DE4106595A1 - Bremsvorrichtung - Google Patents
BremsvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Bremsvorrichtung, die zum
Beispiel in einem Schacht-Fördersystem benutzt werden kann.
In der PCT-Anmeldung GB 9090/00 335 ist bereits
vorgeschlagen worden, ein Fördersystem in einem
Minenschacht zu benutzen, bei dem Linearmotoren dazu
benutzt werden, Menschen, Erz und Materialien in einem
Minenschacht zu befördern. Im Gegensatz dazu werden bei
üblichen Fördersystemen in Minenschächten Förderkörbe
verwendet, z. B. für Menschen oder Erz oder
Materialförderkörbe, welche an Enden von Seilen hängen, die
ihrerseits von Winden auf der Erdoberfläche oder, in
manchen Fällen, am Schachtgrund aufgerollt oder
freigelassen werden.
Ein erster Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft eine
Bremsvorrichtung für ein Schachtfördersystem, bei dem ein
Förderkorb an einer senkrechten Schiene im Schaft nach oben
und unten angetrieben wird, wobei die Bremsvorrichtung eine
mit dem Förderkorb verbundene Bremse umfaßt, die zum
Angriff an ein Gegenglied im Schacht betätigbar ist, um auf
diese Weise den Förderkorb in gewollter Höhe an der Schiene
festzuhalten, wobei eine Kraftmeßdose die senkrechte
Belastung auf der Bremse dann mißt, wenn sie mit dem
Gegenglied im Eingriff ist und wobei ferner Mittel
vorhanden sind, die von der Kraftmeßdose betätigbar sind
und mit deren Hilfe die Bremse vom Gegenglied dann gelöst
werden kann, wenn die Kraftmeßdose eine vorbestimmte
Belastung auf der Bremse mißt.
Der Schacht ist typischerweise ein Minenschacht.
Das Fördersystem kann eine Linearmotor-Bauart aufweisen,
wie sie in der PCT-Anmeldung GB 9090/00 335 offenbart ist.
Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft demzufolge eine
Bremsvorrichtung für ein Schachtfördersystem, bei dem ein
von einem Reaktionsglied getragener Förderkorb im Schacht
nach oben und unten durch elektromagnetische Kräfte relativ
zum Spulenträgerglied angetrieben wird, wobei sich dieses
Spulenträgerglied senkrecht im Schacht erstreckt; dabei
umfaßt die Bremsvorrichtung eine Bremse am Förderkorb oder
am Reaktionsglied, die so betätigbar ist, daß sie ein
Gegenglied erfassen kann, das sich senkrecht im Schacht
erstreckt, wodurch auf diese Weise der Förderkorb bzw. das
Reaktionsglied in gewollter Höhe im Schacht angehalten
werden und wobei zum Messen der senkrechten Belastung auf
der Bremse dann, wenn sie mit dem Gegenglied im Eingriff
ist, eine Kraftmeßdose vorgesehen ist und wobei ferner
Mittel vorgesehen sind, die von der Kraftmeßdose betätigbar
sind, um die Bremse dann zu lösen, wenn die Kraftmeßdose
eine bestimmte senkrechte Belastung auf der Bremse mißt.
Im Interesse der Sicherheit ist die Bremse vorzugsweise von
einer Bauart, bei der sie mit Hilfe von Federn angezogen
und hydraulisch gelöst wird. Bei einer bevorzugten
Bremskonstruktion umfaßt die Bremse ein Umfassungsglied,
der Bremsbacken trägt, die dazu geeignet sind, das
Gegenglied zwischen sich unter der Federkraft zu ergreifen
und bei der die Mittel zum Lösen der Bremse vom Gegenglied
hydraulische Betätiger umfassen, die so betätigbar sind,
daß sie die Bremsbacken gegen die Federkraft voneinander
lösen.
Ferner kann ein Gehäuse vorgesehen sein, das das
Umfassungsglied und die Befestigungsplatte zum Befestigen
der Bremse am Förderkorb in oder an sich aufnimmt, wobei
die Kraftmeßdose zwischen dem Gehäuse und der
Befestigungsplatte angeordnet und auf Druck oder Zug
empfindlich ist, die auf sie ausgeübt werden.
Die Erfindung wird nun im einzelnen anhand der beigefügten
Zeichnungen beispielsweise beschrieben:
Fig. 1 zeigt schematisch einen Querschnitt durch einen
Minen-Schacht,
Fig. 2 ist eine Explosionsdarstellung der
Bremsvorrichtung nach der Erfindung, und
Fig. 3 ist eine Seitenansicht der zusammengebauten
Bremsvorrichtung.
In Fig. 1 bezeichnet die Bezugsziffer 10 einen senkrechten
und im Querschnitt kreisförmigen Minenschacht. Im Schacht
ist ein Stahlgestell befestigt, welches Bauteile 12 und 14
umfaßt. An den Bauteilen 14, die im Schacht in senkrechtem
Abstand voneinander angeordnet sind, sind im Querschnitt
T-förmige Bremsangriffs-Schienen 16 befestigt, wobei sich
die Schienen 16 innerhalb des Schachtes von seinem Boden
bis zu seinem oberen Ende erstrecken.
In Fig. 1 sind weiterhin zwei Minenförderkörbe 18, zum
Beispiel Förderkörbe für Menschen, Erz oder Ausrüstung,
dargestellt, die je nach Bedarf nach oben oder unten durch
elektromagnetische Kräfte angetrieben werden, die von
Linearmotoren erzeugt werden, welche allgemein die
Bezugsziffer 20 tragen. Jeder Linearmotor besteht aus einem
sich senkrecht erstreckenden Spulenträger sowie einem
Reaktionsteil, das normalerweise Permanentmagnete umfaßt,
wie dies in der Beschreibung der PCT-Anmeldung GB
9090/00 335 dargestellt ist. Die Förderkörbe 18 werden durch
die Reaktionsglieder der Linearmotoren getragen.
An den Förderkörben 18 sind Meß-Bremsen 22 angeordnet,
obwohl es innerhalb des Schutzumfanges der Erfindung liegt,
daß die Bremsen direkt an den Reaktionsgliedern befestigt
sind. Gemäß den Fig. 2 und 3 weist jede Meßbremse eine
Befestigungsplatte 24 auf, die an der Unterseite des
Förderkorbes befestigt ist sowie ein Paar hydraulischer
Bremsbetätiger 26, die auf die einen Meß-Taster tragenden
Bremsbacken 28 aus Reibungsmaterial einwirken.
Die Bremsen 22 sind an den Förderkörben 18 jeweils in einer
solchen Lage angebracht, daß die Stege 30 der
Brems-Angriffsschienen 16 zwischen den Bremsbacken 28
liegen. Die Bremsen selbst sind von einer Bauart, bei der
sie über eine Feder betätigt und hydraulisch gelöst werden.
Die normale Wirkung der Federn in den Betätigungsgliedern
ist es, die Bremsen anzuziehen, d. h., die Bremsbacken 28
zusammenzudrücken, um auf diese Weise die Stege 30 zwischen
sich einzuklemmen. Wenn die Bremsen gelöst werden sollen,
dann wird ein hydraulisches Medium in die Löse-Zylinder in
den Betätigern eingeführt, die ihrerseits die Bremsbacken 28
von den Stegen 30 wegziehen.
Zwischen der Befestigungsplatte 24 und dem Meßgehäuse 32
jeder Bremse 22 befinden sich mehrere Kraft-Meßdosen 34,
die eine übliche Bauart haben können und dazu bestimmt
sind, die senkrechte Belastung zu messen, die dazu neigt,
die Befestigungsplatte 24 auf das Gehäuse 32 zu zu drücken
oder diese beiden Teile voneinander zu entfernen.
Wenn ein Förderkorb 18 mit Hilfe elektromagnetischer Kräfte
senkrecht im Schacht 10 bewegt wird und es erwünscht ist,
diesen Förderkorb an einer bestimmten Stelle abzubremsen,
dann wird eine elektromagnetische Steuerung dazu benutzt,
den Förderkorb auf die Geschwindigkeit Null zu verzögern
und den Förderkorb dann in einem Schwebezustand in der
gewünschten Höhe zu halten.
Die Zufuhr des hydraulischen Strömungsmittels zu den
Bremsbetätigern wird beendet und die Federn betätigen die
Bremsen, um den Förderkorb relativ zu den
Brems-Angriffsschienen 16 festzuklemmen. Der elektrische
Strom zu den Spulenträgern des Linearmotors kann nun
abgeschaltet werden und der Förderkorb bleibt in einer
stationären Lage, in der er nur aufgrund der mechanischen
Bremskräfte gehalten wird.
Wenn es nun beabsichtigt ist, den Förderkorb wieder
anzuheben oder abzusenken, wird elektrischer Strom wieder
an die Spulenträger-Glieder angelegt. Die Linearmotoren
brauchen nur eine kurze Zeit dazu, eine genügende Kraft
aufzubauen, mit der sie das Gewicht des Förderkorbes und
seines Inhaltes tragen und das im Falle der
Aufwärtsbewegung ausreicht, um den Förderkorb anzuheben.
Selbstverständlich würde es besonders gefährlich sein, wenn
die Bremsen zu früh gelöst würden, da dies dazu führen
würde, daß der Förderkorb unter der Einwirkung der
Schwerkraft in den Minenschacht abstürzt.
Unter der Voraussetzung, daß der Förderkorb durch die
Linearmotoren nach oben im Schacht angehoben werden sollen,
geraten die Kraft-Meßdosen 34 dann unter Spannung, wenn die
Linearmotoren eine entsprechende Kraft aufbauen. Nur dann,
wenn auf die Kraft-Meßdosen eine vorbestimmte Kraft
aufgebracht wird, geben diese Kraftmeßdosen ein Signal an
die (nicht dargestellte) hydraulische Steuereinheit ab, die
ihrerseits auf dieses Signal hin den Bremsbetätigern ein
hydraulisches Medium zuleitet, um die Bremsbacken 28
voneinander fortzuziehen.
Normalerweise werden die Kraftmeßdosen es den Bremsen nicht
ermöglichen, gelöst zu werden, bevor 90% der Kraft erreicht
ist, die dem Leergewicht des Förderkorbes und seiner Ladung
entspricht. Dies ermöglicht es, daß der Förderkorb etwas
nach unten sinkt, bevor die volle Kraft erreicht ist, die
dem Gewicht des Förderkorbes und dem Inhalt entspricht,
wonach eine weitere Kraft erzeugt wird, die dazu dient, den
Förderkorb und seinen Inhalt anzuheben.
Wenn es beabsichtigt ist, den Förderkorb im Schacht aus
seiner gebremsten Lage abzusenken, dann fühlen die
Kraftmeßdosen wiederum den Zeitpunkt, in dem genügend Kraft
aufgebaut ist, um wenigstens den Hauptteil des
Leergewichtes des Förderkorbes und des Inhaltes aufzunehmen
und erst dann wird ein Signal zur hydraulischen
Steuereinheit übertragen, mit deren Hilfe die Bremse gelöst
wird.
Claims (9)
1. Bremsvorrichtung für ein Schacht-Fördersystem, bei dem
ein Förderkorb (18) längs einer senkrechten Schiene in
einen Schacht (10) nach oben oder unten bewegt wird,
gekennzeichnet durch eine mit dem
Förderkorb (18) verbundene Bremse (22), die so
betätigbar ist, daß sie mit einer
Bremsangriffs-Schiene (16) im Schacht (10) in Eingriff
kommt, um den Förderkorb (18) in gewollter Höhe an der
Schiene zu halten,
eine Kraft-Meßdose (34) zum Erfühlen der senkrechten Belastung der Bremse (22) dann, wenn sie mit der Bremsangriffs-Schiene (16) in Eingriff ist, und
von der Kraftmeßdose (34) betätigbare Mittel zum Lösen der Bremse (22) von der Bremsangriffs-Schiene (16) dann, wenn die Kraft-Meßdose (34) eine vorbestimmte Belastung der Bremse (22) mißt.
eine Kraft-Meßdose (34) zum Erfühlen der senkrechten Belastung der Bremse (22) dann, wenn sie mit der Bremsangriffs-Schiene (16) in Eingriff ist, und
von der Kraftmeßdose (34) betätigbare Mittel zum Lösen der Bremse (22) von der Bremsangriffs-Schiene (16) dann, wenn die Kraft-Meßdose (34) eine vorbestimmte Belastung der Bremse (22) mißt.
2. Bremsvorrichtung für ein Schacht-Fördersystem, bei dem
ein Förderkorb (18) durch ein Reaktionsglied (20) mit
Hilfe elektromagnetischer Kräfte im Schacht nach oben
und unten relativ zum Spulenträger (20) angetrieben
wird, der sich senkrecht im Schacht (10) erstreckt,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Bremsvorrichtung eine Bremse (22) am Förderkorb (18)
oder am Reaktionsglied (20) umfaßt, die so betätigbar
ist, daß sie ein Gegenglied (16) erfassen kann, das
sich im Schacht (10) senkrecht erstreckt, um auf diese
Weise den Förderkorb (18) und das Reaktionsglied (20)
in gewollter Höhe im Schacht (10) zu halten und ferner
durch eine Kraftmeßdose (34) zum Messen der vertikalen
Belastung der Bremse (22) dann, wenn sie im Eingriff
mit dem Gegenglied (16) ist und schließlich Mittel,
mit deren Hilfe die Bremse (22) in Abhängigkeit von
der Kraftmeßdose (34) gelöst wird, wenn die
Kraftmeßdose (34) eine vorbestimmte vertikale
Belastung auf der Bremse (22) mißt.
3. Bremsvorrichtung nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bremse (22) eine
federbetätigte Bauart ist.
4. Bremsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bremse (22)
durch Federn anziehbar und hydraulisch lösbar ist.
5. Bremsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bremse (22) ein
Umfassungsglied umfaßt, der die Bremsbacken (28)
trägt, die so ausgelegt sind, daß sie durch Federkraft
das Gegenglied (16) zwischen sich erfassen, wobei die
Mittel zum Lösen der Bremse (22) vom Gegenglied (16)
hydraulische Betätigungsglieder (26) umfassen, mit
deren Hilfe die Bremsbacken (28) gegen Federkraft
voneinander getrennt werden können.
6. Bremsvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bremse (22) ein
Gehäuse (32) umfaßt, in dem sowohl das Umfassungsglied
als auch eine Befestigungsplatte (24) zum Befestigen
der Bremse (22) am Förderkorb (18) enthalten sind,
wobei die Kraftmeßdosen (34) zwischen dem Gehäuse (32)
und der Befestigungsplatte (24) angebracht und
empfindlich sind für Zugspannung oder Druck, die auf
sie aufgebracht werden.
7. Bremsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, daß mehrere
Kraftmeßdosen (34) zwischen dem Gehäuse (32) und der
Befestigungsplatte (24) angeordnet sind.
8. Bremsvorrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die vorbestimmte Belastung etwa 90% der nach oben
gerichteten Kraft beträgt, die benötigt wird, um das
Leergewicht des Förderkorbes (18) zu tragen.
9. Bremsvorrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß es im Fördersystem eines Minenschachtes verwendet
wird.
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