DE3403144A1 - Anordnung zur veraenderung der zugkraft eines laufenden fadens - Google Patents
Anordnung zur veraenderung der zugkraft eines laufenden fadensInfo
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Description
P.-C. SROKA. UK H. FEDER, »ipi-chys. dh W.-D. FEDER
PATENTANWÄLTE & FUROPtAN PATENT ATTORNEYS
KLAUS O. WALTER
RECHTSANWALT
D-4000 DÜSSELDORF 1! rELEroN (0211) 5740 22
telex θ 584 550
30. Januar 1984 1-5244 -14/2
Palitex Project-Company GmbH
Weeserweg 6o
415o Krefeld 1
Anordnung zur Veränderung der Zugkraft eines laufenden Fadens
ί SS S SSi SSSS
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Veränderung der Zugkraft eines laufenden Fadens mit einer drehbar
auf einer Antriebswelle gelagerten, von dem überlaufenden Faden durch Haftung antreibbaren Fadenlaufrolle
und mit einer drehfest auf der Antriebswelle gelagerten Einrichtung zur Beeinflussung des Drehmomentes der vom
Faden mitgenommenen Fadenlaufrolle.
Bekannte Anordnungen, insbesondere im Hinblick auf eine Reduzierung der Zugkraft, arbeiten im wesentlichen in
der Form von sogenannten Voreilrollen, wie sie auch in
34G31U
der DE-AS 23 42 766 beschrieben sind. Den Voreilrollen liegt physikalisch die Seilreibungsformel (e/u ) zugrunde. Bei
derartigen Voreilrollen gibt es demnach zwei Einflußgrößen für den Spannungsabbau. Die eine ist der Reibwert zwischen
Faden und Oberfläche der Voreilrolle; die andere der ümschlingungswickel des Fadens um die Voreilrolle.
Andere, beispielsweise in den DE-PS'en 92o 981 und 926 8o5 beschriebene Anordnungen zur Veränderung der Zugkraft
eines laufenden Fadens sind entweder als Fadenbremsen oder als Streckvorrichtungen für Fäden konzipiert,
d.h. sie bewirken bevorzugt eine Zugkrafterhöhung. Die Beeinflussung des Drehmomentes der von dem überlaufenden
Faden durch Haftung angetriebenen Fadenlaufrolle wird in der Weise erreicht, daß gegen diese Fadenlaufrolle
eine mechanisch von außen her angetriebene Scheibe od.dgl. mechanisch mit unterschiedlichen Andrückkräften
gedrückt wird.
Als dritte Einflußgröße - jedoch mit geringerer Bedeutung kann die Umfangsgeschwindigkeit der Voreilrolle betrachtet
werden. Je höher die Umfangsgeschwindigkeit um so größer der Abbau der Fadenspannung.
Die Voreilrolle wird in einem festen Verhältnis zur Fadengeschwindigkeit durch eine Welle und ein dahinter
stehendes Getriebe angetrieben. Für den Fall des Spannungsabbaus ist die Umfangsgeschwindigkeit der
Voreilrolle immer höher als die Fadengeschwindigkeit, d.h. aber auch, daß die Voreilrolle mit ihrer Fadenkontaktfläche
an dem Faden reibt. Garntechnisch ist dies ein ungewünschter Effekt, weil die Gefahr
besteht, daß aus dem Faserverband des Fadens einzelne Kapillare durch die Reibung herausgelöst werden und
dadurch das produzierte Garn haariger sein kann.
34Θ3Κ4
Heute werden überwiegend Voreilrollen mit kugelig struktutierter Laufrillengestaltung angewendet. Die
direkte Kontaktfläche zum überlaufenden Faden ist entweder
hartverchromt oder aber plasmabeschichtet (Oxydwerkstoffe). Dem Rauhigkeitsgrad der direkten Fadenkontaktflächen
sind Grenzen gesetzt. Rauhe Oberflächen würden den Reibwert erhöhen und damit den Mitnahmeeffekt
(Spannungsabbau) der Voreilrolle. Dies wäre nach der Seilreibungsformel gewünscht, steht jedoch
im Gegensatz zur gewünschten textlien Technologie des Fadens (Haarigkeit).
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Laufrollenanordnung
zu schaffen, die eine definierte Fadenmitnähme
und einen einstellbaren Spannungsabbau (Zugkraftsabbau) besitzt, wobei weiterhin die Möglichkeit
gegeben sein soll, diesen Zugkraftsabbau in Abhängigkeit von den jeweils bearbeiteten Fadensorten fein einstellen,
zu können. Anders ausgedrückt besteht die Aufgabe darin,; eine derartige Laufrollenanordnung so zu gestalten, daß
ohne Schlupf des Fadens entlang der Fadenlaufrollenoberfläche
dennoch ein definierter Spannungsabbau (Zugkraftabbau) erreicht werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß die Drehmoment-Beeinflussungseinrichtung und die
Fadenlaufrolle gemäß dem Prinzip einer magnetischen, bevorzugt dauermagnetischen Kupplung miteinander gekuppelt sind.
Das Prinzip der dauermagnetischen Kupplung kann entweder nach Art einer Wirbelstrombremse bzw. -kupplung oder nach
Art einer Hysteresebremse bzw. -kupplung oder unter Anwendung sowohl des Wirbelstromsystems als auch des
Hysteresesystems verwirklicht werden.
34G3144
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher beschrieben· Es zeigen:
Fig. 1 die erfindungsgemäße Anordnung zur Veränderung der Zugkraft eines laufenden Fadens im Axialschnitt;
Fig. 2 eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen
Anordnung in Zuordnung zu einer Doppeldraht-Zwirnstelle, und
Fig. 3 und 4 in schematischer Darstellung Seitenansichten
der erfindungsgemäßen Anordnung mit zugeordneten Gegendruckelementen.
Die erfindungsgemäße Anordnung 1 umfaßt eine drehfest
auf einer angetriebenen Welle 2 befestigte Permanentmagnetscheibe 3, der unter Freilassung eines Luftspaltes,
d.h. mit Abstand eine Scheibe 4 gegenüberliegt, die gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung aus
einem elektrisch gut leitendem Material, beispielsweise Cu, Al oder vorzugsweise Ag oder gemäß einer zweiten
Ausführungsform aus Hysteresematerial besteht. Die in Fig. 1 dargestellte Einzelscheibe 4 kann
auch gemäß einer weiteren AusfUhrungsform der Erfindung
eine Scheibenkombination sein, bestehend aus einer ersten aus elektrisch gut leitendem Material bestehenden Scheibe
und einer zweiten Scheibe aus Hysteresematerial, wobei die
Reihenfolge Permanentmagnetscheibe - Luftspalt - Scheibe aus elektrisch gut leitendem Material - Scheibe aus Hysteresematerial
zu beachten ist. Die Scheibe 4 oder Scheibenkombination ist an einer auf der Welle 2 drehbar gelagerten
Fadenlaufrolle 5 befestigt, die in an sich bekannter Weise aus zwei nebeneinander angeordneten Ringen 6, 7
besteht, die auf ihren einander zugekehrten Seitenflächen mit Kugelbörpern 8, 9 derart besetzt sind, daß die
Kugelkörper versetzt zueinander liegen.
Fig. 2 zeigt die erfindungsgemäße Anordnung 1 in Zuordnung zu einer Doppeldraht-Zwirnstelle, und zwar
in einer einem bekannten Aufwickelaggregat 1o unmittelbar
vorgeschalteten Stellung. Bei einer derartigen Doppeldraht-Zwirnstelle wird der in üblicher Weise
von einer Vorlagespule 11 abgezogene Faden A nach Durchlaufen der Spindelhohlachse 12 nach oben in Form
eines die Vorlagespule 11 umlaufenden Fadenballons abgezogen, dessen Spitze durch den Fadenführer 13 begrenzt
ist. Der Faden kann anschließend in ebenfalls bekannter Weise Über eine Fadenumlenkrolle 14 laufen und
dann im Bereich des Spaltes zwischen den beiden Ringen 6 und 7, über die Kugelkörper 8, 9 geführt, die Fadenlaufrolle
5 tiberlaufen, bevor er mittels e.ines Changierfadenführers 15 auf einer von einer Friktionswalze
16 angetriebenen Aufwickelspule 17 aufgewickelt wird.
Bei den in den Fig. 3 und 4 dargestellten Ausführungsformen ist eine Fadenlaufrolle 18 mit jeweils zylindrischer
Mantelfläche vorgesehen, wobei bei beiden Ausführungsformen gegen die Fadenlaufrolle 18 ein von der Fadenlaufrolle
kraftschlüssig angetriebenes Gegendruckelement anliegt. Gemäß Fig. 3 hat dieses Gegendruckelement die
Form einer Gegendruckrolle 19 (Capstanrolle) während gemäß Fig. 4 das Gegendruckelement durch einen Über
Walzen 2o, 21 laufenden Endlosriemen 22 gebildet ist.
Der Permanentmagnet 3 ist im übrigen gemäß Fig. 1 in
ein vorzugsweise napfförmiges Halterungselement 23 aus vorzugsweise Weicheisen eingesetzt. Für den Fall, daß
die Scheibe 4 aus elektrisch gut leitendem Material besteht, kann sie an der der Permanentmagnetscheibe 3
abgewandten Seite einen Rückschluß aus mindestens einer nicht dargestellten Weicheisenscheibe haben.
34G3U4
Mit der dargestellten und beschriebenen erfindungsgemäßen Anordnung besteht die Möglichkeit einer definierten
Fadenmitnahme mit einstellbarem Spannungsabbau bzw. Zugkraftsabbau, ohne daß es bei entsprechend einregulierter
Relativdrehzahl zwischen der Welle 2 und der Fadenlaufrolle zu dem eingangs beschriebenen
unerwünschten Schlupf des Fadens relativ zur Fadenlaufrolle kommt.
Für den Fall, daß die Scheibe 4 aus elektrisch gutleitendem Material besteht, liegt im wesentlichen das
Prinzip einer Wirbelstromkupplung bzw. Wirbelstrombremse vor mit einem in Abhängigkeit von der Relativdrehzahl
zwischen angetriebener Welle 2 und vom Faden mitgenommener Laufrolle 5 bzw. 18 linear ansteigender
Drehmomentcharakteristik. Wenn die Scheibe 4 aus Hysteresematerial
besteht, liegt im wesentlichen der Fall einer Hysteresebremse bzw. -kupplung vor, derart, daß das
Dreh- oder Bremsmoment der Hysteresekombination unabhängig von der Relativdrehzahl ist.
Durch Benutzung einer Scheibenkombination sowohl aus elektrisch gut leitendem Material und Hysteresematerial
kann die Drehmomentcharakteristik in geeigneter Weise auf einen zwischen diesen beiden Extremfällen - Wirbelstromkupplung
oder Hysteresekupplung - liegenden Wert eingestellt werden.
In allen Fällen wird die Welle 2 mechanisch mit vorbestimrater Drehzahl angetrieben, und zwar mit
Voreilung gegenüber der Fadengeschwindigkeit des
ankönnenden Fadens. Bei zunehmender Relativgeschwindigkeit
der Permanentmagnetscheibe gegenüber der Fadenlaufrolle
und damit der Scheibe 4 wird im Falle einer 35
34031U
Wirbelstroinkupplung bzw. -bremse ein stärkerer Wirbelstrom
induziert, womit zwangsläufig das Drehmoment der Fadenlaufrolle 5 bzw. 18 erhöht wird. Die Fadenspannung-
bzw. Fadenzugkraft hinter der Fadenlaufrolle hat somit bei ansteigender Drehzahl der Welle 2
eine annähernd linear abnehmende Charakteristik.
Die Regulierung des Drehmomentes der Fadenlaufrolle kann in allen Fällen auch durch eine Spaltveränderung
zwischen Permanentmagnetscheibe und Stirnseite der Fadenlaufrolle erzielt werden. Ebenso ist es möglich,
in den Luftspalt Rosetten oder Blenden zu Abschirmzwecken einzufügen und dadurch das auf die bewegliche Fadenrolle
übertragene Drehmoment zu beeinflussen.
Eine andere Möglichkeit zur Drehmomentregulierung besteht darin, den Abstand zwischen der Permanentmagnetscheibe 3
und der an der Fadenlaufrolle befestigten Scheibe 4 bzw. Scheibenkombination zu verändern.
■Μ-
- Leerseite
Claims (12)
1. Anordnung zur Veränderung der Zugkraft (Faden-
spannung) eines laufenden Fadens mit einer drehbar auf einer Antriebswelle gelagerten, von dem überlaufenden
Faden durch Haftung antreibbaren Fadenlaufrolle und mit einer drehfest auf der Antriebswelle
gelagerten Einrichtung zur Beeinflussung des Drehmomentes der vom Faden mitgenommenen Fadenlaufrolle,
dadurch gekennzeichnet, daß die Drehmoment-Beeinflussungseinrichtung und die Fadenlaufrolle
(5, 18) gemäß dem Prinzip einer magnetischen Kupplung miteinander gekuppelt sind.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Drehmoment-Beeinflussungseinrichtung eine elektromagnetische
Kupplung umfaßt.
3. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehmoment-Beeinflussungseinrichtung eine
Pamanentmagnetscheibe (3) umfaßt.
4. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Permanentmagnetscheibe (3) unter Freilassung
eines Luftspaltes eine stirnseitig an der Fadenlaufrolle (5 bzw. 18) befestigte Scheibe (4) gegenüber
liegt, die aus elektrisch gut leitendem Material besteht.
30
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5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibe (4) an der der Permanentmagnetscheibe
(3) abgewandten Seite einen Rückschluß aus mindestens einer Weicheisenscheibe hat.
6. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
3 A G 31 4 A
_ 2 —
der Permanentmagnetschelbe (3) mit Abstand eine
stirnseitig an der Fadenlaufrolle (5 bzw. 18) befestigte Scheibe (4) gegenüber liegti die aus
Hysteresmaterial besteht.
5
5
7. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Permanentmagnetscheibe (3) mit Abstand eine an der Fadenlaufrolle (5 bzw. 18) befestigte
Scheibenkombination aus einer ersten aus elektrisch gut leitendem Material bestehenden Scheibe und einer
zweiten Scheibe aus Hysteresematerial in der Reihenfolge Permamentmagnetscheibe - Luftspalt - Scheibe
aus elektrisch gut leitendem Material - Scheibe aus Hysteresematerial gegenüber liegt.
8. Anordnung nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen der Permanentmagnetscheibe
(3) und der an der Fadenlaufrolle befestigten Scheibe (4) bzw. Scheibenkombination
veränderbar ist.
9. Anordnung nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß in den Luftspalt zwischen Permanentmagnetscheibe (3) und der an der Fadenlaufrolle
befestigten Scheibe (4) bzw. Scheibenkombination Blenden einfügbar sind.
10. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß gegen die von dem Faden überlaufene
Fläche der Fadenlaufrolle (18) ein von dieser Fadenlaufrolle kraftschlüssig angetriebenes Gegendruckelement
anliegt.
11. Anordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
34Θ3Η4
daß das Gegendruckelement eine Gegendruckrolle (19) ist.
12. Anordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gegendruckelement ein Endlosrleinen (22) 1st.
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