DE3147309A1 - Kontinuierliches verfahren zur herstellung von oxymethylenpolymeren - Google Patents

Kontinuierliches verfahren zur herstellung von oxymethylenpolymeren

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DE3147309A1 DE19813147309 DE3147309A DE3147309A1 DE 3147309 A1 DE3147309 A1 DE 3147309A1 DE 19813147309 DE19813147309 DE 19813147309 DE 3147309 A DE3147309 A DE 3147309A DE 3147309 A1 DE3147309 A1 DE 3147309A1
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Description

· -* ·:· 3 H7309
BASF Aktiengesellschaft 0. Z. 0050/35603
Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von Oxymethylenpolyraeren
Es ist bekannt, daß Oxymethylenpolymere durch kontinuierliehe Massepolymerisation der Monomeren in Gegenwart kationisch wirkender Initiatoren hergestellt werden können. In der DE-B-I l6l 421 und in den DE-A-I 495 228, 1 720 358 und 3 018 898 ist die Polymerisationen von Trioxan in Knetern und Extrudern beschrieben. Die Polymerisationstemperatur 1^ beträgt dabei maximal 1500C, so daß das entstehende Oxymethylenpolymere immer in fester Form anfällt. Dies bedingt aufwendige Apparaturen.
Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, ein kontinuierliches verfahren zur Massepolymerisation von Trioxan zu entwickeln, das einfach zu beherrschen und zu steuern ist, das ferner mit einem geringen Energieaufwand in einfachen Apparaturen durchführbar ist, und das schließlich homogene Polymerisate mit gleichbleibender Produktqualität liefert. 20
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dann gelöst, wenn bei der Massepolymerisation sowohl die Monomeren als auch das entstehende Polymerisat in geschmolzener Form vorliegen.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird bevorzugt für die Homo- und die Copolymerisation von Trioxan angewandt. Als Monomeres kann aber grundsätzlich auch Tetroxan eingesetzt werden.
Als Comonomere können alle bei der Copolymerisation von Trioxan üblicherweise eingesetzten, copolymerisierbaren Verbindungen verwandt werden, wobei ihr Mengenanteil im allgemeinen 0,1 bis 15 und insbesondere 0,5 bis 5 Gew.-% der Gesamtmonomerenmenge beträgt. Als geeigneten Comonomere
" seien genannt: cyclische Ether und besonders cyclische Ace-
BASF Aktiengesellschaft -^- 0.2. 0050/35603
tale rait mindestens 2 benachbarten Kohlenstoffatomen und insbesondere 3 bis 9 Ringgliedern, z.B. Ethylenoxid, Propylenoxid, Trimethylenoxid, ßutadienoxid, 1,3-Dioxolan, 1,4-Butandiolformal, Diethylenglykolformal, o-Xylenglykolforraal, 1,4-Butindiolformal, Thiodiglykolformal oder 1,3-Oxthiolan sowie Gemische der genannten Verbindungen. Geeigneten Comonomere sind ferner copolymerisierbare, olefinisch ungesättigte Verbindungen, wie Styrol, Isobutylen oder -COC-Gruppierungen in der Kette, insbesondere lineare Polyacetale, z.B. Polydioxolan. Die Molekulargewichte des Polymeren können gegebenenfalls durch die bei der Trioxanpolymerisation üblichen Regler auf die angestrebten Werte eingestellt werden. Als Regler kommen Acetale bzw. Pormale einwertiger Alkohole, die Alkohole selbst sowie die als Kettenüberträger fungierenden geringen Mengen Wasser, deren Anwesenheit sich in der Regel nie vollständig vermeiden läßt, in Frage. Die Regler werden in Mengen von 10 bis 10 000 ppm, vorzugsweise von 100 bis 1 000 ppm, eingesetzt.
Als Initiatoren werden die bei der Trioxanpolymerisation üblichen kationischen Starter verwendet. Es eignen sich Protonensäuren, wie fluorierte oder chlorierte Alkyl- und Ary!sulfonsäuren, z.B. Trifluormethansulfonsäure oder um Lewis-Säuren, wie z.B. Zinntetrachlorid, Arsenpentafluorid, phosphorsäurepentafluorid und Bortrifluorid sowie deren Komplexverbindungen und salzartige Verbindungen, z.B. Bortrifluorid-Etherate und Triphenylmethylenhexafluorophosphat. Die Katalysatoren werden in Mengen von etwa 0,01 bis 1 000 ppm, vorzugsweise 0,05 bis 10 ppm, eingesetzt.
im allgemeinen empfiehlt es sich, den Katalysator in verdünnter Form zuzusetzen, vorzugsweise in Konzentrationen von 0,005 bis 5 Gew.-%. Als Lösungsmittel hierfür können inerte Verbindungen wie aliphatische, cycloaliphatische Kohlenwasserstoffe, halogenierte aliphatische Kohlenwasser-
^ stoffe, Glykolether usw. verwendet werden.
BASF Aktiengesellschaft - * - 0.2. 0050/35603
Monomere, Initiatoren und gegebenenfalls Regler können auf beliebige Weise vorgemischt oder auch getrennt- voneinander der Polymerisationsreaktor zugegeben werden. Trioxan wird zweckmäßigerweise bereits in geschmolzener Form zugeführt. Der Polymerisationsreaktor kann als Extruder, Kneter oder als Strömungsrohr mit oder ohne statische Mischerelemente ausgebildet sein. Der Polymerisationsreaktor ist beheizbar, wobei ihm auch ein Temperaturprofil aufgeprägt werden kann. Ferner können entlang des Reaktors Comonomerdosierstellen vorgesehen sein.
Erfindungsgemäß sind Temperatur und Druck in der Polymerisationszone so zu wählen, daß Monomere und Polymerisat in geschmolzener Form vorliegen. Trioxan schmilzt bei 650C, sein Siedepunkt bei Normaldruck beträgt 1150C. Da die Polymerisationstemperaturen höher liegen, muß die Polymerisation bei erhöhtem Druck ausgeführt werden, vorzugsweise zwischen 2 und 500 bar, insbesondere zwischen 5 und 50 bar. Unter den Reaktionsbedingungen steht das Trioxan im Gleichgewicht mit etwa 1,5 bis 2 % Formaldehyd,, das im geschlossenen System zumindest teilweise gasförmig vorliegt. Oxymethylenhomopolymerisat hat einen Schmelzpunkt von etwa 176°C; bei Einbau verhältnismäßig großer Mengen Comonomerer kann der Schmelzpunkt bis auf etwa 150 C sinken, durch nicht umgesetztes Trioxan kann er noch weiter erniedrigt werden. Die Massetemperatur im Polymerisationsreaktor sollte 3000C nicht überschreiten, da bei derart hohen Temperaturen Oxymethylen-Polymere sich zersetzen. Der besonders bevorzugte Temperaturbereich beträgt 150° bis 20O0C.
Die Massetemperatur der MonomerVPolymer-Mischung läßt sich nur sehr schwer exakt messen; einen Anhaltspunkt liefert die Außentemperatur des Polymerisationsreaktors. Wesentlich ist, daß das Polymerisat in geschmolzener Form anfällt. Es
hat sich überraschenderweise gezeigt, daß entgegen Angaben 35
BASF Aktiengesellschaft -^- O. Z. 0050/35603
""in der Literatur (Angew. Chemie J9, 1967, Seite 512 sowie DE-B-I 161 421, Spalte 1, Zeilen 6 bis 22) auch oberhalb der Ceiling-Temperatur von 127°C bei der Massepolymerisation von Trioxan ein hochmolekulares Polymer entsteht. oxymethylenpolymere, die bei herkömmlichen kationischen Polymerisations-Verfahren in fester Form anfallen, weisen eine bimodale Molekulargewichtsverteilung auf. Im Gegensatz dazu zeigen Oxymethylenpolymere, die bei dem erfindungsgemäßen Polymerisationsverfahren in geschmolzener Form anfallen, eine unimodale Molekulargewichtsverteilung.
Die Verweilzeit der Polymerisationsmischung in der Polymerisationszone beträgt vorzugsweise 0,1 bis 20 min, insbesondere 0,4 bis 5 min. Die Polymerisationwird vorzugsweise bis zu einem Umsatz von mindestens 30 %t insbesondere mehr als 60 % geführt. Unter günstigen Bedingungen lassen sich auch Umsätze von 80 % und darüber erzielen.
Vorzugsweise wird direkt anschließend an die Polymerisation die Polymerisationsmischung desaktiviert, entgast und konfektioniert, ohne daß eine Phasenänderung erfolgt. Das hat den großen Vorteil, daß das Polymerisat zum Konfektionieren nicht mehr aufgeschmolzen zu werden braucht, so daß das Verfahren energiesparend durchgeführt werden kann.
Die Desaktivierung der Katalysatorreste erfolgt durch Zugabe von Desaktivatoren zur Polymerisationsschmelze. Geeignete Desaktivatoren sind Ammoniak, aliphatisch^ und aromatische Amine, Alkohole, basisch reagierende Salze, wie Soda und Borax, ferner auch Wasser. Sie werden den Polymeren in Mengen von vorzugsweise bis zu 1 Gew.-% zugesetzt.
Der Desaktivierungsreaktor ist gegenüber dem Polymerisationsreaktor räumlich so abgetrennt, daß die Polymer/Mono-35
" ;* 3U7309
BASF Aktiengesellschaft " 6 - O.Z.0050/35603
'"mer-Schmelze ungehindert übertreten kann, das Eindringen, der Desaktivatoren in den Polymerisationsreaktor aber sicher vermieden wird. Die Abtrennung erfolgt durch eingebaute Engpässe, die die Strömungsgeschwindigkeit der Schmelze lokal erhöhen, im Falle der Verwendung von Extrudern z.B. durch Stauscheiben. Der Desaktivierungsreaktor ist so ausgebildet, daß die Polymer/Monomer-Schmelze in kurzer Zeit intensiv durchmischt wird. Dies kann in der Praxis bei Extrudern durch Einbau besonderer Knetelemente oder Rückmischelemente erreicht werden. Die Temperatur im Desaktivierungsreaktor liegt vorzugsweise bei 150 bis 3000C. Es ist möglich, der Schmelze bereits im Desaktivierungsreaktor, bevorzugt zusammen mit den Desaktivatoren, Stabilisatoren zuzusetzen.
in dem anschließenden Entgasungs- und Konfektionierreaktor findet der thermische Abbau der instabilen Kettenenden des Polymeren statt. Die dabei entstehenden Zersetzungsprodukte, insbesondere Formaldehyd, werden zusammen mit den nicht umgesetzten Monomeren durch Verdampfen entfernt. Dies erfolgt durch Entspannen auf Normaldruck oder durch Anlegen von Vakuum. Die abgezogenen Monomer-Dämpfe können kondensiert und destillativ gereinigt werden, das Trioxan kann im Kreislauf erneut der Polymerisation zugeführt werden. In diesem Reaktor werden auch die üblichen Zusatzstoffe eingemischt, z.B. Licht- und Wärme-Stabilisatoren, Antioxydantien, Nucleierungsmittel, Farbstoffe, Pigmente, Gleitmittel und Füll- und Verstärkungsmittel, ζ.B^. Glasfasern. Das fertige Oxymethylen-Polymere kann beim Austreten aus dem Konfektionierreaktor granuliert werden. Es zeigt gegenüber herkömmlich hergestellten Polymerisaten bessere mechanische Eigenschaften, z.B. bessere Zähigkeit und Steifigkeit, sowie eine größere Homogenität, was sich in Stippenfreiheit äußert. Es ist für die üblichen Einsatzzwecke geeignet.
BASF Aktiengesellschaft
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#· · · · . ·.· * . ... Ο.2.ΟΟ5Ο/356Ο3
·« ...
Die im Beispiel genannten Teile und Prozente beziehen sich auf das Gewicht.
Beispiel
Flüssiges Trioxan von 80°C wird mit 2 % Butandiolformal und 0,017 % Methylal vermischt. Die Mischung wird auf l60°C erwärmt, dann werden ihr 0,29 ppm Trifluormethansulfonsäure (als 0,004%ige Lösung in Diethylenglykoldimethylether) zugesetzt. Die Mischung wird in den Polymerisationsreaktor eingeführt, der aus einem Doppelschneckenextruder (ZSK 30 der Firma Werner + Pfleiderer) mit einem L:D-Verhältnis von 20 besteht. Der Reaktor ist auf 169°C beheizt, der Druck im Reaktor beträgt 4 bar, die Verweilzeit etwa 2 min. Die Schmelze tritt dann in den Desaktivierungsreaktor (im gleichen Extruder, getrennt durch eine Stauscheibe) über. Dort werden ihr 0,55 % Methyldiethanolamin zugesetzt. Die Verweilzeit beträgt hier etwa 0,2 min. Dann tritt die Schmelze in den Entgasungs- und Konfektionierreaktor ein, der von dem Desaktivierungsreaktor ebenfalls wieder durch eine Stauscheibe abgetrennt ist. Bei einer Verweilzeit von etwa 3 min erfolgt bei 2200C der thermische Abbau. Nicht umgesetztes Trioxan und gebildete Nebenprodukte werden bei einem Druck von 0,01 bar abgezogen. Das. fertige Polymerisat wird aus dem Extruder ausgepreßt und granuliert. Der Umsatz, bezogen auf eingesetztes Monomeres, beträgt 69,2 %. Das Granulat weist einen Schmelzindex MI (1900C, 2,16 kg) von H g/min und eine thermische Stabilität in Stickstoff (2 h, 22O0C) von 99,8 % auf.

Claims (2)

'··"···· 3H7309 BASF Aktiengesellschaft 0. Z. 0050/35603 ''Patentansprüche
1. Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von Oxymethylenpolymeren durch Massepolymerisation der Monomeren mit Hilfe kationisch wirkender Initiatoren, gegebenenfalls in Gegenwart von Reglern, dadurch gekennzeichnet, daß während der Polymerisation sowohl die Monomeren als auch das entstehende Polymerisat in geschmolzener Form vorliegen. 10
2. Kontinuierliches Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Anschluß an die Polymerisation das Polymerisat desaktiviert, entgast und konfektioniert wird, ohne daß zwischen den Verfahrensstufen eine Phasenänderung erfolgt.
684/81 Dd/Br 27.11.81
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