DE3530335C2 - Hochfrequenz-Chirurgiegerät - Google Patents

Hochfrequenz-Chirurgiegerät

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DE3530335C2 DE19853530335 DE3530335A DE3530335C2 DE 3530335 C2 DE3530335 C2 DE 3530335C2 DE 19853530335 DE19853530335 DE 19853530335 DE 3530335 A DE3530335 A DE 3530335A DE 3530335 C2 DE3530335 C2 DE 3530335C2
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Description

Die Erfindung betrifft ein Hochfrequenz-Chirurgiegerät zum Schneiden und/oder Koagulieren biologischer Gewebe bei endoskopischen Operationen.
Die operative Endoskopie gehört heute zu den allgemein anerkannten und praktischen therapeutischen Methoden der inneren Medizin; ins­ besondere der Gastroenterologie und Urologie und erfährt zur Zeit eine rasche Entwicklung auch in anderen medizinischen Fachgebieten der Human- und Veterinärmedizin, wie beispielsweise in der Gynäkolo­ gie und Orthopädie. Die rasche Verbreitung der operativen Endoskopie, dank ihrer bedeutenden Vorteile gegenüber der klassischen Chirurgie bei der Behandlung innerer Erkrankungen resultiert nicht zuletzt aus den technischen Hilfsmitteln, welche dem Operateur heute zur Ver­ fügung stehen. Hierzu gehören auch die Einrichtungen zum Schneiden und Koagulieren biologischer Gewebe sowie zum Blutstillen mittels hochfrequentem elektrischem Wechselstrom, die Hochfrequenz-Chirurgie­ geräte.
Ein methodisches Problem der operativen Endoskopie besteht darin, daß der Operateur keine direkte Sicht auf das Operationsfeld hat, sondern das Operationsfeld nur indirekt über optische oder optoelektronische Bildübertragungssysteme betrachten kann. Hierbei muß der Operateur alle aus den Bildübertragungssystemen resultierenden Qualitätsver­ luste des Bildes im Vergleich zur direkten Sicht in Kauf nehmen, wie beispielsweise eingeschränkte Blickwinkel und Schärfentiefen, Kontrastverzerrungen, verringerte Auflösung und Bildstörungen. Außerdem weicht bei der indirekten Sicht die Blickrichtung mehr oder weniger stark von der direkten Blickrichtung ab, so daß die räumliche Koordination zwischen beabsichtigter und beobachteter Bewegungsrich­ tung der Objekte mehr oder weniger stark differiert, was viel Übung und Erfahrung voraussetzt.
Ein weiteres Problem der operativen Endoskopie besteht zusätzlich darin, daß der Operateur oder seine Assistenten die Operationsin­ strumente oft nicht direkt sondern indirekt über mechanische Fern­ steuerungen oder Manipulatoren führen müssen, wobei mechanische Transformationen der Kräfte und Bewegungsgeschwindigkeiten sowie der Bewegungsrichtungen aber auch Elastizitäten, Reibungen, Schlupf- und Nichtlinearitäten in den Transformationen in Kauf genommen werden müssen.
Die oben aufgeführten Probleme der operativen Endoskopie sind bei­ spielsweise bei der endoskopischen Polypektomie und der endoskopi­ schen Papillotomie vorhanden.
Ziel der endoskopischen Polypektomie ist es, polypenartige Gewebe­ wucherungen, beispielsweise gestielte umschriebene Schleimhautneo­ plasien innerhalb des Dickdarmes, mittels hochfrequenten elektrischen Stromes abzutrennen, wofür als aktive Elektrode eine geeignete flexible Drahtschlinge, die sogenannte Polypektomieschlinge, ver­ wendet wird.
Ziel der endoskopischen Papillotomie ist es, Stenosen der Papilla duodeni durch einen Einschnitt in den Sphincter oddi und den Sphincter choledochi proprius mittels hochfrequenten elektrischen Stromes, wofür als aktive Elektrode eine geeignete flexible Draht­ schlinge, das sogenannte Papillotom, verwendet wird, so zu erweitern, daß Abflußbehinderungen der Galle beseitigt sind.
Sowohl beim Abtrennen von Polypen als auch beim Einschneiden der Sphincter muß die Schnittführung möglichst kontrolliert erfolgen. Bei unkontrollierter Schnittführung, insbesondere bei zu schneller Schnittführung, besteht die Gefahr, daß durch den Schnitt unver­ meidlich perforierte oder durchschnittene Blutgefäße mehr oder weniger stark bluten, wodurch das Operationsfeld unübersichtlich und eine erforderliche Blutstillung nur äußerst schwierig durchführbar wird. Eine zu schnelle, unkontrollierte Schnittführung kann während der endoskopischen Papillotomie auch zu einer Perforation der gemeinsamen Wand des Choledochus und Duodenumus, der sogenannten retroperitonealen Dehiszenz, führen.
Aus der Deutschen Offenlegungsschrift DE 29 46 728 A1 ist ein Hoch­ frequenz-Chirurgiegerät bekannt, welches auf die oben aufgeführten Probleme der operativen Endkoskopie, insbesondere der endoskopischen Polypektomie und der endoskopischen Papillotomie Rücksicht nimmt. Dieses bekannte Hochfrequenz-Chirurgiegerät ist dadurch gekennzeich­ net, daß eine Einrichtung zur Erzeugung des hochfrequenten Schneide­ stromes und/oder Koagulationsstromes in zeitlich vorherbestimmten Intervallen vorgesehen ist, an der sowohl die Dauer der Intervalle als auch die Pausen zwischen aufeinanderfolgenden Intervallen ein­ stellbar sind und daß die Intervalle einzeln oder in Serien ein­ schaltbar sind. Hierdurch soll erreicht werden, daß der Schnitt zeitlich und damit indirekt auch in der Schnittweite durch das Inter­ vall begrenzt wird.
Die Schnittweite ist jedoch nicht nur von der Dauer der Intervalle sondern auch von der jeweils an der aktiven Elektrode wirksamen Leistung des hochfrequenten elektrischen Stromes abhängig. Ist die am Hochfrequenz-Chirurgiegerät eingestellte Leistung zu gering, so schneidet die aktive Elektrode gar nicht. Ist die am Hochfrequenz- Chirurgiegerät eingestellte Leistung zu hoch, so schneidet die aktive Elektrode eventuell bereits während eines Intervalles weiter durch das Gewebe als beabsichtigt. Da die für jedes Intervall erforderliche Leistung infolge der sich während des Schneidevorganges ändernden Randbedingungen, beispielsweise infolge Verkleinerung der jeweils verbleibenden effektiven Länge der aktiven Elektrode, welche während der endoskopischen Polypektomie ändert, besteht meistens eine mehr oder weniger große Diskrepanz zwischen der optimal für den jeweiligen Schnitt erforderlichen und der vom Hochfrequenz-Chirurgiegerät zur Verfügung gestellten Leistung.
Da die effektive Länge der aktiven Elektrode am Beginn einer Polypektomie am größten ist, muß bei Anwendung konventioneller Hochfrequenz-Chirurgiegeräte, aber auch bei den bekannten Hoch­ frequenz-Chirurgiegeräten entsprechend der DE 29 46 728 A1, die Anfangsleistung ausreichend hoch eingestellt werden, damit der für den Schneidevorgang erforderliche elektrische Lichtbogen zwischen aktiver Elektrode und Gewebe zündet.
Da während des folgenden Schneidevorganges die effektive Länge der aktiven Elektrode kürzer wird, erfolgt der Schnitt lawinenartig, d. h. die Schnittgeschwindigkeit nimmt mit dem Schnittvorgang schnell zu.
Aus der Deutschen Offenlegungsschrift DE 34 20 340 A1 ist ein Hoch­ frequenz-Chirurgiegerät bekannt, welches unmittelbar nach dem Ein­ schalten des Schneidestromes während einer kurzen Zeitdauer einen hohen Leistungsimpuls erzeugt, welcher den Lichtbogen für den nachfolgenden Schneidevorgang zünden soll. Die Leistung für den nachfolgenden Schneidevorgang muß bei diesem Gerät jedoch wie bei bekannten Hochfrequenz-Chirurgiegeräten individuell voreingestellt werden, wobei das oben beschriebene Problem, daß die Polypektomie­ schlinge nach dem Start des Schneidevorganges lawinenartig durch den Polypen schneidet, auch bei diesem Gerät nicht gelöst ist. Außerdem muß bei diesem Gerät die Intensität und Dauer des hohen Leistungs­ impulses ebenfalls individuell vor jeder Operation eingestellt werden, wobei der Operateur sich ganz auf seine Erfahrung verlassen muß. Wird der Leistungsimpuls zu hoch voreingestellt, z. B. infolge Fehlbedienung, so kann ein dünnerer Polyp schlagartig mit dem zu hoch eingestellten Leistungsimpuls abgetrennt werden.
Aus der Deutschen Patentschrift DP 25 04 280 ist eine Vorrichtung zum Schneiden und/oder Koagulieren menschlichen Gewebes mit Hochfrequenz­ strom bekannt, welche mit einer Einrichtung, dort Anzeigeeinrichtung genannt, ausgestattet ist, welche das Ausmaß des elektrischen Licht­ bogens zwischen der Schneideelektrode, dort Sonde genannt, und dem Gewebe überwacht und hieraus ein elektrisches Signal ableitet, welches einer Regeleinrichtung zugeführt wird. Diese Regeleinrichtung regelt die Hochfrequenzleistung des Hochfrequenzgenerators so, daß das Ausmaß des elektrischen Lichtbogens zwischen der Schneideelek­ trode und dem Gewebe konstant bleibt. Dieses Hochfrequenz-Chirurgie­ gerät hat gegenüber den oben genannten, bekannten Hochfrequenz- Chirurgiegeräten den Vorteil, daß die von diesem Hochfrequenz- Chirurgiegerät gelieferte Hochfrequenzleistung proportional mit der effektiven Kontaktfläche der Schneideelektrode, hier beispielsweise proportional der effektiven Länge der Polypektomieschlinge, abnimmt und die Polypektomieschlinge nicht lawinenartig durch den Polypen schneidet.
Der Vorteil des Hochfrequenz-Chirurgiegerätes nach dem Deutschen Patent DP 25 04 280, daß die von diesem Gerät gelieferte Hochfre­ quenzleistung automatisch so geregelt wird, daß sie jeweils der für den Schnitt erforderlichen Hochfrequenzleistung entspricht, hat bei verschiedenen endoskopischen Operationen, wie der endoskopischen Polypektomie und der endoskopischen Papillotomie, den Nachteil, daß der Schnitt beliebig schnell erfolgen kann, wodurch die Schnittweite schwer kontrollierbar ist.
In dieser DP 25 04 280 ist auch eine Methode beschrieben, mit welcher eine reine Koagulation bzw. Blutstillung ohne Schneideeffekt erreicht werden kann, auch wenn hierfür eine Schneideelektrode verwendet wird. Hierbei wird der HF-Strom mehr oder weniger schnell automatisch so weit gesteigert, bis zwischen der aktiven Elektrode und dem zu koa­ gulierenden Gewebe ein elektrischer Lichtbogen zündet. Der Zündzeit­ punkt wird elektronisch mittels eines Lichtbogen-Monitors, in der DP 25 04 280 Anzeigevorrichtung genannt, erfaßt und dazu verwendet, die Intensität des HF-Stromes sehr schnell so weit abzusenken, daß der elektrische Lichtbogen sofort wieder erlischt. Daraufhin wird die In­ tensität des HF-Stromes wiederum mehr oder weniger schnell gestei­ gert, bis wieder ein elektrischer Lichtbogen gezündet wird usw.
Es war daher Aufgabe der Erfindung, ein Hochfrequenz-Chirurgie­ gerät zu entwickeln, welches die oben aufgeführten Probleme in der Weise löst, daß die Zündung des Lichtbogens für den Schneidevorgang problemlos erfolgt, die Schneideelektrode nicht lawinenartig oder gar schlagartig und somit unkontrolliert durch das Gewebe schneidet, der Schneidevorgang bei plötzlichen Komplikationen, wie beispielsweise Perforation größerer Blutgefäße im Polypenstiel, rechtzeitig unter­ brochen werden kann und die Schnittweite oder Schnittlänge auch ohne direkte Sicht auf das Operationsfeld gut beherrscht werden kann. Es war darüber hinaus Aufgabe der Erfindung, Koagulationen und/oder Blutstillungen insbesondere während endoskopischer Operationen weit­ gehend zu automatisieren, und dem Operateur Kontrolleinrichtungen zu schaffen, mittels welchen er die Funktion des Schneide und/oder Koa­ gulationsvorganges ständig kontrollieren und für spätere Auswertungen auch dokumentieren kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Ein besonderer Vorteil eines derartigen Hochfrequenz-Chirurgiegeräts ist darin zu sehen, daß der Operateur ohne direkte Sichtkontrolle reproduzierbare Schnitte und Koagulationen bei endoskopischen Operationen durchführen kann.
Zur Erzeugung des relativ hohen Leistungsimpulses, welcher zur Zündung des Lichtbogens am Anfang eines Schnittvorganges erforder­ lich ist, wird erfindungsgemäß die Eigenschaft der aus dem DP 25 04 280 bekannten Vorrichtung genutzt, welche die Hochfrequenzleistung nach deren Einschaltung automatisch bis zu dem Punkt ansteigen läßt, an dem der für den Schnittvorgang erforderliche Lichtbogen gezündet wird. Da diese Vorrichtung den Zündpunkt des Lichtbogens als Krite­ rium für die erforderliche Zündleistung bewertet, brauchen bei diesem automatischen Vorgang keine individuellen Parameter, wie bei dem aus der o.g. DE 34 20 340 A1 bekannten Hochfrequenz-Chirurgiegerät erforderlich, beachtet zu werden.
Um zu verhindern, daß die Schneideelektrode, beispielsweise die Polypektomieschlinge, nach dem Zünden des Lichtbogens lawinenartig durch das Gewebe, beispielsweise den Polypen, schneidet, wird die automatische Regelung der Hochfrequenzleistung entsprechend dem DP 25 04 280 genutzt.
Um die Schnittweite oder Schnittlänge trotz fehlender direkter Sicht auf das Operationsfeld beherrschen zu können, wird die Einrichtung zur Erzeugung definierter Zeitintervalle für den Schneidevorgang, den Koagulationsvorgang und eventuell erforderlicher Unterbrechungen des Schneidevorganges bei unvorhergesehenen Komplikationen aus der DE 29 46 728 A1 verwendet. Hierbei wird der Zeitgeber für das Schneide­ intervall und das Koagulationsintervall erfindungsgemäß derart weiter ausgestaltet, daß sowohl das Schneideintervall als auch das Koagula­ tionsintervall automatisch durch den Zeitpunkt der Zündung des Licht­ bogens zwischen aktiver Elektrode und dem Gewebe des Patienten ge­ triggert wird. Hierdurch wird insbesondere die Schnittweite genauer und reproduzierbarer als bei Verwendung des nicht getriggerten Zeit­ intervalles zum Schneiden, entsprechend des Patentes DE 29 46 728 A1.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, Zeitinter­ valle für Schneidevorgänge mit Zeitintervallen für Koagulationen alternierend zu erzeugen, wobei sowohl dem Zeitintervall für den Schneidevorgang als auch dem Zeitintervall für den Koagulationsvor­ gang voneinander unabhängige Pausenintervalle folgen, deren Dauer einstellbar ist.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß sowohl für den Schneidevorgang als auch für den Koagulationsvorgang jeweils optische und akustische Signale vorhanden sind, welche jeweils synchron mit den effektiven Schneide- oder Koagulationsintervallen aktiviert werden. Effektives Schneide- oder Koagulationsintervall meint hier die Zeit zwischen dem Zünden des bei jedem Vorgang ersten Lichtbogens bis zum Ablauf der jeweils voreingestellten Dauer der Schneide- oder Koagulationsintervalle.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß das er­ findungsgemäße Hochfrequenz-Chirurgiegerät mit einem Umschalter aus­ gestattet ist, so daß entweder nur periodische Schneideintervalle und Pausenintervalle erzeugt werden solange der Schneidevorgang aktiviert wird oder nur periodische Koagulationsintervalle und Pausenintervalle erzeugt werden solange der Koagulationsvorgang aktiviert wird oder Schneideintervalle und Koagulationsintervalle einander alternierend ablösen, wobei zwischen diesen alternierenden Intervallen Pausen­ intervalle einstellbarer Dauer angeordnet sind.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß der Koagulationsvorgang durch einen Sollwertgeber gesteuert wird.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß die hoch­ frequente Schneide- oder Koagulationsleistung im Anwendungskreis ge­ messen und angezeigt wird, wobei die Leistung auch über der jeweili­ gen Dauer der Schneide- oder Koagulationsintervalle integriert zur Anzeige gebracht und automatisch registriert werden kann.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindungen soll anhand der Abb. 1 bis 5 näher beschrieben werden. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der erfindungsrelevanten Funktionsgruppen des erfindungsgemäßen Hochfrequenz- Chirurgiegerätes.
Fig. 2 eine detailliertere Darstellung der Zeitgeber des er­ findungsgemäßen Hochfrequenz-Chirurgiegerätes.
Fig. 3 ein Diagramm, welches die zeitliche Abfolge der verschiedenen Funktionen beim Schneidevorgang darstellt.
Fig. 4 eine detailliertere Darstellung des Sollwertgebers für den Koagulationsvorgang des erfindungsgemäßen Hochfrequenz- Chirurgiegerätes.
Fig. 5 ein Diagramm, welches die Hochfrequenzleistung während des Koagulationsvorganges im Verhältnis zu den anderen Funktions­ signalen darstellt.
Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Chirurgiegerätes, welches zum Schneiden und/oder Koagulieren insbesondere bei endoskopischen Operationen geeignet ist.
Der Schneidevorgang erfolgt bei diesem erfindungsgemäßen Hochfre­ quenz-Chirurgiegerät in Zeitintervallen, deren Dauer einstellbar ist und deren Beginn durch den Lichtbogen 37 zwischen der aktiven Elek­ trode 24 und dem Gewebe 25 getriggert wird. Diese Einrichtung resul­ tiert aus der Erkenntnis, daß der Schnitt nicht im selben Zeitpunkt t₁ beginnt, in dem der hochfrequente Strom IHF eingeschaltet wird, sondern erst dann, wenn zwischen der aktiven Elektrode 24 und dem Gewebe 25 ein elektrischer Lichtbogen 37 zündet, was stets später erfolgt als das Einschalten des hochfrequenten Stromes IHF. Die Ver­ zögerung der Zündung des elektrischen Lichtbogens 37 ist von ver­ schiedenen Parametern abhängig, wie beispielsweise von der Intensität des hochfrequenten Stromes IHF bevor der Lichtbogen 37 zündet, der effektiven Kontaktfläche zwischen der aktiven Elektrode 24 und dem Gewebe 25 und den Eigenschaften des zu schneidenden Gewebes 25. In Fig. 3 ist diese Verzögerung graphisch dargestellt. Wird der hoch­ frequente Strom IHF bzw. die Hochfrequenzleistung PHF beispielsweise im Zeitpunkt t₁ eingeschaltet, so entsteht eine Verzögerung t₂-t₁ bis der effektive Schnitt im Zeitpunkt t₂ beginnt. Diese Verzögerung t₂-t₁ kann darauf zurückgeführt werden, daß ein zum Schneiden er­ forderlicher elektrischer Lichtbogen erst dann zünden kann, wenn in­ folge Erwärmung, Koagulation und Austrocknung der Grenzschicht zwischen aktiver Elektrode 24 und Gewebe 25 eine derart hohe elektri­ sche Feldstärke entsteht, die einen elektrischen Lichtbogen zündet. Erst ab diesem Zeitpunkt t₂ beginnt der effektive Schnitt. Im folgen­ den ist mit Schneideintervall stets die effektive Schnittdauer, bei­ spielsweise t₃-t₂, gemeint, während der Begriff Schneidevorgang sowohl die Verzögerung t₂-t₁ zwischen Einschalten des Stromes IHF und Zündung des elektrischen Lichtbogens 37 als auch das Schneideinter­ vall t₃-t₂ beinhaltet.
Im folgenden wird wieder anhand Fig. 1, ein Schneidevorgang, wie er mit dem erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Chirurgiegerät ausgeführt werden kann, detaillierter beschrieben. Hierfür muß der Umschalter 21 in die Schalterstellung b geschaltet werden. Wird nun der Tast­ schalter 22 geschlossen, so liefert der Zeitgeber 15 sofort ein Signal E an den Hochfrequenzoszillator 1, wodurch dieser einge­ schaltet wird und ein Signal L, welches den Regelverstärker 14 aktiviert, wodurch dieser Regelverstärker sofort ein Signal G an den Amplitudenmodulator 2 abgibt, welches die Amplitude der Spannung UHF so hoch steuert, daß die Zündungsspannung für den Lichtbogen 37 zwischen aktiver Elektrode 24 und dem Gewebe 25 des Patienten er­ reicht wird. Sobald der Lichtbogen 37 zündet, wird die Spannung UHF infolge der nicht linearen Charakteristik des elektrischen Widerstan­ des des Lichtbogens 37 verzerrt. Infolge der Verzerrung der Spannung UHF entstehen in der Spannung UHF neben der Grundfrequenz f₁ har­ monische Frequenzen. Diese werden durch das Hochpaßfilter 12 aus der Spannung UHF herausgefiltert und im Lichtbogenindikator 13 in ein Gleichspannungssignal B umgewandelt, dessen Amplitude der Intensität der harmonischen Frequenzen von f₁ in der Spannung UHF proportional ist. Dieses Signal B wird dem Regelverstärker 14 zugeführt, wo es mit dem Signal F des Sollwertgebers 19 verglichen wird. Das Steuersignal G des Regelverstärkers ist proportional der Differenz der Signale F minus B. Die Spannung UHF wird durch den Amplitudenmodulator propor­ tional der Amplitude des Signals G gesteuert. Hierdurch ist ein Regelkreis geschlossen, der bereits aus der Deutschen Patentschrift DP 25 04 280 bekannt ist.
Erfindungsgemäß liefert der Lichtbogenindikator 13 zusätzlich ein Signal A, sobald und solange ein Lichtbogen 37 vorhanden ist. Dieses Signal A, dessen Amplitude unabhängig von der Intensität des Licht­ bogens 37 sein kann, triggert den Zeitgeber 15 derart, daß ab dem Zeitpunkt t₂, ab dem der Lichtbogen 37 zündet, ein einstellbares Zeitintervall t₃-t₂ abläuft und das Signal L im Zeitpunkt t₃ ab­ schaltet, wodurch sofort auch das Signal G abgeschaltet wird.
In Fig. 3 sind die fünf relevanten Funktionen des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Chirurgiegerätes während eines Schneidevorganges sche­ matisch in fünf zeitsynchronen Diagrammen in Abhängigkeit von der Zeit t dargestellt und im folgenden beschrieben. Wird der Tastschal­ ter 22 im Zeitpunkt t₁ geschlossen, so liefert der Zeitgeber 15 so­ fort ein elektrisches Signal E, welches den Hochfrequenz-Oszillator 1 aktiviert, so daß der Leistungsverstärker 3 sofort die maximale, am Sollwertgeber 19, voreingestellte Hochfrequenzleistung PHF liefert. Sobald zwischen der aktiven Elektrode 24 und dem Gewebe des Patienten 25 ein elektrischer Lichtbogen 37 zündet, was dem Zeitpunkt t₂ entspricht, liefert der Lichtbogenindikator 13 ein elektrisches Signal A an den Zeitgeber 15, wodurch dieser Zeitgeber 15, wie in Fig. 2 detaillierter dargestellt, im Zeitpunkt t₂ getriggert wird. Ab dem Zeitpunkt t₂ beginnt das oben definierte Schneideintervall t₃-t₂. Nach Ablauf des am Zeitgeber 15 voreingestellten Schneide­ intervalles t₃-t₂ schaltet der Zeitgeber 15 entweder über das elek­ trische Signal E den Hochfrequenz-Oszillator 1 sofort ab und/oder über das elektrische Signal L das Ausgangssignal G des Regelverstär­ kers 14 so, daß die Amplitude der Spannung UHF Null Volt wird, wodurch das Schneideintervall im Zeitpunkt t₃ definitiv beendet ist.
Ab dem Zeitpunkt t₃ folgt eine am Zeitgeber 15 einstellbare Pause t₄-t₃. Diese Pause kann der Operateur je nach Bedarf so einstellen, daß auf den ersten Schneidevorgang t₃-t₁ sofort ein zweiter Schneide­ vorgang t₆-t₄ und weitere folgen, bis der Operateur durch Öffnen des Tastschalters 22 die Schneidevorgänge beendet, was dem Zeitpunkt te entspricht, oder er kann die Pause t₄-t₃, welche jedem Schneideinter­ vall in genau gleicher Länge folgt, so lang einstellen, daß er nach jedem Schneidevorgang genügend Zeit hat zu entscheiden, ob ein weiterer Schneidevorgang folgen soll oder nicht, ähnlich wie es auch aus dem Patent DE 29 46 728 A1 bereits vorbekannt ist, jedoch mit dem Unterschied, daß das Schneideintervall bei dem erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Chirurgiegerät definitiv durch den elektrischen Licht­ bogen getriggert und der Schnitt automatisch geregelt wird.
Der praktische Vorteil des erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Chirurgie­ gerätes beim Schneiden besteht darin, daß die Schnittweite und die Schnittqualität besser kontrolliert und reproduziert werden können, und zwar über die gesamte Schnittlänge.
Der Koagulationsvorgang erfolgt bei diesem erfindungsgemäßen Hoch­ frequenz-Chirurgiegerät ebenfalls in Zeitintervallen, deren Dauer t₁₃-t₁₂ einstellbar ist.
Im folgenden wird ein Koagulationsvorgang, wie er mit dem erfindungs­ gemäßen Hochfrequenz-Chirurgiegerät ausgeführt werden kann, anhand der Fig. 1, detaillierter beschrieben.
Hierfür muß der Umschalter 20 in die Schalterstellung b geschaltet werden. Wird nun der Tastschalter 23 geschlossen, so liefert der Zeitgeber 8 sofort ein elektrisches Signal D an den Hochfrequenz- Oszillator 1 und ein Signal H an den Sollwertgeber 7. Das Signal D schaltet den Hochfrequenz-Oszillator 1 ein. Das Signal H aktiviert den Sollwertgeber 7, welcher ein Steuersignal P an den Amplituden­ modulator 2 liefert. Das Signal P des Sollwertgebers 7 steuert die Amplitude der Spannung UHF so hoch, bis zwischen der aktiven Elek­ trode 24 und dem Gewebe 25 ein elektrischer Lichtbogen 37 zündet. Dieser elektrische Lichtbogen 37 verursacht, wie oben beim Schneide­ vorgang beschrieben, harmonische Frequenzen der Grundfrequenz des Oszillators 1, welche mit dem Hochpaßfilter 5 aus der Spannung UHF herausgefiltert und dem Lichtbogenindikator 6 zugeführt werden.
Der Lichtbogenindikator 6 liefert ein elektrisches Signal C an den Sollwertgeber 7, wodurch das Steuersignal P mehr oder weniger schnell so geändert wird, daß die Spannung UHF so klein wird, daß der elek­ trische Lichtbogen 37 erlischt. Hierdurch ändert sich das Ausgangs­ signal C des Lichtbogenindikators derart, daß der Sollwertgeber 7 über das Signal P die Amplitude der Spannung UHF mehr oder weniger schnell wieder so erhöht, daß der Lichtbogen 37 erneut zündet. Da der elektrische Lichtbogen 37 jeweils gleich nachdem er gezündet hat wieder erlischt, ist Schneiden hierbei nicht möglich, denn zum Schneiden muß der elektrische Lichtbogen 37 stets vorhanden sein.
Die effektive Koagulationsleistung kann durch Variation verschiedener Parameter am Sollwertgeber eingestellt werden, was anhand eines Aus­ führungsbeispieles eines Sollwertgebers 7 für das erfindungsgemäße Hochfrequenz-Chirurgiegerät detaillierter beschrieben wird.
Fig. 4 zeigt die erfindungsrelevanten Details eines Sollwertgebers 7 für den Koagulationsvorgang des erfindungsgemäßen Hochfrequenz- Chirurgiegerätes. Wenn der Tastschalter 23 geschlossen wird, lädt die Betriebsspannung +UB über den variablen Widerstand 88 den Kondensator 82 bis auf die Spannung auf, welche sich aus dem Spannungsverhältnis der Widerstände 88 und 89 ergibt. Der Widerstand 87 kann für diese Betrachtung vernachlässigbar klein sein, denn er soll lediglich den Strom durch den Transistor 86 begrenzen. Proportional zum Anstieg der Spannung an Kondensator 82 steigt die Spannung des Steuersignales P. Voraussetzung ist jedoch, daß das Signal H, welches der Zeitgeber 8 liefert, gegenüber Massepotential hoch ist bzw. dem Logikpegel High entspricht, so daß der Transistor 86, der das Signal H über das NICHT-Gatter 85 empfängt, in der Kollektor-Emitter-Strecke nicht leitend ist. Sobald der Funkenindikator 6 das Signal C liefert, wird der Kondensator 82 durch den Transistor 81 über den variablen Wider­ stand 83 entladen, und zwar so lange, wie das Signal C den Transistor 81 leitend schaltet. Sobald das Steuersignal P so klein ist, daß der elektrische Lichtbogen 37 erlöscht, sperrt der Transistor 81 wieder und das Steuersignal P steigt wieder so weit an, bis der elektrische Lichtbogen 37 wieder zündet. Um sicher zu stellen, daß der elek­ trische Lichtbogen nicht sofort nach dem Erlöschen wieder zünden würde, ist der Sollwertgeber in weiterer Ausgestaltung der Erfindung mit einem Abschaltverzögerungsglied, beispielsweise einem Monoflop 80 mit dynamisch-invertierendem Eingang ausgestattet, welches den Transistor 81 eine definiert einstellbare Dauer tb-ta länger leitend schaltet als das Signal C vorhanden ist. Im Ausführungsbeispiel des Sollwertgebers 7 wird das Signal C des Lichtbogenindikators 6 sowohl über die Diode 90 als auch über das dynamisch-invertierende Monoflop 80 und die Diode 91 auf die Basis des Transistors 81 geführt. Hier­ durch wird der Transistor 81 sowohl während der gesamten Zeit, in der das Signal C vorhanden ist als auch während der zusätzlichen Ab­ schaltverzögerung tb-ta, welche einstellbar ist, leitend. Durch diese einstellbare Abschaltverzögerung wird der Kondensator 82 länger und damit tiefer über den Transistor 81 entladen, als das Signal C an­ dauert, wodurch eine zu schnelle Wiederholung der Zündung des Licht­ bogens 37 und damit die Gefahr eines Schnittes vermieden wird. Zur Optimierung der Koagulationseigenschaft entsprechend der jeweiligen Anforderung können vier verschiedene Parameter des Sollwertgebers eingestellt werden, und zwar die Anstiegsgeschwindigkeit des Signals P durch Variation des Widerstandes 88, die Abfallgeschwindigkeit des Signals P durch Variation des Widerstandes 83, die Verlängerung der Abfalldauer des Signals P um tb-ta und die Amplitude des Signals P durch das Potentiometer 89.
Sobald das am Zeitgeber 8 eingestellte Intervall t₁₂-t₁₁ abgelaufen ist und das Signal H den Logikpegel Null annimmt, wird der Transis­ tor 86 über das NICHT-Gatter 85 leitend geschaltet und entlädt den Kondensator 82, wobei der Widerstand 87 lediglich den Entladestrom begrenzt. Hierdurch wird das Signal P so klein, daß die Spannung UHF bzw. die Leistung PHF des Leistungsverstärkers gegen Null gesteuert wird. Nach Ablauf der am Zeitgeber 8 eingestellten Pausendauer t₁₄- t₁₃ beginnt ab t₁₄ der oben beschriebene Koagulationszyklus erneut. Die Pausendauer kann je nach Bedarf so eingestellt werden, daß der Operateur während dieser Pause entscheiden kann, ob jeweils ein weiterer Koagulationszyklus generiert werden soll oder ob der Koagulationsvorgang durch Öffnen des Tastschalters 23 beendet werden soll.
In Fig. 5 sind vier verschiedene Funktionen in Abhängigkeit von der Zeit t zeitsynchron übereinander dargestellt, anhand derer ein er­ findungsgemäßer Koagulationsvorgang verdeutlicht werden soll. Wird zum Zeitpunkt t₁₁ der Tastschalter 23 geschlossen, so liefert der Zeitgeber 8 sofort das Signal D und der Sollwertgeber 7 liefert so­ fort das Signal P, welches die Hochfrequenzleistung PHF, wie in dieser Fig. 5 dargestellt, steuert. Ab dem Zeitpunkt t₁₁ steigt die Hochfrequenzleistung PHF mehr oder weniger schnell so hoch an, bis der Lichtbogen 37 zündet, was dem Zeitpunkt t₁₂ entspricht. Ab diesem Zeitpunkt t₁₂ steuert der Sollwertgeber 7 mit dem Signal P die Hoch­ frequenzleistung PHF mehr oder weniger schnell so weit herunter, bis der Lichtbogen 37 erlischt und damit das Signal C des Lichtbogenindi­ kators 6 Null wird, was dem Zeitpunkt ta entspricht. Um zu verhin­ dern, daß die Hochfrequenzleistung sofort nach dem Erlöschen des Lichtbogens 37 wieder so hoch ansteigt, daß der Lichtbogen 37 sofort wieder zündet, wodurch ein Schneiden möglich würde, steuert das Signal P die Hochfrequenzleistung in dem Zeitintervall tb-ta weiter­ hin kleiner und erst ab tb wieder höher. Die Hochfrequenzleistung PHF schwankt während des am Zeitgeber 8 eingestellten Koagulationsinter­ valles t₁₃-t₁₂ ständig im Bereich der Leistung, bei der ein Licht­ bogen kurzzeitig zündet, wie beispielsweise im Zeitintervall ta-t₁₂.
Sobald das Koagulationsintervall t₁₃-t₁₂ Zeitpunkt t₁₃ beendet ist, folgt eine Pause t₁₄-t₁₃. Sobald die Pause t₁₄-t₁₃ im Zeit­ punkt t₁₄ abgelaufen ist, beginnt ein weiteres Koagulationsintervall, wenn der Tastschalter 23 weiterhin geschlossen bleibt. Wird der Tastschalter im Zeitpunkt te geöffnet, so wird der Hochfrequenz- Oszillator 1 durch das Signal D abgeschaltet.
In der Abbildung Fig. 2 ist das Ausführungsbeispiel des erfindungs­ gemäßen Hochfrequenz-Chirurgiegerätes bezüglich der Funktion der Zeitgeber detaillierter dargestellt.
Wird der Tastschalter 22 geschlossen, so wird der Hochfrequenz- Oszillator 1 sofort über die Diode 76 mit der Betriebsspannung +UB versorgt und damit aktiviert. Gleichzeitig werden die beiden RS- Flip-Flop 43 und 44 über die Kondensatoren 66 und 64 sowie über die Diode 74 gesetzt, wodurch alle drei Eingänge a, b und c des UND- Gatters 46 High-Pegel erhalten. Das UND-Gatter 46 erzeugt hierdurch das Signal L, welches den Regelverstärker 14 aktiviert, so daß das Signal G = F-B den Amplitudenmodulator 2, wie in der Beschreibung der Abbildung Fig. 1 erklärt, ansteuert. Außerdem erhalten die Eingänge b und a des UND-Gatters 48 jetzt High-Pegel. Sobald der Lichtbogenindi­ kator 13 das Signal B liefert, ist auch der dritte Eingang c des UND- Gatters 48 auf High-Pegel, so daß dessen Ausgangssignal A auch den Eingang b des UND-Gatters 50 auf High-Pegel hebt. Da die beiden anderen Eingänge a und c des UND-Gatters 50 bereits auf High-Pegel liegen, triggert das Signal A das Monoflop 52, welches ab diesem Zeitpunkt t₂ ein einstellbares Zeitintervall t₃-t₂ erzeugt. Während dieses Zeitintervalles kann effektiv geschnitten werden, wobei die Intensität des Lichtbogens automatisch auf den dem Sollwert F des Sollwertgebers 19, wie in Fig. 1 dargestellt, entsprechenden Wert geregelt wird. Sobald im Zeitpunkt t₃ der logische Ausgangspegel des Monoflop 52 von Low = L auf High = H zurückspringt, erhält das RS- Flip-Flop 43 aus dem Monoflop 56 einen kurzen Reset-Impuls, welcher den Ausgang Q des RS-Flip-Flop 43 auf den Logikpegel Low legt und damit das Ausgangssignal L des UND-Gatters 46 ebenfalls auf Low schaltet, wodurch der Regelverstärker 14 abgeschaltet wird. Ab dem Zeitpunkt t₃ liefert der Ausgang Q des RS-Flip-Flop 43 einen High- Pegel, der das Monoflop 54 triggert. Sobald das einstellbare Zeit­ intervall t₄-t₃ das Monoflop 54 im Zeitpunkt t₄ abgelaufen ist, triggert das Ausgangssignal des Monoflop 54 das Monoflop 58.
Der Ausgangsimpuls des Monoflop 58 kann entweder auf den Setzeingang S des RS-Flip-Flop 43 geleitet werden, wenn der Umschalter 21 in Schalterstellung b geschaltet ist, wodurch ein erneuter Schneidevor­ gang ausgelöst wird, wie oben beschrieben, oder es kann, wenn der Um­ schalter 21 in Schaltstellung a geschaltet ist, einen Koagulations­ vorgang auslösen. Ist der Umschalter in die Schaltstellung a ge­ schaltet, so wird durch den Ausgangsimpuls des Monoflop 58 im Zeit­ punkt t₄ das RS-Flip-Flop 42 am Eingang S so gesetzt, daß dessen Aus­ gang Q High-Pegel annimmt und das RS-Flip-Flop 44 am Eingang R so zurücksetzt, daß dessen Ausgang High-Pegel annimmt. Bleibt der Tastschalter 22 weiterhin geschlossen, so daß alle drei Eingänge a, b und c des UND-Gatters 45 auf High-Pegel und dieses UND-Gatter 45 das Signal H liefert, welches den Sollwertgeber 7 aktiviert, der sofort das Steuersignal P an den Amplitudenmodulator 2 liefert, wodurch der in der Beschreibung der Abbildung Fig. 1 erklärte Koagulationsvorgang abläuft. Sobald der Lichtbogenindikator 6 das Signal C liefert, wird über das UND-Gatter 47 und das UND-Gatter 49 das Monoflop 51 getrig­ gert, welches das einstellbare Zeitintervall t₁₃-t₁₂ erzeugt. Während dieses Zeitintervalles t₁₃-t₁₂ kann effektiv koaguliert werden. Dieses Zeitintervall t₁₃-t₁₂ ist in Fig. 5 als Funktionsdiagramm über der Zeit dargestellt. Sobald der Zeitpunkt t₁₃ erreicht ist, triggert der Ausgangs-Pegelsprung des Monoflop 51 von Low auf High das Mono­ flop 55, welches sofort das RS-Flip-Flop 42 am Eingang R zurücksetzt, so daß High-Pegel annimmt und das Monoflop 53 im Zeitpunkt t₁₃ triggert. Da im selben Zeitpunkt der Ausgang Q des RS-Flip-Flop 42 Low-Pegel annimmt, wird der Sollwertgeber 7 über das UND-Gatter 45 durch dessen Ausgangssignal H abgeschaltet. Sobald das einstellbare Zeitintervall t₁₄-t₁₃, während welchem das Steuersignal P des Soll­ wertgebers 7 die Hochfrequenzleistung abschaltet, abgelaufen ist, triggert das Ausgangssignal des Monoflop 53 das Monoflop 57, dessen Ausgangsimpuls entweder auf den Eingang S des RS-Flip-Flop 42 geführt werden kann, wodurch ab t₁₄ ein erneuter Koagulationsvorgang beginnt, oder, wenn der Umschalter 20 in Schalterstellung a geschaltet ist, ein Schneidevorgang ausgelöst wird.
Je nach Schalterstellung der Umschalter 20 und 21 können entweder zyklische Schneide- oder Koagulationsvorgänge aktiviert werden, wenn die Umschalter 20 und 21 in Schalterstellung b geschaltet sind, oder Schneide- und Koagulationsvorgänge können alternierend aktiviert werden, wenn die Umschalter 20 und 21 in Schalterstellung a geschaltet sind. Wird in Schalterstellung a der Tastschalter 22 ge­ schlossen, so wird stets zuerst ein Schneidevorgang aktiviert. Wird in Schalterstellung a der Tastschalter 23 geschlossen, so wird stets zuerst ein Koagulationsvorgang aktiviert. Die RC-Glieder 69/61 und 70/62 sollen die Eingangssignale der Eingänge c der UND-Gatter 49 und 50 so lange auf Low-Pegel halten, bis die Eingänge a ebenfalls sicher Low-Pegel von den Ausgängen Q der RS-Flip-Flops 42 bzw. 43 erhalten. Die RC-Glieder 59/67 und 60/68 haben die Aufgabe, den High-Pegel am Eingang b der UND-Gatter 47 und 48 so lange zu verzögern, bis nach dem Schließen der Tastschalter 23 oder 22 der Hochfrequenz-Oszillator 1 sicher eingeschwungen ist. Hierdurch soll vermieden werden, daß harmonische Frequenzen der Grundfrequenz des Oszillators 1, welche während des Einschwingens entstehen können, vom Lichtbogenindikator 6 oder 13 als Lichtbogen 37 interpretiert werden und die Zeitgeber 8 oder 15 triggern, bevor der Lichtbogen 37 zündet. Die Widerstände 59 und 60 sind justierbar.
Bei entsprechender Schalterstellung der Umschalter 20 und 21, die miteinander gekoppelt sind, kann dieses erfindungsgemäße Hochfre­ quenz-Chirurgiegerät, wenn die Umschalter 20 und 21 in Schalter­ stellung b geschaltet sind, entweder zum Schneiden, wenn der Tast­ schalter 22 geschlossen wird oder zum Koagulieren, wenn der Tast­ schalter 23 geschlossen wird, verwendet werden.
Sind die Umschalter 20 und 21 in die Schalterstellung a geschaltet, so erzeugt das erfindungsgemäße Hochfrequenz-Chirurgiegerät alter­ nierend Schneide- und Koagulationsintervalle, wobei als erstes Inter­ vall ein Schneideintervall erzeugt wird, wenn der Tastschalter 22 ge­ schlossen wird oder als erstes Intervall ein Koagulationsintervall, wenn der Tastschalter 23 geschlossen wird. Die Tastschalter 22 und 23 können beispielsweise Fußschalter oder Fingerschalter sein. Diese alternativen Anwendungsmöglichkeiten des erfindungsgemäßen Hochfre­ quenz-Chirurgiegerätes ermöglichen dem Operateur insbesondere bei endoskopischen Operationen systematisches, reproduzierbares und vor allem dem jeweiligen Problem angepaßtes Operieren. Bei wenig durch­ bluteten Gewebetypen kann der Operateur sofort mit Schneideinterval­ len beginnen und, falls keine größeren Blutgefäße in dem zu durch­ schneidenden Gewebe vorhanden sind, mit einem ausreichend langen Schneideintervall oder mehreren kürzeren Schneideintervallen den Schnitt ausführen. Bei mehr durchbluteten Gewebetypen kann der Operateur mit einzelnen Schneideintervallen beginnen und sofort auf Koagulationsintervalle umschalten, sobald größere Blutgefäße zu durchschneiden sind oder durchschnitten wurden. Bei sehr durchblute­ ten Gewebetypen kann der Operateur mit einem Koagulationsintervall beginnen und dann alternierend Schneide- und Koagulationsintervalle folgen lassen. Darüber hinaus kann der Operateur durch geeignete Wahl der Länge der Schneide- und/oder Koagulationsintervalle den Opera­ tionsvorgang optimal auf den jeweils vorliegenden Fall voreinstellen.
Während der Schneide- und Koagulationsintervalle erzeugen die Signal­ generatoren 16 beziehungsweise 9 optische, 17 beziehungsweise 10, und/oder akustische, 18 beziehungsweise 11, Signale, welche von den Zeitgebern 15 beziehungsweise 8 gesteuert werden.
Sowohl für die Kontrolle als auch für die Dokumentation des Schneide­ und/oder Koagulationsvorganges ist das erfindungsgemäße Hochfrequenz- Chirurgiegerät mit Meßeinrichtungen ausgestattet, welche wahlweise die Hochfrequenz-Ausgangsleistung P während des Schneide- und/oder Koagulationsvorganges oder die elektrische Energie, welche während eines oder mehrerer Schneide- oder Koagulationsintervalle im Gewebe des Patienten in Wärmeenergie umgewandelt wird, messen und anzeigen und/oder registrieren. Diese Meß- und Registriereinrichtungen be­ stehen jeweils aus elektronischen Multiplikatoren 29 beziehungsweise 33, welche beispielsweise die Effektivwerte der Spannung UHF und des Stromes IHF unter Berücksichtigung der Phasenverschiebung zwischen den Momentanwerten von Strom und Spannung oder die Beträge der Momen­ tanwerte von Strom und Spannung im Ausgangskreis des Hochfrequenz- Chirurgiegerätes miteinander multiplizieren. Dieses Produkt entspricht der momentanen Ausgangsleistung des Hochfrequenz- Chirurgiegerätes. Dank der automatischen Leistungsregelung und der Anwendung eines Tiefpaßfilters 4, welches im Ausgangskreis praktisch nur die Grundfrequenz des Oszillators 1 zuläßt, ist die Leistungs­ messung in diesem erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Chirurgiegerät im Vergleich zu konventionellen Hochfrequenz-Chirurgiegeräten ohne automatische Leistungsregelung und mit mehr oder weniger verzerrten Ausgangsspannungen und Ausgangsströmen realisierbar. Der Strom IHF kann hierfür beispielsweise über die induktiven Stromsensoren 27 und 28 erfaßt werden.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind den Multiplikatoren 29 und 33 jeweils elektronische Integrationsglieder 30 und 34 nachge­ schaltet, welche die jeweiligen Produkte U×I×cos Phi integrieren, wobei wahlweise die Intervalle t₃-t₁ bzw. t₁₃-t₁₁ oder t₃-t₂ bzw. t₁₃-t₁₂ als Integrationsdauer direkt als Signal N bzw. M aus den Zeitgebern 15 bzw. 8 abgeleitet werden können. Je nach Bedarf kann entweder die Momentanleistung PHF = U×I×cos Phi oder die in den Integratoren 30 oder 34 elektronisch integrierte Energie auf den Anzeigeinstrumenten 31 bzw. 36 angezeigt oder auf den Recordern oder Schreibern 32 oder 35 aufgezeichnet werden.

Claims (8)

1. Hochfrequenz-Chirurgiegerät zum Schneiden und/oder Koagulieren bio­ logischer Gewebe bei endoskopischen Operationen,
  • a) mit mindestens einem Hochfrequenzoszillator (1), der
  • b) durch voneinander unabhängige automatische Zeitgeber (8, 15) so ge­ steuert wird, daß einstellbare Zeitintervalle zum Schneiden (t₃-t₂) oder Koagulieren (t₁₃-t₁₂) erzeugt werden, welche
  • c) durch Triggersignale (A, K) aus Lichtbogenindikatoren (6, 13) derart getriggert werden, daß das einstellbare Zeitintervall zum effektiven Schneiden (t₃-t₂) oder das einstellbare Zeitintervall zum effektiven Koagulieren (t₁₃-t₁₂) genau reproduzierbar ist, und
  • d) daß dem effektiven Schneide- oder Koagulations-Intervall jeweils einstellbare Pausenintervalle (t₄-t₃) bzw. (t₁₄-t₁₃) folgen, nach deren Ablauf automatisch weitere Schneide- oder Koagulations- Intervalle folgen, solange ein Tastschalter zum Schneiden (22) oder Koagulieren (23) betätigt ist, wobei
  • e) der Hochfrequenzstrom (IHF) zum Schneiden während eines Verzögerungs­ zeitintervalles (t₂-t₁) nach Betätigung des Tastschalters zum Schneiden (22) im Zeitpunkt (t₁) automatisch so hoch geregelt wird, daß zwischen der aktiven Elektrode (24) und dem Gewebe (25) ein elektrischer Lichtbogen (37) zündet und während des Schneideintervalles (t₃-t₂) der elektrische Lichtbogen (37) auf einen einstellbaren Sollwert (19) geregelt wird und
  • f) der Hochfrequenzstrom (IHF) zum Koagulieren während des Koagulations­ intervalles (t₁₃-t₁₂) durch einen Sollwertgeber (19) automatisch so hoch geregelt wird, daß zwischen der aktiven Elektrode (24) und dem Gewebe (25) ein Lichtbogen (37) zündet und während des Koagulations­ intervalles (t₁₃-t₁₂) der Hochfrequenzstrom durch einen Sollwertgeber (7) so gesteuert wird, daß der elektrische Lichtbogen (37) nur so kurzzeitig zündet, daß nur Koagulation ohne Schneideeffekt entsteht.
2. Hochfrequenz-Chirurgiegerät nach Anspruch 1, dadurch ge­ kennzeichnet, daß den Zeitgebern (8, 15) Umschalter (20, 21) zugeordnet sind, in deren einer Schaltstellung (b) zyklische Schneide- oder Koagulations­ vorgänge und in deren anderer Schaltstellung (a) Schneiden und Koagulationsvorgänge alternierend aktivierbar sind.
3. Hochfrequenz-Chirurgiegerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge­ kennzeichnet, daß in der einen Schaltstellung (a) beim Schließen eines ersten Tastschalters (22) stets zuerst ein Schneidevorgang aktivierbar ist.
4. Hochfrequenz-Chirurgiegerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der einen Schalter­ stellung (a) beim Schließen eines zweiten Tastschalters (23) stets zuerst ein Koagulationsvorgang aktivierbar ist.
5. Hochfrequenz-Chirurgiegerät nach einem der vorhergehenden An­ sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß den beiden Zeitgebern (8, 15) je ein Signalgenerator (9 bzw. 16) zugeordnet ist, durch den während der Schneide- (t₃-t₂) und Koagulationsintervalle (t₁₃-t₁₂) optische und/oder akustische Signale erzeugbar sind.
6. Hochfrequenz-Chirurgiegerät nach einem der vorhergehenden An­ sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß für die Kontrolle und/oder für die Dokumentation der Schneide- und/oder Koagulationsvor­ gänge Meßeinrichtungen (27, 29 bzw. 28, 33) angeschlossen sind.
7. Hochfrequenz-Chirurgiegerät nach Anspruch 6, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Meßeinrichtungen je einen elektronischen Multiplikator (29 bzw. 33) enthalten, dem jeweils ein Integrator (30 bzw. 34) nachgeschaltet ist, an den eine Anzeige- und/oder Registriereinrichtung (31, 32 bzw. 35, 36) angeschlossen ist.
8. Hochfrequenz-Chirurgiegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sollwertgeber (7) ein Abschaltverzögerungsglied (80) enthält, mit dem eine zusätzliche Abschaltverzögerung (tb-ta) einstellbar ist.
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