DE3633681A1 - Vorrichtung zur bestimmung der entfernung zwischen zwei koerpern - Google Patents
Vorrichtung zur bestimmung der entfernung zwischen zwei koerpernInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Be
stimmung der Entfernung zwischen zwei Körpern gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Vorrichtungen gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1
basieren auf der Erkenntnis, daß durch Interpolation der
Schwerpunkt eines auf einem Detektorarray auftreffenden
Lichtflecks mit einer Genauigkeit bestimmt werden kann,
die wesentlich kleiner als der Durchmesser eines Sensor
elements ist, sofern der Durchmesser des Lichtflecks
größer als der Durchmesser eines Sensorelements ist.
Typischerweise kann der Schwerpunkt mit einer Auflösung
von 10% bis 2% des Durchmessers eines Sensorelements
bestimmt werden. Eine entsprechende "Verschmierung des
Lichtflecks über mehrere Sensorelemente" kann beispiels
weise durch eine entsprechende Abbildung, durch Defokus
sieren und/oder gezieltes Einführen von Aberrationen
erreicht werden.
Bei der Bestimmung des Schwerpunkts von mehreren Licht
flecken ist es natürlich erforderlich, daß sich die ein
zelnen Lichtflecke nicht überlagern: Bei Überlagerung
mehrerer Lichtflecke würden nämlich nicht die Einzel
schwerpunkte der Lichtflecke, sondern der gemeinsame
Schwerpunkt der sich überlagernden Lichtflecke bestimmt.
Damit begrenzt bei Vorrichtungen zur Bestimmung der Ent
fernung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 die
Forderung, daß sich die einzelnen Bilder der Retroreflek
toren nicht überlagern, bei einem gegebenen Gesichtsfeld
des Detektorarrays und einem gegebenen Abstand der einzel
nen Retroreflektoren die maximal zu bestimmende Entfer
nung. Beispielsweise kann mit einem Detektorarray mit 385
×288 Sensorelementen mit einer Abmessung von jeweils 22
µm×22 µm und einem Gesichtsfeld von 0,67°×0,5° bei
einem Retroreflektorabstand von 0,8 m die Entfernung von
Körpern bis maximal 4400 m bestimmt werden. Größere
Entfernungen lassen sich nicht mehr auflösen, da sich die
Bilder der Retroreflektoren dann überlagern würden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
zur Bestimmung der Entfernung zwischen zwei Körpern anzu
geben, die die Bestimmung größerer Entfernungen als bei
den im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 vorausgesetzten
Vorrichtungen möglich macht.
Eine erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist mit ihren
Weiterbildungen in den Patentansprüchen gekennzeichnet.
Die Erfindung basiert auf dem Grundgedanken, Bilder von
Retroreflektoren, die winkelmäßig bei gegebener Detektor
array-Konfiguration nicht mehr auflösbar sind, durch eine
optische Kodierung unterscheidbar zu machen.
Diese optische Kodierung kann bei einer Vorrichtung gemäß
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 dadurch erfolgen,
daß die Beleuchtungseinrichtung die Retroreflektoreinheit
nacheinander mit Licht unterschiedlicher Wellenlänge
beleuchtet und jeder der Retroreflektoren nur Licht einer
Wellenlänge reflektiert. Hierdurch treffen die Bilder der
einzelnen Retroreflektoren nacheinander auf dem Detektor
array auf. Da sich somit keine Bilder überlagern können,
kann der Schwerpunkt eines jeden Bildes mit der maximal
möglichen Auflösung auch bei großen Objektentfernungen
problemlos bestimmt werden. Der maximal meßbare Abstand
ist damit nur noch durch das Auflösungsvermögen des Detek
torarrays für den Schwerpunkt eines Lichtflecks begrenzt,
oder anders ausgedrückt dadurch, daß die Lageunterschiede
der Bilder der einzelnen Retroreflektoren noch aufgelöst
werden können. Beispielsweise erhält man mit dem einlei
tend als Beispiel angegebenen Detektorarray und den glei
chen Gesichtsfeld-und Retroreflektorabstands-Daten mit
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung eine Grenzentfernung
von 132 km. Die maximal noch bestimmbare Entfernung ist
damit um den Faktor 30 größer als bei Vorrichtungen, wie
sie im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 zugrundegelegt
sind.
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Beispielsweise ist es gemäß Anspruch 2 möglich, durch
Verwendung von mindestens drei Retroreflektoren, die so
ausgestaltet sind, daß sie eindeutig identifizierbar sind,
nicht nur die Entfernung zwischen den beiden Körpern,
sondern auch deren Relativlage zu bestimmen. Die Identifi
zierung der einzelnen Retroreflektoren kann beispielsweise
dadurch erfolgen, daß sie unterschiedlichen Abstand und/
oder Reflektionsvermögen für das auftreffende Licht haben.
Die erfindungsgemäß verwendete optische Kodierung kann
nicht nur dazu verwendet werden, die einzelnen Retrore
flektoren der Retroreflektoreinheit zu unterscheiden,
sondern auch unterschiedliche Körper zu identifizieren.
Eine Möglichkeit hierfür ist im Anspruch 3 gekennzeichnet.
Selbstverständlich kann basierend auf den erfindungsge
mäßen Grundgedanken, die eine höchstgenaue Bestimmung der
Bild-Schwerpunkte der einzelnen Retroreflektoren erlauben,
auch andere Möglichkeiten zur Identifizierung verwendet
werden. Beispielsweise können bestimme Konfigurationen von
Retroreflektoren zur Identifizierung eingesetzt werden.
In Anspruch 4 ist eine besonders zweckmäßige Ausgestaltung
gekennzeichnet, die in einfacher Weise eine optische
Kodierung ermöglicht.
Der erfindungsgemäße Grundgedanke der optischen Kodierung
kann durch die Verwendung einer Optik mit variabler Brenn
weite, beispielsweise einer Vario- oder Schaltoptik in
vorteilhafter Weise weitergebildet werden; mit einer
derartigen Optik kann das Gesichtfeld des Sensors der zu
messenden Entfernung angepaßt werden, so daß in einem
bestimmten Entfernungsbereich mit besonders hoher Auflö
sung gemessen werden kann.
Eine besonders vorteilhafte Anwendung der erfindungsge
mäßen Vorrichtung ist im Anspruch 6 gekennzeichnet: Die
erfindungsgemäße Vorrichtung erlaubt nicht nur die Bestim
mung des Abstandes zwischen zwei Satelliten, sondern auch
die Ermittlung deren Relativlage sowie die Unterscheidung
mehrerer unterschiedlicher Körper.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungs
beispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher be
schrieben, in der zeigen:
Fig. 1 einen Schnitt durch eine erfindungsgemäß ausgebil
dete Beleuchtungseinrichtung und einen Sensor,
Fig. 2a die Anordnung der Retroreflektoren,
Fig. 2b die Wellenlängencharakteristik der Beleuchtungs
einrichtung,
Fig. 2c die Wellenlängencharakteristik der Retroreflek
toren, und
Fig. 3 verschiedene Bilder der Retroreflektoren auf
dem Detektorarray.
Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch eine erfindungsgemäß
ausgebildete Beleuchtungseinrichtung für in Fig. 1 nicht
dargestellte Retroreflektoren sowie einen Sensor für das
von den Retroreflektoren reflektierte Licht.
Die Beleuchtungseinrichtung weist vier Lichtquellen 11,
12, 13 und 14 auf, deren Licht über eine Prismenanordnung
2 und ein Projektionsobjektiv 3 in einen gemeinsamen
Strahlengang 4 eingekoppelt wird. Der Strahlengang 4 ist
auf eine Retroreflektoreinheit gerichtet, die an einem
anderen Körper angebracht ist. Das von der Retroreflektor
einheit reflektierte Licht 5 wird über ein in Fig. 1
lediglich schematisch dargestelltes Objektiv 6 auf ein
Detektorarray 7 abgebildet.
Das Detektorarray 7 und die verschiedenen Lichtquellen 11
bis 14 sind über Leitungen 81, 82, 83, 84 und 85 mit einer
nicht dargestellten Steuereinheit verbunden.
Fig. 2a zeigt die Anordnung von drei Retroreflektoren 91,
92 und 93. Die Retroreflektoren sind mit unterschied
lichen Abständen x 1 bzw. x 2 an den Spitzen eines recht
winkligen Dreiecks angeordnet. Vor den Retroreflektoren
befinden sich nicht näher dargestellte Filter mit einer
Transmissionscharakteristik, die den jeweiligen Retrore
flektor/Filter-Einheiten die in Fig. 2c wiedergegebene
Reflexionscharakteristik τ i(g) geben.
Die Arbeitsweise der in den Fig. 1 und 2 dargestellten
Vorrichtung soll im folgenden unter Bezugnahme auf Fig. 3
beschrieben werden.
Die nicht dargestellte Steuereinheit steuert über die
Leitungen 81 bis 84 die Lichtquellen 11 bis 14 derart an,
daß die Lichtquellen zeitlich nacheinander Licht emittie
ren. Da - wie in Fig. 2b gezeigt - die Lichtströme I der
einzelnen Lichtquellen unterschiedliche Wellenlängen
haben, wird das Licht der Lichtquelle 11 nur von dem
Retroreflektor 91, das der Lichtquelle 12 nur von dem
Retroreflektor 92 und das der Lichtquelle 13 nur von dem
Retroreflektor 93 reflektiert. Das Licht der Lichtquelle
14 wird überhaupt nicht reflektiert.
Je nach Abstand der in Fig. 1 dargestellten Beleuchtungs/
Sensoreinheit von der in Fig. 2a dargestellten Retrore
flektoreinheit ergeben sich die in Fig. 3a bzw. 3b darge
stellten Bilder der Retroreflektoren auf dem Detektorarray
7. Dabei treten die Bilder 91′, 92′ und 93′ der Retrore
flektoren 91, 92 und 93 zeitlich nacheinander entsprechend
dem Aufleuchten der Lichtquellen 11 bis 13 auf. Hierdurch
ist es auch bei großen Entfernungen, bei denen sich die
einzelnen Bilder - wie in Fig. 3b dargestellt - überlagern
und nicht nur bei kleinen Entfernungen, bei denen die
einzelnen Bilder getrennt sind (Fig. 3a) möglich, die
durch "x" symbolisierten Schwerpunkte der Lichtflecke auf
dem Detektorarray 7 mittels der nichtdargestellten Steuer
einheit zu erfassen.
Die Ermittlung des Schwerpunkts der einzelnen Lichtflecke
erfolgt dabei nach den bekannten Interpolationsformeln,
die ähnlich den in der Mechanik für die Ermittlung des
Massenschwerpunkts verwendeten Formeln sind, so daß hier
auf nicht näher eingegangen werden muß.
Aus den ermittelten Schwerpunktlagen der Bilder der Retro
reflektoren kann die nicht näher dargestellte Steuerein
heit - beispielsweise ein Mikrocomputer oder eine festver
drahtete Rechenschaltung - bei gegebenem Retroreflektorab
stand und Brennweite des Abbildungsobjektivs nach den
Gesetzen der Geometrie den Abstand zwischen Sensor und
Retroreflektoreinheit berechnen: Beispielsweise ist es mit
einem Detektorarray mit 385×288 Sensorelementen mit
einer Abmessung von jeweils 22 µm×22 µm und einem Ge
sichtsfeld von 0,67°×0,5° bei einem Retroreflektorab
stand von 0,8 m ohne weiteres möglich, die Entfernung von
Körpern bis maximal 132 km zu bestimmen.
Darüberhinaus ist es durch Auswertung der geometrischen
Form der Anordnung der Retroreflektoren bei Verwendung von
mehr als zwei Reflektoren und/oder der Reflexionscharakte
ristik der Reflektoren möglich, den Körper zu identifi
zieren, dessen Abstand gemessen wird:
Die einzelnen Retroreflektoren 91 bis 93 lassen sich
aufgrund der optischen Kodierung, anders ausgedrückt durch
den Zeitpunkt ihres Ansprechens auf einen auftreffenden
Lichtstrahl, zweifelsfrei identifizieren.
Damit ist es beispielsweise bereits bei Verwendung von
vier Lichtquellen unterschiedlicher Wellenlänge und drei
Retroreflektoren an jedem Körper, dessen Abstand und
Identität bestimmt werden soll, möglich, vier unterschied
liche Körper, beispielsweise Dockingpartner für einen
Satelliten zu identifizieren.
Durch zusätzliche Bewertung des Reflexionsgrades und/oder
der geometrischen Anordnung können noch wesentlich mehr
Körper identifiziert werden: In Fig. 2c ist schematisch
das unterschiedliche Reflexionsvermögen der einzelnen
Retroreflektoren dargestellt.
Vorstehend ist die Erfindung exemplarisch anhand eines
schematischen Ausführungsbeispiels dargestellt worden: Bei
einer tatsächlichen Realisierung sind selbstverständlich
die verschiedensten Modifikationen möglich:
Beispielsweise kann das Objektiv 6 ein Objektiv variabler
Brennweite, beispielsweise ein Varioobjektiv oder ein
Objektiv mit einschaltbaren Linsengliedern sein, um inner
halb eines bestimmten Entfernungs-Meßbereichs eine höhere
Auflösung zu erzielen.
Als Lichtquellen können die verschiedensten Lichtquellen,
beispielsweise Laser verwendet werden. Ferner ist es auch
möglich, eine Lichtquelle zu verwenden, der unterschied
liche Filter vorgeschaltet werden.
Auch ist die Zahl der Lichtquellen und die der Retrore
flektoren nicht auf die des Ausführungsbeispiels be
schränkt.
Als Detektorarray können beispielsweise die unterschied
lichsten Halbleiterbauelemente verwendet werden.
Claims (6)
1. Vorrichtung zur Bestimmung der Entfernung zwischen zwei
Körpern, von denen einer eine Retroreflektoreinheit mit
mindestens zwei voneinander beabstandeten Reflektoren (91,
92, 93) und der andere eine Beleuchtungseinrichtung (11,
12, 13, 14, 2, 3) für die Retroreflektoreinheit, ein
Detektorarray (7), auf das die einzelnen Reflektoren der
Retroreflektoreinheit mittels eines Objektivs (6) derart
abbildbar sind, daß der Durchmesser ihrer Bilder größer
als der Durchmesser eines Sensorelements ist, und eine
Steuereinheit aufweist, die den Schwerpunkt der Bilder der
Reflektoren ermittelt und aus dem Abstand der Bild-Schwer
punkte die Entfernung bestimmt,
dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Retroreflektoren (91, 92, 93) Licht unterschiedlicher Wellenlänge reflek tieren,
daß die Beleuchtungseinrichtung zeitlich nacheinander Licht unterschiedlicher Wellenlänge aussendet, das von jeweils einem Retroreflektor reflektiert wird, und
daß die Steuereinheit aus den zeitlich getrennt auftref fenden Bildern der Retroreflektoren den Abstand bestimmt.
dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Retroreflektoren (91, 92, 93) Licht unterschiedlicher Wellenlänge reflek tieren,
daß die Beleuchtungseinrichtung zeitlich nacheinander Licht unterschiedlicher Wellenlänge aussendet, das von jeweils einem Retroreflektor reflektiert wird, und
daß die Steuereinheit aus den zeitlich getrennt auftref fenden Bildern der Retroreflektoren den Abstand bestimmt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß zur zusätzlichen Ermittlung
der Relativlage der beiden Körper der eine Körper minde
stens drei voneinander beabstandete Retroreflektoren
(91, 92, 93) aufweist, deren Abstand und/oder Reflexions
vermögen unterschiedlich ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Identifizierung unter
schiedlicher Körper jeder Körper weniger Retroreflektoren
aufweist als die Beleuchtungseinrichtung Licht unter
schiedlicher Wellenlänge emittiert.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß vor jedem Retroreflektor ein
Filter angebracht ist, dessen spektrale Durchlässigkeit
nur die Reflexion von Licht eines bestimmten Wellenlängen
bereichs erlaubt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Anpassung des Sensor-
Gesichtsfelds an unterschiedliche zu messende Entfernungen
die Brennweite des Linsensystem änderbar ist.
6. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1
bis 5 zur Bestimmung des Abstandes und der Relativlage von
Körpern im Weltraum.
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