DE4112172A1 - Verfahren zur herstellung eines wiederaufbereitbaren faserverbundwerkstoffs aus thermoplastischem kunststoff - Google Patents
Verfahren zur herstellung eines wiederaufbereitbaren faserverbundwerkstoffs aus thermoplastischem kunststoffInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
eines wiederaufbereitbaren Faserverbundwerkstoffs mit
einer Matrix aus einem thermoplastischen Kunststoff
und mit aus Fasern aufgebauten Verstärkungseinlagen.
Zur Herstellung insbesondere technischer Bauteile
werden heute vielfach faserverstärkte Kunststoffe
eingesetzt, deren Festigkeitseigenschaften durch
Einlagerung hochfester Fasern - beispielsweise aus
Glas, Kohlenstoff oder Metall - in den
Matrix-Werkstoff wesentlich verbessert werden. Ein
Nachteil dieser konventionell faserverstärkten
Kunststoffe besteht darin, daß sie, im Vergleich zu
unverstärkten thermoplastischen Kunststoffen,
allenfalls mit erhöhtem oder sogar nicht vertretbarem
Aufwand wiederaufbereitet (recycliert) werden können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die
Herstellung eines wiederaufbereitbaren
Faserverbundwerkstoffs zu ermöglichen.
Der Faserverbundwerkstoff soll dabei in der Weise
beschaffen sein, daß nach der Wiederaufbereitung
keine Mischung aus unterschiedlichen, eventuell
störenden Bestandteilen, sondern ein sortenreiner
Kunststoff vorliegt; dieser sollte derartige
Eigenschaften aufweisen, daß er ggf. auch als
Matrix-Werkstoff für die Neubildung eines
Faserverbundwerkstoffs Verwendung finden kann.
Die Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, als
Verstärkungseinlagen Synthesefasern aus einem
thermoplastischen Kunststoff - dessen Struktur
derjenigen des Matrix-Werkstoffs zumindest sehr
ähnlich ist - in einen Reaktor einzubringen und sie
in diesem mit einem reaktiven Gemisch mit zumindest
einem Monomer zu tränken, welches erst anschließend
vollständig auspolymerisiert und dabei die Matrix
bildet.
Die Erfindung baut dabei auf der Erkenntnis auf, daß
die untere und obere Temperaturgrenze des
Schmelzbereichs der Synthesefasern aufgrund des
höheren Orientierungsgrades der Fasermoleküle jeweils
höher liegt als die untere bzw. obere
Temperaturgrenze des Matrix-Werkstoffs bei sich
allenfalls teilweise überlappenden
Temperaturbereichen der beiden Schmelzbereiche. Durch
eine an die Kunststoffeigenschaften angepaßte
Wärmezufuhr und Temperaturführung bei der
Wiederaufbereitung (Recycling) kann der
Matrix-Werkstoff daher ggf. in der Weise
aufgeschmolzen werden, daß die Faserstruktur der
eingelagerten Synthesefasern nicht völlig verloren
geht. Der Aufbereitungswerkstoff kann dementsprechend
u. U. auch bessere Festigkeitseigenschaften aufweisen
als der Matrix-Werkstoff allein vor der
Wiederaufbereitung.
Als thermoplastische Kunststoffe für den
Matrix-Werkstoff und die Synthesefasern kommen
insbesondere Kunststoffe in Frage, die derselben
Familie zuzurechnen sind. Allgemein sollten die
beiderseitigen Kunststoffe einander derart ähnlich
sein, daß sich durch Wiederaufbereitung des
Faserverbundwerkstoffs der bereits erwähnte
sortenreine Kunststoff erzeugen läßt.
Verfahren zur Herstellung eines
Faserverbundwerkstoffs, bei denen Fasern in einem
Reaktor mit einem flüssigen, reaktiven Gemisch (mit
zumindest einem Monomer) getränkt werden, welches
erst anschließend vollständig auspolymerisiert und
dabei die Matrix bildet, sind bereits bekannt
(Dr.-Ing. Michael Begemann, technisch
wissenschaftlicher Bericht des Instituts für
Kunststoffverarbeitung an der Technischen Hochschule
Aachen "Langfaserverstärkung im RIM-Verfahren", 1989,
bzw. Druckschrift "Reaktive Extrusion -
Polymersynthese im Kunststoffbetrieb" des Instituts
für Kunststoffverarbeitung an der Technischen
Hochschule Aachen). Als in Frage kommende
Verstärkungseinlagen werden dabei Glas-,
Kohlenstoff-, Metallfasern, hochfeste polymere Fasern
und Standard-Filamente erwähnt (vgl. dazu Seite 23
der erstgenannten Veröffentlichung).
Im Rahmen der Erfindung können ggf. Zusätze zur
Anwendung kommen (beispielsweise Aktivatoren,
Katalysatoren, Füllstoffe, Farbstoffe) unter der
Voraussetzung, daß sie sich im Hinblick auf die
Wiederaufbereitbarkeit nicht störend auswirken, sich
also insoweit möglichst neutral oder inert verhalten.
Im Hinblick auf die Festigkeitseigenschaften des
wiederaufbereitbaren Faserverbundwerkstoffs ist die
Durchführung des Verfahrens mit Synthesefasern
besonders vorteilhaft, deren Schmelzbereich
vollständig oberhalb des Schmelzbereichs des
Matrix-Werkstoffs liegt (Anspruch 2). Auf diese Weise
läßt sich ggf. durch Recyclieren ein
Aufbereitungswerkstoff gewinnen, welcher hinsichtlich
seiner Festigkeitseigenschaften (insbesondere
Elastizitätsmodul, Schlagzähigkeit, Zugfestigkeit)
mit dem Matrix-Werkstoff im Ausgangszustand
vergleichbar ist oder diesen sogar übertrifft.
Das Verfahren kann weiterhin in der Weise
ausgestaltet sein, daß das reaktive Gemisch in den
Reaktor injiziert wird, nachdem in diesen zuvor die
Synthesefasern eingebracht worden sind (Anspruch 3).
Die Synthesefasern können dabei in den
unterschiedlichsten, ggf. auch miteinander
kombinierten Erscheinungsformen im Reaktor vorliegen,
beispielsweise als Endlosfasern in Form
mehrdimensionaler Gewebe, als unidirektionale oder
multiaxiale Gelege oder Gewirke, als gerichtet oder
statistisch verteilte Kurz-, Mittel- oder
Langschnittfasern.
Eine andersartige Ausführungsform des Verfahrens ist
dadurch gekennzeichnet, daß die Synthesefasern
zumindest zum Teil mit dem reaktiven Gemisch in den
Reaktor injiziert werden (Anspruch 4). Der
wiederaufbereitbare Faserverbundwerkstoff läßt sich
dabei in der Weise erzeugen, daß die Synthesefasern
geschnitten oder als Endlosfasern über eine
Zuführeinrichtung, insbesondere in Gestalt einer
Beschickungsschnecke, dem reaktiven Gemisch zugeführt
werden. In Verbindung mit Kolbenaggregaten kann eine
Verarbeitung durch Spritzgießen oder Blasformen
erfolgen.
Eine kombinierte Vorgehensweise ergibt sich dadurch,
daß die Synthesefasern jeweils teilweise in den
Reaktor eingebracht (Anspruch 3) bzw. mit dem
reaktiven Gemisch in diesen injiziert werden
(Anspruch 4).
Abweichend von den zuvor beschriebenen
Ausführungsformen kann der wiederaufbereitbare
Faserverbundwerkstoff auch mittels eines eines
Extrusionsvorgangs hergestellt werden (Anspruch 5),
beispielsweise durch Behandlung der Synthesefasern
und des reaktiven Gemischs in einem
Zweischneckenkneter.
Theoretisch kann der Anteil an Synthesefasern im
Faserverbundwerkstoff sehr hoch sein (d. h. bis zu
99 Gew.-% betragen).
Falls der wiederaufbereitbare Faserverbundwerkstoff
für die Herstellung technischer Bauteile bestimmt
ist, sollten die Synthesefasern derart eingebracht
werden, daß ihr Anteil zwischen 15 bis 60 Gew.-% des
Faserverbundwerkstoffs beträgt (Anspruch 6).
Als den Matrix-Werkstoff und die Synthesefasern
bildende thermoplastische Kunststoffe kommen
insbesondere thermoplastische Polyester (PET, PBT,
PC), Polyamide (z. B. Polyamid 6, Polyamid 6.6) oder
Polystyrol in Frage.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der
Zeichnung dargestellten Fließschemas erläutert.
Als monomere Ausgangskomponente 1 kommt dabei
ε-Caprolactam zur Anwendung, welches nebst Aktivator
2 und Katalysator 3 in einen Reaktor 4 eingebracht
wird, welcher aus Polyamid hergestellte
Synthesefasern 5 enthält.
Im Reaktor 4 läuft eine anionische Polymerisation ab,
in welcher das reaktive Gemisch aus den Bestandteilen
1 bis 3 vollständig auspolymerisiert und dabei den
mit den Synthesefasern 5 verbundenen Matrix-Werkstoff
bildet. Der den Reaktor 4 verlassende
Faserverbundwerkstoff 6 besteht aus mit
Polyamidfasern verstärktem Polyamid 6.
Dieses Erzeugnis ist im Sinne der erfindungsgemäßen
Lehre insoweit wiederaufbereitbar, als die
Synthesefasern 5 und der im Reaktor 4 gebildete
Matrix-Werkstoff der gleichen Kunststoffamilie
angehören und dementsprechend nach dem Recycling
einen sortenreinen Kunststoff bilden; dieser läßt
sich - abhängig von den geforderten Eigenschaften -
erneut ggf. auch als Matrix-Werkstoff einsetzen.
Im Hinblick auf die Wiederverwendung günstige
Eigenschaften lassen sich durch das Zusammenwirken
von Matrix-Werkstoffen und Synthesefasern mit
zumindest sehr ähnlicher Struktur erzielen, deren
Schmelzbereiche voneinander getrennt liegen. Falls
also die untere und obere Temperaturgrenze des
Schmelzbereichs des Matrix-Werkstoffs unterhalb der
unteren Temperaturgrenze des Schmelzbereichs der
Synthesefasern liegt, kann der Matrix-Werkstoff im
Rahmen eines Wiederaufbereitungsvorgangs
aufgeschmolzen werden, wobei die durch die
eingelagerten Synthesefasern vorgegebene
Faserstruktur (zumindest teilweise) erhalten bleibt.
Der dann vorliegende Aufbereitungswerkstoff weist
u. U. Festigkeitseigenschaften auf, welche besser
sind als diejenigen des Matrix-Werkstoffs allein im
Ausgangszustand.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung eines wiederaufbereitbaren
Faserverbundwerkstoffs mit einer Matrix aus einem
thermoplastischen Kunststoff und mit aus Fasern
aufgebauten Verstärkungseinlagen, dadurch
gekennzeichnet, daß als
Verstärkungseinlagen Synthesefasern aus einem
thermoplastischen Kunststoff - dessen Struktur
derjenigen des Matrix-Werkstoffs zumindest sehr
ähnlich ist - in einen Reaktor eingebracht werden,
wobei die untere und obere Temperaturgrenze des
Schmelzbereichs der Synthesefasern jeweils höher
liegt als die untere bzw. obere Temperaturgrenze des
Schmelzbereichs des Matrix-Werkstoffs bei sich
allenfalls teilweise überlappenden
Temperaturbereichen der beiden Schmelzbereiche, und
daß die Synthesefasern in dem Raktor mit einem
reaktiven Gemisch mit zumindest einem Monomer
getränkt werden, welches erst anschließend
vollständig auspolymerisiert und dabei die Matrix
bildet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß Synthesefasern eingebracht werden, deren
Schmelzbereich vollständig oberhalb des
Schmelzbereichs des Matrix-Werkstoffs liegt.
3. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das reaktive
Gemisch in den Reaktor injiziert wird, nachdem in
diesen zuvor die Synthesefasern eingebracht worden
sind.
4. Verfahren nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Synthesefasern
zumindest zum Teil mit dem reaktiven Gemisch in den
Reaktor injiziert werden.
5. Verfahren nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Synthesefasern und
das reaktive Gemisch einem Extrusionsvorgang
unterworfen werden.
6. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Synthesefasern derart eingebracht werden, daß ihr
Anteil zwischen 15 bis 60 Gew.-% des
Faserverbundwerkstoffs beträgt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914112172 DE4112172A1 (de) | 1991-04-13 | 1991-04-13 | Verfahren zur herstellung eines wiederaufbereitbaren faserverbundwerkstoffs aus thermoplastischem kunststoff |
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| DE19914112172 DE4112172A1 (de) | 1991-04-13 | 1991-04-13 | Verfahren zur herstellung eines wiederaufbereitbaren faserverbundwerkstoffs aus thermoplastischem kunststoff |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE4112172A1 true DE4112172A1 (de) | 1992-08-27 |
Family
ID=6429553
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19914112172 Withdrawn DE4112172A1 (de) | 1991-04-13 | 1991-04-13 | Verfahren zur herstellung eines wiederaufbereitbaren faserverbundwerkstoffs aus thermoplastischem kunststoff |
Country Status (1)
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