
Das erfindungsgemässe Polyadditionsprodukt kann bei der Herstellung
von Polyurethan-Schaum verwendet werden. Wenn das Produkt in Form einer stabilen Polyoldispersion vorliegt, d. h. in
einer Dispersion, die nicht ausfällt oder die zumindest während des Mischvorgangs mit anderen Schaumbildnern als Dispersion stabil
bleibt, ist das dispergierte Polyadditionsprodukt besonders wirk-
sam als polymerer Füllstoff bei der Herstellung von sehr elastisch
federndem, bequem und gut verarbeitbarem Schaum. Ein solches dispergiertes Produkt verleiht Festigkeit während es
gleichzeitig Zellwände aufreisst.
Das Produkt in Form einer Polyol-Lösung kann zweckmässig sein
für die Herstellung eines polymeren Materials, das andere Eigenschaften hat als ein solches, das unter Verwendung von Polyoldispersionen
gebildet wird.
Tm allgemeinen gilt, dass ein Polyadditionsprodukt in Form einer
stabilen Dispersion geeignet ist zur Herstellung von weichen, halbharten und harten Polyurethan-Schäumen mit verbesserten
Eigenschaften, wie grössere Härte. Es können nichtschwindende Schäume von hoher Elastizität hergestellt werden, wie sie in
der Industrie bekannt sind, da das Polyol-dispergierte Polyadditionsprodukt eine die Zellen öffnende Wirkung hat. Ausserdem
sind die Dispersionen auch zur Herstellung von auf Polyurethanen basierenden Elastomeren, Überzügen und Beschichtungen
geeignet.
Bei Verwendung der Dispersion zur Herstellung eines Polyurethans wird bei dessen Bildung üblicherweise das Polyol der Dispersion
und damit dessen Eigenschaften verwertet. Die Hydroxylzahl und Funktionalität werden in an sich bekannter Weise ausgewählt, und
zwar entsprechend der Art des herzustellenden Polyurethans. So wird beispielsweise zur Herstellung eines """lastomers der
Polyätherpolyol bevorzugt überwiegend linear sein, d. h. bifunktional
und wird eine Hydroxylzahl im Bereich von 30 bis I70 aufweisen.
Bei der Herstellung von Schäumen werden die Polyätherpolyole ebenfalls in an sich bekannter Weise ausgewählt, um
flexible, halbflexible oder starre Schäume zu bilden. FHr flexible Schäume werden Polyätherpolyole mit einer Hydroxylzahl
von 20 bis 80 und mit 2 bis 4 OH-Gruppen pro Molekül bevorzugt (z.B. das bekannte ICI Polyolprodukt PBA I233). Falls gewünscht
können auch Gemische aus Polyätherpolyolen verwendet werden.
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Organische Polyisocyanate, die sich zur Herstellung von Polyurethanen
eignen, sind bekannt und es können die gleichen sein, wie sie weiter oben bei der Umsetzung mit dem Olamin beschrieben
sind.
Das Reaktionsgemisch zu? Polyurethan-Schaumbildung kann entsprechend
der Art des herzustellenden Polyurethans noch weitere herkömmliche
Bestandteile enthalten. Solche Zusätze sind Katalysatoren, beispielsweise tertiäre Amine und/oder organische Zinnverbindungen;
Vernetzungs- oder Kettenverlängerungsmittel, beispielsweise Diäthanolamin, Trläthanolamin, Äthylenglykol,
Glycerol, Dipropylenglykol und Phenylendiamin; flammhemmende
Mittel; beispielweise halogenierteAlkylphosphate; und Füllstoffe, beispielsweise Bariumsulfat.
Zur Herstellung von Schäumen werden dem Reaktionsgemisch Blähmittel
zugegeben. Beispiele solcher Blähmittel sind Flüssigkeiten, so auch Wasser, das mit dem Polyisocyanat reagiert,
wobei Kohlendioxid gebildet wird, oder inerte flüchtige Flüssigkeiten, die während der exothermen Reaktion oder unter Druck
bei mechanischer Verschäumung verdampfen. Beispiele solcher Flüssigkeiten sind halogenierte Kohlenwasserstoffe mit einem
Siedepunkt von nicht mehr als 100° C bei Atmosphärendruck. Bevorzugte Flüssigkeiten sind solche, deren Siedepunkt nicht über
50° C liegt. Besonders geeignete Flüssigkeiten sind chlorfluorierte
Kohlenwasserstoffe, beispielsweise Trichlorfluormethan
und Diehlordifluormethan, sowie chlorierte Kohlenwasser- -*
stoffe, beispielsweise Di chlorine than. Die Menge des zuzusetzenden Blähmittels wird in an sich bekannter Weise gewählt, um
Schäume der gewünschten Dichte zu erhalten. Im allgemeinen sind 0,005 bis 0,3 Mol Gas pro 100 g Reaktionsgemisch günstig . Falls erwünscht
kann die Dichte des gebildeten Schaumes durch "Überpacken" modifiziert werden. Dabei wird das Reaktionsgemisch in
eine geschlossene Form gegeben, deren Volumen kleiner ist als es der fertige Schaum einnehmen würde, wenn er sich frei ausdehnen
könnte.
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Ganz allgemein soll die Zusammensetzung des Gemisches für die Polyurethanherstellung so sein, dass das Verhältnis der Isocyanatgruppen
zu aktiven Wasserstoffatomen im wesentlichen innerhalb des Bereiches 0.9/1 bis 1.2/1 liegt. Es können aber
auch höhere Verhältnisanteile verwendet werden.
Wenn ein Polyurethan-Schaum hergestellt wird, ist es normalerweise
erforderlich, die Zellen zu stabilisieren oder zu regulieren, die durch Zugabe eines Schaumstabilisators oder Zellenregulators,
wie Polysiloxan-Polyalkylenoxid-Blockcopolymere, gebilet werden. Die Zusätze können direkte Kohlenstoff-Siliziumbindungen
oder Kohlenstoff-Sauerstoff-Siliziumbindungen zwischen den organischen und den Polysilxon-Einheiten aufweisen.
Wenn "hochelastische" Polyurethan-Schäume hergestellt werden,
sind Dimethylsilikonöle oder deren niedrig-molekulare Modifikationen brauchbar,beispielsweise Silikon B8616 der
Firma Theodore Goldschmidt AG.
Einstufen- oder Direktverfahren sowie Vorpolymere oder quasi
Vorpolymerverfahren können je nach dem gewünschten Polyurethan verwendet werden.
Die Bestandteile des Reaktionsgemisches zur Herstellung von Polyurethan können in irgendeiner zweckmässigen Weise miteinander
gemischt werden, so beispielsweise in einem der bekannten Mischer. Falls erwünscht können einige der einzelnen Komponenten
vorgemischt werden, um die Anzahl der Ströme zu verringern, die zur Endphase des Mischens gebracht werd3n müssen. Es ist
häufig bequem, ein Zweistrom-System zu verwenden, wobei ein Strom ein Polyisocyanat oder ein Vorpolymerisat und der zweite
Strom alle anderen Bestandteile des Reaktionsgemisch?s enthält.
Die Erfindung wird anhand einiger Ausführungsbeispiele näher erläutert. Die Mengenangaben sind alle in Gewicht oder Gewichtsprozent
ausgedrückt. Wenn nichts anders gesagt, wurde stets bei Zimmertemperatur gearbeitet.
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Die in den Beispielen verwendeten Abkürzungen für die Polyäther haben folgende Bedeutung:
Polyäther A;
Ein von Glycerol ausgehender Polyäther von Propylenoxid, mit 15% Ä'thylenoxid auf eine Hydroxylzahl von 35 und einer primären
Hydroxylzahl von etwa 75# eingestellt.
Polyäther Bt
Ein von Trimethylolpropan ausgehender Polyäther von Propylenoxid
mit Äthylenoxid auf eine Hydroxylzahl von 34 und einen
primären Hydroxylgruppengehalt von etwa 8o# eingestellt.
Polyäther Ct
Ein von Glycerol ausgehender Polyäther von Propylenoxid und Äthylenoxid mit einer Hydroxylzahl von 47 und einem primären
Hydroxylgehalt von weniger als 5%
Polyäther Dt
Ein linearer Polypropylen-glykol mit einer Hydroxylzahl von 56, der sekundäre Hydroxylgruppen enthält.
Beispiel 1
900 g Polyäther A von 20° C wurden mit 48,7 g Triäthanolamin bei
20° C gemischt und bei 20° C 51,2 g eines Gemisches aus 80#
2.4 und 20Ji 2.6 Tolylendiisocyanat während fünf Sekunden heftig
eingemischt. 0,3 g Dibutyl-zinn-dilaurat wurden als Katalysator
zugegeben und es erfolgte eine schnelle Reaktion, wobei die Temperatur des Gemisches von 20° C auf 37° C anstieg, und zwar während
3 Minuten beginnend mit der Beendigung der Zugabe des Katalysators.
Nach dem Kühlen hatte die stabile Dispersion mit 10% Feststoffen
eine Viskosität von I600 cP bei 25° C.
300 g des erhaltenen Produkts wurden in ein Becherglas gegeben
und danaoh 7,8 g Wasser, 3g Diäthanolamin, 0,21 g bis(2-Dimethylaminoäthyl)äther
und 1,5 g des weiter oben genannten
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Silikons (Goldschmidt B 8616) zugefügt und gerührt. Die Temperatur
wurde auf 22° C eingestellt. Als nächstes folgte die Zugabe von 0,75g Dibutyl-zinn-dilaurat. Es wurde 10 Sekunden gerührt
und anschliessend wurden 117 g eines Geraisches aus 80# 2.4 und
20$ 2.6 Tolylendiisocyanat zugegeben. Nach weiteren fünf Sekunden
wurde das Gemisch in einen Kasten gegossen und es folgte die Expansion. Nach 105 Sekunden beginnend mit der Beendigung des
Mischens war ein nicht-schwindender, "hochelastischer" Schaum
gebildet, der folgende Eigenschaften aufwies:
Dichte kg/nr5 34
CLD g/cm2(l) 28
Elastizität #(2) 63
(1) Druckfestigkeit bei 4θ# Durchbiegung
(2) Kugelrücksprung %
Beispiel 2
920 g Polyäther A von 2O0C wurden in ein Becherglas gegeben und
32,1 g Diäthanolamin von 30° C wurden unter mechanischem Rühren
bei Zimmertemperatur zugefügt. Danach wurden während 30 Sekunden 47,9g eines Gemisches aus 80# 2.4 und 20# 2.6 Tolylendiisocyanat
in den Strudel des gerührten Gemisches eingebracht. Es bildete sich eine weisse stabile Dispersion und die Temperatur
war innerhalb von 30 Sekunden nach Beendigung der Zugabe von Isocyanat
von 20° C auf 37°C angestiegen. Das Polyadditionsprodukt
enthielt das Isocyanat und Alkanolamin in einem molaren Verhältnis von 0.9 bis 1.0 und das Endprodukt enthielt 8,0# de Polyadditionsprodukte
in Polyätherpolyol. Es hatte eine brauchbare Viskosität bei Zimmertemperatur.
300g des obigen Produkts wurden in ein Becherglas gegeben und dann mit 7>8g Wasser, 3g Diäthanolamin, 0,21g bis(2-Dimethylaminoäthyl)äther
und 1,5g Silikon (Goldschmidt B8616) ergänzt. Das Gemisch wurde gerührt und die Temperatur auf 22°C eingestellt.
Anschliessend wurden 0,75g Dibutyl-zinn-dilaurat zugegeben und
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10 Sekunden gerührt, Es folgte die Zugabe von 117g eines Gemisches
aus 8o# 2.4 und 20# 2.6 Tolylendiisocyanat. Dieses
Gemisch wurde nach 5 Sekunden in einen Kasten gegossen, wo die Expansion begann. Nach weiteren 105 Sekunden, beginnend mit
Beendigung des MischVorgangs, war ein nicht-schwindender, "hochelastischer"
Schaum gebildet, der ähnliche Eigenschaften hatte
wie das Produkt aus Beispiel 1.
Beispiel 3
Es wurde wie in Beispiel 2 ein Schaum hergestellt, wobei jedoch anstelle von 300g des Polyadditionsprodukts in Polyätherpolyol
300g des Polyätherpolyols (Polyäther A) und nur 100g des Isocyanate verwendet wurden. Das Ausschäumen erfolgte wie in Beispiel
2, aber der hier gebildete Schaum schrumpfte und die Eigenschaften desselben waren nicht messbar.
Beispiel 4
Es wurde ein Polyadditionsprodukt in Polyätherpolyol unter Verwendung des Polyäthers A gemäss Beispiel 2 hergestellt.
Das Ausschäumen erfolgte auch wie in Beispiel 2, jedoch mit der Ausnahme, dass das gesamte Dibutyl-zinn-dilaurat durch
0,6g Zinnoctoat ersetzt wurde. Es wurde ein nicht-schwindender Schaum von hoher Elastizität erhalten, dessen Eigenschaften
denen des Schaumes aus Beispiel 1 glichen.
Beispiel 5
Eo wurde ein Polyadditionsprodukt wie in Beispiel 2 hergestellt
und auch in der gleichen Weise ausgeschäumt, mit der Ausnahme, dass der Polyäther A durch den Polyäther B ersetzt wurde. Die
stabile Dispersion in Polyätherpolyol hatte einen Peststoffgehalt
von 8# und eine brauchbare Viskosität bei Zimmertemperatur.
Es wurde ein nicht-schwindender Schaum erhalten, dessen Eigenschaften denen des Produkts aus Beispiel 1 entsprachen.
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Beispiel 6
Es wurde ein Polyadditionsprodukt in Polyäther A wie in Beispiel 2 hergestellt, mit der Ausnahme, dass das molare Verhältnis von
Isocyanat zu Alkanolamin 1.1 bis 1.0 betrug. Der Gesamt-Feststoffgehalt
blieb bei 8$. Das erhaltene Produkt hatte eine hohe aber
brauchbare Viskosität von über 2500 cP bei 25°C. Das Ausschäumen gemäss Beispiel 2 ergab einen hochelastischen, nicht-schwindenden
Schaum.
Beispiel 7
Es wurde ein Polyadditionsprodukt in Polyäther wie in Beispiel 2 hergestellt, mit Ausnahme des molaren Verhältnisses von Isocyanat
zu Alkanolamin, das hier 0,45 bis 1,0 betrug. Der Gesamt-Peststoffgehalt lag bei 8%. Das Ausschäumen gemäss Beispiel 2
ergab einen schrumpfenden Schaum und die Eigenschaftes desselben waren nicht messbar.
Beispiel 8
Es wurde ein Polyadditionsprodukt aus 920g Polyäther A von 200C
und 24,5g Diäthanolamln von 500C hergestellt. Die beiden Verbindungen
wurden miteinander gemischt und anschliessend wurden 55,5g rohes MDI unter heftigem Rühren zugegeben. Das erhaltene Polyadditionsprodukt
in einem Polyätherpolyol hatte einen Peststoffgehalt
von 8j6 und eine brauchbare, aber hohe Viskosität von mehr
als 3OOO cP bei 25°C.
Beispiel 9
Es wurde eine stabile Dispersion in Polyäther C bei einer Temperatur
von 200C gebildet. Hierzu wurden 800 g Polyäther C mit 80,24g Diäthanolamin von 300C versetzt, das Gemisch mi♦■■ hoher
Geschwindigkeit gerührt, und zwar vor und während der Zugabe eines Gemisches aus 80# 2.4 und 20$ 2.6 Tolylendiisocyanat,
die während 1 Minute erfolgte. Es wurde ein Temperaturanstieg auf 290C beobachtet. Nach dem Kühlen hatte das erhaltene Produkt
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eine annehmbare Viskosität bei Zimmertemperatur und einen Peststoffgehalt von 20#.
Beispiel 10
Es wurde eine stabile Dispersion wie in Beispiel 9 hergestellt. Anstelle des Polyäther C wurde jedoch der Polyäther D verwendet.
Das erhaltene Polyadditionsprodukt in Polyäther D hatte einen
Feststoffgehalt von 20# und eine annehmbare Viskosität bei
Zimmertemperatur.
Die entsprechend der Beispiele 1, 2 und 5 bis 10 gebildeten stabilen Dispersionen sind nicht-ionischer Natur. Das heisst,
die Dispersionen enthalten kovalente polymere Substanzen, bei denen Ionengruppen fehlen. Ausserdem wird bei der Herstellung
der Dispersionen weder Wasser noch ein anderes ionisches Medium verwendet und solche Verbindungen sind in den Dispersionen
auch nicht enthalten. Allerdings kann die Anwesenheit von Wasser toleriert werden, die gegebenenfalls in handelsüblichen
Polyolen und anderen Ausgangsprodukten vorhanden sein können. Im allgemeinen jedoch ist Wasser in den Dispersionen unerwünscht
und seine Menge sollte so niedrig wie möglich gehalten werden. Der Wassergehalt sollte vorzugsweise nicht grosser als 1 Gew.-%,
zweckmässig viel geringer, beispielsweise unter 0,l# sein. Es
ist jedoch zu verstehen, dass es in manchen Fällen möglich ist, das erfindungsgemässe Verfahren bei einem Wassergehalt von mehr
als 1% durchzuführen.
Die im erfindungsgemässen Verfahren verwendeten Polyole können
Triole sein, die vorwiegend primäre Hydroxylgruppen enthalten, soweit solche Polyole besonders geeignet sind als Ausgangsmaterial
für die Herstellung von Polyurethan-Schäumen. Da jedoch beim erfindungsgemässen Verfahren zur Herstellung von polymermodifizierten
Polyolen und insbesondere bei der Bildung der in den Beispielen beschriebenen Dispersionen das Isocyanat vollständig
oder vorwiegend mit dem Olamin reagiert und der Polyol vorwiegend als nicht umgesetzter Träger dient, ist es verständ-
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IiGh, dass es möglich ist, jeden mehrwertigen Alkohol zu wählen,
der den Erfordernissen einer nachfolgenden Polyurethan-Herstellung entspricht. So können beispielsweise Triole und/oder Diole
mit primären und/oder sekundären Hydroxylgruppen oder irgendwelchen anderen entsprechenden Strukturen verwendet werden.