DE3831292A1 - Zahnspange und verfahren zum herstellen einer zahnspange - Google Patents
Zahnspange und verfahren zum herstellen einer zahnspangeInfo
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Description
Zum Herstellen von Zahnspangen für die Kiefer- und Zahn
korrektur wird an einem Gipsmodell des Unter- oder Ober
kiefers zunächst eine Kieferplatte aus Kunststoff gebil
det, wobei in die Kieferplatte die Enden von Drahtbügeln
eingeformt werden. Die Drahtbügel werden über die be
treffende Zahnreihe gebogen und so geformt, daß sie an
der Außenseite der Zahnreihe an einem oder mehreren
Zähnen anliegen.
Das Fertigen und Anpassen der Zahnspange ist zeitaufwen
dig. Um die Herstellungszeit zur Verkürzen, kann man an
stelle der früher üblichen Kunststoffe schnellhärtende
Kunststoffe, zum Beispiel UV-härtendes Acrylharz verwen
den, um die Kieferplatte zu bilden.
Sorgfalt und beträchtlicher Zeitaufwand sind erforder
lich, um die Drahtbügel so zu biegen, daß sie zur Er
zielung der gewünschten Zahnkorrektur an den richtigen
Stellen der Zähne anliegen.
Die Zahnspange mit den an den Zähnen anliegenden Draht
bügeln hat den Nachteil, daß die Drähte aufgrund ihres
kleinen Durchmessers als störend empfunden werden. Nach
teilig ist ferner, daß die Drahtbügel auch bei sorg
fältiger Formung praktisch nur punktförmig an den Zäh
nen anliegen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrund, ein Verfahren
zum Herstellen einer Zahnspange anzugeben, mit dem die
Zahnspange bei hoher Paßgenauigkeit in kurzer Zeit her
gestellt werden kann. Außerdem soll eine Zahnspange ge
schaffen werden, die sich bequem tragen läßt und eine
weitestgehend gleichmäßige Andrückkraft auf die zu
korrigierenden Zähne aufbringt.
Diese Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen ange
gebene Erfindung gelöst.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird zunächst
eine Kieferplatte hergestellt, wobei die Enden der
Drahtbügel in die Kieferplatte eingeformt werden.
Die Drahtbügel werden so geformt, daß ihre äußeren
Enden über die betreffende Zahnreihe nach außen über
stehen und sich vor der betreffenden Zahnreihe be
finden. Dann wird beispielsweise ein UV-härtendes
Acrylharz auf die äußeren Drahtenden aufgebracht
wobei das noch weiche Acrylharz außen an den Zäh
nen anliegt. Durch Einwirkung von UV-Licht wird das
Acrylharz gehärtet, so daß sich auch im fertigen
Zustand der Spange eine flächige Berührung zwischen
Zähnen und Andrückelement der Zahnspange ergibt.
Die Zahnspange läßt sich in relativ kurzer Zeit
herstellen und gewährleistet dennoch einen guten
Sitz der Spange beim Tragen. Wegen der hohen Paß
genauigkeit des aus Kunststoff bestehenden An
drückelements ist eine gezielte und wirksame Zahn
korrektur möglich.
In einer besonders günstigen Ausführungsform der
Erfindung ist vorgesehen, daß in die Kieferplat
te ein Scharnier eingeformt ist, welches die En
den eines Drahtbügels oder eines Drahtbügel-Paares
schwenkbar lagert. Dieses Scharnier gestattet
ein Verschwenken des von ihm gelagerten Drahtbü
gels, so daß sich der Drahtbügel von der betref
fenden Zahnreihe abhebt. Somit läßt sich das An
drückelement mühelos an dem Drahtbügel anformen.
Es besteht außerdem die Möglichkeit, daß der Draht
bügel mit oder ohne angeformten Andrückelement
ausgewechselt werden kann. Ferner läßt sich die
relative Lage des Drahtbügels bezüglich der Kie
ferplatte verstellen, indem der Drahtbügel in
eine bestimmte Lage bezüglich der Kieferplatte
gebracht und dann beispielsweise fixiert wird.
Das Scharnier kann zum Beispiel ein dünnes Metall
röhrchen sein, welches unbeweglich in dem Mate
rial der Kieferplatte eingebettet ist. Gegebenen
falls sind an dem Röhrchen noch Verankerungsdräh
te angelötet. Die Enden des Metallröhrchens wer
den beim Vergießen des Materials für die Kiefer
platte entweder freigehalten, oder werden nach
dem Aushärten des Materials der Kieferplatte mit
Hilfe eines geeigneten Werkzeugs freigelegt, so
daß die Enden des Drahtbügels eingesetzt werden
können.
Der für ein Scharnier in der Kieferplatte vorge
sehene Drahtbügel kann vorzugsweise aus einem
Paar von Halbbügeln bestehen, wobei das Andrück
element dann an die von dem Scharnier fernen En
den der Teilbügel angeformt wird.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Er
findung anhand der Zeichnung näher erläutert. Es
zeigen:
Fig. 1 ein Gipsmodell eines Unterkiefer-Ge
bisses mit zugehöriger Zahnspange,
Fig. 2 eine vergrößerte Teilansicht der Zahn
spange nach Fig. 1, und
Fig. 3 eine Vorderansicht des Gipsmodells
nach Fig. 1 mit eingesetzter Zahnspange.
In Fig. 1 ist ein Gipsmodell 1 mit einer Reihe von
Zähnen 2 des Unterkiefers dargestellt. Mit Hilfe
dieses Gipsmodells 1 wird eine Zahnspange 3 gefer
tigt. Die Zahnspange 3 besitzt eine aus UV-härtba
rem Acrylharz bestehende Kieferplatte 4. Seitlich
sind in die Kieferplatte zwei Drahtbügel-Hälften
5 und 6 eingeformt. Die äußeren Enden der Drahtbü
gel-Hälften 5 und 6 tragen ein ebenfalls aus UV-
härtbaren Acrylharz bestehendes Andrückelement 7,
welches hier vornehmlich die Aufgabe hat, die Zahn
spange 3 im Gebiß zu halten.
Im vorderen Bereich der hier als Teilplatte ausge
bildeten Kieferplatte 4 ist ein Scharnier 8 einge
formt. Das Scharnier 8 besteht aus einem dünnen
Metallröhrchen. In die beiden offenen Enden des Me
tallröhrchens sind zwei Drahtbügel-Hälften 9 und
10 eingesetzt.
Die äußeren Enden der Drahtbügel-Hälften 9 und 10
sind von einem Andrückelement 11 überbrückt. Die
Drahtbügel-Hälften 9 und 10 sind so geformt, daß
sie sich zusammen mit dem sie verbindenden Andrück
element 11 um die Längsachse des Scharniers 8 ver
schwenken lassen.
Fig. 2 zeigt den vorderen Bereich der Zahnspange im
einzelnen. Das Scharnier 8 ist mit Hilfe von Veran
kerungs-Drähten 12 und 13 in die Kieferplatte 4 ein
geformt. Die äußeren Enden der Drahtbügel-Hälften
9 und 10 sitzen fest in dem Andrückelement 11.
Bei der Herstellung der Zahnspange wird in das Gips
modell 1 zur Bildung der Kieferplatte 4 UV-härtbares
Acrylharz eingebracht, und die vorgeformten Drahtbü
gelteile 5, 6 sowie das Scharnier 8 werden in das
noch weiche Acrylharz eingesetzt. Dann wird durch
Bestrahlen mit einer UV-Lampe das Material der Kie
ferplatte 4 ausgehärtet.
Die äußeren Enden der Drahtbügel-Hälften 5 und 6
befinden sich dann auf der Außenseite der Zahnreihe
2. Dort wird dann ebenfalls UV-härtbares Acrylharz
in Form eines schmalen Streifens aufgebracht.
Die offenen Enden des als Röhrchen ausgebildeten
Scharniers 8 werden freigelegt, und es werden die
Enden der Drahtbügel-Hälften 9 und 10 eingesetzt.
Die mittleren Bereiche der Drahtbügel-Hälften 9
und 10 befinden sich im Bereich von Zahnlücken.
Die äußeren Enden der Drahtbügel-Hälften 9 und 10
befinden sich außen vor der Zahnreihe 2, und zwar,
wie Fig. 3 zeigt, vor den mittleren Schneidezäh
nen.
Dann wird ein Streifen UV-härtbarer Acrylharz auf
die vorderen Schneidezähne aufgebracht, derart, daß
die äußeren Enden der Drahtbügel-Hälften 9 und 10
überbrückt werden. Das auf der Außenseite der Zahn
reihe 2 befindliche Acrylharz wird dann mit Hilfe
einer UV-Lampe ausgehärtet (die Aushärtezeit be
trägt nur wenige Minuten). Dadurch bilden sich
starre Andrückelemente 7 und 11. Das Andrückelement
11 läßt sich um die Drehachse des Scharniers 8 ver
schwenken.
Die Drahtbügel bzw. Teil-Bügel 5, 6, 9 und 10 lassen
sich vorfertigen. Sie werden dann bei der Fertigung
der Zahnspange ebenso wie das Scharnier 8 als vorge
fertigte Teile verwendet. Vor dem Anformen des An
drückelements 11 braucht dann lediglich darauf ge
achtet zu werden, daß sich die Drahtbügel 9, 10 über
die betreffende Zahnreihe verschwenken lassen. Bei
eingesetzter Zahnspange mit fertigem Andrückelement
läßt sich dieses dann nicht mehr verschwenken, da es
eng an der Außenseite der Zähne anliegt.
Die Drahtbügel können mit Scharnier derart verschiebbar
gelagert sein, daß durch entsprechendes Verschieben der
im Scharnier steckenden Enden der Drahtbügel Spangen
unterschiedlicher Breite gebildet werden, die beispiels
weise entweder nur einen oder auch mehrere Zähne über
greifen.
Claims (5)
1. Verfahren zum Herstellen einer Zahnspange, die
eine Kieferplatte aus Kunststoff mit mindestens einem
in die Kieferplatte eingeformten Drahtbügel aufweist,
bei dem an einem Modell die Kieferplatte mit eingelas
senem Drahtbügel geformt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf der Außenseite der Zahnreihe am überstehenden
Ende des oder der Drahtbügel aus schnellhärtendem
Kunststoff ein Andrückelement gebildet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der schnellhärtende Kunststoff ein UV-härtendes
Kunstharz, zum Beispiel Acrylharz, ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß in die Kieferplatte ein Scharnier zum schwenkba
ren Halten des Drahtbügels eingeformt wird.
4. Zahnspange mit einer Kieferplatte (4) und min
destens einem darin eingelassenen Drahtbügel (5, 6; 9,
10),
gekennzeichnet durch ein auf der Außenseite der Zahn
reihe (2) an überstehende Drahtbügelenden angeformtes
Andrückelement (7, 11) aus schnellhärtendem Kunst
stoff.
5. Zahnspange nach Anspruch 4,
gekennzeichnet durch ein den Drahtbügel (5, 6; 9, 10)
schwenkbar lagerndes, in die Kieferplatte (4) einge
formtes Scharnier (8).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19883831292 DE3831292A1 (de) | 1988-09-14 | 1988-09-14 | Zahnspange und verfahren zum herstellen einer zahnspange |
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3831292A1 true DE3831292A1 (de) | 1990-03-22 |
| DE3831292C2 DE3831292C2 (de) | 1990-10-18 |
Family
ID=6362958
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE19883831292 Granted DE3831292A1 (de) | 1988-09-14 | 1988-09-14 | Zahnspange und verfahren zum herstellen einer zahnspange |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3831292A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE9003264U1 (de) * | 1990-03-21 | 1990-05-23 | Schmidt, Harald, 6250 Limburg | Kieferorthopädische Nivellierplatte |
| ES2125841A1 (es) * | 1997-06-26 | 1999-03-01 | Barrera Jose Bouza | Aparato corrector. |
| GB2490236A (en) * | 2011-04-20 | 2012-10-24 | Lester Ellman | Removable device for repositioning teeth |
| US11730567B2 (en) | 2014-05-23 | 2023-08-22 | Digital Smile Gmbh | Orthodontic apparatus and method for producing an orthodontic apparatus |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2733472A1 (de) * | 1976-07-26 | 1978-02-02 | Melvin Wallshein | Vorrichtung fuer die orthodontische behandlung |
| DE2840370B2 (de) * | 1978-09-16 | 1981-05-21 | Alexander Dr. 5000 Köln Vardimon | Intraoralerkieferorthopädischer Apparat |
-
1988
- 1988-09-14 DE DE19883831292 patent/DE3831292A1/de active Granted
Patent Citations (2)
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| US11730567B2 (en) | 2014-05-23 | 2023-08-22 | Digital Smile Gmbh | Orthodontic apparatus and method for producing an orthodontic apparatus |
| US12232925B2 (en) | 2014-05-23 | 2025-02-25 | Digital Smile Gmbh | Orthodontic apparatus and method for producing an orthodontic apparatus |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3831292C2 (de) | 1990-10-18 |
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