DE4237335A1 - Verfahren und Einrichtung zur Trocknung eines mit einer Reinigungsflüssigkeit behandelten Werkstücks - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Trocknung eines mit einer Reinigungsflüssigkeit behandelten WerkstücksInfo
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Description
Vor allem zerspanend bearbeitete Werkstücke bedürfen nach der
Bearbeitung einer Reinigung, um Späne, aber auch an den Werk
stücken haftende Bestandteile von Kühl- und Schneidflüssig
keiten zu entfernen. Hierzu werden, falls es sich nicht um
Einzelwerkstücke in Bearbeitungsstraßen z. B. der Automobil
industrie handelt, die Werkstücke in einer Reinigungskammer
mit einer Reinigungsflüssigkeit abgespritzt und/oder durch
Tauchen in der Reinigungsflüssigkeit und Bewegen der Werk
stücke gewaschen, worauf sie in der Reinigungskammer, einer
dieser nachgeordneten Trocknungskammer oder einer anderen ge
eigneten Station einer Gesamtanlage getrocknet werden. In der
Vergangenheit erfolgte die Reinigung häufig mit organischen
Lösungsmitteln, wie z. B. Perchloräthylen, aus Gründen des
Umweltschutzes werden jedoch neuerdings überwiegend wäßrige,
Tenside enthaltende Reinigungsflüssigkeiten eingesetzt. Wäh
rend sich die organischen Lösungsmittel verhältnismäßig
leicht entfernen ließen, indem man eine die Werkstücke auf
nehmende Kammer evakuierte und so die Lösungsmittel verdampf
te, ist die Trocknung der Werkstücke bei Verwendung wäßriger
Reinigungsflüssigkeiten weitaus schwieriger, und zwar auch
dann, wenn die Reinigung mit heißen Reinigungsflüssigkeiten
mit einer Temperatur von z. B. 80 oder 90°C erfolgte und in
folgedessen die Werkstücke im Verlauf der Reinigung erwärmt
wurden: Viele Werkstücke besitzen Oberflächenbereiche mit
einer die Reinigungsflüssigkeit zurückhaltenden Kontur, wie
z. B. Sacklöcher (einseitig geschlossene Bohrungen), aber
auch Gewindebohrungen, in deren Gewindegängen Reinigungsflüs
sigkeit zurückbleibt. Besonders problematisch wird die Trock
nung der Werkstücke in Produktionsanlagen mit kurzen Taktzei
ten, wie sie z. B. für die Automobilindustrie typisch sind,
da dann für die Trocknung nur kurze Zeitintervalle zur Ver
fügung stehen.
Da vielfach und vor allem in der Automobilindustrie in einer
Produktionsanlage stets identische Teile, wie Motorblöcke
oder Zylinderköpfe, gereinigt und getrocknet werden müssen,
wird derzeit ein gereinigtes und zu trocknendes Werkstück in
eine Kammer oder eine andere geeignete Station eingebracht
(bei der es sich z. B. um eine spezielle Trocknungskammer,
aber auch um die Reinigungskammer handeln kann), welche mit
Preßluft-gespeisten Blasdüsen versehen ist, deren jede auf
einen solchen Oberflächenbereich mit einer die Reinigungs
flüssigkeit zurückhaltenden Kontur gerichtet ist (was natür
lich eine präzise Positionierung des Werkstücks in der Kammer
voraussetzt). Die Praxis hat jedoch gezeigt, daß selbst gut
ausgerichtete Blasdüsen und ein hoher Preßluftdruck häufig
nicht ausreichen, Bohrungen und dergleichen vollständig aus
zutrocknen; dies liegt z. B. daran, daß die Preßluft die in
einem Sackloch zurückgehaltene restliche Reinigungsflüs
sigkeit nicht vollständig aus der einseitig geschlossenen
Bohrung austreiben kann, vor allem dann, wenn es sich um eine
Gewindebohrung handelt, bei der die Preßluft die restliche
Reinigungsflüssigkeit in den Gewindegängen zusammenschiebt,
die Gewindegänge jedoch verhindern, daß die restliche Reini
gungsflüssigkeit durch die Preßluft aus der Bohrung ausge
trieben werden kann. Nach dem Abschalten des Preßluftstrahls
läuft dann die restliche Reinigungsflüssigkeit, vor allem in
vertikal orientierten Bohrungen, im unteren Bohrungsbereich
zusammen, so daß auch die vom Reinigungsvorgang stammende
Eigenwärme des Werkstücks ein vollständiges Verdampfen der
restlichen Reinigungsflüssigkeit nicht mehr bewirken kann.
Werkstücke mit Oberflächenbereichen, welche die Reinigungs
flüssigkeit zurückhaltende Konturen aufweisen, lassen sich
aber auch mit den bekannten Vakuum-Trocknungsverfahren nicht
befriedigend trocknen, vor allem nicht in den nur kurzen,
üblicherweise zur Verfügung stehenden Zeitintervallen: Bei
einem Sackloch, d. h. einer einseitig geschlossenen Bohrung,
welche während des Trocknungsvorgangs vertikal oder schräg
nach oben orientiert ist, ist die Fläche des zu trocknenden
Bereichs, an dem das Vakuum angreifen kann, im Verhältnis zum
Volumen der zu verdunstenden restlichen Reinigungsflüssigkeit
verhältnismäßig klein.
Repräsentativ für die bekannten Vakuum-Trocknungsverfahren
sind z. B. die in der DE-PS 37 15 168 und der EP-0 476 235-A1
beschriebenen Verfahren. Bei dem Vakuum-Trocknungsverfahren
nach der DE-PS 37 15 168 wird die Trocknungskammer laufend
evakuiert, wobei während des Evakuierens gegebenenfalls Umge
bungsluft über ein Ventil in die Trocknungskammer eingelassen
wird, ohne dadurch jedoch den in der Trocknungskammer herr
schenden Unterdruck zu stark abfallen zu lassen (siehe dies
bezüglich EP-0 476 235-A1, Sp. 1, Zeilen 27-50, insbeson
dere Zeilen 43-47). Bei dem Vakuum-Trocknungsverfahren nach
der EP-0 476 235-A1 soll ein Werkstück durch einen "Vakuum
schock" getrocknet werden, indem eine Verbindungsleitung
zwischen einem als Vakuumspeicher dienenden Unterdruckbehäl
ter und der Trocknungskammer schlagartig und vollständig ge
öffnet wird; wenn sich aber z. B. am Boden eines senkrecht
orientierten Sackloches Reinigungsflüssigkeit angesammelt
hat, wird diese auch durch einen solchen "Vakuumschock" nicht
vollständig ausgetrieben, weil die einen Dampfaustritt ermög
lichende offene Oberfläche im Verhältnis zum Flüssigkeitsvo
lumen zu gering ist, und entsprechendes gilt für Mulden, vor
allem dann, wenn die Eigenwärme des zu trocknenden Werkstücks
nicht hoch genug ist.
Der Erfindung lag nun die Aufgabe zugrunde, ein Trocknungs
verfahren zu schaffen, mit dem sich Werkstücke auch nach
einer Reinigung mit einer wäßrigen Reinigungsflüssigkeit
innerhalb kürzerer Zeit vollständig trocknen lassen, als dies
mit den bekannten Trocknungsverfahren möglich ist.
Ausgehend von einem Verfahren zur Trocknung eines mit einer
Reinigungsflüssigkeit behandelten Werkstücks, welches Ober
flächenbereiche mit Reinigungsflüssigkeit zurückhaltenden
Konturen aufweist, wobei das Werkstück in einer luftdicht
verschließbaren Kammer einem Unterdruck ausgesetzt wird, läßt
sich diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch lösen, daß die
folgenden Verfahrensschritte in beliebiger Reihenfolge ange
wandt werden:
- (a) Evakuieren der Kammer zum Verdampfen von Reinigungs flüssigkeit an der Werkstückoberfläche, und
- (b) Beaufschlagung besagter Oberflächenbereiche mit durch entsprechend ausgerichtete Blasdüsen erzeugten Luft strahlen zum Entfernen und Verteilen von zurückgehal tener Reinigungsflüssigkeit von bzw. auf diesen Ober flächenbereichen.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren läßt sich weit mehr er
reichen als die Summe der Effekte des bekannten Vakuum-Trock
nungsverfahrens und der bekannten Trocknung durch Ab- und
Ausblasen mit gerichteten Preßluftdüsen, was im folgenden
näher erläutert werden soll:
Evakuiert man vor dem Einsatz der Blasdüsen, so kann man sich
eine Druckluftquelle, z. B. in Form eines Kompressors, spa
ren, da es nach dem Evakuieren der Kammer nur erforderlich
ist, die Blasdüsen mit der Umgebungsluft der Kammer zu ver
binden; die Belüftung der Kammer über die Blasdüsen erfolgt
dann ausschließlich durch Umgebungsluft, und die für die Er
zeugung der Luftstrahlen erforderliche Energie wird von der
Druckdifferenz zwischen der Umgebungsluft und der evakuierten
Kammer geliefert.
Evakuiert man die Kammer nach dem Einsatz der Blasdüsen,
führt das Vakuum zu einer besonders effektiven Trocknung, da
die in den erwähnten Bereichen zurückgehaltene Reinigungs
flüssigkeit durch die Luftstrahlen auf diesen Oberflächenbe
reichen verteilt wurde, so daß beim anschließenden Evakuieren
der Kammer das Vakuum auf verhältnismäßig große, von der Rei
nigungsflüssigkeit benetzte Oberflächen einwirken kann.
Aus dem Vorstehenden ergibt sich, daß bei bevorzugten Ausfüh
rungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens auf den Verfah
rensschritt (b) der Verfahrensschritt (a) folgt, sei es, daß
die Reihenfolge der Verfahrensschritte (b) und (a) oder (a),
(b), (a) ist oder daß die Verfahrensschritte (a) und (b) in
beliebiger Reihenfolge - (a)/(b) oder (b)/(a) - mehrfach wie
derholt werden.
Statt alle oder einen Teil der Blasdüsen nur mit Hilfe der
Druckdifferenz zwischen der evakuierten Kammer und der Umge
bungsluft zu betreiben, können die Blasdüsen oder ein Teil
der Blasdüsen auch mit Preßluft gespeist werden. Außerdem
wird das erfindungsgemäße Verfahren zweckmäßigerweise so
durchgeführt, daß die Verfahrensschritte unmittelbar aufein
anderfolgen, was vor allem dann wichtig ist, wenn durch die
Luftstrahlen die restliche Reinigungsflüssigkeit über die zu
trocknenden Oberflächenbereiche verteilt wurde, da dann das
Evakuieren erfolgen sollte, ehe die restliche Reinigungsflüs
sigkeit wieder zusammenlaufen, also sich z. B. am Boden eines
Sackloches sammeln kann.
Um dem Wunsch nach möglichst kurzen Trocknungszeiten entge
genzukommen, sollte der für das Evakuieren der Kammer erfor
derliche Zeitraum so kurz wie möglich gehalten werden (dies
gilt aber auch im Hinblick darauf, daß ein Wieder-Zusammen
laufen der verteilten Reinigungsflüssigkeitsreste vermieden
werden sollte), weshalb empfohlen wird, zum Evakuieren der
Kammer einen Vakuum-Vorratsbehälter zu verwenden, welcher
über ein Ventil an die Kammer angeschlossen wird, denn dann
kann man nicht nur mit einer Vakuumpumpe verhältnismäßig
kleiner Leistung auskommen, mit der der Vakuum-Vorrats
behälter evakuiert wird, sondern die mit dem Vakuum-Vorrats
behälter verbundene Vakuumpumpe kann kontinuierlich betrieben
werden, was im Hinblick auf ihre Lebensdauer von Vorteil ist.
Des weiteren kann es empfehlenswert sein, die über die Blas
düsen in die Kammer eingeleitete Luft zuvor aufzuheizen,
falls die vom Reinigungsvorgang herrührende Eigenwärme der
Werkstücke nicht ausreicht, um Reinigungsflüssigkeitsreste
durch das Evakuieren der Kammer vollständig zu verdunsten
bzw. zu verdampfen.
Die Erfindung betrifft auch eine Einrichtung zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens, für die vorgeschlagen wird,
den Innenraum der Kammer nur so groß zu gestalten, daß er zur
Aufnahme des zu trocknenden Werkstücks gerade ausreicht,
d. h. daß dieser Innenraum nur unwesentlich größer ist als
das zu trocknende Werkstück; dann kann nämlich das Evakuieren
der Kammer besonders rasch erfolgen, was im Hinblick auf die
vorstehend geschilderten, bei der Durchführung des erfin
dungsgemäßen Verfahrens eintretenden Effekte günstig ist. In
diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß die Kammer
natürlich so gestaltet werden kann, daß sich in ihr mehr als
ein zu trocknendes Werkstück unterbringen läßt, im Hinblick
auf den getakteten Arbeitsablauf der meisten Produktionsan
lagen ist es jedoch vorteilhafter, wenn in der Kammer immer
nur ein einziges Werkstück getrocknet wird.
Natürlich könnte die Kammer mit justierbaren Blasdüsen ausge
rüstet werden; eingangs wurde jedoch bereits erwähnt, daß
häufig ausschließlich identische Teile gereinigt und getrock
net werden müssen, so daß die Gestaltung der Trocknungsein
richtung an dieses spezielle Werkstück angepaßt werden kann
und die Kammer mit festen Blasdüsen, z. B. aber auch mit
festen Bohrungen in einer Düsenplatte, versehen werden kann,
wobei jedem Oberflächenbereich des Werkstücks, der eine die
Reinigungsflüssigkeit zurückhaltende Kontur aufweist, eine
oder mehrere auf diesen Oberflächenbereich ausgerichtete
Blasdüse gegenüberliegt.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren läßt sich die Trocknungs
zeit auch bei komplizierten Teilen, wie Motorblöcken, auf
größenordnungsmäßig 15 Sekunden reduzieren, so daß sich das
erfindungsgemäße Verfahren für Produktionsanlagen mit kurzen
Taktzeiten besonders eignet. Außerdem lassen sich ausreichen
de Trocknungsergebnisse auch bei tieferen Werkstücktempe
raturen erreichen, als dies bei den bekannten Trocknungsver
fahren der Fall ist, z. B. bei Werkstücktemperaturen von
45-50°C (im Vergleich zu 60-80°C bei bekannten Trock
nungsverfahren), so daß die Reinigung der Werkstücke auch mit
weniger heißen Reinigungsflüssigkeiten erfolgen kann.
Im folgenden soll die in der beigefügten Zeichnung schema
tisch dargestellte Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Einrichtung noch kurz erläutert werden.
Die Zeichnung zeigt eine Kammer 10, bei der es sich im darge
stellten Fall um eine reine Trocknungskammer handelt, obwohl
grundsätzlich das erfindungsgemäße Verfahren auch in einer
der Reinigung der Werkstücke dienenden Kammer durchgeführt
werden könnte. Die gemäß der Zeichnung rechten und linken
Seitenwände der Kammer können als öffnenbare Türen ausgebildet
sein, um so ein gereinigtes und nun zu trocknendes Werk
stück 12 in die Kammer einführen und nach der Trocknung die
ser wieder entnehmen zu können. Bei der dargestellten Ausfüh
rungsform wird das Werkstück 12 nach dem Einführen in die
Kammer 10 auf Stützen 14 abgesetzt, damit sich die zu trock
nende Oberfläche des Werkstücks möglichst vollständig dem
Vakuum aussetzen läßt. Des weiteren ergibt sich aus der
Zeichnung, daß die Kammer 10 nur unwesentlich größer ist als
das zu trocknende Werkstück 12, worunter zu verstehen ist,
daß der Inhalt der Kammer 10 insbesondere nur maximal das
Doppelte des Volumens des Werkstücks 12 beträgt.
Die Decke 16 der Kammer 10 ist als Düsenplatte ausgebildet
und weist Düsen 16a, 16b, 16c und 16d auf, welche besonders
schwierig zu trocknenden Oberflächenbereichen 12a, 12b, 12c
und 12d des Werkstücks 12 gegenüberliegen und auf diese aus
gerichtet sind; bei den Oberflächenbereichen 12a, 12b und 12c
handelt es sich bei dem dargestellten Beispiel um Sacklöcher,
z. B. um einseitig geschlossene Gewindebohrungen, während der
Oberflächenbereich 12d von einer Mulde gebildet wird. Die
Düsen 16a-16d werden von einer Belüftungskammer 18 über
fangen, in welche eine Luft-Zuführleitung 20 mündet. Diese
kann einfach mit der Umgebungsluft in Verbindung stehen oder
an eine Druckluftquelle angeschlossen sein, und sie enthält
ein Ventil 22 sowie eine Heizvorrichtung 24. Zum Evakuieren
der Kammer 10 ist an diese eine mit einem Ventil 26 versehene
Saugleitung 28 angeschlossen, wobei bei der dargestellten be
vorzugten Ausführungsform die Stützen 14 auf einem Siebbo
den 30 der Kammer 10 ruhen, unter dem sich ein Trichterbo
den 32 befindet, an dessen tiefste Stelle die Saugleitung 28
angeschlossen ist. Letztere führt zu einer Vakuumpumpe 34,
zwischen welcher und dem Ventil 26 ein Vakuumspeicher 36 über
eine Abzweigleitung 38 an die Saugleitung 28 angeschlossen
ist, so daß sich bei geschlossenem Ventil 26 der Vakuumspei
cher 36 durch die ständig laufende Vakuumpumpe 34 evakuieren,
d. h. "aufladen" läßt. Für den Fall, daß die Düsen 16a-16d
mit Druckluft gespeist werden, ist die Kammer 10 mit einer
Entlüftungsleitung 40 versehen, in der sich ein Ventil 42
befindet.
Nach dem Einbringen eines gereinigten und zu trocknenden
Werkstücks 12 in die Kammer 10 und nachdem letztere luftdicht
verschlossen wurde, wird die Kammer 10 bei geschlossenen Ven
tilen 22 und 42 durch Öffnen des Ventils 26 evakuiert, wobei
gleichzeitig vom Werkstück abgetropfte Reinigungsflüssigkeit
über die Saugleitung 28 abgezogen wird. Nachdem der erwünsch
te Unterdruck in der Kammer 10 erreicht (zweckmäßigerweise
ca. 10 mbar) und für einen bestimmten kurzen Zeitraum auf
rechterhalten wurde, um an unkritischen Oberflächenbereichen
des Werkstücks 12 haftende Reinigungsflüssigkeit zu ver
dampfen bzw. zu verdunsten, wird das Ventil 26 geschlossen
und das Ventil 22 geöffnet; da die Kammer 10 dann ausschließ
lich über die Düsen 16a-16d belüftet wird, erzeugen diese
kräftige Luftstrahlen, welche in die kritischen Oberflächen
bereiche 12a-12d des Werkstücks 12 gerichtet sind. Dadurch
wird Reinigungsflüssigkeit, welche sich in diesen Oberflä
chenbereichen angesammelt hat, großenteils aus diesen konka
ven Oberflächenbereichen herausgeblasen und diejenigen Reini
gungsflüssigkeitsreste, welche sich dabei nicht aus den kon
kaven Oberflächenbereichen entfernen lassen, über die Ober
flächen der Oberflächenbereiche 12a-12d verteilt. Vorteil
haft ist es, wenn die an den Düsen wirkende Druckdifferenz
(z. B. 1 bar) und die Düsengestaltung so gewählt werden, daß
die Luftgeschwindigkeit der von den Düsen erzeugten Luft
strahlen mindestens ca. 100 m/sec, besser 100 bis 150 m/sec
beträgt.
Ehe nun diese Reinigungsflüssigkeitsreste wieder zusammenlau
fen und sich am Boden des entsprechenden konkaven Oberflä
chenbereichs 12a-12d sammeln können, wird das Ventil 22
geschlossen und das Ventil 26 geöffnet, so daß das hierdurch
in der Kammer 10 erzeugte Vakuum an den zuvor erzeugten dün
nen Reinigungsflüssigkeitsfilmen angreifen und diese ver
dampfen kann.
Gegebenenfalls wird dann der Schritt des Belüftens der Kam
mer 10 und erforderlichenfalls der Schritt des Evakuierens
der Kammer wiederholt, bis auch die kritischen Oberflächenbe
reiche des Werkstücks 12 getrocknet sind.
Werden die Düsen 16a-16d zum Belüften der Kammer 10 mit
Druckluft gespeist, sollte während des Belüftens der Kam
mer 10 das Ventil 42 offen sein.
Reicht die vom Reinigungsvorgang herrührende Eigenwärme des
Werkstücks 12 (je nach Temperatur der Reinigungsflüssigkeit,
insbesondere ca. 40°C bis ca. 60°C) nicht aus oder besitzt
letzteres hinsichtlich seiner Trocknung besonders kritische
Oberflächenbereiche, kann es sich empfehlen, die zum Belüften
der Kammer 10 in diese eingeleitete Luft über die Heizvor
richtung 24 zu erwärmen bzw. zu erhitzen. Vorteilhafterweise
wird die Luft dann auf Temperaturen von ca. 80°C bis ca.
150°C erhitzt.
Claims (9)
1. Verfahren zur Trocknung eines mit einer Reinigungsflüs
sigkeit behandelten Werkstücks, welches Oberflächenbe
reiche mit Reinigungsflüssigkeit zurückhaltenden Kontu
ren aufweist, wobei das Werkstück in einer luftdicht
verschließbaren Kammer einem Unterdruck ausgesetzt wird,
gekennzeichnet durch die folgenden, in beliebiger Rei
henfolge angewandten Verfahrensschritte
- (a) Evakuieren der Kammer zum Verdampfen von Reini gungsflüssigkeit an der Werkstückoberfläche;
- (b) Beaufschlagung besagter Oberflächenbereiche mit durch entsprechend ausgerichtete Blasdüsen er zeugten Luftstrahlen zum Entfernen und Verteilen von zurückgehaltener Reinigungsflüssigkeit von bzw. auf diesen Oberflächenbereichen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Erzeugung der Luftstrahlen die Blasdüsen mit der
Atmosphäre verbunden werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die den Blasdüsen zugeführte Luft erwärmt wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorstehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verfahrens
schritte (a) und (b) abwechselnd mehrfach durchgeführt
werden.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der vorstehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst der
Schritt (a) und dann der Schritt (b) durchgeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kammer nach dem Verfahrensschritt (a) ausschließlich
über die Blasdüsen belüftet wird.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorstehenden An
sprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung einer Kam
mer, deren Innenraum nur so groß ist, daß er zur Aufnah
me des Werkstücks ausreicht.
8. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem
oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet
durch eine druckdicht abschließbare Kammer (10) zur Auf
nahme des Werkstücks (12), eine über ein Ventil (26) mit
dem Kammerinnenraum verbindbare Unterdruckquelle (34,
36), sowie durch Blasdüsen (16a, 16b, 16c, 16d), welche
auf die Werkstück-Oberflächenbereiche (12a, 12b, 12c,
12d) mit Reinigungsflüssigkeit zurückhaltenden Konturen
gerichtet und über wenigstens ein Ventil (22) mit einem
Luftspeicher verbindbar sind, dessen Luftdruck über dem
jenigen der Unterdruckquelle (34, 36) liegt.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
der Luftspeicher eine Druckluftquelle und die Kam
mer (10) mit einem Entlüftungsventil (42) versehen ist.
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| DE4235385 | 1992-10-21 | ||
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Publications (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE4237335A1 (de) |
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1992
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