DE4312110A1 - Vorrichtung zum Darstellen von kinetischen Design- bzw. Kunstobjekten - Google Patents
Vorrichtung zum Darstellen von kinetischen Design- bzw. KunstobjektenInfo
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Description
Bei der nachfolgend beschriebenen Erfindung geht es um eine
technische Ausgestaltung der Darstellung von flächigen,
zweidimensionalen, kinetischen Design- bzw. Kunstobjekten.
Diese Richtung der zeitgenössischen Kunst hat die Bewegung
an sich zum Gestaltungsprinzip.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine techni
sche Möglichkeit zu finden, ein Design- bzw. Kunstobjekt
sich ständig verändernd darzustellen.
Zur Lösung dieser Aufgabe führt, daß um einen Mittelring,
eine Mittelscheibe od. dgl. eine Mehrzahl von Ringen kon
zentrisch um eine Achse rotierend angeordnet ist, wobei
Oberflächen von Mittelscheibe und Ringen mit einem Bild,
graphischen Strukturen, geometrischen oder asymmetrischen
Ornamenten, Farbdarstellungen od. dgl. versehen und/oder
Mittelscheibe und Ringe aus unterschiedlichen Werkstoffen
bestehen.
Als ein Einsatzgebiet bietet sich die Anwendung auf Objekt-
Design an. Dabei können die Objekte stehen, liegen oder
freischwebend aufgehängt sein. Die Größe des Objekts ist
abhängig von der gestellten Aufgabe und den technischen
Möglichkeiten der Objekte (z. B. Museen, Firmengebäude,
Universitäten, Parkanlagen usw.). Die entsprechenden
Scheiben bzw. Ringe werden über Motoren in Drehbewegung
versetzt und sind in der Regel kugelgelagert. Die Motoren
werden von externen Energiequellen gespeist.
Ein weiteres Gebiet ist das der kinetischen Kunstobjekte.
Für die Innenraumgestaltung kann das Prinzip der kineti
schen Rondo-Malerei angewendet werden. Die Design-Objekte
sind dann sogenannte Tafelbilder, die sich aber drehen.
Durch eine entsprechende Mechanik und elektrische Steuerung
sowie durch entsprechende Programme können diese
kinetischen Designobjekte individuell bedient und gestaltet
werden. Auch hier findet eine externe Energiezufuhr zu den
entsprechenden Drehmotoren statt.
In einem bevorzugten Verwendungsbereich werden Uhren ent
sprechend gestaltet. Hierbei kann es sich um eine Armband
uhr, eine Wand- und Tischuhr oder auch um eine Turm- oder
Gebäudeuhr handeln. Die entsprechenden Scheiben und Ringe
sind dann mit einer Uhrenfeinmechanik gekoppelt, welche in
bekannter Weise die Drehung entsprechend der Zeit vornimmt.
Im Gegensatz zur klassischen Uhr, die aus Uhrengehäuse,
Uhrwerk, Zifferblatt und Zeiger besteht, setzt sich die
Rondo-Uhr aus Uhrengehäuse, modifiziertem Uhrwerk, sich
drehendem Zifferblatt (bestehend aus Ringen und Scheiben)
unter Wegfall der klassischen Zeiger zusammen.
Die traditionellen mechanischen Uhrenwerke sind bezügl.
ihrer Mechanik alle auf dem sogenannten Stundenrohr
aufgebaut. Die komplette Uhrenmechanik leitet sich
demzufolge als Sekunden-, Minuten- und Stunden-Zahnräder
und dazu gehörige Teile in der logischen Abfolge vom
Begriff Zeit, als Addition von Teilmengen, ab. Der Begriff
Zeit wird als Anzeige von Verhältnissen der Uhrenzeiger
dargestellt. Die Sekunde mit dem längsten Zeiger dreht sich
am schnellsten, der Minutenzeiger hat die mittlere Länge
und Geschwindigkeit und die Stunde wird mit dem kürzesten
Zeiger und der langsamsten Drehzahl dargestellt. Die
Positionierungen des Minuten- bzw. Stundenzeigers gibt die
Größe Zeit an.
Bei der erfindungsgemäßen Rondo-Uhr wird auf diese klas
sische Darstellung der Zeit nur insofern Rücksicht genom
men, als alle drei Zeitbegriffe aufgenommen, aber durch
drei sich drehende Scheiben bzw. Ringe dargestellt werden.
Welcher der Ringe bzw. Scheiben Sekunde, Minute oder Stunde
darstellt, ist von untergeordneter Bedeutung.
Die Aufteilung des Zifferblattes in drei Ringe bzw. Schei
ben, die sich um eine gleiche Achse drehen, entspricht in
der Aufgabe "Darstellung der Zeit" derjenigen einer
klassischen Uhr, jedoch sind es hier keine
Vektorenprojektionen (Länge, Stärke, Farbe der Zeiger
usw.), sondern entsprechende flächige Projektionen. D. h.,
jede Zeit hat ihr eigenes flächiges Segment, das sich um
die gemeinsame Achse dreht.
Möglich ist eine Fixierung über einen Nullpunkt oder eine
Null-Linie, die von unterschiedlichster Art sein kann
(Punkt, Linie, Farbe usw.). Selbstverständlich ist durch
diese Art der Darstellung auch die Segmentierung in bis zu
60 Einzelpositionen möglich.
Durch die sich drehenden Scheiben und Ringe um eine ge
meinsame Achse wird über die Art und Weise der Gestaltung
des Zifferblattes ein kinetischer Effekt erreicht. D. h.,
durch die drei unterschiedlich schnell laufenden Scheiben
und Ringe ergeben sich Phasenverschiebungen, wobei, falls
eine Null-Linie vorgesehen ist, diese von der Erscheinung
her einen Bezug zur klassischen Uhr mit Zeiger darstellt.
Erst durch die Gestalt der Ringe und Scheibenoberflächen
werden optisch variable Erscheinungsbilder erzeugt, die
sich aus den unterschiedlichsten Gestaltungskriterien her
leiten lassen. Dabei ist nicht nur an unterschiedliche
graphische Strukturen, geometrische oder asymmetrische
Formen, Farbdarstellungen od. dgl. gedacht, sondern auch
beispielsweise an unterschiedliche Werkstoffe. Nur
beispielhaft wird die Kombination von Weißgold, Rotgold und
Messing erwähnt.
Bei allen kinetischen Designobjekten ist generell die Mög
lichkeit vorhanden, durch die Anzahl von Scheiben und Rin
gen, durch unterschiedliche Geschwindigkeiten, durch Links-
oder Rechtsdrehung die Art der Gestaltung je nach Thema zu
wählen.
Ferner braucht der Außenumfang des Objektes, beispielsweise
der Uhr, nicht rund zu sein, es sind auch drei- oder
mehreckige Grundformen denkbar, insbesondere die
quadratische Grundform.
Ferner brauchen die Bilder, Graphiken, geometrische Figuren
od. dgl. nicht auf dem Ziffernblatt aufgemalt oder gedruckt
zu sein. Es ist heute bereits möglich, projizierte Bilder
über beispielsweise Liquid-Kristalle auf beispielsweise
einer Ziffernblattoberfläche darzustellen. Das Ziffernblatt
kann auch als Mikrobildröhre ausgestaltet sein.
Der vorliegende Erfindungsgedanke bezieht sich vor allem
auf die Darstellung virtueller Bilder (elektromagnetische
Abbildung) sowie auf die Sichtbarmachung des kinetischen
Effektes (drehende Scheiben und Ringe) in Film, Fernsehen,
Video, Laser und Computerprojection (sich bewegende
Projectionen). Einsatzgebiete sind insbesondere die
klassischen Medien, wie Fernsehen, Film- und Videodarstel
lungen, hier insbesondere die Präsentation der Uhren als
kinetische Darstellungen und als adäquater Ersatz zu
klassischen Uhrendarstellungen für z. B. Nachrichtensen
dungen usw.
Geplant ist auch die Verwendung auch von drehenden Scheiben
und Ringen als projizierte Uhren in Fernsehanstalten,
Lichtspielhäuser, Theater und Open-Air-Veranstaltungen.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter
Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung; diese
zeigt in
Fig. 1 eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Uhr;
Fig. 2 bis 8 Draufsichten auf verschiedene Ausführungsbei
spiele von Uhren teilweise mit unterschiedlichen Zeitanga
ben.
Eine erfindungsgemäße Uhr R in den unterschiedlichsten Va
riationen gem. den Fig. 1 bis 8 weist ein gemeinsames
Funktionsprinzip auf. Die Uhr R besteht aus einer drehba
ren Mittelscheibe 1, welche konzentrisch von einem Mittel
ring 2 und dieser von einem Außenring 3 umgeben ist. Mit
telscheibe 1, Mittelring 2 und Außenring 3 sind um eine
gemeinsame Achse A drehbar. Wie diese Drehbarkeit erfolgt,
ist nicht Gegenstand der vorliegenden Anmeldung.
Mittelscheibe 1, Mittelring 2 und Außenring 3 zeigen Se
kunde, Minute und Stunde an. Welcher Scheibe bzw. welchem
Ring die jeweilige Funktion als Stunden-, Minuten- oder
Sekundenanzeiger zugeordnet ist, erscheint bei der vorlie
genden Erfindung von untergeordneter Bedeutung. Beispiels
weise kann die Darstellung der Zeitsegmente in der tradi
tionellen Technik, d. h. Außenring 3 zeigt die Sekunden,
Mittelring 2 zeigt die Minuten und Mittelscheibe 1 die
Stunden an, erfolgen. Andere Anzeigen benötigen eine Neu
konstruktion der traditionellen Uhrenmechanik.
Durch diese drehenden Scheiben und Ringe um eine gemeinsa
me Achse A wird über die Art und Weise der Gestaltung des
insgesamt mit 5 gekennzeichneten Ziffernblattes ein kine
tischer Effekt erreicht. D.h., durch die drei unterschied
lich schnell laufenden Scheiben und Ringe ergeben sich
Phasenverschiebungen, insbesondere dann, wenn der Null
punkt markiert ist.
Im Ausführungsbeispiel gem. Fig. 1 und 2 ist der Nullpunkt
eine Null-Linie 6, welche sich radial über Mittelscheibe 1,
Mittelring 2 und Außenring 3 erstreckt. Durch die Null-
Linie 6 hat die Uhr von der Erscheinung her einen
gleichbleibenden Charakter mit einer klassischen Uhr mit
Zeiger. In Fig. 1 ist 12 Uhr, in Fig. 2a 3 Uhr, in Fig. 2b
6 Uhr und in Fig. 2c 9 Uhr dargestellt, wobei der
Mittelring 2 die Stunden, der Außenring 3 die Sekunden und
die Mittelscheibe 1 die Minuten anzeigen.
Im Rahmen der Erfindung ist allerdings wesentlich, daß
durch eine unterschiedliche Ausgestaltung der Scheiben und
Ringe optisch variable Erscheinungsbilder erzeugt werden,
die sich aus den unterschiedlichsten Gestaltungskriterien
herstellen lassen. Hierzu zählen beispielsweise:
- - graphische Strukturen, die geometrisch begründet sind (Linien, Schraffuren usw.)
- - graphische Strukturen, die durch Farbe begründet sind (schwarz/weiß; positiv/negativ)
- - graphische Strukturen, die nicht geometrisch, sondern beispielsweise asymmetrisch sind
- - graphische Strukturen, die die Fläche gestalten und im Prinzip ein Flächendekor oder Flächenornament beinhalten
- - geometrisch oder asymmetrische Farbdarstellungen
- - freie Kompositionen in Farbe und schwarz/weiß
- - materialbezogene Unterschiede.
In Fig. 3a) bis f) ist ein erstes Ausführungsbeispiel ei
ner Uhr dargestellt, bei deren Ziffernblatt 5.1 sich Lini
en 7 unterschiedlicher Breite über Mittelscheibe 1, Mit
telring 2 und Außenring 3 erstrecken. In Fig. 3a ist 12 Uhr
angezeigt, da hier sämtliche Linien 7 übereinstimmen.
Die Fig. 3b) bis f) deuten die Vielfältigkeit der Zif
fernblattdarstellung während eines Tages an. Das Ziffern
blatt ändert sich laufend und bietet dem Benutzer die un
terschiedlichsten Erscheinungsbilder. In dem Ausführungs
beispiel gem. Fig. 3 ist keine Null-Linie vorhanden.
Das Ausführungsbeispiel gem. Fig. 4a) und b) benutzt dage
gen einen Teil einer Quadratdiagonale 8 als Null-Linie. Die
graphische Ausgestaltung erfolgt über ineinander ge
setzte Quadrate 9, wobei zwei Quadrate 9b und 9c festlie
gen und in dem Quadrat 9a rotieren, während das Quadrat 9d
auf der Mittelscheibe 1 in dem Quadrat 9c dreht.
Beim Ausführungsbeispiel gem. Fig. 5 ist wieder eine Null-
Linie 6 vorgesehen, die übrige Ausgestaltung besteht aus
ineinander greifende Kettenglieder, welche sich kreis
förmig um die Achse 4 erstrecken. In allen drei Ausfüh
rungsbeispielen ist die Übereinstimmung der Kettenglieder
gezeigt, es versteht sich von selbst, daß beispielsweise
bei einer Drehung des Mittelrings 2 die Darstellung der
Kettenglieder aufgehoben und durch eine andere bildhafte
Darstellung ersetzt wird.
Fig. 5a zeigt 12 Uhr, Fig. 5b 3 Uhr, 15 Minuten und 30 Se
kunden und Fig. 5c 18 Uhr, 45 Minuten, 55 Sekunden an.
Bei dem Ausführungsbeispiel gem. den Fig. 6a) und b)
handelt es sich um eine graphische, bildhafte Gestaltung
des Ziffernblattes 5.4, wobei dies besonders beeindruckend
farbig ausgestaltet sein kann. Fig. 6a) zeigt die 12 Uhr-
Stellung, Fig. 6b) 10 Uhr, 15 Minuten, 30 Sekunden.
Bei dem Ausführungsbeispiel gem. Fig. 7 liegen auf dem
Ziffernblatt 5.5 ringförmig um die Achse 4 Quadrate 10 und
überdecken sich teilweise.
Bei dem Ausführungsbeispiel gem. den Fig. 8a) bis e)
sind Reihen von Streifen jeweils um 90 Grad zueinander
verdreht angeordnet. Aus den unterschiedlichen Phasenab
bildungen ist ersichtlich, wie vielfältig die Darstellung
sein kann.
Claims (5)
1. Vorrichtung zum Darstellen von kinetischen Design- bzw.
Kunstobjekten,
dadurch gekennzeichnet,
daß um einen Mittelring (2), eine Mittelscheibe (1) od. dgl.
eine Mehrzahl von Ringen (2, 3) konzentrisch um eine Achse
(4) rotierend angeordnet ist, wobei Oberflächen von Mit
telscheibe (1) und Ringen (2, 3) mit einem Bild, graphi
schen Strukturen, geometrischen oder asymmetrischen Orna
menten, Farbdarstellungen od. dgl. versehen und/oder Mit
telscheibe (1) und Ringe (2, 3) aus unterschiedlichen Werk
stoffen bestehen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
Mittelscheibe (1), ein Mittelring (2) und ein Außenring (3)
Stunden, Minuten und Sekunden angeben.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
auf Mittelscheibe (1), Mittelring (2) und Außenring (3)
eine Null-Linie (6) vorgesehen ist.
4. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Bild od. dgl. auf der
Oberfläche aufgedruckt ist.
5. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Bild od. dgl. auf die
Oberfläche über beispielsweise Liquid-Kristalle projiziert
wird oder eine Darstellung einer Mikrobildröhre ist.
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Cited By (2)
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Families Citing this family (1)
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1993
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