DE4243399A1 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Klasse neuer antibakterieller,
eine Guanidylgruppe enthaltender Verbindungen sowie Verfahren
zu ihrer Herstellung.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen sind geeignet als
Germizide, Algizide, Bakterizide, Antischimmelmittel,
Deodorants, desinfizierende Wirkung aufweisende Faserbehandlungsmittel,
Harzmodifikatoren, Hydrophobisierungsmittel,
Kosmetika, Formtrennmittel, Farbenzusätze usw.
Dimethylpolysiloxan, ein typisches Beispiel für Organopolysiloxane,
ist als Silikonöl bekannt und wird als
Faserbehandlungsmittel, Harzmodifikator, Hydrophobisierungsmittel,
für kosmetische Zwecke, als Formtrennmittel,
Farbenzusatz usw. in den verschiedensten Industriezweigen
verwendet.
Außerdem findet Dimethylpolysiloxan, bei dem organische
funktionelle Gruppen, wie Amino, Epoxy, Hydroxyl, Carboxyl,
Polyoxyalkyl usw. am Ende seines Moleküls bzw. in
seine Seitenketten eingebaut sind, breite Anwendung als
modifiziertes organisches Silikon für die verschiedensten
Verwendungszwecke.
Wird Dimethylpolysiloxan zusätzlich zu der ihm eigenen
Wirkung als Schmier-, Glanz-, Oberflächenschutz- und Hydrophobisierungsmittel
noch mit antibakterieller Aktivität
ausgestattet, wird es noch wirkungsvoller für die verschiedensten
Verwendungszwecke. Es wurde daher in Betracht
gezogen, in Dimethylpolysiloxan Substituenten mit antibakterieller
Aktivität einzubauen. Die umgebenden Medien, für
die antibakterielle Aktivität erforderlich ist, sind jedoch
unterschiedlich, weshalb auch die entsprechenden Forderungen
im Hinblick auf das antibakterielle Spektrum verschieden
sind. Außerdem ist niedrige Toxizität eine Grundvoraussetzung
in jenen Fällen, in denen die Verbindung in einer
Umgebung verwendet wird, in der sie mit dem Menschen in
Berührung kommen kann.
Bekannt sind viele verschiedene antibakteriell wirksame
Stoffe, wie z. B. quartäre Ammoniumverbindungen. Beispiele
für derartige Verbindungen sind Guanidylverbindungen, von
denen einige biologische Aktivität aufweisen und z. B. zur
Malariabekämpfung verwendet werden.
So zeigen Bisbiguanide, die an beiden Enden einer Alkylenkette
Biguanidylgruppen aufweisen, starke germi- und
bakterizide Aktivität. Einige unter ihnen finden breite
Anwendung als Germizide und Desinfektionsmittel und werden
seit langem erforscht.
Der Mechanismus der germiziden Aktivität dieser Verbindungen
ist jedoch noch nicht eindeutig geklärt, und das Vorhandensein
der Biguanidylgruppe führt nicht immer zur germiziden
Aktivität. Es ist allgemein bekannt, daß die biologische
Aktivität von Biguanidverbindungen stark von der Art der
Substituenten abhängt (s. J. Chem. Soc., 729 (1946)). Es
wird außerdem beschrieben, daß die germizide Aktivität und
das antibakterielle Spektrum der Bisbiguanidverbindungen
von der Länge der Alkylenkette, der Art der endständigen
Substituenten usw. stark beeinflußt wird (s. z. B. Brit. J.
Pharmcol. 9, 192 (1954)).
Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung einer Klasse
niedrige Toxizität aufweisender antibakterieller Polysiloxanverbindungen,
die auf die Oberfläche verschiedener
Stoffe aufgebracht oder in Harze eingearbeitet werden
können und diesen antibakterielle Aktivität verleihen.
Hergestellt wurde eine Klasse neuer Verbindungen, die eine
Guanidverbindung enthalten, wobei das Ende ihres Moleküls
mit einem höhermolekularen Polysiloxan verknüpft ist. Es
wurde gefunden, daß einige dieser Verbindungen starke germizide
Aktivität aufweisen und als antibakterielle Stoffe
praktische Anwendung finden können. Diese Verbindungen
weisen wenigstens eine Guanidylgruppe als aktive Gruppe auf,
die für den Menschen von geringer Toxizität ist, weshalb
diese Verbindungen in einem breiten Anwendungsbereich eingesetzt
werden können. Bei diesen Verbindungen ist der germizide
Anteil mit dem höhermolekularen Polysiloxan chemisch
verknüpft, weshalb die germizide Aktivität über lange Zeit
aufrechterhalten wird und die schädliche Wirkung auf Mensch
und Umwelt verglichen mit der traditionellen Verarbeitung
einer germiziden Substanz in Polymerstoffen herabgesetzt
ist.
Die Erfindung betrifft Organopolysiloxanverbindungen
der Formel (I)
R¹(Si(CH₃)₂O)l(Si(CH₃)₂)AG
in welcher R¹ ein gegebenenfalls substituiertes Niederalkyl,
l eine ganze Zahl von 1 bis 5000 und A ein C₁-C₁₀-Alkylen
bedeuten und G eine Biguanidylgruppe darstellt, die einen
Substituenten oder eine Cyanoguanidylgruppe aufweisen
kann;
oder der Formel (II)
oder der Formel (II)
R¹(Si(CH₃)₂O)l(SiCH₃R²O)m(SiCH₃AGO)n(Si(CH₃)₃)
in welcher R¹, l, A und G die oben definierte Bedeutung
haben und m eine ganze Zahl von 0 bis 5000, R² ein Niederaminoalkyl
und n eine ganze Zahl von 1 bis 5000 bedeuten.
Die Biguanidylgruppe kann ein Salz einer organischen Säure,
wie Essig-, Zitronen-, Gluconsäure usw. oder einer anorganischen
Säure, wie Salz-, Schwefelsäure usw. sein.
Durch entsprechende Wahl der mit der Guanidylgruppe zu verknüpfenden
Substituenten können die germizide Wirkung und
das antibakterielle Spektrum der Verbindung variiert werden.
Der Substituent sollte vorzugsweise unter Wasserstoff,
C₁-C₂₀-Alkyl oder Phenyl, das durch Halogen, Alkyl, Fluoralkyl
und Alkoxy substituiert sein kann, ausgewählt werden.
Der Bindungsanteil zwischen Si-Atom und Guanidylgruppe ist
vorzugsweise eine C₁-C₁₀-Alkylengruppe, die einen Substituenten,
ausgewählt aus Oxy, Azo, Thio, Hydroxymethylen,
Oxycarbonyl und Phenylen, enthalten kann.
Das erfindungsgemäß verwendete Polysiloxan kann eine Viskosität
von 0,1-1 000 000 mm² · s-1
(25°C) aufweisen, vorzugsweise beträgt sie
5-50 000 mm² · s-1 (25°C).
Typische Beispiele für die erfindungsgemäßen Verbindungen
sind solche der nachfolgenden Formeln, wobei der Buchstabe
in den Klammern < < der entsprechenden Angabe der Verbindung
in den Ausführungsbeispielen entspricht.
Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zur Herstellung
der Verbindung der Formel I, in welcher G eine Biguanidylgruppe
darstellt, welche darin besteht, daß man
ein Organopolysiloxan, das eine Struktureinheit
R¹(Si(CH₃)₂O)n(Si(CH₃)₂)AG,
in welcher R¹, n und A die oben definierte Bedeutung
haben und G eine Cyanoguanidylgruppe darstellt,
mit einem Amin der Formel
ZNH₂
in welcher Z Wasserstoff, C₁-C₂₀-Alkyl oder Phenyl,
welches durch Halogen, Alkyl, Fluoralkyl oder Alkoxy
substituiert sein kann, bedeutet,
umsetzt.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung
einer Verbindung der Formel I, in welcher G
eine Cyanoguanidylgruppe ist, welches darin besteht,
daß man ein Organopolysiloxan der Formel
R¹(Si(CH₃)₂O)n(Si(CH₃)₂)AQ
in welcher R¹, n und A die oben definierte Bedeutung
haben und Q eine Aminogruppe darstellt,
mit einer Verbindung der Formel
NC-N=C(SCH₃)NH₂
oder
NaN(CN)₂
umsetzt.
Die Aminverbindung der oben genannten Formel kann in Form
eines Salzes verwendet werden. In diesem Fall kann der
Säurerest gewünschtenfalls durch Behandlung mit einer Base
entfernt werden. Die Umsetzung der Cyanoguanidylverbindung
mit dem Amin kann in einem Lösungsmittel durchgeführt
werden. Dafür kann ein Alkohol, z. B. Ethanol, Isopropanol,
2-Ethoxyethanol usw., ein Ether, wie z. B. Ethylether, Isopropylether
usw. oder eine aromatische Kohlenwasserstoffverbindung
wie Benzol, Toluol usw. verwendet werden.
Die Reaktionstemperatur beträgt 0 bis 200°C, vorzugsweise
60 bis 150°C. Die Reaktionsdauer hängt von den Reaktionsbedingungen,
der Reaktionsfähigkeit der Reagentien usw. ab.
Diese Verbindungen können als Salz einer organischen oder
anorganischen Säure hergestellt werden und die Salze können
durch Behandlung mit einem Alkali in eine Base übergeführt
werden. Andererseits können Basen durch Behandlung mit einer
Säure in Salze übergeführt werden.
Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zur Herstellung
der Verbindung der Formel II
R¹(Si(CH₃)₂O)l(SiCH₃R²O)m(SiCH₃AGO)n(Si(CH₃)₃),
in welcher R¹, l und A die oben definierte Bedeutung haben
G ein Cyanoguanidyl darstellt und m eine ganze Zahl von 0 bis
5000, R² ein Niederaminoalkyl und n eine ganze Zahl von 1
bis 5000 bedeuten,
durch Umsetzung einer Verbindung der Formel
durch Umsetzung einer Verbindung der Formel
R¹(Si(CH₃)₂O)l(SiCH₃R²O)m(SiCH₃AQO)n(Si(CH₃)₃),
in welcher R, l, m, n und A die obige Bedeutung haben
und Q eine Aminogruppe darstellt,
mit einer Verbindung der Formel
mit einer Verbindung der Formel
NC-N=(SCH₃)NH₂
oder einer Verbindung der Formel
NaN(CN)₂.
Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zur Herstellung
der Verbindung der Formel II
R¹(Si(CH₃)₂O)l(SiCH₃R²O)m(SiCH₃AGO)n(Si(CH₃)₃),
in welcher R¹, l und A die oben definierte Bedeutung
haben, G Biguanidyl, m eine ganze Zahl von 0 bis 5000,
R² ein Niederaminoalkyl und n eine ganze Zahl von 1
bis 5000 bedeuten,
durch Umsetzung einer Verbindung der Formel
durch Umsetzung einer Verbindung der Formel
R¹(Si(CH₃)₂O)l(SiCH₃R²O)m(SiCH₃AGO)n(Si(CH₃)₃),
in welcher R¹, l, m, n und A die obige Bedeutung haben
und G eine Cyanoguanidylgruppe darstellt,
mit einer Verbindung der Formel
mit einer Verbindung der Formel
ZNH₂
in welcher Z die oben definierte Bedeutung hat.
Bei diesen Verfahren sind die Reaktionsbedingungen dieselben
wie im Falle der Verbindungen I.
Die erfindungsgemäßen, eine oder mehrere Guanidylgruppen
enthaltenden Verbindungen können in derselben Weise verwendet
werden wie die herkömmlichen Polysiloxane. Für die
Verwendung in der Praxis können die Verbindungen mit einem
geeigneten Lösungsmittel verdünnt werden oder es können
ihnen Zusätze zugegeben werden.
Die Verwendungszwecke für die vorliegenden Verbindungen
sind nicht begrenzt. Werden sie als Faserbehandlungsmittel
verwendet, werden Gewebe, Bettwäsche, Teppiche usw. zusätzlich
zum weichen Griff bzw. zur Geschmeidigkeit, zum
Glanz und zur Hydrophobizität auch noch mit antibakteriellen
und deodorierenden Eigenschaften ausgestattet.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Die in den Beispielen 1 bis
6 hergestellten Verbindungen A bis F entsprechen den oben
beschriebenen Verbindungen A bis F.
In einem mit einem Rührwerk, einem Thermometer, einem Rückflußkühler
und einem Stickstoffeinlaßrohr ausgestatteten
100-ml-Dreihalskolben wurden 10,0 g (11,9 mMol) Polysiloxan
"x22-161A" (vertrieben von der Firma Shin'etsu Kagaku Kogyo
KK, Äquivalent der funktionellen Gruppen: 840 g/mol, Viskosität:
29 mm² · s-1 (25°C), 0,69 g (6,0 mMol)
NC-N=C(SCH₃)NH₂ und 40 ml Isopropanol vorgelegt, wonach
das erhaltene Reaktionsgemisch während 22 Stunden unter
Stickstoff und Rückflußbedingungen erwärmt wurde. Auf diese
Weise erhielt man nach Abdestillieren des Lösungsmittels
unter vermindertem Druck 10,4 g eines hellgelben Öls. Dieses
Öl wurde in 100 ml Ethylether gelöst und zweimal mit Wasser
gewaschen, wonach die Etherschicht über Nacht über wasserfreiem
Natriumsulfat getrocknet wurde. Auf diese Weise erhielt
man 7,5 g des gereinigten hellgelben Öls.
0,5 g dieses Öls und 100 ml Ethylether wurden in einem
birnenförmigen 300-ml-Kolben vorgelegt, wonach das Öl
bei Raumtemperatur gelöst wurde. Danach wurde die Lösung mit
5,0 g Silikagel ("Wakogel C-200" der Firma Wako Junyaku KK)
versetzt, wonach das Gemisch eine Stunde lang gerührt wurde.
Nach Abdestillieren des Ethylethers wurde der Kolben 2
Stunden lang bei 100°C im Trockenschrank gehalten. Auf diese
Weise erhielt man 5,3 g eines weißen Pulvers.
Die antibakterielle Aktivität der Verbindung E wurde nach
AATCC-100 getestet, wobei das Öl auf dem Silikagel adsorbiert
wurde. Für den Test wurde Klebsiella pneumoniae verwendet.
Das Testergebnis ist in Tabelle 1 angegeben.
Unter Verwendung von 45,2 g (11,9 mMol) Polysiloxan "KF-864"
(der Firma Shin'etsu Kagaku Kogyo KK, Äquivalent der
funktionellen Gruppen: 3800 g/mol, Viskosität:
1700 mm² · s-1 (25°C) wurde das in Beispiel 1 beschriebene
Verfahren wiederholt. Man erhielt auf diese Weise 40,1 g
eines hellgelben Öls. 0,5 g dieses Öls und 100 ml Ethylether
wurden in einem birnenförmigen mit einem Rührer ausgestatteten
300-ml-Kolben vorgelegt, wonach das Öl bei Raumtemperatur
gelöst wurde. Danach wurde die Lösung mit 0,5 g
Silikagel ("Wakogel C-200" der Firma Wako Junyaku KK) versetzt,
wonach das Gemisch eine Stunde lang gerührt wurde.
Nach Abdestillieren des Ethylethers wurde der Kolben
2 Stunden lang bei 100°C im Trockenschrank gehalten. Die
antibakterielle Aktivität der Verbindung F wurde nach
AATCC-100 getestet, wobei das Öl auf dem Silikagel adsorbiert
wurde. Für den Test wurde Klebsiella pneumoniae
verwendet. Das Testergebnis ist in Tabelle 1 angegeben.
In einem mit einem Rührwerk, einem Thermometer, einem Rückflußkühler
und einem Stickstoffeinlaßrohr ausgestatteten 100-
ml-Dreihalskolben wurden 6,8 g (4,1 mMol) des Produkts aus
Beispiel 1, 0,5 g (4,1 mMol) Anilinhydrochlorid und 40 ml
Isopropanol vorgelegt, wonach das erhaltene Reaktionsgemisch
während 18 Stunden unter Stickstoff und Rückflußbedingungen
erwärmt wurde. Auf diese Weise erhielt man nach Abdestillieren
des Lösungsmittels unter vermindertem Druck 6,9 g
eines hellgelben Öls. Dieses Öl wurde in 100 ml Ethylether
gelöst und zweimal mit Wasser gewaschen, wonach die Etherschicht
über Nacht über wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet
wurde. Auf diese Weise erhielt man nach Abdestillieren
des Ethers 5,8 g des gereinigten hellgelben Öls.
0,5 g dieses Öls und 100 ml Ethylethers wurden in einem
birnenförmigen 300-ml-Kolben vorgelegt und gerührt, wodurch
das Öl bei Raumtemperatur gelöst wurde. Danach wurde die
Lösung mit 5,0 g Silikagel ("Wakogel C-200" der Firma Wako
Junyaku KK) versetzt, wonach das Gemisch eine Stunde lang
gerührt wurde. Nach Abdestillieren des Ethylethers wurde
der Kolben 2 Stunden lang bei 100°C im Trockenschrank
gehalten. Auf diese Weise erhielt man 5,3 g eines weißen
Pulvers.
Die antibakterielle Aktivität wurde nach AATCC-100 getestet,
wobei das Öl auf dem Silikagel adsorbiert wurde. Für den
Test wurde Klebsiella pneumoniae verwendet. Das Testergebnis
ist in Tabelle 1 angegeben.
Unter Verwendung von 0,66 g (4,1 mMol) p-Chloranilinhydrochlorid
anstelle von Anilinhydrochlorid erhielt man 5,6 g
eines hellgelben Öls. Seine antibakterielle Aktivität wurde,
wie in Beispiel 1 beschrieben, getestet. Das Testergebnis ist
in Tabelle 1 angegeben.
Unter Verwendung von 0,56 g (4,1 mMol) n-Hexylaminhydrochlorid
anstelle von Anilinhydrochlorid erhielt man 5,3 g
eines hellgelben Öls. Seine antibakterielle Aktivität wurde,
wie in Beispiel 1 beschrieben, getestet. Das Testergebnis
ist in Tabelle 1 angegeben.
In einem mit einem Rührwerk, einem Thermometer, einem Rückflußkühler
und einem Stickstoffeinlaßrohr ausgestatteten 100-
ml-Dreihalskolben wurden 10,0 g (1,3 mMol) des Produkts aus
Beispiel 2, 0,22 g (1,3 mMol) p-Chloranilinhydrochlorid und
40 ml Isopropanol vorgelegt, wonach das erhaltene Reaktionsgemisch
während 28 Stunden unter Stickstoff und Rückflußbedingungen
erwärmt wurde. Auf diese Weise erhielt man nach
Abdestillieren des Lösungsmittels unter vermindertem Druck
8,9 g eines hellgelben Öls. Dieses Öl wurde in 100 ml Ethylether
gelöst und zweimal mit Wasser gewaschen, wonach die
Etherschicht über Nacht über wasserfreiem Natriumsulfat
getrocknet wurde. Auf diese Weise erhielt man 5,8 g des
gereinigten hellgelben Öls.
Dieses Öl wurde an Silikagel adsorbiert, wonach seine
antibakterielle Aktivität, wie in Beispiel 1 beschrieben,
getestet wurde. Das Testergebnis ist in Tabelle 1 angegeben.
Das Ausgangsmaterial, Polysiloxan "x22-161A" von Shin'etsu
Kagaku Kogyo KK, wurde an Silikagel absorbiert, wonach seine
antibakterielle Aktivität auf dieselbe Weise getestet wurde.
Das Testergebnis ist in Tabelle 1 angegeben.
Das Ausgangsmaterial, Polysiloxan "KF-865" von Shin'etsu
Kagaku Kogyo KK, wurde an Silikagel absorbiert, wonach seine
antibakterielle Aktivität auf dieselbe Weise getestet wurde.
Das Testergebnis ist in Tabelle 1 angegeben.
| Verbindung | |
| Sterilisierung (%) | |
| Beispiel 1 | |
| 85,6 | |
| Beispiel 2 | 88,9 |
| Beispiel 3 | 98,9 |
| Beispiel 4 | 99,9 |
| Beispiel 5 | 91,5 |
| Beispiel 6 | 99,9 |
| Vergl.b. 1 | 0 |
| Vergl.b. 2 | 0 |
Die erfindungsgemäßen antibakteriellen Verbindungen können
unterschiedlichen Stoffen zusätzlich zu den spezifischen
Eigenschaften von Polysiloxanverbindungen germi- und bakterizide
Eigenschaften verleihen. Die Verbindungen können in
vielen Industriezweigen verwendet werden. Außerdem kommen
sie als Zwischenprodukte für die Synthese verschiedener
Guanidyl enthaltender Polysiloxanverbindungen in Frage.
Claims (5)
1. Organopolysiloxanverbindungen der Formel (I)
R¹(Si(CH₃)₂O)l(Si(CH₃)₂)AG,in welcher R¹ ein gegebenenfalls substituiertes Niederalkyl,
l eine ganze Zahl von 1 bis 5000 und A ein C₁-C₁₀-Alkylen
bedeuten und G eine Biguanidylgruppe darstellt, die einen
Substituenten oder eine Cyanoguanidylgruppe aufweisen
kann;
oder der Formel (II)R¹(Si(CH₃)₂O)l(SiCH₃R²O)m(SiCH₃AGO)n(Si(CH₃)₃),in welcher R¹, l, A und G die oben definierte Bedeutung haben und m eine ganze Zahl von 0 bis 5000, R² ein Niederaminoalkyl und n eine ganze Zahl von 1 bis 5000 bedeuten.
oder der Formel (II)R¹(Si(CH₃)₂O)l(SiCH₃R²O)m(SiCH₃AGO)n(Si(CH₃)₃),in welcher R¹, l, A und G die oben definierte Bedeutung haben und m eine ganze Zahl von 0 bis 5000, R² ein Niederaminoalkyl und n eine ganze Zahl von 1 bis 5000 bedeuten.
2. Verfahren zur Herstellung einer Verbindung der Formel
(I), in welcher G eine Biguanidylgruppe ist, dadurch gekennzeichnet,
daß man ein Organosiloxan, das die
Struktureinheit
R¹(Si(CH₃)₂O)n(Si(CH₃)₂)AGenthält, in welcher R¹, n und A die oben definierte Bedeutung
haben und G eine Cyanoguanidylgruppe darstellt,
mit einem Amin der FormelZNH₂,in welcher Z Wasserstoff, C₁-C₂₀-Alkyl oder Phenyl, das
durch Halogen, Alkyl, Fluoralkyl oder Alkoxy substituiert
sein kann, bedeutet, umsetzt.
3. Verfahren zur Herstellung einer Verbindung der Formel
(I), in welcher G eine Cyanoguanidylgruppe ist, dadurch
gekennzeichnet, daß man ein Organosiloxan, das
die Struktureinheit
R¹(Si(CH₃)₂O)l(Si(CH₃)₂)AQenthält, in welcher R¹ ein gegebenenfalls substituiertes
Niederalkyl, l eine ganze Zahl von 1 bis 5000, A eine
C₁-C₁₀-Alkylengruppe und Q eine Aminogruppe darstellen, mit
einer Verbindung der Formel NC-N=C(SCH₃)NH₂ oder NaN(CN)₂
umsetzt.
4. Verfahren zur Herstellung einer Verbindung der
Formel (I)
R¹(Si(CH₃)₂O)l(SiCH₃R²O)m(SiCH₃AG)n(Si(CH₃)₃),in welcher R¹, l und A die oben definierte Bedeutung
haben, G eine Cyanoguanidylgruppe ist, m eine ganze Zahl
von 0 bis 5000, R² eine Niederaminoalkylgruppe und n
eine ganze Zahl von 1 bis 5000 bedeuten, dadurch gekennzeichnet,
daß man eine Verbindung der
Formel IIR¹(Si(CH₃)₂O)l(SiCH₃R²O)m(SiCH₃AQO)n(Si(CH₃)₃),in welcher R¹, l, m, n und A die obige Bedeutung haben und Q
eine Aminogruppe darstellt, mit einer Verbindung der FormelNC-N=(SCH₃)NH₂oder mit einer Verbindung der FormelNaN(CN)₂umsetzt.
5. Verfahren zur Herstellung einer Verbindung der
Formel (II)
R¹(Si(CH₃)₂O)l(SiCH₃R²O)m(SiCH₃AGO)n(Si(CH₃)₃),in welcher R¹, l und A die oben definierte Bedeutung
haben, G eine Biguanidylgruppe ist, m eine ganze Zahl
von 0 bis 5000, R² eine Niederaminoalkylgruppe und n
eine ganze Zahl von 1 bis 5000 bedeuten, dadurch gekennzeichnet,
daß man eine Verbindung der
FormelR¹(Si(CH₃)₂O)l(SiCH₃R²O)m(SiCH₃AQO)n(Si(CH₃)₃),in welcher R¹, l, m, n und A die oben definierte Bedeutung
haben und Q eine Aminogruppe darstellt, mit einer Verbindung
der FormelZNH₂,in welcher Z Wasserstoff, C₁-C₂₀-Alkyl, Fluoralkyl oder
Alkoxy bedeutet,
umsetzt.
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| WO2007131487A1 (de) | 2006-05-17 | 2007-11-22 | Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. | Verwendung von aminmodifizierten siloxanen als schutzmittel in beschichtungen und werkstücken |
| US8357431B2 (en) | 2006-05-17 | 2013-01-22 | Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. | Use of amine-modified siloxanes as protecting agents for coatings and workpieces |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB9226783D0 (en) | 1993-02-17 |
| US5239100A (en) | 1993-08-24 |
| GB2262741B (en) | 1995-11-22 |
| GB2262741A (en) | 1993-06-30 |
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