DE3308973C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Flüssigkeitsstandmeßsystem nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
Bei kapazitiven Flüssigkeitsstandmeßsystemen wird die Füllstandshöhe bestimmt
durch Veränderungen der Kapazität eines in die Flüssigkeit eintauchenden Kon
densators. Der Kondensator weist zwei Platten auf, welche durch einen Luftspalt
voneinander getrennt sind, wobei die Kapazität davon abhängig ist, welcher Anteil
der Kondensatorplatten in die Flüssigkeit eintaucht.
Die DE-OS 27 53 884 beschreibt einen kapazitiven Meßwandler mit zwei Kondensatoren,
von denen einer als Meßkondensator und der andere als Referenzkondensator
ausgebildet ist. Beide Kondensatoren sind an Konstantstromquellen angeschlossen
und können über einen Schalter periodisch entladen werden. Weichen die Kapazitäten,
beispielsweise infolge einer Veränderung des Dielektrikums zwischen den
Platten des Meßkondensators, voneinander ab, dann führt dies zu unterschiedlich
steilen Anstiegsflanken beim Laden der Kondensatoren, was von einem Differenz
verstärker erfaßt wird.
Bei einem anderen Meßprinzip wird einem Meßkondensator an einer seiner Platten
ein Wechselstromsignal zugeführt und ein Ausgangssignal von der anderen Platte
abgegriffen, welches nach Gleichrichtung einer Meßeinheit zugeführt wird. Eine derartige
Anordnung beschreibt die DE-OS 26 03 185, bei der ein HF-Generator aus
gangsseitig einen HF-Trafo aufweist. An beide Anschlüsse dieses HF-Trafos ist jeweils
ein RC-Glied angeschlossen, woei eines dieser RC-Glieder die Meßsonde und
einen Abstimmkondensator umfaßt. Dieses RC-Glied wird so abgeglichen, daß es
den gleichen Scheinwiderstand wie das andere RC-Glied aufweist. Dabei ist die
Spannung der Anschlüsse beider RC-Glieder am Ausgang des HF-Transformators
gleich. Ändert sich die Kapazität der Meßsonde, dann verändert sich der Schein
widerstand ihres RC-Glieds, was zu einer Veränderung der Spannungen an den
Anschlüssen der RC-Glieder am HF-Transformator gegenüber Masse in entgegen
gesetzter Richtung führt. Über zwei Gleichrichter werden diese Spannungen gleich
gerichtet und einem Differenzverstärker zugeführt. Hierbei ist der Gleichrichter nicht
Bestandteil der Meßsonde, welche nur aus einem Kondensator besteht. Der Gleich
richter ist räumlich entfernt vom Kondensator und taucht nicht in die Flüssigkeit ein.
Temperaturschwankungen im Bereich des Gleichrichters führen zu einer Meßwert
verfälschung, da Gleichrichterdioden typischerweise einen Temperaturkoeffizienten
von einigen mV/°C aufweisen.
In einer weiteren häufig verwendeten Ausführungsform eines Flüssigkeitsstandsmeßsystems
bilden die Dioden, welche zur Gleichrichtung des Ausgangssignals des Meßkon
densators verwendet werden, einen Teil der Meßsonde und sind in die Flüssigkeit
eingetaucht. Damit sind die Dioden auch den in der Flüssigkeit auftretenden Temperatur
änderungen unterworfen und verfälschen infolge ihres Temperaturkoeffizienten
von einigen mV/°C das Meßsignal. Es ist deshalb notwendig, diesen Temperaturdrift
zu kompensieren. Eine Temperaturkompensation kann erreicht werden duch Verwendung
eines Temperatursensors, der nahe den Dioden angeordnet ist und durch
Kenntnis des Temperaturkoeffizienten der Dioden.
Diese Art der Kompensation hat den Nachteil, daß zusätzliche Bauteile notwendig
sind, welche die Komplexität der Schaltung erhöhen und deren Zuverlässigkeit
vermindern.
Es besteht die Aufgabe, das Flüssigkeitsstandsmeßsystem der zuletzt genannten Art
so zu verbessern, daß zur Beseitigung des Temperaturdrifts zusätzliche Bauteile nicht
erforderlich sind und die Zuverlässigkeit des Systems erhöht wird.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen entnehmbar.
Ein Ausführungsbeispiel wird nachfolgend anhand der Zeichnungen
näher erläutert, welche ein Flüssigkeitsstandsmeßsystem
für ein Flugzeug wiedergeben. Es zeigen:
Fig. 1 den schaltungstechnischen Aufbau
des Systems und
Fig. 2 eine Darstellung der Arbeitsweise
eines Teils dieses Systems.
Das Flüssigkeitsstandsmeßsystem der Fig. 1 zum Messen der Füll
standshöhe eines Kraftstofftanks umfaßt einen kapazitiven
Sensor 1, eine Wechselstromquelle 2, die ein Wechselstromsignal
dem Sensor 1 zuführt und eine Meßeinheit 3, die ein Gleich
stromausgangssignal der Anzeigevorrichtung 4 zuführt in
Übereinstimmung mit Änderungen am Ausgang des Sensors 1.
Der Sensor 1 ist in einem Kraftstofftank 5 des Flugzeugs
angeordnet und umfaßt einen Kondensator 6, der im Tank so
angeordnet ist, daß er in den Kraftstoff 10 des Tanks eintaucht.
Der Kondensator 6 ist bekannten Aufbaus und besteht
aus zwei parallelen Platten oder zwei zueinander konzentrischen
Rohren, die durch einen Luftspalt voneinander
getrennt sind, der von Kraftstoff ausgefüllt wird in Abhängigkeit
der Füllstandshöhe im Tank 5. In Abhängigkeit
der Füllstandshöhe verändert sich der Kapazitätswert des
Kondensators, und diese Änderungen der Kapazität dienen zum
Messen der Füllstandshöhe.
Der Sensor 1 umfaßt zwei zueinander identische Dioden 7
und 8. Die Diode 7 ist mit ihrer Anode mit einer Platte
des Kondensators 6 verbunden, während die Kathode an Masse
liegt. Die andere Diode 8 ist mit ihrer Kathode mit der
gleichen Kondensatorplatte verbunden und liegt mit ihrer
Anode an der Leitung 11 an, die zur Meßeinheit 3 führt.
Die andere Platte des Kondensators 6 ist über die Leitung
9 mit der Stromquelle 2 verbunden.
Die Stromquelle 2 umfaßt eine Spannungsquelle 20 und einen
Konverter 21. Die Spannungsquelle 20 ist beispielsweise
entsprechend der GB OS 20 34 051 aufgebaut und erzeugt
eine Ausgangsspannung konstanter Frequenz. Die Spannungsquelle
20 umfaßt einen Sinusoszillator 22, dessen Ausgangsspannung
eine Spitzenamplitude von VP aufweist, die bestimmt
wird durch die Größe der über die Eingangsleitung
23 zugeführten Gleichstromspeisespannung VI. Der Ausgang
des Oszillators 22 ist verbunden mit dem Eingang eines
Diodenschaltkreises 24, welcher eine Gleichstromausgangs
spannung VDP erzeugt, welche proportional ist dem Produkt
der Spitzenspannung VP und der Frequenz f des Oszillators
22. Der Diodenschaltkreis 24 umfaßt einen Referenzkondensator
25 und zwei Dioden 26 und 27, die identisch sind mit
den Dioden 7 und 8 des Sensors 1. Die erste Diode 26 ist
mit ihrer Anode verbunden mit einer Seite des Kondensators
25 und liegt mit ihrer Kathode an Masse. Die zweite Diode
27 ist mit ihrer Kathode mit der gleichen Seite des Kondensators
25 verbunden und liegt mit der Anode am negativen
Eingang eines Strom-Spannungskonverters 28. Der Strom-
Spannungskonverter 28 weist einen Rückkopplungswiderstand
29 und parallel dazu einen Kondensator 30 auf, die zwischen
dem Ausgang und dem negativen Eingang geschaltet sind. Der
positive Eingang des Konverters liegt an Masse. Die Aus
gangsspannung VDP des Diodenschaltkreises 24 wird bestimmt
durch die Gleichung
VDP=2(VP-VD)fCRRR (I)
wobei CR die Kapazität des Bezugskondensators 25, RR den
Widerstand des Rückkopplungswiderstands 29 darstellt.
Die Ausgangsspannung VDP wird über die Leitung 31 einem
Eingang eines Spannungskomparators 32 zugeführt, an dessen
anderem Eingang eine Bezugsspannung VR anliegt. Der
Spannungskomparator 32 führt dem Oszillator die Eingangs
spannung VI zu und arbeitet so, daß seine beiden Eingangswerte,
d. h. VDP und VR konstant gehalten werden. Sinkt
der Wert von VDP unter den Wert VR ab, dann wird der Ausgang
VI entsprechend angehoben, wodurch die Spannung VP
am Ausgang des Oszillators 22 anwächst, was zu einem Anwachsen
des Werts von VDP führt, bis dieser Wert gleich
VR ist. Da VDP proportional f und dem Wert von (VP-VD) ist,
führen irgendwelche Änderungen der Werte von VP oder f zu
einer entsprechenden Änderung des Werts von VDP. Änderungen
der Werte VP oder f ergeben sich beispielsweise infolge
eines Temperaturdrifts des Oszillators 22. Änderungen
des Werts von VDP werden kompensiert durch Einstellen des
Werts von VP. Das Produkt aus Spannung und Frequenz (VP-VD)f
wird deshalb konstant gehalten. Die Spannungsquelle 20
kann auch dazu unterschiedlich gebaut sein.
Die Spannung VP wird dem Konverter 21 zugeführt, der einen
Transformator 210 umfaßt. Die Spannung VP liegt an der Primär
wicklung dieses Transformators 210 an und erzeugt über
den Sekundärwicklungen eine Spannung VS, die an der Leitung
9 anliegt. Der Konverter 21 umfaßt weiterhin einen Schalter
211, über den die Leitungen 9 mit einem Abgriff der Sekundärwicklung
verbindbar ist. Bei Verbindungen der Leitung
9 mit dem Mittenabgriff wird die an der Leitung 9 anliegende
Spannung um den Faktor X vermindert. Der Schalter
211 wird gesteuert durch Signale der Meßeinheit 3, welche
über die Leitung 310 zugeführt werden.
Die Meßeinheit 3 umfaßt einen Prozessor 300, dessen Arbeitsweise
schematisch in Fig. 2 dargestellt ist. Wenn der Schalter
211 in seiner Normallage ist, dann liegt die Leitung 9
an der vollen Sekundärwicklung an. Die Spannung beträgt dann
VS, welche am kapazitiven Sensor 1 anliegt und dort in der
Leitung 11 einen Ausgangsstrom I₁ erzeugt, der dem Prozessor
300 zugeführt wird.
Dieser Strom I₁ richtet sich nach der Gleichung
I₁=fC2(VS-VD) (II)
wobei VD der Spannungsabfall über der Diode 8 ist.
Wenn der Schalter 211 die Leitung mit dem Abgriff des Transformators
210 verbindet, dann beträgt die am Sensor 1 anliegende
Spannung VS/X. Demgemäß wird dem Prozessor 300 ein
Strom I₂ zugeführt, der sich nach folgender Gleichung rich
tet
Aus den Gleichungen II und III ergibt sich, daß
vorausgesetzt, daß die Speisespannung VS und der Faktor X
bekannt sind, dann kann der Spannungsabfall über die Diode
errechnet werden aus den beiden Stromwerten I₁ und I₂.
Gemäß Fig. 2 wird die Errechnung von VD ausgeführt vom
Block 301, dem die Augenblickswerte von I₁ längs der Leitung
11 und von I₂ vom Speicher 302 zugeführt werden. Der
Wert von VS wird dem Block 301 über die Leitung 9′ zugeführt.
Der Block 301 steuert auch den Schalter 211 durch
Signale über die Leitung 310.
Der Wert des Kondensators 6 ergibt sich aus der Gleichung
II unter Verwendung des Werts von VD wie folgt
Diese Ausrechnung wird gemäß Fig. 2 durchgeführt im Block
303. Aus dem Wert der Kapazität C kann die Höhe h der Flüssigkeit
im Tank 5 bestimmt werden bei Kenntnis, wie sich
diese Kapazität verändert über die Länge der Sonde des Sensors
hinweg. Diese Ausrechnung wird ausgeführt im Block 304.
Der Kondensator 6 kann der Form des Tanks 5 angepaßt sein,
d. h. seine Kapazität kann sich über seine Länge hinweg unproportional
verändern, indem die Fläche der Platten und/oder
ihr gegenseitiger Abstand sich verändert, so daß ein linearer
Bezug mit dem Volumen des Tanks hergestellt wird.
Alternativ dazu kann der Prozessor bei 305 ein Modell des
Tanks speichern, so daß das Volumen bei einer bestimmten
Füllstandshöhe errechnet werden kann. Der Prozessor 300
kann auch ein Ausgangssignal erzeugen, welches dem Gewicht
der Flüssigkeit im Tank entspricht, wenn das spezifische
Gewicht der Flüssigkeit bekannt ist.
Die Dichte bzw. das spezifische Gewicht D kann abgeleitet
werden aus der Näherungsgleichung
D∝(K-1)/(1+0.4K) (VI)
wobei K die Elektrizitätskonstante ist.
Die Temperatur T des Kraftstoffes wird erhalten durch den
Spannungsabfall VD über die Diode 8, da der Temperatur
koeffizient der Diode bekannt ist. Zu diesem Zweck wird
dem Block 306 vom Block 301 der Wert VD zugeführt, der
den Wert T ausgibt.
Die Frequenz, mit welcher die Bestimmung des Werts VD erforderlich
ist, hängt ab von der speziellen Anwendung des
Flüssigstandsmeßsystems. Ändert sich die Temperatur der
Flüssigkeit häufig, dann ist es erforderlich, den Wert von
VD öfters zu bestimmen. Ist das Meßsystem in ein Flugzeug
eingebaut, dann genügt es, wenn VD einmal pro Minute bestimmt
wird. Daher verbindet der Schalter 211 die Leitung
9 für die meiste Zeit mit der vollen Sekundärwicklung des
Transformators 210. Lediglich gelegentlich erfolgt ein Um
schalten auf dem Abgriff dieser Wicklung. Es ist hierbei
nicht wichtig, um welchen Faktor X die Spannung reduziert
wird. Es genügt vielmehr, den Wert des Faktors X genau zu
kennen. Die Sekundärwicklung kann beispielsweise in der
Mitte angezapft sein, wodurch die Spannung auf die Hälfte
vermindert wird, d. h. ×=2. Es ist nicht erforderlich, daß
der Konverter 21 einen Transformator umfaßt. Es genügt
beispielsweise eine Teilerschaltung bekannter Bauart.
Claims (7)
1. Flüssigkeitsstandsmeßsystem mit einem in die Flüssigkeit eintauchenden kapazitiven
Sensor, der einen Kondensator und mindestens einen in Serie zum
Kondensator geschalteten Gleichrichter umfaßt und einerseits mit einer Wechselstromquelle
und andererseits mit einer Meßeinheit verbunden ist, wobei die
Meßeinheit den von der Eintauchtiefe des Sensors in die Flüssigkeit abhängigen,
durch den Sensor fließenden Strom erfaßt, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wechseltromquelle (2) die dem Sensor (1) zugeführte Spannung zwischen
zwei Werten umschaltet, die Meßeinheit (3) den bei diesen Spannungswerten
jeweils durch den Sensor (1) fließenden Strom (I₁, I₂) erfaßt, hieraus die
Meßeinheit (3) den Spannungsabfall (VD) über den Gleichrichter (8) errechnet
und als Korrekturwert bei der Berechnung der Kapazität (C) des Kondensators
(6) berücksichtigt.
2. Flüssigkeitsstandsmeßsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Gleichrichter eine Diode (8) ist.
3. Flüssigkeitsstandsmeßsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wechselstromquelle (2) einen Transformator (210) umfaßt,
daß das dem Sensor (1) zugeführte Wechselstromsignal von der Sekundärwicklung
des Transformators (210) abgegriffen wird und die Wechselstromquelle
einen Schalter (211) aufweist, der den Sensor (1) zwischen zwei verschiedenen
Abgriffen der Sekundärwicklung schaltet.
4. Flüssigkeitsstandsmeßsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Spannung am einen Abgriff im wesentlichen gleich der Hälfte der Spannung
am anderen Abgriff ist.
5. Flüssigkeitsstandsmeßsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Umschalten der Wechselstromquelle (2) zwischen dem
ersten und zweiten Wert der Spannung von der Meßeinheit (3) gesteuert wird.
6. Flüssigkeitsstandsmeßsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wechselstromquelle (2) das Produkt ihrer Ausgangsspannung
(VP) und ihrer Frequenz (f) für jeden der beiden Werte des Wechselstromsignals
im wesentlichen konstant hält.
7. Flüssigkeitsstandsmeßsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßeinheit (3) einen Speicher (302) aufweist, der eine
Anzeige der Werte vom Ausgang des Sensors (1) speichert, wenn dem Sensor
(1) ein Eingangssignal eines der beiden Werte zugeführt wird.
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Owner name: SMITHS GROUP PLC, LONDON, GB |
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