DE3716563A1 - Verbundfenster - Google Patents

Verbundfenster

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DE3716563A1 DE19873716563 DE3716563A DE3716563A1 DE 3716563 A1 DE3716563 A1 DE 3716563A1 DE 19873716563 DE19873716563 DE 19873716563 DE 3716563 A DE3716563 A DE 3716563A DE 3716563 A1 DE3716563 A1 DE 3716563A1
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Description

Gegenstand der Erfindung ist ein Verbundfenster nach dem Oberbegriff des Patenanspruchs 1.
Derartige Verbundfenster sind in vielfältigen Ausführungsformen bekanntgeworden. Allen Ausführungsformen ist gemeinsam, daß minde­ stens zwei parallele im Abstand voneinander angeordnete Kunststoff- oder Glasscheiben in einer umlaufenden Fassung gasdicht miteinander verklebt sind und daß der sich zwischen den Scheiben ergebende Hohl­ raum in der Regel evakuiert und/oder mit einem inerten Gas gefüllt ist.
Zweck dieser Maßnahme ist, eine Wärmeisolation eines derartigen Ver­ bundfensters zu erreichen.
Nachteil der bisher bekannten Verbundfenster ist jedoch, daß stets in der Regel noch ein zusätzlicher Rollo verwendet wird, der dazu dient, eine übermäßige Licht- und Wärmeeinstrahlung in den betref­ fenden Raum zu vermeiden.
Normalerweise dienen diesem Zweck Rollos, die entweder außen oder auf der Innenseite der Fenster angeordnet sind und je nach Bedarf hochgezogen oder heruntergelassen werden.
Sind die Rollos auf der Außenseite der Fenster angebracht, so sind sie Wind- und Wettereinflüssen ausgesetzt und müssen daher sehr stabil und aufwendig gestaltet sein.
Rollos auf der Innenseite der Fenster können zwar in leichterer Aus­ führung gebaut werden, haben aber den Nachteil, daß die absorbierte Wärme, aber auch ein Großteil der reflektierten Wärme, im Raum bleibt und den Raum zusätzlich beheizt.
All diesen Lösungen haftet der Nachteil an, daß diese Rollos einen Teil der Wärme absorbieren und einen anderen Teil abstrahlen und an die Umgebung wieder abgeben.
Es wurde auch bereits vorgeschlagen, in Verbundfenstern, d. h. zwischen zwei Glasscheiben Rollos anzuordnen.
Diese Konstruktion ist vor allem deshalb aufwendig, da sie nach außen vollkommen abgedichtet sein muß, um das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit zu vermeiden. Abgesehen davon, sind die vorher be­ schriebenen Mängel der Aufheizung durch absorbierte und reflektierte Wärme nicht beseitigt, sogar teilweise verschlimmert, da sich solche Rollos in einem abgeschlossenen ruhenden Raum befinden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verbundfenster der eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß eine übermäßige Licht- und Wärmeeinstrahlung ohne Verwendung eines Rollos, in die die Ver­ bundfenster zugeordneten Räume vermieden wird.
Zur Lösung der gestellten Aufgabe dient die im Anspruch 1 wiederge­ gebende technische Lehre.
Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, in einem Verbundfenster, welches üblicherweise aus mindestens zwei oder mehreren Scheiben besteht, die nach außen abgedichtet sind, durch Rohranschlüsse in den da­ zwischen liegenden Hohlräumen eine Flüssigkeit zu- bzw. abzuleiten. Dabei ist es unerheblich, ob die Fenster aus Glas oder transparen­ tem Kunststoff bestehen. Ebenso ist es unerheblich, ob außer einem Hohlraum, der mit der Flüssigkeit gefüllt werden soll, weitere Hohl­ räume, z. B. zur Schalldämmung vorgesehen sind.
Besonders vorteilhaft ist ein derartiges Verbundfenster, wenn ein Anschluß unten und ein Anschluß oben angeordnet ist und eine Außen­ verbindung zwischen den Anschlüssen besteht, die eine Zirkulation der Flüssigkeit gestattet.
Normalerweise tritt bereits durch die Sonneneinstrahlung und die damit verbundene Erwärmung der Flüssigkeit im Fenster, eine thermische Strömung ein, die noch dadurch verbessert werden kann, daß in der Außenverbindung zusätzliche Einrichtungen angeordnet sind, beispielsweise ein luftumströmter Lamellenkühler, der die im Fenster erwärmte Flüssigkeit abkühlt und wieder dem Fenster zuführt. Wirkungsvoller kann eine derartige Strömung durch die Einschaltung einer Pumpe in der Außenverbindung gestaltet werden.
Ebenso ist eine bessere Ausgestaltung des Erfindungsgedankens möglich, durch die Anordnung eines Audehnungsgefässes, um einen unzulässigen Anstieg des Druckes in dem System zu vermeiden. Zum Ausgleich des Volumens wird die Füllung des Systems mit einer aus­ reichenden Menge eines neutralen Gases, z. B. Stickstoff vorgesehen.
Erfindungsgemäß wird empfohlen, in der Außenverbindung einen Wärme­ tauscher anzuordnen, der eine zusätzliche Nutzung, der vom Fenster aufgenommenen Sonnenenergie gestattet. Das kann beispielsweise ein Wärmepumpensystem sein.
Besonders interessant ist die erfindungsgemäße Koppelung eines solchen Wärmetauschers mit einem Absorptionskühlsystem, welches die vom Fenster absorbierte Wärme in Kälte umsetzt und z. B. zur Klima­ tisierung der hinter dem Fenster gelegenen Räume herangezogen werden kann.
Eine weitere Verbesserung eines erfindungsgemäßen Verbundfensters besteht darin, zur Füllung der Hohlräume eine Flüssigkeit mit tem­ peraturveränderlicher Transparenz zu benutzen, wordurch eine An­ passung der Lichtabsorption an die Sonnenstrahlung möglich ist.
Eine weitere erfindungsgemäße Möglichkeit, die Intensität des Licht­ einfalls durch ein solches Verbundfenster zu variieren besteht darin, eine Flüssigkeit zu verwenden, die unter dem Einfluß von elektrischen Feldern oder Strömen ihre Transparenz in Art von Flüssigkristalldisplays ändert.
Zu diesem Zweck kann es sinnvoll sein, die Innenflächen mit einem elektrisch leitenden Belag zu versehen und an eine Spannungsquelle anzuschließen.
Erfindungsgemäß wird weiterhin empfohlen, die Transparenz der Flüssigkeit von der Intensität der Sonneneinstrahlung abhängig elektronisch zu steuern, sei es über die Beeinflussung der Trans­ parenz oder durch Einstellung einer gewissen Füllhöhe.
In einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist es vorgesehen, daß man die Hohlräume zwischen den Glasscheiben nicht bis zur voll­ ständigen Füllung des Hohlraumes füllt, sondern daß man beliebige Füllstände vorsieht. Hierzu wird vorgeschlagen, daß mindestens ein weiterer Anschluß im unteren Bereich des Hohlraumes vorhanden ist. Dies gestattet ein Umpumpen der Flüssigkeit auch bei teilweiser Füllung sowie die Ableitung von absorbierter Wärme, sei es nur zur Vermeidung einer unzulässigen Aufheizung der Fenster, oder um diese Wärme anderweitig, z. B. über Wärmetauscher zu nutzen.
Eine zusätzliche Verbesserung wird durch eine erfindungsgemäße Anordnung in Verbundfenstern mit drei oder mehr Scheiben erreicht, indem man zwei oder mehrere Hohlräume mit Flüssigkeit ganz oder teilweise füllt. Dies kann aus einem gemeinsamen Vorratsbehälter oder sogar aus getrennten Vorratsbehältern mit Flüssigkeiten un­ terschiedlicher Transparenz oder Farbe erfolgen.
Alle anderen Außenverbindungen und Zusatzeinrichtungen, wie in der Hauptanmeldung P 36 42 599.0 beschrieben und beansprucht, können sinngemäß auch bei zwei oder mehreren Hohlräumen vorgesehen werden.
Mit Steuerventilen wird erfindungsgemäß über Verbindungsleitungen auf Füllen oder Umpumpen oder Entleeren gestellt.
Mit der variablen Einstellung der Füllhöhe, die in Abhängigkeit von den Lichtverhältnissen vor oder hinter dem Verbundfenster oder in Abhängigkeit von der Außentemperatur gesteuert werden kann, ergibt sich also ebenfalls eine Art von Rollo-Effekt, weil man durch beson­ dere Farbzusätze in der Flüssigkeit, die gegebenenfalls temperatur­ und lichtabhängig nachdosierbar sind, einen beliebig steuerbaren Verdunkelungseffekt erzielen kann.
Als Material für die Flüssigkeit gibt es hierbei ein weites Anwendungsspektrum. Es kommen hierbei sämtliche Flüssigkeiten in Betracht, die einen Gefrierpunkt aufweisen, der unterhalb von 0° Celsius liegt, wie z. B. Alkohol-Wassergemische oder Kohlenwasserstoff-Gemische und dergleichen. Es wird bevorzugt, wenn der Flüssigkeit ein Detergentium beigefügt wird, um nach dem Abpumpen der Flüssigkeit eine Schlierenbildung im jetzt von Flüssigkeit befreiten Hohlraum zu vermeiden. Die in die Flüssigkeit einzubringenden Farbzusätze können in der Flüssigkeit suspendiert sein oder gelöst sein. Es können auch koloide Farbzusätze verwendet werden.
Die verwendeten Farbzusätze sollten möglichst UV-beständig sein.
Versuche haben gezeigt, daß bei herkömmlichen Glasscheiben, die bei­ spielsweise eine Stärke von 3-4 mm haben, eine Befüllung des Hohl­ raumes mit einer Flüssigkeit dazu führt, daß sich die Glasscheiben konvex auseinanderbiegen. Um eine unerwünschte mechanische Belastung der Glasscheiben und der am Außenumfang angeordneten Dichtung zu vermeiden, ist es in einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung vorgesehen, daß etwa im Bereich der größten Durchbiegung (das ist etwa die Mitte der Fensterfläche) Querstege angeordnet sind, welche den Hohlraum durchgreifen und die jeweils fest mit der jeweiligen Scheibe verbunden sind.
Neben der mechanischen Überbrückung der Hohlräume durch ent­ sprechende Querstege kann jedoch auch eine kleinere Fensterteilung vorgesehen werden, um kleinere, voneinander getrennte, mit Flüssig­ keit gefüllte Hohlräume zu erreichen.
Um derartige flüssigkeitsgefüllte Verbundfenster vor mechanischer Gewalteinwirkung zu schützen, kann es ferner vorgesehen sein, die außenliegende Scheibe dicker als die innenliegende Scheibe auszu­ bilden, um bei einem Bruch des Verbundfensters zu vermeiden, daß der flüssigkeitsgefüllte Hohlraum in Richtung zur Außenseite (z. B. eines Gebäudes) geöffnet wird.
Ebenso kann es vorgesehen sein, daß die äußere Scheibe als Drahtglas ausgebildet ist und eine entsprechende Bewehrung trägt, oder auch, daß die äußere Scheibe oder auch beide Scheiben aus einem Sicherheitsverbundglas ausgebildet sind.
Statt einer mechanischen Entlastung der Hohlräume durch entsprechende die Hohlräume überbrückende Querstege kann es auch vorgesehen sein, die Hohlräume selbst zu evakuieren, weil dadurch der durch die Füllung des Hohlraumes mit Flüssigkeit entstehende Druck nicht mehr auf die Scheiben selbst einwirken kann.
Hierbei kann entweder ein konstanter Unterdruck im Hohlraum erzeugt werden, oder auch der Unterdruck so geregelt werden, daß beispielsweise immer eine bestimmte Füllhöhe im Hohlraum eingehalten wird. Diese Füllhöhe kann auch licht- oder temperaturabhängig geregelt werden.
Als weitere Sicherheitsmaßnahme beim Bruch der Verbundscheibe kann es ferner vorgesehen sein, daß im oberen Bereich ein Rückschlagventil mit einer kalibrierten Bohrung vorgesehen ist, so daß beim Bruch des Verbundfensters der Ablauf schneller als der Luftzustrom durch die kalibrierte Bohrung des oberen Rückschlagventils erfolgt und hiermit ein langsamer Auslauf der Flüssigkeit gewährleistet ist.
Ebenso ist es vorgesehen, daß das Verbundfenster unter bestimmten Betriebsbewegungen (z. B. bei Kälte) automatisch entleert wird oder auch bei Kälte beheizt wird.
Mit der erfindungsgemäß vorgeschlagenen technischen Lehre wird also ein vollkommen neuer Weg beschritten, der dem Sinnspruch "Vor der Sonne schützen und der Wärme nützen" einen neuen Qualitätsinhalt verleiht.
Wesentlich bei der vorliegenden Erfindung ist nämlich, daß zwar eine Lichtstrahlung durch das Fenster hindurchgelassen wird, daß aber schädliche UV-Strahlen und IR-Strahlen aufgefangen werden und die in der Flüssigkeit in den Hohlräumen absorbierte Wärme fortgeleitet wird.
Hierbei gibt es dann verschiedene Möglichkeiten. Zunächst kann die Wärme ungenutzt fortgeleitet werden, es ist aber auch möglich, die Wärme selbst für ein Wärmekollektorsystem auszunützen und beispiels­ weise eine Wärmepumpe hiermit zu beheizen. Ebenso kann der Austreiber eines Absorptions-Kühlsystems geheizt werden, wodurch mit dieser Wärme die innenliegenden Räume gekühlt werden können.
Es ergibt sich damit dann sogar ein Selbstregelungseffekt, denn bei einem regnerischen Tag wird der Austreiber des Absorptions-Kühlsy­ stems nicht so stark beheizt wie bei einem warmen, sonnigen Tag, so daß auch der Kühleffekt in den, den Verbundfenstern zugeordneten Räumen entsprechend geringer ist.
Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus dem Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen Patentansprüche untereinander. Alle in den Unterlagen - einschließlich der Zusammen­ fassung - offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung, werden als erfin­ dungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von mehrere Ausführungswege darstellenden Zeichnungen näher erläutert. Hierbei gehen aus den Zeichnungen und ihrer Beschreibung weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der Erfindung hervor.
Es zeigen:
Fig. 1 Schematisiert einen Schnitt durch ein Verbundfenster nach der Erfindung mit einem außenliegenden Anschlußsystem.
Fig. 2 Eine Abwandlung des Prinzips nach Fig. 1.
Fig. 3 Eine weitere Abwandlung des Prinzips nach Fig. 1 und Fig. 2 mit regelbarem Füllstand in den Hohlräumen.
Fig. 4 Schematisiert die Stellung des Umschaltventils in einer zweiten Betriebsstellung im Vergleich zu Fig. 3.
Fig. 5 Schematisiert die Stellung des Umschaltventils in einer dritten Betriebsstellung.
Fig. 6 Schematisiert eine weitere Ausführungsform eines Verbund­ fensters mit zwei voneinander getrennten Hohlräumen in ei­ nem ersten Befüllungszustand.
Fig. 7 Das Verbundfenster nach Fig. 6 in einem zweiten Füllzu­ stand.
Fig. 8 Vergrößerte Schnittansicht durch ein Verbundfenster mit ei­ nem Quersteg.
Fig. 9 Schematisiert eine Ansteuerung mit zwei Pumpen.
Fig. 1 zeigt eine beispielhafte schematisierte Darstellung eines erfindungsgemäßen Verbundfensters mit der umlaufenden Abdichtung (1) den unteren Anschluß (2) und den oberen Anschluß (3). In dem Beispiel Fig. 1 ist die gesamte Fensterfläche mit der Flüssigkeit (4) gefüllt. Über die Außenverbindung (5) kann die Flüssigkeit (4) durch die Erwärmung bei Sonneneinstrahlung in Art einer Thermo­ syphonwirkung mit einem Ausdehnungsgefäß (23), wie sie auch bei Zentralheizungssystemen gebräuchlich ist, zirkulieren.
In der Außenverbindung kann z. B. ein Lamellenkühler (6) angeordnet sein, der die zirkulierende Flüssigkeit abkühlt.
Die Umwälzung kann durch eine Pumpe (9) verbessert werden.
Die von der Flüssigkeit (4) absorbierte Sonnenenergie kann aber auch beispielweise dadurch genutzt werden, daß in der Außenverbindung (5) ein Wärmetauscher (7) angeordnet ist, der die Energie der Flüssigkeit entnimmt und beispielsweise einem Wärmepumpensystem (8) zuführt.
Dieses Wärmepumpensystem kann auch beispielsweise ein Absorption- Kühlsystem sein, das z. B. unmittelbar zur Klimatisierung der hinter dem Fenster liegenden Räume herangezogen werden kann.
Fig. 2 zeigt eine beispielsweise Anordnung, die man als Flüssig­ keitsrollo bezeichnen könnte. In diesem Falle ist die Fensterfläche nur teilweise mit der Flüssigkeit (4) gefüllt. Die Füllhöhe kann nach Belieben mit der Pumpe (9) eingestellt werden. Die erforder­ liche Flüssigkeitsmenge wird einem Vorratsbehälter (10) entnommen.
Zweckmäßigerweise wird dem an sich geschlossenen System eine aus­ reichende Menge eines nicht aggressiven neutralen Gases, z. B. Stickstoff, eingeschlossen.
Wird die Flüssigkeit (4) durch die Pumpe (9) in den Vorratsbehälter (10) zurückgepumpt, der eine ausreichende Kapazität besitzen muß, dann befindet sich in den Hohlräumen der Fenster nur Stickstoff. Wird Flüssigkeit von der Pumpe (9) in die Hohlräume eingepumpt, so kann der Stickstoff über den oberen Anschluß (3) und die Außenver­ bindung (5) in den Vorratsbehälter (10) zurückgedrückt werden.
Je nach Wahl der Flüssigkeit und entsprechenden Farbbeimengungen ist es in weiten Grenzen möglich, die Licht- und Wärmeabsorption zu beeinflussen. Bei vollständiger Füllung der Hohlräume mit Flüssig­ keit (4) sind auch bei dieser Anordnung die gleichen Möglichkeiten wie bei dem Beispiel Fig. 1 gegeben, d. h. es kann umgewälzt werden, es können Wärmeaustauscher und andere Bauelemente in den Kreislauf einbezogen werden.
Sowohl bei dem Beispiel Fig. 1, als auch bei dem Beispiel Fig. 2 können die Innenflächen der Hohlräume elektrisch leitend beschich­ tet werden, so daß über (11+12) elektrische Spannungen angelegt werden können, welche die Flüssigkeit bei entsprechender Zusammen­ setzung ähnlich einem Liquide-Cristal-Display beeinflussen.
Selbstverständlich ist es auch möglich, als Flüssigkeit (4) eine Zusammensetzung zu wählen, welche in Abhängigkeit der einfallen­ den Lichtintensität die Transparenz verändert. Das gilt sowohl für Ausführung Fig. 1, als auch Ausführung Fig. 2.
Selbstverständlich empfiehlt es sich, auch die Flüssigkeit so zusam­ menzusetzen, daß eine geringste Oberflächenspannung ein Benetzen der Innenflächen der Hohlräume vermeidet.
Fig. 3 zeigt eine schematische Ausführungsskizze eines Verbund­ fensters mit einem weiteren, unteren Anschluß (14) neben dem ersten unteren Anschluß (2).
Der Anschluß (14) führt in diesem Beispiel zu einem Steuerventil (13), welches als Dreiwegeventil ausgebildet ist und auf der einen Seite über die Verbindung (15) zur Pumpe (9) führt und über den dritten Anschluß (21) mit dem Vorratsbehälter (10) verbunden ist.
In der Fig. 3 gezeigten Stellung des Steuerventils (13) kann die Pumpe (9) die Flüssigkeit (4) aus dem Vorratsbehälter (10) in den Hohlraum (26) des Fensters pumpen und diesen ganz oder teilweise füllen.
In der in Fig. 4 gezeigten Stellung des Steuerventils (13) ist der Anschluß (14) über die Verbindung (15) mit der Pumpe (9) und den Anschluß (2) verbunden, so daß die Pumpe (9) die im Hohlraum (26) befindliche Flüssigkeit (4) umpumpen kann. Ein Wärmetauscher (7) kann dabei die Flüssigkeit (4) kühlen, beheizen oder einer anderen Nutzung zuführen.
Fig. 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel mit zwei Hohlräumen (26, 30), deren obere Anschlüsse (3) miteinander verbunden sind und über die Außenverbindung (5) zum Vorratsbehälter (10) führen, der den Flüs­ sigkeitsvorrat für beide Hohlräume (26, 30) enthält.
Gefüllt werden diese Hohlräume (26, 30) mittels der Pumpe (9) und die unteren Anschlüsse (2), wobei im linken Kreis ein Absperrventil (20) zusätzlich angeordnet ist. Bei geöffnetem Absperrventil (20) werden sich die beiden Niveaus (16, 17) in gleicher Höhe einstellen. In der gezeigten Darstellung ist im linken Hohlraum das Niveau (17) niedriger als das Niveau (16) im rechten Hohlraum, da während des Füllens das Absperrventil (20) bereits bei Erreichen des Niveaus (17) geschlossen wurde. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß selbstverständlich in bekannter Weise das gesamte System abgedichte ist und über der Flüssigkeit statt Luft Argon oder andere Gase gefüllt sind.
Schematisch sind auch in Fig. 6 Umwälzpumpen (22) mit den Anschlüssen (14) angedeutet, die in der in Fig. 3 beschriebenen Art genutzt werden können.
Fig. 7 zeigt das gleiche Verbundfenster schematisch mit zwei getrennten Vorratsbehältern (10), so daß die beiden Hohlräume unabhängig voneinander mit Flüssigkeit (4) gefüllt werden können. Es kann sich dabei um die gleiche Art Flüssigkeit handeln oder um verschiedenartige Flüssigkeiten, unterschiedlicher Farbe oder Trans­ parenz. Es ist offensichtlich, daß diese Ausführung die größte Flexibilität bietet, da auch die Füllhöhe des Niveaus (16 und 17) mit den resultierenden Niveaus (18, 19) in den Vorratsbehältern (10) beliebig eingestellt werden kann. Auch alle anderen Varianten sind voll anwendbar, um eine Kühlung, oder Beheizung oder eine Nutzung der Sonnenenergie auch bei nur teilweise gefüllten Hohlräumen zu erreichen. Die dargestellten Umwälzpumpen (22) mit Wärmetauschern (7) sind nur schematisch in der Fig. 7 eingetragen, um dies anzu­ zeigen.
Die Anordnung der Bauteile in den Fig. 3, 6 und 7 kann den Gegebenheiten flexibel und frei angepaßt werden. Auch die Wahl der Bauteile z. B. elektrisch gesteuerte Ventile oder Pumpen ist für die Erfindung unerheblich und beliebig. Alle elektronischen Steuerungen für Füllen, Entleeren, Niveaustand usw. sind erfindungsgemäß anwend­ bar. Die Figuren geben dazu weitere erfindungsgemäße Anregungen.
Die Fig. 8 zeigt schematisiert den Schnitt durch einen Hohlraum (26) mit zwei einander gegenüberliegenden Scheiben (24, 25), die sich in der Art von konvexen Bogenlinien (27) durchwölben würden, wenn der Hohlraum (26) mit der Flüssigkeit (4) gefüllt wird, ohne daß eine mechanische Entlastung des Hohlraumes (26) vorhanden ist.
Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 8 ist gezeigt, daß eine derartige mechanische Entlastung durch ein oder mehrere Querstege (28) erfolgen kann, wobei jeweils der Quersteg etwa im Bereich der zu erwartenden maximalen Durchbiegung angeordnet ist. Der Quersteg ist jeweils mit seinen Stirnseiten über Verbindungsstellen (29) fest mit den Innenseiten der jeweiligen Scheibe (24, 25) verbunden, so daß die beiden Scheiben 24, 25 gegen Durchbiegung in Form der Bogenlinie geschützt sind.
Statt der mechanischen Entlastung der Hohlräume 26 durch entsprechende Querstege , Verbindungsgitter und dergleichen, können auch die Hohlräume 26, 30 (vergleiche Fig. 6 und Fig. 7) evakuiert werden, wodurch dann der hydrostatische Flüssigkeitsdruck der Flüssigkeit 4 im Hohlraum 26, 30 aufgehoben ist. Das heißt, das beispielsweise in den Fig. 6 oder 7 gezeigte Anschlußsystem wäre dann in sich geschlossen und evakuiert, wobei nach wie vor die Füllstände gemäß den eingezeichneten Niveaus 16, 17 beliebig regelbar sind.
Eine derartige Regelung kann z.B. licht- oder temperaturabhängig, d.h. in Abhängigkeit vom Außenlicht oder von der Außentemperatur erfolgen.
Gemäß Fig. 9 erfolgt eine Ansteuerung des Hohlraumes 26 mit der Flüssigkeit 4 über zwei Pumpen, wobei die eine Pumpe 31 z.B. im Anschluß 2 für den Zulauf und die andere Pumpe 9 z.B. im Anschluß 14 für den Ablauf.
Damit besteht der Vorteil einer einfachen elektronischen Ansteuerung. Ebenso bedarf es keiner mechanischen Betätigungselemente, wie Ventile und dgl. Es genügen dann zwei kleinere Pumpen mit geringerer Leistung, die geringeres Geräusch entwickeln und bessere Einbaumöglichkeiten bieten.
  • Zeichnungslegende:  1Abdichtung 2Anschluß 3Anschluß 4Flüssigkeit 5Außenverbindung 6Lamellenkühler 7Wärmetauscher 8Wärmepumpensystem 9Pumpe10Vorratsbehälter11Anschluß (elektr.)12Anschluß (elektr.)13Steuerventil14Anschluß15Verbindung16Niveau17Niveau18Niveau19Niveau20Absperrventil21Anschluß (Pumpe)22Umwälzpumpe23Ausdehnungsgefäß24Scheibe25Scheibe26Hohlraum27Bogenlinie28Quersteg29Verbindungsstelle30Hohlraum31Pumpe

Claims (18)

1. Verbundfenster, bestehend aus mindestens zwei oder mehreren Scheiben aus Glas oder Kunststoff mit abgedichteten Hohlräumen zwischen den einzelnen Scheiben, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest einer der Hohlräume (26, 30) Anschlüsse (2, 3, 14) für den Zulauf bzw. den Ablauf einer Flüssigkeit (4) besitzt.
2. Verbundfenster nach Anspruch 1, dadurch gekenn­ zeichnet, daß ein Anschluß (2) unten und der andere An­ schluß (3) oben angeordnet ist und eine Außenverbindung (5) zwischen den Anschlüssen besteht.
3. Verbundfenster nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­ zeichnet, daß mindestens ein weiterer Anschluß (14) im unteren Bereich des Hohlraumes (26, 30) vorhanden ist.
4. Verbundfenster nach Anspruch 3, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Anschlüsse (2, 3, 14) in mehreren voneinander getrennten Hohlräumen (26, 30) eines Verbundfensters vorhanden sind.
5. Verbundfenster nach Anspruch 3 oder 4, dadurch ge­ kennzeichnet, daß ein gemeinsamer Vorratsbehälter (10) zur Aufnahme der Flüssigkeit (4) für mehrere Hohlräume (26, 30) vorhanden ist.
6. Verbundfenster nach Anspruch 3 oder 4, dadurch ge­ kennzeichnet, daß mehrere Vorratsbehälter für Flüssigkeiten unterschiedlicher Transparenz für mehrere Hohl­ räume (26, 30) vorhanden sind.
7. Verbundfenster nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß in der Außenverbindung (5) mindestens eine Pumpe (9) und/oder ein Ausdehnungsgefäß (23) ange­ ordnet ist.
8. Verbundfenster nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß in der Außenverbindung (5) ein Wärmeaustauscher (7) für ein Wärmepumpensystem (8) und/oder ein Absorptionskühlsystem angeordnet ist.
9. Verbundfenster nach einem oder mehreren der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, daß zur Füllung der Hohlräume (26, 30) eine Flüssigkeit (4) mit temperaturver­ änderlicher Transparenz benützt wird.
10. Verbundfenster nach einem oder mehreren der Ansprüche 1-9, dadurch gekennzeichnet,daß die Innenflächen mit einem elektrisch leitenden Belag versehen und an eine Spannungsquelle anschließbar sind, und daß zur Füllung der Hohlräume (26, 30) eine Flüssigkeit (4) verwendet wird, die unter dem Einfluß von elektrischen Feldern oder Strömen ihre Transparenz in Art von Flüssigkristalldisplays ändert.
11. Verbundfenster nach einem oder mehreren der vorstehenden An­ sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllhöhe (16, 17) oder die Transparenz der Flüssigkeit von der Intensität der Sonneneinstrahlung elektronisch gesteuert ist.
12. Verbundfenster nach einem der Ansprüche 1-11, dadurch gekennzeichnet, daß zur Vermeidung einer kon­ vexen Verformung der zueinander im Abstand parallel angeordne­ ten Scheiben (24, 25) ein oder mehrere, den Hohlraum (26, 30) durchgreifende und jeweils fest mit der jeweiligen Innenfläche der Scheiben (24, 25) verbundene Querstege vorgesehen sind.
13. Verbundfenster nach einem der Ansprüche 1-12, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlräume (26, 30) und die zugeordnete Außenverbindung (5) evakuiert sind und daß das Vakuum regelbar ist.
14. Verbundfenster nach einem der Ansprüche 1-13, dadurch gekennzeichnet, daß in die Flüssigkeit (4) Luft­ blasen einführbar sind.
15. Verbundfenster nach einem der Ansprüche 1-14, dadurch gekennzeichnet, daß in die Flüssigkeit (4) tem­ peratur- und/oder lichtabhängig Farbzusätze einführbar sind.
16. Verbundplatte nach einem der Ansprüche 1-15, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit (4) beheizbar ist.
17. Verbundplatte nach einem der Ansprüche 1-16, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine der Scheiben (24, 25) aus einem Sicherheitsverbundglas oder drahtarmiert ist.
18. Verbundplatte nach einem der Ansprüche 1-17, dadurch gekennzeichnet, daß die den Hohlräumen (26, 30) zugeordnete Flüssigkeit (4) mittels zwei Pumpen (9, 31) umpumpbar ist, und daß die eine Pumpe (9) im Anschluß (2) für den Zulauf und die andere Pumpe (31) im Anschluß (14) für den Ablauf angeordnet ist.
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