DE3814525A1 - Spannsystem - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Spannsystem für eine Antriebsanordnung einer
Brennkraftmaschine gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Herkömmliche Brennkraftmaschinen, beispielsweise von Personenkraftfahrzeugen,
weisen zum Antrieb der zur Steuerung der Brennkraftmaschine dienenden Nocken
wellen häufig einen Zahnriementrieb sowie zum Antrieb der sogenannten Nebentriebe,
wie zum Beispiel der Lichtmaschine, der Kühlwasserpumpe, eines Ladekompressors
und dgl., einen weiteren, beispielsweise aus einem Keilrippenriemen (Poly-V-Riemen)
bestehenden Riementrieb auf.
Zur Erreichung der gewünschten Lebensdauer dieser Riementriebe ist es erforder
lich, die Riemen mit einer möglichst über die gesamte Betriebszeit konstant bleiben
den Vorspannung zu versehen. Dazu ist es bekannt, den Keilriemen für die Neben
triebe mit einer mittels einer Feder arbeitenden, automatisch wirkenden Spannvorrich
tung auszustatten, wobei die Feder beispielsweise auf einen eine Spannrolle tragenden
Schwenkhebel einwirkt und diesen im Sinne der Vorspannung des Keilriemens belastet.
Dabei ist es auch bekannt, die Spannvorrichtung mit einer hydraulisch wirkenden
Dämpfungsvorrichtung nach Art eines Stoßdämpfers zu versehen. Auf die gleiche
Weise kann aber auch der Zahnriemen des Nockenwellenantriebs gespannt werden.
Daneben ist es heute üblich, den Zahnriemen des Nockenwellenantriebs mittels einer
auf einem Exzenterbund gelagerten Spannrolle im Zuge der Wartungsarbeiten an
der Brennkraftmaschine bei Bedarf von Hand nachzuspannen.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht nun darin, den Wartungsaufwand
für die Aufrechterhaltung einer konstanten Spannung der Riementriebe zu verringern
bzw. den für eine automatische Nachspannung erforderlichen Bauaufwand zu reduzie
ren.
Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich gemäß dem Kennzeichen des Patentanspruchs 1.
Erfindungsgemäß werden also die den beiden Trieben zugeordneten Spannvorrich
tungen miteinander verbunden, wobei die in dem ersten Riementrieb lastabhängig
entstehenden Trumkräften als Stellkräfte zur Nachspannung des zweiten Riementriebes
ausgenutzt werden.
Zweckmäßigerweise kann dabei die erste Spannvorrichtung ein mit einem Ende über
einen Schwenkhebel an der Spannrolle des ersten Triebes, vorzugsweise des Riementriebes
für die Nebenantriebe, angreifendes Feder-Dämpfer-Element aufweisen, das mit
seinem anderen Ende an einem Betätigungshebel angreift, der mit einem die Spannrolle
des zweiten Triebes, vorzugsweise des Zahnriementriebes für die Nockenwelle, la
gernden Exzenterbund verbunden ist. Um ein Nachlassen der Spannung des Zahnriemen
triebes zu vermeiden, soll der zweiten Spannvorrichtung eine Rückstellsperre zugeord
net sein. Schließlich ist es vorteilhaft, den Exzenterbund der zweiten Spannvorrich
tung elastisch nachgiebig zu lagern, um so den Unterschied der im Zahnriementrieb
auftretenden Trumkräfte bei kaltem und warmem Motor auszugleichen.
Während die automatische Einstellung der Riemenspannung des ersten Riementriebes
ohnehin durch das Feder-Dämpfer-Element gegeben ist, erfolgt erfindungsgemäß
auch die Einstellung der Riemenspannung des zweiten Riementriebs, vorzugsweise
also des Zahnriementriebs, beim Durchfahren eines höheren Lastzustandes der Brenn
kraftmaschine vollautomatisch, so daß beide Riementriebe wartungsfrei arbeiten
können. Beim Ausfall des ersten Riementriebes, beispielsweise beim Reißen des Keil
rippenriemen, ist der Weiterlauf der Brennkraftmaschine wegen der Rückstellarretierung
der Zahnriemen-Exzenterspannrolle gewährleistet.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, das im folgenden
näher erläutert wird. Die Zeichnung zeigt in
Fig. 1 in einer Seitenansicht die beiden miteinander verbundenen Spannvor
richtungen für den ersten und den zweiten Riementrieb und
Fig. 2 einen Schnitt durch das Spannsystem gemäß den Schnittlinien II-II
nach Fig. 1.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich ist, besteht das Spannsystem gemäß der Erfindung
aus einer ersten Spannvorrichtung 1 zum selbsttätigen Nachspannen eines ersten
Riementriebes, dessen beispielsweise durch einen Keilrippenriemen (Poly-V-Riemen)
bestehender Keilriemen mit 4 bezeichnet ist, sowie aus einer zweiten Spannvorrich
tung 2 für einen mit 17 bezeichneten Zahnriemen. Die erste Spannvorrichtung 1
für den zum Antrieb der Nebentriebe einer Brennkraftmaschine, wie zum Beispiel
der Lichtmaschine, der Kühlwasserpumpe, eines Ladekompressors oder dgl., vorge
sehenen Riementrieb weist eine an einem Hebelarm 8 eines zweiarmigen Schwenkhebels
5 gehaltene Spannrolle 3 auf, die unmittelbar an dem Keilriemen 4 angreift. Der
Schwenkhebel 5 ist dazu, wie insbesondere aus der Fig. 2 hervorgeht, schwenkbar
an einer Stirnseite des Gehäuses 30 der Brennkraftmaschine gehalten, indem er bei
spielsweise unter Verwendung eines Lagers 25 auf einer mittels einer Verschraubung
6 an einer Zwischenwelle befestigten Antriebsbuchse 24 eines Zwischenrades 31 des
Zahnriementriebes gelagert ist. Selbstverständlich kann die Lagerung des Schwenk
hebels 5 an dem stirnseitigen Brennkraftmaschinen-Gehäuse auch auf andere Weise
erfolgen. Die Halterung der Spannrolle 3 an dem Schwenkhebel 5 erfolgt, wie ebenfalls
aus der Fig. 2 ersichtlich ist, dadurch, daß ein mittels einer Schraube 7 am Hebelarm
8 festgelegter Tragring 21 vorgesehen ist, auf dem eine Nabe 23 der Spannrolle 3
unter Zwischenschaltung eines Lagers 22 gehalten ist. Am freien Ende des zweiten
Hebelarms 9 des Schwenkhebels 5 ist ein Ende eines insgesamt mit 11 bezeichneten
Feder-Dämpfer-Elementes befestigt. Dazu greift eine Schraube 10 durch eine Durch
gangsbohrung eines Halteauges 27 des Feder-Dämpfer-Elementes und ist in einem
Gewinde 26 am Ende des Hebelarms 9 befestigt.
Das Feder-Dämpfer-Element 11 ist nach Art eines mit einer Feder ausgestatteten
Stoßdämpfers ausgebildet und weist neben dem Befestigungsauge 27, an dem der
Hebelarm 9 des Schwenkhebels 5 angelenkt ist, an seinem anderen Ende ein zweites
Befestigungsauge 28 auf, an dem ein Betätigungshebel 13 für die zweite Spannvorrich
tung 2 angelenkt ist. Auch hierbei wird eine Schraube 12 verwendet, die durch eine
Durchgangsbohrung des Befestigungsauges 28 greift und in einem Gewinde 29 des
Betätigungshebels 13 festgelegt ist.
Der Betätigungshebel 13 ist seinerseits mit einem Exzenterbund 14 starr verbunden,
der auf einem an der Stirnseite des Gehäuses 30 der Brennkraftmaschine mittels
einer Befestigungsschraube 15 befestigten Lagerbuchse 15 a gelagert ist. Auf dem
Exzenterbund 14 ist dann mittels eines Lagers 19 eine Spannrolle 16 drehbar gelagert,
die beispielsweise an der Rückseite des Zahnriemens 17 zwecks Nachspannung des
selben angreift. Um zu verhindern, daß eine einmal eingestellte Spannung des
Zahnriemens 17 im weiteren Verlauf des Betriebes wieder verlorengeht, soll eine
Rückstellsperre vorgesehen sein, die beispielsweise durch eine in Spannrichtung freige
hende, dagegen in Rückstellrichtung sperrende Vorrichtung an dem Exzenterbund
gebildet ist. So kann beispielsweise zwischen dem Exzenterbund 14 und der Lager
buchse 15 a ein mit 18 bezeichneter Freilauf vorgesehen sein oder es wird an dem
Exzenterbund eine ebenfalls bekannte Ratschensperre angebracht.
Nachstehend soll nun die Funktion und Wirkungsweise des erfindungsgemäßen Spann
systems näher beschrieben werden. Zunächst wird der für den Antrieb der Nebentriebe
vorgesehene Keilriemen 4 durch die in dem Feder-Dämpfer-Element 11 vorgesehene
Feder gespannt. Dabei wirkt das Feder-Dämpfer-Element 11 auf das freie Ende des
Hebelarms 9 des Schwenkhebels 5 und verschwenkt diesen bei der in der Fig. 1
gezeigten Darstellung im Uhrzeigersinn, wodurch über die an dem Schwenkhebel
5 gelagerte Schwenkrolle 3 eine Vorspannung auf den Keilriemen 4 aufgebracht wird.
Gleichzeitig wirkt das Feder-Dämpfer-Element 11 über den Betätigungshebel 13
auf den Exzenterbund 14 der zweiten Spannvorrichtung 2 und versucht auch diesen
im Sinne einer Erhöhung der Vorspannung des Zahnriemens 17 zu verstellen. Eine
Nachspannung des Zahnriemens 17 über die auf dem Exzenterbund 14 gelagerte Spann
rolle 16 erfolgt dabei insbesondere während des Betriebs der Brennkraftmaschine,
wenn durch den Antrieb der Nebentriebe am Keilriemen 4 eine Reaktionskraft auf
tritt, die über den Schwenkhebel 9 und das bei schnellen Änderungen starre Feder-
Dämpfer-Element 11 auf den Betätigungshebel 13 der zweiten Spannvorrichtung 2
übertragen wird. Da die in dem Keilriemen 4 während des Antriebs der Nebentriebe
auftretenden Trumkräfte lastabhängig sind, wird das Gesamtsystem so ausgelegt,
daß im oberen Lastbereich der Brennkraftmaschine die Spannrolle 16 des Zahnriemen
triebes durch die Trumkräfte des Riementriebes für die Nebenantriebe aus der Rück
stellsperre befreit wird und der Zahnriemen somit gespannt wird. Beim Nachlassen
der Motorlast arretiert die an der zweiten Spannvorrichtung 2 vorgesehene Rückstellsperre
18 die erreichte Position des Exzenterbundes 14 und fixiert somit die erreichte Zahn
riemenspannung.
Um den Unterschied der in dem Zahnriemen 17 im kalten und warmen Zustand auf
tretenden Trumkräfte ausgleichen zu können, kann zudem eine elastische Lagerung
des Exzenterbundes 14 am Gehäuse 30, beispielsweise mit Hilfe einer elastischen
Bettung 32 vorgesehen sein.
Bei der Erfindung wird also unter Beibehaltung der Aufbringung der Vorspannkraft
für den Keilriemen 4 mit Hilfe des Feder-Dämpfer-Elementes 11 durch Verwendung
der um ein Vielfaches höheren, im Betrieb auftretenden Rückstellkraft des Riemen
triebes zugleich die Spannrolle 16 des Zahnriementriebes nachgespannt, so daß das
gesamte Spannsystem vollautomatisch wirksam ist, das heißt ohne manuelle Nachstel
lung auskommt.
Claims (4)
1. Spannsystem für eine Antriebsanordnung einer Brennkraftmaschine mit einer ersten
und einer zweiten, jeweils einem Riemen- oder Kettentrieb zugeordneten Spannvor
richtung zur exzentrischen Verstellung einer Spannrolle, wobei die erste Spannvor
richtung eine die Spannrolle des ersten Triebes selbsttätig verstellende Feder
aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die die Feder aufweisende erste Spannvor
richtung (1) mit der zweiten Spannvorrichtung (2) derart verbunden ist, daß die
beim Betrieb zumindest im oberen Lastbereich der Brennkraftmaschine im ersten
Trieb auftretenden Reaktionskräfte zur Spannverstellung der Spannrolle (16) der
zweiten Spannvorrichtung übertragbar sind.
2. Spannsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Spannvorrich
tung (1) ein mit einem Ende über einen Schwenkhebel (5) an der Spannrolle (3)
des ersten Triebes angreifendes Feder-Dämpfer-Element (11) aufweist, das mit
seinem anderen Ende an einem Betätigungshebel (13) angreift, der mit einem die
Spannrolle (16) des zweiten Triebes lagernden Exzenterbund (14) verbunden ist.
3. Spannsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der zweiten
Spannvorrichtung (2) eine Rückstellsperre (18) zugeordnet ist.
4. Spannsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Exzenterbund
(14) elastisch nachgiebig gelagert ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19883814525 DE3814525A1 (de) | 1987-05-05 | 1988-04-29 | Spannsystem |
Applications Claiming Priority (2)
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| DE19883814525 DE3814525A1 (de) | 1987-05-05 | 1988-04-29 | Spannsystem |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE3814525A1 true DE3814525A1 (de) | 1988-11-17 |
Family
ID=25855220
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19883814525 Withdrawn DE3814525A1 (de) | 1987-05-05 | 1988-04-29 | Spannsystem |
Country Status (1)
| Country | Link |
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- 1988-04-29 DE DE19883814525 patent/DE3814525A1/de not_active Withdrawn
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