DE3644464A1 - Verfahren zur isolierung teilchenfoermiger polymere - Google Patents
Verfahren zur isolierung teilchenfoermiger polymereInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung teilchenförmiger
Polymere, erhältlich durch Polykondensation von Diolen der allge
meinen Formel I
oder deren kernsubstituierten C₁-C₆-Alkyl-, C₁-C₆-Alkoxy-, Aryl-, Cl-
oder F-Derivaten, mit Dihalogenverbindungen der allgemeinen Formel II
oder deren kernsubstituierten C₁-C₆-Alkyl-, C₁-C₆-Alkoxy-, Aryl-, Chlor-
oder Fluorderivaten, wobei
X und Z eine chemische Bindung, -O-, -S-,
X und Z eine chemische Bindung, -O-, -S-,
Y¹ und Y² Cl oder F,
R¹ und R² Wasserstoff, Alkylgruppen mit 1 bis 6 C-Atomen, Alkoxygruppen
mit 1 bis 6 C-Atomen oder Arylgruppen oder deren halogenierte Derivate
darstellen, und
k, m und q den Wert 0 oder 1 haben.
Polymere des vorstehend definierten Typs haben infolge ihrer guten
Temperaturbeständigkeit in den letzten Jahren zunehmendes technisches
Interesse erlangt.
Die Herstellung solcher Polymere erfolgt im allgemeinen durch Poly
kondensation der Ausgangsstoffe in polaren aprotischen Lösungsmitteln, in
denen die gebildeten Polymere löslich sind. Vor der endgültigen Form
gebung ist es jedoch erforderlich, die Lösungsmittel und eventuell zur
Verbesserung der Löslichkeit oder als Katalysator zugesetzte Salze und
andere Zusätze möglichst restlos zu entfernen, um eine Beeinträchtigung
der Gebrauchseigenschaften zu vermeiden.
Aus der DE-A 24 03 660 ist ein Verfahren zum Isolieren pulverförmiger
aromatischer Polymerer, unter anderem Polyethersulfonen, bekannt, gemäß
dem eine Lösung der Polymeren durch eine sogenannte "Einstoffzerstäuber
düse" unter Druck in ein gerührtes Fällbad zerstäubt wird.
Unter Einstoffzerstäuberdüse sind dabei Düsen zu verstehen, bei denen die
zur Zerteilung der Flüssigkeit erforderliche Energie aus der unter Druck
stehenden Flüssigkeit selbst stammt, d. h. Düsen, die mit reinem Flüssig
keitsdruck arbeiten.
Im russischen Patent 773 050 wird die Abscheidung von Polysulfonen aus
Lösung durch Einbringen in ein stark gerührtes Scherfeld beschrieben.
Ziel des Verfahrens ist die Erhöhung der Schüttdichte des Polysulfons,
d. h. eine möglichst kleine Teilchengröße bzw. pulverförmige Produkte zu
erhalten.
Beide bekannten Verfahren, das Versprühen mit Einstoffzerstäuberdüsen
unter hohem Druck und das Einbringen in ein stark gerührtes Scherfeld
führen zu pulverförmigen Produkten mit einer breiten Korngrößenvertei
lung, die sich bei der anschließenden Weiterverarbeitung der Produkte
nachteilig auswirkt, insbesondere beim Extrahieren, Trocknen und Konfek
tionieren.
In der DE-C 25 33 110 wird ein Verfahren zur koagulativen Gewinnung von
Polyethersulfonen beschrieben, bei dem eine Lösung der Polymeren in einer
Trägerphase als Tröpfchen dispergiert und die Dispersion mit einem ali
phatischen Kohlenwasserstoff in einem turbulenten Scherfeld in Berührung
gebracht wird, so daß die Tröpfchen vom Kohlenwasserstoff umhüllt werden.
Anschließend werden die umhüllten Tröpfchen extrahiert und das organische
Lösungsmittel und der aliphatische Kohlenwasserstoff entfernt. Die Teil
chengröße der so erhaltenen Produkte beträgt maximal 250 µm, ist also
relativ gering. Nach diesem Verfahren hergestellte Teilchen mit einem
Durchmesser von mehr als 250 µm besitzen ausweislich Spalte 6,
Zeile 60 ff. nicht die für die Entfernung von Lösungsmittel und
Verunreinigungen erwünschte Porenstruktur. Da es bei zu kleinen
Teilchengrößen häufig zu Schwierigkeiten bei der Konfektionierung kommt,
wäre es wünschenswert, teilchenförmige Polymerisate mit ausreichender
Teilchengröße und einem schmalen Teilchengrößenspektrum zu haben.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, ein Verfahren zur Iso
lierung von teilchenförmigen Polymeren zur Verfügung zu stellen, bei
dem große Teilchen bei enger Teilchengrößenverteilung, vorzugsweise mit
mittleren Teilchendurchmessern (Gewichtsmittelwert) im Bereich von 0,5 bis
2 mm, erhalten werden, deren Weiterverarbeitung gut möglich ist. Außerdem
sollten die Teilchen vorzugsweise eine offenzellige Schaumstruktur
aufweisen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zur Isolierung
teilchenförmiger Polymere der eingangs genannten Art gelöst, das
dadurch gekennzeichnet ist, daß man
- A) eine Lösung der Polymere aus einer Düse in einer Vielzahl von Flüssigkeitsstrahlen austreten läßt,
- B) durch Versetzen der Düse in longitudinale oder transversale Schwingungen oder durch Pulsieren der Flüssigkeit in der Düse oder durch Versehen einer Wegstrecke zwischen Austritt aus der Düse und Eintritt in ein Fällungsbad, einen Strahlzerfall des Flüssigkeits strahls in Tropfen mit enger Korngrößenverteilung herbeiführt,
- C) die erzeugten Tropfen durch Einbringen in ein Fällungsbad, welches eine Flüssigkeit enthält, in der sich die Polymere nicht lösen, ausfällt und
- D) in den Polymerpartikeln enthaltene Lösungsmittelreste und sonstige Verunreinigungen entfernt.
Als bevorzugte Diole der allgemeinen Formel I seien nachfolgend einige
Verbindungen aufgeführt. Diese können, wie auch die Dihalogenverbindungen
der Formel II einzeln oder in beliebigen Mischungen eingesetzt werden.
Von den vorstehend aufgeführten Dihydroxyverbindungen werden 4,4′-Di
hydroxydiphenyl, 3,3′, 5,5′-Tetramethyl-4,4′-dihydroxydiphenyl, Tetra
methyl-Bisphenol A, Bisphenol A, Bisphenol S, Bisphenol T und 2,3,6-Tri
methylhydrochinon besonders bevorzugt.
Als Substituenten am Kern der Dihydroxyverbindungen I werden Alkyl- oder
Alkoxygruppen mit 1 bis 6 C-Atomen wie Ethyl-, Propyl-, n-, i- oder
t-Butyl bzw. die entsprechenden Alkoxygruppen und Arylgruppen bevorzugt.
In den Dihalogenverbindungen der vorstehend genannten allgemeinen For
mel II sind die Substituenten am Kern vorzugsweise Alkylgruppen mit 1 bis
4 C-Atomen, z. B. Methyl, i- oder n-Propyl oder t-Butyl oder Cl oder F.
Die folgenden Dihalogenverbindungen der allgemeinen Formel II seien als
bevorzugte Beispiele aufgeführt.
Von den vorstehend aufgeführten Dihalogenverbindungen werden 3,3′,5,5′-
Tetramethyl-4,4′-dichlordiphenylsulfon, 1,10-Di(4′-Chlorphenylsulfondi
phenyl, 4,4′-Difluorbenzophenon und 1,4-Di-(4-chlorcarbonylphenyl)benzol
bevorzugt.
Im erfindungsgemäßen Verfahren können sowohl statistische als auch Block
copolymere aus Dihydroxyverbindungen I und Dihalogenverbindungen II ein
gesetzt werden.
Vorzugsweise werden als Polymere Polyarylethersulfone mit
wiederkehrenden Einheiten der Formeln III und IV
statistische Copolymere aus mindestens zwei Dihydroxyverbindungen
und/oder mindestens zwei Dihalogenverbindungen und Blockcopolymere
aus amorphen und/oder teilkristallinen Blöcken verwendet.
Die relative Viskosität der eingesetzten Polymere liegt im allgemei
nen im Bereich von 0,3 bis 4,5, vorzugsweise von 0,35 bis 2,0 und insbe
sondere 0,35 bis 1,5 (gemessen in 1gew.-%iger Lösung in o-Dichlorbenzol/
Phenol (1 : 1 Gewichtsverhältnis)). Dies entspricht im allgemeinen Moleku
largewichten (Gewichtsmittelwerten) im Bereich von 10.000 bis 200.000.
Verfahren zur Herstellung der im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten
Polymere sind an sich bekannt und z. B. in der EP-A 113 112 und der
EP-A 135 130 sowie der EP-A 1 879 beschrieben.
Besonders bevorzugt wird die Polykondensation in aprotischen polaren Lö
sungsmitteln mit wasserfreien Alkalicarbonaten als Katalysatoren durchge
führt. Ein besonders gut geeignetes Lösungsmittel ist N-Methylpyrrolidon
in Verbindung mit wasserfreiem K₂CO₃ als Katalysator. Als weitere apro
tische Lösungsmittel seien beispielsweise Dimethylsulfoxid, Dimethylsul
fon, Diphenylsulfon, Dimethylacetamid und Dimethylformamid genannt.
In diesen Lösungsmitteln ist das gebildete Polymer löslich und die
Reaktionslösungen können direkt im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt
werden.
Die Reaktionsbedingungen hängen vom gewählten Lösungsmittel und dem ange
strebten Molekulargewicht der Polymeren ab und sind an sich bekannt, so
daß sich hier nähere Angaben erübrigen.
Die Konzentration des Polymeren im Lösungsmittel liegt im allgemeinen im
Bereich von 5 bis 40, insbesondere von 10 bis 30 Gew.-‰.
Im Schritt A) des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Lösungen der
Polymere mit einer Düse in eine Vielzahl von Flüssigkeitsstrahlen
zerlegt. Dabei ist darauf zu achten, daß der Durchsatz nicht so hoch
gewählt wird, daß bereits beim Austritt aus der Düse ein Zerstäuben
erfolgt, da dann ein sehr ungleichmäßiges Tropfenspektrum erhalten wird.
Als bevorzugte Düsen werden Kapillaren mit einem Durchmesser von 0,1 bis
2,0 mm, insbesondere von 0,3 bis 1,0 mm und einem Durchsatz von 10 bis
3000 g/h, insbesondere von 400 bis 2000 g/h pro Kapillare eingesetzt. Es
versteht sich, daß mehrere Kapillaren parallel geschaltet werden können.
Der Druck vor der Kapillare liegt im allgemeinen im Bereich von 0,1 bis
8 bar (10 bis 800 kPa), insbesondere von 0,5 bis 3 bar. In den meisten
Fällen reicht es aus, den Behälter mit der Lösung des Polmeren auf einem
etwas höheren Niveau als die Düse anzubringen und den hydrostatischen
Druck auszunutzen.
Nach Erzeugung des Flüssigkeitsstrahls wird durch Strahlzerfall die Bil
dung gleichmäßiger, d. h. gleich großer Tropfen, herbeigeführt. Dies kann
z. B. einfach durch Vorsehen einer ausreichenden Wegstrecke zwischen Aus
tritt aus der Düse und Eintritt in das Fällungsbad erfolgen. Tritt
nämlich ein Flüssigkeitsstrahl aus einer Kapillare zunächst als glatter
Faden oder Strahl aus, so bilden sich nach einer gewissen Strecke Wellen,
die zum Zerfall des Strahls in gleich große Tropfen führen.
Andere Möglichkeiten für die technische Durchführung des gesteuerten
Strahlzerfalls sind das Versetzen der Düse in Schwingungen oder das
Pulsieren der Flüssigkeit in einer feststehenden Düse.
Das Versetzen der Kapillare in Schwingung kann longitudinal oder trans
versal erfolgen. Zur Erzeugung longitudinaler Schwingungen kann die Düse
z. B. an einer Membran befestigt werden, die über einen Schwinger mit
Hilfe eines Tongenerators in longitudinale Schwingungen versetzt wird.
Anstelle des Tongenerators kann auch ein piezoelektrischer Wandler ein
gesetzt werden.
Transversale Schwingungen werden im allgemeinen mit Vibratoren erzeugt.
Eine andere Möglichkeit des Strahlzerfalls ist das Pulsieren der Flüssig
keit in einer feststehenden Kapillare, z. B. durch einen Oszillator. Dabei
durchläuft die zertropfende Flüssigkeit eine von einem Oszillator
betriebene Vibrationskammer und zerfällt beim Austritt aus der Kapillare.
Die Frequenzen der Schwingungen bzw. Vibrationen liegen im allgemeinen im
Bereich von 30 · 1000 s-1, insbesondere von 50 bis 800 s-1.
Durch die Anwendung solcher periodischer Störungen ist es möglich, die
Wegstrecke zwischen Austritt aus der Düse und Eintritt in das Fällungsbad
zu verkürzen, ohne daß die Gleichmäßigkeit der Tropfengröße verschlech
tert wird.
Aus dem Vorstehenden ergibt sich, daß die zwischen Austritt aus der Düse
und Eintritt in das Fällungsbad liegende Wegstrecke (= Fallhöhe) in
weiten Bereichen - abhängig von der Verfahrensvariante - variieren kann.
Im allgemeinen haben sich Fallhöhen im Bereich von 0,1 bis 2 m, insbe
sondere von 0,2 bis 1,5 m als vorteilhaft erwiesen, wobei aus den vor
stehend genannten Gründen die unteren Werte beim Strahlzerfall durch
periodische Störungen gelten.
In Schritt C) werden die in Schritt B) erzeugten Tropfen in ein Fällungs
bad eingebracht, welches eine Flüssigkeit enthält, in der sich die Poly
merisate nicht lösen. Da die Düse in der Regel oberhalb des Fällungsbades
angebracht ist, gelangen die aus dem Strahl hergestellten Tropfen durch
die Schwerkraft in das Fällungsbad, so daß keine speziellen Vorrichtungen
hierfür erforderlich sind.
Als Nicht-Lösungsmittel (Fällungsmittel) eignen sich z. B. Wasser und
Alkohole ROH mit 1 bis 8 C-Atomen, wie Methanol, Ethanol, Pentanol etc.
sowie Gemische aus Wasser und derartigen Alkoholen.
Die Temperatur des Fällungsbades ist an sich nicht kritisch und liegt im
allgemeinen zwischen Raumtemperatur und einer Temperatur dicht unter dem
Siedepunkt des Fällungsmediums. Um Verluste durch Verdampfen zu vermei
den, kann die gesamte Vorrichtung (Düse und Fällungsbad) als
geschlossenes System ausgelegt werden und unter Schutzgas oder geringem
Überdruck gehalten werden. Es ist jedoch auch möglich und häufig vorteil
haft bei Normaldruck zu arbeiten.
Im abschließenden Schritt D) werden die in den beim Ausfällen gebildeten
Polymerteilchen noch enthaltenen Lösungsmittelreste und sonstige Verun
reinigungen nach Abtrennung der Polymerteilchen aus dem Fällungsmedium
entfernt.
Dies kann nach an sich bekannten und in der Literatur beschriebenen Ver
fahren zur Reinigung von Feststoffpartikeln erfolgen. Nur beispielsweise
seien hier Waschen und anschließendes Trocknen (falls keine schwerflüch
tigen Verunreinigungen mehr vorhanden sind, kann unter Umständen die Rei
nigung direkt durch Verdampfen des Lösungsmittels erfolgen) und bekannte
Extraktionsverfahren genannt.
Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, die Entfernung des Lö
sungsmittels und evtl. vorhandener Verunreinigungen mit Hilfe der Fest-
Flüssig-Extraktion durchzuführen. Als Lösungsmittel sind z. B. Wasser,
Alkohole mit 1 bis 8 C-Atomen, insbesondere Methanol oder Ethanol, Aceton
sowie deren Gemische verwendbar.
Die Bedingungen bei der Extraktion hängen natürlich von der Art des ge
wählten Extraktionslösungsmittels ab, können aber ansonsten in weiten
Grenzen variiert werden. So kann unter Überdruck oder bei verringertem
Druck und gegebenenfalls unter Schutzgasatmosphäre gearbeitet werden. Im
allgemeinen wird bei atmosphärischem Druck gearbeitet.
Als Schutz- oder Inertgase eignen sich Stickstoff oder Edelgase, insbe
sondere Ar.
Die Extraktionstemperatur hängt vom gewählten Extraktionsmittel ab und
liegt vorzugsweise dicht unter dem Siedepunkt desselben.
Nach Entfernung des Extraktionslösungsmittels können die teilchenförmigen
Polymere in an sich bekannter Weise konfektioniert und für den weite
ren Gebrauch vorbereitet werden.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhält man teilchenförmige Polymere
mit sehr enger Größenverteilung, d. h. sehr gleichmäßige Teilchen,
was sich bei der weiteren Konfektionierung vorteilhaft auswirkt. Die
mittlere Teilchengröße liegt im allgemeinen im Bereich von 100 µm bis
10 mm, vorzugsweise von 300 µm bis 5 mm und insbesondere von 400 µm bis
4 mm.
Innerhalb eines Intervalls von ±10% der mittleren Teilchengröße liegt im
allgemeinen die Größe von mindestens 70% aller Teilchen, insbesondere
von mindestens 75%.
Es wurden Lösungen folgender Polymere hergestellt:
L 1:18gew.-%ige Lösung (in N-Methylpyrrolidon) eines Polyarylethersulfons
mit wiederkehrenden Einheiten der allgemeinen Formel III, wobei das
Polymere eine reduzierte Viskosität von 0,6 dl/g, gemessen in
1gew.-%iger Lösung in o-Dichlorbenzol/Phenol (Gewichtsverhältnis 1 : 1)
aufwies.
L 2:18gew.-%ige Lösung (in N-Methylpyrrolidon) eines Polyarylethersulfons
mit wiederkehrenden Einheiten der allgemeinen Formel IV, wobei das
Polymere eine reduzierte Viskosität von 0,7 dl/g, gemessen wie bei
L 1, aufwies.
L 3:18gew.-%ige Lösung (in N-Methylpyrrolidon) eines statistischen
Copolymere aus Bisphenol A, Dihydroxydiphenylsulfon (Molverhält
nis 1 : 1) und Dichlordiphenylsulfon mit einer reduzierten Viskosität
von 0,8 dl/g, gemessen wie bei L 1.
L 4:18gew.-%ige Lösung (in N-Methylpyrrolidon) eines Blockcopolymers
aus je 50 mol-%-Blöcken mit der Struktureinheit III und IV mit einem
Molekulargewicht (Gewichtsmittelwert) der Blöcke von 15 000 und einer
Viskositätszahl von 71, bestimmt nach DIN 53 726/8.
Die Herstellung der Polymeren für die Lösungen L 1 bis L 3 erfolgte auf an
sich bekannte Weise durch Umsetzung der Monomeren in N-Methylpyrrolidon
in Gegenwart von Kaliumcarbonat.
Das Blockcopolymere für die Lösung L 4 wurde durch eine zweistufige Um
setzung hergestellt, wobei zunächst 4,4′-Dichlordiphenylsulfon und Bis
phenol A (3% molarer Überschuß) in Gegenwart von Kaliumcarbonat (10%
molarer Überschuß) in einer 3 : 1-Mischung aus N-Methylpyrrolidon und
Chlorbenzol 4 h bei 170 und anschließend 4 h bei 190°C umgesetzt wurden.
Anschließend wurden 4,4′-Dihydroxydiphenylsulfon und 4,4′-Dichlordi
phenylsulfon (8% molarer Überschuß) sowie Kaliumcarbonat (10% molarer
Überschuß, bezogen auf Gesamtmonomere der Stufe II) und die 1,5fache
Gewichtsmenge (bezogen auf Gesamtmonomere der Stufe II) N-Methylpyrroli
don zugegeben und 2 h bei 170 und 6 h bei 190°C kondensiert. Durch Ein
leiten von CH₃Cl wurde die Polykondensation abgebrochen.
Die Polymerlösungen L 1 bis L 4 wurden mit Hilfe einer Kapillardüsen
platte mit 20 Kapillaren mit einem Kapillardurchmesser von 0,8 mm in
Flüssigkeitsstrahlen zerlegt. Der Durchsatz pro Kapillare betrug
1250 g/h. Nach Austritt aus den Kapillaren durchquerten die Flüssigkeits
strahlen eine Wegstrecke von 0,5 m, bevor sie in ein Fällbad aus Wasser
gelangten. Nach Abtrennung und Extraktion von Lösungsmittelresten und
Verunreinigungen mit Hilfe von Wasser wurden die Polymerteilchen
getrocknet. Die mittlere Teilchengröße (Gewichtsmittelwert) der Produkte
betrug 1,5 mm und 75 Gew.-% aller Teilchen hatten einen Durchmesser im Bereich von ±10% um den Mittelwert.
Die Teilchen hatten eine offenzellige Schaumstruktur.
Claims (5)
1. Verfahren zur Erzeugung teilchenförmiger Polymere, erhältlich
durch Polykondensation von Diolen der allgemeinen Formel I
oder deren kernsubstituierten C₁-C₆-Alkyl-, C₁-C₆-Alkoxy-, Aryl-,
Cyano-, Cl- oder F-Derivaten, mit Dihalogenverbindungen der allge
meinen Formel II
oder deren kernsubstituierten C₁-C₆-Alkyl-, C₁-C₆-Alkoxy-, Aryl-,
Chlor- oder Fluorderivaten, wobei
X und Z eine chemische Bindung, -O-, -S-, Y¹ und Y² Cl oder F, R¹ und R² Wasserstoff, Alkylgruppen mit 1 bis 6 C-Atomen, Alkoxy gruppen mit 1 bis 6 C-Atomen oder Arylgruppen oder deren halogenierte Derivate darstellen, und k, m und q den Wert 0 oder 1 haben, dadurch gekennzeichnet, daß man
X und Z eine chemische Bindung, -O-, -S-, Y¹ und Y² Cl oder F, R¹ und R² Wasserstoff, Alkylgruppen mit 1 bis 6 C-Atomen, Alkoxy gruppen mit 1 bis 6 C-Atomen oder Arylgruppen oder deren halogenierte Derivate darstellen, und k, m und q den Wert 0 oder 1 haben, dadurch gekennzeichnet, daß man
- A) eine Lösung der Polymere aus einer Düse in einer Vielzahl von Flüssigkeitsstrahlen austreten läßt,
- B) durch Versetzen der Düse in longitudinale oder transversale Schwingungen oder durch Pulsieren der Flüssigkeit in der Düse oder durch Vorsehen einer Wegstrecke zwischen Austritt aus der Düse und Eintritt in ein Fällungsbad einen Strahlzerfall des Flüssigkeitsstrahls in Tropfen mit enger Korngrößenverteilung herbeiführt,
- C) die erzeugten Tropfen durch Einbringen in ein Fällungsbad, welches eine Flüssigkeit enthält, in der sich die Polymere nicht lösen, ausfällt und
- D) in den Polymerpartikeln enthaltene Lösungsmittelreste und son stige Verunreinigungen entfernt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Düse
in Schritt A) Kapillaren mit einem Durchmesser von 0,1 bis 2,0 mm und
einem Durchsatz von 10 bis 3000 g/h pro Kapillare verwendet.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
als Polymer ein Polyarylethersulfon mit wiederkehrenden Einheiten
der allgemeinen Formeln III und/oder IV
verwendet wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
als Polymer ein statistisches Copolymer aus mindestens zwei
Dihydroxyverbindungen und/oder mindestens zwei Dihalogenverbindungen
verwendet wird.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
als Polymer ein Blockcopolymer mit amorphen und/oder teil
kristallinen Blöcken verwendet wird.
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ID=6317217
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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