DE4230060A1 - Trennschalter mit in einem Isoliergas angeordneten Kontaktgliedern - Google Patents
Trennschalter mit in einem Isoliergas angeordneten KontaktgliedernInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Trennschalter mit in einem
Isoliergas angeordneten und relativ zueinander bewegbaren
Kontaktgliedern, deren miteinander zusammenwirkende
Bereiche eine Beschichtung aus einem silberhaltigen
Kontaktwerkstoff tragen.
Ein Trennschalter dieser Art ist beispielsweise der
DE-Firmendruckschrift "Siemens": "Die neue Generation von
Mittelspannungs-Schaltanlagen", Best.-Nr. A19100 E139-A998,
1984, Seiten 7, 8, 9 zu entnehmen. Die Kontaktglieder
solcher Trennschalter unterliegen, wie auch andere
mechanisch mit gegenseitiger Reibung in Eingriff zu
bringende Elemente einem Verschleiß durch Abnutzung. Es
sind eine Reihe von Maßnahmen bekannt, um den Verschleiß
der Kontaktflächen möglichst gering zu halten. Insbe
sondere können Kontakte reibungsfrei in Eingriff gebracht
und dann durch Aufbringen einer Spannkraft gegeneinander
gedrückt werden (DE-C-1 061 406). Eine solche Maßnahme
wäre im Prinzip auch bei einem in einer Isoliergasat
mosphäre untergebrachten Trennschalter anwendbar. Die zum
Anpressen der Kontaktglieder benötigte Vorrichtung stellt
jedoch einen nicht unbeträchtlichen Aufwand dar und
unterliegt ihrerseits einem Verschleiß mit der Gefahr, daß
die Anpreßkraft nicht zustande kommt und der Trennschalter
durch Lichtbogenbildung zerstört wird.
Eine andere bekannte Maßnahme besteht darin, die Kontakt
glieder mit einem Schmiermittel zu versehen (DE-C-1 090 738).
Eine solche Kontaktschmierung ist jedoch nur bei offen
arbeitenden Trennschaltern anwendbar und kommt für metall
gekapselte und gasisolierte Trennschalter nicht in Betracht.
Darüber hinaus ist es bekannt, die Beschichtungen der
Kontaktglieder aus einem besonders verschleißbeständigen
Kontakt-Material herzustellen. Hierfür eignen sich bei
spielsweise Kontaktauflagen aus der Werkstoffpaarung
Silber-Graphit, die neben guten elektrischen Eigenschaften
über eine gewisse Selbstschmierung verfügen. Solche Kon
taktauflagen können als Kontaktplättchen auf die Kontakt
glieder aufgelötet werden. Ferner können Silber-Graphit-
Schichten durch galvanische Verfahren aufgebracht werden.
Beispiele für die galvanische Aufbringung von Silber-
Graphit-Schichten sind den DE-A-33 28 067 und 25 43 082 zu
entnehmen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Verschleiß
beständigkeit der Kontaktglieder eines Trennschalters der
erwähnten Art auf möglichst einfache Weise zu erreichen
und daher sowohl zusätzliche komplizierte Mechanismen als
auch relativ teure Kontaktauflagen oder Verfahren zu
vermeiden, die schwierig zu unterhaltende galvanische
Bäder erfordern.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß
das eine Kontaktglied eine galvanisch aufgebrachte Hart
silberschicht und das andere Kontaktglied eine gleichfalls
galvanisch aufgebrachte normale Silberschicht besitzt. Die
galvanische Hartversilberung stellt ein ohne Schwierig
keiten zu handhabendes Verfahren dar, wie es beispielsweise
durch die DE-C-837 866 bekannt geworden ist. Ebenso ist
die Herstellung normaler, d. h. verhältnismäßig weicher
Reinsilberschichten auf galvanischem Wege allgemein üblich
und einfach durchführbar. Es erweist sich, daß beim Zu
sammenwirken der genannten unterschiedlich harten Silber
schichten ein überraschend geringer Verschleiß auftritt
und somit bei verhältnismäßig geringem Aufwand eine
befriedigende Lebensdauer der Trennschalter erzielt wird.
In der Regel ist eines der Kontaktglieder eines Trenn
schalters feststehend angeordnet, während das andere
Kontaktglied bewegbar ist. In diesem Fall empfiehlt es
sich, das mit der Hartsilberschicht versehene Kontaktglied
als stationäres Kontaktglied einzusetzen.
Die Lebensdauer des Trennschalters kann noch dadurch
verbessert werden, daß auf die Hartsilberschicht
galvanisch eine Schicht eines Metalls der Platingruppe,
insbesondere Palladium, aufgebracht wird. Eine derartige
zusätzliche Beschichtung ist ebenfalls mit mäßigem Aufwand
herstellbar.
Eine Steigerung der Standzeit des stationären Kontakt
gliedes ist auch durch mechanische Einarbeitung zusätz
licher Werkstoffe erzielbar. Hierfür eignen sich insbe
sondere die bekannten Trommelverfahren, bei denen man
zu behandelnde Werkstücke und Zusatzstoffe in einer
Trommel unter ständiger Bewegung in intensive Berührung
bringt. Eine gewisse Menge der Zusatzstoffe dringt dabei
in die Oberfläche der Werkstücke ein und verändert deren
Eigenschaften. Für die Zwecke der Erfindung erweist es
sich insbesondere als vorteilhaft, wenn auf die Hart
silberschicht durch ein Trommelverfahren eine aus
Teilchen eines Edelmetalles und Kohlenstoff bestehende
Schicht aufgebracht ist. Vorzugsweise wird für das
Trommelverfahren ein Pulver verwendet, dessen Partikel aus
einer Mischung eines Edelmetalls, z. B. Silber, und
Kohlenstoff (Graphit) bestehen. Durch eine solche Be
handlung sind Eigenschaften erzielbar, die den bekannten
Silber-Graphit-Verbundwerkstoffen oder den galvanisch
aufgebrachten Silber-Graphit-Schichten ähnlich sind. Hin
sichtlich des Aufwandes ist das Trommelverfahren jedoch
günstiger und verfahrentechnisch einfacher, zumal es
lediglich durch die Behandlungsdauer möglich ist, mehr
oder weniger dicke Zusatzschichten herzustellen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand des in der Figur
dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Die Fig. 1 zeigt zusammenwirkende Kontaktglieder in einer
Seitenansicht, wobei eines der Kontaktglieder abgebrochen
gezeigt ist, um die Oberfläche des dahinterliegenden
Kontaktgliedes sichtbar zu machen.
In der Fig. 2 ist die Kontaktanordnung gemäß der Fig. 1
in einer rechtwinklig zur Fig. 1 stehenden Ansicht
dargestellt.
Die Fig. 3 zeigt ein feststehendes Kontaktglied mit
beidseitig aufgebrachter zweilagiger Beschichtung.
Die Fig. 4 ist eine vergrößerte schematische Darstellung
der Beschichtung eines Kontaktgliedes mit einer Hart
silberschicht und einer zusätzlichen Silber-Graphit-Schicht.
In der Fig. 1 ist ein feststehendes Kontaktglied 1 eines
Trennschalters gezeigt, das mit einem Paar um ein ange
deutetes Zentrum schwenkbarer Kontaktglieder 2 und 3
zusammenwirkt. Das Kontaktglied 3 ist abgebrochen gezeigt,
um eine als Kontaktfläche dienende Beschichtung 4 des
Kontaktgliedes 2 sichtbar zu machen. Die Beschichtung 4
ist durch eine normale galvanische Versilberung auf einem
beispielsweise aus Kupfer bestehenden Grundmaterial her
gestellt. Es kann entweder das ganze Kontaktglied 2 mit
dieser Silberschicht versehen sein oder die Versilberung
kann partiell vorgenommen sein, wie dies durch die Be
grenzung der Kontaktfläche 4 in der Fig. 1 angedeutet
ist. Das Kontaktglied 3 besitzt eine gleiche Beschichtung
5 (Fig. 2).
Das feststehende Kontaktglied 1 besitzt beidseitig eine
Beschichtung 6, die ebenfalls galvanisch aufgebracht ist.
Im Unterschied zu der Beschichtungen 4 und 5 ist jedoch
die Beschichtung 6 eine Hartsilberschicht.
Zum Einschalten werden die bewegbaren Kontaktglieder 2 und
3 in Richtung des in der Fig. 1 gezeigten Pfeiles 7 zur
Anlage an dem feststehenden Kontaktglied 1 gebracht. Diese
Stellung ist in der Fig. 2 dargestellt. Durch die ange
gebene Kombination von Silberschichten wird eine hohe
Verschleißbeständigkeit des Trennschalters erreicht.
Dieses Ergebnis wird mit geringerem Aufwand erzielt, als
es bisher beispielsweise durch die Aufbringung von
silbergraphithaltigen Kontaktauflagen erzielt wurde.
Wie schon erwähnt, kann die Haltbarkeit der Beschichtungen
6 aus Hartsilber noch durch die zusätzliche Abscheidung
einer Palladiumschicht verbessert werden. Eine solche
Beschichtung 8 ist in der Fig. 3 gezeigt.
Das in der Fig. 4 teilweise gezeigte feststehende
Kontaktglied 10 ist beidseitig mit einer zusammengesetzten
Beschichtung versehen, die als Ganzes mit 11 bezeichnet
ist. Die Beschichtung 11 besteht aus einer direkt auf dem
Grundwerkstoff des Kontaktgliedes 10 galvanisch aufge
brachten Hartsilberschicht 12 und einer zusätzlichen Ober
flächenschicht 13, die aus Silber und Graphit besteht.
Silber und Graphit sind als Teilchen unterschiedlicher
Größe gezeigt, um die Mischung anzudeuten. Eine feste
Bindung dieser Teilchen an die Hartsilberschicht 12
wird durch ein Trommelverfahren erzielt. Hierzu wird eine
größere Anzahl zu behandelnder Kontaktglieder in einer
Trommel eine Zeitlang zusammen mit einem Pulver intensiv
bewegt, dessen Partikel aus einer Mischung von Silber und
Graphit bestehen. Diese Stoffe dringen in die Hartsilber
schicht 12 ein und ergeben vorteilhafte Eigenschaften
sowohl hinsichtlich der Verschleißbeständigkeit als auch
der elektrischen Eigenschaften.
Es sei noch erwähnt, daß eine normale Versilberung eine
Härte von etwa 60 bis 80 Mikro-Vickers aufweist. Dem
gegenüber ist durch eine Hartglanzversilberung eine
Härte von etwa 80 bis 200 Mikro-Vickers erzielbar. Welche
Härte für die Zwecke der Erfindung geeignet ist, hängt vom
Einsatzzweck der Kontaktglieder ab. Insbesondere kommt es
bei der anzustrebenden Härte der Hartsilberschicht darauf
an, ob die Hartsilberschicht für sich allein oder in Ver
bindung mit einer zusätzlichen Beschichtung der be
schriebenen Art eingesetzt wird.
Claims (5)
1. Trennschalter mit in einem Isoliergas angeordneten und
relativ zueinander bewegbaren Kontaktgliedern (1, 2, 3),
deren miteinander zusammenwirkende Bereiche eine Be
schichtung (4, 5, 6) aus einem silberhaltigen Kontakt
werkstoff tragen, dadurch
gekennzeichnet, daß das eine Kontaktglied
(1) eine galvanisch aufgebrachte Hartsilberschicht (6) und
das andere Kontaktglied (2, 3) eine gleichfalls galvanisch
aufgebrachte normale Silberschicht (4, 5) besitzt.
2. Trennschalter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das
mit der Hartsilberschicht (6) versehene Kontaktglied (1)
als stationäres Kontaktglied dient.
3. Trennschalter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß auf
die Hartsilberschicht (6) galvanisch eine Schicht (8)
eines Metalls der Platingruppe, insbesondere Palladium,
aufgebracht ist.
4. Trennschalter nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß auf
die Hartsilberschicht (12) durch ein Trommelverfahren eine
aus Teilchen eines Edelmetalls und von Kohlenstoff
bestehende Schicht (13) aufgebracht.
5. Trennschalter nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß für
das Trommelverfahren ein Pulver verwendet wird, dessen
Partikel aus einer Mischung des Edelmetalls und Kohlen
stoff (Graphit) bestehen.
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4230060A1 (de) |
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1992
- 1992-09-07 DE DE19924230060 patent/DE4230060A1/de not_active Withdrawn
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