DE4137819A1 - Vorrichtung zum identifizieren von munition - Google Patents
Vorrichtung zum identifizieren von munitionInfo
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- F42B—EXPLOSIVE CHARGES, e.g. FOR BLASTING, FIREWORKS, AMMUNITION
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Identi
fizieren von Munition.
In der Wehrtechnik ist es insbesondere bei der Munition
für schwere Waffen erwünscht, munitionsspezifische
Daten, wie beispielsweise Munitionsart, Munitionsge
wicht, Losnummer, Herstellungsdatum usw., direkt an der
Munition zur Verfügung zu stellen, um diese Daten sowohl
für die Logistik als auch für eine waffensteuernde
Anlage, wie einen Feuerleitrechner, verwenden zu können.
Weiterhin wird die Flugbahn von Geschossen und damit
auch die Treffsicherheit von verschiedenen Faktoren
bestimmt. Neben Klimafaktoren, wie Wind, Temperatur,
Luftdruck ect., spielen auch mechanische Größen des
Rohres und der Munition eine Rolle. Gerade das Gewicht
der Munition und der vom Treibsatz entwickelte Explo
sionsdruck beeinflussen das Ergebnis stark, konnten aber
bislang nicht vom Feuerleitrechner als variable Größen
verarbeitet werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrich
tung zum Identifizieren von Munition zu schaffen, mit
der es möglich ist, munitionsspezifische Daten manuell
oder automatisch direkt an der Munition abzulesen oder
auf diese aufzubringen und die abgelesenen Daten für
eine datenverarbeitende Anlage bereitzustellen. Insbe
sondere sollte die Vorrichtung so ausgebildet sein, daß
Störgrößen, wie Feuchtigkeit oder Verschmutzung, keinen
Einfluß auf die ordnungsgemäße Bereitstellung der Daten
haben.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt allgemein mit den
Merkmalen aus dem kennzeichnenden Teil des Patentan
spruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung
sind in den Unteransprüchen beschrieben.
Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, an der
Munition selbst einen oder mehrere Datenträger anzuord
nen, die mittels einer Leseeinrichtung ablesbar sind und
deren Daten einer Datenverarbeitungsanlage zugeführt
werden können. Dabei kann ein für Geschosse beispielhaf
ter Datensatz die Munitionsart, das Geschoßgewicht, die
Losnummer und das Herstellungs- bzw. Verfallsdatum
enthalten. Es sind aber auch andere Datenzusammen
stellungen denkbar. Diese Daten können vor, während oder
nach dem Laden der Munition abgelesen und beispielsweise
an einen Feuerleitrechner weitergeleitet werden zur
Verbesserung des Schießergebnisses. Die Daten können
aber auch anderenorts, beispielsweise in Munitionsbun
kern, bei Transporten o. dgl., für logistische Zwecke
abgelesen werden.
Die Form der Codierung der Daten wird so gewählt, daß
der Datentransfer nicht durch Fremdeinflüsse gestört
werden kann. Sollen die an der Munition angeordneten
Daten nur gelesen werden, so können sie in Form von
Barcode oder Farbcode an der Munition angeordnet sein
und beispielsweise als Teil der Lackierung bereits in
der Munitionsfabrik aufgetragen werden. Ist es dagegen
notwendig, daß die Datensätze auch später noch verändert
werden sollen, so werden die Daten in kleinen, an vorge
gebenen Stellen an der Munition befestigten Datenträgern
gespeichert. Das Auslesen und/oder Beschreiben der
Datenträger kann entweder berührungslos auf drahtlosem
Wege oder über Kontakte erfolgen.
Das Lesen der Barcodes und Farbcodes kann mit üblichen,
gegebenenfalls nach MIL-Anforderungen modifizierten
Lesegeräten erfolgen. Die Aufbringung der Codes erfolgt,
um ein leichteres Lesen zu ermöglichen, vorzugsweise
ringförmig um die Munition. Geeignete Anbringungsorte
sind vor allem die Geschoßspitze und der Geschoßboden.
Als schreiblesbare kontaktierende Datenträger können
beispielsweise sogenannte Touch-Memory-Bausteine zur
Anwendung kommen. Sie werden über drei Kontakte gelesen
und beschrieben. In ihnen ist eine unveränderliche
Seriennummer eingespeichert. Dazu können noch eine
gewisse Anzahl Bits in einen eingebauten RAM-Speicher
geschrieben werden. Zur Stromversorgung kann eine
Lithium-Knopfzelle dienen. Der standby-Strom für den
RAM-Speicher liegt unter dem Selbstentladestrom der
Knopfzelle. Touch-Memory-Baustein und Batterie können
wie auch beispielsweise Transponder in die Munitionstei
le mit eingebaut sein.
Die Transponder werden kontaktlos mit Hochfrequenz oder
induktiv gelesen und beschrieben. Sie benötigen keine
Pufferbatterie und sind damit wartungsfrei. Der zum
Schreiben und Lesen notwendige Energiebedarf wird über
das Hochfrequenzsignal oder induktive Lese- und/oder
Schreibsignal zugeführt.
Da die zu verwendenden Datenträger nur eine sehr geringe
Baugröße benötigen, können an der Munition wahlweise
auch mehrere Datenträger angeordnet sein, beispielsweise
an der Spitze der Munition, in der Wandung des Ge
schosses, am Boden, im Treibsatz usw., da eine Position
allein nicht für alle Anwendungsfälle gleichermaßen
geeignet sein muß.
Die Anbringung der Datenträger an der Munition kann auf
verschiedene Weise erfolgen, abhängig von den an das
Auslesen gestellten Anforderungen.
Die Lese- und/oder Schreibeinrichtung zum Ablesen der
Daten kann entweder für sich oder zusammen mit den
Einrichtungen zur Speicherung und der Datenverarbei
tungslage entweder als stationäres oder auch als tragba
res Gerät ausgebildet sein. Dabei können die Daten
automatisch oder manuell ausgelesen und/oder einge
schrieben werden. Die Daten der Datenträger können dann
einer Waffenleitanlage zugeleitet werden. Die Übertra
gung der Daten und der Lese- und/oder Schreibeinrichtung
auf eine getrennte Datenverarbeitungsanlage kann auf
drahtgebundenem oder drahtlosem Wege erfolgen. Es ist
aber ebenso möglich, portable Datenspeicher der
Datenverarbeitungsanlage zuzuführen.
Im folgenden werden anhand der beigefügten Zeichnungen
Ausführungsbeispiele für Vorrichtungen nach der
Erfindung näher erläutert.
In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 in einem schematischen Blockschaltbild eine Vor
richtung zum Beschreiben und Auslesen von Trans
pondern und zur Weitergabe der Daten an eine
Datenausgabe- oder -verarbeitungseinheit;
Fig. 2 Beispiele für die Anbringung von Transpondern
an der Munition;
Fig. 3 eine Front-Teilansicht eines Geschosses mit
einem an der Geschoßspitze angeordneten Trans
ponder;
Fig. 4 eine Seitenansicht eines Geschosses mit einem
an ihm angeordneten Transponder;
Fig. 5 eine perspektivische Rückansicht eines Ge
schosses mit einem an ihm angeordneten Trans
ponder;
Fig. 6 eine Seitenansicht einer Geschoßhülse mit an
ihr angeordnetem Transponder;
Fig. 6a einen Schnitt durch die Seitenwand der Geschoß
hülse nach Fig. 6 im Bereich des Transponders;
Fig. 7 die perspektivische Ansicht eines Geschoßhülsen
bodens mit daran angeordnetem Transponder;
Fig. 8 eine Seitenansicht eines Geschosses mit einem
über ein Formteil mit ihm verbundenen Trans
ponder;
Fig. 9 eine Seitenansicht eines Geschosses analog
Fig. 8 mit einer anderen Ausführungsart eines
Formteils mit integriertem Transponder;
Fig. 10 in perspektivischer Darstellung eine Geschoß
spitze mit an ihr angeordneten Barcodes;
Fig. 10a in perspektivischer Ansicht einen Geschoßhülsen
boden mit an ihm angeordneten Barcodes;
Fig. 11 in einer Darstellung analog Fig. 10 eine Ge
schoßspitze mit Farbcode;
Fig. 11a in einer Darstellung analog Fig. 10a einen
Geschoßhülsenboden mit Farbcode.
Fig. 1 zeigt in einem schematisierten Blockschaltbild
ein Beispiel für eine Anlage zum Beschreiben und Ausle
sen von an der Munition angeordneten Transpondern und
zur Weitergabe der Daten an eine Datenausgabe- oder
Verarbeitungseinheit. Zentraler Teil der Anlage ist ein
Transceiver 1 mit einer Antenne 2, der den Datenaus
tausch mit einem Transponder 4 durchführt. An den Trans
ceiver 1 angeschlossen ist eine Datenausgabe- oder
Datenverarbeitungseinheit 3. Sie kann z. B. ein Feuer
leitsystem oder bei Einsatz zu logistischen Zwecken eine
EDV-Anlage oder eine Mikrocontrollereinheit sein. Für
diesen Einsatzzweck ist es sinnvoll, in nicht eigens
dargestellter Weise die Anlage als tragbares Gerät
auszubilden.
In ähnlicher Weise kann eine Anlage zum Beschreiben und
Auslesen von Touch-Memory-Bausteinen aufgebaut sein, mit
dem Unterschied, daß hier eine geeignete Kontaktierung
anstelle des Transceivers und der Antenne vorzusehen
ist.
In Fig. 2 sind Beispiele für ein Geschoß mit Geschoßhül
se und ein Geschoß ohne Geschoßhülse dargestellt mit
möglichen Anbringungspunkten für Transponder, von denen
auch jeweils mehrere an einem Geschoß angeordnet sein
können. So können Transponder 5 an der Geschoßspitze,
Transponder 6 an der Seitenwand des Geschosses, Trans
ponder 7 an der Seitenwand der Geschoßhülse, Transponder
B am Boden der Geschoßhülse und Transponder 9 am Boden
des Geschosses im Falle eines getrennten Vorliegens von
Geschoß und Treibladung angebracht sein.
Fig. 3 zeigt in gegenüber Fig. 2 vergrößerter Dar
stellung den Anbringungspunkt für einen Transponder an
der Geschoßspitze 10. Hierbei ist der Transponder 12 in
einer in Längsrichtung des Geschosses verlaufenden Nut
11 angeordnet. Bei einer Anordnung eines Transponders an
der Geschoßseitenwand gemäß Fig. 4 ist der Transponder
15 in einer in der Mantelfläche 13 des Geschosses in
Längsrichtung verlaufenden Nut 14 angeordnet.
Fig. 5 zeigt die Anordnung eines Transponders 18 in
einer im Geschoßboden 16 angeordneten Nut 17.
Die Anbringung des Transponders an der Seitenwand einer
Geschoßhülse ist in den Fig. 6 und 6a dargestellt, wobei
Fig. 6a einen vergrößerten Teilschnitt durch die Seiten
wand nach der Linie VIa-VIa in Fig. 6 darstellt. Da in
einer dünnwandigen Geschoßhülse keine Nut eingearbeitet
werden kann, wird in diesem Fall während der Produktion
eine passende Vertiefung 19a in die Seitenwand 19 der
Geschoßhülse eingedrückt. In der Vertiefung 19a wird der
Transponder 21 mit einem Kunststofformteil oder einer
Vergußmasse 20 befestigt und gegen Umwelteinflüsse
geschützt.
Wie in Fig. 7 dargestellt, kann auch bei einer Geschoß
hülse der Transponder 24 in einer Nut oder Vertiefung 23
des Bodens 22 angeordnet sein. Bei Munitionsarten, bei
denen es nicht möglich ist, Nuten oder Vertiefungen im
Mantel des Geschosses oder der Geschoßhülse vorzusehen,
können Transponder in Kunststofformteilen außen an der
Munition angebracht werden. Fig. 8 zeigt ein Geschoß 25,
das von einem aufgeschobenen Kunststoffring 26 umfaßt
ist, in dem ein Transponder 27 eingegossen ist.
Die Ausführungsform nach Fig. 9 zeigt ein Geschoß 28, an
dessen Boden ein Kunststoffring oder eine Kunststoff
platte 29 befestigt ist, in die ein Transponder 30
eingegossen ist. Diese Kunststofformteile 26 bzw. 29
werden beim Laden der Munition in der Waffe automatisch
abgestreift. Dies hat den Vorteil, daß die Dateninhalte
der Transponder nach dem Auslesen gelöscht werden
können, um Mißbrauch oder Verwechslungen vorzubeugen.
Fig. 10 und 10a zeigen, daß anstelle der Transponder an
der Geschoßspitze und/oder am Geschoßhülsenboden auch
Barcodes 31 bzw. 31a angebracht sein können.
Ebenso können gemäß Fig. 11 und 11a an der Geschoßspitze
und/oder am Geschoßhülsenboden Farbcodes 32 bzw. 32a
angeordnet sein.
Claims (15)
1. Vorrichtung zum Identifizieren von Munition, gekenn
zeichnet durch
- a) eine Datenverarbeitungsanlage (3) mit einer Lese und/oder Schreibeinrichtung (1-2) sowie Einrich tungen zur Speicherung und Verarbeitung aufzu nehmender und/oder abzugebender Daten;
- b) einen jeweils an einer vorgegebenen Stelle (5-9) der Munition angeordneten Datenträger (4), auf dem von der Datenverarbeitungsanlage (3) ables bare Daten angeordnet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Datenträger als kontaktierend ablesbare Elemente
ausgebildet sind und die Datenverarbeitungsanlage eine
Lese- und/oder Schreibeinrichtung zum kontaktierenden
Lesen und/oder Schreiben aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Datenträger als kontaktierend ablesbare ge
pufferte ROM- und/oder RAM-Speicher ausgebildet sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Datenträger als kontaktlos ablesbare Elemente
(4) ausgebildet sind und die Datenverarbeitungsanlage
eine Lese- und/oder Schreibeinrichtung zum kontaktlosen
Lesen und/oder Schreiben aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Datenträger als kontaktlos ablesbare Transponder
(4) ausgebildet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Datenträger als Barcodes (31) ausgebildet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Datenträger als Farbcodes (32) ausgebildet
sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Datenträger (27, 30, 31, 32) auf
der Oberfläche der Munition (25, 28, 33a-33b, 34a-34b)
aufgebracht sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Datenträger (12, 15, 18, 21, 24)
in die Oberfläche der Munition (10, 13, 16, 19, 22)
integriert sind.
10. Vorrichtung nach den Ansprüchen 8 oder 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die Datenträger (27, 30) über Form
teile (26, 29) mit der Oberfläche der Munition (25, 28)
verbunden sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeich
net, daß ein oder mehrere Datenträger (27, 30) in einem
Kunststofformteil (26, 29) integriert sind, das lösbar
mit der Munition (25, 28) verbunden ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß die Datenträger (12, 15, 18)
am Geschoßteil (10, 13, 16) der Munition angeordnet
sind.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß die Datenträger (21, 24) am
Treibladungsteil (19, 22) der Munition angeordnet sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lese- und/oder Schreib
einrichtung in einem tragbaren Gerät angeordnet ist, das
mit der Datenverarbeitungsanlage verbunden bzw. verbind
bar ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß die Datenverarbeitungsanlage
Teil des Feuerleitsystems einer Waffenanlage ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19914137819 DE4137819A1 (de) | 1991-11-16 | 1991-11-16 | Vorrichtung zum identifizieren von munition |
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4137819A1 true DE4137819A1 (de) | 1993-05-19 |
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