DE3415962C2 - - Google Patents
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- G01G—WEIGHING
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Initialisierung
einer Zählwaage nach dem Oberbegriff des Hauptanspruches
und auf eine Zählwaage zur Durchführung des
Verfahrens.
Ein Verfahren und eine Zählwaage dieser Art ist z. B. aus
der europäischen Patentanmeldung 0 91 274 A2 bekannt. Dabei
wird aus der vorgegebenen Stückzahl und der Standardabweichung
die Anzahl der stückgenau durch Wägung abzählbaren
Teile errechnet und ein Anzeigesymbol aktiviert,
falls die im zweiten Schritt aufgelegte Teilezahl größer
ist; ist die Teilezahl kleiner, als aus dem neuen Gesamtgewicht
und der neuen Teilezahl ein verbesserter
Mittelwert errechnet.
Nachteilig an dieser bekannten Ausführungsform ist, daß bei
der Initialisierung immer dieser zweite Schritt durchlaufen
wird, auch wenn z. B. nur eine geringe Zählgenauigkeit angestrebt
wird. Weiter besteht die Gefahr, daß bei kleinen
Gewichten der Teile im Verhältnis zur Auflösung der Waage
für alle Einzelgewichte der gleiche Wert erhalten wird, so
daß sich dann für die Standardabweichung der Wert Null errechnet,
obwohl die Teile in ihrem Gewicht schwanken.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, ein Verfahren und eine
Zählwaage der eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß
sich in Abhängigkeit von der Auflösung der Waage und der
Größe der Einzelgewichte des Zählgutes eine angepaßte Zählgenauigkeit
erzielen läßt.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß die
Zählwaage die sich aus der Auflösung der Waage, der vorgegebenen
Stückzahl und der Standardabweichung ergebende
Zählgenauigkeit errechnet, diese Zählgenauigkeit mit einer
vorgegebenen Zählgenauigkeit vergleicht und weitere Teile
nachfordert, falls die errechnete Zählgenauigkeit
schlechter ist als die vorgegebene Zählgenauigkeit bzw. daß
die Zählwaage zur Bedienerführung
außer der Ziffernanzeige ein weiteres Anzeigefeld
für alphanumerische Zeichen, auf dem dem Benutzer
der als nächstes durchzuführende Schritt signalisiert
wird, besitzt.
Es wird also die wirklich erreichbare Zählgenauigkeit mit
einer vorgegebenen, vom Bediener gewünschten Zählgenauigkeit
verglichen. Wird die gewünschte Zählgenauigkeit
erreicht, ist die Initialisierung abgeschlossen; nur wenn
die gewünschte Zählgenauigkeit nicht erreicht wird, wird
der zweite Schritt mit der Nachforderung von Teilen
durchlaufen. Weiter wird bei der Berechnung der Zählgenauigkeit
nicht nur die Standardabweichung der gemessenen
Einzelgewichte berücksichtigt, sondern auch die
Auflösung der Waage.
In einer zweckmäßigen Ausgestaltung wird dabei die Nachforderung
so unterteilt, daß die auf einmal nachgeforderte
Stückzahl so gering bleibt, daß der wahrscheinliche Zählfehler
für diese Stückzahl kleiner als 1 ist. Damit kann
die nachgeforderte Stückzahl ohne Abzählen auf die Waage
dosiert werden, ohne daß die Gefahr eines Zählfehlers
besteht.
Vorteilhafterweise ist das Programm dabei so aufgebaut,
daß der Bediener durch Betätigen einer Taste die weitere
Nachforderung von Teilen unterbinden kann und daß die
Zählwaage den bis dahin errechneten Mittelwert für die
Umrechnung von Gewicht in Stückzahl benutzt. Dazu weist
die Zählwaage zweckmäßigerweise eine gesonderte Taste auf.
Dadurch kann die sukzessive Verbesserung des Mittelwertes
für das Gewicht der zu zählenden Teile jederzeit abgebrochen
werden.
Das Aufgeben des ersten Teiles wird der Zählwaage zweckmäßigerweise
durch das Betätigen einer Taste - beispielsweise
der Tarataste - signalisiert, wobei selbstverständlich
der Wert erst nach Stillstand der Waage übernommen
wird.
Die Übernahme des Gewichtes der weiteren Teile kann dann
vorteilhafterweise automatisch erfolgen, indem die Zählwaage
nach der Übernahme des Gewichtes des ersten Teiles
das zu erwartende Gewicht von 2 Teilen errechnet, beim
nächsten Stillstand der Waage das festgestellte neue
Gewicht mit dem ausgerechneten Gewicht von 2 Teilen
vergleicht und bei Übereinstimmung innerhalb gewisser
Grenzen das neue Gewicht automatisch, d. h. ohne daß eine
Taste betätigt werden muß, übernimmt. Entsprechend kann
die Zählwaage bei den weiteren aufzugebenden Teilen
jeweils den zu erwartenden Gewichtswert errechnen, daß
beim nächsten Stillstand festgestellte Gewicht mit dem
errechneten Wert verglichen und bei Übereinstimmung
innerhalb dieser Grenzen das neue Gewicht automatisch
übernehmen.
Eine Bedienerführung ist aber auch durch die normale
Ziffernanzeige und einen zusätzlichen Schallgeber möglich,
weshalb die Zählwaage vorteilhafterweise einen Schallgeber
zur Abgabe eines akustischen Signals aufweist.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Figuren beschrieben.
Dabei zeigt:
Fig. 1 eine Außenansicht einer Zählwaage mit ihren
Anzeige- und Bedienungselementen und
Fig. 2 in Form eines Flußdiagramms die einzelnen Schritte
der Zählwaageninitialisierung.
Die in Fig. 1 schematisch dargestellte Zählwaage besteht
aus einem Gehäuse 1, einer Waagschale 2, einem Anzeigetableau
3 und Bedienungstasten 7, 8 und 9. Das Anzeigetableau
3 umfaßt eine Ziffernanzeige 6 und eine Anzeige
der Maßeinheit 5, beispielsweise also "g" beim Wiegen und
"ST" beim Zählen; weiter ist ein Anzeigefeld 4 vorhanden,
in dem beliebige alphanumerische Zeichen durch eine Matrixanzeige
dargestellt werden können. Die Bedienungstasten
umfassen eine Tarataste 7, eine Umschalttaste
Wiegen/Zählen 9 und eine Abbruchtaste 8. Außerdem weist
die Waage einen nicht sichtbaren Schallgeber auf. Wird
durch Betätigen der Taste 9 das Zählwaagenprogramm aufgerufen,
so wird dies im Anzeigetableau 3 durch Aufleuchten
der Maßeinheit "ST" und durch die Anzeige "ADD 1 ST" im
Anzeigefeld 4 dem Benutzer angezeigt und es laufen die in
Fig. 2 in Form eines Flußdiagramms angegebenen Schritte
ab:
- 1. Die Zählwaage wartet das Aufgeben des ersten Teiles ab und überprüft dazu dauernd den Stillstand der Waage. Ist Last aufgegeben, wurde der Waagenstillstand also mindestens einmal unterbrochen, so wartet die Zählwaage das Betätigen der Tarataste ab und übernimmt nach Waagenstillstand den Gewichtswert und speichert ihn als M1 ab.
- 2. Aus dem gespeicherten Gewichtswert M1 wird ein Schätzwert für zwei Teile errechnet, nämlich zweimal M1.
- 3. Der von der Waage gelieferte Meßwert wird anschließend dauernd auf Stillstand überwacht und bei Stillstand wird geprüft, ob der neue Wert innerhalb gewisser Grenzen mit dem Schätzwert für 2 Teile übereinstimmt. Im Flußdiagramm ist dieses "innerhalb gewisser Grenzen" beispielhaft mit 20% Prozent des Einzelgewichtes zuzüglich 2 Digit quantifiziert. Ist diese Bedingung erfüllt, so wird das Aufgeben des 2. Teiles durch ein kurzes akustisches Signal quittiert und
- 4. Der neue Gewichtswert M wird übernommen und daraus das wirkliche Gewicht M2 des zweiten Teiles ausgerechnet und abgespeichert. Aus den Werten von M1 und M2 kann dann wieder der Schätzwert für drei Teile errechnet werden, nämlich dreimal (M1 + M2)/2.
- 5. Der von der Waage gelieferte Meßwert wird anschließend wieder dauernd auf Stillstand überwacht und bei Stillstand wird geprüft, ob der Wert innerhalb gewisser Grenzen mit dem Schätzwert für 3 Teile übereinstimmt. Ist dies der Fall, so wird die Aufgabe des dritten Teiles wieder durch ein kurzes akustisches Signal quittiert und der Gewichtswert wird übernommen und daraus das wirkliche Gewicht M3 des dritten Teiles ausgerechnet und abgespeichert. Dann wird wieder der Schätzwert für 4 Teile errechnet.
- 6. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis die vorgegebene Stückzahl n - im Flußdiagramm nach Fig. 2 beispielsweise 10 Stück - erreicht ist.
- 7. Anschließend wird der Mittelwert und die Standardabweichung errechnet.
Hiermit kann die Initialisierung abgeschlossen sein und
der errechnete Mittelwert M wird für die folgenden Stückzählungen
zugrunde gelegt, falls die errechnete Standardabweichung
in Verbindung mit der Auflösung der Waage und
mit der vorgegebenen Stückzahl die ebenfalls vorgegebene
Genauigkeitsforderung zu erfüllen gestattet. Die Genauigkeitsanforderung
für die Zählung kann dabei beispielsweise
durch eine Menuetechnik, wie sie in der DE-OS 32 13 015
beschrieben ist, vorgegeben werden. Der Abschluß der Initialisierung
wird dem Benutzer beispielsweise durch
Erlöschen der Zusatzanzeige "ADD 1 ST" und durch die
Anzeige der auf der Waage liegenden Stückzahl - z. B.
10 Stück - signalisiert.
Ist die vorgegebene Genauigkeitsforderung nicht erfüllt,
so errechnet die Zählwaage, wieviel weitere Teile
aufgelegt werden müssen, um die Genauigkeitsforderung zu
erfüllen. Diese Nachforderung unterteilt die Zählwaage
gegebenenfalls in Teilnachforderungen solcher Größe, daß
für jede Teilnachforderung der Zählfehler unter 1 bleibt,
damit der Benutzer die Teilnachforderungen nicht abzählen
muß, sondern einfach eine beliebige Anzahl der Teile auf
die Zählwaage geben kann und die Zählwaage ihm anzeigt,
wieviel er schon aufgelegt hat.
Wie wichtig gerade die Kenntnis der Standardabweichung des
Gewichts der zu zählenden Teile ist, zeigt die Tatsache,
daß bei größerer Standardabweichung die insgesamt nachfordernde
Menge größer sein muß, während die Teilnachforderungen
kleiner sein müssen. Eine feste Vorgabe der
Zahlen würde also entweder zu unnütz großen Mengen oder zu
Zählfehlern führen. Die Zählwaage errechnet nach jeder
Teilnachforderung einen verbesserten Mittelwert und bei
der letzten Teilnachforderung den endgültigen Mittelwert,
der dann für die folgenden Stückzählungen zugrunde gelegt
wird.
Falls der Benutzer aus irgendeinem Grunde keine weiteren
Nachforderungen mehr akzeptieren will, hat er die Möglichkeit,
durch Betätigen einer getrennten Taste 8
(in Fig. 1) die Initialisierung abzubrechen. Die Zählwaage
benutzt dann den zuletzt errechneten Mittelwert für
die folgenden Stückzählungen.
Claims (9)
1. Verfahren zur Initialisierung einer Zählwaage, bei dem
zur Bestimmung des Stückgewichtes eine vorgegebene
Stückzahl der zu zählenden Teile einzeln auf die Waage
gegeben wird und nach jedem Aufgeben eines Teiles der
Stillstand der Waage abgewartet wird und bei dem die
Zählwaage aus den ermittelten Einzelgewichten der
aufgegebenen Teile den Mittelwert und die Standardabweichung
errechnet, dadurch gekennzeichnet, daß die
Zählwaage, die sich aus der Auflösung der Waage, der
vorgegebenen Stückzahl und der Standardabweichung ergebende
Zählgenauigkeit errechnet, diese Zählgenauigkeit
mit einer vorgegebenen Zählgenauigkeit vergleicht
und weitere Teile nachfordert, falls die errechnete
Zählgenauigkeit schlechter ist als die vorgegebene
Zählgenauigkeit.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zählwaage die Nachforderung so unterteilt, daß die
auf einmal nachgeforderte Stückzahl so gering bleibt,
daß der wahrscheinliche Zählfehler für diese Stückzahl
kleiner als 1 ist.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Bediener durch Betätigen einer
Taste die weitere Nachforderung von Teilen unterbinden
kann und daß die Zählwaage den bis dahin
errechneten Mittelwert für die Umrechnung von Gewicht in
Stückzahl benutzt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Aufgeben des ersten Teiles durch
das Betätigen einer Taste der Zählwaage signalisiert
wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Zählwaage nach der Übernahme des
Gewichtes des ersten Teiles das zu erwartende Gewicht
von 2 Teilen errechnet, beim nächsten Stillstand der
Waage das festgestellte neue Gewicht mit dem ausgerechneten
Gewicht von 2 Teilen vergleicht und bei
Übereinstimmung innerhalb gewisser Grenzen das neue
Gewicht automatisch, d. h. ohne daß eine Taste betätigt
werden muß, übernimmt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zählwaage bei den weiteren aufzugebenden Teilen jeweils
den zu erwartenden Gewichtswert errechnet, das
beim nächsten Stillstand festgestellte Gewicht mit dem
errechneten Wert vergleicht und bei Übereinstimmung
innerhalb gewisser Grenzen das neue Gewicht automatisch
übernimmt.
7. Zählwaage mit einer Einrichtung zur Initialisierung und
einer digitalen Anzeige und einer Tariertaste, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Bedienerführung außer der
Ziffernanzeige (6) ein weiteres Anzeigefeld (4) für
alphanumerische Zeichen vorgesehen ist, auf dem dem
Benutzer der als nächstes durchzuführende Schritt
signalisiert wird.
8. Zählwaage nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Waage einen Schallgeber zur Abgabe eines akustischen
Signals aufweist, der die automatische Übernahme des neu
ermittelten Einzelgewichts signalisiert.
9. Zählwaage zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch
3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zählwaage außer der
Tarataste (7) mindestens eine weitere Taste (8) aufweist,
mit der die Initialisierung abgebrochen werden
kann.
Priority Applications (6)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19843415962 DE3415962A1 (de) | 1984-04-28 | 1984-04-28 | Verfahren zur initialisierung einer zaehlwaage und zaehlwaage zur durchfuehrung des verfahrens |
| GB08510529A GB2158597B (en) | 1984-04-28 | 1985-04-25 | Counting by weighing |
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE19843415962 DE3415962A1 (de) | 1984-04-28 | 1984-04-28 | Verfahren zur initialisierung einer zaehlwaage und zaehlwaage zur durchfuehrung des verfahrens |
Publications (2)
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| DE3415962A1 DE3415962A1 (de) | 1985-10-31 |
| DE3415962C2 true DE3415962C2 (de) | 1991-01-24 |
Family
ID=6234641
Family Applications (1)
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Owner name: SARTORIUS AG, 3400 GOETTINGEN, DE |
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| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |