DE3641259A1 - Gekapselte hochspannungs-schaltzelle mit ausfahrbarem trennwagen - Google Patents
Gekapselte hochspannungs-schaltzelle mit ausfahrbarem trennwagenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine gekapselte Hochspannungs-Schaltzelle
mit einem aus einer Kontaktstellung in eine Trennstellung ausfahrbaren
Trennwagen.
Aus solchen gekapselten Hochspannungs-Schaltzellen zusammengesetzte Schaltanlagen
weisen eine lichtbogenfeste, äußere quaderförmige Metallkapselung
und gegebenenfalls innere voneinander getrennte Schotträume für die einzelnen
elektrischen Bauteile auf.
Zum Schutze des Bedienungspersonals und auch der Kapselung vor Lichtbogeneinflüssen
ist es bekannt, an der Oberseite der Metallkapselung Druckentlastungsklappen
vorzusehen, die im Falle eines Lichtbogens im Inneren der
Schaltanlage Entlastungsöffnungen freigeben. Obwohl dadurch eine schnelle
Druckentlastung erfolgt, wird die Metallkapselung druckmäßig doch stark beansprucht
und es ist nicht ganz auszuschließen, daß heiße Gase durch Spalte
zwischen der Bedienungsfront des Trennwagens und der Schaltanlage austreten
und davorstehende Personen gefährden können, insbesondere dann, wenn der
Trennwagen gerade von seiner Kontaktstellung in die Trennstellung oder umgekehrt
bewegt wird oder sich in seiner Trennstellung befindet.
Diese Gefahr kann zwar durch einen zusätzlichen Türvorbau, der die Bedienungsfront
der einzelnen Schaltzellen vollkommen abschließt, gebannt
werden,
jedoch stellt dies eine relativ aufwendige, die Außenabmessungen der
Schaltanlage vergrößernde Lösung dar.
Durch die in der Folge aufgezeigte erfindungsgemäße Ausführung wird eine gekapselte
Hochspannungs-Schaltzelle der eingangs genannten Art bezweckt, bei
der diese Nachteile vermieden werden können, wodurch auf eine einfache und
wirtschaftliche Art eine Störlichtbogensicherheit, d. h. Vermeidung einer Gefährdung
des Bedienungspersonals, auch während einer Trennwagenbewegung erreicht
wird.
Dies wird dadurch erzielt, daß der Spalt zwischen den Seitenflächen sowie
der Deckfläche des Trennwagens und den Frontpaneelen der Metallkapselung
durch eine zweilippige, während der gesamten Trennwagenbewegung wirksame
Dichtung überbrückt ist, und der Fahrrahmen des Trennwagens in einen passenden,
gegenüber dem Inneren der gekapselten Hochspannungs-Schaltzelle abgeschlossenen
Kasten eingreift, wobei die freibleibende Öffnung zwischen der
oberen Begrenzung des Kastens und dem Fahrrahmen des Trennwagens während der
gesamten Trennwagenbewegung durch eine vertikal verschiebbare, mit einer
Schräge des Trennwagens zusammenwirkende Abdeckplatte verschlossen wird.
Störlichtbogenprüfungen gemäß internationalen Bestimmungen haben gezeigt,
daß durch die zweilippige Dichtung und die Abdeckplatte zwar das Austreten
von Gasen während der Trennwagenbewegung oder in Trennstellung des Trennwagens
nicht vollkommen verhindert werden kann, jedoch eine Gefährdung von
vor der Bedienungsfront stehenden Personen nicht mehr gegeben ist. Auf ihrem
Weg aus dem Inneren der Hochspannungs-Schaltzelle durch die Dichtung und unter
dem Trennwagen hindurch ins Freie haben die Gase soweit an Druck und Hitze
verloren, daß sie keinen Schaden mehr verursachen können. Ein direkter
Austritt heißer Gase wird jedenfalls durch die Dichtung und die Abdeckplatte
sicher verhindert.
Bevorzugterweise besteht die zweilippige Dichtung aus zwei gleichartigen
Dichtungsprofilen aus plastischem Kunststoff, die auf ein abgewinkeltes Doppel-
T-Trägerprofil spiegelbildlich aufgesteckt sind.
Die zweilippige Dichtung kann aber auch aus einem Stück eines plastischen
Kunststoffes bestehen und in ein U-förmiges Trägerprofil eindrückbar sein.
Es wird von der Form der angrenzenden Paneele der Hochspannungs-Schaltzelle,
auf denen das Trägerprofil befestigt wird, abhängen, welche Ausführung man
wählt. Wesentlich dabei ist, daß das Trägerprofil und die Dichtung einfach
montierbar sind und auch bei bestehenden Schaltzellen nachträglich angebracht
werden können.
Die zweilippige Dichtung kann so ausgebildet sein, daß ihre Lippen an den
Seitenflächen sowie der Deckfläche des Trennwagens in einem von 90° zur Einfahrrichtung
des Trennwagens abweichenden Winkel aufliegen. Damit wird erreicht,
daß bei einem Überdruck im Inneren der Hochspannungs-Schaltzelle die
Lippen an die Seitenflächen sowie Deckfläche des Trennwagens gepreßt werden
und sich ihre Dichtwirkung erhöht.
In einer Weiterbildung können, in Einfahrrichtung des Trennwagens gesehen,
vor der Dichtung keilförmige Gleitleisten montiert sein, um die Dichtung
beim Einfahren des Trennwagens vor Beschädigungen durch Kanten der Seitenflächen
des Trennwagens zu schützen.
In einer bevorzugten Ausführungsform besteht die mit der Abdeckplatte zusammenwirkende
Schräge des Trennwagens aus Kunststoff, so daß sich zwischen der
Unterkante der Abdeckplatte und der Schräge während einer Trennwagenbewegung
möglichst wenig Reibung ergibt.
Im folgenden werden an Hand der beiliegenden Zeichnungen Ausführungsbeispiele
des Erfindungsgegenstandes näher erläutert: Es zeigen Fig. 1 den Schnitt
durch eine Hochspannungs-Schaltzelle, Fig. 2 die Frontansicht derselben
Hochspannungs-Schaltzelle, Fig. 3 den Schnitt durch eine erste und Fig. 4
den Schnitt durch eine zweite Ausführung der zweilippigen Dichtung mit Trägerprofil
in gegenüber den Fig. 1 und 2 vergrößerter Darstellung.
Die dreiphasige Hochspannungs-Schaltzelle 1 gemäß Fig. 1 weist einen ausfahrbaren
Trennwagen 2 mit einem Leistungsschalter 3 auf, der in eine Kontaktstellung
und in eine Trennstellung bringbar ist. In der Kontaktstellung
einerseits sind die Kontakte des Leistungsschalters 3 mit in der Hochspannungs-
Schaltzelle 1 fest montierten Gegenkontakten 4, 5 elektrisch leitend
verbunden, in der Trennstellung anderseits, ist zwischen den Kontakten des
Leistungsschalters 3 und den Gegenkontakten 4, 5 eine Trennstrecke hergestellt.
Der Leistungsschalter 3 erfüllt daher zusätzlich die Funktion eines
Trennschalters und ermöglicht eine trennerlose Bauweise der Hochspannungs-
Schaltzelle 1.
Die Gegenkontakte 4 auf Stützisolatoren sind mit einer Sammelschiene 6 elektrisch
leitend verbunden, wogegen die Gegenkontakte 5 auf U-förmigen Stromschienen
montiert sind, die über Stromwandler 18 zu Anschlußfahnen 19 für
ein Kabel oder eine Abgangs-Stromschiene führen. An der Oberseite der Hochspannungs-
Schaltzelle 1 sind Druckentlastungsklappen 7 vorgesehen, so daß im
Falle eines Störlichtbogens im Inneren eine schnelle Druckentlastung erfolgen
kann. Umgeben ist die Hochspannungs-Schaltzelle 1 von einer äußeren,
quaderförmigen, geerdeten Metallkapselung 8 aus Stahlblechpaneelen, wobei
die Bedienungsfront des ausfahrbaren Trennwagens 2 in diese Metallkapselung
8 integriert ist.
Damit im Störlichtbogenfall keine heißen Gase aus der Hochspannungs-Schaltzelle
1 direkt austreten können, ist der Spalt 9 zwischen den Seitenflächen
10 sowie der Deckfläche 11 des Trennwagens 2 und den Frontpaneelen 12 der
Metallkapselung 8 durch eine zweilippige Dichtung 13 überbrückt und der
Fahrrahmen 20 des Trennwagens 2 greift in einen passenden, gegenüber dem Inneren
der Hochspannungs-Schaltzelle 1 abgeschlossenen Kasten 15 ein, wobei
die freibleibende Öffnung zwischen der oberen Begrenzung 15′ des Kastens 15
und dem Fahrrahmen 20 des Trennwagens 2 während der gesamten Trennwagenbewegung
und in Kontakt- und Trennstellung des Trennwagens 2 durch eine vertikal
verschiebbare, mit einer Schräge 21 des Trennwagens 2 zusammenwirkende Abdeckplatte
16 verschlossen ist.
Auch die zweilippige Dichtung 13 berührt während der gesamten Trennwagenbewegung
und in Kontakt- und Trennstellung des Trennwagens 2 praktisch auf
ihrer ganzen Länge die Seitenflächen 10 sowie die Deckfläche 11 des Trennwagens
2 und erfüllt Dichtfunktion.
Der ausfahrbare Trennwagen 2 ist in Fig. 1 in der Trennstellung dargestellt.
Wird er in die strichliert angedeutete Kontaktstellung gefahren, schiebt die
Schräge 21 des Fahrrahmens 20 die Abdeckplatte 16 vertikal in Richtung des
Pfeiles nach oben. Durch ihr Eigengewicht liegt die Abdeckplatte 16 in jeder
Bewegungsphase des Trennwagens 2 mit ihrer gesamten Unterkante auf der
Schräge 21 auf, wobei die Unterkante die gleiche Neigung der Schräge 21 aufweisen
kann, um eine möglichst große Auflage zu erhalten. Zur Minimierung
der Reibung besteht die Schräge 21 aus einer Kuntstoffplatte.
Fig. 2 zeigt die Frontansicht der Hochspannungs-Schaltzelle 1 gemäß Fig. 1.
In Fig. 3 ist eine erste Ausführung der Dichtung 13 mit Trägerprofil 14,
montiert an einem Frontpaneel 12 der Metallkapselung 8, im Schnitt dargestellt.
Die Dichtung 13 besteht aus zwei gleichartigen Dichtungsprofilen aus
plastischem Kunststoff, die auf ein abgewinkeltes Doppel-T-Trägerprofil 14
aus stranggepreßtem Aluminium aufgesteckt sind. Zu Revisionszwecken kann es
erforderlich sein, den Trennwagen 2, ganz aus der Hochspannungs-Schaltzelle
1 auszufahren. Damit beim Einfahren durch Kanten der Seitenflächen 10 des
Trennwagens 2 nicht die Dichtung 13 beschädigt wird, können in Einfahrrichtung
gesehen vor der Dichtung 13 keilförmige Gleitleisten 17 montiert sein.
In Fig. 3 ist die Kontaktstellung des Trennwagens 2 strichpunktiert angedeutet.
Bei der in Fig. 4 gezeichneten zweiten Ausführung der Dichtung 13 mit
Trägerprofil 14, weist die Dichtung 13 eine einstückige Form auf und ist in
ein U-förmiges Trägerprofil 14′ eingedrückt, das mit einem Frontpaneel 12
fest verbunden ist. In Einfahrrichtung des Trennwagens 2 gesehen, ist vor
der Dichtung 13 ebenfalls eine keilförmige Gleitleiste 17 montiert, um die
Dichtung 13 vor Beschädigungen durch Kanten des Trennwagens 2 zu schützen.
Die zweilippige Dichtung 13 ist hier so ausgebildet, daß ihre Lippen an den
Seitenflächen 10 sowie der Deckfläche 11 des Trennwagens 2 in einem von 90°
zur Einfahrrichtung des Trennwagens 2 abweichenden Winkel aufliegen. Entsteht
durch einen Störlichtbogen im Fehlerfall ein Überdruck im Inneren der
Hochspannungs-Schaltzelle 1 werden die Lippen an die Seitenflächen 10 bzw.
Deckfläche 11 des Trennwagens 2 gepreßt, wodurch sich ihre Dichtwirkung erhöht.
Wie in Fig. 3 ist die Kontaktstellung des Trennwagens 2 strichpunktiert
angedeutet. Die Ausführungsformen der Dichtung 13 sind nur beispielhaft
dargestellt, auch mehrlippige Dichtungen zur Steigerung der Dichtwirkung
sind denkbar. Auch können einlippige Dichtungen den Schutzanforderungen
entsprechen, wenn nur geringe Drücke zu erwarten sind.
Claims (6)
1. Gekapselte Hochspannungs-Schaltzelle mit einem aus einer Kontaktstellung
in eine Trennstellung ausfahrbaren Trennwagen, dadurch gekennzeichnet,
daß der Spalt (9) zwischen den Seitenflächen (10) sowie der Deckfläche
(11) des Trennwagens (2) und den Frontpaneelen (12) der Metallkapselung
(8) durch eine zweilippige, während der gesamten Trennwagenbewegung wirksame
Dichtung (13) überbrückt ist, und der Fahrrahmen (20) des Trennwagens
(2) in einen passenden, gegenüber dem Inneren der gekapselten Hochspannungs-
Schaltzelle (1) abgeschlossenen Kasten (15) eingreift, wobei
die freibleibende Öffnung zwischen der oberen Begrenzung (15′) des Kastens
(15) und dem Fahrrahmen (20) des Trennwagens (2) während der gesamten
Trennwagenbewegung durch eine vertikal verschiebbare, mit einer
Schräge (21) des Trennwagens (2) zusammenwirkende Abdeckplatte (16) verschlossen
ist.
2. Gekapselte Hochspannungs-Schaltzelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die zweilippige Dichtung (13) aus zwei gleichartigen Dichtungsprofilen
aus plastischem Kunststoff besteht, die auf ein abgewinkeltes
Doppel-T-Trägerprofil (14) spiegelbildlich aufgesteckt sind.
3. Gekapselte Hochspannungs-Schaltzelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die zweilippige Dichtung (13) aus einem Stück eines plastischen
Kunststoffes besteht und in ein U-förmiges Trägerprofil (14′) eindrückbar
ist.
4. Gekapselte Hochspannungs-Schaltzelle nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lippen der zweilippigen Dichtung (13) an
den Seitenflächen (10) sowie der Deckfläche (11) des Trennwagens (2) in
einem von 90° zur Einfahrrichtung des Trennwagens (2) abweichenden Winkel
aufliegen.
5. Gekapselte Hochspannungs-Schaltzelle nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß in Einfahrrichtung des Trennwagens (2) gesehen,
vor der zweilippigen Dichtung (13) keilförmige Gleitleisten (17) angeordnet
sind, welche die Dichtung (13) vor Beschädigungen durch Kanten
der Seitenflächen (10) des Trennwagens (2) beim Einfahren schützen.
6. Gekapselte Hochspannungs-Schaltzelle nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die mit der Abdeckplatte (16) zusammenwirkende
Schräge (21) des Trennwagens (2) aus einer Kunststoffplatte besteht.
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