DE4212135A1 - Vorrichtung zur Herstellung von Gelegen - Google Patents
Vorrichtung zur Herstellung von GelegenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Gelegen nach dem
Oberbegriff des Anspruch 1.
Bei bekannten Vorrichtungen, z. B. Wickelmaschinen zur Herstellung von Fa
serverbundbauteilen (Fig. 1), dreht sich der zu bewickelnde Dorn 10 konstant
in eine Richtung, während ein Fadenträger (Fadenauge, 20) sich parallel zur
Dornachse vor- und rückwärts bewegt. Am Ende des Dorns 10 erfolgt die Um
lenkung des Faserstrangs (Roving) über Dome 8 in geodätischer Umkehr, das
heißt ohne Abrutschen des Faserstrangs. Auf diese Weise entsteht eine
Kreuzwicklung - der Faserstrang überkreuzt sich bei der Vor- und Rückwärts
bewegung des Fadenauges 20.
Für extrem präzise und sehr hoch beanspruchte Bauteile ist diese Art des Ab
legens bzw. die daraus entstehende Kreuzwicklung nicht geeignet oder nicht
ausreichend, da folgende Probleme auftreten:
- - Auftreten von inhomogenen Spannungsverteilungen im Laminat.
- - Verdickungen des Laminats im Bereich der Kreuzungsstellen.
- - Harzansammlungen an den Kreuzungsstellen, die zum Teil Spannrisse erzeugen.
- - Bauteilkomponenten mit Kreuzungen sind aufgrund der Dickensprünge für Integraltechnik ungeeignet (Fügespaltprobleme).
- - Der Harzanteil in Laminaten mit Kreuzungen ist immer höher als der in Laminaten ohne Kreuzungen.
- - Bei Bauteilen aus Faserkeramik führen Kreuzungen frühzeitig zu Ero sion.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, mit
dem ein kreuzungsfreies Ablegen erreicht werden kann.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfaßt einen Wickeldorn sowie einen Fa
denträger, mit dem ein Faserstrang auf dem Wickeldorn abgelegt wird. Der
Fadenträger ist relativ zum Wickeldorn beweglich, und zwar derart, daß er zwi
schen Wendepunkten (im folgenden auch als Umkehrpunkte bezeichnet) eine
Hin- und Herbewegung ausführt. Die einfachste Bewegung dieser Art ist die
geradlinige Bewegung zwischen zwei Wendepunkten. Möglich ist aber auch,
daß das Fadenträger zwischen den Wendepunkten der Kontur des Wickel
dorn folgt, und seine Bahn somit gekrümmt ist.
Unter dem Begriff des Wendepunktes ist in der vorliegenden Anmeldung zu
verstehen, daß dort eine relativ starke (diskontinuierliche) Richtungsänderung
des Fadenauges erfolgt, die in vielen Fällen bei exakt 180 Grad liegt. In ande
ren Fällen, in denen der Hin- und Herbewegung des Fadenauges eine zu
sätzliche Geschwindigkeitskomponente überlagert ist (z. B. eine Komponente
im Winkel von 90 Grad zur Hin- und Her-Bewegung), wird die tatsächliche
Richtungsänderung etwas verschieden von 180 Grad sein. Jedoch kann man
auch hier von einer echten Umkehr der Bewegungsrichtung sprechen.
Um den Faserstrang im Bereich der Wendepunkte gegen Abrutschen zu si
chern, sind erfindungsgemäß am Wickeldorn, und zwar im Bereich der Wen
depunkte des Fadenträgers, Stifte angebracht, die in einer vorteilhaften Aus
führung angespitzt sind.
Das abzulegende Roving umfaßt mindestens eine, in der Regel aber mehrere
parallel verlaufende Einzelfasern. Eine besonderer Vorteil der Vorrichtung be
steht darin, daß bei vorgegebenem Abstand der Stifte Rovings beliebiger Brei
te verarbeitet werden können, denn der Roving kann zwischen zwei benach
barte Stiften gelegt werden oder von den Stiften durchstochen werden (durch
stechen bedeutet in diesem Zusammenhang, daß nicht alle Einzelfasern des
Rovings innerhalb zweier benachbarter Stifte verlaufen). Dadurch ist es insbe
sondere auch möglich, mehrere Lagen in verschiedenen Winkeln übereinan
der zu legen.
Vorteile des Verfahrens sind:
- - Die Bandbreite und damit die Einzellagendicke kann stufenlos verändert werden.
- - Winkeländerungen sind mit demselben Wickelwerkzeug problemlos mög lich.
- - Ein Rovingriß ist einfacher zu beheben.
- - Der Materialeinsatz ist bei Serienproduktion optimierbar.
- - Leichte Spurfehler werden über die Rovingumkehr wieder neutralisiert.
In einer vorteilhaften Ausführung sind die Stifte fortlaufend im Abstand von 2,5
bis 3 mm angeordnet (gemessen von den Mittelachsen benachbarter Stifte).
Der Durchmesser eines einzelnen Stifts liegt bevorzugt im Bereich von etwa
1 mm.
In einer vorteilhaften Ausführung ist der Wickeldorn von zylindrischer Form,
der um die Zylinderachse drehbar ist. Der Fadenträger ist parallel zur Zylin
derachse hin und her beweglich, wobei die Wendepunkte in der Nähe der
beiden Randbereiche des Wickeldorns sich befinden. Die Ablage (Bewick
lung) erfolgt nun derart, daß bei Richtungsumkehr des Fadenauges eine Um
kehr der Drehrichtung des Wickeldorns erfolgt, so daß die vor und nach der
Richtungsumkehr abgelegten Rovingbahnen parallel zueinander verlaufen
können. An den Randbereichen des Wickeldorns sind über jeweils einer ge
samten Umfangslinie des Wickeldorns die erfindungsgemäßen Stifte ange
bracht. Dadurch wird das Abrutschen des Faserstrangs bei der Richtungsum
kehr verhindert.
Vorteilhaft ist zur Befestigung der Stifte an den Randbereichen ein ringförmi
ges Bauteil angebracht, in dem die Stifte ohne Vorbohrung einsteckbar sind.
Als Materialien eignen sich allgemein elastische oder fließfähige Stoffe, dar
unter insbesondere Teflon. Eine solche Vorrichtung erweist sich sowohl in der
Herstellung als auch bei der Reparatur als sehr wirtschaftlich.
Die Erfindung wird anhand der Fig. 2 bis 4 näher erläutert. Die Fig. 2 und 4
zeigen jeweils erfindungsgemäße Vorrichtungen. Fig. 3 zeigt ein Bauteil zur
Befestigung der Stifte.
Fig. 2 zeigt eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Ein Roving wird mit Hilfe eines Fadenauges 20 auf einem Wickeldorn 10
abgelegt. Der Wickeldorn ist von zylindrischer Form und kann um die Zylinder
achse 33 in beide Richtungen gedreht werden. Das Fadenauge 20 ist zwi
schen zwei Wendepunkten über den Randbereichen des Wickeldorns 10
parallel zur Zylinderachse hin und her bewegbar. An den Randbereichen des
Wickeldorns 10 sind über dem gesamten Umfang des Bauteils eng gesetzte,
angespitzte Nadeln 16 angebracht.
Erreicht das Fadenauge 20 während seiner geradlinigen Bewegung den
Randbereich des Wickeldorns 10, so kehrt es seine Bewegungsrichtung um.
Zusätzlich erfolgt eine Umkehr der Drehrichtung des Wickeldorns 10. Auf dem
Wickeldorn 10 kann so das Roving kreuzungsfrei abgelegt werden. Voraus
setzung für die beschriebene Umkehr des Rovings ist jedoch, daß der Roving
am Randbereich des Wickeldorns 10 gegen Abrutschen gesichert wird. Dies
wird durch die Stifte 16, die über den gesamten Umfang des Wickeldorns 10
am Randbereich angebracht sind, erreicht.
Die Richtungsumkehr des Fadenauges 20 erfolgt in der Regel nicht exakt
gleichzeitig zur Drehrichtungsumkehr des Wickeldorns 10. Bei Annäherung
an den Randbereich des Wickeldorns 10 läuft das Fadenauge 20 über die
Stifte 16 hinweg bis zum Umkehrpunkt, der jenseits der Stifte 16 liegt. Eine
Umkehr des Drehrichtung des Wickeldorns 10 erfolgt erst, wenn das Faden
auge 20 nach Passieren seines Umkehrpunkts wieder diesseits der Stifte an
langt. Es besteht somit eine geringe Zeitdifferenz zwischen den Umkehrzeit
punkten.
Die Bewegung des Fadenauges 20 und die Drehung des Wickeldorns 10
erfolgt - auch an den Umkehrpunkten - kontinuierlich, d. h. ohne Stillstand.
Fig. 3 zeigt in Großaufnahme den Randbereich eines Wickeldorns 10 für eine
in Fig. 2 abgebildete Vorrichtung. Der Wickeldorn 10 umfaßt neben dem
eigentlichen Wickeldornkörper 11 eine mit diesem verbundene sogenannte
Wendescheibe 12. Zwischen der Wendescheibe 12 und einer darauf ange
brachten Klemmscheibe 14 ist eine Teflonschnur 17 über den gesamten Um
fang des Bauteils eingespannt. In der Teflonschnur 17 sind die Nadeln 16
ohne Vorbohrung eingesetzt.
Fig. 4 zeigt eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrich
tung. Durch das Fadenauge 20 wird auf dem den Wickeldorn 10 ein Roving
(aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht eingezeichnet) abgelegt. Der Wickel
dorn besitzt hier beispielsweise eine gekrümmte Oberfläche, die zur Herstel
lung einer Parabolantenne geeignet ist. Im Gegensatz zu der in Fig. 2 gezeig
ten Vorrichtung, bei der der Wickeldorn vom Roving umwickelt wurde, soll hier
das Roving nur auf der gekrümmten Oberfläche des Wickeldorns abgelegt
werden.
Das Fadenauge 20 wird zwischen zwei Wendepunkten, die über gegenüber
liegenden Randbereichen des Wickeldorns 10 sich befinden, hin und herbe
wegt. Bei seiner Bewegung folgt es der Kontur des Wickeldorns 10. Die Be
wegung erfolgt innerhalb einer festen Ebene, die hier der Zeichenebene ent
spricht.
Während der Bewegung des Fadenträgers 20 erfolgt eine geradlinige Bewe
gung des Wickeldorns 10 senkrecht zur Bewegungsebene des Fadenauges
20. Auf dem Wickeldorn 10 ergibt sich somit eine kreuzungsfreie Ablage des
Faserstrangs, sämtliche Faserstränge liegen parallel zueinander. Dieses Ver
fahren ist jedoch nur möglich, wenn an den Randbereichen des Wickeldorns
10 im Bereich der Wendepunkte des Fadenauges 20 die erfindungsgemäßen
Stifte 16 angebracht werden, die den Roving bei der Richtungsumkehr gegen
Abrutschen sichern.
Neben der beschriebenen Bewegungsmöglichkeiten von Fadenauge 20 und
Wickeldorn 10 ist es natürlich auch möglich, den Wickeldorn 10 raumfest zu
halten, und dafür dem Fadenauge 20 neben der Hin- und Her-Bewegung zu
sätzlich eine geradlinige Bewegung senkrecht dazu zu überlagern.
Claims (6)
1. Vorrichtung zur Herstellung von Gelegen, mit einem Wickeldorn (10),
sowie einem relativ zum Wickeldorn (10) beweglichen Fadenträger
(20), mit dem ein Faserstrang auf dem Wickeldorn (10) abgelegt wird,
wobei der Fadenträger eine Hin- und Her-Bewegung zwischen Wen
depunkten ausführt, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem
Wickeldorn (10), im Bereich der Wendepunkte des Fadenträgers (20),
Stifte (16) angebracht sind, die den Faserstrang bei der Richtungsum
kehr des Fadenträgers (20) gegen Abrutschen sichern.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Stifte (16) im Abstand von 2,5-3,0 mm angebracht sind.
3. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Wickeldorn (10) von zylindrischer Form ist
und um die Zylinderachse (33) drehbar ist und der Fadenträger (20)
parallel zur Zylinderachse (33) beweglich ist, wobei die Stifte (16) an
den beiden Randbereichen des Wickeldorns (10) über dessen gesam
ten Umfang angebracht sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß an
den Randbereichen des Wickeldorns (10) ein ringförmiges Bauteil
(17) angebracht ist, in den die Stifte (16) ohne Vorbohrung einsteck
bar sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
ringförmige Bauteil (17) aus Teflon besteht.
6. Verfahren zum Herstellung von Gelegen, wobei ein zylindrischer
Wickeldorn (10) um die Zylinderachse (33) gedreht wird und von
einem parallel zur Zylinderachse (33) zwischen zwei Wendepunkten
beweglichen Fadenträger (20) mit einem Faserstrang belegt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
- - bei Richtungsumkehr des Fadenträgers (20) eine Umkehr der Drehrichtung des Wickeldorns (10) erfolgt,
- - an den beiden Randbereichen des Wickeldorns (10) über des sen gesamten Umfang Stifte (16) angebracht werden, die den Faserstrang bei der Richtungsumkehr gegen Abrutschen sichern.
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