DE3912014A1 - Verfahren zur ermittlung des reibwertes zwischen der fahrbahn und den reifen eines fahrzeuges - Google Patents
Verfahren zur ermittlung des reibwertes zwischen der fahrbahn und den reifen eines fahrzeugesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung des
Reibwertes zwischen der Fahrbahn und den Reifen eines
Fahrzeuges bei Annäherung an einen querdynamisch kriti
schen Fahrzustand.
Es wird bereits eine Reihe von verschiedenen Verfahren
zur Ermittlung des Reibwertes zwischen der Fahrbahn und
den Reifen des Fahrzeuges bekannt.
So ist aus der DE-PS 19 59 734 bekannt, zur Reibwerter
mittlung die in den Spurstangen der Vorderräder eines
Fahrzeuges auftretenden Stabkräfte bei einer bestimmten
Vorspur zu messen.
Ferner ist aus der DE-OS 26 24 041 bekannt, den Reibwert
zwischen einem Fahrzeugreifen und der Fahrbahn aufgrund
des Antriebsdrehmomentes und damit der Antriebskraft
eines Kraftfahrzeuges und des bei einer bestimmten
Antriebskraft auftretenden Schlupfes zu ermitteln.
Darüber hinaus ist aus der DE-OS 31 19 153 bekannt, zur
Ermittlung des Haftreibwertes zwischen den Fahrzeug
reifen und der Fahrbahn den Bremsdruck zum Zeitpunkt des
Eintretens von Schlupf zwischen den Fahrzeugreifen und
der Fahrbahn zu messen.
Schließlich ist aus der DE-OS 35 35 843 ein Verfahren
zur Bestimmung des Reibwertes zwischen den Fahrzeug
reifen und der Fahrbahn bekannt, bei dem zur Ermittlung
des Reibwertes während eines Bremsvorganges fortlaufend
der Bremsdruck und die Radgeschwindigkeit ermittelt
werden.
All die bekannten Verfahren haben den Nachteil, daß der
Reibwert bei Kurvenfahrt des Fahrzeuges nicht bzw. nur
unzureichend genau bestimmt werden kann.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur
Ermittlung des Reibwertes zwischen der Fahrbahn und den
Reifen eines Fahrzeuges bei Annäherung an einen quer
dynamisch kritischen Fahrzustand, d. h. bei forcierter
Kurvenfahrt zu ermitteln.
Diese Aufgabe wird gemäß einer ersten Alternative der
Erfindung dadurch gelöst, daß die jeweiligen Werte für
den Lenkwinkel, die Fahrgeschwindigkeit, die Gierwin
kelgeschwindigkeit sowie die Querbeschleunigung des
Fahrzeuges gemessen bzw. ermittelt werden, daß in
Abhängigkeit vom Lenkwinkel und von der Fahrgeschwin
digkeit anhand eines mathematischen Referenzmodells eine
Referenz- oder Soll-Gierwinkelgeschwindigkeit bestimmt
wird, daß die Differenz zwischen der tatsächlichen
Gierwinkelgeschwindigkeit des Fahrzeuges und der Re
ferenz- oder Soll-Gierwinkelgeschwindigkeit ermittelt
wird und daß derjenige Wert der Querbeschleunigung als
Maß für den Reibwert zwischen der Fahrbahn und den
Fahrzeugreifen bestimmt wird, bei dem die Gierwinkel
geschwindigkeitsdifferenz stark anzusteigen beginnt.
Da das mathematische Fahrzeugreferenzmodell im in
Abhängigkeit vom Reibwert zwischen den Fahrzeugreifen
und der Fahrbahn relativ niedrigen Querbeschleunigungs
bereich sehr gut mit dem tatsächlichen Fahrzeugverhalten
übereinstimmt, tritt im relativ niedrigen Querbeschleu
nigungsbereich nahezu keine Gierwinkelgeschwindigkeits
differenz zwischen der tatsächlichen Gierwinkelgeschwin
digkeit des Fahrzeuges und der Referenz- oder Soll-Gier
winkelgeschwindigkeit auf. Im relativ oberen Querbe
schleunigungsbereich tritt zwischen dem mathematischen
Fahrzeugreferenzmodell und dem tatsächlichen Fahrzeug
verhalten eine zunehmend größere Abweichung auf. Dies
hat zur Folge, daß die Gierwinkelgeschwindigkeits
differenz zwischen der tatsächlichen Gierwinkelgeschwin
digkeit des Fahrzeuges und der Referenz- oder Soll-Gier
winkelgeschwindigkeit bei Annäherung an einen querdy
namisch kritischen Fahrzustand, d. h. bei Erreichen der
zulässigen Querbeschleunigung progressiv zunimmt. Im
Umkehrschluß bedeutet dies, daß die gerade noch zuläs
sige Querbeschleunigung des Fahrzeuges erreicht ist,
wenn die Gierwinkelgeschwindigkeitsdifferenz stark
anzusteigen beginnt. Da der Quotient aus der für einen
bestimmten Reibwert zulässigen Querbeschleunigung und
der für diesen Reibwert maximal möglichen Querbeschleu
nigung reibwertunabhängig konstant ist, kann aus der
zulässigen Querbeschleunigung auf die für diesen Reib
wert maximal mögliche Querbeschleunigung geschlossen
werden. Da die maximal mögliche Querbeschleunigung
wiederum direkt proportional zum jeweiligen Reibwert
zwischen den Fahrzeugreifen und der Fahrbahn ist, stellt
die ermittelte zulässige Querbeschleunigung ein Maß für
den gerade gegebenen Reibwert zwischen der Fahrbahn und
den Fahrzeugreifen dar.
Anstelle der Differenz zwischen dem Istwert und dem
anhand eines Fahrzeugreferenzmodells bestimmten Sollwert
der Gierwinkelgeschwindigkeit kann mit dem gleichen
Ergebnis auch die jeweilige Differenz zwischen dem
Istwert und dem ebenfalls anhand eines Fahrzeugrefe
renzmodells bestimmten Sollwert der Querbeschleunigung,
der Schwimmwinkel-Geschwindigkeit oder der Vorderrad
differenzdrehzahl des Fahrzeuges ausgewertet werden.
Zur Erkennung eines starken Anstiegs der Gierwinkelge
schwindigkeitsdifferenz wird diese vorzugsweise mit
einem vorgebbaren Schwellwert verglichen.
Zur Erkennung eines starken Anstiegs der Gierwinkelge
schwindigkeitsdifferenz wird gemäß einer anderen Wei
terbildung der ersten Alternative der Erfindung der
Differentialquotient aus der Gierwinkelgeschwindig
keitsdifferenz und der Querbeschleunigung fortlaufend
berechnet und sodann mit einem Grenzwert verglichen.
Wenn in diesem Falle die Steigung der Gierwinkelge
schwindigkeitsdifferenzkurve einen vorgegebenen Grenz
wert überschreitet, dann bedeutet dies, daß die für den
jeweiligen Reibwert gegebene zulässige Querbeschleuni
gung erreicht ist. Da diese zulässige Querbeschleuni
gung, wie vorstehend dargelegt, ein Maß für den jewei
ligen Reibwert zwischen der Fahrbahn und den Fahrzeug
reifen ist, braucht zur Ermittlung des jeweiligen
Reibwertes lediglich derjenige Wert der Querbeschleu
nigung bestimmt werden, bei der die Steigung der Gier
winkelgeschwindigkeitsdifferenzkurve einen vorgegebenen
Grenzwert überschreitet.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird gemäß
einer zweiten Alternative der Erfindung dadurch gelöst,
daß die jeweiligen Werte für den Lenkwinkel, die Fahr
geschwindigkeit, die Gierwinkelgeschwindigkeit sowie die
Querbeschleunigung des Fahrzeuges gemessen bzw. er
mittelt werden, daß in Abhängigkeit von der Gierwinkel
geschwindigkeit und der Fahrgeschwindigkeit anhand eines
mathematischen Fahrzeugreferenzmodells ein Referenz-
oder Soll-Lenkwinkel bestimmt wird, daß die Differenz
zwischen dem tatsächlichen Lenkwinkel des Fahrzeuges und
dem Referenz- oder Soll-Lenkwinkel ermittelt wird und daß
derjenige Wert der Querbeschleunigung als Maß für den
Reibwert zwischen der Fahrbahn und den Fahrzeugreifen
bestimmt wird, bei dem die Lenkwinkeldifferenz stark
anzusteigen beginnt.
Da das mathematische Fahrzeugreferenzmodell im in
Abhängigkeit vom Reibwert zwischen den Fahrzeugreifen
und der Fahrbahn relativ niedrigen Querbeschleunigungs
bereich sehr gut mit dem tatsächlichen Fahrzeugverhalten
übereinstimmt, tritt im relativ niedrigen Querbeschleu
nigungsbereich nahezu keine Lenkwinkeldifferenz zwischen
dem tatsächlich gemessenen Lenkwinkel des Fahrzeuges und
dem Referenz- oder Soll-Lenkwinkel auf. Im relativ
oberen Querbeschleunigungsbereich tritt dagegen zwischen
dem mathematischen Fahrzeugreferenzmodell und dem
tatsächlichen Fahrzeugverhalten bei Annäherung an einen
querdynamisch kritischen Fahrzustand, d. h. bei Errei
chen der zulässigen Querbeschleunigung des Fahrzeuges,
eine progressiv zunehmende Abweichung auf. Dies hat zur
Folge, daß bei Erreichen der zulässigen Querbeschleuni
gung des Fahrzeuges die Lenkwinkeldifferenz zwischen dem
gemessenen tatsächlichen Lenkwinkel des Fahrzeuges und
dem Referenz- oder Soll-Lenkwinkel progressiv zunimmt.
Im Umkehrschluß bedeutet dies wiederum, daß die für den
jeweiligen Reibwert zulässige Querbeschleunigung er
reicht ist, wenn die Lenkwinkeldifferenz stark anzu
steigen beginnt. Da die zulässige Querbeschleunigung,
wie vorstehend dargelegt, ein Maß für den gerade vor
liegenden Reibwert ist, kann durch Feststellen der
Querbeschleunigung, bei der die Lenkwinkeldifferenz
stark anzusteigen beginnt, der jeweils vorliegende
Reibwert zwischen den Fahrzeugreifen und der Fahrbahn
bestimmt werden.
Zur Erkennung eines starken Anstieges der Lenkwinkel
differenz kann diese gemäß einer ersten Weiterbildung
der zweiten Alternative der Erfindung mit einem Schwell
wert verglichen werden.
Eine andere vorteilhafte Möglichkeit zur Erkennung eines
starken Anstiegs der Lenkwinkeldifferenz besteht darin,
daß der Differentialquotient aus der Lenkwinkeldifferenz
und der Querbeschleunigung fortlaufend berechnet und
dieser Differentialquotient zur Erkennung eines starken
Anstiegs der Lenkwinkeldifferenz mit einem Grenzwert
verglichen wird. Im folgenden wird die Erfindung anhand
zweier Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1ein Blockschaltbild einer nach der ersten
Alternative des erfindungsgemäßen Verfahrens
arbeitenden Reibwert-Ermittlungseinrichtung,
Fig. 2 ein Gierwinkelgeschwindigkeitsdifferenz-
Querbeschleunigungs-Diagramm zur Erläuterung
der Reibwert-Ermittlungseinrichtung von Fig. 1.
Fig. 3 ein Blockschaltbild einer nach der zweiten
Alternative des erfindungsgemäßen Verfahrens
arbeitenden Reibwert-Ermittlungseinrichtung
und
Fig. 4 ein Lenkwinkel-Querbeschleunigungs-Diagramm
zur Erläuterung der Funktionsweise der Reib
wert-Ermittlungseinrichtung von Fig. 3.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Blockschaltbild stellt
der Block 1 das Fahrzeug dar. Am Fahrzeug 1 werden die
Winkelgeschwindigkeiten ω VR und ω VL der nichtange
triebenen Räder des Fahrzeuges auf an sich bekannte
Weise gemessen und einer ersten Berechnungseinheit 2
zugeführt. In dieser ersten Berechnungseinheit 2 wird
aus den Winkelgeschwindigkeiten ω VR und ω VL der
beiden nichtangetriebenen Fahrzeugräder und dem dyna
mischen Radhalbmesser r dyn. die Fahrgeschwindigkeit V
des Fahrzeuges gemäß der Formel
berechnet. Ferner wird in dieser ersten Berechnungs
einheit 2 aus den Winkelgeschwindigkeiten ω VR und ω VL ,
dem dynamischen Radhalbmesser r dyn. und der Spurweite s V
der Achse der nichtangetriebenen Räder die Gierwinkel
geschwindigkeit gemäß der Formel
berechnet.
Während die berechnete Gierwinkelgeschwindigkeit dem
positiven Eingang einer Summationsstelle 3 zugeführt
wird, wird die in der ersten Berechnungseinheit 2
berechnete Fahrgeschwindigkeit V des Fahrzeuges einer
zweiten Berechnungseinheit 4 zugeführt. Der zweiten
Berechnungseinheit 4 wird darüber hinaus noch der am
Fahrzeug 1 gemessene Lenkwinkel δ L zugeführt. In dieser
zweiten Berechnungseinheit 4 wird dann in Abhängigkeit
von der in der ersten Berechnungseinheit 2 berechneten
Fahrgeschwindigkeit V des Fahrzeuges und dem am Fahrzeug
1 gemessenen Lenkwinkel δ L anhand eines mathematischen
Fahrzeugreferenzmodells eine Referenz- oder Soll-Gier
winkelgeschwindigkeit bestimmt. Diese Referenz-
oder Soll-Gierwinkelgeschwindigkeit wird dem
invertierenden Eingang der Summationsstelle 3 zugeführt.
Am Ausgang dieser Summationsstelle 3 erscheint dann die
Gierwinkelgeschwindigkeitsdifferenz Δ zwischen der
tatsächlichen Gierwinkelgeschwindigkeit des Fahrzeuges
und der Referenz- oder Soll-Gierwinkelgeschwindigkeit
. Diese Gierwinkelgeschwindigkeitsdiffe
renz wird dann ebenso wie die am Fahrzeug gemessene
Querbeschleunigung einer dritten Berechnungseinheit 5
zugeführt. In dieser dritten Berechnungseinheit 5 wird
derjenige Wert der Querbeschleunigung als Maß für den
Reibwert µ zwischen der Fahrbahn und dem Fahrzeugreifen
bestimmt, bei dem die Gierwinkelgeschwindigkeitsdiffe
renz stark anzusteigen beginnt.
In Fig. 2 ist die Gierwinkelgeschwindigkeitsdiffe
renz jeweils für den Reibwert µ=0,2, µ=0,6 und µ=1,0
in Abhängigkeit von der Querbeschleunigung des
Fahrzeuges dargestellt. Wie der Fig. 2 zu entnehmen ist,
nimmt die Steigung der Gierwinkelgeschwindigkeitsdiffe
renz-Querbeschleunigungs-Kurven jeweils bei Annäherung
an einen querdynamisch kritischen Fahrzustand, d. h. bei
Erreichen der jeweiligen zulässigen Querbeschleunigung
stark zu. Diese starke Steigungszunahme der jeweiligen
Gierwinkelgeschwindigkeitsdifferenz-Querbeschleuni
gungskurve wird durch die dritte Berechnungseinheit 5
(Fig. 1) festgestellt. Ferner wird durch diese dritte
Berechnungseinheit 5 derjenige Wert der Querbeschleuni
gung als Maß für den Reibwert µ zwischen der Fahrbahn
und den Fahrzeugreifen bestimmt, bei dem die Steigerung
der Gierwinkelgeschwindigkeitsdifferenz einen Grenz
wert übersteigt. In der Fig. 2 übersteigt die Steigung
der Gierwinkelgeschwindigkeitsdifferenz-Querbeschleu
nigungskurve I den Grenzwert 1 beispielsweise beim Wert
I der Querbeschleunigung . Dieser Wert I stellt ein
Maß für den gerade vorliegenden Reibwert, nämlich für
den Reibwert µ=0,2 dar. Analog dazu stellt der Wert
II ein Maß für den Reibwert µ=0,6 und der Wert III
ein Maß für den Reibwert µ=1,0 dar.
In Fig. 3 ist ein Blockschaltbild einer nach der zweiten
Alternative des erfindungsgemäßen Verfahrens arbeitenden
Reibwertermittlungseinrichtung dargestellt. Bei dem in
Fig. 3 dargestellten Blockschaltbild stellt der Block 6
das Fahrzeug dar. Am Fahrzeug 6 werden die Winkelge
schwindigkeiten l VR und ω VL der nichtangetriebenen
Räder auf an sich bekannte Weise gemessen und einer
ersten Recheneinheit 7 zugeführt. In dieser ersten
Recheneinheit 7 wird aus den Winkelgeschwindigkei
ten ω VR und ω VL der beiden nichtangetriebenen Räder
und dem dynamischen Radhalbmesser r dyn. die Fahrge
schwindigkeit V des Fahrzeuges gemäß vorstehend ge
nannter Formel berechnet. Ferner wird in dieser ersten
Recheneinheit 7 aus den Winkelgeschwindigkeiten ω VR
und ω VL , dem dynamischen Radhalbmesser r dyn. und der
Spurweite s V der Achse der nichtangetriebenen Räder des
Fahrzeuges die Gierwinkelgeschwindigkeit gemäß
vorstehend genannter Formel berechnet. Aus den in der
ersten Recheneinheit 7 berechneten Werten für die
Gierwinkelgeschwindigkeit und die Fahrgeschwindigkeit
V wird dann in einer zweiten Recheneinheit 8 anhand
eines mathematischen Fahrzeugreferenzmodells ein Re
ferenz- oder Soll-Lenkwinkel w Lsoll berechnet. Dieser
Referenz- oder Soll-Lenkwinkel δ Lsoll wird zusammen mit
den am Fahrzeug gemessenen Werten für den Lenkwin
kel w L und die Querbeschleunigung einer dritten
Recheneinheit 9 zugeführt, in der derjenige Wert der
Querbeschleunigung als Maß für den Reibwert zwischen
der Fahrbahn und den Fahrzeugreifen bestimmt wird, bei
dem die Lenkwinkeldifferenz stark anzusteigen beginnt.
Die Bestimmung der reibwertabhängigen, jeweils zulässi
gen Querbeschleunigung des Fahrzeuges, die ein Maß für
den jeweiligen Reibwert zwischen der Fahrbahn und den
Fahrzeugreifen darstellt, wird anhand der Fig. 4 näher
erläutert. In Fig. 4 ist die Referenz- oder Soll-Lenk
winkel-Querbeschleunigungskurve als Gerade eingezeichnet
und mit δ Lsoll bezeichnet. Ferner sind in Fig. 4 für
die Reibwerte µ=0,1, µ=0,4, µ=0,7 und µ=1,0 die
zugehörigen Lenkwinkel-Querbeschleunigungs-Kurven A, B,
C und D eingezeichnet. Wenn beispielsweise in Fig. 4 der
für den Reibwert µ=0,1 in Form der Kurve A einge
zeichnete Lenkwinkel w L vom Referenz- oder Soll-Lenk
winkel δ Lsoll um mehr als den Schwellwert Δδ Lschwell
abzuweichen beginnt, dann hat das Fahrzeug für den
Reibwert µ=0,1 den Wert A für die zulässige Querbeschleunigung
erreicht. Die Werte B , C und D stellen
die jeweils zulässige Querbeschleunigung des Fahr
zeuges für die Reibwerte µ=0,4, µ=0,7 und µ=1,0
dar. Die Größe des jeweils festgestellten Wertes für die
zulässige Querbeschleunigung des Fahrzeuges stellt ein
Maß für den jeweils vorliegenden Reibwert zwischen der
Fahrbahn und den Fahrzeugreifen dar. Damit kann mit
Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens der Reibwert µ
zwischen der Fahrbahn und den Fahrzeugreifen bei An
näherung an einen querdynamisch kritischen Fahrzustand,
d. h. bei Erreichen der zulässigen Querbeschleunigung
und damit wiederum bei forcierter Kurvenfahrt bestimmt
werden.
Claims (6)
1. Verfahren zur Ermittlung des Reibwertes zwischen
der Fahrbahn und den Reifen eines Fahrzeuges bei
Annäherung an einen querdynamisch kritischen
Fahrzustand, dadurch gekennzeichnet, daß die
jeweiligen Werte für den Lenkwinkel (δ L ), die
Fahrgeschwindigkeit (V), die Gierwin
kelgeschwindigkeit () sowie die Querbeschleunigung () des
Fahrzeuges gemessen bzw. ermittelt werden, daß in
Abhängigkeit vom Lenkwinkel (δ L ) und von der
Fahrgeschwindigkeit (V) anhand eines mathematischen
Fahrzeugreferenzmodells eine Referenz- oder Soll-
Gierwinkelgeschwindigkeit bestimmt wird,
daß die Differenz zwischen der tatsächlichen
Gierwinkelgeschwindigkeit des Fahrzeuges und
der Referenz- oder Soll-Gierwinkelgeschwindigkeit
ermittelt wird und daß derjenige Wert der
Querbeschleunigung () als Maß für den Reibwert
(µ) zwischen der Fahrbahn und den Fahrzeugreifen
bestimmt wird, bei dem die Gierwinkelgeschwindig
keitsdifferenz stark anzusteigen beginnt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Gierwinkelgeschwindigkeitsdifferenz
zur Erkennung eines starken Anstiegs derselben mit
einem Schwellwert verglichen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Differentialquotient
aus der Gierwinkelgeschwindigkeitsdifferenz und der
Querbeschleunigung () fortlaufend berechnet wird
und daß dieser Differentialquotient
zur
Erkennung eines starken Anstiegs der Gierwinkel
geschwindigkeitsdifferenz mit einem Grenzwert
verglichen wird.
4. Verfahren zur Ermittlung des Reibwertes zwischen
der Fahrbahn und den Reifen eines Fahrzeuges bei
Annäherung an einen querdynamisch kritischen
Fahrzustand, dadurch gekennzeichnet, daß die
jeweiligen Werte für den Lenkwinkel (δ L ), die
Fahrgeschwindigkeit (V), die Gierwinkelgeschwindigkeit
sowie die Querbeschleunigung () des
Fahrzeuges gemessen bzw. ermittelt werden, daß in
Abhängigkeit von der Gierwinkelgeschwindigkeit
der Fahrgeschwindigkeit (V) anhand eines mathe
matischen Fahrzeugreferenzmodells ein Referenz-
oder Soll-Lenkwinkel (δ Lsoll ) bestimmt wird, daß
die Differenz zwischen dem tatsächlichen Lenkwinkel
(δ L ) des Fahrzeuges und dem Referenz- oder
Soll-Lenkwinkel (δ Lsoll ) ermittelt wird und daß
derjenige Wert der Querbeschleunigung () als Maß
für den Reibwert (µ) zwischen der Fahrbahn und dem
Fahrzeugreifen bestimmt wird, bei dem die Lenk
winkeldifferenz (Δδ L ) stark anzusteigen beginnt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lenkwinkeldifferenz (Δδ L ) zur Erkennung
eines starken Anstiegs derselben mit einem Schwell
wert verglichen wird.
6. Verfahren nach Anpruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Differentialquotient
aus der Lenk
winkeldifferenz (Δδ L ) und der Querbeschleunigung
() fortlaufend berechnet wird und daß dieser
Differentialquotient
zur Erkennung eines
starken Anstiegs der Lenkwinkeldifferenz (Δδ L )
mit einem Grenzwert verglichen wird.
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