DE3733130A1 - Universal messerkopfeinstell - und schwingungsmesssystem - Google Patents
Universal messerkopfeinstell - und schwingungsmesssystemInfo
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Description
Die Entwicklung der Verfahren in der spangebenden Bearbeitung ist
wesentlich durch die Verbesserung der Schneidmaterialien und Werk
zeugmaschinen gekennzeichnet, ohne, daß die Beziehungen zwischen
Schneidmaterial, Schneidenform, Werkstoff und Schnittgeschwindigkeit
bisher eindeutig bestimmt sind.
Erst kürzlich wurde erkannt, daß die Oberflächengüte eines Werkstückes
unter Fräsbearbeitung auch von dem Eigenschwingungsverhalten des Werk
stückes abhängt.
Ebenfalls zeichnet sich ab, daß die vieldiskutierte ungerade Teilung
des Messerkopfes keine Lösung darstellt.
Physikalisch handelt es sich um die Optimierung eines Mehrparameter-
Problems, wobei mindestens ein Parameter - der Einfluß der Spindel
lagerung - selbst ein Parameterkollektiv ist.
Bisher wird der Messerkopf von der Werkzeugmaschine getrennt bestückt
und eingestellt, wobei entweder Meßuhren verwendet werden oder aber
die Schneidenkontur optisch gegen eine Schablone auf einer Mattscheibe
verglichen wird.
Voraussetzung für die Genauigkeit des Verfahrens ist ein hohe thermische
Stabilität der Meßmaschine um Triangulationsfehler im Strahlengang
zu vermeiden. Ungeachtet dessen sind diese Meßmaschinen häufig weder
in klimatisierten Räumen aufgestellt, noch gibt es nachvollziehbare
Eichkriterien.
Erkennbar bleiben bei diesem Verfahren sowohl die Einflüsse aus dem
Spiel der Arbeitsspindel wie auch die Schlagverformung der Schneiden
halterung unberücksichtigt.
Letztere ist nicht unbeträchtlich, da die heutzutage übliche Mehr
achsen-Schneidenverstellung statisch weiche Messerköpfe erzeugt,
welche bei hohen Schnittgeschwindigkeiten signifikante Verformungen
aufweisen.
Eine optimale Einstellung muß also auch unter Last erfolgen, wobei
eine Vielzahl von Meßschritten erforderlich ist, handelt es sich
doch bei nahezu jedem Parameter um verteilte und nicht deterministische
Größen.
Die Problemlösung muß also folgende Funktionen ermöglichen:
- a) Einbau der Schneidenhalterung in den Messerkopf und Einstellung der Schneidenwinkel.
- b) Einstellung des Planlaufes aller Schneiden - statisch -.
- c) Bestimmung der Schneidenbahnen im Umlauf bei verschiedenen Drehzahlen.
- d) Bestimmung der Schneidenbahnen im Eingriff.
- e) Beobachtung des Spanlaufes.
Flankierend dazu sind Schwingungsmessungen an Maschine und Werkstück
notwendig.
Dieses recht aufwendige Verfahren ist gegen Standzeiten von
vielen Monaten zu werten.
Erfindungsgemäß besteht die Problemlösung aus folgenden Geräten:
Abb. 1 Grundgerät mit Laserröhre 1, Umlenkspiegel 2, Strahlteiler 3,
Zweichasenmodulator 4 und 5 mit Antrieb und Tachogenerator 6,
Strichfokusoptik 7, Innenstroboskop 8, Meßoptik 9,
Halterung 10, Einstellschraube 11 und Teilmengensensor 12
für die Funktionen a-e.
Abb. 2 Grundgerät mit Schneideneinstelloptik 16, Verlängerung 17,
opto - elektronischem Sensor 18 und Rechner 20,
für die Funktion b; mit 19 für c.
Abb. 3 Grundgerät mit Schneideneinstelloptik 16
für die Funktionen d und e.
Gemessen wird jeweils die Schneide 14 im Fokus 15
Diese Gerätetechnik bietet:
Schwingungsmessung durch Überlagerung von Punkt- und Strichsignal 13
wobei das Innenstroboskop 8 die Frequenz und die Meßoptik 9 die
Amplitude mißt.
Dabei wird die dem Laser eigentümliche, die Erkennung der Fokusgrenzen
behindernde Radianz im Auftreffpunkt des Strahles, durch die Strahl
modulation mittels umlaufender Lochscheiben 4 und 5 eliminiert, so daß
jeweils scharf begrenzte Punkt-Strichsignale übrigbleiben.
Die Energieverteilung je Flächeneinheit läßt den Strich hierbei
schwächer als den Punkt erscheinen.
Aufgrund der Strahlgeometrie Abb. 1 erscheint der Punkt bei einer
Schwingung mit der Amplitude senkrecht zur betrachteten Fläche als
ortsfest, wobei sich der Strich mit der Schwingungsfrequenz um diesen
Punkt bewegt.
Durch Zwischenschaltung des Stroboskopes 8 mit Tachogeneraor wird
diese Bewegung zum Stehen gebracht, wobei die Frequenz direkt
ablesbar ist. Die Amplitude ergibt sich aus der Gradierung der Meß
optik 9.
Das menschliche Auge erkennt Abweichungen von .01 mm, wenn diese
radiant sind, es differenziert Bewegungen zwischen 4 und 13 Hz,
so daß ein Schnittwinkel von 15° eine Bewegung in Richtung des
Punktstrahles vierfach verstärkt, wodurch Amplituden im µm-Bereich
als Unruhe des Punkt-Strichsignales sichtbar werden.
Wird die Optik durch einen Teilmengensensor - Anm. Europatent 84 105
561.9 - Strahllagewächter - ergänzt, so sind objektive Messungen
sehr hoher Auflösung möglich. Teilmengensensor 12.
Messungen extrem hoher Auflösung werden durch Eigenschwingungen des
Meßgerätes leicht gestört. Daher wird das Eigenschwingungsverhalten
im Prozeßrechner 20 der Meßdatenverarbeitung mit dem Bildungsgesetz
gespeichert und bei der Auswertung berücksichtigt.
Für die überwiegende Zahl der Fälle ist diese Korrektur jedoch nicht
notwendig.
Messung des dynamischen Schneidenverhaltens über die Messung derjenigen
Strom- oder Spannungsänderung, welche durch die beim Durchgang der
Schneide 14 durch den strichfokussierten Laserstrahl eintretende
Abschattung auftreten. Hierbei bestimmt die Sensorvorspannung und
Verstärkerträgheit die Grenzgeschwindigkeit des Meßobjektes.
Übliche Anstiegszeiten lassen dabei mit 300 ns Grenzgeschwindig
keiten zu, welche bis heute in der Zerspanungstechnik noch keine
Entsprechung haben.
Die Meßwertdarstellung erfolgt auf einem Oszilloskop 19, wobei die
Zuordnung der den Impuls auslösenden Schneide durch eine getriggerte
Blitzröhre erfolgt.
Der Trigger stützt sich auf einen im Sensor 18 vorgegebenen, einstell
baren Grenzwert, kann aber auch mit dem Tachogenerator am Modulator 5
gekoppelt sein.
Die sehr hohe Empfindlichkeit diese Meßverfahrens findet bislang
kein Equivalent in den Einstellelementen für die Schneide, welche
im allgemeinen aus Feingewindeschrauben bestehen.
Das bedeutet entweder eine Umgestaltung der Einstellelemente unter
Verwendung von Vorspannelementen in den Einstellrichtungen, oder aber
die Korrelation von Kollektiven der Meßwertabweichungen mit den
am Werkstück erzielten Oberflächengüten.
Unter Einbeziehung aller auftretenden Störgrößen wie Lagerluft,
Werkstückschwingung und Werkzeugschwingung, scheint die Korrelation
von Kollektiven der Forderung nach Optimierung des vorliegenden
Multiparameter-Problems am besten zu entsprechen.
Dieser Verfahrensweise dient der Prozeßrechner 20.
Messung der Schneidenwinkeleinstellung durch eine hochauflösende,
gerätefeste Optik 16 mit systemfestem Fadenkreuz. In der Voreinstellung
erfolgt dies statisch ohne Laserverwendung.
Die durch Fliehkräfte eintretende Verformung mit ihrem Einfluß
auf den Schneidenwinkel wird danach unter Zuhilfenahme des
strichfokussierten Lasers mit Modulation durch 5 stroboskopierend
in 16 erfaßt.
Schlagmessung von Arbeitspindeln durch Abschattungsmessung mittels
Oszilloskop 19 oder aber dem Punkt-Strichsignal 13 unter Ver
wendung von Innenoptik 9 und Innenstroboskop 8.
Schwingungsmessung an Bauteilen mit Punkt-Strichsignal 13.
Spanflußuntersuchungen und deren Darstellung mittels moduliertem
Laserstrahl, zu welchem ein am Modulator angebrachter Tachogenerator 6
eine Blitzlampe triggert, welche die Fotografie durch die Schneiden
einstelloptik ermöglicht.
Bei sehr engen Schneidenabständen verlangt eine ausreichende
Fokusabschattung die Verlegung des Sensors nach unten und eine
Strahlumlenkung durch Spiegel hinter dem Fokuspunkt 15.
Für die korrekte Phasenposition, beispielsweise an PKD-Schneiden,
ist durch eine entsprechende Vorrichtung gewährleistet, daß
der Strichoptikvorsatz vor dem Strahlenexpander ausgeschaltet
werden kann, womit die Messung in normal fokussierten Strahl
erfolgt.
Thermische Veränderungen mit Auswirkung auf den Strahlengang
spielen keine Rolle, da hinter jedem Schneidendurchgang durch
den Fokuspunkt 15 ein ungestörter Strahlengang den Meß-Nullpunkt
bestätigt. Eine automatische Meßwertkorrektur kann dabei durch
den Prozeßrechner vorgenommen werden.
Claims (12)
1. Universal Messerkopfeinstell- und Schwingungsmeßsystem
bestehend aus Signalerzeuger, Signalmodulator, Strichfokusoptik,
Innenstroboskop, Meßoptik, optoelektronischer Signalerfassung
und -auswertung, Schneideinstelloptik, Oszilloskop und Prozeß
rechner, dadurch gekennzeichnet, daß der Signalmodulator durch
frequenzvariable Strahlunterbrechungen sowohl Punkt-Strichsignale
für die Schwingungsmessung, Strichsignale für die Schneiden
stroboskopierung als auch Dauerstrich-Strichsignale für die
Planlaufeinstellung der Schneiden erzeugt und mittels systemfester
Optiken statisch wie dynamisch Messungen vorzunehmen gestattet.
2. Meßsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein durch
eine Strichfokusoptik erzeugte Laserlichtebene mit ihren Begrenzungen
die Meßreferenz darstellt.
3. Meßsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Meß
werte durch Abschattung des Fokus der Laserlichtebene erzeugt
werden.
4. Meßsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
verschiedenen Schneidenformen durch Eichkurven im Prozeßrechner
keinerlei Empfindlichkeitseinbußen in der Meßdatenerfassung
erleiden.
5. Meßsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Meßfehler
durch Fremdlicht durch Interferenzfilter vor der Signalerfassung
ausgeschaltet werden.
6. Meßsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Fremd
lichteinflüsse durch geeignete Signalmodulation ausgeschaltet
werden.
7. Meßsytem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schneidenkennung bei der dynamischen Messung durch Stroboskopierung
mittels sensorgetriggerter Blitzröhre erfolgt.
8. Meßsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Meß
werte direkt über eine Spannungsmessung am Verstärker oder
abgeleitet durch Prozeßrechner hinter einem A/D Umsetzer
gewonnen werden.
9. Meßsystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßwert
ausgabe in Kollektivmerkmalen erfolgt.
10. Meßsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein modu
larer Geräteaufbau durch Austausch der Optikbaugruppe und Zwischen
stücke die Anpassung an alle Abmessungen ermöglicht.
11. Meßsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneiden
dynamik durch Darstellung der Sensorausgangsspannung über der
Triggerspannung auf dem Oszilloskop erfaßt wird.
12. Meßsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Stroboskopierung des Spanflusses durch Regelung des Modulators
unter Verwendung einer systemfesten Optik erfolgt.
Priority Applications (1)
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1987
- 1987-10-01 DE DE19873733130 patent/DE3733130A1/de not_active Withdrawn
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