DE3940186A1 - Verfahren und vorrichtung zur erzeugung von hohlen wandbereichen an kunststoffkaesten, insbesondere flaschenkaesten - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur erzeugung von hohlen wandbereichen an kunststoffkaesten, insbesondere flaschenkaestenInfo
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Description
Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren und eine Vor
richtung zur Erzeugung von hohlen Wandbereichen an Kunst
stoffkästen, insbesondere Flaschenkästen, insbesondere zur
Erzeugung von hohlen Griffleisten an derartigen Flaschenkä
sten.
Bei Flaschenkästen, wie Bierkästen od. dgl., geht die Ten
denz dahin, gerade die am oberen Rand an allen Seiten vor
gesehenen Griffleisten in der wirksamen Querrschnittsform
so zu vergrößern, daß ein höherer Tragkomfort erreicht
wird. Dies wird z. B. durch dicht an dicht gesetzte, ggf.
profilierte Rippen erreicht, die dann dem Benutzer ein an
genehmeres Traggefühl vermitteln, ohne daß die speziellen
Wandstärken der betroffenen Kastenbereiche erhöht werden,
was bei der Herstellung dieser Kästen ansonsten zu Nachtei
len führen könnte. Würde man demgegenüber Griffe aus Voll
material spritzen, würden diese beim Abkühlen des Kunst
stoffes in sich zusammenfallen, sie wären daher schon op
tisch nicht akzeptabel, im übrigen führte dies zu einem er
höhten Materialverbrauch.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Lösung, mit
der ohne Wandbereiche bei derartigen Kunststoffkästen ins
besondere hohle Griffleisten erzeugbar sind, die der ge
wünschten Traggriffquerschnittsform entsprechen nach Auf
rechterhaltung gleich dünner Wandstärken und gleichwohl
bei Erzeugung einer völlig geschlossenen Oberfläche.
Mit einem Verfahren der eingangs bezeichneten Art wird die
se Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß zu
nächst im ersten Einspritzschritt die entsprechenden Wand
bereiche bzw. die Griffleisten als Vollteile gespritzt wer
den, anschließend in der Form ein Abfluß freigelegt und
nachfolgend das im Inneren des sich bildenden Griffes be
findliche, noch weiche Kunststoffmaterial ausgeblasen
wird.
Mit der Erfindung wird erreicht, daß, unabhängig von der
Lage, in der Form Vollteile beim fertigen Produkt als Hohl
wandbereiche ausgebildet werden können. Dabei ist es von
besonderem Vorteil, daß mit der Erfindung die Möglichkeit
eröffnet wird, auch von der oder den Einspritzstellen in
der Form sehr weit entfernte Wandbereiche als Hohlkörper
auszubilden, da es nicht mehr notwendig ist, von der Ein
spritzseite her etwa Gas einzublasen, um weiches Kunst
stoffmaterial aus dem Inneren von Wandbereichen auszutra
gen. Eine solche Technologie führt zu ganz erheblichen
Nachteilen, da Gas auf dem Weg zu dem eigentlichen Einsatz
ort durch Wandteile hindurch brechen kann, so daß das fer
tige Spritzprodukt Ausschuß wird.
Das Blasen von Hohlteilen auch in der Spritztechnik ist
für sich gesehen an sich bekannt. So ist es beispielsweise
bekannt, etwa rohrförmige Hohlkörper zu erzeugen, indem
bei Abkühlung der Wandbereiche gegen die Spritzrichtung
Kunststoffmaterial in die Anlage zurückgeblasen wird. Eine
derartige Technologie ist aber bei den sehr kompliziert
aufgebauten Kunststoffkästen bzw. Flaschenkästen nicht ein
setzbar, wobei eben zusätzlich das oben beschriebene Pro
blem besteht, daß die Griffleisten in der Regel an den von
den Einspritzstellen am weit entferntesten Ort in der
Spritzform vorgesehen sind.
Die Erfindung sieht auch vor, daß nach Vollspritzen des
späteren hohlen Kastenbereiches ein reduzierter Nachdruck
im Spritzsystem aufrechterhalten wird, wobei etwa nach der
Hälfte der Haltezeit bei reduziertem Nachdruck der Abfluß
für noch flüssiges Kunststoffmaterial geöffnet und dieses
mittels des Ausblasgases dann ausgetragen wird. Hiermit
wird erreicht, daß der Druck des Ausblasens des noch nicht
verfestigten Kunststoffmateriales nicht so extrem hoch
sein muß, da dieser Druck gegenüber dem reduzierten Nach
druck ein Übermaß erreichen muß und nicht gegen den Spritz
druck bei der Erzeugung des Kastens im ersten Vollspritz
schritt.
Das Ausblasen des noch nicht erstarrten Kunststoffmateria
les kann so erfolgen, daß dieses Material in jedem Fall zu
rückgewonnen werden kann. Hier entsteht also kein Material
verlust.
Die Erfindung sieht auch vor, daß nach Ausblasen des noch
flüssigen inneren Kunststoffmateriales ein Nachblas-Inter
vall nachgeschaltet wird, wobei während der Nachblaszeit
in der Spritzform der reduzierte Nachdruck aufrechterhal
ten bleibt.
Mit dem Nachblas-Intervall wird eine schnelle Abkühlung
der gebildeten Wandbereiche erreicht, so daß ein schnelle
res Öffnen der Form erreicht wird, d. h. die Taktzeit bei
der Erzeugung wird reduziert und damit die Leistung der An
lage erhöht.
Dabei kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, daß das Öffnen
des Abflusses für noch nicht verfestigten Kunststoff etwa
nach der Hälfte der Gesamtnachdruckzeit erfolgt und das
Ausblasen innerhalb einer Zeit von kleiner gleich dem Vier
tel der gesamten Nachdruckzeit erfolgt.
Die Erfindung sieht auch eine Vorrichtung zur Erzeugung
von hohlen Wandbereichen an Kunststoffkästen, insbesondere
Flaschenkästen, insbesondere zur Erzeugung an hohlen Griff
leisten an derartigen Flaschenkästen, vor, die sich da
durch auszeichnet, daß in der Spritzform wenigstens je ei
ne Perforationsstange zur Freilegung eines Kunststoffab
flußkanales und je eine Perforationsnadel zum Einbringen
von Austreibgas pro auszublasenden Wand- oder Griffteil in
der Spritzform vorgesehen ist.
Mit dieser Gestaltung, d. h. dem Vorsehen von Perforations
stangen einerseits und Perforationsnadel zum Einbringen
von Austreibgas andererseits und der gleichzeitigen Bereit
stellung eines funktionsfähigen Kunststoffabflußkanales,
wird es möglich, auch kompliziertere Wandbereiche als Hohl
körper auszubilden.
Gerade die Griffleisten sind vergleichsweise sensible Bau
teile, da sie für den Benutzer angenehm in der Handhabung
sein müssen, gleichzeitig sollen sie aus Reinigungszwecken
glatt und insbesondere gratfrei sein, hier bietet es sich
an, sie zunächst als Vollkörper zu bilden und dann auszu
blasen, was mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung möglich
ist.
In Ausgestaltung ist vorgesehen, daß die Perforationsstan
ge wenigstens beim Zurückziehen aus dem Formbereich in der
Formtrennebene einen Abflußkanal für den noch nicht verfe
stigten Kunststoff freilegt. An dieser Stelle sei bemerkt,
daß die Perforationsstange im Abschlußkanal so angeordnet
ist, daß beim Zurückziehen dieser Kanal freigelegt wird,
wobei je nach Gestaltungsart auch ein Öffnen in der Vor
schubbewegung vorgesehen sein kann. In der Rückzugsbewe
gung ist dies allerdings in gleicher Weise möglich. Um mög
lichst gleichmäßige Hohlräume zu bilden und die größte Men
ge an Kunststoffmaterial aus dem Inneren austreiben zu kön
nen, ist nach der Erfindung auch vorgesehen, daß der Ab
stand zwischen Eindringpunkt der Ausblasnadel und der Per
forationsstange etwa der Länge des zu bildenden Hohlraumes
entspricht, wobei in weiterer Ausgestaltung auch vorgese
hen sein kann, daß wenigstens zwei im Abstand zueinander
angeordnete Perforationsstangen mit Aufnahmereservoir für
auszublasenden Kunststoff und eine dazu in der Mitte symme
trisch angeordnete Ausblasnadel im äußeren Formenbereich
vorgesehen sind.
Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung bei
spielsweise näher erläutert. Diese zeigt in der einzigen
Figur einen Detailbereich in vereinfachter Darstellung ei
ner Vorrichtung.
In einem Maschinenkörper 1 ist ein äußeres Formteil 2 und
ein inneres Formteil 3 gegeneinander bewegbar gelagert.
Die Einspritzmöglichkeiten des Kunststoffes sind nicht nä
her dargestellt. Dargestellt ist der Bereich, der eine
Griffleiste 4 eines zu spritzenden Flaschenkastens aus
formt mit der mit 5 bezeichneten Trennebene der beiden For
menteile 2 und 3.
Beim späteren Kasten im unteren Griffbereich ist an einer
Stelle eine gemäß Doppelpfeil 6 vor- und rückziehbare Per
forationsstange 7 vorgesehen, hiervon räumlich hinter die
Zeichenebene nach hinten versetzt eine Perforations- und
Injektionsnadel 8, über die Treibgas eingeblasen werden
kann.
Durch Striche dargestellt ist angedeutet, daß im Inneren
des Griffes 4 noch nicht erstarrtes Kunststoffmaterial
nach einer gewissen Haltezeit vorhanden ist. Dieser Be
reich bzw. dieses Material ist mit 9 bezeichnet. Unterhalb
der Perforationsstange ist in der Formtrennebene ein Kunst
stoffabflußkanal 10 ausgebildet, der im dargestellten Bei
spiel in ein Auffangreservoir 11 einmündet.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist nun die folgende:
Nach Schließen der Form wird wie üblich ein Kunststoffka
sten gespritzt. Dabei wird beispielsweise der Griff 4 als
Vollteil ausgespritzt. Die Perforationsstange befindet
sich bereits in der in der Figur dargestellten Position.
Nach einer kurzen Haltezeit wird die Nadel 8 gemäß Doppel
pfeil 12 nach rechts in das Innere des sich bildenden Grif
fes 4 eingebracht. Nunmehr wird mittels eines Austreibga
ses unmittelbar nachfolgend das Innere des Griffes, d. h.
das noch flüssige Kunststoffmaterial 9, einem Überdruck
ausgesetzt. Gleichzeitig zieht sich die Perforationsstange
7 in der Figur nach links zurück und gibt den Abflußkanal
10 frei, derart, daß der noch flüssige Kunststoff aus dem
Inneren in das Reservoir 11 eingeblasen wird.
Nach einer kurzen Nachblaszeit sind die Kunststoffelemente
soweit erhärtet, daß der Kasten entformt werden kann.
Natürlich ist das beschriebene Ausführungsbeispiel der Er
findung noch in vielfacher Hinsicht abzuändern, ohne den
Grundgedanken zu verlassen. So können eine Mehrzahl von Ka
nälen 10 vorgesehen sein, auch können etwa aus dem Inneren
der Form Perforationsnadeln eingebracht werden, wenn dies
der Formbau zuläßt u. dgl. mehr.
Claims (8)
1. Verfahren zur Erzeugung von hohlen Wandbereichen an Kunst
stoffkästen, insbesondere Flaschenkästen, insbesondere zur
Erzeugung von hohlen Griffleisten an derartigen Flaschenkä
sten,
dadurch gekennzeichnet,
daß zunächst im ersten Einspritzschritt in die Form die
Wandbereiche bzw. Griffleisten als Vollteile gespritzt wer
den, anschließend in der Form ein Abfluß freigelegt und
nachfolgend das im Inneren des sich bildenden Griffes be
findliche, noch weiche Kunststoffmaterial ausgeblasen
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß nach Vollspritzen des späteren hohlen Kastenbereiches
ein reduzierter Nachdruck im Spritzsystem aufrechterhalten
wird, wobei etwa nach der Hälfte der Haltezeit bei redu
ziertem Nachdruck der Abfluß für noch flüssiges Kunststoff
material geöffnet und dieses mittels des Ausblasgases dann
ausgetragen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß nach Ausblasen des noch flüssigen inneren Kunststoffma
teriales ein Nachblas-Intervall nachgeschaltet wird, wobei
während der Nachblaszeit in der Spritzform der reduzierte
Nachdruck aufrechterhalten bleibt.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Öffnen des Abflusses für noch nicht verfestigten
Kunststoff etwa nach der Hälfte der Gesamtnachdruckzeit er
folgt und das Ausblasen innerhalb einer Zeit von kleiner
gleich dem Viertel der gesamten Nachdruckzeit erfolgt.
5. Vorrichtung insbesondere zur Durchführung des Verfahrens
nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Spritzform wenigstens je eine Perforationsstan
ge (7) zur Freilegung eines Kunststoffabflußkanales (10)
und je eine Perforationsnadel (8) zum Einbringen von Aus
treibgas pro auszublasendem Wand- oder Griffteil (4) in
der Spritzform (2, 3) vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Perforationsstange (7) wenigstens beim Zurückzie
hen aus dem Formbereich (2) in der Formtrennebene (5) ei
nen Abflußkanal (10) für den noch nicht verfestigten Kunst
stoff freilegt.
7. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstand zwischen Eindringpunkt der Ausblasnadel
(8) und der Perforationsstange (7) etwa der Länge des zu
bildenden Hohlraumes entspricht.
8. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens zwei im Abstand zueinander angeordnete Per
forationsstangen (7) mit Aufnahmereservoir (11) für auszu
blasenden Kunststoff und eine dazu in der Mitte symme
trisch angeordnete Ausblasnadel (8) im äußeren Formenbe
reich (2) vorgesehen sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893940186 DE3940186A1 (de) | 1989-12-05 | 1989-12-05 | Verfahren und vorrichtung zur erzeugung von hohlen wandbereichen an kunststoffkaesten, insbesondere flaschenkaesten |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893940186 DE3940186A1 (de) | 1989-12-05 | 1989-12-05 | Verfahren und vorrichtung zur erzeugung von hohlen wandbereichen an kunststoffkaesten, insbesondere flaschenkaesten |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3940186A1 true DE3940186A1 (de) | 1991-06-06 |
Family
ID=6394845
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19893940186 Withdrawn DE3940186A1 (de) | 1989-12-05 | 1989-12-05 | Verfahren und vorrichtung zur erzeugung von hohlen wandbereichen an kunststoffkaesten, insbesondere flaschenkaesten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3940186A1 (de) |
Cited By (8)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1992007697A1 (de) * | 1990-10-31 | 1992-05-14 | Franz Delbrouck Gmbh | Verfahren zum spritzgiessen von teilen aus thermoplastischem kunststoff |
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| CN108407219A (zh) * | 2018-04-25 | 2018-08-17 | 温州润德模具有限公司 | 一种用于加工水龙头把手的模具 |
-
1989
- 1989-12-05 DE DE19893940186 patent/DE3940186A1/de not_active Withdrawn
Cited By (10)
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Legal Events
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|---|---|---|---|
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