DE3940186A1 - Verfahren und vorrichtung zur erzeugung von hohlen wandbereichen an kunststoffkaesten, insbesondere flaschenkaesten - Google Patents

Verfahren und vorrichtung zur erzeugung von hohlen wandbereichen an kunststoffkaesten, insbesondere flaschenkaesten

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    • B29C45/00Injection moulding, i.e. forcing the required volume of moulding material through a nozzle into a closed mould; Apparatus therefor
    • B29C45/17Component parts, details or accessories; Auxiliary operations
    • B29C45/1703Introducing an auxiliary fluid into the mould
    • B29C45/1704Introducing an auxiliary fluid into the mould the fluid being introduced into the interior of the injected material which is still in a molten state, e.g. for producing hollow articles
    • B29C45/1711Introducing an auxiliary fluid into the mould the fluid being introduced into the interior of the injected material which is still in a molten state, e.g. for producing hollow articles and removing excess material from the mould cavity by the introduced fluid, e.g. to an overflow cavity
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Description

Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren und eine Vor­ richtung zur Erzeugung von hohlen Wandbereichen an Kunst­ stoffkästen, insbesondere Flaschenkästen, insbesondere zur Erzeugung von hohlen Griffleisten an derartigen Flaschenkä­ sten.
Bei Flaschenkästen, wie Bierkästen od. dgl., geht die Ten­ denz dahin, gerade die am oberen Rand an allen Seiten vor­ gesehenen Griffleisten in der wirksamen Querrschnittsform so zu vergrößern, daß ein höherer Tragkomfort erreicht wird. Dies wird z. B. durch dicht an dicht gesetzte, ggf. profilierte Rippen erreicht, die dann dem Benutzer ein an­ genehmeres Traggefühl vermitteln, ohne daß die speziellen Wandstärken der betroffenen Kastenbereiche erhöht werden, was bei der Herstellung dieser Kästen ansonsten zu Nachtei­ len führen könnte. Würde man demgegenüber Griffe aus Voll­ material spritzen, würden diese beim Abkühlen des Kunst­ stoffes in sich zusammenfallen, sie wären daher schon op­ tisch nicht akzeptabel, im übrigen führte dies zu einem er­ höhten Materialverbrauch.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Lösung, mit der ohne Wandbereiche bei derartigen Kunststoffkästen ins­ besondere hohle Griffleisten erzeugbar sind, die der ge­ wünschten Traggriffquerschnittsform entsprechen nach Auf­ rechterhaltung gleich dünner Wandstärken und gleichwohl bei Erzeugung einer völlig geschlossenen Oberfläche.
Mit einem Verfahren der eingangs bezeichneten Art wird die­ se Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß zu­ nächst im ersten Einspritzschritt die entsprechenden Wand­ bereiche bzw. die Griffleisten als Vollteile gespritzt wer­ den, anschließend in der Form ein Abfluß freigelegt und nachfolgend das im Inneren des sich bildenden Griffes be­ findliche, noch weiche Kunststoffmaterial ausgeblasen wird.
Mit der Erfindung wird erreicht, daß, unabhängig von der Lage, in der Form Vollteile beim fertigen Produkt als Hohl­ wandbereiche ausgebildet werden können. Dabei ist es von besonderem Vorteil, daß mit der Erfindung die Möglichkeit eröffnet wird, auch von der oder den Einspritzstellen in der Form sehr weit entfernte Wandbereiche als Hohlkörper auszubilden, da es nicht mehr notwendig ist, von der Ein­ spritzseite her etwa Gas einzublasen, um weiches Kunst­ stoffmaterial aus dem Inneren von Wandbereichen auszutra­ gen. Eine solche Technologie führt zu ganz erheblichen Nachteilen, da Gas auf dem Weg zu dem eigentlichen Einsatz­ ort durch Wandteile hindurch brechen kann, so daß das fer­ tige Spritzprodukt Ausschuß wird.
Das Blasen von Hohlteilen auch in der Spritztechnik ist für sich gesehen an sich bekannt. So ist es beispielsweise bekannt, etwa rohrförmige Hohlkörper zu erzeugen, indem bei Abkühlung der Wandbereiche gegen die Spritzrichtung Kunststoffmaterial in die Anlage zurückgeblasen wird. Eine derartige Technologie ist aber bei den sehr kompliziert aufgebauten Kunststoffkästen bzw. Flaschenkästen nicht ein­ setzbar, wobei eben zusätzlich das oben beschriebene Pro­ blem besteht, daß die Griffleisten in der Regel an den von den Einspritzstellen am weit entferntesten Ort in der Spritzform vorgesehen sind.
Die Erfindung sieht auch vor, daß nach Vollspritzen des späteren hohlen Kastenbereiches ein reduzierter Nachdruck im Spritzsystem aufrechterhalten wird, wobei etwa nach der Hälfte der Haltezeit bei reduziertem Nachdruck der Abfluß für noch flüssiges Kunststoffmaterial geöffnet und dieses mittels des Ausblasgases dann ausgetragen wird. Hiermit wird erreicht, daß der Druck des Ausblasens des noch nicht verfestigten Kunststoffmateriales nicht so extrem hoch sein muß, da dieser Druck gegenüber dem reduzierten Nach­ druck ein Übermaß erreichen muß und nicht gegen den Spritz­ druck bei der Erzeugung des Kastens im ersten Vollspritz­ schritt.
Das Ausblasen des noch nicht erstarrten Kunststoffmateria­ les kann so erfolgen, daß dieses Material in jedem Fall zu­ rückgewonnen werden kann. Hier entsteht also kein Material­ verlust.
Die Erfindung sieht auch vor, daß nach Ausblasen des noch flüssigen inneren Kunststoffmateriales ein Nachblas-Inter­ vall nachgeschaltet wird, wobei während der Nachblaszeit in der Spritzform der reduzierte Nachdruck aufrechterhal­ ten bleibt.
Mit dem Nachblas-Intervall wird eine schnelle Abkühlung der gebildeten Wandbereiche erreicht, so daß ein schnelle­ res Öffnen der Form erreicht wird, d. h. die Taktzeit bei der Erzeugung wird reduziert und damit die Leistung der An­ lage erhöht.
Dabei kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, daß das Öffnen des Abflusses für noch nicht verfestigten Kunststoff etwa nach der Hälfte der Gesamtnachdruckzeit erfolgt und das Ausblasen innerhalb einer Zeit von kleiner gleich dem Vier­ tel der gesamten Nachdruckzeit erfolgt.
Die Erfindung sieht auch eine Vorrichtung zur Erzeugung von hohlen Wandbereichen an Kunststoffkästen, insbesondere Flaschenkästen, insbesondere zur Erzeugung an hohlen Griff­ leisten an derartigen Flaschenkästen, vor, die sich da­ durch auszeichnet, daß in der Spritzform wenigstens je ei­ ne Perforationsstange zur Freilegung eines Kunststoffab­ flußkanales und je eine Perforationsnadel zum Einbringen von Austreibgas pro auszublasenden Wand- oder Griffteil in der Spritzform vorgesehen ist.
Mit dieser Gestaltung, d. h. dem Vorsehen von Perforations­ stangen einerseits und Perforationsnadel zum Einbringen von Austreibgas andererseits und der gleichzeitigen Bereit­ stellung eines funktionsfähigen Kunststoffabflußkanales, wird es möglich, auch kompliziertere Wandbereiche als Hohl­ körper auszubilden.
Gerade die Griffleisten sind vergleichsweise sensible Bau­ teile, da sie für den Benutzer angenehm in der Handhabung sein müssen, gleichzeitig sollen sie aus Reinigungszwecken glatt und insbesondere gratfrei sein, hier bietet es sich an, sie zunächst als Vollkörper zu bilden und dann auszu­ blasen, was mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung möglich ist.
In Ausgestaltung ist vorgesehen, daß die Perforationsstan­ ge wenigstens beim Zurückziehen aus dem Formbereich in der Formtrennebene einen Abflußkanal für den noch nicht verfe­ stigten Kunststoff freilegt. An dieser Stelle sei bemerkt, daß die Perforationsstange im Abschlußkanal so angeordnet ist, daß beim Zurückziehen dieser Kanal freigelegt wird, wobei je nach Gestaltungsart auch ein Öffnen in der Vor­ schubbewegung vorgesehen sein kann. In der Rückzugsbewe­ gung ist dies allerdings in gleicher Weise möglich. Um mög­ lichst gleichmäßige Hohlräume zu bilden und die größte Men­ ge an Kunststoffmaterial aus dem Inneren austreiben zu kön­ nen, ist nach der Erfindung auch vorgesehen, daß der Ab­ stand zwischen Eindringpunkt der Ausblasnadel und der Per­ forationsstange etwa der Länge des zu bildenden Hohlraumes entspricht, wobei in weiterer Ausgestaltung auch vorgese­ hen sein kann, daß wenigstens zwei im Abstand zueinander angeordnete Perforationsstangen mit Aufnahmereservoir für auszublasenden Kunststoff und eine dazu in der Mitte symme­ trisch angeordnete Ausblasnadel im äußeren Formenbereich vorgesehen sind.
Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung bei­ spielsweise näher erläutert. Diese zeigt in der einzigen Figur einen Detailbereich in vereinfachter Darstellung ei­ ner Vorrichtung.
In einem Maschinenkörper 1 ist ein äußeres Formteil 2 und ein inneres Formteil 3 gegeneinander bewegbar gelagert. Die Einspritzmöglichkeiten des Kunststoffes sind nicht nä­ her dargestellt. Dargestellt ist der Bereich, der eine Griffleiste 4 eines zu spritzenden Flaschenkastens aus­ formt mit der mit 5 bezeichneten Trennebene der beiden For­ menteile 2 und 3.
Beim späteren Kasten im unteren Griffbereich ist an einer Stelle eine gemäß Doppelpfeil 6 vor- und rückziehbare Per­ forationsstange 7 vorgesehen, hiervon räumlich hinter die Zeichenebene nach hinten versetzt eine Perforations- und Injektionsnadel 8, über die Treibgas eingeblasen werden kann.
Durch Striche dargestellt ist angedeutet, daß im Inneren des Griffes 4 noch nicht erstarrtes Kunststoffmaterial nach einer gewissen Haltezeit vorhanden ist. Dieser Be­ reich bzw. dieses Material ist mit 9 bezeichnet. Unterhalb der Perforationsstange ist in der Formtrennebene ein Kunst­ stoffabflußkanal 10 ausgebildet, der im dargestellten Bei­ spiel in ein Auffangreservoir 11 einmündet.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist nun die folgende: Nach Schließen der Form wird wie üblich ein Kunststoffka­ sten gespritzt. Dabei wird beispielsweise der Griff 4 als Vollteil ausgespritzt. Die Perforationsstange befindet sich bereits in der in der Figur dargestellten Position.
Nach einer kurzen Haltezeit wird die Nadel 8 gemäß Doppel­ pfeil 12 nach rechts in das Innere des sich bildenden Grif­ fes 4 eingebracht. Nunmehr wird mittels eines Austreibga­ ses unmittelbar nachfolgend das Innere des Griffes, d. h. das noch flüssige Kunststoffmaterial 9, einem Überdruck ausgesetzt. Gleichzeitig zieht sich die Perforationsstange 7 in der Figur nach links zurück und gibt den Abflußkanal 10 frei, derart, daß der noch flüssige Kunststoff aus dem Inneren in das Reservoir 11 eingeblasen wird.
Nach einer kurzen Nachblaszeit sind die Kunststoffelemente soweit erhärtet, daß der Kasten entformt werden kann.
Natürlich ist das beschriebene Ausführungsbeispiel der Er­ findung noch in vielfacher Hinsicht abzuändern, ohne den Grundgedanken zu verlassen. So können eine Mehrzahl von Ka­ nälen 10 vorgesehen sein, auch können etwa aus dem Inneren der Form Perforationsnadeln eingebracht werden, wenn dies der Formbau zuläßt u. dgl. mehr.

Claims (8)

1. Verfahren zur Erzeugung von hohlen Wandbereichen an Kunst­ stoffkästen, insbesondere Flaschenkästen, insbesondere zur Erzeugung von hohlen Griffleisten an derartigen Flaschenkä­ sten, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst im ersten Einspritzschritt in die Form die Wandbereiche bzw. Griffleisten als Vollteile gespritzt wer­ den, anschließend in der Form ein Abfluß freigelegt und nachfolgend das im Inneren des sich bildenden Griffes be­ findliche, noch weiche Kunststoffmaterial ausgeblasen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach Vollspritzen des späteren hohlen Kastenbereiches ein reduzierter Nachdruck im Spritzsystem aufrechterhalten wird, wobei etwa nach der Hälfte der Haltezeit bei redu­ ziertem Nachdruck der Abfluß für noch flüssiges Kunststoff­ material geöffnet und dieses mittels des Ausblasgases dann ausgetragen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß nach Ausblasen des noch flüssigen inneren Kunststoffma­ teriales ein Nachblas-Intervall nachgeschaltet wird, wobei während der Nachblaszeit in der Spritzform der reduzierte Nachdruck aufrechterhalten bleibt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Öffnen des Abflusses für noch nicht verfestigten Kunststoff etwa nach der Hälfte der Gesamtnachdruckzeit er­ folgt und das Ausblasen innerhalb einer Zeit von kleiner gleich dem Viertel der gesamten Nachdruckzeit erfolgt.
5. Vorrichtung insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in der Spritzform wenigstens je eine Perforationsstan­ ge (7) zur Freilegung eines Kunststoffabflußkanales (10) und je eine Perforationsnadel (8) zum Einbringen von Aus­ treibgas pro auszublasendem Wand- oder Griffteil (4) in der Spritzform (2, 3) vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Perforationsstange (7) wenigstens beim Zurückzie­ hen aus dem Formbereich (2) in der Formtrennebene (5) ei­ nen Abflußkanal (10) für den noch nicht verfestigten Kunst­ stoff freilegt.
7. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen Eindringpunkt der Ausblasnadel (8) und der Perforationsstange (7) etwa der Länge des zu bildenden Hohlraumes entspricht.
8. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens zwei im Abstand zueinander angeordnete Per­ forationsstangen (7) mit Aufnahmereservoir (11) für auszu­ blasenden Kunststoff und eine dazu in der Mitte symme­ trisch angeordnete Ausblasnadel (8) im äußeren Formenbe­ reich (2) vorgesehen sind.
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