DE3423700C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein feuerhemmendes Schichten
element der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 genannten
Gattung.
Ein feuerhemmendes Schichtenelement solcher Gattung ist bereits
bekannt (DE-OS 30 42 788). Dabei wechseln Schaumbildnerschich
ten mit Stabilisierungsschichten ab, welche die Aufgabe haben,
die Bildung von Spalten und Rissen durch das Schichtenelement
hindurch zu verhindern, d. h. die Ausbreitung von Spalten zu
sperren. Diese "Sperrschichten" genannten Stabilisierungs
schichten sollen dem Aufschäumen bzw. Aufblähen der Schaum
bildnerschichten nicht entgegenwirken, da mit zunehmender Schicht
dicke, d. h. sich vergrößernden Hohlräumen, eine bessere thermi
sche Isolation erwartet wird.
Solche Sperrschichten sind u. a. mit Glasfasern gefüllt und
zur Begünstigung des Aufschäumens bzw. Aufblähens der benach
barten Schaumbildnerschichten mit aufblähbaren Silikaten, Gra
phit, hydratisierenden Metallsalzen, Zeolithen und/oder Kiesel
gur versehen.
Obwohl sich derartige feuerhemmende Schichtenelemente bereits
gut bewährt haben, weil sie längere Zeit, beispielsweise zwi
schen 30 und 60 Minuten lang, das Vordringen der Hitze verhin
dern, ergeben sich gelegentlich Schwierigkeiten, wenn starke
Luftbewegungen oder andere mechanische Kräfte die Schaumbild
nerschicht angreifen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, feuerhemmende
Schichtenelemente dieser Gattung dahingehend zu verbessern,
daß sie sich auch beim Angreifen von Kräften, insbesondere
mechanischer Art, durch eine wirkungsvolle feuerhemmende Wir
kung und bessere Standfähigkeit auszeichnen.
Die Erfindung ist im Anspruch 1 gekennzeichnet. In Unteransprü
chen sind Ausbildungen beansprucht und in der folgenden
Beschreibung sind weitere Verbesserungen aufgeführt.
Im Gegensatz zum Stand der Technik soll bei der Erfindung gar
nicht die volle Aufschäumbarkeit der Schaumbildnerschichten
ausgenutzt werden. Obwohl keine großen Hohlräume, sondern nur
verhältnismäßig kleine Poren (Mikrogefüge) in der Schaumbild
nerschicht bei Hitze entstehen, wird dennoch eine bessere ther
mische Isolation erzielt.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß Schaumbildner
schichten der bekannten Art sehr ungleichmäßig aufschäumen
können, wodurch teilweise auch sehr große Hohlräume entstehen.
Das entstandene Kohlenstoffgerüst ist oftmals so schwach, daß
es zerbröckelt und die wärmedämmende Wirkung dann ebenfalls
zum Teil verlorengeht. Aufgrund der Erfindung wird jedoch das
ungesteuerte Aufschäumen der Schaumbildnerschicht gewissermaßen
"gebremst", und zwar in einer derartigen Weise, daß keine so
großen Hohlräume, sondern feinere Schaumstrukturen mit geringe
rer Porengröße entstehen. Durch insbesondere beidseitige Ein
fassung der Schaumbildnerschicht durch solche das Aufblähen
hemmende Stabilisierungsschichten, wird ein "hartes Gerüst"
mit relativ kleinen Poren gebildet, welches auch bei Angreifen
starker Windstöße oder anderer Erschütterungen nicht so leicht
zerfällt.
Dabei empfiehlt es sich, die Stabilisierungsschicht mit mehr
als 30 Gew.-%, insb. mindestens 50 Gew.-% faserförmigen und/oder
plättchenförmigen Füllstoffen, wie Glimmer und/oder Plastori
ten, zu versehen, um eine "Hautbildung" in Zusammenwirkung mit
der Bildung eines Kohlenstoffgerüsts bzw. dem "Karbonisieren"
im Brandfall sicherzustellen. Das Karbonisieren wird begünstigt
durch Zugabe von Melaminen. Darüber hinaus können auch andere
Füllstoffe, wie Karbonate des Magnesiums und Kalziums oder
deren Hydroxide und Silikate Anwendung finden.
Besonders günstig haben sich sogenannte "Carbonfasern" erwiesen.
Diese weisen einen hohen C-Gehalt auf und entstehen z. B. beim
Carbonisieren von Polyacrylnitril noch vor dem Graphitisieren
(Römmp, ChemieLexikon, 1983, S. 2157). Auch Aramide sowie Fasern
aus Quarz, Stahl und Bor sind vorteilhaft. Sofern Glasfasern in
der Stabilisierungsschicht verwendet werden, sollten diese sehr
fein sein, vorzugsweise einen Durchmesser bzw. eine Dicke von 6-
15 µm und eine Länge von ca. 2-6 mm besitzen. Für besondere
Zwecke lassen sich auch sogenannte Mikroballons oder Glasflakes
einsetzen.
Der Vorteil ist, daß
bei hohen Temperaturen aufschäumbare Schaumbildnerschichten mit
mindestens einer Stabilisierungsschicht bzw. einer "Hemmschicht
beschwert" werden, welche bei solchen hohen Temperaturen, die
für das Aufschäumen der Schaumbildnerschicht verantwortlich sind,
im wesentlichen nicht aufschäumen, sondern das ungesteuerte
Aufschäumen der Schaumbildnerschicht hemmen und der Schichten
kombination bei hohen Temperaturen, insbesondere im Brandfall,
eine verhältnismäßig lange Zeit wirksame Starrheit bzw. Stabilität
einer gewünschten Dicke verleihen. Die verhältnismäßig stabile
und gleichzeitig starre Schaumstruktur ist dann feinporig ohne
große Hohlräume.
Während die Schaumbildnerschicht durchschnittlich 0,5-3 mm
Dicke besitzt, sollte jede Stabilisierungsschicht, die das
Aufschäumen der Schaumbildnerschicht vermindert, 1-2 mm dick
ausgebildet sein. Die Stabilisierungsschicht kann im Brandfalle
noch etwa 5-10 mm aufschäumen. Während die Schaumbildnerschicht
unbehindert bzw. im ungesteuerten Zustand 10-20 cm aufschäumen
würde, wird deren Aufschäumen durch die Steuerung der Stabili
sierungsschicht nur die Hälfte und weniger betragen, also um
mindestens 50% vermindert. Zum Aufschäumen empfehlen sich Chlor-
Phosphorester mit mindestens 12% Phosphor und 34% Chlor; die
Chlorkomponente kann mindestens teilweise durch Brom ersetzt
werden.
Ausführungsbeispiele sind anhand der Zeichnung noch näher er
läutert. Dabei zeigen die Fig. 1 und 2 schematische Teil
schnitte aus Schichtenelementen.
Gemäß Fig. 1 sind auf die zu schützende Unterlage 1, auf der
eine Haftungsvermittlerschicht 4 und im Falle von Stahl als
Korrosionsschutz Polyvinylbutyral aufgebracht sein kann, zuerst
die erste Stabilisierungsschicht 2 a und darauf die erste Schaum
bildnerschicht 3 aufgebracht, welche von der zweiten Stabili
sierungsschicht 2 b abgedeckt wird. Auch die Haftungsvermittler
schicht 4 wird durch die erste Stabilisierungsschicht 2 a am
Schäumen gehindert. Diese beiden Schichten 4 und 2 a sollten
gleichzeitig Schutzschichten sein für den Fall, daß durch äußere
Einwirkung, wie im Brandfalle, fallende Gegenstände oder durch
Spritzwasser, die Schaumbildnerschicht 3 verletzt werden sollte.
Die mechanische Güte der Schicht läßt dann immer noch zu, daß
ein Teil der Haftungsvermittlerschicht 4 noch weiter aufschäumt,
auch wenn die Schichten 2 b und 3 fehlen sollten. Damit ist der
Brandschutz für eine weitere Zeit gewährleistet.
Gemäß Fig. 2 wird das Schichtenlaminat noch verbessert: Über
all dort, wo schon bei niederen Temperaturen ein schnelles
Aufschäumen stattfinden und der erste Schutz für die Unter
lage 1 - hier mit einem Blech 5 überzogenes Holz - gegeben
sein soll, werden eine zweite Schaumbildnerschicht 3 b und eine
dritte Stabilisierungsschicht 2 c aufgebracht, während die an
deren Schichten 2 a, 3 a und 2 b die gleichen Funktionen wie schon
oben geschildert haben. Die zweite Schaumbildnerschicht 3 b
und die dritte Stabilisierungsschicht 2 a sind jedoch dünner
ausgebildet, um das erste Aufschäumen zu forcieren. Gleichzei
tig verhindern sie, daß die dickere, erste, d. h. die Haupt-
Schaumbildnerschicht 3 a zu stark und schnell beansprucht wird;
dies fördert zusammen mit den Stabilisierungsschichten ein
gleichmäßigeres Bilden der feinen Luft- oder Gasporen.
In dieser Anordnung ergibt sich ein weiterer Vorteil, weil
die zweite Stabilisierungsschicht 2 b eine Doppelfunktion über
nimmt, und zwar eine das Aufschäumen steuernde, und zwar erheb
lich begrenzende bzw. hemmende Wirkung auf beide benachbarte
Schaumbildnerschichten 3 a, 3 b. Eine entsprechende Doppelfunk
tion übt auch die erste Stabilisierungsschicht 2 a aus. Die
Stabilisierungsschichten 2 a, 2 b, 2 c sind mit faser- bzw. blätt
chenförmigen Füllstoffen 6 versehen.
Das Ergebnis im Brandfalle sind immer glasartig starre bzw.
harte Schichten, die gegen äußere mechanische Einwirkungen
recht stabil sind. Alle äußeren Stabilisierungsschichten 2 b
bzw. 2 c können noch durch eine Schutzschicht abgeschlossen
werden, welche wasserabweisend und auch gegen Umweltbelastungen
schützend wirken sollte. Als geeignet erwiesen sich Polyure
than jeglicher Art, in der Hauptsache Polyester aus Apidin
säure, Phthalsäure, Triol und Diol 80% in Äthylglykolacetat
zusammen mit aromatischen Diisocyanatgemischen.
Im folgenden werden nun Beispiele für Zusammensetzungen der
einzelnen Schichte beschrieben; dabei ist festzustellen, daß
das Verfahren des Schichtenauftragens mit allen Brandschutz
systemen verschiedener Basisprodukte durchgeführt werden kann.
Auch die Art der Basisprodukte kann von Schicht zu Schicht
verschieden sein, so daß eine Stabilisierungsschicht zusätzlich
auch dieFunktion einer Haftvermittlerschicht ausüben könnte.
- a) 100 Gewichtsteile Epoxydharzemulsion unter Verwendung eines hydrophilen Epoxydharzes;
- b) 10 Gewichtsteile nicht plastifiziertes vollveräthertes Melaminharz;
- c) 15 Gewichtsteile Chlor-Phosphorester als Antiblaze;
- d) 4,5 Gewichtsteile Glimmer;
- e) 4,5 Gewichtsteile Titan RD 2;
- f) 20 Gewichtsteile geschnittene Glasfasern (Länge zwischen 0,5 und 10 mm)
Zuerst werden die flüssigen Produkte gemischt und dann die
festen Bestandteile hinzugefügt; dabei werden die Glas
fasern mittels Dissolver langsam zugegeben.
Zu je 1 kg dieser Mischung werden anschließend mit Dissol
ver noch 200 gr Glimmer und 30 gr Aerosil sowie 100 gr
Äthanol oder ein anderes Lösungsmittel hinzugefügt.
- a) 40 Gewichtsteile Adduktorenhärter;
- b) 30 Gewichtsteile Härter;
- c) 10 Gewichtsteile geschnittene Glasfasern wie oben genannt
Auf 1 kg der Komponente B kommen noch 30 gr Aerosil, 200
bzw. 250 gr Glimmer und 100 gr Äthanol.
Die Mischung wird bei langsamem Zugeben der geschnittenen
Glasfasern über den Dissolver oder Dreiwalzenstuhl mindestens
1 Std. verarbeitet.
Das Mischungsverhältnis der Komponente A zur Komponente B
beträgt etwa 2 : 1 Gewichtsteile.
Die das Aufschäumen steuernde Wirkung der Stabilisierungs
schicht kann in verschiedener Weise variiert werden.
- a) Dies geschieht z. B. durch Veränderung des Basismaterials der Komponente A, indem der Gewichtsmengenanteil von a) zwi schen 70 und 30 Gewichtsteilen eingestellt wird. Bei 30 Gewichtsteilen von a) sollte der "Verfestigungsfüllstoff" Glimmer oder Plastorit um das Doppelte erhöht werden.
- Im Brandfalle entsteht dann aus den einzelnen Komponenten eine fest zusammenhängende Schicht aus Kohlenstoff, Glas, Glimmer und Aerosil, die bei 900°C Brandtemperatur ange schmolzen werden und damit die Schaumbildnerschicht in ihrem Aufschäumen, d. h. der Schichtdicke, begrenzen.
- b) Die gleiche Wirkung läßt sich durch die Dicke der Stabili sierungsschicht erreichen.
- Für jeden Anwendungsfall wird die entsprechende Wahl zwi schen Zusammensetzung und Dicke der Stabilisierungsschicht getroffen werden.
- a) 45 Gewichtsteile Epoxidharzgemisch mit Novolack;
- b) 2 Gewichtsteile Melaminharz wie 1 Komp. A b);
- c) 2 Gewichtsteile Stabilisatoren,
- d) 2 Gewichtsteile Wasser;
- e) 18 Gewichtsteile Pentaerythrit;
- f) 18 Gewichtsteile Phoscheck;
- g) 11 Gewichtsteile Chlorphosphorester als Antiblaze;
- h) 2 Gewichtsteile Titan RD 2;
- i) 2 Gewichtsteile Glimmer.
Auf 1 kg dieser Mischung kommen zusätzlich 10 Gewichtsteile
Aerosil und noch 50 Gewichtsteile Glimmer und hierzu als Ver
dünner eine Mischung aus 60 Gewichtsteilen Methylenchlorid
und 40 Gewichtsteilen Toluol verwendet.
- a) 16 Gewichtsteile Härter aus einem Aminaddukt und Poly amidoamin;
- b) 2 Gewichtsteile Wasser;
- c) 3,2 Gewichtsteile Dicyandiamit;
- d) 0,4 Gewichtsteile Aerosil.
Die Komponenten A und B werden im Verhältnis 4 : 1 gemischt.
Im Falle des Spritzens braucht nur eine geringe Menge des
Lösungsmittelgemisches verwendet werden, während zum Strei
chen die angegebene Menge einzusetzen ist.
Für Zwecke der guten Haftung am Untergrund 1 und großer
Festigkeit zur Aufnahme der Beanspruchung durch die oberen
Schaumbildnerschichten soll diese Haftungsvermittlerschicht
4 in zwei Arbeitsgängen aufgebracht werden. Hierbei ist
zwischen dem ersten und zweiten eine Pause von mindestens
24 Std. einzulegen.
- a) 44 Gewichtsteile Epoxid-Novolackgemisch mit Verdünner;
- b) 4 Gewichtsteile eines Lösungsmittelgemisches aus lösli chen Melamin- und Benzoguanaminharzen;
- c) 6 Gewichtsteile Melaminharz;
- d) 20 Gewichtsteile aktiviertes Ammoniumpolyphosphat;
- e) 15 Gewichtsteile Pentaerythrit;
- f) 4,5 Gewichtsteile Glimmer;
- g) 4,5 Gewichtsteile Titan RD 2;
- h) 12 Gewichtsteile Chlorphosphorester als Antiblaze;
- i) 20 Gewichtsteile geschnittene Glasfasern wie oben genannt.
Auf 1 kg der Komponente A kommen noch 35 Gewichtsteile
Aerosil R 805 und dazu 700 Gewichtsteile Äthanol. Der An
teil des Äthanols läßt sich je nach Außentemperaturen er
höhen oder vermindern, je nachdem, ob gestrichen oder ge
spritzt werden soll.
- a) 85 Gewichtsteile Polyamidoamid;
- b) 10 Gewichtsteile Aminaddukt;
- c) 5 Gewichtsteile Amin;
Auf 100 Teile dieser Mischung kommen noch zusätzlich 30 gr
Glimmer und 25 Gewichtsteile eines weiteren Aminadduktes.
Diese Mischung wird langsam in die übrigen Bestandteile
mit Dissolver eingerührt, vorteilhaft mit noch 10 gr des
Aerosil R 805 oder entsprechende Gewichtsteile eines Asbest
fasergemisches mit Faserlängen zwischen 1 und 5 mm oder
eines Bentones bzw. Bentonites. Das bei Hitze aufschäumende
Material wird im Mischungsverhältnis zwischen Komponente A
und Komponente B von 4 : 1 gemischt.
Bei der Applikation ist es empfehlenswert, die einzelnen
Schichten schnell übereinander aufzubringen. Besonders
die Epoxidharze mit den vorgegebenen Härtern haben eine
längere Topfzeit, die z. B. beim Streichen erwünscht ist.
Darüber hinaus ist es aber auch gelungen, durch Hochdruck
maschinen und Spezialspritzpistolen mit getrennter Zuführung
von Druckluft eine hervorragende Verteilung der aufschäum
baren Mischungen zu finden. Gerade an Objekten, deren lau
fender Betrieb nicht unterbrochen werden soll, muß das
schnelle Arbeiten gewährleistet sein.
Für Epoxidharze mit Aminen gab es bisher keine geeigneten
Beschleuniger. Wider Erwarten ist es gelungen, einen sol
chen Beschleuniger für das vorliegende System, welches
mit Aminen bzw. Polyamiden der Amido-Aminen arbeitet,
zu finden. Es handelt sich hierbei um ein Polymercaptan
harz, welches zusammen mit den Härten angewendet wird.
Die Mercaptanzahl soll im Minimum 3,3 betragen und die
Konsistenz bei ca. 15 000 m Pasc. (bei 20°C) liegen.
Das Harz ist eine wasserklare, farblose Flüssigkeit. Die
Polymercaptane reagieren sehr schnell mit den Epoxidharzen.
Die Reaktionen verlaufen sowohl in dünnen als auch in dicken
Schichten und starten auch bei niedrigen Temperaturen.
Ein Zusatz von 25-35 Gew.-% ist ohne Störung des Verhal
tens möglich, in Sonderfällen können auch bis zu 75 Gew.-%,
bezogen auf die Gesamtmenge, verwendet werden.
Das angegebene Verfahren eröffnet ein weites Anwendungsge
biet, weil alle schwierigen Probleme eines aufschäumenden
Materials gelöst sind und für jeden Anwendungsfall die
geeignete Schaumstruktur und Schaumhöhe (Schichtdicke nach
dem Aufschäumen) steuerbar ist. Ein Abweichen von der Ein
stellung ist praktisch unmöglich. Die Einhaltung eines
einmal eingestellten Feuerwiderstandes kann von Anfang
garantiert werden. Das Verfahren erreicht auch, daß mit
der Formulation bisher festgestellte Unsicherheiten bei
der Durchschreitung des thermoplastischen Zustandes eines
Harzes verschwinden, weil die Art der Kombination von bei
Hitze im wesentlichen nicht oder kaum aufschäumendem Mate
rial mit einem bei Hitze stärker schäumbaren ein schnelles
Durchschreiten dieses Zustandes ergibt. Damit wird ein
Abrutschen der Schaumschichtkombination von der Unterlage
oder von anderen Schichten verhindert und ein hoher Feuer
widerstand erreicht, der sogar einen so hohen von bis zu
120 min mit Gegenheizung erreichen kann.
Anwendungsgebiete sind z. B. Stahlbauelemente und sonstige
Metallelemente, aber auch alle Holzbauteile. Sowohl innen
als auch außen sind die Möglichkeiten einer guten Feuer
hemmung offensichtlich, wie bei Erdölbetrieben oder Off-
Shore-Anlagen. Wichtig ist auch die Vielfalt der Austausch
barkeit einiger Bestandteile, wie Glas, durch z. B. andere
Fasern. Ein weiteres Anwendungsgebiet liegt auf dem militärischen
Sektor.
Claims (9)
1. Feuerhemmendes Schichtenelement mit mindestens einer bei
hohen Temperaturen aufschäumbaren Schaumbildnerschicht und
mindestens einer weiteren zu dieser benachbarten Stabilisie
rungsschicht, die bei hohen Temperaturen eine verhältnismäßig
stabile Struktur erhält,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stabilisierungsschicht (2) das Aufschäumen der Schaum
bildnerschicht (3) derart steuert, daß nach dem Aufschäumen
der Schaumbildnerschicht (3) diese eine verhältnismäßig stabi
le und starre Schaumstruktur mit geringer Porengröße aufweist.
2. Schichtenelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stabilisierungsschicht (2) Carbonfasern (mit Ausnahme
von Graphitfasern) als Füllstoff aufweist.
3. Schichtenelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stabilisierungsschicht (2) Quarzfasern, Stahlfasern
und/oder Borfasern aufweist.
4. Schichtenelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stabilisierungsschicht (2) blättchen- und/oder faser
förmige Füllstoffe aus aromatischen Polyamiden aus aromatischen
Diaminen und Arylendicarbonsäuren aufweist.
5. Schichtenelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stabilisierungsschicht (2) das Aufschäumen der Schaum
bildnerschicht (3) nur bis auf die Hälfte der unbehinderten
Aufschäumung begrenzt.
6. Schichtenelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stabilisierungsschicht (2) das etwa Zwei- bis Drei
fache der Schichtdicke der zugehörigen Schaumbildnerschicht (3)
vor dem Aufschäumen aufweist.
7. Schichtenelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schichtdicken der der zu schützenden Unterlage (1)
zugewandten Schaumbildnerschicht (3 a) bzw. Stabilisierungs
schicht (2 a, 2 b) größer sind als die der der zu schützenden
Unterlage (1) abgewandten Schaumbildnerschicht (3 b) bzw.
Stabilisierungsschicht (2 a, 2 b).
8. Schichtenelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schaumbildnerschicht (3) und/oder Stabilisierungs
schicht (2) hydrophiles Epoxidharz bzw. wasserhaltige Epoxid
harzemulsionen aufweist.
9. Schichtenelement nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schaumbildnerschicht (3) und/oder die Stabilisierungs
schicht (2) Polymercaptanharz in einem Anteil zwischen 25 und
75 Gew.-% aufweist.
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