DE4104681A1 - Pulverlackzusammensetzung und deren verwendung in verfahren zur herstelung von strukturierten effektbeschichtungen mit spuckereffekt - Google Patents

Pulverlackzusammensetzung und deren verwendung in verfahren zur herstelung von strukturierten effektbeschichtungen mit spuckereffekt

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Description

Die Erfindung betrifft eine Pulverlackzusammensetzung für die elektrostatische Pulverlackierung, die zur Herstellung von strukturierten Effektbeschichtungen mit Spuckereffekt geeignet ist.
Pulverlacke werden für die Beschichtung verschiedener Gegenstände, insbesondere metallischer Gegenstände, verwendet, wie beispielsweise zur Lackierung von Metallmöbeln, wie Büromöbel und Schaltschränke, Haushaltsgeräten, Kleingegenständen und Gebrauchsgeräten, wie Nähmaschinen und Fahrräder.
Pulverlacke können lösungsmittelfrei aufgebracht werden und sind daher umweltfreundlich und kosteneinsparend. Die bei Lacksystemen auf Lösungsmittelbasis notwendigen Entsorgungs- und Sicherheitsmaßnahmen entfallen. Auch sind keine langen Trockenzeiten erforderlich.
Pulverlacke bestehen aus Pulverteilchen, die bei Raum- bzw. Anwendungs­ temperatur fest sind und durch Wärmeeinwirkung aufschmelzen und verlaufen, so daß sich eine Lackschicht bildet, die dann im Verlauf des Einbrennvorgangs aushärtet. Die Pulver von Pulverlacken bestehen aus Bindemitteln (Harzen), denen Hilfsmittel und Zusatzstoffe, wie Pigmente, Füllstoffe und Additive, z. B. Verlaufsmittel, zugemischt sind. Falls die Bindemittel nicht selbsthärtend sind, enthalten die Pulverteilchen auch entsprechende Härter. Die Teilchengrößen derartiger Pulverlacke liegen im wesentlichen (bis zu 99 Gew.-%) unter 100 µm, wobei etwa 50 bis 60 Gew.-% der Pulver zwischen 30 und 80 µm aufweisen.
Die Pulverlacke können beispielsweise durch elektrostatischen oder triboelektrischen Sprühauftrag auf zu beschichtende Oberflächen aufgebracht werden. Für das elektrostatische Verfahren sind beispielsweise übliche Corona-Verfahren geeignet, bei denen das Pulver einer Corona- Aufladung unterzogen wird. Beim triboelektrischen Verfahren wird die Reibungselektrizität ausgenutzt.
In der JP-Patentveröffentlichung 37-14 229 werden Pulverlacke beschrieben, die neben der üblichen Korngröße auch Korngrößen bis zu 250 µm enthalten. Hierdurch sollen mehrfarbige Muster und beispielsweise Hammerschlageffekte erzielt werden. Bisher war es nicht üblich, größere Teilchengrößen für elektrostatisch auftragbare Pulverlacke einzusetzen. Selbst bei sogenannten Wirbelsinterpulvern, die im Wirbelbettverfahren ohne elektrostatische Aufladung auf erhitzten Gegenständen abgeschieden werden, werden nur Teilchengrößen bis zu 300 µm in der Praxis verwendet.
Für gewisse Geräte, wie beispielsweise Metallmöbel, wie Schaltschränke und Büromöbel sowie verschiedene Geräte, werden häufig Oberflächenstrukturen mit einem besonderen Dekoreffekt verwendet, der insbesondere durch sogenannte Spucker gekennzeichnet ist. Derartige Oberflächenstrukturen ließen sich bisher nur mit Flüssiglacken erzielen.
Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung eines Pulverlackes, der dazu geeignet ist, Oberflächen-Effektstrukturen, die insbesondere durch sogenannte Spucker gekennzeichnet sind, und für die bisher der Einsatz von Flüssiglacken erforderlich war, herzustellen.
Diese Aufgabe wird überraschenderweise durch eine Pulverlackzusammensetzung gelöst, die für die elektrostatische und triboelektrische Pulverlackierung geeignet ist und aus Pulverteilchen auf der Basis von üblichen in der Wärme schmelzbaren und härtbaren Bindemitteln, mit üblichen Hilfs- und Zusatzstoffen und, falls notwendig, für die Bindemittel geeigneten Härtern besteht und dadurch gekennzeichnet ist, daß die Pulverteilchen in Teilchengrößen bis zu 700 µm vorliegen, wobei 20 bis 40 Gew.-% der Pulverteilchen Teilchengrößen im Bereich von über 250 µm bis 500 µm aufweisen.
Derartige Teilchengrößen wurden bisher für die elektrostatische und triboelektrische Pulverlackierung nicht eingesetzt. Im Rahmen der Erfindung hat es sich gezeigt, daß unter Verwendung derartiger Teilchengrößen hervorragende Dekoreffekte erzielt werden, die insbesondere durch die sogenannten Spucker gekennzeichnet sind.
Die erfindungsgemäßen Pulverlackzusammensetzungen weisen bevorzugt einen Gehalt von A) 0 bis 50 Gew.-% an Pulverteilchen mit Teilchengrößen von bis zu 100 µm und B) 100 bis 50 Gew.-% an Pulverteilchen mit Teilchengrößen von über 100 bis 700 µm auf, wobei 20 bis 40 Gew.-% (bezogen auf das Gesamtgewicht des Pulvers) Teilchen von über 250 bis 500 µm sind. Die angegebenen Gewichtsprozente beziehen sich auf das pulverförmige Bindemittel. Sie addieren sich somit auf 100 Gew.-%.
Ein bevorzugtes Beispiel für eine erfindungsgemäße Pulverlackzusammensetzung weist folgende Korngrößenverteilung der Pulverteilchen auf:
  • A) bis zu 50 Gew.-% in Teilchengrößen bis zu 100 µm,
  • B1) 20 bis 40 Gew.-% in Teilchengrößen von über 100 bis 250 µm,
  • B2) 20 bis 40 Gew.-% in Teilchengrößen von über 250 bis 500 µm und
  • B3) bis zu 15 Gew.-% in Teilchengrößen von über 500 bis 700 µm,
wobei sich die Gewichtsprozente auf 100 Gew.-% addieren.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die erfindungsgemäße Pulverlackzusammensetzung folgende Korngrößenverteilung der Pulverteilchen auf:
  • A) bis zu 40 Gew.-% in Teilchengrößen bis zu 100 µm,
  • B1) 30 bis 40 Gew.-% in Teilchengrößen von über 100 bis 250 µm,
  • B2) 25 bis 35 Gew.-% in Teilchengrößen von über 250 bis 500 µm und
  • B3) bis zu 10 Gew.-% in Teilchengrößen von über 500 bis 700 µm,
wobei sich die Gewichtsprozente ebenfalls auf 100 Gew.-% addieren.
Die kleinkörnige Komponente A) und die grobkörnige Komponente B) der erfindungsgemäßen Pulverlackzusammensetzung können die gleichen Bindemittelharzsysteme enthalten. Es ist jedoch auch möglich, daß die beiden Komponenten unterschiedliche Harze enthalten. Beispielsweise hat es sich als günstig erwiesen, wenn sich die beiden Komponenten A) und B) durch unterschiedliche Verlaufseigenschaften der beiden Pulver unterscheiden. So werden gute Spuckerstrukturen beispielsweise dann erzielt, wenn die Komponente A) bevorzugt bessere Verlaufseigenschaften aufweist als die Komponente B). So kann beispielsweise die Komponente A) für Pulverlackzusammensetzungen normale Verlaufseigenschaften aufweisen, wohingegen die grobkörnige Komponente B) schlechtere Verlaufseigenschaften als sie für Pulverlacke üblich sind aufweisen.
Die unterschiedlichen Verlaufseigenschaften der Komponenten A) und B) können auf verschiedene Weise erzielt werden. Sie ergeben sich beispielsweise durch Wahl unterschiedlicher Bindemittelharze für die beiden Komponenten; es können jedoch auch die gleichen Harze mit unterschiedlichem Zusatz von die Verlaufseigenschaften verbessernden bzw. verschlechternden Mitteln verwendet werden. Schlechtere Verlaufseigenschaften ergeben sich bei der Wahl unterschiedlicher Bindemittel immer dann, wenn Pulver mit höherer Reaktivität eingesetzt werden. Durch die höhere Reaktivität erfolgt eine raschere Aushärtung, so daß der Verlauf behindert ist.
Zur Erzielung der erfindungsgemäß angestrebten strukturierten Effektbeschichtungen mit Spuckereffekt können alle üblichen Bindemittel, wie sie in Pulverlacken eingesetzt werden, verwendet werden. Dem Fachmann sind derartige Bindemittel geläufig. Es handelt sich um duroplastische Bindemittel auf der Basis verschiedener Epoxide, Polyester, Polyurethane, Polyacrylate und Polymethacrylate. Diese Bindemittel können entweder allein oder im Gemisch eingesetzt werden. Sofern sie nicht selbstvernetzend sind, werden sie mit den hierfür geeigneten üblichen Härtern, wie verkapptem Polyisocyanat, sauren oder basischen Vernetzerharzen, verwendet. Derartige Systeme werden in der Literatur beschrieben, beispielsweise in H. Kittel, Lehrbuch der Lacke und Beschichtungen, Band VIII-2, 1980, insbesondere Seiten 12 und 13, oder User's Guide to Powder Coating, AFP/SME Powder Coating Division, 1987, und The Technology of Powder, Modern Paint and Coatings, November 1988, Seiten 52 bis 54 und 68.
Beispiele für verwendbare duroplastische Bindemittel sind Epoxidharze, beispielsweise vom Bisphenol-A-Typ; Härter hierfür sind Dicyandiamid und seine Abkömmlinge, Polyaminoamidharze, Carbonsäureanhydride, saure Polyesterharze und verkappte Polyisocyanate; hydroxylgruppenhaltige Polyesterharze, wofür Härter, Carbonsäureanhydride, saure Polyesterharze, Aminoharze und verkappte Polyisocyanate sind; carboxylgruppenhaltige Polyesterharze, wofür Härter Epoxidharze (Bisphenol-A-Typ), Triglycidylisocyanurat (TGIC), Oxazoline und hydroxylgruppenhaltige Polyesterharze sind; epoxidgruppenhaltige Polyacrylate, wofür Härter, Carbonsäureanhydride, saure Polyesterharze, saure Polyacrylate und amino-/ amidgruppenhaltige Vernetzer sind; hydroxylgruppenhaltige Polyacrylate, wofür Vernetzer, Carbonsäureanhydride, saure Polyesterharze, saure Polyacrylate und verkappte Polyisocyanate sind; und carboxylgruppenhaltige Polyacrylate, wofür Vernetzer Triglycidylisocyanurat, Oxazoline, hydroxylgruppenhaltige Polyesterharze, hydroxylgruppenhaltige Polyacrylate und epoxidgruppenhaltige Polyacrylate sind.
Beispiele für günstige Bindemittel-Mischsysteme sind Mischungen von Epoxiden mit unterschiedlicher Härte, Mischungen von Epoxiden mit sauren Polyestern und Mischungen von verschiedenen Polyestern. Diese Mischungen liegen, sofern sie nicht selbstvernetzend sind, mit Härtern vor. Bei der Herstellung derartiger Mischungen werden die Harzkomponenten und gegebenenfalls Härter sowie gegebenenfalls vorhandene Pigmente, Füllstoffe und Additive gemeinsam extrudiert und gegebenenfalls auf die gewünschte Korngrößenverteilung vermahlen.
Wie vorstehend erwähnt, kann es günstig sein, wenn die kleinkörnigen Komponenten A) und die grobkörnigen Komponenten B) unterschiedliche Zusammensetzungen aufweisen, so daß insbesondere die Verlaufseigenschaften der beiden Pulver unterschiedlich sind. Beispiele für günstige Mischungen sind eine Mischung aus einem Mischpulver aus Epoxid/saurer Polyester für die Komponente A) mit einem Mischpulver aus Polyester/Triglycidylisocyanurat für die Komponente B), ein Mischpulver aus Epoxid und saurem Polyester für die Komponente A) mit einem Epoxidpulver für die Komponente B).
Unterschiedliche Verlaufseigenschaften der Komponenten A) und B) können auch erzielt werden, wenn die PVK (Pigment-Volumen-Konzentration; prozentualer Anteil des gesamten Lackvolumens, der aus festen, nicht schmelzbaren oder löslichen Teilen, wie Pigmente und Füllstoffe, besteht) beider Komponenten unterschiedlich ist. Besonders günstig ist es, wenn die Komponente A) eine niedrigere PVK und damit einen besseren Verlauf als die Komponente B) hat, welche eine höhere PVK bei schlechteren Verlaufseigenschaften aufweist.
Die erfindungsgemäßen Pulverlacke mit chemisch gleicher Konstitution der Komponenten A) und B) können dadurch hergestellt werden, daß das einzusetzende Harz oder Mischungen von Harzen und gegebenenfalls notwendigem Härter sowie Pigmenten, Füllstoffen und anderen Additiven bereitet werden, diese Mischungen extrudiert und dann auf den gewünschten Korngrößenbereich vermahlen werden, wobei die Vermahlung so erfolgen muß, daß der angestrebte Anteil an Grobkorn bis zu 700 µm vorhanden ist.
Bei Pulverlacken auf der Basis von unterschiedlichen Komponenten A) und B) werden die Komponenten A) und B) getrennt extrudiert, getrennt auf die gewünschten Korngrößenbereiche vermahlen und anschließend miteinander vermischt. Es ist jedoch auch möglich, die Komponenten A) und B) getrennt zu extrudieren, das Extrudat zu vermischen und dann gemeinsam zu vermahlen.
Der Mischvorgang kann in üblicher Weise durchgeführt werden, wie er aus dem Stand der Technik geläufig ist, beispielsweise können Trommelmischer verwendet werden. Auch der Mahlvorgang erfolgt in üblicher Weise. Es werden beispielsweise Mühlen verwendet, bei denen sich die unterschiedlichen gewünschten Korngrößen des Endprodukts einstellen lassen, wie beispielsweise Mikropolstiftmühlen.
In die in den erfindungsgemäßen Pulvern verwendeten Bindemittel können übliche Zusatzstoffe und Hilfsmittel auf übliche Weise eingearbeitet werden. Beispiele für derartige Zusatzstoffe sind übliche Benetzungsmittel, Verlaufsmittel und Strukturmittel wie Silikonöl. Ferner können Füllstoffe, wie sie bei Pulverlacken üblich sind, eingesetzt werden, wie z. B. Bariumsulfat, Calciumcarbonat, Silikate und Talkum. Es hat sich gezeigt, daß durch unterschiedliche Auswahl der Zusätze zu den Bindemitteln, wie beispielsweise von Füllstoffen, Unterschiede im Glanz erzielt werden können. Dies ist besonders dann vorteilhaft, wenn unterschiedliche feine Komponenten A) und grobe Komponenten B) eingesetzt werden. In diesem Falle wird der Struktureffekt, insbesondere der Spuckereffekt, verstärkt, wenn die Glanzgrade unterschiedlich sind, wenn beispielsweise die feine Komponente A) einen geringeren Glanzgrad, beispielsweise in der Größenordnung von 50 bis 60, aufweist, und die grobe Komponente B) einen höheren Glanzgrad, beispielsweise in der Größenordnung von 80 hat. Der Glanzgrad wird an der nicht strukturierten Oberfläche mit einem Reflektometer gemessen, z. B. nach DIN 67 530, ISO 2813 oder ASCM-D 523. Der Glanz der strukturierten Oberfläche wird dann visuell neben der entsprechenden glatten Oberfläche beurteilt.
Die Pulverteilchen der erfindungsgemäßen Pulverlacke können als Zusatzstoffe übliche Pigmente enthalten, wie sie auf dem Gebiet von Pulverlacken dem Fachmann geläufig sind. Es kann sich um anorganische oder organische Pigmente handeln. Es kann günstig sein, wenn die Komponenten A) und B) einen geringen Farbtonunterschied haben. So kann gemäß einer bevorzugten Ausführungsform die feinkörnige Komponente A) der erfindungsgemäßen Pulverlacke einen Farbton aufweisen, der sich von dem der grobkörnigen Komponente unterscheidet.
Dies kann durch Einsatz unterschiedlicher Pigmente, aber auch durch Einsatz unterschiedlicher Pigmentkonzentrationen erzielt werden. Zur Erzielung unterschiedlicher Farbtöne kann es beispielsweise günstig sein, der feinkörnigen Komponente A) 10 bis 25 Vol.-%, bevorzugt 15 bis 20 Vol.-% Pigment zuzusetzen, und der grobkörnigen Komponente B) 15 bis 40 Vol.-%, bevorzugt 25 bis 35 Vol.-% Pigment zuzusetzen. Die Volumenprozent beziehen sich auf das Gesamtvolumen des Bindemittel, Pigment und gegebenenfalls Härter und weitere Zusätze enthaltenden Pulverlackteilchens.
Unter Verwendung der erfindungsgemäßen Pulverlackzusammensetzung können durch elektrostatische und triboelektrische Pulverlackierung, insbesondere durch entsprechenden Sprühauftrag bzw. Spritzauftrag, Dekorstrukturen mit dem sogenannten Spuckereffekt erzielt werden, wie sie bisher nur durch Flüssiglacke erzielt werden konnten. Es ergeben sich Feinstrukturen mit sehr groben Spuckern von 0,2 bis 1,5 mm. Die erzielten Rauhheitstiefen der Effektbeschichtung betragen bis zu 150 µm.
Als Substrate für die erfindungsgemäßen Pulverlacke sind verschiedenste Materialien geeignet. Besonders günstig sind Metalle, jedoch können auch beispielsweise Glas, Keramik, Kunststoffe und Holz oder holzartige Substrate beschichtet werden. Da die Aushärtung der Pulverlacke thermisch erfolgt, ist den Substraten nur hinsichtlich ihrer thermischen Beständigkeit eine Grenze gesetzt. Die Substrate können als solche beschichtet werden, beispielsweise wie vorstehend erwähnt durch elektrostatischen Spritzauftrag. Es kann jedoch auch günstig sein, sie für Pulverlacke "empfindlich" zu machen, beispielsweise durch Vorerwärmen oder durch Verwendung eines leitfähigen Primers.
Die Härtung erfolgt in üblicher Weise, je nach dem eingesetzten Bindemittel- und Härtermaterial durch Erwärmen, beispielsweise auf Temperaturen bis zu 200°C während üblicher Erwärmungszeiten in der Größenordnung von beispielsweise bis zu etwa 20 Minuten.
In der Praxis hat es sich gezeigt, daß mit den erfindungsgemäßen Pulverlacken Dekorstrukturen mit dem sogenannten Spuckereffekt erzielt werden können, die insbesondere auf dem Gebiet von Metallmöbeln, wie Büromöbeln und Schaltschränken, Haushaltsgeräten, Kleingegenständen und Gebrauchsgeräten erwünscht sind.
Die folgenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich alle Teile auf das Gewicht.
Beispiel 1 Herstellung eines Strukturpulverlacks mit Spuckereffekt
Komponente A) (feinkörniger Anteil)
Epoxidharz (Epoxidzahl 850-1000)
194 Teile
Polyester, Säurezahl etwa 73 192 Teile
handelsüblicher Härter für Epoxide (Matthärter, der einen niedrigen Glanzgrad ergibt) 3 Teile
Cellulose-acetobutyrat (10% im Masterbatch) 4 Teile
Titandioxid 80 Teile
Eisenoxid-Gelb 2,2 Teile
Eisenoxid-Rot (10% im Masterbatch) 0,9 Teile
Eisenoxid-Schwarz (10% im Masterbatch) 4,4 Teile
Calciumcarbonat 200 Teile
Die vorstehenden Rohstoffe wurden vorgemischt, extrudiert und zu einem Pulver mit einer Korngröße von max. 40%<32 µm max. 5%<80 µm.
Wurde dieses Pulver elektrostatisch verspritzt und 10 Minuten bei 200°C eingebrannt, so erhielt man eine regelmäßige Oberfläche mittelfeiner Struktur.
Komponente B) (grober Anteil)
Epoxidharz (Epoxidäquivalentgewicht 850-1000)
162 Teile
Polyester, Säurezahl etwa 73 162 Teile
handelsüblicher Epoxidhärter (Matthärter) 3 Teile
Titandioxid 80 Teile
Eisenoxid-Gelb 2,2 Teile
Eisenoxid-Rot (10% im Masterbatch) 0,9 Teile
Eisenoxid-Schwarz (10% im Masterbatch) 4,4 Teile
Calciumcarbonat 300 Teile
Die vorstehenden Rohstoffe wurden vermischt und extrudiert. Das Extrudat wurde grob gemahlen und über ein Sieb von 750 µm abgesiebt.
Die beiden Pulver A) und B) wurden in den nachstehenden Verhältnissen vermischt:
A
B
30
70
20 80
15 85
- 100
Die erhaltenen Mischungen wurden elektrostatisch verspritzt und 10 Minuten bei 200°C eingebrannt.
Man erzielte in sämtlichen Fällen eine Spuckereffektstruktur, wobei die Produkte mit dem Mischungsverhältnis A/B = 20/80 und 15/85 die optisch schönsten Spuckereffekte ergaben.
Beispiel 2 Herstellung eines Strukturpulverlacks mit Spuckereffekt Komponente A) (feinkörniger Anteil)
Es wurde ein Mischpulver auf der Basis eines Epoxidharzes mit einem Epoxidäquivalentgewicht von 700-875 und eines Polyesters mit einer Säurezahl von etwa 73 hergestellt. Als Füllstoffe dienten Barimsulfat und Calciumcarbonat. Die Pigmentierung erfolgte wie im Beispiel 1. Es wurde wie im Beispiel 1 verfahren und auf die gleichen Korngrößen vermahlen.
Komponente B) (grobkörniger Pulveranteil)
Es wurde ein außenbeständiges Pulver auf der Basis eines Polyesterbindemittels mit einer Säurezahl von etwa 30 und Triglycidylisocyanurat als Härter bereitgestellt. Es wurde mit einer Kombination von Titandioxid mit gelben, roten und schwarzen Pigmenten, wie im Beispiel 1 beschrieben, pigmentiert, um einen Farbton nach RAL 7032 zu ergeben. Ferner wurden für außenbeständige Polyesterpulverlacke übliche Füllstoffe und Hilfsstoffe zugesetzt. Das Pulver wurde wie im Beispiel 1 beschrieben hergestellt.
Nach dem Vermischen, Spritzen und Einbrennen wurden ausgezeichnete Spuckereffekte erzielt; ein optisch besonders günstiger Spuckereffekt ergab sich bei einem Mischungsverhältnis von A/B=5/95.
Beispiel 3 Komponente A) (feinkörniger Pulveranteil)
Es wurde wie im Beispiel 2 verfahren.
Komponente B) (grobkörniger Pulveranteil)
Es wurde ein Pulverlack auf Epoxidbasis mit einem Epoxidäquivalentgewicht von 850-1000 und einem Härter, basierend auf cyclischen Amidinen und deren Salzen, bereitgestellt. Die Pigmentierung erfolgte wie im Beispiel 2, Komponente B) beschrieben. Es wurden übliche Hilfsstoffe und Strukturhilfsstoffe sowie Bariumsulfat, Calciumcarbonat und Talkum als Füllstoffe zugesetzt, derart, daß die Pigment-Volumen-Konzentration (PVK) insgesamt 40% betrug.
Es wurde wie im Beispiel 1 pulverisiert und abgesiebt.
Beste Spuckerergebnisse wurden bei einem Mischungsverhältnis von A/B = 10/90-5/95 erzielt.
Beispiel 4
Die Beispiele 1 bis 3 wurden nachgearbeitet, wobei jedoch die Komponente B) jeweils über ein Sieb von 500 µm lichter Maschenweite abgesiebt wurde. Auch in diesen Fällen erhielt man ausgezeichnete Spuckereffekte, wobei die Spuckerstrukturen jedoch etwas feiner waren.
Beispiel 5 Herstellung eines Strukturpulverlacks aus einer chemisch einheitlichen Pulverkomponente
Es wurde folgendes Gemisch bereitgestellt:
Polyester mit einer Säurezahl von etwa 73
62,5 Teile
Epoxidharz (Epoxidäquivalentgewicht 700 bis 875) 133,5 Teile
Epoxidhärter (Matthärter wie in Beispiel 1) 7 Teile
Füllstoffe 155 Teile
Pigmentierung für RAL 7035 35 Teile
Die vorstehenden Bestandteile wurden vermischt und gemeinsam extrudiert. Nach dem Abkühlen wurde das Extrudat vermahlen und über ein Sieb von 750 µm gesiebt.
Nach elektrostatischem Spritzen und Einbrennen während 10 Minuten bei 190°C wurden Oberflächen mit ausgezeichneten Spuckerstrukturen erzielt.

Claims (12)

1. Pulverlackzusammensetzung aus Pulverteilchen auf der Basis üblicher in der Wärme schmelzbarer und härtbarer Bindemittel mit üblichen Hilfs- und Zusatzstoffen und falls notwendig Härtern, dadurch gekennzeichnet, daß die Pulverteilchen in Teilchengrößen bis zu 700 µm vorliegen, wobei 20 bis 40 Gew.-% der Pulverteilchen im Bereich von Teilchengrößen von über 250 µm bis 500 µm liegen.
2. Pulverlackzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
  • A) 0 bis 50 Gew.-% der Pulverteilchen Teilchengrößen von bis zu 100 µm und
  • B) 100 bis 50 Gew.-% der Pulverteilchen Teilchengrößen von über 100 bis 700 µm aufweisen, wovon 20 bis 40 Gew.-% (bezogen auf das Gesamtgewicht des Pulvers) Teilchengrößen von über 250 bis 500 µm haben,
wobei sich die angegebenen Gewichtsprozente auf 100 Gew.-% addieren.
3. Pulverlackzusammensetzung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bindemittel der Komponenten A) und B) den gleichen chemischen Aufbau haben.
4. Pulverlackzusammensetzung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bindemittel der Komponenten A) und B) unterschiedlichen chemischen Aufbau haben.
5. Pulverlackzusammensetzung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Komponente B) schlechtere Verlaufseigenschaften bei der thermischen Härtung aufweisen als die der Komponente A).
6. Verfahren zur Herstellung von strukturierten Effektbeschichtungen mit Spuckereffekt, durch elektrostatischen oder triboelektrischen Sprühauftrag von Pulverlacken aus Pulverteilchen auf der Basis üblicher in der Wärme schmelzbarer und härtbarer Bindemittel mit üblichen Hilfs- und Zusatzstoffen und falls notwendig Härtern, dadurch gekennzeichnet, daß man Pulverlacke aus Pulverteilchen mit Teilchengrößen bis zu 700 µm verwendet, wobei 20 bis 40 Gew.-% der Pulverteilchen im Bereich von Teilchengrößen von über 250 µm bis 500 µm liegen.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine Pulverlackzusammensetzung verwendet wird, worin A) 0 bis 50 Gew.-% der Pulverteilchen Teilchengröße von bis zu 100 µm aufweisen und B) 100 bis 50 Gew.-% der Pulverteilchen Teilchengrößen von über 100 bis 700 µm aufweisen, wovon 20 bis 40 Gew.-% (bezogen auf das Gesamtgewicht des Pulvers) Teilchengrößen von über 250 bis 500 µm haben, wobei sich die angegebenen Gewichtsprozente auf 100 Gew.-% addieren.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine Pulverlackzusammensetzung verwendet wird, worin die Bindemittel der Komponenten A) und B) den gleichen chemischen Aufbau haben.
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine Pulverlackzusammensetzung verwendet wird, worin die Bindemittel der Komponenten A) und B) einen unterschiedlichen chemischen Aufbau haben.
10. Verfahren nach Anspruch 7 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß eine Pulverlackzusammensetzung verwendet wird, worin die Komponente B) schlechtere Verlaufseigenschaften bei der thermischen Härtung aufweist als die Komponente A).
11. Verwendung der Pulverlackzusammensetzungen nach einem der Ansprüche 1 bis 5 zur Herstellung von strukturierten Effektbeschichtungen mit Spuckereffekt.
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