DE4202454C1 - - Google Patents
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Description
Für viele technische Anwendungen werden perforierte Werkstücke,
insbesondere als preiswerte optische oder mechanische Filter
mit Porendurchmessern im µm und Sub-µm-Bereich benötigt.
Solche Anwendungen sind z. B. isoporöse Membranen, rück
spülbare Filter, Laminisatoren, Katalysatorträger, Elektroden
für Batterien und Brennstoffzellen, Düsenplatten, Röhrengitter
oder Filter für elektromagnetische Wellen wie z. B. Licht oder
Mikrowellen.
Ein bekanntes Verfahren zur Herstellung solcher Filter ist die
sogenannte LIGA-Technik (LIGA: Lithographie, Galvanik,
Abformung). In der LIGA-Technik, die z. B. aus E.W. Becker et
al, Microelectronic Engeneering, Bd. 4 (1986) S. 35 ff. be
kannt ist, wird eine dicke Fotolackschicht mit Hilfe von
Synchrotronstrahlung strukturiert. Anschließend werden die
Strukturen durch Galvanoformung und Abformtechnik mit Kunst
stoffen in das Filter übertragen. Mit der LIGA-Technik sind
minimale Strukturbreiten von 2 µm erzielbar. In der Dimension
parallel zur Durchgangsrichtung durch das Filter ist keinerlei
Strukturierung möglich. Die erforderliche Anwendung von
Synchrotronstrahlung macht dieses Verfahren sehr teuer.
Der Erfindung liegt daher das Problem zugrunde, ein Verfahren
zur Herstellung eines perforierten Werkstückes anzugeben, mit
dem Porendurchmesser in µm und Sub-µm-Bereich erzielt werden
und das einfach durchführbar ist.
Dieses Problem wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren
nach Anspruch 1. Weitere Ausgestaltungen der Erfindung gehen
aus den übrigen Ansprüchen hervor.
Da die Substratscheibe bei der elektrochemischen Ätzung als
Anode geschaltet ist, bewegen sich Minoritatsladungsträger in
dem n-dotierten Silizium zu der mit dem Elektrolyten in
Kontakt stehenden ersten Oberfläche. An dieser Oberfläche
bildet sich eine Raumladungszone aus. Da die Feldstärke im
Bereich von Vertiefungen in der Oberfläche größer ist als
außerhalb davon, bewegen sich die Minoritätsladungsträger
bevorzugt zu diesen Punkten. Dadurch kommt es zu einer
Strukturierung der Oberfläche. Je tiefer eine anfänglich
kleine Unebenheit durch die Ätzung wird, desto mehr Minoritäts
träger bewegen sich wegen der vergrößerten Feldstärke dorthin
und desto stärker ist der Ätzangriff an dieser Stelle. Die
Löcher wachsen im Substrat in der kristallographischen (100)-
Richtung. Es ist daher vorteilhaft, ein Substrat mit (100)-
Orientierung zu verwenden.
Die elektrochemische Ätzung von n-dotiertem Silizium zur Her
stellung von Löchern oder Gräben ist z. B. aus EP 02 96 348 A1
bekannt, in der Gräben insbesondere für ORAM-Zellen auf diese
Weise hergestellt werden. Deren Einsatz zum Ablösen von
Plättchen von einem Substrat wird dort jedoch nicht in Be
tracht gezogen.
Der Ätzangriff ist abhängig von der Stromdichte in der
Substratscheibe und von der Fluoridkonzentration im Elektro
lyten. Durch Erhöhung der Stromdichte im Elektrolyten oder
durch Verminderung der Fluoridkonzentration im Elektrolyten
wird der Ätzangriff vergrößert. Diese Tatsache wird in dem
erfindungsgemäßen Verfahren ausgenutzt, um bei Erreichen einer
Tiefe der Löcher, die im wesentlichen der Dicke des fertigen
Werkstücks entspricht, den Ätzabtrag so zu vergrößern, daß der
Querschnitt der Löcher wächst. Da, wie oben ausgeführt, der
Ätzangriff nur im unteren Bereich der Löcher stattfindet,
bleibt der Querschnitt der Löcher im oberen Bereich, d. h. in
der Nähe der ersten Oberfläche, dabei unverändert. Im unteren
Bereich jedoch wachsen die Löcher. Die elektrochemische Ätzung
wird solange fortgesetzt, bis benachbarte Löcher zusammen
wachsen und dadurch die strukturierte Schicht als Plättchen
abgelöst wird. Das Plättchen besteht aus zusammenhängendem
Silizium, das die Löcher als Poren enthält. Dieses Plättchen
ist als perforiertes Werkstück, z. B. als mechanischer oder
optischer Filter verwendbar.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich Lochdurch
messer zwischen 20 µm und 50 nm gut herstellen.
Das Plättchen kann z. B. durch Diffusion oder Implantation mit
einer anderen Dotierung versehen werden, als es die Substrat
scheibe ist. Auf diese Weise kann die Leitfähigkeit des
perforierten Werkstücks eingestellt werden.
Durch Aufbringen von einer isolierenden Schicht an den Ober
flächen des Plättchens kann die Oberflächenbeschaffenheit des
perforierten Werkstückes beeinflußt werden. Dadurch wird das
Werkstück isolierend. Durch Erzeugung eines thermischen
Siliziumoxids oder Siliziumnitrid an der Oberfläche des
Plättchens, wird dessen Oberfläche passiviert, widerstands
fähig gegen äußere Einflüsse und chemisch inert.
Die Stromdichte in der Substratscheibe ist durch Beleuchtung
einer der ersten Oberfläche gegenüberliegenden Oberfläche der
Substratscheibe besonders einfach zu beeinflussen. In diesem
Fall wird das Ablösen des Plättchens durch Vergrößerung der
Beleuchtung erzielt. In diesem Fall ist es weiterhin möglich,
den Querschnitt der Löcher senkrecht zur ersten Oberfläche
durch eine Änderung der Beleuchtung zu ändern. Durch
kontinuierliche Änderung der Beleuchtung werden z. B.
konische Löcher hergestellt.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, vor der Bildung der Löcher,
die erste Oberfläche der Substratscheibe mit einer Oberflächen
topologie zu versehen. Auf diese Weise wird die erste Ober
fläche gezielt mit Vertiefungen versehen, an denen der Ätzan
griff beim elektrochemischen Ätzen beginnt. Dadurch wird die
Anordnung der Löcher bestimmt.
Wird die erste Oberfläche mit einer Oberflächentopologie aus
regelmäßig angeordneten Vertiefungen versehen, zeigt das
Plättchen eine im wesentlichen konstante Dicke. In diesem Fall
ist nämlich der Abstand der Löcher im wesentlichen gleich, so
daß die Materialmenge zwischen benachbarten Löchern, die durch
Vergrößerung des Ätzangriffs zum Ablösen des Plättchens abge
ätzt werden muß, im wesentlichen gleich ist. Dann wachsen im
wesentlichen alle Löcher gleichzeitig zusammen.
Darüber hinaus zeigt das fertige Plättchen in diesem Fall
Strukturbreiten, d. h. Breiten der Löcher bzw. der dazwischen
verbleibenden Stege, die innerhalb enger Grenzen konstant
sind. Es wird eine Konstanthaltung der Strukturbreiten inner
halb von 10% beobachtet.
In dem erfindungsgemäßen Verfahren werden, wenn die erste
Oberfläche des Substrats vor der Bildung der Löcher mit einer
Oberflächentopologie aus regelmäßig angeordneten Vertiefungen
versehen wird, minimale Strukturbreiten bis 0,1 µm erzielt.
Die Oberflächentopologie wird dabei z. B. nach Herstellung
einer Fotolackmaske auf der ersten Oberfläche und an
schließender alkalischer Ätzung der ersten Oberfläche erzeugt.
Zur Herstellung der Fotolackmaske wird dabei konventionelle
optische Fotolithographie verwendet.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, die Oberflächentopologie
durch lichtinduzierte elektrochemische Ätzung in demselben
Elektrolyten, in dem anschließend die Löcher geätzt werden,
herzustellen.
Im folgenden wird die Erfindung anhand der Figuren und eines
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt aus einer Siliziumscheibe, die
mit einer Oberflächentopologie versehen ist.
Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt aus der Siliziumscheibe, in die
durch elektrochemische Ätzung Löcher konstanten Quer
schnitts geätzt wurden.
Fig. 3 zeigt einen Ausschnitt aus der Siliziumscheibe, in die
durch elektrochemische Ätzung Löcher geätzt worden sind,
deren Querschnitt durch Veränderung der Ätzparameter
vergrößert wurde.
Fig. 4 zeigt eine Substratscheibe, von der ein perforiertes
Plättchen abgelöst wurde.
Fig. 5 zeigt eine Draufsicht auf das perforierte Plättchen.
Eine Substratscheibe 1 aus n-dotiertem, einkristallinem
Silizum mit einer elektrischen Leitfähigkeit von z. B. 5 Ohm cm
ist an einer ersten Oberfläche 2 mit einer Oberflächentopo
logie versehen (s. Fig. 1). Die Oberflächentopologie umfaßt
in regelmäßigen Abständen angeordnete Vertiefungen 3.
Die Vertiefungen 3 werden z. B. nach Herstellung einer Foto
lackmaske mit Hilfe konventioneller Fotolithographie und an
schließender alkalischer Ätzung hergestellt. Alternativ kann
die Oberflächentopologie durch lichtinduzierte, elektro
chemische Ätzung gebildet werden.
Die erste Oberfläche 2 der Substratscheibe 1 wird mit einem
fluoridhaltigen, sauren Elektrolyten in Kontakt gebracht. Der
Elektrolyt weist eine Flußsäurekonzentration von 1 bis 50%,
vorzugsweise 3% auf. Dem Elektrolyten kann ein Oxidations
mittel, z. B. Wasserstoffsuperoxid, zugesetzt werden, um die
Entwicklung von Wasserstoffbläschen auf der ersten Oberfläche
2 der Substratscheibe 1 zu unterdrücken.
Die Substratscheibe 1 wird als Anode verschaltet. Zwischen der
Substratscheibe 1 und den Elektrolyten wird eine Spannung von
0-20 V, vorzugsweise 3 Volt angelegt. Die Substratscheibe 1
wird von der Rückseite her mit Licht beleuchtet, so daß eine
Stromdichte von z. B. 10 mA/cm2 eingestellt wird. Ausgehend
von den Vertiefungen 3 (s. Fig. 1) werden bei der elektro
chemischen Ätzung Löcher 4 erzeugt, die senkrecht zur ersten
Oberfläche 2 verlaufen (s. Fig. 2). Dabei wird eine
strukturierte Schicht 7 an der ersten Oberfläche 2 gebildet.
Nach etwa 60 Minuten Ätzzeit wird die anodische Stromdichte
auf z. B. 30 mA/cm2 erhöht. Dabei wird die Spannung zwischen
Elektrolyt und Substratscheibe 1 auf 2 Volt reduziert. Die
Stromdichte wird weiterhin durch Beleuchtung der Rückseite der
Substratscheibe 1 eingestellt.
Durch die geänderten Parameter bei der elektrochemischen
Ätzung vergrößern sich die Querschnitte der Löcher 4 im
unteren Bereich bei der weiteren Ätzung. Es bilden sich am
Boden jedes Loches 4 höhlenförmige Erweiterungen 5 aus. Der
Querschnitt der höhlenförmigen Erweiterungen 5 wächst, bis das
jeweils benachbarte höhlenförmige Erweiterungen 5 trennende
Silizium weggeätzt ist (s. Fig. 4). Dieses ist mit den ange
gebenen Prozeßparametern nach ungefähr 10 Minuten der Fall.
Es bildet sich ein Plättchen 6, das aus freitragendem Silizium
mit den Löchern 4 besteht. Mit den angegebenen Prozeßpara
metern wird eine Dicke des Plättchens von 30 µm erzielt. Diese
Dicke liegt weit unter den durch konventionelles Sägen erziel
baren Dicken von Siliziumscheiben.
Fig. 5 zeigt eine Aufsicht auf das Plättchen 6. Die das
Plättchen bildende, freitragende strukturierte Schicht 7 zeigt
eine gleichmäßige Verteilung der Löcher 4, die runden oder
quadratischen Querschnitt haben. Die Löcher 4 haben einen
Durchmesser von z. B. 2 µm und sind in einem Abstand von z. B.
1,5 µm angeordnet. Zur ersten Oberfläche 2 hin weiten sich die
Löcher 4 auf. Das ist eine Folge der Oberflächentopologie, die
an der ersten Oberfläche der Substratscheibe erzeugt wurde.
Diese Aufweitungen 8 im oberen Bereich der Löcher haben den
Vorteil, daß das Plättchen 6 als Filter rückspülbar ist. Durch
eine kurzzeitige Umkehr der Strömungsrichtung läßt sich im
Betrieb der Filter reinigen.
Zur Veränderung der elektrischen Leitfähigkeit kann das
Plättchen 6 anschließend in bekannter Weise mit einer
Dotierung versehen werden.
Zur Verbesserung der Oberfläche kann das Plättchen mit einem
thermischen Siliziumoxid oder einem thermischen Silizium
nitrid versehen werden. Dadurch wird die Oberfläche chemisch
inert und das Plättchen kann in entsprechenden Umgebungen als
Werkstück eingesetzt werden.
Da das Plättchen 6 aus Silizium besteht, kann es, falls es die
jeweilige Anwendung erfordert, bei hohen Temperaturen ausge
glüht oder regeneriert werden.
Claims (15)
1. Verfahren zur Herstellung eines perforierten Werkstückes,
- - bei dem in einer ersten Oberfläche (2) einer Substrat scheibe (1) aus n-dotiertem, einkristallinem Silizium durch elektrochemische Ätzung Löcher (4) senkrecht zur ersten Oberfläche gebildet werden, so daß eine strukturierte Schicht (7) entsteht, wobei die elektrochemische Ätzung in einem Elektrolyten erfolgt, in dem die Substratscheibe als Anode verschaltet ist, in dem die erste Oberfläche (2) mit dem Elektrolyt in Kontakt steht und in dem eine den Ätzab trag beeinflussende Stromdichte eingestellt ist,
- - bei dem bei Erreichen einer Tiefe der Löcher (4), die der Dicke des fertigen Werkstücks entspricht, die Prozeßparameter der Ätzung so geändert werden, daß der Querschnitt der Löcher (4) wächst und daß durch Zusammenwachsen der Löcher die strukturierte Schicht (7) als Plättchen (6), aus dem das Werkstück ge bildet wird, abgelöst wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
bei dem das elektrochemische Ätzen in einem fluoridhaltigen,
sauren Elektrolyten erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
bei dem die Substratscheibe eine (100)-Scheibe ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
bei dem die Stromdichte durch Beleuchtung einer der ersten
Oberfläche (2) gegenüberliegenden zweiten Oberfläche der
Substratscheibe (1) eingestellt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
bei dem der Elektrolyt 1 bis 50% Flußsäure (HF) enthält.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
bei dem der Elektrolyt zusätzlich ein Oxidationsmittel ent
hält.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
bei dem zum Ablösen des Plättchens (6) die Stromdichte erhöht
wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
bei dem zum Ablösen des Plättchens (6) die Konzentration des
Fluorid im Elektrolyten reduziert wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
bei dem an der ersten Oberfläche (2) der Substratscheibe (1)
vor der Bildung der Löcher (4) eine Oberflächentopologie er
zeugt wird, die die Anordnung der Löcher bestimmt.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
bei dem die Oberflächentopologie aus regelmäßig angeordneten
Vertiefungen (3) der ersten Oberfläche (2) besteht.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10,
bei dem die Oberflächentopologie durch Herstellung einer
Fotolackmaske auf der ersten Oberfläche (2) und anschließende
alkalische Ätzung der ersten Oberfläche (2) erzeugt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10,
bei dem die Oberflächentopologie durch elektrochemisches Ätzen
mit dem Elektrolyten dadurch erzeugt wird, daß auf der ersten
Oberfläche (2) unter Verwendung einer Lichtquelle mit einer
Wellenlänge kleiner als 1100 nm ein Beleuchtungsmuster erzeugt
wird und daß die Stromdichte im Elektrolyten so eingestellt
wird, daß nur an belichteten Stellen des Beleuchtungsmusters
lokal ein anodischer Minoritätsträgerstrom über die Substrat
scheibe fließt zur Erzeugung eines Ätzabtrags der ersten Oberfläche (2).
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
bei dem durch Dotierung des Plättchens (6) die Leitfähigkeit
des Werkstücks eingestellt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
bei dem an den Oberflächen des Plättchens (6) mindestens eine
isolierende Schicht erzeugt wird.
15. Verfahren zur Herstellung eines mechanischen oder
optischen Filters unter Verwendung des Verfahrens nach einem
der Ansprüche 1 bis 14.
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