DE4028567C2 - Verfahren zur Wiederverwendung von Pulverlack-Overspray - Google Patents
Verfahren zur Wiederverwendung von Pulverlack-OversprayInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Wiederverwen
dung von Pulverlack-Overspray.
Mit Pulverlacken kann besonders umweltschonend lackiert
werden. Es gibt Bemühungen, auch Automobillackierungen,
an die besonders hohe Anforderungen gestellt werden,
unter Verwendung von Pulverlacken herzustellen.
Bei der Applikation von Pulverlacken kann nicht verhin
dert werden, daß ein Teil des eingesetzten Pulverlackes
das Substrat entweder nicht erreicht oder vom Substrat
wieder abfällt. Aus ökologischen und ökonomischen Grün
den ist es wünschenswert, den auf diese Weise anfallen
den Pulverlack-Overspray einer Wiederverwendung zuzu
führen.
Ein bekanntes Verfahren zur Wiederverwendung von Pul
verlack-Overspray besteht darin, daß der Pulverlack-
Overspray mit frischem Ausgangsmaterial gemischt wird
und diese Mischung aus frischem Pulverlack und Pulver
lack-Overspray zur Lackierung verwendet wird.
Mit diesem Gemisch aus frischem Pulverlack und Pulver
lack-Overspray können nachteiligerweise keine Lackie
rungen hergestellt werden, die den an Automobillackie
rungen gestellten hohen Anforderungen genügen, weil
durch das Vermischen mit dem Pulverlack-Overspray die
Korngrößenverteilung verschoben wird und gröbere Parti
kel und Fäden aus geschmolzenem Pulverlack ("cob
webbing") sowie sonstige Verunreinigungen in das fri
sche Ausgangsmaterial eingetragen werden. Die beim Ver
mischen von Pulverlack-Overspray mit frischem Ausgangs
material auftretenden Probleme können auch durch Sieben
des Oversprays (vgl. DE 23 38 731 A1) nicht befriedi
gend gelöst werden. In der DE 29 36 305 A1 wird ein
Verfahren zur Wiederverwendung von Pulverlack-Overspray
beschrieben, bei dem das Bindemittel oder Vernetzungs
mittel aus dem Pulverlack-Overspray herausgelöst wird,
aus der Lösung wiedergewonnen wird und zur Herstellung
neuer Lacke wiederverwendet wird. Dieses Verfahren hat
aber den Nachteil, daß es mit großem Aufwand verbunden
ist und den Einsatz großer Mengen organischer Lösemit
tel erfordert.
Da bei der Pulverlackierung ein sehr großer Anteil der
eingesetzten Menge an Pulverlack als Overspray anfällt,
ist das Bedürfnis nach einem Verfahren zur Wiederver
wendung von Pulverlack-Overspray sehr groß.
Die der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Aufga
benstellung liegt in der Bereitstellung eines Verfah
rens zur Wiederverwendung von Pulverlack-Overspray, das
die Nachteile der bekannten Verfahren nicht oder nur in
vermindertem Ausmaß aufweist. Die Aufgabe wird durch
ein Verfahren gelöst, das dadurch gekennzeichnet ist,
daß der Pulverlack-Overspray bei der Pulverlackproduk
tion im Laufe des Extrusionsprozesses in den Pulverlackproduktionsprozeß
rückgeführt
wird, wobei der Pulverlackproduktionsprozeß mindestens
folgende Arbeitsschritte umfaßt:
- a) Vormischung zumindest eines Teils der zur Herstel lung des Pulverlackes notwendigen Komponenten
- b) Extrusion aller zur Herstellung des Pulverlacks notwendigen Komponenten
- c) Weiterverarbeitung des Extrudates zu einem Pulver lack.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich insbesondere
zur Wiederverwendung von Pulverklarlack-Overspray, der
bei der Lackierung von Fahrzeugkarosserien, insbeson
dere Automobilkarosserien mit Pulverklarlacken anfällt.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der Pulver
lack-Overspray in den Pulverlackproduktionsprozeß
zurückgeführt, wobei der Pulverlackproduktionsprozeß
mindestens folgende Arbeitsschritte umfaßt:
- a) Vormischung zumindest eines Teils der zur Herstel lung des Pulverlackes notwendigen Komponenten
- b) Extrusion aller zur Herstellung des Pulverlacks notwendigen Komponenten
- c) Weiterverarbeitung des Extrudates zu einem Pulver lack.
Im folgenden soll beispielhaft ein Pulverlackproduk
tionsprozeß beschrieben werden, in dem die Arbeits
schritte a), b) und c) durchlaufen werden: Zu Beginn
des Produktionsprozesses werden die einzelnen Rezeptur
komponenten, z. B. Harze, Verlaufmittel, Härtungsmittel
usw. in entsprechend geforderter Menge auf einer Ver
wiegestation in einen Container gefüllt. Der Container
wird an einen Containermischer angeschlossen. Es er
folgt eine Vormischung der zur Herstellung des Pulver
lackes notwendigen Komponenten (Arbeitsschritt a)). Im
Arbeitsschritt b) wird die Vormischung über ein Dosier
gerät einem Extruder zugeführt und extrudiert. Im Ar
beitsschritt c) wird das Extrudat zu einem Pulverlack
weiterverarbeitet. Das kann zum Beispiel erfolgen,
indem das Extrudat ausgewalzt, schockartig abgekühlt,
zu Chips zerkleinert und in das vorgegebene Kornspek
trum pulverisiert wird.
Pulverlackproduktionsprozesse, in denen die Arbeits
schritte a), b) und c) durchlaufen werden, gehören zum
Stand der Technik und werden beispielsweise beschrieben
in den Zeitschriftenartikeln von Hess ("Kontinuierli
ches Herstellen von Kunststoff-Beschichtungspulvern" in
Kunststoffe, Bd. 64, 1974, H. 2, Seite 54 bis Seite 57)
und Wälty ("Produktionsverfahren für duroplastische
Beschichtungspulver" in farbe + lack, 92. Jahrgang,
8/1986, Seite 734 bis Seite 737) und Mc Erlane ("The
powder coatings industry - uses and production
techniques" in Pigment And Resin Technology, August
1987, Seite 4 bis Seite 7) sowie in den Firmenschriften
"Pulverlacke kontinuierlich herstellen auf Buss Ko-
Kneter-Anlagen Baureihe PLK", "mit Buss-Ko-Kneter-
Anlagen kontinuierlich Mischen - Kneten - Compoundie
ren" und "Die Buss Technologie zur Herstellung von
Pulverlacken" der Buss AG, CH-4133 Pratteln 1.
Es ist nun erfindungswesentlich, dass der Pulverlack-Overspray
während des Arbeitsschrittes b) (Extrusion) in den
Pulverlackproduktionsprozess rückgeführt wird.
Im Extruder durchlaufen die vorgemischten Rezepturkomponenten
folgende Teilprozesse, die im Extruder in aufeinanderfolgenden
Zonen ablaufen:
- 1. Einspeisung und Verdichtung der Vormischung
- 2. Schmelzen
- 3. Homogenisierung und Dispergierung der Schmelze
- 4. Austragung der homogenen Schmelze
Der Pulverlack-Overspray wird erst im Teilprozeß "Homogenisierung
und Dispergierung der Schmelze", besonders erst kurz vor Abschluß
dieses Teilprozesses dem Extruder zugeführt. Der günstigste
Zeitpunkt für die Zuführung des Pulverlack-Oversprays zum
Extrusionsprozeß kann vom Fachmann mit Hilfe weniger
orientierender Vorversuche ermittelt werden. Der Fachmann muß
lediglich den Zeitraum ermitteln, der für eine homogene Einarbeitung
des Pulverlack-Oversprays notwendig ist.
Die Zuführung des Pulverlack-Oversprays in Teilprozess b3 des
Extrusionsprozesses kann über einen oder mehrere separate Einlässe, ggf. unter
Einsatz von einer oder mehreren Dosiervorrichtungen er
folgen. Extruder, die mit mehreren separaten Einlässen
versehen werden können, sind im Handel erhältlich und
werden beispielsweise von der Firma Buss AG, Basel an
geboten.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung
besteht darin, den Pulverlack-Overspray zusammen mit
Rückständen aus der Pulver-Klassifizierung in den Pul
verlackproduktionsprozeß zurückzuführen. Unter Pulver-
Klassifizierung wird die bei jedem Pulverlackproduk
tionsprozeß notwendige Einstellung der erforderlichen
Korngrößenverteilung (z. B. d90 = 5-100 µm (mindestens
90 Gew.-% der Pulverlackteilchen haben eine Korngröße
zwischen 5 und 100 µm) und x (50) = 45 µm (50 Gew.-%
der Pulverlackteilchen haben eine Korngröße unter
45 µm)) verstanden. Das Mischungsverhältnis (in Ge
wichtsteilen) zwischen Pulverlack-Overspray und Rück
stand aus der Pulverlack-Klassifizierung sollte zwi
schen 1 : 99 und 99 : 1, vorzugsweise zwischen 30 : 70
bis 70 : 30, besonders bevorzugt zwischen 40 : 60 bis
60 : 40 liegen.
Der Pulverlack-Overspray bzw. das Gemisch aus Pulver
lack-Overspray und Rückstand aus der Pulver-Klassifi
zierung kann üblicherweise in solchen Mengen in den
Pulverlackproduktionsprozeß rückgeführt werden, daß der
Anteil an Pulverlack-Overspray bzw. Gemisch aus Pulver
lack-Overspray und Rückstand aus der Pulver-Klassifi
zierung im neuproduzierten Pulverlack bis zu 50 Gew.-%,
vorzugsweise bis zu 20 Gew.-%, besonders bevorzugt bis
zu 10 Gew.-% beträgt.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich vorzugsweise
zur Wiederverwendung von Pulverklarlack-Overspray, ins
besondere zur Wiederverwendung von Pulverklarlack-Over
spray, der bei der Lackierung von Automobilkarosserien
anfällt. Der Pulverklarlack-Overspray kann in Pulver
klarlack, pigmentierte Pulverlacke und Struktur-Pulver
lacke eingearbeitet werden. Das erfindungsgemäße Ver
fahren eignet sich auch für die Wiederverwendung von
pigmentierten Pulverlacken. Der pigmentierte Pulver
lack-Overspray kann in pigmentierte Pulverlacke und
Struktur-Pulverlacke eingearbeitet werden.
Die chemische Natur des wiederzuverwendenden Pulver
lack-Oversprays ist für die vorliegende Erfindung nicht
kritisch. Die einzige Voraussetzung für die Anwendbar
keit des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, daß
der Pulverlack-Overspray in einem Pulverlackproduk
tionsprozeß, der die oben genannten Arbeitsschritte a),
b) und c) umfaßt, verarbeitbar sein muß. Als Beispiele
für Pulverlacke, deren Overspray nach dem erfindungsge
mäßen Verfahren wiederverwendet werden kann, werden
Pulverlacke auf Basis von epoxidgruppenhaltigen Binde
mitteln und amino- und/oder carboxylgruppenhaltigen
Härtern, Pulverlacke auf Basis von hydroxylgruppenhal
tigen Bindemitteln und blockierte Isocyanatgruppen ent
haltenden Härtern und Pulverlacke auf Basis von selbst
vernetzenden Bindemitteln genannt. Die Bindemittel
und/oder Härter können beispielsweise Polyesterharze,
Polyacrylatharze, Polyurethanharze oder Polyepoxidharze
auf Basis von Bisphenol-A-diglycidylethern sein. Nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren können Pulverlack-Over
sprays von Pulverlacken wiederverwendet werden, die
matte, seidenglänzende, hochglänzende oder struktu
rierte Lackfilme liefern. Das erfindungsgemäße Verfah
ren eignet sich insbesondere für die Wiederverwendung
von Overspray, der bei der Lackierung von Fahrzeugkarosserien,
insbesondere bei der Lackierung von Automo
bilkarosserien mit Pulverklarlacken anfällt.
Anhand des folgenden Beispiels wird die Erfindung näher
erläutert.
Aus 1 kg Overspray (angefallen bei der Lackierung mit
einem Pulverklarlack bestehend aus 795 Teilen glycidyl
funktionellem Acrylatharz (EEW 510-560), 165 Teilen
1,12-Dodecandisäure, 10 Teilen HALS, 20 Teilen UV-Ab
sorber, 4 Teilen Entlüftungsmittel und 6 Teilen Ver
laufsmittel) wurden mittels eines Siebes (10 µm Ma
schenweite) grobe Bestandteile und mit Hilfe eines
Metallabscheiders metallische Verunreinigungen abge
trennt. Während der Neuproduktion von 20 kg Pulver
klarlack der oben beschriebenen Zusammensetzung wurde
1 kg des so gereinigten Overspays kontinuierlich aufge
schmolzen und unmittelbar nach dem Aufschmelzen in die
Zone des Extruders, in der die Homogenisierung und
Dispergierung der Schmelze stattfindet, gleichmäßig dem
frischen Ausgangsmaterial zudosiert. Das so erhaltene
Extrudat wurde zu einem Pulverklarlack mit einer mitt
leren Teilchengröße von 30 µm vermahlen. Zum Vergleich
wurden 20 kg des Pulverklarlackes ohne Zudosierung von
Overspray hergestellt. Der Overspray-haltige Pulver
klarlack wies die gleiche Gelzeit auf wie der Over
spray-freie Pulverklarlack. Mit dem Overspray-haltigen
Pulverklarlack hergestellte Lackfilme waren Lackfilmen,
die mit Overspray-freiem Pulverklarlack hergestellt
worden waren, insbesondere hinsichtlich Glanz, Verlauf,
Transparenz und mechanisch technologischen Eigenschaf
ten gleichwertig.
Claims (6)
1. Verfahren zur Wiederverwendung von Pulverlack-Overspray im Pulver
lackproduktionsprozeß, welcher mindestens folgende Arbeitsschritte
umfaßt:
- a) Vormischung zumindest eines Teils der zur Herstellung des Pulverlackes notwendigen Komponenten,
- b) Extrusion aller zur Herstellung des Pulverlacks notwendigen
Komponenten durch
- 1. Einspeisung und Verdichtung der Vormischung,
- 2. Schmelzen,
- 3. Homogenisierung und Dispergierung der Schmelze und
- 4. Austragung der homogenen Schmelze und
- c) Weiterverarbeitung des Extrudats zu einem Pulverlack,
2. Das Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Pulverlack-Overspray erst kurz vor Abschluß des Teilprozesses b3)
rückgeführt wird.
3. Das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Pulverlack-Overspray kontinuierlich
aufgeschmolzen und unmittelbar nach dem Aufschmelzen in den
Teilprozeß b3) eingeführt wird.
4. Das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Pulverlack-Overspray zusammen mit den
Rückständen aus der Pulver-Klassifizierung rückgeführt wird.
5. Das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß es sich bei dem Pulverlack-Overspray um
Pulverklarlack-Overspray handelt.
6. Das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass es sich bei der Pulverlack-Produktion um die Produktion eines
Pulverklarlacks handelt.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE4028567A DE4028567C2 (de) | 1990-09-08 | 1990-09-08 | Verfahren zur Wiederverwendung von Pulverlack-Overspray |
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| DE (1) | DE4028567C2 (de) |
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|---|---|---|---|---|
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|---|---|
| DE4028567A1 (de) | 1992-03-12 |
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