DE313986C - - Google Patents

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DE313986C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13KSACCHARIDES OBTAINED FROM NATURAL SOURCES OR BY HYDROLYSIS OF NATURALLY OCCURRING DISACCHARIDES, OLIGOSACCHARIDES OR POLYSACCHARIDES
    • C13K11/00Fructose

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Polysaccharides And Polysaccharide Derivatives (AREA)

Description

Es ist bekannt, daß zur Gewinnung von Inulin und Lävulose aus Pflanzen die Pflanzensäfte durch Erhitzen oder durch Zusätze von neutral reagierenden chemischen Körpern oder Säuren gereinigt werden. Dabei kommt es darauf an, die schädlichen Nichtinulinstoffe in eine unschädliche Eorm überzuführen, um einerseits eine leichte Auskristallisation, andererseits die Erzielung
ίο reinen Inulins zu sichern. Diese Methoden lassen das Ziel nicht vollkommen erreichen, weil das gewonnene Inulin wiederholt aus Wasser umkristallisiert werden muß, wodurch das Verfahren verteuert und unrentabel gemacht wird.
Der Erfinder hat ermittelt/ daß die Überführung der schädlichen Nichtinulinstoffe in eine unschädliche Form am besten und vollkommensten durch Zusätze von alkalisch reagierenden Körpern unter Mitwirkung von Wärme erfolgt, wobei darauf zu achten ist, daß die Lösungen auch stark alkalisch bleiben, d. h. die Mengen der alkalischen Zusätze sind bis zu einer solchen Alkalitätsgrenze zu wählen, daß bei der Behandlung der Säfte eine Fällung nicht mehr eintritt.
Es ist zwar bereits bekannt, Rübensäfte durch Kalkzusatz zu reinigen, ein Verfahren, welches sich jedoch von der Erfindung dadurch unterscheidet, daß man hier die Reinigung der Säfte mit erheblich geringerem Kalkzusatz vornehmen muß, als es bei der Reinigung von Rübensäften der Fall ist. Würde man den Kalkzusatz wie bei der Reinigung von Rübensaften üblich wählen, so würde ein die rationelle Gewinnung des Inulins schädigendes Ausfällen und Zerstören des Inulins eintreten; es würde ein derartiger Kalkzusatz eine Erhöhung, der Viskosität und damit eine Erschwerung oder Verhinderung der Trennung der Mutterlauge von der Kristallmasse hervorrufen. Außerdem würde der bei der Rübensaftbehandlung übliche Kalkzusatz die Bildung von Karamel und gummiartigen Verbindungen aus den das Inulin begleitenden Kohlenhydraten (wie Lävulose, Helianthin, Inulein, Pseudoinulin, Synanthrin, Lävulin) verursachen, die das Auskristallisieren des Inulins beeinträchtigen.
Die Beschaffenheit des Rübensaftes und das Auskristallisieren des Zuckers bedingen ein möglichst intensives Einwirken des Kalkes auf die Rübensäfte, weshalb man gezwungen ist, bei der Scheidung der Rübensäfte sehr große Mengen Kalk (2,5-3 Prozent vom Rübengewicht) anzuwenden. Im Gegensatz hierzu ist die Anwendung solcher großen Mengen Kalk bei der Gewinnung des Inulins aus Pflanzensäften unzulässig infolge der leichten Fällbarkeit und Zersetzlichkeit des Inulins und der ungünstigen Einwirkung des Kalkes auf die Nichtinulinstoffe. Deshalb werden erfindungsgemäß die Zusätze der alkalisch rea-, gierenden Körper so bemessen, daß eine bestimmte Alkalitätsgrenze erreicht und nicht überschritten wird, derart, daß die Pflanzensafte mit solchen Mengen der alkalisch reagierenden Körper vermischt werden, bis eine Fällung nicht mehr eintritt. Hierzu genügen für gewöhnlich sehr geringe Mengen der alkalisch wirkenden Körper, bei Anwendung von Kalk etwa nur 0,1-0,5 Prozent vom Gewicht der inulinhaltigen Wurzeln.
fs. Auflage, atagegeben am 23. Dezember
Als alkalisch · reagierende Körper können hauptsächlich dienen: Natrium-, Kalium-, Ammonium-Karbonat oder -Hydroxyd, dann Kalzium-, Strontium-, Baryum-, Magnesium-Hydroxyd.
Im nachstehenden werden einige Beispiele für Erdalkalien, Alkali-Karbonate und Ätzalkalien angegeben, wobei die Gewinnung des Inulins aus Dahlienknollen in Betracht gezogen ist.
B ei spiel ι: Er d a 1 ka 1 i en.
Der ausgepreßte oder ausgelaugte Saft von ioo kg Wurzeln wird auf etwa 6o°- C erwärmt und mit 0,1-0,3 kg Ca O (in Form von Kalkmilch) versetzt; dabei scheidet sich ein voluminöser Niederschlag aus, und der Saft nimmt eine schwachgelbliche Färbung an. Die Reaktion wird nach einer halben Stunde durch Fällung des Kalks mittels CO2 unterbrochen. Schließlich wird der Saft filtriert. Das Filtrat wird im Vakuum auf etwa die Hälfte eingedickt, abgekühlt; geschleudert und direkt in der Zentrifuge solange gewaschen, bis das
as Inulinmehl weiß wird.
Beispiel 11: Alkalikar.bonate.
Der ausgepreßte oder ausgelaugte Saft von 100 kg Wurzeln wird auf etwa 80 ° erwärmt, mit etwa 0,5 kg kalzinierter Soda versetzt und nach etwa 1Z8 Stunde von dem geringen Niederschlag abnitriert·. Die Alkalität des hellrotgelben Filtrats wird, gegebenenfalls mit Mineralsäure, abgestumpft, um die weitere Wirkung der Soda aufzuheben. Das Eindicken des Saftes und das Waschen des Mehles erfolgt wie bei Beispiel 1.
Beispiel in: Ätzalkalien.
Der ausgepreßte oder ausgelaugte Salt von 100 kg Wurzeln wird auf etwa 60° C erwärmt, mit 0,1-0,3 kg Natriumhydroxyd versetzt und eine halbe Stunde bei dieser Temperatur gelassen. Für den Fall, daß ein Niederschlag entsteht, wird der rotgelbe Saft filtriert. Die Alkalität des Saftes wird schließlich wie bei Beispiel 11 vor dem Eindicken mit Mineralsäure abgestumpft, Die_ weitere Behandlung erfolgt wie bei Beispiel 1.
Im allgemeinen ist darauf zu achten, daß die Menge der alkalisch reagierenden Körper nach der oben angegebenen Regel bemessen wird. Sind die Säfte derart, daß verhältnismäßig viel vori den alkalischen Körpern angewandt werden muß, dann muß auch die Reaktionstemperatur entsprechend niedrig gehalten werden, um eine zu intensive Wirkung der alkalisch reagierenden Körper zu vermeiden.
Es ergibt sich aus vorstehendem, daß nach der Erfindung im Gegensatz zu den bis jetzt bekannten Verfahren das Inulin nicht.ausgefällt wird, so daß, bei Anwendung von Erdalkalien, auch nicht . wie früher unlösliche Erdalkalisalze des Inulins entstehen, sondern daß abgesehen von einer· größeren oder geringeren teilweisen Ausfällung der Nichtinulinstoffe eine Unschädlichmachung des Restes derselben erfolgt, derart, daß sie das Auskristallisieren des reinen Inulins nach dem Eindampfen nicht mehr hindern..
Durch die Erfindung hat man dann auch die Möglichkeit, aus einem bereits reinen Inulin auch reine Lävulose, sowie die sonstigen Abbauprodukte des Inulins, z. B. Karamel und Dextrine,, zu gewinnen.
Erwähnt sei noch, daß man die Unschädlichmachung der Ni chtinulinstoffe auch in Lösungen von rohem Inulin vornehmen kann.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Gewinnung von Inulin und Lävulose aus Pflanzensäften, dadurch gekennzeichnet, daß die schädlichen Nichtinulinstpffe durch Zusätze von stark alkaiisch reagierenden Körpern unter Mitwirkung von Wärme teils ausgefällt, teils in eine unschädliche Form übergeführt werden, wobei die Mengen der alkalischen Zusätze bis zu einer solchen Alkalitätsgrenze zu wählen sind, daß bei der Behandlung der Säfte eine Fällung nicht mehr eintritt.
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