DE4025736A1 - Seilbahnantrieb - Google Patents
SeilbahnantriebInfo
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Description
Gegenstand der Erfindung ist ein Seilbahnantrieb, bei
dem an der Antriebs-Seilscheibe der Seilbahn ringförmig
verteilt Dauermagnete wechselnder Polung angeordnet
sind, den Dauermagneten unter Freilassung eines Luft
spalts gegenüberliegend ein ortsfester, ringförmiger
Stator mit bewickelten Statorpolen vorgesehen ist, und
eine elektrische Steuereinheit zum zeitgerechten Schal
ten der Statorpole vorgesehen ist.
Bisher hat man Seilbahnen mittels eines konventionellen
Elektromotors über ein zwischengeschaltetes Getriebe an
getrieben. Die Elektromotoren sind schwer und teuer.
Außerdem sind nur beschränkte Steuerungsmöglichkeiten,
beispielsweise für die Geschwindigkeit des Seils oder
die Anfahrbeschleunigung des Seils, gegeben.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Seil
bahnantrieb mit einfachem, konfigurativem Aufbau und
wesentlich besseren Steuerungsmöglichkeiten verfügbar
zu machen.
Die Dauermagnete, die bewickelten Statorpole und die
zugehörige, elektronische Steuereinheit bilden einen
kommutatorlosen, elektronisch gesteuerten Antrieb,
wobei die Steuereinheit vorzugsweise Steuersignale von
einem oder mehreren Sensoren erhält, die laufend die
Drehposition des Rotors bzw. der Seilscheibe relativ
zu dem Stator erfassen. Besonders geeignet hierfür sind
Hall-Sensoren. Dieser Antrieb ist von der Motorfunktion
her am ehesten mit einem Synchronmotor zu vergleichen,
wie weiter unten noch deutlicher werden wird.
Der Luftspalt zwischen den Polflächen der Dauermagnete
und den Polflächen der Statorpole kann eine im wesent
lichen zylindrische oder eine im wesentlichen ebene,
und zwar rechtwinklig zur Rotationsachse oder schräg
winklig zu dieser, Konfiguration haben. Die Statorpole
können radial außerhalb und/oder radial innerhalb und/oder
axial beabstandet von den Dauermagnetpolen vorge
sehen sein. Der mittlere Durchmesser des Luftspalts kann
kleiner, größer oder gleich demjenigen Durchmesser auf
der Seilscheibe sein, auf dem sich das Seil befindet.
Die elektronische Steuerung bietet vielfältige Steue
rungsmöglichkeiten, von denen besonders herausragende
weiter unten noch näher erläutert werden.
Für die Anbringung bzw. Anordnung des Stators gibt es
zwei bevorzugte Möglichkeiten. Entweder ist der insge
samt im wesentlichen ringförmige Stator an einem schei
benartigen Tragteil angeordnet, welches mit einer die
Seilscheibe drehbar lagernden Tragsäule verbunden ist.
Oder der Stator ist gesondert von der Seilscheibe orts
fest abgestützt, insbesondere am Erdboden, einem Gebäude
oder dergleichen verankert.
Ein wichtiges Charakteristikum des erfindungsgemäßen
Seilbahnantriebs liegt darin, daß man - praktisch ohne
Nachteile - mit deutlich größeren Spaltweiten bzw.
Spaltdicken des Luftspalts als bei konventionellen
Elektromotoren arbeiten kann. Infolgedessen kann man
die Statorpole und die Dauermagnete mit den im Stahlbau
üblichen Maßtoleranzen anordnen, was den Seilbahnantrieb
deutlich verbilligt. Konkret sind Luftspaltdicken von
mindestens 2 mm, vorzugsweise 2 bis 5 mm, bevor
zugt.
Vorzugsweise bestehen die Dauermagnete aus Ferritwerk
stoff, Samarium-Kobalt-Werkstoff oder Eisen-Neodym-
Werkstoff. Insbesondere die letztgenannten Dauerma
gnete zeichnen sich durch eine hohe Koerzitivkraft
und Unempfindlichkeit gegenüber Gegenfeldern, d. h. die
Magnetfelder der Statorspulen, aus.
Es ist als günstig bevorzugt, nur einen Teil-Umfangs
bereich des Antriebs mit dem Stator zu besetzen,
derart, daß sich eine der Seilzugrichtung entgegenge
richtete, die Lagerung der Seilscheibe entlastende
Anziehungskraft ergibt.
Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Seilbahnantrieb,
bei dem an die Antriebs- Seilscheibe der Seilbahn ein
Planetengetriebe angeschlossen ist; an dem ortsfesten,
innenverzahnten Hohlrad des Planetengetriebes ein ring
förmiger Stator mit bewickelten Statorpolen vorgesehen
ist; mit der eintreibenden Welle des Planetengetriebes
ein Tragteil für ringförmig verteilte Dauermagnete ver
bunden ist, die den Statorpolen unter Freilassung eines
Luftspalts gegenüberliegen; und eine elektronische
Steuereinheit zum zeitgerechten Schalten der Statorpole
vorgesehen ist.
In diesem Fall ist also der erfindungsgemäße Antrieb,
im wesentlichen bestehend aus bewickelten Statorpolen,
Dauermagneten und elektronischer Steuereinheit, dem
innenverzahnten Hohlrad eines Planetengetriebes zuge
ordnet statt der Seilscheibe. Auch hierbei bleiben die
Vorteile der Einsparung eines konventionellen Elektro
motors und der verbesserten und erweiterten Steuerungs
möglichkeiten. Die Lagerung der Seilscheibe oder des
innenverzahnten Hohlrads übernehmen zugleich die Rota
tionslagerung des Rotors des Antriebs. Das Tragteil für
die Dauermagnete ist vorzugsweise im wesentlichen
topfförmig ausgebildet.
Nachfolgend werden bevorzugte Ausgestaltungen der
elektronischen Steuerung des erfindungsgemäßen Antriebs
angesprochen.
Die elektronische Steuereinheit weist vorzugsweise
mehrere Stromrichtermodule auf, die jeweils einen Teil
der Statorspulen schalten. Auf diese Weise muß jedes
Stromrichtermodul nur einen kleineren Strom steuern;
die Summe der Stromrichtermodule ist preisgünstiger als
ein gemeinsamer Stromrichter für den gesamten Antrieb.
Außerdem bleibt der Antrieb auch bei Ausfall einzelner
Stromrichtermodule noch funktionstüchtig, wenn auch mit
reduzierter Leistung. Für die schaltbaren Stromrichter
module eignen sich ganz besonders Vierquadranten-Strom
richter bzw. Vierquadranten-Steller.
Vorzugsweise weist der Seilbahnantrieb eine elektrische
Bremseinrichtung auf, die zum Ausüben einer Bremskraft
auf das Seil den bzw. die Stromrichter der elektroni
schen Steuereinheit auf Bremsbetrieb schaltet und den
in den Statorspulen induzierten Strom entweder über
mindestens einen Bremschopper mindestens einem Brems
widerstand zuleitet oder in das sonst speisende Netz
zurückleitet. Die elektrische Bremseinrichtung bewirkt
vorzugsweise unter Beteiligung der elektronischen
Steuereinheit eine Speisung bzw. zeitgerechte Schaltung
der Statorspulen derart, daß der Antrieb ein Bremsmoment
erzeugt gegensinnig zu dem Antriebsmoment bei Antriebs
funktion. Hierbei wird elektrische Leistung von den
Statorspulen einem oder mehreren Bremswider
ständen zugeleitet oder in das sonst speisende Netz
zurückgeleitet. Die elektrische Bremseinrichtung kann in
die elektronische Steuereinheit integriert sein oder
eine mit der Steuereinheit zusammenwirkende, separate
Bremseinheit sein. Der elektrische Zusatzaufwand für die
elektrische Bremseinrichtung ist klein; insgesamt ist
der Aufwand sehr viel geringer als bei einer mechani
schen Betriebsbremse und arbeitet die elektrische Bremse
verschleißfrei. In der Regel ist zusätzlich ein mechani
sches Bremssystem, insbesondere als Sicherheitsbremse
oder als Feststellbremse vorhanden. Die Rückspeisung in
das Stromnetz ist insbesondere bei (abendlicher) Tal
fahrt der mit dem Seil bewegbaren Transporteinheiten
sinnvoll.
Vorzugsweise ist der elektronischen Steuereinheit ein
Speicher für mehrere Fahrprogramme zugeordnet, die aus
gewählt abrufbar sind. Die unterschiedlichen Fahrpro
gramme können sich insbesondere auf unterschiedliche
Fahrgeschwindigkeiten, unterschiedliche Anfahrbeschleu
nigungen, unterschiedliche Bremsverzögerungen oder
dergleichen beziehen.
Ferner ist es bevorzugt, der elektronischen Steuerein
heit einen Fahrprogrammspeicher zuzuordnen, der ein
Fahrprogramm mit periodisch größerer Seilgeschwindig
keit und kleiner Seilgeschwindigkeit beinhaltet, wobei
die kleine Seilgeschwindigkeit denjenigen Zeiten zu
geordnet ist, in denen die mit dem Seil bewegbaren
Transporteinheiten Streckenabschnitte zum Ein- und Aus
steigen bzw. Be- und Entladen durchfahren. Auf diese
Weise kann man die Fahrgeschwindigkeit der Transport
einheiten in den Zeiten erhöhen, in denen keine Trans
porteinheit einen Streckenabschnitt zum Ein- und Aus
steigen bzw. Be- und Entladen durchfährt, also insge
samt die Beförderungskapazität der Seilbahn steigern.
Vorzugsweise weist der Seilbahnantrieb eine elektro
nische Halteeinrichtung auf, die für kurzzeitigen
Stillstand des Seils den Strom in den Statorspulen so
steuert, daß das erforderliche Haltemoment erzeugt wird.
Infolgedessen ist es möglich, für kurzzeitiges Halten
ohne ein Aktivieren einer mechanischen Bremse zu arbei
ten. Dies ist besonders günstig in der Situation, wenn
sich eine Transporteinheit der Seilbahn in einem Strecken
abschnitt zum Ein- und Aussteigen bzw. Be- und Ent
laden befindet. Der Grenzwert der Zeitspanne, unterhalb
welchem das mechanische Bremssystem nicht aktiviert
wird, ist vorzugsweise einstellbar.
Vorzugsweise sind an die elektronische Steuereinheit
Positionssensoren, die an den Streckenabschnitten zum
Ein- und Aussteigen bzw. Be- und Entladen der mit dem
Seil bewegbaren Transporteinheiten angeordnet sind,
angeschlossen, so daß Verzögern, Halten, Langsamfahrt,
Beschleunigen oder dergleichen in Abhängigkeit von
Positionssensorsignalen erfolgt.
Der erfindungsgemäße Seilbahnantrieb eignet sich ganz
besonders für Seilbahnen zum Befördern von Personen
oder Lasten von einer niedrigeren zu einer höheren Po
sition, ganz besonders die verschiedensten Ausführungs
formen von Liften zum Transport von Skifahrern oder
Berwanderern, wie Tellerlifte, Bügellifte, Sessellifte,
Kabinenseilbahnen. Aber auch andere Transportsysteme,
bei denen ein Seil anzutreiben ist, können mit dem er
findungsgemäßen Antrieb ausgerüstet werden, beispiels
weise bei Bergwerken mit senkrechter oder schräger Be
wegungsrichtung von Transportkörben.
Es wird darauf hingewiesen, daß die in den Ansprüchen
7 bis 12 angegebenen, bevorzugten Steuerungsausgestal
tungen erfindungsgemäß auch bei Seilbahnantrieben ver
wirklichbar sind, die ansonsten nicht die Merkmale min
destens eines der Ansprüche 1 bis 6 aufweisen. Als Bei
spiel sei ein elektronisch kommutierter Dauermagnet-
Elektromotor zum Antrieb einer Seilbahn genannt, der an
sonsten konventionell in der Nachbarschaft der Seil
scheibe steht und diese direkt oder über ein Getriebe
antreibt.
Vorzugsweise ist der (mittlere) Luftspaltdurchmesser des
Seilbahnantriebs größer ale der Seilrinnendurchmesser.
Die Erfindung und Ausgestaltungen der Erfindung werden
im folgenden anhand von teilweise schematisch darge
stellten Ausführungsbeispielen noch näher erläutert. Es
zeigt:
Fig. 1 einen Seilbahnantrieb im Schnitt und teilweise
weggebrochen;
Fig. 2 eine alternative Ausführungsform eines Seilbahn
antriebs in schematisierter Darstellung, eben
falls im Schnitt und teilweise weggebrochen;
Fig. 3 eine schematisierte Draufsicht auf einen Seil
bahnantrieb ähnlich der Ausführungsform von
Fig. 1 bei weggelassener Abdeckhaube;
Fig. 4 eine alternative Ausführungsform eines Seilbahn
antriebs im Schnitt;
Fig. 5 Einzelheiten einer elektronischen Steuerung für
einen Seilbahnantrieb.
Bei der ersten Ausführungsform des Seilbahnantriebs ge
mäß Fig. 1 erkennt man eine vertikale, hohle, mehrere
Abschnitte aufweisende Tragsäule 2, an der im oberen
Endbereich ein horizontales, scheibenartiges Tragteil 4
großen Durchmessers befestigt ist. Das Tragteil 4 kann
eine obere und eine untere, kreisförmige Platte auf
weisen oder mit radialen Streben und einem kreisförmigen
Umfangsrandteil ausgebildet sein. Am Außenumfang des
Tragteils 4 ist ein insgesamt im wesentlichen ringförmi
ger Stator 6 befestigt. Der Stator 6 bietet radial nach
außen weisende, diskrete Polflächen 8 dar. Die einzelnen
Statorpole 10 sind jeweils mit einer Spule 12 bewickelt.
Unterhalb des Tragteils 4 ist eine waagerechte Seil
scheibe 14 angeordnet, die drehbar auf der Tragsäule 2
gelagert ist. Die Seilscheibe 14 ist im wesentlichen aus
radialen Streben, einem Umfangskranz radial außen, einer
kreisförmigen Seilrinne 16, Versteifungsrippen und einer
inneren Lagerungshülse aufgebaut. Der Umfangskranz 18
ragt radial außerhalb des am Tragteil 4 befestigten
Stators 6 axial nach oben. Am Innenumfang des Umfangs
kranzes 18 sind ringförmig verteilt Dauermagnete 20
wechselnder Polung befestigt. Die Dauermagnete sind auf
einem radial äußeren Magnetrückschlußring 22 befestigt.
Die Dauermagnete 20 bieten nach radial innen gerichtete
Dauermagnetpolflächen 24 dar. Die Statorpolflächen 8
und die Dauermagnetpolflächen 24 sind einander zuge
wandt, wobei zwischen diesen Polflächen 8, 24 ein insge
samt im wesentlichen zylindrischer Luftspalt 26 mit
einer radialen Weite oder Dicke von etwa 2,5 mm besteht.
Der Durchmesser der Seilrinne 16 beträgt etwa 60 bis
90% des Durchmessers des Luftspalts 26. Es ist jedoch
durchaus möglich, den Durchmesser der Seilrinne 16
kleiner oder auch größer zu machen, beispielsweise
größer als den Durchmesser des Luftspalts 26. In der
Seilrinne 16 ist das anzutreibende Seil 28 der Seilbahn
eingezeichnet.
Es ist alternativ möglich, die Polflächen 8 des Stators
6 nach unten und die Polflächen 24 der Dauermagnete 20
nach oben weisend vorzusehen, wodurch ein ringförmiger,
ebener Luftspalt 26 entsteht. Ferner ist es alternativ
möglich, die Dauermagnete 20 radial innerhalb des
Stators 6 vorzusehen. Schließlich ist es alternativ
möglich, die Seilscheibe 14 oberhalb des Tragteils 4
zusehen. Die Stromzuleitungen 30 zu dem Stator 6 sind an
dem stillstehenden Tragteil 4 radial nach innen und dann
durch die hohle Tragsäule 2 nach unten geführt. Eine
Abdeckhaube 56 deckt den Antrieb von oben her ab.
Die weiter unten noch genauer erläuterte, elektronische
Steuereinheit sorgt dafür, daß die Richtung des durch
die einzelnen Spulen 12 fließenden Stroms jeweils nach
Weiterdrehung der Seilscheibe 14 um eine Dauermagnet
polteilung umgedreht wird, wobei ein später noch genauer
erläuterter Sensor am Tragteil 4 die jeweilige Drehpo
sition der Seilscheibe 14 relativ zum Tragteil 4 fest
stellt und entsprechende Steuersignale an die Steuerein
heit gibt.
Es wird darauf hingewiesen, daß vorzugsweise die Anzahl
der Statorpole 10 und der Dauermagnetpole 24 nicht exakt
übereinstimmt, sondern beispielsweise ein, zwei oder
drei Dauermagnetpole 24 mehr oder weniger als Statorpole
10 vorhanden sind. Aufgrund der elektronischen Steuerung
können die Statorpole 10 dennoch zeitrichtig umge
schaltet werden, und es ergibt sich ein gleichmäßigerer
Lauf des Antriebs.
Der wesentlichste Unterschied der zweiten Ausführungs
form des Seilbahnantriebs gemäß Fig. 2 verglichen mit
der ersten Ausführungsform besteht darin, daß der Stator
6 nicht an einem an der Tragsäule 2 befestigten Tragteil
befestigt ist, sondern auf ringförmig verteilten, auf
dem Erdboden befestigten Stützen 32. Außerdem ist die
Variante eingezeichnet, daß der Stator 6 sowohl nach
radial innen weisende als auch nach radial außen weisen
de Statorpolflächen aufweist und daß sowohl radial inner
halb als auch radial außerhalb des Stators Dauermagnete
20 an der rotierenden Seilscheibe 14 befestigt sind.
Schließlich erkennt man, daß bei dieser Ausführungsform
die Seilrinne 16 radial außerhalb der Stator/Dauermagnet-
Anordnung vorgesehen ist.
Durch Fig. 3 ist die Möglichkeit veranschaulicht, daß
sich der Stator 6 - hier radial außerhalb der Seilscheibe
14 mit den Dauermagneten - nur über einen Teil-Umfangs
bereich erstreckt, nämlich über etwa 130°-Umfangslänge.
Dadurch entsteht zwischen dem Stator 6 und denjenigen
Dauermagneten, die sich gerade gegenüber dem Stator 6
befinden, eine radial gerichtete Anziehungskraft. Der
mit dem Stator 6 ausgestattete Teil-Umfangsbereich ist so
gelegt, daß diese magnetische Anziehungskraft 34 der
Seilzugkraft entgegengerichtet ist, so daß sich eine
Entlastung der Lagerung der Seilscheibe 14 ergibt.
Der Hauptunterschied zwischen der in Fig. 4 darge
stellten, dritten Ausführungsform und den bisher be
schriebenen Ausführungsformen steht darin, daß die
Stator/Dauermagnet-Anordnung nicht unmittelbar der Seil
scheibe 14 zugeordnet ist, sondern dem innenverzahnten
Hohlrad 36 eines Planetengetriebes 38. Ein insgesamt im
wesentlichen ringförmiger Stator 6 mit diskreten und mit
Spulen bewickelten Statorpolen ist außen am Umfang des
Hohlrads 36 befestigt. Die Dauermagnete 20 sitzen radial
außerhalb des Stators 6 diesem gegenüberliegend am
Innenumfang eines insgesamt im wesentlichen topfförmigen
Tragteils 39. Das insgesamt ebenfalls im wesentlichen
topfförmige Hohlrad 36 ist an seiner offenen Oberseite
an einer stationären Platte 40 befestigt. Auf einem nach
unten ragenden, hohlen Fortsatz 42 des Hohlrads 36 ist
das Tragteil 39 drehbar gelagert. Mit dem Tragteil 39
ist die Eingangswelle 44 des Planetengetriebes 38 dreh
fest verbunden. Die Eingangswelle 44 führt durch den
hohlen Fortsatz 42 in das Innere des Planetengetriebes
38 und ist im dortigen Endbereich mit einer Ritzelver
zahnung versehen. Mehrere umfangsmäßig verteilte Plane
ten-Zahnräder 46 kämmen innen mit dieser Ritzelverzah
nung und außen mit der Innenverzahnung des Hohlrads 36.
Die Planeten-Zahnräder 46 sind drehbar auf einem Plane
tenträger 48 gelagert. Der Planetenträger 48 hat einen
nach oben ragenden, wellenartigen Fortsatz 50, der im
Inneren einer vertikalen, stationären Lagerungssäule 52
gelagert ist, die ihrerseits oben auf der früher be
schriebenen Platte 40 befestigt ist. Die horizontale
Seilscheibe 14 ist außen auf der Lagerungssäule 52 ge
lagert und durch eine Verbindungsplatte 54 oberhalb des
oberen Endes der Lagerungssäule 52 mit dem wellenartigen
Fortsatz drehmomentübertragend verbunden. Die Seilscheibe
14 weist am Außenumfang die Seilrinne 16 auf. Von unten
her ist das rotierende Tragteil 4 durch eine Haube 56
abgedeckt.
Man erkennt die erreichte enge Integration des Antriebs
in das Planetengetriebe 38 und die daraus resultierende,
kompakte Bauweise. Aufgrund der erheblichen Drehzahl
untersetzung mittels des Planetengetriebes 38 ergibt sich
- gemessen an einem erforderlichen Drehmoment zum Antrieb
des Seils 28 - eine geometrisch kleinere Stator/Dauer
magnet-Anordnung.
Anhand von Fig. 5 wird eine bevorzugte Ausgestaltung der
elektronischen Steuerung erläutert.
Strom aus einem Stromnetz 60 fließt über eine Netzein
speisung 62 zu einem Netzstrom-Gleichrichter 64 und von
dort zu einer insgesamt mit 66 bezeichneten elektroni
schen Steuereinheit. Mittels mindestens eines Sensors
68 wird die Drehstellung des Rotors des Antriebs, d. h.
der Seilscheibe 14 oder des Tragteils 39, in Relation
zu dem Stator 6 anfaßt. Die Steureinheit 66 weist mehre
re - im dargestellten Beispiel sechs - Stromrichtermodu
le 70 auf, die jeweils eine Gruppe von Statorpolen bzw.
Statorspulen schalten. Die Signale des Sensors 68 werden
in einer Stromrichtersteuerung 72 der Steuereinheit 66
verarbeitet, und die Stromrichtersteuerung 72 steuert
ihrerseits jeweils die Stromrichtermodule 70 an. Auf
diese Weise werden die einzelnen Statorspulen zeitrichtig
und vorzeichenrichtig mit Strompulsen beaufschlagt.
Die Steuereinheit 66 enthält ferner einen Speicher 74 für
mehrere Fahrprogramme, eine Fahrsteuerung 76 und Schnitt
stellen bzw. Anschlüsse 78 für externe Melder, die
summarisch mit 80 bezeichnet sind und Peripheriegeräte.
Mit 82 ist eine Bedieneinheit bezeichnet, und 84 be
zeichnet summarisch Signaleinheiten.
Mittels der Bedienungseinheit 82 kann eines der Fahrpro
gramme aus dem Speicher 74 gewählt werden. Das gewählte
Fahrprogramm wirkt über die Fahrsteuerung 76 auf die
Stromrichtersteuerung 72. Auch von Hand gegebene Befehle
wie "Stopp", "Vorwärts", "Rückwärts" oder "Langsamfahrt"
werden über die Fahrsteuerung 76 auf die Stromrichter
steuerung 72 gegeben. Beispiele für mögliche, unter
schiedliche Fahrprogramme sind weiter vorn gegeben
worden.
Bei den externen Meldern 80 handelt es sich insbesondere
um Positionssensoren, die Signale wie "eine Transport
einheit passiert gerade Punkt A" oder "keine Transport
einheit ist zur Zeit an Punkt B" liefern, oder Tempera
turfühler im Bereich des Stators, die eine Überlastung
feststellen, oder Notschalter, beispielsweise ansprechend
auf den Ausfall eines Kühllüfters für die Steuerelektro
nik oder auf Störungen an der Seilbahnstrecke. Bei den
Signaleinheiten 84 handelt es sich insbesondere um An
zeigen für die Bedienungsperson, beispielsweise für die
momentane Fahrgeschwindigkeit, den zurückgelegten Weg
von Transporteinheiten oder dgl.
Mit 86 ist ein Bremschopper bezeichnet, der an die Strom
verbindung zwischen der Gleichrichtereinheit 64 und der
Steuereinheit 66 (Gleichspannungszwischenkreis) ange
schlossen ist. Wenn der Steuereinheit 66 von Hand oder
vom Fahrprogramm her ein Befehl "Bremsen" gegeben wird,
werden unter Mitwirkung der Fahrsteuerung 76 und der
Stromrichtersteuerung 72 die Stromrichtermodule 70 so
gesteuert, daß den Statorspulen 12 in derartigen Zeiten
Strom mit derartiger Stromrichtung zugeführt wird, daß
der Antrieb ein Bremsmoment statt eines Antriebsmoments
liefert. Dies geht einher mit einem elektrischen
Leistungsfluß von den Statorspulen 12, der entweder
über den Bremschopper 86 den Bremswiderständen 88 zuge
leitet und/oder in das Netz 60 zurückgespeist wird. Im
letztgenannten Fall ist die Gleichrichtereinheit 64 als
Umkehr-Stromrichter ausgebildet.
Wie weiter vorn bereits angesprochen, kann die Steuerein
heit 66 nicht nur an externe Positionssensoren, sondern
an andere externe Sensoren angeschlossen sein, beispiels
weise Näherungssensoren. Es ist möglich, mittels der
Steuereinheit 66 den zurückgelegten Seilweg zu erfassen
und diesen als Rückmeldesignal für die Fahrprogramme oder
die Handsteuerung zu nutzen. Die Steuereinheit 66 regelt
normalerweise auf ein bestimmtes Antriebsdrehmoment. Bei
Vorgabe einer bestimmten Sollgeschwindigkeit von Hand
oder durch die Fahrprogramme wird dies intern auf ein
erforderliches Antriebsdrehmoment umgerechnet. Vorzugs
weise ist die Steuereinheit 66, abgesehen von den Strom
richtermodulen 70, mit Mikroprozessoren aufgebaut.
Die Seilscheibe 14 kann auf größerem Durchmesser drehbar
gelagert sein als in den Fig. 1, 2 und 4 eingezeichnet.
Der Seilbahnantrieb ist vorzugsweise eine Einheit, die
als Ganzes auf Fundamenten angebracht ist.
Claims (12)
1. Seilbahnantrieb,
dadurch gekennzeichnet,
daß an der Antriebs-Seilscheibe (14) der Seilbahn ring förmig verteilt Dauermagnete (20) wechselnder Polung an geordnet sind;
daß den Dauermagneten (20) unter Freilassung eines Luft spalts (26) gegenüberliegend ein ortsfester, ringformi ger Stator (6) mit bewickelten Statorpolen (10) vorge sehen ist;
und daß eine elektronische Steuereinheit (66) zum zeit gerechten Schalten der Statorpole (10) vorgesehen ist.
daß an der Antriebs-Seilscheibe (14) der Seilbahn ring förmig verteilt Dauermagnete (20) wechselnder Polung an geordnet sind;
daß den Dauermagneten (20) unter Freilassung eines Luft spalts (26) gegenüberliegend ein ortsfester, ringformi ger Stator (6) mit bewickelten Statorpolen (10) vorge sehen ist;
und daß eine elektronische Steuereinheit (66) zum zeit gerechten Schalten der Statorpole (10) vorgesehen ist.
2. Seilbahnantrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Seilscheibe (14) auf einer Tragsäule (2) dreh
bar gelagert ist und daß der Stator (6) an einem schei
benartigen, mit der Säule verbundenen Tragteil (4) an
geordnet ist.
3. Seilbahnantrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Stator (6) gesondert von der Seilscheibe (14)
ortsfest abgestützt ist.
4. Seilbahnantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dicke des Luftspalts (26) mindestens 2 mm, vor
zugsweise 2 bis 5 mm, beträgt.
5. Seilbahnantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich der Stator (6) nur über einen Teil-Umfangsbe
reich erstreckt derart, daß sich eine der
Seilzugrichtung entgegengerichtete, die Lagerung
der Seilscheibe (14) entlastende Anziehungskraft ergibt.
6. Seilbahnantrieb,
dadurch gekennzeichnet,
daß an die Antriebs-Seilscheibe (14) der Seilbahn ein Planetengetriebe (38) angeschlossen ist;
daß an dem ortsfesten, innenverzahnten Hohlrad (36) des Planetengetriebes (38) ein ringförmiger Stator (6) mit bewickelten Statorpolen (10) vorgesehen ist;
daß mit der eintreibenden Welle (44) des Planetengetrie bes (38 ) ein Tragteil (39) mit ringförmig verteilten Dauermagneten (20) verbunden ist, die den Statorpolen (10) unter Freilassung eines Luftspalts (26) gegenüber liegen;
und daß eine elektronische Steuereinheit (66) zum zeit gerechten Schalten der Statorpole (10) vorgesehen ist.
daß an die Antriebs-Seilscheibe (14) der Seilbahn ein Planetengetriebe (38) angeschlossen ist;
daß an dem ortsfesten, innenverzahnten Hohlrad (36) des Planetengetriebes (38) ein ringförmiger Stator (6) mit bewickelten Statorpolen (10) vorgesehen ist;
daß mit der eintreibenden Welle (44) des Planetengetrie bes (38 ) ein Tragteil (39) mit ringförmig verteilten Dauermagneten (20) verbunden ist, die den Statorpolen (10) unter Freilassung eines Luftspalts (26) gegenüber liegen;
und daß eine elektronische Steuereinheit (66) zum zeit gerechten Schalten der Statorpole (10) vorgesehen ist.
7. Seilbahnantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die elektronische Steuereinheit (66) mehrere Strom
richtermodule (70) aufweist, die jeweils einen Teil
der Statorspulen (12) schalten.
8. Seilbahnantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
gekennzeichnet durch eine elektrische Bremseinrichtung
(66, 86, 88), die zum Ausüben einer Bremskraft auf das
Seil (28) den bzw. die Stromrichter (70) der elek
tronischen Steuereinheit (66) auf Bremsbetrieb schaltet
und den in den Statorspulen (12) induzierten Strom ent
weder über mindestens einen Bremschopper (86) mindestens
einem Bremswiderstand (88) zuleitet oder in das sonst
speisende Netz (60) zurückleitet.
9. Seilbahnantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der elektronischen Steuereinheit (66) ein Speicher
(74) für mehrere Fahrprogramme zugeordnet ist, die aus
gewählt abrufbar sind.
10. Seilbahnantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der elektronischen Steuereinheit (66) ein Fahrpro
grammspeicher (74) zugeordnet ist, der ein Fahrprogramm
mit periodisch größerer Seilgeschwindigkeit und kleiner
Seilgeschwindigkeit beinhaltet, wobei die kleine Seil
geschwindigkeit denjenigen Zeiten zugeordnet ist, in
denen die mit dem Seil bewegbaren Transporteinheiten
Streckenabschnitte zum Ein- und Aussteigen bzw. Be- und
Entladen durchfahren.
11. Seilbahnantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis
10,
gekennzeichnet durch eine elektronische Halteeinrich
tung (66), die für kurzzeitigen Stillstand des Seils
(28) den Strom in den Statorspulen (12) so steuert, daß
das erforderliche Haltemoment erzeugt wird.
12. Seilbahnantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis
11,
dadurch gekennzeichnet,
daß an die elektronische Steuereinheit (66) Positions
sensoren (80) an den Streckenabschnitten zum Ein- und
Aussteigen bzw. Be- und Entladen der mit dem Seil (28)
bewegbaren Transporteinheiten angeschlossen sind, so
daß Verzögern, Halten, Langsamfahrt, Beschleunigen oder
dergleichen in Abhängigkeit von Positionssensorsignalen
erfolgt.
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