DE4304796A1 - Vorgesteuertes Druckbegrenzungsventil - Google Patents
Vorgesteuertes DruckbegrenzungsventilInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einem vorgesteuerten Druckbegren
zungsventil, das die Merkmale aus dem Oberbegriff des Anspruchs
1 aufweist.
Ein solches Druckbegrenzungsventil ist z. B. aus dem Buch "Der
Hydraulik-Trainer", Band 1, Ausgabe 1991, Seite 217 oder 228,
herausgegeben von der Mannesmann Rexroth GmbH bekannt. Mit dem
Hauptkolben eines derartigen Druckbegrenzungsventils ist der
Strömungsquerschnitt zwischen einem Systemanschluß und einem
Tankanschluß veränderbar, um dadurch den hydraulischen Druck im
Systemanschluß auf einen bestimmten Wert zu begrenzen. Der
Hauptkolben ist außer durch ein Federelement durch einen in ei
nem rückwärtigen Steuerraum herrschenden Druck in Schließrich
tung beaufschlagbar. Der Steuerraum ist mit dem Vorsteuerventil
und über eine in einer Steuerleitung angeordnete Düse mit dem
Systemanschluß verbunden. Solange der Systemdruck unterhalb des
eingestellten Maximaldruckes liegt, ist das Vorsteuerventil ge
schlossen und im Steuerraum herrscht ebenfalls Systemdruck. Der
Hauptkolben befindet sich in Schließstellung. Erreicht der Sy
stemdruck den am Vorsteuerventil eingestellten Druck, so öffnet
dieses und verbindet den Steuerraum mit dem Tankanschluß. Sobald
die Differenz zwischen dem Systemdruck und dem Druck im Steuer
raum der Federkraft entspricht, öffnet der Hauptkolben, so daß
Hydraulikflüssigkeit vom Systemanschluß zum Tankanschluß strömen
kann. Sinkt der Systemdruck ab, so schließt das Druckbegren
zungsventil wieder.
Für vorgesteuerte Druckbegrenzungsventile gibt es Anwendungs
fälle, in denen der Druck im Systemanschluß sehr schnell ab
fällt. Gewünscht ist ein solcher schneller Druckabfall z. B. bei
Gesenkschmiedeanlagen. Um in solchen Anlagen das Umformen des
Werkstücks zu erleichtern, ist dieses normalerweise erwärmt, wo
bei während des Formvorgangs Wärme vom Werkstück auf das Werk
zeug übergeht. Gegen Ende des Formvorgangs liegen das Werkstück
und das Werkzeug großflächig aneinander an, so daß zu diesem
Zeitpunkt der größte Wärmeübergang zwischen dem Werkstück und
dem Werkzeug stattfindet. Um eine übermäßige Erhitzung und damit
einen vorzeitigen Verschleiß des Werkzeugs zu vermeiden, ist man
bestrebt, am Ende des Umformvorgangs das unter Druck stehende
Ölvolumen möglichst schnell zu dekomprimieren, um den innigen
Kontakt zwischen dem Werkstück und dem Werkzeug möglichst
schnell lösen zu können. Diese schnelle Dekompression kann zu
einem schnellen Druckabfall im Systemanschluß eines zum hydrau
lischen Antrieb einer Schmiedepresse gehörenden Druckbegren
zungsventils führen. Auch in anderen Anwendungen ist ein schnel
ler Druckabfall im Systemanschluß eines Druckbegrenzungsventils
denkbar.
In den genannten Einsatzfällen zeigen handelsübliche Druckbe
grenzungsventile schon nach kurzer Betriebszeit starke Ver
schleißerscheinungen am Hauptkolben, an einem mit dem Hauptkol
ben zusammenwirkenden Ventilsitz sowie am Ventilgehäuse der
Hauptstufe gegenüber der Steuerölentnahmestelle. Bei einem sol
chen Verschleiß schließen die Ventile nicht mehr dicht. Wegen
des Verschleißes am Gehäuse sind die Dichtheit der Anschlüsse
und die Stabilität des Gehäuses nicht mehr gewährleistet. Außer
dem gelangen Metallpartikel in den Ölstrom.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein vorgesteuertes
Druckbegrenzungsventil mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des
Anspruches 1 so weiterzuentwickeln, daß die Verschleißerschei
nungen am Gehäuse, am Hauptkolben und an einem mit dem Hauptkol
ben zusammenwirkenden Ventilsitz weitgehend vermieden werden.
Diese Aufgabe wird für ein vorgesteuertes Druckbegrenzungsventil
mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Anspruches 1 dadurch
gelöst, daß die Steuerleitung in mehreren in Reihe zur ersten
Düse und parallel zueinander geschalteten zweiten Düsen, deren
Gesamtquerschnitt größer als der Querschnitt der ersten Düse
ist, in den Systemanschluß mündet.
Die Erfindung beruht zunächst auf der Erkenntnis, daß die bei
herkömmlichen Druckbegrenzungsventilen auftretenden Schäden am
Gehäuse dadurch bedingt sind, daß bei einem schnellen Druckabbau
im Systemanschluß trotz der Bewegung des Hauptkolbens in
Schließrichtung anfänglich eine große Differenz zwischen dem
Druck im Steuerraum und dem Druck im Systemanschluß besteht,
aufgrund dessen Steueröl mit hoher Geschwindigkeit vom Steuer
raum durch die Düse in den Systemanschluß strömt. Der Flüssig
keitsstrahl kavitiert, trifft auf das Gehäuse und erzeugt dort
Kavitationserosion. Abgeschlagene Festkörperpartikel geraten in
den Bereich des Öffnungsquerschnittes des Ventils und beschädi
gen den Hauptkolben und den Ventilsitz. Gemäß der Erfindung wird
nun, betrachtet man eine Strömungsrichtung vom Steuerraum in den
Systemanschluß, am Ausgang der ersten Düse ein Gegendruck er
zeugt, der um einige bar z. B. 5 bis 10 bar höher liegt als der
abgesenkte Druck im Systemanschluß. Durch den höheren Gegendruck
wird das entstehende Gesamtblasenvolumen kleiner und der kavi
tierende Flüssigkeitsstrahl kürzer. Die Gegendruckerhöhung wird
gemäß Anspruch 1 dadurch erhalten, daß hinter der ersten Düse
mehrere parallel zueinander geschaltete zweite Düsen angeordnet
sind.
Vorteilhafte Ausgestaltungen eines erfindungsgemäßen Druckbe
grenzungsventils sind in den Unteransprüchen enthalten.
So befindet sich in der bevorzugten Ausbildung gemäß Anspruch 2
zwischen der ersten Düse und den zweiten Düsen ein Expansions
raum. Die zweiten Düsen gehen also nicht unmittelbar von einer
dünnen Düsenbohrung der ersten Düse, sondern von dem Expansions
raum aus.
Alle zweiten Düsen befinden sich bevorzugt an einem einzigen Dü
senkörper, in dem sich gemäß Anspruch 4 vorteilhafterweise auch
der Expansionsraum befindet. Für die erste Düse kann dann ein
herkömmlicher Düsenkörper verwendet werden.
Als besonders günstig hat sich eine Anordnung gemäß Anspruch 5
erwiesen. Danach gehen die zweiten Düsen von einer zentralen
Bohrung aus und verlaufen senkrecht und insbesondere radial zur
Achse der Bohrung. Dadurch wird eine starke Umlenkung des Öl
stroms erhalten.
Grundsätzlich ist es denkbar, einen Düsenkörper der ersten Düse
und den Düsenkörper der zweiten Düse separat voneinander im Ven
tilgehäuse bzw. am Hauptkolben zu befestigen. Im Hinblick auf
einen kleinen Bauraum erscheint es jedoch günstiger, wenn der
Düsenkörper der ersten Düse am zweiten Düsenkörper befestigt ist
und der zweite Düsenkörper mit dem ersten Düsenkörper in das Ge
häuse bzw. in den Hauptkolben eingesetzt ist.
Eine besonders einfache Konstruktion ergibt sich gemäß Anspruch
7 dadurch, daß der zweite Düsenkörper, also der Düsenkörper mit
den zweiten Düsen, mit einer Sackbohrung versehen ist, in deren
offenes, zu dem Steuerraum zugekehrten Ende der erste Düsenkörper
eingesetzt, insbesondere eingeschraubt ist, und von der die
zweiten Düsen ausgehen. Die Sackbohrung dient dabei gleichzeitig
als Expansionsraum. Insbesondere gehen die zweiten Düsen in der
Nähe des Bodens der Sackbohrung von dieser aus.
Führt die Steuerleitung durch den Hauptkolben und sind die erste
Düse und die zweiten Düsen fest am Hauptkolben angeordnet, so
wird eine Ausführung gemäß Anspruch 9 bevorzugt. Danach steht
der zweite Düsenkörper mit einem Düsenkopf, in dem sich die
zweiten Düsen befinden, über die dem Systemanschluß zugekehrte
Stirnseite des Hauptkolbens vor. Dadurch ist es ohne weiteres
möglich, die zweiten Düsen senkrecht zur Achse des Hauptkolbens
verlaufen zu lassen und die Länge der Düsenbohrungen ohne Rück
sicht auf die zur Aufnahme eines Düsenkörpers im Hauptkolben
dienende Bohrung frei zu wählen. Es hat sich gezeigt, daß der
vorstehende Düsenkopf des vorzugsweise in der Achse des Haupt
kolbens angeordneten zweiten Düsenkörpers die Strömung von
Druckmittel vom Systemanschluß zum Tankanschluß nicht beein
flußt. Bevorzugt wird der Düsenkopf im Durchmesser größer als
ein Befestigungsabschnitt des zweiten Düsenkörpers gemacht, so
daß er als Anschlag beim Einsetzen des zweiten Düsenkörpers in
den Hauptkolben dienen kann.
Bei einer Ausbildung gemäß Anspruch 11 sind die aus den zweiten
Düsen austretenden Flüssigkeitsstrahlen auf die den Hauptkolben
führende Buchse gerichtet. Diese Buchse besteht aus einem gehär
teten Material und ist deshalb besonders verschleißfest, so daß,
sollte ein aus einer zweiten Düse austretender Flüssigkeits
strahl sie erreichen, kaum Schaden angerichtet werden kann.
Besonders günstig ist die Reihenschaltung einer ersten Düse mit
mehreren parallel zueinander liegenden zweiten Düse in einem
Druckbegrenzungsventil gemäß Anspruch 12. Mit einem solchen
Druckbegrenzungsventil sollen bei einem plötzlichen Druckanstieg
Druckspitzen, die weit über dem eingestellten Maximaldruck lie
gen, vermieden werden. Der eingestellte Maximaldruck soll quasi
aperiodisch erreicht werden. Dies wird vom Prinzip her dadurch
erreicht, daß der in die Kraft zum Öffnen des Vorsteuerventils
eingehende Druck zunächst an einer Fläche angreift, die größer
als die wirksame Druckfläche am Schließkörper ist und nach dem
Druckaufbau im Steuerraum die wirksame Fläche auf die Druckflä
che am Schließkörper reduziert ist. Durch die erfindungsgemäße
Ausbildung und Anordnung der ersten Düse und der zweiten Düse
wird diese Funktionsweise allenfalls unwesentlich beeinflußt.
Ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Druckbegren
zungsventils ist in den Zeichnungen dargestellt. Anhand der Fi
guren dieser Zeichnungen wird die Erfindung nun näher erläutert.
Es zeigen
Fig. 1 eine Prinzipdarstellung des Ausführungsbeispiels und
Fig. 2 die Hauptstufe des Ausführungsbeispiels in ihrer
konstruktiven Ausgestaltung.
Das gezeigte Druckbegrenzungsventil weist ein Vorsteuerventil 10
und eine Hauptstufe 11 auf. Das Vorsteuerventil 10 ist als Sitz
ventil ausgebildet und besitzt in Form einer Kugel 13 einen
Schließkörper, der mit einem Ventilsitz 14 zusammenwirkt. An der
Kugel 13 stützt sich über einen Federteller 15 eine Schrauben
druckfeder 16 ab, deren Vorspannung mit einer Handverstellein
richtung 17 eingestellt werden kann. Kugel 13, Federteller 15
und Schraubendruckfeder 16 befinden sich in einer Ventilkammer
12.
Der Ventilsitz 14 wird durch den der Ventilkammer 12 zugekehrten
Rand einer Bohrung 18 gebildet, die von der Ventilkammer 12 in
eine Kolbenbohrung 19 führt, deren Durchmesser größer als der
Durchmesser der Bohrung 18 ist. Die Kolbenbohrung 19, die Boh
rung 18 und die Ventilkammer 12 besitzen dieselbe Achse. In der
Kolbenbohrung 19 ist ein Kolbenschieber 20 geführt, der mit ei
nem durch die Bohrung 18 gehenden Stößel 21 die Kugel 13 in Öff
nungsrichtung beaufschlagen kann. Der Querschnitt des Kolben
schiebers 20 ist größer als der Querschnitt der Bohrung 18 und
damit größer als die Sitzfläche bzw. die wirksame Druckfläche an
der Kugel 13, die dem Querschnitt der Bohrung 18 entspricht.
Das Gehäuse 25 der Hauptstufe 11 nimmt in einer zum Vorsteuer
ventil 10 hin offenen, jedoch durch das Gehäuse 26 des Vorsteu
erventils verschlossenen Bohrung 27 eine Führungsbuchse 28 für
einen Hauptkolben 29 auf. An der dem Gehäuse 26 abgewandten
Seite ist die Führungsbüchse 28 zum Systemanschluß 30 des Druck
begrenzungsventils hin offen. Im Betrieb steht im Systemanschluß
30 der Systemdruck an. Nahe an seiner dem Systemanschluß 30 zu
gekehrten Stirnseite verjüngt sich die Führungsbuchse 28 innen
konisch und bildet dadurch einen Ventilsitz 31 für den Hauptkol
ben 29. Auch bei geschlossener Hauptstufe, wenn der Hauptkolben
auf dem Ventilsitz 31 aufsitzt, überragt die Buchse 28 den
Hauptkolben 29 mit einem Abschnitt 32 zum Systemanschluß 30 hin.
Der topfartige Hauptkolben 29 mit einem Boden 33 schließt mit
der Führungsbuchse 28 und mit dem Gehäuse 26 des Vorsteuerven
tils 10 einen Steuerraum 34 ein, in dem sich auch eine leicht
vorgespannte Schraubendruckfeder 35 befindet, die sich am Ge
häuse 26 abstützt und den Hauptkolben 29 in Richtung auf den
Ventilsitz 31 zu belastet. Wenn der Hauptkolben 29 vom Ventil
sitz 31 abgehoben hat, besteht vom Systemanschluß 30 durch Radi
albohrungen 36 in der Führungsbuchse 28 hindurch eine Verbindung
zu einem Tankanschluß 37.
Das Vorsteuerventil 10 und die Hauptstufe 11 sind über zwei
Steuerkreise I und II miteinander verbunden. Zum Steuerkreis II
gehört eine Steuerleitung 40, die vom Systemanschluß 30 in eine
auf der dem Ventilsitz 14 abgewandten Seite des Kolbenschiebers
20 gelegene Vorsteuerkammer 22 der Kolbenbohrung 19 führt. In
der Steuerleitung 40 liegt eine Dämpfungsdüse 41. Eine weitere
Dämpfungsdüse 61 ist fallweise vorhanden. Über die Steuerleitung
40 kann eine Fühlerfläche 42 am Kolbenschieber 20 mit dem Sy
stemdruck beaufschlagt werden.
Der Steuerkreis I umfaßt eine Steuerleitung 43, die durch den
Boden 33 des Hauptkolbens 29 führt, den Steuerraum 34 und eine
Steuerleitung 44 zwischen dem Steuerraum 34 und einer ventil
sitzseitig des Kolbenschiebers 20 gelegenen Vorsteuerkammer 23
der Kolbenbohrung 19. In der Steuerleitung 43 im Boden 33 des
Hauptkolbens 29 befinden sich mehrere Düsen. Und zwar sind sechs
parallel zueinander geschaltete zweite Düsen 45 in Reihe zu ei
ner einzigen ersten Düse 46 angeordnet, wobei sich die erste
Düse 46 auf der Seite des Steuerraums 34 und die zweiten Düsen
45 auf der Seite des Systemanschlusses 30 befinden. Alle Düsen
45 und 46 werden durch enge Bohrungen mit einer gewissen Länge
gebildet.
Wie man anhand der Fig. 2 ersieht, befindet sich die Düse 46 in
einem ersten Düsenkörper 47, während alle Düsen 45 in einem
zweiten Düsenkörper 48 eingebracht sind. Beide Düsenkörper 47
und 48 kann man als Kopfschrauben bezeichnen, die einen mit ei
nem Gewinde versehenen Befestigungsabschnitt und einen gegenüber
dem Befestigungsabschnitt einen größeren Querschnitt aufweisen
den Kopf besitzen. Der Düsenkörper 48 ist in der Achse des
Hauptkolbens 29 in dessen Boden 33 soweit eingeschraubt, daß
sein Kopf am Boden 33 anliegt. Mit dem Kopf steht also der Dü
senkörper 48 über den Hauptkolben 29 in Richtung auf den System
anschluß 30 hin vor. Er besitzt eine in Achsrichtung verlaufende
zentrale Sackbohrung 49, die von seiner steuerraumseitigen
Stirnseite her in ihn eingebracht ist und von der in der Nähe
ihres Bodens die Düsen 45 radial abgehen. In Achsrichtung des
Hauptkolbens und des Düsenkörpers 48 betrachtet, befinden sich
die Düsen 45 auf Höhe des Abschnitts 32 der Buchse 28. Der Dü
senkörper 47 ist mit seinem Gewindeabschnitt in die Sackbohrung
49 des Düsenkörpers 48 eingeschraubt, also über diesen mit dem
Hauptkolben 29 indirekt verbunden. Vom Steuerraum 34 aus gesehen
jenseits der Düse 46 ist durch die Sackbohrung 49 ein Expansi
onsraum gebildet. Die Düsen 45 sind gleichmäßig verteilt und ha
ben jeweils gleichen Winkelabstand voneinander.
Die Ventilkammer 12 ist über einen Kanal 50 mit dem Tankanschluß
37 verbunden.
Das gezeigte Druckbegrenzungsventil ist außerdem noch mit einem
elektrisch ansteuerbaren Wegeventil 55 versehen, dessen Eingang
an die ventilsitzseitige Vorsteuerkammer 23 der Kolbenbohrung 19
und dessen Ausgang an die Ventilkammer 12 angeschlossen ist. Mit
dem Wegeventil 55 kann die Hauptstufe 11 auf drucklosen Umlauf
geschaltet werden.
Bei einem plötzlichen Druckanstieg im Systemanschluß 30 pflanzt
sich der Druck mit hoher Geschwindigkeit über die Steuerleitung
40 mit der Düse 41 in die Vorsteuerkammer 22 fort und beauf
schlagt die Fühlerfläche 42 des Kolbenschiebers 20. Mit geringer
zeitlicher Verzögerung, die in erster Linie durch die Düse 46
bedingt ist, baut sich der Druck über den Steuerraum 34 und die
Steuerleitung 44 auch in der Vorsteuerkammer 23 auf und wirkt
hier entgegengesetzt zu dem Druck in der Vorsteuerkammer 22
ebenfalls auf den Kolbenschieber 20 und außerdem auf die Kugel
13, wobei hier der Querschnitt des Sitzes 14 die wirksame Fläche
ist. Weil der Druckanstieg in der Vorsteuerkammer 23 verzögert
gegenüber dem Druckanstieg in der Vorsteuerkammer 22 erfolgt,
wird die Kugel 13 durch den Kolbenschieber 20 in Öffnungsrich
tung verschoben, sobald die auf die Fühlerfläche 42 wirkende
Druckkraft die Kraft der Feder 16 zu überschreiten beginnt. Da
die Fühlerfläche größer ist als die wirksame Druckfläche an der
Kugel 13, beginnt die Vorsteuerung schon bei einem Druck, der
wegen der größeren Fühlerfläche 42 niedriger ist, als der Druck,
der in der Vorsteuerkammer 23 notwendig ist, um mit der wirksa
men Druckfläche an der Kugel 13 das Vorsteuerventil zu öffnen.
Auch der Hauptkolben 29 öffnet schon bei dem der größeren Fläche
42 entsprechenden niedrigeren Druck. Mit dem weiteren Anstieg
des Drucks in der Vorsteuerkammer 23 wird der Kolbenschieber 20
weitgehend druckausgeglichen, so daß schließlich der Querschnitt
des Sitzes 14 die zum Offenhalten des Vorsteuerventils wirksame
Fläche ist, an der der Solldruck wirken muß, um das Vorsteuer
ventil offenzuhalten. Ab dem Öffnen des Hauptkolbens 29 wird so
mit die Druckanstiegsgeschwindigkeit verringert. Der Drucksoll
wert wird ohne oder mit einer nur sehr geringen Überschwingweite
erreicht.
Bei einem langsamen Druckanstieg im Systemanschluß 30 entspricht
der Druck im Steuerraum 34 jeweils dem Druck im Systemanschluß
30. Wenn die der Kraft der Feder 16 entsprechende Druckkraft an
der Kugel 13 erreicht wird, fließt ein Steuervolumenstrom vom
Steuerraum 34 über das Vorsteuerventil 10 zum Tank ab. Wenn die
ser Steuervolumenstrom so groß wird, daß das der Kraft der Feder
35 entsprechende Druckgefälle an der Düse 46 und den Düsen 45
überschritten wird, öffnet der Hauptkolben 29 und ein Volumen
strom fließt vom Systemanschluß 30 zum Tankanschluß 37, wobei
der an der Feder 16 eingestellte Druck im Systemanschluß 30 auf
rechterhalten wird. Die Gesamtdruckdifferenz an den Düsen 45, 46
und einer in Fig. 1 gestrichelt eingezeichneten, evt. in der
Leitung 44 vorhandenen weiteren Düse 60 wirkt über den Schieber
kolben 20 ebenfalls öffnend auf die Kugel 13. Anteilmäßig ist
diese Kraft jedoch bei hohen Drücken vernachlässigbar gering.
Einer plötzlichen Druckabsenkung im Systemanschluß 30 kann der
im Steuerraum 34, in der Leitung 44 und in der Vorsteuerkammer
23 herrschende Steuerdruck wegen der Düse 46 nur verzögert fol
gen. Es strömt deshalb Steueröl aus dem Steuerraum 34 durch die
Düse 46 und die Düsen 45 in den Systemanschluß 30. Dabei wird
durch die Düsen 45 in der Sackbohrung 49 ein Gegendruck aufge
baut, der Kavitationsschäden am Düsenkörper 48 weitgehend ver
hindert. Wegen des großen Gesamtquerschnitts der sechs parallel
geschalteten Düsen 45 tritt das rückströmende Steueröl aus die
sen Düsen mit einer geringen Geschwindigkeit aus, so daß keine
Schäden an der Buchse 28 oder am Gehäuse 25 auftreten. Zugleich
bleibt bei einem schnellen Druckanstieg im Systemanschluß 30 die
Verzögerung des Druckaufbaues in der Vorsteuerkammer 23 gegen
über dem Druckaufbau in der Vorsteuerkammer 22 erhalten.
Claims (12)
1. Vorgesteuertes Druckbegrenzungsventil mit einem Vorsteu
erventil (10) und mit einem Hauptkolben (29, mit dem ein Strö
mungsquerschnitt zwischen einem Systemanschluß (30) und einem
Tankanschluß (37) veränderbar ist und der außer durch ein Feder
element (35) durch einen in einem rückwärtigen Steuerraum (34)
herrschenden, durch das Vorsteuerventil (10) beeinflußbaren
Druck in Schließrichtung beaufschlagbar ist, wobei der Steuer
raum (34) mit dem Vorsteuerventil (10) und über eine in einer
Steuerleitung (43) angeordnete erste Düse (46) mit dem Systeman
schluß (30) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Steu
erleitung (43) in mehreren in Reihe zur ersten Düse (46) und
parallel zueinander geschalteten zweiten Düsen (45), deren Ge
samtquerschnitt größer als der Querschnitt der ersten Düse (46)
ist, in den Systemanschluß (30) mündet.
2. Druckbegrenzungsventil nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß sich zwischen der ersten Düse (46) und den zweiten
Düsen (45) ein Expansionsraum (49) befindet.
3. Druckbegrenzungsventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß sich alle zweiten Düsen (45) in einem einzi
gen zweiten Düsenkörper (48) befinden.
4. Druckbegrenzungsventil nach Anspruch 2 und 3, dadurch
gekennzeichnet, daß sich der Expansionsraum (49) im zweiten Dü
senkörper (48) befindet.
5. Druckbegrenzungsventil nach einem vorhergehenden An
spruch, dadurch gekennzeichnet, daß die zweiten Düsen (45) von
einer zentralen Bohrung (49) ausgehen und senkrecht und insbe
sondere radial zur Achse der Bohrung verlaufen.
6. Druckbegrenzungsventil nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die erste Düse (46) in einem ersten
Düsenkörper (47) ausgebildet ist und daß der erste Düsenkörper
(47) am zweiten Düsenkörper (48) befestigt, insbesondere in eine
Bohrung (49) des zweiten Düsenkörpers (48) eingeschraubt ist.
7. Druckbegrenzungsventil nach Anspruch 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß der zweite Düsenkörper (48) mit einer Sackbohrung
(49) versehen ist, in deren offenes, dem Steuerraum (34) zuge
kehrten Ende der erste Düsenkörper (47) eingesetzt, insbesondere
eingeschraubt ist und von der insbesondere in der Nähe des Bo
dens die zweiten Düsen (45) ausgehen.
8. Druckbegrenzungsventil nach einem vorhergehenden An
spruch, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerleitung (43) durch
den Hauptkolben (29) hindurchführt und die erste Düse (46) und
die zweiten Düsen (45) fest am Hauptkolben (29) angeordnet sind.
9. Druckbegrenzungsventil nach Anspruch 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß der zweite Düsenkörper (48) mit einem Düsenkopf,
in dem sich die zweiten Düsen (45) befinden, über die dem Sy
stemanschluß (30) zugekehrte Stirnseite des Hauptkolbens (29)
vorsteht.
10. Druckbegrenzungsventil nach Anspruch 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß der zweite Düsenkörper (48) einen Befestigungsab
schnitt besitzt, dessen Durchmesser kleiner als der Düsenkopf
ist.
11. Druckbegrenzungsventil nach Anspruch 9 oder 10, dadurch
gekennzeichnet, daß der Hauptkolben (29) in einer Buchse geführt
ist, mit der der Hauptkolben (29) den veränderbaren Strömungs
querschnitt bildet, daß die zweiten Düsen (45) im Düsenkopf
senkrecht und insbesondere radial zur Achse der Buchse (28) ver
laufen und daß sich der Düsenkopf auf Höhe eines den Hauptkolben
(29) überragenden Abschnitts (32) der Buchse (28) befindet.
12. Druckbegrenzungsventil nach einem vorhergehenden An
spruch, dadurch gekennzeichnet, daß ein Kolbenschieber (20) des
Vorsteuerventils (10), von dem ein Schließkörper (13) des Vor
steuerventils (10) in Öffnungsrichtung verschiebbar ist, über
eine zweite Steuerleitung (40) an einer Fühlerfläche (42), die
größer als die wirksame Druckfläche am Schließkörper (13) ist,
vom Systemdruck in Öffnungsrichtung des Schließkörpers (13) be
aufschlagbar ist, daß vom Druck im Steuerraum (34) der Kolben
schieber (20) an einer zweiten Fläche, die so groß wie die Füh
lerfläche (42) ist, in Schließrichtung und der Schließkörper
(13) in Öffnungsrichtung des Vorsteuerventils (10) beaufschlag
bar sind und daß bei einem plötzlichen Druckanstieg im Systeman
schluß (30) der Druckaufbau an der zweiten Fläche des Kolben
schiebers (20) gegenüber dem Druckaufbau an der Fühlerfläche
(42) verzögert erfolgt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934304796 DE4304796A1 (de) | 1993-02-17 | 1993-02-17 | Vorgesteuertes Druckbegrenzungsventil |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934304796 DE4304796A1 (de) | 1993-02-17 | 1993-02-17 | Vorgesteuertes Druckbegrenzungsventil |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4304796A1 true DE4304796A1 (de) | 1994-08-18 |
Family
ID=6480675
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19934304796 Ceased DE4304796A1 (de) | 1993-02-17 | 1993-02-17 | Vorgesteuertes Druckbegrenzungsventil |
Country Status (1)
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| DE (1) | DE4304796A1 (de) |
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