DE4201947A1 - Integrierte transistorschaltung mit reststromkompensation - Google Patents
Integrierte transistorschaltung mit reststromkompensationInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine integrierte
Transistorschaltung mit einem Transistor, dessen Kollektor
mit einem Eingang einer anzusteuernden Schaltung verbunden
ist und zwischen dessen Basis und Kollektor eine Antisätti
gungsdiode liegt.
In intergrierten Schaltungen, die laterale pnp-Transistoren
mit Antisättigungs-Schottky-Dioden zwischen Basis und Kollek
tor aufweisen, treten an den Schottky-Übergängen unerwünschte
Leckströme auf. Insbesondere bei hohen Temperaturen erhöhen
sich die durch die Schottky-Übergänge fließenden Leckströme
der in Sperrichtung betriebenen Übergänge dermaßen, daß von
den Transistorschaltungen gesteuerte elektronische Schaltun
gen nicht mehr in der gewünschten Weise gesteuert werden kön
nen.
In Sperrichtung betriebene Antisättigungs-Schottky-Dioden
weisen bei einer Temperatur von etwa 150°C einen in Sperr
richtung fließenden Leckstrom von etwa 1 µA auf, wenn eine
Sperrspannung von etwa 5 V angelegt ist. Dieser Leckstrom
fließt zwangsläufig als Basisstrom IB über die Basis-Emitter-
Strecke des zugehörigen Transistors und erzeugt demzufolge
einen unerwüschten Kollektorstrom IC, der gleich dem mit dem
Verstärkungsfaktor hfe multiplizierten Basisstrom des in
Emitterschaltung betriebenen Transistors ist. Bei einem Ver
stärkungsfaktor hfe von etwa 10 beträgt der in Sperrichtung
fließende Kollektorstrom etwa 12 µA. Dieser Kollektorstrom
kann bereits zu einer Ansteuerung der von der Transistor
schaltung gesteuerten Schaltung führen, obwohl noch kein Ba
sisansteuersignal an die Transistorschaltung angelegt ist.
Zur Vermeidung der Auswirkungen der unerwünschten Leckströme
wurden Transistoren in integrierten Schaltungen mit (n⁺)-
oder (p⁺)-Schutzringen umgeben. Trotz dieser Maßnahmen konn
ten bei herkömmlichen integrierten Transistorschaltungen in
folge von Leckströmen auftretende Substrateffekte nicht genü
gend verhindert werden. Eine nachteilige Folgewirkung dieser
Substrateffekte besteht darin, daß ein inverser Betrieb sol
cher integrierter Transistorschaltung nicht möglich ist. Wei
tere Nachteile herkömmlicher integrierter Transistorschaltun
gen sind darin zu sehen, daß durch das Vorsehen der Schutz
ringe die ohnehin knapp bemessene Siliziumfläche übermäßig in
Anspruch genommen wird; die durch Schutzringe geprägte Geome
trie integrierter Schaltkreise ist daher bei modernen Schal
tungen mit hoher Packungsdichte nicht wünschenswert.
Daher ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine inte
grierte Transistorschaltung mit erheblich verringerten Leck
strömen bei erhöhter Betriebstemperatur zu schaffen. Diese
Aufgabe wird in einer integrierten Schaltung der oben ge
schilderten Art mit den im kennzeichnenden Teil des Anspruchs
1 angegebenen Merkmalen gelöst.
Die erfindungsgemäße integrierte Transistorschaltung zeichnet
sich durch einen weiteren Stromzweig aus, der aus einer Se
rienschaltung einer Diode und eines Widerstands besteht und
der die Basis des Transistors mit dem Emitter des Transistors
verbindet. Dadurch fließt der auftretende Leckstrom nicht
über die Basis-Emitter-Diode, sondern über den die Diode und
den Widerstand aufweisenden Stromzweig. Die erfindungsgemäße
Schaltung besitzt gegenüber herkömmlichen integrierten Schal
tungen den Vorteil, daß der Leckstrom vom Emitter über den
Widerstand und die Diode zur Basis fließt, so daß eine Ver
stärkung des Leckstroms um den Verstärkungsfaktor des Transi
stors ausbleibt. Erfindungsgemäße integrierte Transistor
schaltungen eignen sich insbesondere für den Einsatz bei er
weitertem Betriebstemperaturbereich.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unter
ansprüchen angegeben. Mit der im Anspruch 7 gekennzeichneten
integrierten Transistorschaltung wird deren Betrieb in beide
Stromrichtungen ermöglicht.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anschließend anhand
der Zeichnung erläutert. Es zeigen
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
integrierten Transistorschaltung,
Fig. 2 ein Anwendungsbeispiel für das anhand von Fig. 1 ver
anschaulichte Prinzip.
Die in Fig. 1 gezeigte Transistorschaltung enthält einen
Transistor Q1 mit einem Emitter, einem Kollektor und einer
Basis, einer Antisättigungs-Schottky-Diode D1 zwischen der
Basis und dem Kollektor und eine aus einem Widerstand R1 und
einer Diode D2 bestehende Serienschaltung zwischen der Basis
und dem Emitter. Die Basis des Transistors Q1 ist einerseits
über die Schottky-Diode D1 mit dem Kollektor und andererseits
über den Widerstand R1 und die Diode D2 mit dem Emitter ver
bunden. Der Kollektor des Transistors Q1 ist ferner mit einem
Eingang einer nicht näher dargestellten Schaltung S verbun
den, die mittels des Kollektorstroms angesteuert werden soll.
Der Emitter des Transistors Q1 ist mit einer Konstantstrom
quelle S1 verbunden, die den Strom I1 liefert. Die Basisan
steuerung erfolgt ebenfalls über eine Konstantstromquelle,
die den Strom I2 liefert.
Wie erwähnt, wird der Transistor Q1 durch den von der zweiten
Stromquelle S1 gelieferten Strom I1 gespeist und mittels der
zweiten Stromquelle S2 angesteuert. Wenn über die Stromquelle
S2 ein Strom I2 fließt, so fließt ein Basisstrom IB und öff
net den Transistor Q1. Über den leitenden Transistor Q1 wird
dann die Schaltung S angesteuert, indem der Schaltung S der
Kollektorstrom IC zugeführt wird. Wenn kein Basisstrom IB
fließt, sperrt dar Transistor Q1, so daß kein Kollektorstrom
IC mehr fließt. Bei höheren Temperaturen fließt jedoch durch
die Schottky-Diode D1 ein Leckstrom IL, der für den Transi
stor wie ein Basisstrom wirkt. Ohne Vorsehen besonderer Maß
nahmen würde dieser Basisstrom zu einem durch die Emitter-
Kollektor-Strecke des Transistors Q1 fließenden Kollektor
strom IC führen, der gleich dem mit dem Verstärkungsfaktor
hfe des Transistors multiplizierten Basisstrom IB ist. Je
nach der Größe das Verstärkungsfaktors und der Höhe der Tem
peratur könnte der Kollektorstrom IC so weit ansteigen, daß
die Schaltung S angesteuert wird, obwohl die Stromquelle S2
abgeschaltet ist, also keine tatsächliche gewollte Basisan
steuerung des Transistors Q1 vorhanden ist.
Zur Vermeidung dieses bei höheren Temperaturen auftretenden
Effekts kann der Leckstrom über den von der Schottky-Diode D2
und dem Widerstand R1 gebildeten Nebenschlußweg zur Basis-
Emitter-Diode des Transistors Q1 fließen und unterliegt daher
nicht mehr der Verstärkung durch den Transistor Q1. Weil die
Durchlaßspannung der Schottky-Diode kleiner als die Durchlaß
spannung der Basis-Emitter-Diode des Transistors ist, wird
der Nebenschlußweg bei einem Temperaturanstieg eher leitend
als die Emitter-Basis-Strecke des Transistors. Dies bedeutet,
daß auch bei höheren Temperaturen keine auf den Leckstrom IL
zurückzuführende Erhöhung des Kollektorstroms IC des Transi
stors Q1 auftritt, die zu einer unerwünschten Ansteuerung der
Schaltung S führen könnte.
Damit die beschriebene Transistorschaltung optimal funktio
niert, muß die Schottky-Diode D2 so dimensioniert sein, daß
ihre Durchlaßspannung kleiner als die Emitter-Basis-Spannung
des Transistors Q1 ist. Gleichfalls setzt ein optimales Funk
tionieren der Transistorschaltung voraus, daß der Widerstand
so dimensioniert ist, daß er bei hohen Temperaturen (150°C)
und gesperrtem Transistor Q1 eine nur geringfügige Wirkung
zeigt, d. h. daß der Leckstrom ungehindert über die Diode D2
und den Widerstand R1 fließen kann. Bei niedrigen Temperatu
ren (-40°C) und bei durchgeschaltetem Transistor Q1 soll der
Widerstand R1 dagegen ausreichend hoch sein, so daß nur eine
hochohmige Verbindung zwischen Emitter und Basis vorhanden
ist. Wird der Widerstand R1 wie oben beschrieben dimensio
niert, so ist der durch ihn fließende Strom wesentlich gerin
ger als der Basisstrom, wenn der Transistor Q1 leitet, und in
etwa gleich dem Leckstrom der Diode D1, wenn der Transistor
Q1 sperrt.
Bei der Herstellung der erfindungsgemäßen integrierten Tran
sistorschaltung kann der Widerstand R1 entweder in einer se
paraten Wanne integriert werden, oder er kann zusammen mit
der Schottky-Diode D2, dem Transistor Q1 und der Schottky-
Diode D1 in einer Wanne untergebracht werden. Eine besonders
vorteilhafte und platzsparende Anordnung der integrierten
Transistorschaltung wird erhalten, wenn der Widerstand R1 als
Teil der Schottky-Diode D2 ausgebildet wird, die zusammen mit
dem Transistor Q1 und der Schottky-Diode D1 in einer Wanne
integriert ist.
Eine vorteilhafte Anwendung des in der Schaltung von Fig. 1
verwirklichten Prinzips bei einem bidirektionalen Schalter
ist in Fig. 2 gezeigt. Die Schaltung von Fig. 2 unterscheidet
sich lediglich dadurch von der Schaltung aus Fig. 1, daß sie
einen zweiten, zum Transistor Q1 antiparallel geschalteten
Transistor Q2 aufweist. Der Kollektor und der Emitter des
zweiten Transistors Q2 sind mit Emitter bzw. Kollektor des
Transistors Q1 verbunden. Die Basis des zweiten Transistors
Q2 ist mit dem mit dem Widerstand R1 verbundenen Anschluß der
Diode D2 verbunden und an eine weitere Stromquelle S3 ange
schlossen. Die Diode D2 ist dabei gleichzeitig die Antisätti
gungs-Schottky-Diode des Transistors Q2. Mittels dieser Aus
führungsform der Transistorschaltung kann zu der anzusteuern
den Schaltung sowohl ein positiver Strom als auch ein negati
ver Strom durchgeschaltet werden, je nachdem, welchen Strom
die Stromquelle S1 liefert.
Liefert die Stromquelle S1 einen positiven Strom I1, so öff
net Transistor Q1, und ein Strom I2 fließt über die Basis in
die Stromquelle S2. Der Basisstrom ist in etwa dem Strom I2
gleich, den die Stromquelle S2 zieht. Der anzusteuernden
Schaltung S wird über den Kollektor des Transistors Q1 ein
positiver Strom I zugeführt, der ungefähr gleich dem Strom
I1-I2-I3 ist. Die Stromquellen S2 und S3 sind so dimensio
niert, daß sie beispielsweise bei einem Strom I1 von etwa
300 µA lediglich einen Strom von etwa 50 µA ziehen.
In diesem Zustand der Schaltung ist der Transistor Q2 ge
sperrt, der nur dann zum Einsatz kommt, wenn ein negativer
Strom an der Stromquelle S1 zur anzusteuernden Schaltung S
durchgeschaltet werden soll. Bei erhöhten Temperaturen fließt
jedoch über die Antisättigungs-Schottky-Diode D2 des Transi
stors Q2 ein Leckstrom, der auch als Basisstrom für diesen
Transistor wirkt. Der aufgrund dieses Leckstroms fließende
Basisstrom des Transistors Q2 kann über die Schottky-Diode D1
und den Widerstand R1 abgeleitet werden, so daß er nicht über
die Emitter-Kollektor-Strecke des Transistors Q2 fließen muß;
er wird demnach auch nicht durch den Verstärkungsfaktor hfe
dieses Transistors verstärkt. Eine Temperaturerhöhung hat
somit keine nennenswerte Veränderung des Stroms zur Folge,
der bei gesperrten Transistoren Q1 und Q2 zur Schaltung S
fließt.
Wird der Transistor Q1 durch Abschalten der Stromquelle S2
gesperrt, soll kein Strom mehr zur Schaltung S fließen. Bei
höheren Temperaturen fließen jedoch Leckströme durch die Dio
den D1 und D2, die jeweils wie Basisströme für die Transisto
ren Q1 bzw. Q2 wirken. Die Serienschaltung aus der Diode D2
und dem Widerstand R1 einerseits und die Serienschaltung aus
der Diode D1 und dem Widerstand R1 andererseits wirken jedoch
wie Nebenstromwege zwischen dem Emitter und der Basis des
Transistors Q1 bzw. zwischen dem Emitter und der Basis des
Transistors Q2, so daß der jeweilige von dem Basisstrom er
zeugte Strom in der Zuleitung zur Schaltung S nicht über die
Emitter-Kollektor-Strecke des jeweiligen Transistors fließen
muß und somit nicht der Stromverstärkung unterliegt. Der auf
grund der Leckströme fließende Ruhestrom in der Ansteuerlei
tung der Schaltung S bleibt daher auf einem vernachlässigba
ren kleinen Wert.
Die in Fig. 2 dargestellte zweite Ausführungsform der be
schriebenen Schaltung kann, wie erwähnt, auch mit umgekehrten
Stromrichtungen betrieben werden. Die obige Wirkungsbeschrei
bung gilt dabei ebenfalls, allerdings ist im Durchschaltzu
stand nicht der Transistor Q1, sondern der Transistor Q2 lei
tend.
Ein besonderer Vorteil der in Fig. 2 abgebildeten Schaltung
ist der, daß keine zwei weiteren Dioden und nur ein Wider
stand zur Umleitung des Leckstroms benötigt werden. Der Leck
strom wird nämlich jeweils über die Antisättigungsdiode des
sperrenden Transistors und über den Widerstand R1 umgeleitet.
Claims (9)
1. Integrierte Transistorschaltung mit einem bipolaren Tran
sistor (Q1), dessen Kollektor mit einem Eingang einer anzu
steuernden Schaltung (S) verbindbar ist, und zwischen dessen
Basis und Kollektor eine Antisättigungsdiode (D1) liegt, da
durch gekennzeichnet, daß der Emitter und die Basis des Tran
sistors (Q1) über eine Serienschaltung aus einer Diode (D2)
und einem Widerstand (R1) miteinander verbunden sind.
2. Integrierte Transistorschaltung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Widerstand (R1) so dimensioniert ist,
daß durch ihn ein gegenüber dem Basisstrom vernachlässigbar
geringer Strom fließt, wenn der Transistor (Q1) leitet, und
ein in etwa dem Leckstrom der Antisättigungsdiode (D1) glei
cher Strom fließt, wenn der Transistor (Q1) sperrt.
3. Integrierte Transistorschaltung nach Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet, daß die Diode (D2) eine Schottky-
Diode ist und eine niedrigere Durchlaßspannung (UD) als die
Emitter-Basisspannung (UEB) des Transistors (Q1) aufweist.
4. Integrierte Transistorschaltung nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Transistor (Q1) ein lateraler
pnp-Schottky-Transistor ist.
5. Integrierte Transistorschaltung nach einem der vorherge
henden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß der Widerstand
(R1) in einer separaten Wanne eines Halbleitersubstrats inte
griert ist.
6. Integrierte Transistorschaltung nach Anspruch 1, 2, 3 oder
4, dadurch gekennzeichnet, daß der Widerstand (R1) und die
Diode (D2) zusammen mit dem Transistor (Q1) und der Antisät
tigungsdiode (D1) in einer Wanne eines Halbleitersubstrats
integriert ist.
7. Integrierte Transistorschaltung nach Anspruch 1, 2, 3 oder
4, dadurch gekennzeichnet, daß der Widerstand (R1) als Teil
der Diode (D2) in der Wanne des Transistors (Q1) und der An
tisättigungsdiode (D1) integriert ist.
8. Integrierte Transistorschaltung nach einem der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Emitter und
Kollektor des Transistors (Q1) mit Kollektor bzw. Emitter ei
nes zweiten Transistors (Q2) verbunden sind und daß der mit
dem Widerstand (R1) verbundene Anschluß der Diode (D2) mit
der Basis des zweiten Transistors verbunden ist.
9. Integrierte Transistorschaltung nach Anspruch 8, dadurch
gekennzeichnet, daß der zweite Transistor (Q2) ein lateraler
pnp-Schottky-Transistor ist.
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