DE3936735A1 - Hydrostatischer bremsleistungswandler - Google Patents
Hydrostatischer bremsleistungswandlerInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen hydrostatischen Bremsleistungs
wandler zum Einbau in selbstfahrende oder gezogene Straßenfahr
zeuge, wie Motorwagen, Anhänger, Auflieger oder dgl. in Form
einer von mechanischer Reibung unabhängigen, vom Schub des
Fahrzeuges betätigten Langzeitbremse, die Öl als Arbeitsflüs
sigkeit sowie eine Ölkühleinrichtung aufweist.
Leistungsbremsen der vorbezeichneten allgemeinen Art sind unter
der Bezeichnung Retarder bekannt und arbeiten nach dem hydrody
namischen Turbinen-Pumpen-Prinzip mit einem eingebauten Kühl
wasser-Ölkühler. Ihr Aufbau ist dem einer hydrodynamischen
Kupplung ähnlich, bei dem einem mit der Gelenkwelle des Fahr
zeugs verbundenen rotierenden Schaufelrad ein feststehendes ge
genüber steht. In diesem Stator wird die von der Drehbewegung
des Rotors durch Fliehkraft auf das Hydrauliköl übertragene ki
netische Energie gebremst und vernichtet bzw. in Wärme umgewan
delt. Es sind auch elektromagnetische Wirbelstrombremsen be
kannt, die notwendig einen sehr schweren Aufbau besitzen und
bei denen die erforderlichen Lüfterscheiben ständig Leistung
verbrauchen. Schließlich gibt es hydrodynamische Drehmoment
wandler, die in Fahrzeugen vor einem Lastschaltgetriebe ange
ordnet und mit einer aufwendigen Technik als Retarder der zu
erst geschilderten Bauart umfunktioniert sind.
Die als Zusatzbremse auf längeren Talfahrten bei schweren Stra
ßenfahrzeugen, wie Omnibussen und Lastkraftwagen bewährten hy
drodynamischen Retarder entsprechen im Aufbau dem einer hydro
dynamischen Kupplung, bei der zwei Schaufelräder einander ge
genüber angeordnet sind, von denen das eine als vom Fahrzeug
getriebener Rotor und das andere als Stator wirkt. Zwischen den
sektorförmigen Kammern der Schaufelräder befindet sich die Öl
füllung. Setzt die Antriebswelle des Fahrzeuges den Rotor in
Bewegung, so nimmt das Öl diese Rotation auf, und die mechani
sche Energie wird in kinetische Energie des Öls umgewandelt.
Das durch die Fliehkraft vom Umfang der in die Kammern des Sta
tors eingepreßte Öl strebt danach, diesen wie das Turbinenrad
einer hydrodynamischen Kupplung mit in die Bewegung einzubezie
hen. Da sich der Stator jedoch nicht drehen kann, wird die ki
netische Energie abgebremst und durch Umwandlung in Wärme ver
nichtet. Der Verzögerungseffekt überträgt sich als Rückkopplung
auf den Rotor und von diesem auf die Antriebswelle des Fahrzeu
ges, wodurch das Fahrzeug verlangsamt wird.
Die bekannten Retarder besitzen verhältnismäßig große Abmessun
gen, nicht zuletzt deshalb, weil die Bremskapazität nur durch
Erhöhung der Drehzahl und durch Vergrößerung des Ölvolumens und
des Durchmessers der beiden Schaufelräder gesteigert werden
kann, denn nur bei größerem Radius kann auch die Fliehkraft zu
nehmen. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Brems
einrichtung der eingangs bezeichneten Art dahingehend zu ver
bessern und auszugestalten, daß die diese Bremseinrichtung ent
haltenden Zusatzeinbauten kleinere Abmessungen und Gewichte als
bisher erhalten, d. h. mit höherer Leistungsdichte als die be
kannten hydrodynamischen Anlagen arbeiten. Darüber hinaus soll
der Einbau im Fahrzeug, insbesondere im Motorwagen, vereinfacht
werden, ohne daß in den Kühlwasserkreislauf eines Verbrennungs
motors eingegriffen zu werden braucht.
Gleichermaßen soll bei Anwendung in antriebslosen Fahrzeugen,
wie Anhängern oder Aufliegern der Einbau insbesondere durch au
tonome Kühlanlagen vereinfacht werden.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch die im Anspruch
1 vorgeschlagenen Maßnahmen, nämlich durch eine oder mehrere
hydrostatische, rotierende Kolbenpumpen, durch deren Anwendung
sich der Bremsvorgang vollzieht mit Erzeugung eines regelbaren
Hochdruck-Ölstromes, der auf Druckwerte zwischen ungefähr 300
und 900 bar gebracht werden kann. Dieser Öldruck wird durch ein
im Ölkreislauf angeordnetes, vorgesteuertes Druckerzeugungsven
til entspannt und dabei die Bremsenergie in Wärme umgesetzt.
Die Hydraulikflüssigkeit dient als Wärmeträger, der durch eine
Ölkühleinrichtung, vorzugsweise mit Hilfe der Umgebungsluft,
rückgekühlt wird. Vorteilhaft ist bei diesem Vorschlag, daß
während des normalen, ungebremsten Fahrlaufes kein Ölstrom
fließt und kein Kolbendruck entsteht, so daß praktisch keine
Verlustleistung auftritt.
Im allgemeinen wird beim normalen Bremsbetrieb das Überdruck
ventil auf einem festeingestellten Wert belassen, obwohl für
die Regelung der Bremsleistung entweder die Fördermenge oder
der Druck eingestellt werden können. Vorzugsweise wird bei der
erfindungsgemäß angewendeten hydrostatischen Kolbenpumpe die
Bremsleistung mit Hilfe der Ölfördermenge, nämlich durch Verän
derung der Schrägstellung der Schwenkscheibe geregelt. Grund
sätzlich ist aber auch eine Regelung am Überdruckventil mit
Hilfe eines Regelzylinders möglich, der auf das dem Überdruck
ventil zugeordnete Pilotventil einwirkt.
Ein besonderes Merkmal der erfindungsgemäßen Anwendung von hy
drostatischen Kolbenpumpen als Bremsleistungswandler besteht
darin, daß solche Pumpen, die einen vielfach höheren Hydraulik
druck als hydrodynamische Einheiten zu erzeugen in der Lage
sind, klein gehalten und gegebenenfalls unmittelbar an den Rä
dern angebracht werden können. Auf diese Weise werden die Ge
triebeteile durch die Bremsleistung nicht beansprucht.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform kann im Pumpengehäuse
oder im Gehäusedeckel ein thermostatisches Regelventil einge
baut sein, das den geschlossenen Ölkreislauf derart beeinflußt,
daß das Öl bis zur Erreichung seiner Betriebstemperatur durch
einen Kurzschlußkanal unter Umgehung der Kühleinrichtung zu
rückgeführt und wieder angesaugt wird.
Weiterhin kann bei einer bevorzugten Ausführungsform ein Öl-
Ausgleichsbehälter mit eingebautem Elektro-Kleinpumpenaggregat
vorgesehen sein, über das bei Beginn des Bremsbetriebes der für
die Pumpenverstellung notwendige Steuerdruck erzeugt wird und
mit dessen Hilfe außerdem der Ölkreislauf auf einem Betriebs
druck gehalten und die Leckölmenge, die in der Pumpe entsteht,
eingespeist wird. Mit dem Elektro-Kleinpumpenaggregat werden
nicht nur die Leckölmengen im gesamten Ölkreislauf nachgefüllt,
sondern auch der hydraulische Steuerdruck zum Verstellen der
Schwenkscheibe aufgebracht.
Die beim erfindungsgemäßen Bremsleistungswandler zur Anwendung
kommenden Kolbenpumpen können an verschiedenen Stellen des
Fahrzeuges eingebaut sein. So kann das Schaltgetriebe des Fahr
zeuges einen sogenannten Durchtrieb von der Gelenkwelle aus
aufweisen, der die Pumpe mit der Gelenkwellendrehzahl oder ei
ner geeignet übersetzten höheren Drehzahl antreibt.
Die Kolbenpumpe kann auch als Zwischenflanschpumpe ausgebildet
und zwischen dem Schaltgetriebe und der Gelenkwelle mit Flan
schen eingebaut sein. Diese Zwischenflanschpumpe kann auch di
rekt am Ritzel der Differentialachse zwischen dem Ritzelflansch
und der Gelenkwelle eingebaut sein.
Bei einer anderen Anwendungsform kann je eine Pumpe von einer
nicht motorisch, sondern über geeignete Getriebe, z. B. über
Kegelräder angetriebenen Laufachse angetrieben werden. Da die
Mengen des von jeder Pumpe geförderten Ölstromes proportional
der Raddrehung ist, bedarf es keiner weiteren Sensoren, um ein
teilweises Blockieren oder den vollständigen Stillstand eines
Rades festzustellen.
Es ist weiterhin möglich, je eine Pumpe direkt im Radkopf, ins
besondere im Planeten-Radkopf der Antriebsachse oder einer
Laufachse einzubauen, um eine Belastung des Kegeltriebes, des
Differentials und der Gelenkwelle zu vermeiden.
Da die Ölkühleinrichtung baulich nicht mit der Kolbenpumpe ver
bunden sein muß, kann der mit der Pumpe erzeugte hydraulische
Ölstrom durch relativ kleine Rohrleitungen an jede geeignete
Stelle im Fahrzeug (Anhänger) verlegt werden. Aus dieser Vorga
be resultiert als sinnvollster Kühler eine Öl-Luftkühler, der
vor dem Wasser-Luftkühler des Verbrennungsmotors angeordnet
wird. Dabei kann der Motorlüfter die Kühlluft durch den Ölküh
ler ansaugen, der im Fahrbetrieb keine Wärme abgibt.
Im Bremsbetrieb heizt die Ölkühleinrichtung die Luft an und
hält dadurch bei langen Talfahrten den Motor-Kühlwasserkreis
indirekt warm bzw. läßt den Verbrennungsmotor nicht auskühlen
und hält damit die mit dem Kühlwasser gespeiste Fahrerraumhei
zung in funktionsfähigem Zustand. Da die Umgebungsluft auch bei
hohen Außentemperaturen wenigstens dreimal kälter ist als das
Motorkühlwasser, ist ein Luft-Ölkühler folglich bei gleicher
Kapazität dreimal leichter als ein Motor-Kühlwasser-Ölkühler
und folglich diesem vorzuziehen.
Gemäß einem anderen Vorschlag kann der Öl-Luftkühler an einem
baulich günstigen Platz zusammen mit seinem autonom versorgten
bzw. hydraulisch angetriebenen Lüfter montiert werden. Dabei
kann der Fahrtwind durch zusätzlichen Staudruck ausgenutzt wer
den.
Gemäß einem anderen Merkmal der vorliegenden Erfindung kann der
Bremsleistungswandler als einbaufertige Gesamteinheit vorgese
hen sein, so daß auch der Ölkühler mit in die Gesamteinheit in
tegriert oder verblockt wird. Bei dieser Ausführungsform brau
chen nach außen nur noch die elektrische Zuleitung zum Ein
schalten des Motors für das Elektro-Kleinpumpenaggregat und ei
ne Betätigung für die Regelung der Schwenkscheibeverstellung
vorgesehen zu werden.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus
der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand
der Zeichnungen, die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigen.
Die nicht auf die Anwendung bei Straßenfahrzeugen beschränkten
Merkmale der Ansprüche können einzeln oder in beliebiger ande
rer Kombination weitere Ausführungsformen der Erfindung verkör
pern. Darin zeigen
Fig. 1a-1c drei verschiedene Möglichkeiten für den Einbau ei
ner Kolbenpumpe als Bremsleistungswandler in einen
Motorwagen mit einem Luft-Ölkühler vor dem Motor-
Wasserkühler,
Fig. 2 einen Schnitt durch ein Bremsaggregat mit einer
Axial-Kolbenpumpe in der Neutralstellung mit Ent
spannungsventil, Thermostatregler, einem schema
tisch angedeuteten Ausgleichsbehälter, Elektropum
penaggregat sowie Luft-Ölkühler mit autonomem hy
draulischem Lüfterantrieb,
Fig. 2a das Bremsaggregat nach Fig. 2 mit im Pumpengehäuse
integriertem Ausgleichsbehälter,
Fig. 3 den Bremsleistungswandler aus Fig. 2 in Bremstätig
keit mit eingeschaltetem Elektropumpenaggregat und
verschwenkter Schwenkscheibe,
Fig. 4 die Axial-Kolbenpumpe, ähnlich Fig. 2 und 3, jedoch
in einer Spezialausführung als Zwischenflanschpum
pe, wobei die linke Seite des Pumpengehäuses eine
Anschlußfläche für ein Getriebe und auf der rechten
Seite ein Gelenkwellen-Anschlußflansch vorgesehen
sind, während
Fig. 5 eine nicht angetriebene Fahrzeugachse mit zwei
Bremspumpen wiedergibt, die über Kegelräder von den
Fahrzeugrädern bzw.-reifen angetrieben sind.
Fig. 5a zeigt schematisch eine fördermengenabhängige Druck
regelung als Antiblockiersystem.
Ein in Fig. 1 schematisch gezeigtes Straßenfahrzeug ist mit
einem wassergekühlten Verbrennungsmotor 90 und einem Schaltge
triebe 91 versehen, das gemäß Fig. 1c einen Nebenantrieb 92
aufweist, ferner mit einer Vorderachse 93 und einer über die
Gelenkwelle 94 angetriebenen Hinterachse 95. Der Motor-Wasser
kühler 96 wird vom Sauglüfter 97 gekühlt und ist einem Luft-Öl
kühler 19 der Bremsanlage nachgeschaltet. Als Beispiel für die
Anbringung der Bremspumpe zeigen jeweils schematisch
Fig. 1a den Einbau einer Flanschpumpe 101 zwischen Getriebe
und Gelenkwelle;
Fig. 1b den Einbau der Flanschpumpe 101 zwischen Hinterachse
und Gelenkwelle und
Fig. 1c den Anbau der Pumpe 100 mit einem Wellenende an den
Nebenabtrieb 92 des Schaltgetriebes 91.
Entsprechend Fig. 2 wird die Pumpenwelle 1 und die Kolbentrom
mel 2 aufgrund einer nicht gezeigten Verbindung vom Fahrzeug
angetrieben. Die Kolben 3 in der Kolbentrommel rotieren mit,
machen aber keine Hubbewegung, da die Schwenkscheibe 4 senk
recht zur Pumpenwelle steht. Somit fließt auch kein Ölstrom
durch die Steuerscheibe 5 und den daran anschließenden Saugka
nal 6 sowie Druckkanal 7.
Der Hauptkolben 9 eines vorgesteuerten Druckerzeugungs- oder
auch Entspannungsventils 8 hält durch Spannung der Hauptfeder
10 den Druckkanal 7 verschlossen. Die Funktionsweise von vorge
steuerten Entspannungsventilen, bei denen die Hauptfeder nur
einen kleinen Anteil der Schließkraft aufbringen muß, während
der größere Anteil durch den hydraulischen Druck selbst aufge
bracht wird, ist allgemein bekannt. Zur Druckverstellung des
Entspannungsventiles wird die Vorspannung der Pilotfeder 12 auf
den Pilotkolben 11 verändert. Beim gezeigten Beispiel ist die
Federvorspannung fest eingestellt durch eine Verstellschraube
13 auf der Oberseite des mit Kühlrippen 51 versehenen Teils des
Pumpendeckels 14. An die Stelle der gezeigten Verstellschraube
13 kann ein Servokolben treten, der die Vorspannung der Pilot
feder 12 und somit den Bremsdruck in verschiedenen geeigneten
Abhängigkeiten verändert.
Die Kühlrippen 51 führen am Ventilgehäuse bzw. am Pumpengehäuse
und Gehäusedeckel einen Teil der am Überdruckventil entstehen
den Wärme direkt an die Luft ab. Auf der Saugseite der Pumpe
ist ein thermostatisch betätigter Schieber 15 mit einem Thermo
kolben 16 gezeigt. Er ist in kaltem Zustand so geschaltet, daß
der Bypaß oder Kurzschlußkanal 17 mit dem Pumpen-Saugkanal 6 in
Verbindung steht. Die sich an den Druckkanal 7 anschließende
Ausgangsleitung 18 ist mit dem Eingang eines Luft-Ölkühlers 19
verbunden, und die Rücklaufleitung 20 verbindet den Kühleraus
gang mit dem Thermostatgehäuse 21. Wenn der Thermokolben 16
kalt ist, d. h. er sich in zusammengezogenem Zustand befindet,
ist die über den Kühler 19 führende Rückleitung 20 gesperrt.
Vom Druckkanal 7 ist mittels einer Blende 22 eine Druckleitung
23 zu einem hydr. Lüftermotor 24 geführt, dessen Lüfterrad 25
Luft durch den Kühler 19 zieht. Die Ausgangsleitung 26 des Lüf
termotors ist mit dem Kühlereingang verbunden. Wenn von der
Pumpe her kein Ölstrom fließt, bewegt sich der Lüftermotor
nicht.
Das Pumpengehäuse 50 ist so ausgebildet und hinreichend groß
bemessen, daß keine nennenswerte Reibung zwischen der rotieren
den Trommel 2 und der Gehäusewand auftreten kann.
Vom Gehäuse 50 führt eine Leitung 52 zu einem Ausgleichsbehal
ter 53 mit einem beispielsweise eingebauten Elektro-Pumpaggre
gat, bestehend aus E-Motor 54, einer Niederdruckpumpe 55, einem
Sicherheitsventil 56 und einem Filter 57. Der Ausgleichsbehäl
ter ist über den Verschlußdeckel 58 mit eingebauter Belüftung
mit der Außenluft verbunden. Gemäß dem Ausführungsbeispiel in
Fig. 2a ist der Ausgleichsbehälter 59 einschließlich des vor
beschriebenen Pumpaggregates mit dem Pumpengehäuse 50 zu einer
Einheit integriert, so daß die Leitung 52 auf eine Bohrung re
duziert ist.
Je eine Rohrleitung 60 und 61 führen vom Pumpenausgang hinter
dem Filter 57 an die Ausgangsleitung 18 des Ölkreislaufes und
an ein Steuergerät 62, das mit einer Servoverstelleinrichtung
der Schwenkscheibe 4 über eine Leitung 63 verbunden ist. Die
Servoverstelleinrichtung ist allgemein bekannt und deshalb hier
nur durch einen Stellkolben 64 und eine Rückstellung 65 ange
deutet.
Verbunden mit dem Steuergerät 62 ist ein Schalter 66, der im
Ruhezustand der Bremspumpe die Stromzuführung aus dem Fahr
zeug-Bordnetz 67 unterbricht.
Fig. 3 zeigt die Bremsanlage in Arbeitsfunktion, wobei die
Bremsfunktion wie folgt eingeleitet wird:
Der Fahrer oder eine eingebaute Bremssteuerung schließt den
Stromkreis zwischen dem Bordnetz 67 und Elektromotor 54 mit
Hilfe des Schalters 66. Gleichzeitig wird von Hand oder über
einen Elektromagnet das Steuergerät 62 so geschaltet, daß der
nun von der Niederdruckmenge 55 erzeugte Druck (ca. 10-20 bar;
Fördermenge: ca. 10-20 ltr./min.) den Stellkolben 64 beauf
schlagt und dieser die Schwenkscheibe 4 ganz oder teilweise
verschwenkt.
Gleichzeitig wird der gesamte Ölkreislauf über die Leitung 60
mit Druck beaufschlagt, so daß in Ausgangsleitung 18, Kühler
19, Rücklaufleitung 20, im Kurzschlußkanal 17 und im Saugkanal
6 gleiche Niederdruckbedingungen herrschen. Diese Maßnahme ist
zweckmäßig, um für hohe Pumpdrehzahlen gute Saugverhältnisse zu
schaffen und Kavitation zu vermeiden und um die Leckölverluste
in der Pumpe auszugleichen.
Nachdem die Schwenkscheibe 4 aus ihrer Neutralstellung ver
schwenkt ist, fließt im Druckkanal 7 ein Ölstrom, der den
Hauptkolben 9 des Überdruckventiles 8 von seinem Sitz abhebt.
Durch die Ventilvorspannung entsteht im Druckkanal ein Hoch
druck von z. B. 500 bar. Dieser Druck entspannt sich durch das
Öffnen des Überdruckventils 8, wobei der Ölstrom aufgeheizt
wird.
Vorerst nimmt der Thermostatschieber 15 die in Fig. 2 gezeigte
Stellung ein. Deshalb kann der Ölstrom nicht durch den Kühler
19 fließen, sondern gelangt über den Kurzschlußkanal 17 direkt
in den Saugkanal 6 und wärmt dabei den Thermokolben 16 auf, bis
die Arbeitstemperatur (ca. 40°C) des Öls erreicht ist. Wenn
das Öl heißer wird, bewegt sich der Thermostatschieber 15 all
mählich in die in Fig. 3 gezeigte Position, in welcher der By
paß geschlossen ist und der Ölstrom durch den Ölkühler 19
fließt. Sobald im Druckkanal 6 der Hochdruck aufgebaut ist,
fließt über die Blende 22 ein kleiner Ölstrom zum Lüftermotor,
der nun unabhängig davon den Lüfter antreibt, ob schon Öl durch
den Kühler fließt oder nicht.
Bei vollem Förderstrom (max. Pumpendrehzahl) und höchster
Druckeinstellung am Ventil wird die höchste Bremsleistung er
zielt.
Für eine theoretische Leistungsberechnung ohne Berücksichtigung
von Verlusten durch Reibung usw. sei angenommen:
Dann ergibt sich die Leistung zu
N = 500×270 = 220 (KW)
Die durch die Blende 22 entnommene Ölmenge braucht nicht abge
zogen zu werden, da sie ebenfalls um 500 bar entspannt wird.
Die Leistung des E-Motors errechnet sich aus 10 bar bei 2 ltr/
min zu
Wenn der Stromkreis am Schalter 66 unterbrochen wird, schaltet
das Steuergerät 62 die Servosteuerung der Pumpe so, daß der
Stellkolben 64 drucklos wird und die Schwenkscheibe 4 wieder in
Neutralstellung entsprechend Fig. 2 geht. Die Hochdruckpumpe
fördert kein Öl mehr, und der Druck im Druckkanal 7 entspannt
sich. Der Lüfter kommt zum Stillstand. Selbstverständlich kann
die Pumpe auch so geschaltet sein, daß sie nicht ganz auf Null
hub geht, sondern ständig oder eine gewisse Zeitlang noch einen
kleinsten Ölstrom zur Schmierung der Steuerscheibe 5 und zum
Wärmeausgleich fördert.
Fig. 4 zeigt eine Zwischenflanschbauart 101 der Axial-Kolben
pumpe 100 aus Fig. 2. Die Pumpenwelle 1 ist als Flanschwelle
ausgeführt, der Pumpendeckel 14 ist so verändert, daß in der
Mitte das Wellenende der Pumpenwelle 1 herausragt und daß der
Pumpendeckel 14 an seiner linken Seite an ein Getriebe ange
flanscht werden kann. Auf der anderen Seite der Pumpenwelle
kann die Gelenkwelle 94 angeschlossen werden.
Fig. 5 zeigt eine Anhängerachse 70 mit Reibungsbremsen 71 an
den Fahrzeugrädern und einem beispielsweise als Doppelkegelrad
getriebe ausgebildeten Mittelteil 72, in dem je ein großes Tel
lerrad 73 von jeder Radseite angetrieben wird. Über kleinere
Kegelritzel 74 werden zwei Pumpen P1 und P2 der in Fig. 4 ge
zeigten Bauart angetrieben, um den Kurvenausgleich zu gewähr
leisten. Die Pumpen sind parallelgeschaltet und arbeiten im
übrigen wie in Fig. 2 und 3 beschrieben. Der Ölkühler hat ei
nen für Anhänger besonders günstigen autonomen Lüfterantrieb
und ist so in den Fahrtwind gestellt, daß dieser den Lüfter un
terstützt. Das Getriebegehäuse 72 kann wie der Ausgleichsbehäl
ter 53 in Fig. 2 oder Fig. 2a als Ausgleichsbehälter für beide
Pumpen P1 und P2 dienen.
Entsprechend Fig. 5a kann für eine gezogene Achse (für eine
Achse eines gezogenen Fahrzeugs) ein Antiblockier-Effekt da
durch erzielt werden, daß in den beiden Ausgangsleitungen 18
der Pumpen P1 und P2 je ein Durchflußmesser 30 eingebaut
wird, die ihre Meßimpulse über die Meßleitungen 32 und 33 zu
einem Steuergerät 31 weitergeben. Da die Ölfördermenge propor
tional zu den Umdrehungen des jeweils antreibenden (gebremsten)
Rades ist, kann beim Blockieren bzw. schon bei relativem Dreh
zahlabfall eines Rades zum anderen, vom Steuergerät über die
Steuerleitungen 34 und 35 eine Druckentlastung der jeweiligen
Pumpe erfolgen, bis ein annähernder Gleichlauf der Räder wieder
hergestellt ist. Die Druckveränderung am Überdruckventil 8 der
Pumpen erfolgt über Verstellgeräte 36, die die Pilotfedern 12
be- oder entlasten und somit den Arbeitsdruck des gesamten vor
gesteuerten Überdruckventils 8 verändern.
Claims (12)
1. Bremsleistungswandler zum Einbau in selbstfahrende oder ge
zogene Straßenfahrzeuge, wie Motorwagen, Anhänger, Auflieger
oder dgl. in Form einer von mechanischer Reibung unabhängigen,
vom Schub des Fahrzeuges betätigten Langzeitbremse, die Öl als
Arbeitsflüssigkeit sowie eine Ölkühleinrichtung aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eine Hochdruck-Kolbenpumpe (1-5) mit Mengenver
stellung bis zu einer Nullförder- oder Minimalfördermenge dau
ernd vom Fahrzeug proportional zur Fahrgeschwindigkeit ange
trieben und in einem geschlossenen Ölkreislauf (6, 7) angeordnet
ist, in dem sie im Bremsbetrieb einen Ölstrom auf Hochdruck
zwischen ungefähr 300 und 900 bar zu verdichten in der Lage
ist, dessen Energie bei Entspannung durch gesteuertes Anspre
chen eines im Ölkreislauf angeordneten Überdruckventils (8) in
Wärme umgesetzt und über die Ölkühleinrichtung (19) abgeführt
wird.
2. Bremsleistungswandler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß das im Druckkanal (7) des Ölkreislaufs angeordnete
Überdruckventil (8) in das Pumpengehäuse (50) integriert ist.
3. Bremsleistungswandler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Überdruckventilgehäuse und das Pumpenge
häuse sowie ein insbesondere mit in dem Pumpengehäuse (50) in
tegrierter Ausgleichsbehälter (53) eine mit Kühlrippen (51)
versehene bauliche Montageeinheit bilden.
4. Bremsleistungswandler nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß eine Thermostatregeleinrich
tung (15) mit in das Pumpengehäuse (50) oder in ein daran ange
schlossenes Bauteil integriert ist.
5. Bremsleistungswandler nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil der von der Pumpe
verdichteten Ölmenge über eine mittels einer Blende (22) an den
Druckkanal (7) angeschlossene Abzweigleitung (23) zum Antrieb
eines Lüfters für die Ölkühlung und/oder weiterer Aggregate
mit Hydro-Antrieb abgeleitet ist.
6. Bremsleistungswandler nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß in Verbindung mit dem Aus
gleichsbehälter (53) ein zusätzliches Elektro-Pumpaggregat (55)
vorgesehen ist, um den geschlossenen Ölkreislauf (6, 7) der Kol
benpumpe für den Bremsbetrieb auf eine Mindestvorspannung von
ungefähr 10 bar aufzuladen und auch die innere Leckölmenge zu
ersetzen.
7. Bremsleistungswandler nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß je nach der für das Fahrzeug
und dessen Masse erforderlichen Bremscharakteristik nicht nur
die Fördermenge der Kolbenpumpe über deren Kolbenhubverstel
lung, sondern auch der Förderdruck mit Hilfe des Überdruckven
tils (8) einstellbar sind.
8. Bremsleistungswandler nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß als Kolbenpumpe eine Radial
oder Axial-Kolbenpumpe, gegebenenfalls in doppelt wirkender
Bauart, mit zwei Wellenenden bzw. Anschlußflanschen ausgebildet
und insbesondere symmetrisch zwischen zwei Achs- und Wellenab
schnitten lösbar eingebaut ist.
9. Bremsleistungswandler nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die Kolbenpumpe von einer be
liebigen Stelle des Antriebstranges eines Motorwagens aus ange
trieben sein kann (Fig. 1a, b oder c).
10. Bremsleistungswandler nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die Ölkühleinrichtung bzgl.
des Kühlluftstromes vor dem Motorwasserkühler eines Verbren
nungsmotors angeordnet ist.
11. Bremsleistungswandler nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Kolbenpumpen (P1, P2)
symmetrisch mit Bezug zu einer Differentialachse vorgesehen
sind, die durch hydraulische Parallelschaltung ein Differen
tial-Ausgleichsgetriebe ersetzen und für eine gleichmäßige
Bremsdrehmoment-Verteilung sorgen (Fig. 5).
12. Bremsleistungswandler nach Anspruch 11, dadurch gekenn
zeichnet, daß die mittelbar oder unmittelbar von den Rädern ei
ner Achse angetriebenen beiden Pumpen nicht parallel geschal
tet, sondern jeweils automatisch kurzzeitig vollständig oder
teilweise druckentlastet werden, sobald die Raddrehung und da
mit der Pumpenförderstrom annähernd zum Stillstand gekommen ist
(ABS-Wirkung) bzw. sich von dem Förderstrom der anderen Pumpe
zu weit entfernt (Antiblockier-Effekt bzw. gleichmäßige
Reifenabnutzung).
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