DE323088C - Verfahren zur Beschleunigung der Vulkanisation von natuerlichem oder kuenstlichem Kautschuk oder kautschukartigen Substanzen - Google Patents

Verfahren zur Beschleunigung der Vulkanisation von natuerlichem oder kuenstlichem Kautschuk oder kautschukartigen Substanzen

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DE323088C
DE323088C DE1915323088D DE323088DD DE323088C DE 323088 C DE323088 C DE 323088C DE 1915323088 D DE1915323088 D DE 1915323088D DE 323088D D DE323088D D DE 323088DD DE 323088 C DE323088 C DE 323088C
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    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08KUse of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
    • C08K5/00Use of organic ingredients
    • C08K5/0008Organic ingredients according to more than one of the "one dot" groups of C08K5/01 - C08K5/59
    • C08K5/0025Crosslinking or vulcanising agents; including accelerators

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Description

AUSGEGEBEN AM 14. JULI 1920
- JVl 323088 -KLASSE 39 b
Die Erfindung bezieht sich auf die Vulkanisation von natürlichem oder künstlichem Kautschuk oder kautschukartigen Substanzen und bezweckt, die gewünschte Vulkanisation in bedeutend kürzerer Zeit herbeizuführen, als dies mit den bisher bekannten Verfahren zur Erzielung eines guten Vulkanisationsproduktes möglich war.
Gemäß der Erfindung wird dem Kautschuk oder der kautschukartigen Substanz vor der Vulkanisation mit Schwefel eine geringe Menge von p-Nitrosodimethylanilin oder seiner Homologen, wie beispielsweise p-Nitrosomethylanilin oder p-Nitrosoäthylanilin, hinzugefügt.
Durch die Hinzufügung einer dieser Substanzen in geeigneter Menge zu dem Kautschuk vor der Vulkanisation und durch Erhitzen dieser Mischung bis zur Vulkanisationstemperatur durch irgendein geeignetes Verfahren wird ein gutes Vulkanisationspro-
. dukt in bedeutend kürzerer Zeit erhalten, als diejenige, die für das bisherige Vulkanisationsverfahren ohne dieses Beschleunigungsmittel erforderlich ist.
Die isomeren Nitrosamine führen keine merkenswerte Beschleunigung des Vulkanisationsprozesses herbei.
Im folgenden wird ein Mischungsverhältnis angegeben:
100 Gewichtsteile Kolonialgummi,
10 Gewichtsteile Schwefel,
0,5 Gewichtsteile des Beschleunigungsmittels.
Die Mischung wird auf 135 bis 1450 C erhitzt, und die Vulkanisation ist nach ungefähr 20 Minuten beendet. Ohne Hinzufügung des Beschleunigungsmittels beträgt die Vulkanisationszeit ungefähr eine Stunde. Ein ähnliches Resultat wird herbeigeführt, wenn der Kolonialgummi durch Päragummi oder durch künstlichen Kautschuk ersetzt wird.
Ein anderes Mischungsverhältnis ist beispielsweise folgendes:
100 Gewichtsteile Kolonialgummi,
40 Gewichtsteile Schwefel,
0,75 bis 1,0 Gewichts'teile des Beschleunigungsmittels.
Die Mischung wird während zwei Stunden bei einer Temperatur von ungefähr 145° C erhitzt, und das entstehende Produkt ist harter und dauerhafter Ebonit. Um ähnliche Produkte mit dem bisher bekannten Verfahren und ohne Hinzufügung des Beschleunigungsmittels zu erhalten, muß die Vulkanisations- zeit ungefähr sechs Stunden betragen.
Andere Gummiarten, einschließlich künstlichem Kautschuk, geben ähnliche Resultate.
Die oben genannten Mischungsverhältnisse sollen natürlich nur Beispiele angeben; auf
diese Mischungsverhältnisse ist die Erfindung nicht beschränkt, da natürlich Abänderungen in diesen vorgenommen werden können, ohne von dem Merkmal der Erfindung abzugehen. Es wird* darauf hingewiesen, daß es an sich bekannt ist, daß gewisse basische Substanzen die Eigenschaft besitzen, die Vulkanisation zu beschleunigen, wenn sie in verhältnismäßig kleiner Menge zu einer Kautschukmischung hinzugefügt werden. So besitzt Anilin die Eigenschaft in ganz geringem Grade und man hat andererseits nach einem neueren Patent als Vulkanisationsbeschleunig&r Piperidin und andere nicht flüchtige aliphatische Amine oder nicht flüchtige Abkömmlinge der flüchtigen aliphatischen Amine sowie Basen im allgemeinen verwendet, die ■ eine Dissoziationskonstante über ι χ io~s besitzen und welche eine stärker ausgeprägte Wirkung zeigen. Die
ao Einwirkung von Substanzen dieser Art ist ihrer basischen Beschaffenheit zuzuschreiben.. Demgegenüber gilt die Feststellung, daß die Wirkung von p-Nitrosodimethylanilin und seiner Homologen eben nicht von diesem Faktor abhängt und daß man folglich nicht ohne weiteres aus dem Bekannten zu schließen vermochte, daß dem Nitrosodimethylanilm jene Eigenschaft zukomme, die Vulkanisation des Kautschuks erheblich zu beschleunigen. Die Gründe, durch welche sich solche Feststellungen rechtfertigen, sind folgende: zunächst ist Dimethylanilin als Ausgangsprodukt für die Darstellung von p-Nitrosodimethylanilin eine Substanz, welche viel stärker basisch ist als die letztere; trotzdem hat sie keine beschleunigende Wirkung bei der Vulkanisation von Kautschuk. Der Grund für die Beschleunigungswirkung des p-Nitrosodimethylanilins hängt vielmehr direkt mit der Gegenwart der Nitrosogruppe zusammen und ist nicht auf die basischen Eigenschaften der Substanz zurückzuführen, die übrigens sehr schwach sind.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Beschleunigung der Vulkanisation von natürlichem oder künstlichem Kautschuk .oder kautschukartigen Substanzen, dadurch gekennzeichnet, daß dieselben im Beisein von p-Nitrosodimethylanilin oder.seiner Homologen vulkanisiert werden.
    . BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCKEKEI.
DE1915323088D 1914-02-19 1915-02-17 Verfahren zur Beschleunigung der Vulkanisation von natuerlichem oder kuenstlichem Kautschuk oder kautschukartigen Substanzen Expired DE323088C (de)

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