DE4034497C1 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur
Gipsreinigung unter Verwendung von Hydrozyklonen.
Gipssuspensionen, die auf diese Art gereinigt werden, fallen
vorzugsweise in Rauchgasentschwefelungsanlagen an, die mit
wäßrigen Suspensionen von Kalkstein minderer Qualität
betrieben werden.
Hydrozyklone werden in der Technik in vielfältiger Weise für
die Klassierung und/oder Eindickung wäßriger Suspensionen
eingesetzt. Derartige Apparatekombinationen sind bereits im
Aufsatz von W. Gundelach/H.F. Trawinski, "Der Hydrozyklon"
in: Chemie-Ing.-Techn., 32. Jahrg. (1960), Heft 4, Seiten
279-284, beschrieben worden. Nach der DE-PS 36 07 191
verwendet man Hydrozyklone auch zur Ausschleusung von
gelöstem Salz und Feinstpartikeln aus Absorptionslösungen
von Rauchgasentschwefelungsanlagen - also zur Ausschleusung
von Gips.
Nachteilig bei den bisher vorgeschlagenen Verfahren bzw.
Apparatekombinationen ist die noch ungenügende Trennung von
Gipspartikeln und inerten Feinstpartikeln sowie die
ungünstige Gesamtflüssigkeitsbilanz.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Gips hoher
Reinheit, vorzugsweise in mit minderwertigem Kalkstein
betriebenen Rauchgasentschwefelungsanlagen, zu erzeugen,
ohne dabei die Gesamtwasserbilanz zu verschlechtern.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe daduch gelöst, daß eine
mit Hilfe einer Kalksteinsuspension gewonnene wäßrige
Gipssuspension einer ersten Hydrozyklonstufe zugeführt wird,
die mit einer Unterlauf-Feststoffkonzentration von 60 bis
80 Gew.-% arbeitet und deren Überlauf in einen Vorlagetank
geleitet wird. Der Unterlauf der ersten Hydrozyklonstufe
wird in einem Suspensionstank auf eine
Feststoffkonzentration von 5 bis 20 Gew.-% verdünnt und
einer zweiten Hydrozyklonstufe zugeführt, deren Überlauf
auch in den Vorlagetank der ersten Hydrozyklonstufe
eingeleitet wird. Der im Unterlauf der zweiten
Hydrozyklonstufe mit einer Feststoffkonzentration von 40 bis
60 Gew.-% enthaltene Gips wird mittels eines Bandfilters
oder einer Zentrifuge abgetrennt und aus dem Prozeß
ausgeschleust. Die im Vorlagetank gesammelten Überläufe der
ersten und zweiten Hydrozyklonstufen werden einer dritten
Hydrozyklonstufe zugeführt. Der Überlauf der dritten
Hydrozyklonstufe wird einem Eindicker zugeführt und darin
von Feststoffteilchen befreit. Die Verunreinigungen, die
sich im Unterlauf der Eindickerstufe befinden, werden dort
abgezogen und entsorgt. Sie bestehen aus feinstteiligen
Verunreinigungen des Gipses oder bei
Rauchgasentschwefelungsanlagen aus den im verwendeten
Kalkstein enthaltenen inerten Partikeln sowie den im
Rauchgas enthaltenen und mitausgewaschenen Partikeln wie
Schwermetalloxiden, Asche, Ruß. Das anfallende, auf eine
Feststoffkonzentration von <2 g/l eingestellte Klarwasser
des Eindickers wird über einen Zwischentank in den der
ersten Hydrozyklonstufe nachgeschalteten Suspensionstank
geleitet und zur Verdünnung des Unterlauf der ersten
Hydrozyklonstufe eingesetzt. Der Unterlauf der dritten
Hydrozyklonstufe wird zur Herstellung einer
Kalksteinsuspension verwendet, die in der
Rauchgasentschwefelungsanlage zur Gewinnung der
Gipssuspension eingesetzt und anschließend der ersten
Hydrozyklonstufe zugeführt wird.
Die Vorteile des Verfahrens werden darin gesehen, daß es
gelingt,
- a) die aus feinstteiligen Feststoffpartikeln bestehenden Verunreinigungen gezielt auszuschleusen,
- b) durch den Wiedereinsatz des Eindickerklarlaufs zur Verdünnung der stark eingedickten Suspension der ersten Hydrozyklonstufe die Flüssigkeitsbilanz des Gesamtprozesses nicht negativ zu beeinflussen und
- c) als Endprodukt einen entwässerten Gips mit einem mindestens 95%igen Reinheitsgrad auch beim Einsatz von stark verunreinigten Ausgangssuspensionen zu gewinnen.
Vorteilhaft ist also zum einen die günstige Wasserbilanz des
Rauchgasentschwefelungsverfahrens und zum andern das
Einbringen von Kristallisationskeimen für den Gips in die
Kalksteinsuspension.
Falls eine sehr große Menge an Verunreinigungen abgetrennt
werden muß oder falls ein höherer Reinheitsgrad des Gipses
gefordert ist, werden zwischen die erste und zweite
Hydrozyklonstufe eine oder mehrere Hydrozyklonstufen und
zugehörige Suspensionstanks geschaltet, die analog der
ersten Hydrozyklonstufe sowie nachfolgendem Suspensionstank
betrieben werden.
Ein Ausführungsbeispiel des Gegenstands der Erfindung ist in
der Zeichnung dargestellt und wird nachstehend näher
erläutert.
Eine innerhalb einer nach einem Naßverfahren arbeitenden
Rauchgasentschwefelungsanlage anfallende Gipssuspension mit
einem Feststoffgehalt von 10 Gew.-% wird über eine
Förderleitung (9) in den Hydrozyklon (1) eingeleitet, dessen
Unterlauf (11) mit einem Feststoffgehalt von 70 Gew.-%
betrieben wird. Der Überlauf (10) der ersten
Hydrozyklonstufe wird in einen Vorlagetank (2) geleitet. Der
Unterlauf (11) der ersten Hydrozyklonstufe wird in einen
Suspensionstank (39) auf einen Trockensubstanzgehalt von
10 Gew.-% verdünnt und über die Leitung (12) einer zweiten
Hydrozyklonstufe (4) zugeführt, deren Überlauf (13) auch in
den Vorlagetank (2) der ersten Hydrozyklonstufe (1) geleitet
wird. Der im Unterlauf (14) der zweiten Hydrozyklonstufe
enthaltene Gips wird mit einem Bandfilter (5) abgetrennt und
entwässert und somit aus dem Prozeß ausgeschleust.
Der gemeinsame Überlauf (15) der ersten und zweiten
Hydrozyklonstufe wird einer dritten Hydrozyklonstufe (6)
über den Vorlagetank (2) zugeführt. Der Überlauf (17) der
dritten Hydrozyklonstufe (6) wird einem Eindicker (8)
zugeführt und darin, erforderlichenfalls unter Zuhilfenahme
von Flockungsmitteln (22), von Feststoffteilchen bis auf
einen Restgehalt <2 g/l befreit. Die Verunreinigungen
werden im Unterlauf (21) des Eindickers (8) abgezogen und
entsorgt. Das anfallende Klarwasser (23) wird über einen
Zwischentank (24) und die Leitung (18) in den
Suspensionstank (3) geführt und zur Verdünnung des
Unterlaufs (11) der ersten Hydrozyklonstufe eingesetzt. Der
Unterlauf (16) der dritten Hydrozyklonstufe (6) wird zur
Herstellung einer Kalksteinsuspension (20) benutzt, die in
die Rauchgasentschwefeungsanlage zurückgeleitet und dort
zur erneuten Bindung der Schwefeloxide verwendet wird. Aus
sicherheitstechnischen Gründen sind die Leitungen (25), (26)
und (27) vorgesehen, die in den vorgeschalteten
Suspensionstank (7) münden.
Claims (2)
1. Verfahren zur Gipsreinigung in einer mit einer
Kalksteinsuspension betriebenen
Rauchgasentschwefelungsanlage unter Verwendung von
Hydrozyklonen, dadurch gekennzeichnet, daß man
- a) die mit Hilfe der Kalksteinsuspension gewonnene Gipssuspension einer ersten Hydrozyklonstufe (1) zuführt, die mit einer Unterlauf-Feststoffkonzentration von 60 bis 80 Gew.-% arbeitet, und deren Überlauf (10) in einen Vorlagetank (2) leitet,
- b) den Unterlauf (11) der ersten Hydrozyklonstufe in einen Suspensionstank (3) leitet, dort auf eine Feststoffkonzentration von 5 bis 20 Gew.-% verdünnt und einer zweiten Hydrozyklonstufe (4) zuführt, deren Überlauf (13) in den Vorlagetank (2) geführt wird,
- c) den im Unterlauf (14) der zweiten Hydrozyklonstufe (4) mit einer Feststoffkonzentration von 40 bis 60 Gew.-% enthaltenen Gips mittels eines Bandfilters (5) oder einer Zentrifuge abtrennt und aus dem Verfahren ausschleust sowie
- d) die im Vorlagetank (2) gesammelten Überläufe einer dritten Hydrozyklonstufe (6) zuführt, deren Überlauf (17) in einem Eindicker (8) von Feststoffteilchen befreit wird, das auf eine Feststoffkonzentration von <2 g/l eingestellte Klarwasser (23) des Eindickers (8) zur unter b) genannten Verdünnung in den Suspensionstank (3) leitet und den Unterlauf (16) der dritten Hydrozyklonstufe (6) zur Herstellung einer Kalksteinsuspension in den Tank (7) führt und die Kalksteinsuspension (20) in der Rauchgasentschwefelungsanlage zur Gewinnung der Gipssuspension (9) einsetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen die erste (1) und zweite Hydrozyklonstufe (4)
eine oder mehrere Hydrozyklonstufen und Suspensionstanks
geschaltet und analog der ersten Hydrozyklonstufe (1)
sowie dem Suspensionstank (3) betrieben werden.
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