DE3229219A1 - Rueckspuelmittel und verfahren zur reinigung von partikelhaltigen filterbetten - Google Patents
Rueckspuelmittel und verfahren zur reinigung von partikelhaltigen filterbettenInfo
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Description
DR. GERHARD RATZEL C8oo man.\he:m ·,.4./.Ur
PAT F N Τ Λ N VVA LT «J>
Seck-iheiiner E:-ar:e 3Ga ■ '3 (Ci i.O ^C-63
f I- + Q l/27 Postscheck: Fis-.kL-s/w. Nr B?93-6:3
Bank Deut&it.e Ba-".' Marr'e^rr. (B-..2 CC 7OC 'C: N- 7.".XSi
Te I c ς r -Code Ge-ps:
Tee* <-:ii"C l"6-a D
Trfi?;s J.othar ',Vic-'-and
Ka iffeisenstraße
'.βο5 Heddesheirr.
Klaus Jürgen Robert ',vestrarn
Raiffeisentraße
68o5 Heddesheiir.
Kücknpülrnittel und Verfahren sur
Reinigung von partikelhaltigen Filtertetten
Die Erfindung betrifft ein Rückspülmittel zur Reinigung
von partikelhaltigen Filterbetten, insbesondere ein Rückspülmittel auf wässriger Basis. Weiterhin
betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Reinigung von partikelhaltigen, Filterbetten, wobei das Filterbett
im Gegenstrom zur Filtrierrichtung mit einem fließfähigen Rückspülmittel beaufschlagt wird, sowie die Anwendung
des Kittels und Verfahrens zur Reinigung von Schwimmbadkies — Filterbetten.
Bei der Aufbereitung von Trink-, Bade- und Betriebswasser ist das Filtern des Wassers ein bedeutender und
grundlegender Verfahrensschritt. Dabei werden die Filter
von Zeit zu Zeit durch Rückspülvorgänge gereinigt. Beim Filtern von Wasser sollen die festen Stoffe , die
sich im unfiltrierten Wasser befinden, vom Filterbett zurückgehalten werden. Das Filterbett besteht aus porösem
Material, z.B. Kieskörnern, an oder zwischen denen sich feste Stoffe absetzen· Dieser Absetzungsvorgang
macht es erforderlich, daß das Filterbett, wenn es nicht nur einmal benutzt werden soll, in gewissen Zeitabständen
gereinigt wird. Dabei wird Wasser entgegengesetzt der Richtung durch das Filter gepumpt, in der
das Wasser beim Filtrationsvorgang den Filter durchströmt· Man nennt diesen Vorgang das Rückspülen.,
Neben Wasser können auch Luft und Wasser-Luft-Gemische jeweils einzeln oder in Kombinationen miteinander zum
Rückspülen eingesetzt werden.
Beim Rückspülvorgang werden gelegentlich, zur Reduzierung
bzw. Beseitigung mikrobiellen Befalles, aus hygienischen Gründen Desinfektionsmittel zugesetzt.
■A -
lieben dem Ablösen und Ausschwenken des Schmutzes hat
der Rückspülvorgang auch die Aufgabe, feines Unterkorn, das sich aus dem Filtermaterial gebildet hat, auszuwaschen.
Dieses Filterkorn erhöht mit seinen feinsten Fraktionen den Filterwiderstand, wenn es ±>r\ Filter verbleibt.
Dps Auswaschen des feinen Unterkorns ist aber nur dann
"öglich, wenn es bei der Rückspülung durch ausreichende Vergrößerung des Porenvolumens an die Oberfläche getragen
und weiter in den Überlauf^trichter fortgeschwemmt wird.
Die bisher angewendeten Rückspülverfahren arbeiten bei Teilchendurchmessern von 0,8 bis 3 nim niit Geschwindigkeiten
des Rückspülwassers von 1o bis 6o n/Stunde (H.-G. Moll: "Die Ermittlung der hinreichenden Rückspülgeschwindigkeit
für Sand- und Kiesfilter", gwfwssser/abwasser
119 (1978) H. 3, Seite 1o3-11o).
Der Rückspül Vorgang mit verschiedenen Filterbett:.aterialien
wie Quarzkies, dolomitisches Material, Quarzsand und Filtersanden, "Lei Wasserspülungen und V.'asser-Luft-Spülungen
und dabei auftretende Volumenveränderungen des Filterbettes wurden ebenfalls untersucht (K.H. Kludig,
G. Schürmann: "Ein Beitrag zur Frage der Rückspülung von Filteranlagen", gwf-V7asser/abwasser I06 (1965) H. 14-,
Dabei zeigte sich, daß zu geringe Rückspülgeschwindigkeiten verwendet werden und daß eine Beurteilung der
Wasserspülung allein nach der Expansion des Filterbettes nicht ausreicht.
-r-
Die bisher angewandten Rückspülverfahren bewirken eine unzureichende Durchwirbelung der Partikel des Filterbettes
und eine unvollständige Auswaschung und Austragung von Schmutz und Abrieb—Partikeln·
Demgegenüber liegt vorliegender Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Rückspülmittel und ein Verfahren zu
liefern, das eine vollständige Durchwirbelung des partikelhaltigen Filterbettes und einen vollständigen Austrag
von Schmutz, Abrieb und Ablagerungen bewirkt, und das
'■ -■' ' 1o den neuerdings zusätzlichen Anforderungen, z.B. bezüglich
Wirksamkeitsgrad und Umweltschutz, Genüge tut.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Rückspülmittel
der eingangs genannten Gattung dadurch gelöst, daß es aus zumindest einer grenzflächenaktiven Substanz
besteht oder zumindest eine grenzflächenaktive Substanz enthält·
Die Erfindung umfasst weiterhin ein erfindungsgemäßes
Rückspülmittel auf wässriger Basis, das dadurch gekennzeichnet ist, daß es als Inhaltsstoff mindestens eine
/"V 2o nicht hydrolyseempfindliche, wasserlösliche, grenzflächenaktive
Substanz enthält· Besondere Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Rückspülmittels sind dadurch gekennzeichnet, daß es als grenzflächenaktive Substanz
ein Polyacrylat im Molekulargewichts-Bereich von 500 bis 500 000 Daltons enthält, und daß es ein Tensid oder
Tenside (Anion-Tenside, Kation-Tenside, Airphotenside),
beispielsweise Seifen und/oder einen ©der mehrere PoIyelektrolyten,
beispielsweise ein Polyphosphat eines Molekulargewichts beispielsweise von 5000 Daltons enthält.
Die Erfindung umfasst weiterhin ein Verfahren zur Reinigung von partikelhaltigen Filterbetten, wobei das
Filterbett im Gegenstrom zur Filterrichtung mit einem
3 2*2 9_2J_9_
fließfähigen Rückspülroittel beaufschlagt wird, das
dadurch gekennzeichnet ist, daß das Rückspülmittel zumindest eine grenzflächenaktive Substanz enthält,
daß als fließfähiges Rückspülrnittel die Lösung eines Tensides und/oder Polyelektrolyten verwendet wird, und
daß als fließfähiges Rückspülmittel die Lösung eines
nicht hydrolyseeinpfindlichen Polyacrylates verwendet wird .
Beansprucht wird außerdem die Anwendung des erfindungsgemäßen Mittels und des erfindungsgemäßeη Verfahrens
zur Reinigung von Schwimmbadkiesfilterbetten.
Die überraschenden, sprunghaft auftretenden Vorteile des erfindungsgemäßen Mittels und des erfindungsgemäßeη
Verfahrens werden im folgenden Vergleichs-Beispiel deutlich.
Die im Vergleichsbeispiel vorgelegte Meßreihe zeigt die sprunghaft wirksame Beseitigung undüberwindung
der Nachteile der Verfahren gemäß dem bisherigen Stand der Technik.
1 NACr, :s>.^
Versuche zum Rückspülvorgang bei der Aufbereitung von
Badewässern in Kiesfiltern.
1. Versuchsbedingungen
Die Untersuchungen mit dem erfindungsgemäßen Mittel wurden in einer Anlage durchgeführt, die in Abb. 1
dargestellt ist. Die Daten für die einzelnen Komponenten der Anlage sind in der Tabelle am Ende der Beschreibung
zusammengefaßt. Dabei entsprechen die Filter hinsichtlich Höhe und Durchmesser denen, die auch in anderen Untersuchungen
zur Frage der Rückspülung von Filteranlagen (MOLL, 1978, KLUDIG und SCHÜRMANN, 1965) verwendet
worden sind. Nach KLING (194-o) wird der Druckverlust
im Filter weniger als 5 % verändert, wenn d/D< 0,o16 ist.
Dabei bedeutet d = Korndurchmesser und D = Filterdurchmesser.
Entsprechend dem für die Filterbeschickung verwendeten Quarzsand mit einer Korngröße von 0,8 - 1,2 mm ergibt
dies für die Anlage bei d maximal 1,2 mm und D = 1oo mm einen Wert von 0,o12 der damit deutlich unter dem von
0,o16 liegt.
Die Schichthohe des Filtermaterials wurde gemäß DIN-Vorlage
1964-3 auf 1200 mm eingestellt.
Um Druckverluste zu vermeiden wurden alle Verbindungsstücke mit PVC-Rohren installiert.
Das Fließschema des Wasserkreislaufes für die Aufbereitung des Beckenwassers (Filtration) ist in Abb. 1,
dargestellt. Ober eine Pumpe wird das Wasser aus dem Becken (3) in gleichmäßiger Verteilung auf die Filter
1 und 2 aufgegeben, filtriert und wieder
-,sr-
in das Becken eingeleitet. Bei diesem Vorgang kann über
die Kontaktstelle 9 Flockungsmittel vor der Filtration hinzugegeben werden und über die Behälter 5 und. 6 für
die jeweiligen Filter getrennt filtriertes Wasser zur
Analyse entnommen werden.
Bezüglich Abbildung 1 wird zusammenfassend bezüglich der Bezugszeichen und Symbole folgendes angegeben:
fcä Schieber geschlossen
fciJ Schieber offen
Ίο ( 1 ) erster Filter
( 2 ) zweiter Filter
( 3 ) Becken
( 4- ) Spülwasser erster Filter
( 5 ) Erstfiltrat erster Filter
( 6 ) Erstfiltrat zweiter Filter
( 7 ) Spülwasser zweiter Filter
( 8 ) Spülhilfsmittel
( 9 ) Flockungsmittel
(A) Luftgebläse
(B) Frischwasser
Beim Rückspülvorgang wird über A die Luftspülung durchgeführt und B Frischwasser
für die kombinierte Luft-Wasserspülung bzw. für die alleinige Wasserspülung zugeführt. Über den Behälter
8 wird das erfindungsgemäße Spülhilfsmittel in das System
eingebracht und bei Verschluß des Schiebers zum Filter nur der Filter 2 beschickt. Dies hat den Vorteil, daß
die Rückspülvorgänge ohne erfindungsgemäßes Rückspülmittel
(Filter 1) und der mit erfindungsgemäßem Rückspülmittel
(Filter 2) parallel getestet werden können. Die jeweiligen Spülwasser werden für die Analyse in den
Behältern 4 (für Filter 1) und 7 (für Filter 2) aufgefangen.
JO
2.1 Wirkung des erfindungsgemäßen Mittels auf die Tiefenwirkung der Fluidisierung des Filterbettes.
Um die Wirkung von erfindungsgeraäßera Rückspülmittel auf
die Tiefenwirkung der Fluidisierung des Filterbettes im Vergleich zur Luft-Wasserspülung ohne Spülhilfsraittel zu
testen, wurde folgender Versuch durchgeführt:
2.1.1. Beide Filter wurden nicht beflockt oder verunreinigt.
2.1.2. Vom Filterboden beginnend wurde jeweils im Abstand von 1^o mm farblich markierter Kies in einer
Schichtdicke von 1o mm Stärke eingebracht.
2.1.2. Filter 2 wurde erfindungsgemäßes Rückspülmittel
von 2 ltr. pro/nr zugegeben·
2.1.4. Nach einer Luftspülung bei einem Druck von 0,5 bar und einer Luftgeschwindigkeit von ca. 0,65 m/Stunde
wurde anschließend über 10 Minuten eine Luft-Wasserspülung mit einem Wasserdruck von 0,5 bar, einer Wassergeschwindigkeit
von 1o m/Stunde, einem Luftdruck von 0,5 bar und einer Luftgeschwindigkeit von ca. 60 rc/Stunde
durchgeführt·
Während in dem mit erfindungsgemäßem Rückspülmittel beschickten
Filter 2 (rechts) keine farblich markierten Schichten mehr zu erkennen sind, zeigt Filter 1 (links)
noch eine deutliche farblich markierte Schichtung. Lediglich im obersten Teil des Filters ist eine Vermischung
der markierten und nicht markierten Filterkörner zu erkennen und die darunter liegenden 5 Schichten zeigen in
der Mitte eine Verminderung der markierten Kieselkörner.
Dies bedeutet aber, daß unter Zusatz von erfindungsgemäs-
3229 2J_9_
sem Rückspülmittel bei sonst gleichen äußeren Bedingungen
eine wesentlich bessere Fluidisierung des Filterbettes beim Rückspülvorgang stattfindet, als dies ohne Zusatz
von erfindungsgemäßem Rückspülmittel geschieht. Bereits nach einem Rückspülvorgang über 1o Minuten ist eine
völlige Vermischung des Filterbe\;tes nachweisbar.
2.2 Testung_d^r_W^k£aj^eit_d^s_e^f indungsgemäßen
Mittels hinsichtlich des Suipnenaustrages_und
Zur Testung der Wirlzsamkeit von erfindungsgemäßem Rückspülmittel
hinsichtlich Sucraenaustrag und Austragstiefe
von Schmutzteilchen wurden in einer zweiten Versuchsnerie
folgende Tests durchgeführt:
2.2.1. Die Filter wurden wiederum nicht beflockt oder verunreinigt.
2.2.2. In beide Filter wurden jeweils 50 unterschiedlich
farblich markierte Polystyrolkugeln mit einem mittleren Durchmesser von 1 mm unterschiedlich tief
in die Filter eingebracht.
2.2.3· Filter 2 wurde wiederum erfindungsgemäßes Rückspülmittel
in einer Menge von 2 Ltr. pro/m^ zudosiert.
2.2.4. Nach einer reinen Luftspülung mit 0,5 bar und einer Luftgeschwindigkeit von ca. 0,65 m/Stunde wurde
eine Luft-Wasserspülung mit einem Wasserdruck von 0,5 bar und einer Wassergeschwindigkeit von 1o m/Stunde
sowie einem Luftdruck von 0,5 bar und einer Luftgeschwindigkeit
von ca. 60 m/Stunde durchgeführt. Dieser RückspülVorgang dauerte wiederum 1o Minuten.
2.2.5· Für beide Filter wurde das gesamte rückgespülte
Wasser gesammelt und die im Rückspülwasser vorhandenen Polystyrolkügelchen nach Farbe und Zahl ausgewertet.
te
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in Abb. 2 graphisch aufgezeichnet worden. Die Kreise und Dreiecke
stellen Mittelwerkte von drei Untersuchungsserien dar, wobei für die einzelnen Werte nur ganz geringe Abweichungen
resultierten.
Aus dieser Grafik kommt deutlich zum Ausdruck, daß bei
dem RückspülVorgang mit Zudosierung von erfindungsgenäßem
Rückspülmittel bezüglich des Summenaustrages und auch hinsichtlich der Austragstiefe ein wesentlich besserer
Effekt erzielt werden konnte, als bei der Rückspülung ohne Zugabe von erfindungsgemäßein Rückspülritt el. Währenc
mit erfindungsgemäßem Rückspülmittel bis zu einer Schichttiefe von 60 cm hoch alle luftgeschäumten Polystyrolkugeli
und bis zu 12o cm Tiefe immerhin noch über 50% der PoIystyrolkugeln
ausgetragen wurden, zeigte der Rückspülvorgai
ohne erfindungsgemäßes Rückspül'iittel bereits für die
15 cm und 3o cm Schichttiefe nur einen 8o#igen Austrag dei
Polys^yrolkugeln und in einer Schichttiefe von 75 cn
wurden überhaupt keine Polystyrolkugeln nehr ausgetrage
2.5· Testung der Wirksamkeit des_erfindungsgemäßen
?Üii2iS_^®i_^2£-^H§iiSSBnS_v2n Flqckungsmittelzusatz
(Al2 1 (SO4)? « 18 H2O)
(Al2 1 (SO4)? « 18 H2O)
Um die Wirksamkeit von erfindungsgemäßem Rückspülmittel
bei der Austragung von Flockungsmittelzusatz (Alp (SCl)?
• 18 HoO) während des RückspülVorganges zu testen, wurden
in einem dritten Versuchsansatz folgende Parameter
getestet.
| ·' * | • 4 Λ „ Λ | INACh-... |
| * * " * - Γ " Γ | 32 2 92 | |
| 4 | ||
2.3·1· Beide Filter wurden während der Filtration
mit jeweils 20 g Flockungsmittelzusatz pro Filter beflockt.
2.3.2. Es wurde eine reine Wasserspülung mit steigendem
Druck von 0,1 bis 0,65 kar durchgeführt.
2.3.3· Filter 2 wurde erfindungsgemäßes Rückspülmittel
in einer Menge von 2 ltr/nr zudosiert·
2.3.4-· Für jede getestete Druckstufe wurden parallel
für Filter 1 und Filter 2 jeweils 5 ltr. Ruckspülflüssigkeit
entnommen und diese auf ihren Gehalt an Aluminium sol fet mit Hilfe der Atom adsorptions analyse geinessen.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in Abb. 3 dargestellt. Jeder Punkt stellt den Mittelwert von
drei Untersuchungen dar. Gleichzeitig sind die Abweichungen der Absolutwerte aufgetragen worden. Bei diesen Werten
handelt es sich um das Delta, d.h. die Differenz der Menge an rückgespültem Aluminiumsulfat mit und ohne
Zugabe von erfindungsgemäßen Rückspülmittel. Die Keßwerte oberhalb der Null-Linie zeigen eine positive Differenz
für die Rückspülung mit erfindungsgenäßea Rückspülmittel, die Meßwerte unterhalb der Null—Linie eine positive Differenz
für die Rückspülung ohne errindungsgemäßes Rückspülmittel
an. Wie aus dieser Darstellung deutlich zu erkennen ist, wird durch Zusatz von erfindungsgeinäßem Rückspülmittel
beim Rückspülvorgang wesentlich mehr Flockungsmittelzusatz (Aluminiumsulfat) herausgetragen und dieses
geschieht in einem Wasserdruckbereich von 0,1 - 0,35 bar. Ohne Zusatz von erfindungsgemäßem Rückspülmittel ist der '
Austrag von Flockungsmittelzusatz (Aluminiumsulfat) wesentlieh
geringer und benötigt für einen entsprechenden Effekt zudem eine wesentlich höheren Wasserdruck
(0,35 - 0,5 bar).
2.4-, Untersuchungen zur Filterkapazität yon
Kiesfilternnach Rückspülung mit__erf indungs
gemäßem__Mittel
Um herauszufinden, inwieweit die Filterkapazität nach
demRückspülvorgang unter Zugabe von erfindungsgemäßem
Rückspülmittel beeinträchtigt wird, wurden in einem
letzten Versuchsans&tz die Erstfiltrate nach Rückspül
Zusatz von
Vorgang mit und ohneYerfindungsgemäßem Rückspulmittel
Vorgang mit und ohneYerfindungsgemäßem Rückspulmittel
auf ihren Gehalt an Flockungsmittel (Aluminiumsulfat) Λ ο geprüft. Hierzu wurde wie folgt verfahren:
2.4.1. Beide Filter wurden mit jeweils 2o g pro Filter Flockungsmittelzusatζ beflockt.
2.4.2. Es wurde ein entsprechender unter 2 und 3 dargestellter
RückspülVorgang durchgeführt.
2.4.3. Nunmehr wurde einetionnale Filtration
durchgeführt und gleichzeitig Flockungsmittel
zugesetzt.
durchgeführt und gleichzeitig Flockungsmittel
zugesetzt.
2.4.4. Parallel für beide Filter wurden Erstfiltrate im Abstand von einer Minute entnommen und auf ihren
Gehalt an Aluminium getestet.
Gehalt an Aluminium getestet.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in Abb. 4
dargestellt.
dargestellt.
Wie die Grafik zeigt, können im Erstfiltrat des Filters
der unter Zusatz von erfindungsgemäßem Rückspülmittel rückgespült worden ist, noch in den ersten 3 Minuten
der Filtration leicht erhöhte Aluminiumsulfat-Werte
nachgewiesen werden.
der Filtration leicht erhöhte Aluminiumsulfat-Werte
nachgewiesen werden.
* ** '3Z29219
IS
j NACKC-Ri- w,-!
Nach 4 Minuten Filtrationszeit entsprechen diese Werte
jedoch den Filtrationsproben, die aus dem Filter stammen, der nicht mit erfindungsgemäßem Rückspiilmittel rückgespült
worden ist. Auch nach längerer Filtrationszeit (2 Stunden und 10 Stunden ) konnten keine Unterschiede
in den Aluminiuasulfatkonzentrationen bei den Proben
des mit erfindungsgeiaäßem Rückspülmittel rückgespülten Filters gegenüber dem Filter der nicht mit erfindungsge.-näßem
Rückspülmittel rückgespült war, festgestellt werden.
^ · Q?03cizität und Abbaubarke it
Das erfindungsgemäße Mittel besteht aus chemisch stabilen
anionischen wasserlöslichen Polyacrylaten. Es stellt ein nichthydrolyseerapfindliches Dispergiermittel dar.
In akuten und subakuten Toxizitätstests an Ratten und
Käusen konnte für das erfindungsgemäße Rückspülmittel
keine Toxizitat nachgewiesen werden. Bei den akuten Toxizitätstests erwiesen sich die LDc -Werte von erfindungsgemäßem
Rückspülmittel in der Größenordnung der LDcQ-Werte von Kochsalz. Bei der subakuten Toxizität
wurden 1 ml 4o $iges erfindungsgemäßes Rückspülmittel
pro kg Körpergewicht 4- Wochen lang täglich verabreicht,
reaktionslos vertragen. Ebenfalls konnten bei Langzeit-Tierversuchen keinerlei Hinweise auf teratogene Eigenschäften
von erfindungsgemäßem Rückspülmittel dargestellt
werden. Daneben konnte festgestellt werden, daß erfindungsgemäßes Rückspülmittel dem biologischen Abbau gut
zugänglich ist.
4-. Zusammenfessuxig
Die Versuchsergebnisse zeigen, daß bei Zugabe von geringen Mengen an erfindungsgemäßem Mittel in das
Rückspülwasser
- bereits bei geringerem Wasserdruck eine vollständige Fluidisierung des üblicherweise benutzten Kiesfi:lters
mit einer Korngröße von 0,8 - 1,2 mm erreicht werden kann,
- der Austrag von Verschmutzungen wesentlich intensiver
und auch aus den untersten Filterschichten stattfindet
- Aluminiumsulfat flocken mit wesentlich geringerem Wasserdruck und in größerer Menge ausgetragen werden
und
- die Filterkapazität nach dem Rückspülvorgang mit erfindungsgemäßem
Rückspülmittel voll erhalten bleibt·
Aufgrund der fehlenden Toxizität, der guten Abbaubarkeit
und der Möglichkeit des gezielten Einsatzes während eines AufbereitungsVorganges, wobei zudem das Badewasser
an sich nicht belastet wird, ermöglicht aufgrund der dargestellten Befunde das erfindungsgemaße Mittel eine
eindeutig bessere Reinigung des Kiesfilters beim Rückspülvorgang»
Zitierte Literatur:
1. KLING, G.
Druckverlust von Kugelschüttung VDI-Zeitschrift 84, (Wo), 85
2. KLUDIG? K.H., SCHÜBMANN, G.
Ein Beitrag zur Frage der Rückspülung von Filteranlagen
gwf I06, (1965), 371
3. MOLL, E.-G.
Die Ermittlung der hinreichenden Rückspülgeschwindigkein für Sand- und Kiesfilter
gwf 119, (I978) 1o3
gwf 119, (I978) 1o3
NAChG.: Λ.'CHTJ
3229213
Tabelle Beschreibung der einzelnen
Komponenten der Versuchsanlage
I.) A) Filter: 1. Anzahl: 2
2. Höhe: 17oo mm
5 3· Durchmesser: 1oo mm
4. Material: PVC (Polyvinylchlorid)
B) Filterbeschickung: Material: Quarzsand (96# SiOp)
Korngruppe: 0,8 - 1,2 mm Schichthöhe: 12oo mm
Ίο II.) A) Becken: 1. Breite: 148o mm
2. Höhe: 6oo mm
3. Tiefe: 39o mm
4. Inhalt gemäß Wasserstand: 3oo Liter
5. Material: Glas von 1o mm Dicke
15 III.) A) Verrohrung: 1. Material: PVC (Polyvinylchlorid)
2. Durchmesser: 2o am
IV.) A) Armaturen: Schieber: 1. Prinzip: Kugelhahn
2. öffnung: 2o nun
3. Material: Gußeisen
2o Manometer: 1. Typ: Federmanometer (VDO)
2. Meßprinzip:Kapselfeder 3· Meßbereich: ο - 1,6 bar
B) Pumpen-Hauptpumpe: 1»Typ: Kreiselpumpe (Eheim 1o3o)
25 2.Prinzip: Kreiselpumpe
3.Leistung: 68 Watt
: 4m- Wassersäule
22 l/Min 0,65 Amp
!θ I NACHC-U?DEICHT
Dosierpumpe für Flocke und Filterhilfsmittel
1· Typ: Dosierpumpe Cfg-Prominent
2. Leistung: 0,65 l/Stunde gegen 2o baj
f;V 5 c) Kompressor: 1. Kesselinhalt: 1o Liter
2. Ansaugleistung:1oo
5- Betriebsdruck: 8 bar 4. Motorleistung: 0,65 PS
Leerseite
Claims (4)
1. Rückspülmittel zur Reinigung von partikelhaltigen
Filterbetten,
dadurch gekennzeichnet,
daß es aus zumindest einer grenzflächenaktiven Substanz besteht.
2. Rückspül:r;ittel gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß es zumindest eine grenzflächenaktive Substanz enthält.
3. Rückspülmittel gemäß Ansprüchen Λ und 2 auf
wässriger Basis,
dadurch gekennzeichnet,
daß es als Inhaltsstoff mindestens eine nicht
hydrolyseempfindliche, wasserlösliche, grenzflächenaktive
Substanz enthält.
4. Rückspülmittel ge::.äß Anspruch 3» dadurch gekennzeichnet,
daß es als grenzflächenaktive Substanz eine PoIyacrylatsäure
und/oder Polyacrylate im Molekülar-
gewichts-Bereich von 5OO bis 5OO 000 Daltons enthält.
5· Rückspülmittel ge:.iäß Anspruch 3» dadurch gekennzeichnet,
daß es ein Tensid oder Tenside (Anion-Tenside,
Kation-Tenside, Ainphotenside), beispielsweise
Seifen und/oder einen oder mehrere Polyelektrolyte,
beispielsweise ein Polyphosphat eines KoIekulargewichts beispielsweise von 5OOO Daltons
enthält.
322121E.
2 -
6· Verfahren zur Reinigung von partikelhaltigen Filterbetten, wobei das Filterbett im Gegenstrom
zur Filtriervorrichtung mit einem fließfähigen Rückspülmittel beaufschlagt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Rückspülmittel zumindest eine grenzflächenaktive Substanz enthält·
7· Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß als fließfähiges Rückspülmittel die Lösung eines Tensides und/oder Polyelektrolyten verwendet wird,
8· Verfahren nach Anspruch 7t
dadurch gekennzeichnet,
daß als fließfähiges Rückspülmittel die Lösung eines nicht hydrolyseempfindlicheη Polyacrylates verwendet wird«
daß als fließfähiges Rückspülmittel die Lösung eines nicht hydrolyseempfindlicheη Polyacrylates verwendet wird«
9· Anwendung des Mittels und Verfahrens nach den vorangegangenen Ansprüchen zur Reinigung
von Schwimmbadkies-Filterbetten.
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3229219A DE3229219C2 (de) | 1982-08-05 | 1982-08-05 | Verwendung einer grenzflächenaktiven Substanz als Rückspülmittel für partikelhaltige rückspülbare Filterbetten |
| DE8383107046T DE3379032D1 (en) | 1982-08-05 | 1983-07-19 | Process for the cleaning of backwashable filter beds that contain particles |
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| EP83107046A EP0104341B1 (de) | 1982-08-05 | 1983-07-19 | Verfahren zur Reinigung von partikelhaltigen rückspülbaren Filterbetten |
| ES524748A ES524748A0 (es) | 1982-08-05 | 1983-08-04 | Procedimiento para la limpieza de lechos filtrantes particulados |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3229219A DE3229219C2 (de) | 1982-08-05 | 1982-08-05 | Verwendung einer grenzflächenaktiven Substanz als Rückspülmittel für partikelhaltige rückspülbare Filterbetten |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3229219A1 true DE3229219A1 (de) | 1984-02-09 |
| DE3229219C2 DE3229219C2 (de) | 1985-06-20 |
Family
ID=6170184
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE3229219A Expired DE3229219C2 (de) | 1982-08-05 | 1982-08-05 | Verwendung einer grenzflächenaktiven Substanz als Rückspülmittel für partikelhaltige rückspülbare Filterbetten |
| DE8383107046T Expired DE3379032D1 (en) | 1982-08-05 | 1983-07-19 | Process for the cleaning of backwashable filter beds that contain particles |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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