DE4036564A1 - Hydraulische einrichtung zur steuerung eines arbeitszylinders einer presse - Google Patents

Hydraulische einrichtung zur steuerung eines arbeitszylinders einer presse

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    • B30B15/16Control arrangements for fluid-driven presses
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Description

Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von einer hydraulischen Einrichtung zur Steu­ erung eines Arbeitszylinders einer Presse nach der im Oberbegriff des Anspruchs 1 näher angegebenen Gattung.
Es ist schon eine solche hydraulische Einrichtung für eine Pressen­ steuerung aus der US-PS 45 24 582 bekannt, bei welcher der zum Pres­ sen verwendete Arbeitszylinder aus einem Differentialzylinder mit integriertem Plungerzylinder besteht. Dieser Arbeitszylinder hat drei Anschlüsse und dementsprechend drei unterschiedlich große wirksame Druckflächen, wobei bei einem Umschalten von Eilgang vor­ wärts auf Pressen mit Hilfe eines Wegeventils eine große Druckfläche zuschaltbar ist. Ferner ist eine Saugleitung mit einem steuerbaren Sperrventil vorgesehen, über welche beim Eilgang vorwärts Druckmit­ tel aus dem Tank in einen der großen Druckfläche am Kolben zugeord­ neten Druckraum nachsaugbar ist. Ferner sind auch einen Ringraum absichernde Vorspannventile vorgesehen. Ferner ist neben einem Lage­ sensor am Preßkolben ein den Druck bei Vorwärtsbewegung abgreifen­ der Drucksensor vorhanden, deren Signale in einem Prozessor verar­ beitet werden, um eine Steuerung des pressen-Zylinders nach Druck, Position und Geschwindigkeit zu erreichen. Für diese Pressensteue­ rung sind nun umfangreiche Ventilmittel vorgesehen, mit deren Hilfe die Ströme aus einer Hochdruckpumpe und einer Niederdruckpumpe ein­ zeln oder in kombinierter Weise verarbeitet werden. Die unterschied­ lichen Druckmittelströme in Verbindung mit den drei verschieden großen wirksamen Druckflächen im Arbeitszylinder erlauben wenigstens acht unterschiedliche Schaltzustände, um den unterschiedlichen An­ forderungen in der Pressensteuerung hinsichtlich Geschwindigkeit, Richtung, Drücke nachzukommen. Nachteilig bei dieser Einrichtung ist nun, daß die Ventilmittel einen sehr hohen Bauaufwand erfordern, wo­ bei fünf Ventilbaugruppen teilweise mit Druckventilen versehen, vor­ gesehen sind. Jede der Ventilbaugruppen ist zweistufig ausgeführt, mit einem Cartridgeventil als Hauptstufe, um auf diese Weise Wege, Ströme und Drücke steuern zu können. Vor allem ist es ungünstig, daß trotz dieses Aufwandes an Ventilmittel im Arbeitszylinder selbst keine stetige Drucksteuerung bzw. Druckregelung möglich ist.
Vorteile der Erfindung
Die erfindungsgemäße Einrichtung mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 hat demgegenüber den Vorteil, daß eine hydraulische Pressensteuerung mit einem Minimum an Geräten durchführbar ist. Ent­ sprechend der jeweiligen Umformtechnologie, die bei der Verarbeitung von Kunststoffen oder Metall unterschiedlich sein kann, lassen sich wichtige Prozeßgrößen wie Wege, Geschwindigkeit, Kräfte bzw. Druck in relativ einfacher Weise steuern bzw. regeln. Insbesondere lassen sich dabei unterschiedlichste Druckprofile ansteuern. Auch die Sicherheitsvorschriften bei Pressen können mit dieser Einrichtung verhältnismäßig leicht erfüllt werden. Zudem läßt sich die Einrich­ tung einfach auf unterschiedliche Pressenbauarten anwenden, wie dies zum Beispiel bei einer Oberkolbenpresse bzw. einer Unterkolbenpresse der Fall ist. Weiterhin läßt sich die Einrichtung relativ leicht an zusätzliche Anforderungen wie zum Beispiel Leckagereduzierung oder Regelverhalten anpassen.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vor­ teilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen der im Hauptanspruch angegebenen Einrichtung möglich.
Zeichnung
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung darge­ stellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine hydraulische Einrichtung zur Steuerung eines Arbeitszylinders einer Presse in einer Bauart als Unterkolbenpresse in stark vereinfachter Darstellung und
Fig. 2 eine zweite Einrich­ tung für eine Oberkolbenpresse.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
Die Fig. 1 zeigt eine hydraulische Einrichtung 10 zur Steuerung ei­ nes Arbeitszylinders 11 einer Presse, welche ihrer Art nach als Un­ terkolbenpresse ausgebildet ist.
Der Arbeitszylinder 11 selbst besteht aus einem Differentialzylinder 12 und einem integrierten Plungerzylinder 13. Dazu weist der Diffe­ rentialzylinder 12 einen Kolben 14 auf, der als Preßstempel in der Presse verwendbar ist und der mit einer großen Druckfläche 15 einen zugeordneten Arbeitsraum 16 begrenzt. Im Differentialzylinder 12 ist durch den Kolben 14 vom Arbeitsraum 16 ein Ringraum 17 getrennt, der eine demgegenüber kleinere wirksame Ringfläche 18 aufweist. Eine in den Kolben 14 ragende, gehäusefeste, zylindrische Säule 19 begrenzt eine Druckkammer 21, welche einen Teil des Plungerzylinders 13 bildet.
Von dieser Druckkammer 21 im Plungerzylinder 13 führt eine erste Zweigleitung 22 zu einem mit A bezeichneten ersten Arbeitsanschluß 23 eines Regelventils 24. In diese erste Zweigleitung 22 ist ferner ein Vorspannventil 25 sowie ein dazu paralleles Rückschlagventil 26, das zur Druckkammer 21 hin öffnet, geschaltet. Parallel zur ersten Zweigleitung 22 führt eine zweite Zweigleitung 27 von dem ersten Arbeitsanschluß 23 zum Arbeitszylinder 11, wobei diese zweite Zweig­ leitung 27 über ein 4/2-Wegeventil 28 in den Arbeitsraum 16 des Dif­ ferentialzylinders 12 geführt ist. Beide Zweigleitungen 22 und 27 zusammen bilden eine erste Arbeitsleitung 29, über welche eine Vor­ wärtsbewegung des Kolbens 14, also ein Ausfahren des Kolbens 14 im Arbeitszylinder 11 steuerbar ist.
Das 4/2-Wegeventil 28 ist ein magnetbetätigtes, schaltendes Ventil, das in einer federzentrierten Ausgangsstellung 31 die zweite Zweig­ leitung 27 unterbricht und in seiner ausgelenkten Ein-Stellung 32 diese Zweigleitung 27 aufsteuert. Der Druck in der ersten Arbeits­ leitung 29 wird im Bereich zwischen Regelventil 24 und Vorspannven­ til 25 von einem elektrohydraulischen Drucksensor 33 abgefühlt, der seine elektrischen Ausgangssignale an eine elektronische Steuerung 34 weitergibt.
Vom Arbeitsraum 16 des Differentialzylinders 12 führt ferner eine Saugleitung 35 zu einem Tank 36, wobei in diese Saugleitung 35 ein elektrohydraulisch vorgesteuertes Sperrventil 37 geschaltet ist. Der Ringraum 17 im Arbeitszylinder 11 ist über eine zweite Arbeits­ leitung 38 mit einem zweiten, mit B bezeichneten Arbeitsanschluß 39 des Regelventils 24 verbunden.
Das Regelventil 24 weist ferner einen mit P bezeichneten Zulaufan­ schluß 41 auf, der von einer Druckmittelquelle 42 über eine Zulauf­ leitung 43 mit Druckmittel versorgbar ist. Ein mit T bezeichneter Rücklaufanschluß 44 am Regelventil 24 ist über eine Rücklaufleitung 45 zum Tank 36 entlastbar. Zur Erfüllung der Sicherheitsvorschriften bei Pressen ist in die Zulaufleitung 43 und in die Rücklaufleitung 45 ein 4/2-Sicherungsventil 46 geschaltet.
Das Regelventil 24 ist als stetig arbeitendes, direkt gesteuertes Proportionalventil ausgebildet, das in vereinfachter Weise als 4/5-Wegeventil dargestellt ist und sich zur Steuerung von Richtung, Geschwindigkeit und Druck im Arbeitszylinder 11 eignet. Das Propor­ tionalventil 24 weist einen Steuerschieber 47 auf, der von einem Proportionalmagnet 48 gegen die Kraft einer Feder 49 auslenkbar ist. Der Steuerschieber 47 nimmt in der federzentrierten, dargestellten Lage eine erste Arbeitsstellung 51 ein, in welcher der Zulaufan­ schluß 41 mit dem zweiten Arbeitsanschluß 39 und der erste Arbeits­ anschluß 23 mit dem Rücklaufanschluß 44 verbunden sind. In einer zweiten Arbeitsstellung 52 werden der Zulaufanschluß 41 und der zweite Arbeitsanschluß 39 zugesteuert, während der erste Arbeitsan­ schluß 23 zum Rücklauf entlastet bleibt. Angrenzend an die zweite Arbeitsstellung 52 ist im Steuerschieber 47 als dritte Arbeitsstel­ lung eine Entlastungsstellung 53 ausgebildet, in welcher der Zulauf­ anschluß 41 zugesteuert ist, während beide Arbeitsanschlüsse 23, 39 Verbindung zum Rücklaufanschluß 44 haben. Angrenzend an die Entla­ stungsstellung 48 weist der Steuerschieber 47 eine vierte Arbeits­ stellung 54 auf, in welcher der erste Arbeitsanschluß 23 und der Zulaufanschluß 41 zugesteuert werden, während die Verbindung vom zweiten Arbeitsanschluß 29 zum Tankanschluß 44 offenbleibt. Angren­ zend an die vierte Arbeitsstellung 54 liegt eine fünfte Arbeitsstel­ lung 55, in welcher der Zulaufanschluß 41 mit dem ersten Arbeitsan­ schluß 23 Verbindung hat, während der zweite Arbeitsanschluß 39 mit dem Rücklaufanschluß 44 verbunden ist. Selbstverständlich sind die Übergange im Regelventil 24 zwischen den fünf Arbeitsstellungen 51 bis 55 fließend, so daß eine zur Auslenkung proportionale und steti­ ge Steuerung von Druck und Volumenstrom durch das Regelventil 24 möglich ist.
Der Hub des Kolbens 14 im Arbeitszylinder 11 wird von einem elektro­ mechanischen Wegsensor 56 abgegriffen, dessen elektrische Ausgangs­ signale ebenfalls an die elektronische Steuerung 34 weitergeleitet werden. Ferner ist an der elektronischen Steuerung 34 ein erster Sollwerteingang 57 für den Volumenstrom und damit für die Geschwin­ digkeit vorgesehen, während an einem zweiten Sollwerteingang 58 ein Sollwert des Druckes eingebbar ist.
Die Wirkungsweise der hydraulischen Einrichtung 10 wird wie folgt erläutert, wobei zum Durchfahren eines Zyklus das Sicherungsventil 46 in seine Durchgangsstellung geschaltet wird.
Um die Funktion Eilgang vorwärts zu erreichen, wird der Steuerschieber 47 des Regelventils 24 vom Proportionalmagnet 48 gegen die Kraft der Feder 49 in seine fünfte Arbeitsstellung 55 ausgelenkt, so daß der von der Druckmittelquelle 42 kommende Volumenstrom über das Re­ gelventil 24 in die erste Arbeitsleitung 29 gesteuert wird. Von dort kann er über die erste Zweigleitung 22 und das Rückschlagventil 26 in die Druckkammer 21 strömen, wobei der Kolben 14 schnell ausfährt. Während dieses Eilgangs nimmt das 4/2-Wegeventil 28 die gezeichnete Ausgangsstellung 31 ein, so daß die zweite Zweigleitung 27 unter­ brochen ist. Gleichzeitig ist das vorgesteuerte Sperrventil 37 in seiner Offenstellung, so daß der ausfahrende Kolben 14 aus dem Tank 36 über die Saugleitung 35 Druckmittel in den Arbeitsraum 16 nach­ saugen kann. Zugleich kann das aus dem Ringraum 17 verdrängte Druck­ mittel über die zweite Arbeitsleitung 38, das Regelventil 24 und das Sicherungsventil 46 zum Tank 36 abströmen.
Um von der Funktion Eilgang vorwärts auf die Funktion Schleichgang vorwärts umzuschalten, wird lediglich das Regelventil 24 von seiner fünften Arbeitsstellung 55 in Richtung seiner vierten Arbeitsstel­ lung 54 ausgelenkt, wobei proportional zur Auslenkung die Verbindung von Zulaufanschluß 41 zum ersten Arbeitsanschluß 23 zugesteuert bzw. ganz abgedrosselt wird. Mit den Arbeitsstellungen 55 und 54 läßt sich somit die Geschwindigkeit des ausfahrenden Kolbens 14 steuern. Dabei können die Signale des Wegsensors 56 in der elektronischen Steuerung 34 so verarbeitet werden, daß die Geschwindigkeit des ausfahrenden Kolbens 14 regelbar ist.
Zugleich kann bei diesen Funktionen Eilgang und Schleichgang vor­ wärts der Druck in der ersten Zweigleitung 22 vom Drucksensor 33 ge­ messen werden, der seine Istwertsignale an die elektronische Steue­ rung 34 weiterleitet. Durch Vergleich mit Sollwertsignalen des Drucks kann abhängig davon das Regelventil 24 so gesteuert werden, daß bei diesen Funktionen eine Druckregelung stattfindet. Während in der fünften Arbeitsstellung 55 ein Druckaufbau in der ersten Ar­ beitsleitung 29 gesteuert wird, kann der Steuerschieber 47 in seiner vierten Arbeitsstellung 54 den Druck in der ersten Arbeitsleitung 29 halten und schließlich bei weiterer Auslenkung in die dritte Ar­ beitsstellung 53 sogar den Druck in der ersten Arbeitsleitung 29 senken. Somit läßt sich bei auswärts fahrenden Kolben 14 eine Druck­ regelung erreichen, so daß auch vorgegebene Druckprofile abfahrbar sind.
Soll bei dieser Vorwärtsbewegung des Kolbens 14 die Funktion Pressen erreicht werden, so wird das 4/2-Wegeventil 28 betätigt, wodurch sich der Druck in der ersten Arbeitsleitung 29 über die zweite Zweigleitung 27 auch im Arbeitsraum 16 aufbauen kann. Zugleich ist beim Pressen das vorgesteuerte Sperrventil 37 in seine Sperrstellung geschaltet. Damit wirkt beim Pressen der Zulaufdruck auf den vollen Querschnitt des Kolbens 14 im Arbeitsraum 16 und in der Druckkammer 21. Mit Hilfe des Drucksensors 33 und der elektronischen Steuerung 34 kann das Regelventil 24 mit Hilfe seiner Arbeitsstellungen 53 bis 55 eine Druckregelung vornehmen, die alle Anforderungen an eine der­ artige Pressensteuerung erfüllt.
Für die Funktion Dekompression können die unter Druck stehenden Räu­ me 16, 21 im Arbeitszylinder 11 vom Regelventil 24 entspannt werden, indem es in seine Entlastungsstellung 53 bzw. in seine zweite Ar­ beitsstellung 52 gebracht wird, wobei die erste Arbeitsleitung 29 zum Tank 36 hin entlastet wird.
Die Funktion Eilgang zurück wird ebenfalls vom Regelventil 24 ge­ steuert, indem es in seine erste Arbeitsstellung 51 gebracht wird. Dabei nimmt zugleich das Wegeventil 28 seine Ausgangsstellung 31 ein, in welcher die zweite Zweigleitung 27 gesperrt ist, während das entsperrbare Sperrventil 37 die Saugleitung 35 zum Tank 36 hin öff­ net. Von der Druckmittelquelle 42 über das Regelventil 24 und die zweite Arbeitsleitung 38 in den Ringraum 17 gefördertes Druckmittel drückt den Kolben 14 nach unten, wobei der einfahrende Kolben 14 Druckmittel aus dem Arbeitsraum 16 über die Saugleitung 35 in den Tank 36 verdrängt, während Druckmittel aus der Druckkammer 21 über das Vorspannventil 25 und die erste Zweigleitung 22 sowie das Regel­ ventil 24 zum Tank 36 abgeführt wird.
Auch bei einfahrenden Kolben ist in entsprechender Weise wie bei ausfahrendem Kolben mit Hilfe der Arbeitsstellungen 51 und 52 eine Geschwindigkeitssteuerung möglich, wobei zugleich in Verbindung mit der Entlastungsstellung 53 eine Druckregelung möglich ist. Mit dem Steuerschieber 47 des Regelventils 24 wird somit mit Hilfe der äuße­ ren Arbeitsstellungen 51 und 55 die Bewegungsrichtung des Kolbens 14 bestimmt. Dabei läßt sich mit Hilfe der Arbeitsstellungen 51 bis 53 bzw. 55 bis 53 in beiden Richtungen eine Druckregelung vornehmen, wobei in der zweiten Arbeitsstellung 52 bzw. der vierten Arbeits­ stellungen 54 zunächst jeweils eine Beendigung des Druckaufbaus erfolgt, der in den äußeren Arbeitsstellungen 51 bzw. 55 durchge­ führt wird. Zusätzlich kann bei zu hohem Druck im Zylinder 11 über die Entlastungsstellung 53 dieser Druck reduziert werden. Mit Hilfe des Regelventils 24 läßt sich somit die Richtung der Zylinderbewe­ gung steuern, wobei zugleich auch die Drücke und damit die Kräfte im Arbeitszylinder 11 sowie auch die Geschwindigkeit des Kolbens 14 beeinflußbar ist. Damit lassen sich alle wichtigen Prozeßgrößen einer Presse, wie Wege, Geschwindigkeiten und Kräfte mit einem ein­ zigen Regelventil mit zugehöriger Geräteperipherie und zusammen mit Sensoren und einer elektronischen Steuerung in gesteuerter und ge­ regelter Weise verwirklichen.
Die Fig. 2 zeigt eine zweite Einrichtung 60 in einer Bauart für eine Oberkolbenpresse, bei welcher der Arbeitszylinder 11 so ange­ ordnet ist, daß im Gegensatz zu Fig. 1 der ausfahrende Kolben 14 nach unten drückt. Die zweite Einrichtung 60 unterscheidet sich von der ersten Einrichtung 10 wie folgt, wobei gleiche Bauelemente mit gleichen Bezugszeichen versehen sind.
Die zweite Einrichtung 60 weist ein Regelventil 61 auf, das zusätz­ lich zu den bisherigen fünf Arbeitsstellungen 51 bis 55 neben der ersten Arbeitsstellung 51 eine zusätzliche Nullstellung 62 aufweist. Der Steuerschieber 47 des Regelventils 61 wird von der Feder 49 in dieser Nullstellung 62 zentriert, in welcher er alle vier Arbeitsan­ schlüsse 23, 39, 41, 44 hydraulisch absperrt. Das Regelventil 61 ist somit im wesentlichen als 4-Wege-6-Stellungsventil ausgebildet. Ent­ sprechend der umgekehrten Lage des Arbeitszylinders 11 bei der Ober­ kolbenpressenbauart sind bei gleicher Anordnung der Schaltverbindun­ gen im Regelventil 61 die beiden Arbeitsleitungen 29, 38 vertauscht am Regelventil 61 angeschlossen, so daß die verzweigte erste Ar­ beitsleitung 29 am zweiten Arbeitsanschluß 39 angeschlossen ist, während die mit dem Ringraum 17 verbundene zweite Arbeitsleitung 38 am ersten Arbeitsanschluß 23 angeschlossen ist. Ferner liegt das Vorspannventil 25 mit dem parallelen Rückschlagventil 26 nunmehr in der zweiten Arbeitsleitung 38, um bei der Abwärtsbewegung des Kol­ bens 14 eine Gegenhaltekraft zu erzeugen.
Die Wirkungsweise der zweiten Einrichtung 60 für eine Oberkolben­ presse entspricht hinsichtlich der Funktionen Eilgang vorwärts, Schleichgang vorwärts, Pressen, Dekompression und Eilgang zurück sinngemäß derjenigen der ersten Einrichtung 10 nach Fig. 1. Der von den Unfallverhütungsvorschriften bei Pressen geforderte Schutz gegen eine gefahrbringende Schließbewegung, wie er durch je zwei überwach­ te Ventile im Zu- und Ablauf des Arbeitszylinders möglich ist, wird bei der zweiten Einrichtung 60 durch Einbeziehen des zweiten Regel­ ventils 61 verwirklicht. Bei der Einrichtung 60 verhindern die in Reihe geschaltete Nullstellung 62 des Regelventils 61 und die Sperr­ stellung des Sicherungsventils 46 den ungewollten Druckaufbau in Schließrichtung, also bei einem Senken des Kolbens 14, und den un­ gewollten Druckabbau in Richtung Senken. Das Regelventil 61 über­ wacht sich dadurch, daß bei Hängenbleiben desselben der Arbeitszy­ linder 11 den Gegenhub nicht mehr durchführen kann. Das 4/2-Siche­ rungsventil 46 ist elektrisch hubüberwacht.
Im Gegensatz zur zweiten Einrichtung 60 nach Fig. 2 ist bei der er­ sten Einrichtung 10 nach Fig. 1 ein Versagen des Regelventils 24 in Richtung Kolben 14 einfahren, also Arbeitszylinder 11 senken, in so­ fern ungefährlich, als hierbei das Werkzeug selbst geöffnet wird. Um zu vermeiden, daß ein bei einer Druckmittelversorgung verwendeter Hydrospeicher sich bei stillstehender Maschine durch Lecköl über das Regelventil langsam entlädt, kann das Sicherheitsventil 46 als Sitz­ ventil ausgebildet werden, um somit ein Speicherentladen zu verhin­ dern.
Selbstverständlich sind an den gezeigten Ausführungsformen Änderun­ gen möglich, ohne vom Gedanken der Erfindung abzuweichen. So können die Regelventile 24, 61 mit einer linearen Kennlinie des Quer­ schnittverlaufs über dem Hub ausgeführt werden. Es kann diese Kenn­ linie aber auch mit einem flacheren Verlauf durch den Nullpunkt und einem steileren Verlauf gegen das jeweilige Hubende hin ausgeführt werden, wobei mit dem flachen Verlauf im Nullpunkt ein geringeres Lecköl in Regelstellung, eine geringere Druckverstärkung und ein feinfühligeres Regelverhalten erzielbar sind. Selbstverständlich kann das in Reihe geschaltete Sicherungsventil 46 anstelle der vor­ geschalteten Anordnung auch nachgeschaltet werden. Weiterhin ist es möglich, anstelle des in Fig. 1 und 2 verwendeten direktgesteuerten Regelventils auch eine vorgesteuerte Bauart eines Proportionalven­ tils zu verwenden, wobei Betätigungen mit einem oder zwei Magneten möglich sind. Ferner kann die Reihenfolge der Funktionsstellungen im Regelventil innerhalb gewisser Grenzen auch vertauscht werden. Fer­ ner kann es auch zweckmäßig sein, das die Nachsaugleitung 35 steu­ ernde Sperrventil 37 unmittelbar am Arbeitszylinder 11 anzuordnen.

Claims (10)

1. Hydraulische Einrichtung zur Steuerung eines Arbeitszylinders einer Presse, bei welcher der Arbeitszylinder aus einem Differen­ tialzylinder mit integriertem Plungerzylinder besteht und ein Kolben des Differentialzylinders einen einer großen Druckfläche zugeordne­ ten Arbeitsraum von einem gegenüberliegenden Ringraum trennt und im Kolben eine dem Plungerzylinder zugeordnete Druckkammer ausgebildet ist, die über einen ersten Zweig einer ersten, verzweigten Arbeits­ leitung mit einem von zwei Anschlüssen der den Arbeitszylinder steu­ ernden Ventilmittel verbunden ist, während ein dazu paralleler zwei­ ter Zweig der ersten Arbeitsleitung von diesem gleichen Anschluß über ein Wegeventil zum Arbeitsraum geführt ist, sowie mit einer zweiten Arbeitsleitung, die den Ringraum mit dem anderen der beiden Anschlüsse der Ventilmittel verbindet, welche Ventilmittel über ei­ nen Zulaufanschluß mit Druckmittel von einer Druckmittelquelle ver­ sorgbar und über einen Rücklaufanschluß zu einem Tank entlastbar sind und mit einer vom Arbeitsraum zum Tank führenden Saugleitung, in die ein steuerbares Sperrventil geschaltet ist und mit einem den Druck in der ersten Arbeitsleitung abgreifenden Drucksensor und ei­ nem den Weg des Kolbens im Arbeitszylinder abgreifenden Lagesensor, deren Ausgangssignale einer elektronischen Steuerung eingebbar sind, mit deren Hilfe über die Ventilmittel der Arbeitszylinder hinsicht­ lich unterschiedlicher Parameter steuerbar ist, dadurch gekennzeich­ net, daß die Ventilmittel zur Steuerung von Druckverlauf und Hub des Arbeitszylinders (11) als ein einziges Regelventil (24, 61) mit vier Anschlüssen (23, 29, 41, 44) ausgebildet sind, das eine beide Ar­ beitsleitungen (29, 38) zum Tank (36) verbindende Entlastungsstel­ lung (53) aufweist, an die sich bei Auslenkung des Steuerglieds im Regelventil (24, 61) nach einer Seite hin die Druckregelung im zwei­ ten Arbeitsanschluß (39) steuernde Arbeitsstellungen (51, 52) an­ schließen, während das Steuerglied (47) bei Auslenkung in entgegen­ gesetzter Richtung die Druckregelung im ersten Arbeitsanschluß (23) steuernde Arbeitsstellungen (54, 55) aufweist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die am Regelventil (24, 61) zum Druckaufbau dienenden beiden Arbeitsstel­ lungen (51, 55) am Steuerschieber (47) zu beiden Seiten und im Ab­ stand von der Entlastungsstellung (53) liegen, während die jeweils zum Druckhalten dienenden Arbeitsstellungen (52, 54) zwischen den druckaufbauenden Arbeitsstellungen (51, 55) und der Entlastunsstel­ lung (53) angeordnet sind.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Regelventil als Proportionalventil (24, 61) ausgebildet ist, das 4 Wege steuert und wenigstens 5 Stellungen aufweist.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Pro­ portionalventil direkt gesteuert ist und dessen als Schieber ausge­ bildetes Steuerglied (47) von einem Proportionalmagnet (48) gegen die Kraft einer Feder (49) betätigbar ist, wobei insbesondere der Schieber (47) in einen internen Lageregelkreis geschaltet ist.
5. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, da­ durch gekennzeichnet, daß zum Regelventil (24, 61) ein zur Erfüllung von Unfallverhütungs-Vorschriften dienendes 4/2-Schaltventil (46) in Serie geschaltet ist, insbesondere zwischen Druckmittelquelle (42) und Tank (36) einerseits und Regelventil (24, 61) andererseits.
6. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, da­ durch gekennzeichnet, daß der Arbeitszylinder (11) als Teil einer Unterkolbenpresse (10) ausgebildet ist, bei welcher der Arbeitsraum (16) unterhalb des Kolbens (14) angeordnet ist und letzteren bei Druckbeaufschlagung nach oben drückt.
7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Vor­ spannventil (35) mit parallelem Rückschlagventil (26) in den zur Druckkammer (21) des Plungerzylinders (13) führenden ersten Zweig (22) der ersten Arbeitsleitung (29) geschaltet ist.
8. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, da­ durch gekennzeichnet, daß der Arbeitszylinder (11) als Teil einer Oberkolbenpresse (60) ausgebildet ist, bei welcher der Arbeitsraum (16) oberhalb des Kolbens (14) angeordnet ist und letzteren bei Druckbeaufschlagung nach unten drückt.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß ein Vorspannventil (25) mit parallelem Rückschlagventil (26) in die zweite Arbeitsleitung (38) zum Ringraum (17) geschaltet ist.
10. Einrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Regelventil (61) als 4/6-Ventil ausgebildet ist, das eine feder­ zentrierte Nullstellung (62) aufweist, in der alle vier Arbeitsan­ schlüsse (23, 39, 41, 44) gesperrt sind.
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