DE4330805A1 - Wechselstromquelle für Lichtbogenschweißprozesse - Google Patents
Wechselstromquelle für LichtbogenschweißprozesseInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine modulare Wechselstromquelle für Lichtbo
genschweißprozesse, die aus einer elektrischen Stromquelle mit Induk
tivität, dem Stromquellen-Modul, und einem Vollbrückenkommutator,
dem Kommutator-Modul, besteht. Der Kommutator wird beim Polaritäts
wechsel intelligent gesteuert, so daß sicheres Wiederzünden auch bei
unterschiedlichen Schweißkabellängen, die mit einer Induktivität LS
belastet sind, gewährleistet ist.
Die Anordnung kann auf herkömmliche Hilfszündgeräte (HF oder
Impuls) für den Umpolvorgang verzichten. Weiterhin kann der Umpol
vorgang mit niedrigen genauso wie mit hohen Schweißströmen (5 bis
500 A) problemlos bewerkstelligt werden. Dadurch kann der Kurven
verlauf des Stromes vor und nach dem Polaritätswechsel so gestaltet
werden, daß die davon abhängige Geräuschentwicklung und Belästi
gung weitgehend vermindert ist. Durch den Wegfall konventioneller
HF- und Impulszündgeräte wird eine starke Verringerung der elektro
magnetischen Störstrahlung erreicht.
Die Bestimmung des Stromniveaus, auf dem umkommutiert wird, führt
bei Verwendung entsprechend steuerbarer Stromquellen zu einer tech
nologisch anpaßbaren Lichtbogencharakteristik, also von weichem zu
hartem, treibenden Lichtbogen.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer Zeichnung ausführlich
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 den schematischen Aufbau der erfindungsgemäßen Wechsel
stromquelle mit den Modulen Gleichstromquelle Q, Kommutator
V, Controller C, Sollwertgeber S - hier mit einem einfachen
Sollwertpotentiometer versehen -, Spannungsbegrenzer L so
wie den Stromsensor D und Spannungssensor U,
Fig. 2 den Aufbau des Kommutators V mit vier Ventilen in
Brückenschaltung und den Spannungsbegrenzer L,
Fig. 3 den typischen zeitlichen Verlauf der Kenngrößen während
eines vollständigen Kommutierungsvorgangs,
Fig. 4 eine mögliche Sollwertführung vor, während und nach dem
Kommutierungsvorgang für kleine Schweißströme.
Der Aufbau ist modular und klar gegliedert. Als Stromquelle und
Modul kann jede Gleichstromquelle Q, vorzugsweise elektronische
Stromquellen mit einem Sollwert-Eingang EQ und einem Sollwertgeber S
auf Analog-, Schaltverstärker- oder Inverterbasis eingesetzt werden.
Für die Funktion ist die Quelle Q mit einer kleinen Drossel LQ im
Ausgangskreis zu versehen. LQ kann mit 5-15 Windungen auf üblichem
Eisenkern mit geringem Luftspalt ausgeführt werden, so daß Ströme
bis 100 A oder darüber ohne Sättigungserscheinung gefahren werden
können.
Der Sollwertgeber S, der in konventioneller Elektronik oder aber
mittels Mikroprozessor realisiert sein kann, steuert beispielsweise
über Potentiometer P und seinem Ausgang AQ den Stromwert der
Quelle Q. Vorteilhafterweise besitzt der Sollwertgeber S einen Aus
gang APOL zur Steuerung des Polaritätssignals und einen Eingang
ERPOL, der die Fertigmeldung RPOL vom Controller C entgegen nimmt.
RPOL signalisiert die erfolgte Umkommutierung.
Der Kommutator V ist ein Vierpol, der an die Schweißstromquellen
klemmen 1, 2 angeschlossen wird (Fig. 1). Am Ausgang des Kommuta
tors V 3, 4 wird der Schweißprozeß angeschlossen, dessen Leitungen
die Induktivität LS beinhalten.
Der Kommutator V wird von einem Controller C gesteuert, der das
Polaritätssignal POL an seinem Eingang EPOL entgegennimmt und
mittels eines Detektors D, vorzugsweise ein Stromsensor, prozeß
abhängig den Kommutierungsvorgang steuert. Das Signal des Sensors
D liegt am Eingang ED des Controllers C.
Der Kommutator V selbst besteht aus steuerbaren Ventilen V₁, V₁′, V₂
und V₂′, wie Thyristoren, Transistoren, vorzugsweise IGBT, die in
Vollbrücke verschaltet sind (Fig. 2), wobei die Ventile jeweils mit
einer zugeordneten Freilaufdiode FD₁, FD₁′, FD₂, FD₂′ versehen sind.
Bei Verwendung von Thyristoren muß in bekannter Weise für die
Löschbarkeit gesorgt werden oder es müssen abschaltbare Thyristoren
verwendet werden. Die Ventile V₁, V₁′, V₂, V₂′ werden vom Control
ler C über die Ausgänge A₁, A₁′, A₂, A₂′ gesteuert, der das
Polaritätssignal POL entgegennimmt und das Detektorsignal D auswer
tet. Ein Spannungsbegrenzer L in an sich bekanntem Aufbau begrenzt
die Kommutierungsspitze, die an den Klemmen 1 und 2 entsteht, auf
vorzugsweise 300-500 V.
Es sei angenommen, die Ventile V₁ und V₁′ sind über die Ausgänge
A₁ und A₁′ leitend, der Prozeß befindet sich also in der positiven
Phase. Sobald die übergeordnete Prozeßsteuerung S zur Zeit t₀ am
Ausgang APOL nun das Steuersignal POL für die negative Phase
erzeugt und an EPOL liefert, steuert der Controller C zusätzlich die
Ventile V₂ und V₂′ über die Ausgänge A₂ und A₂′ in den leitenden
Zustand.
Damit kann die im Schweißkreis in LS gespeicherte Energie im noch
in der positiven Phase sich befindenden Lichtbogen abgebaut werden,
der Schweißstrom IS nimmt ab. Ein Stromsensor D liefert über Ein
gang ED den momentanen Schweißstrom IS an den Controller C, der
bei Unterschreiten eines Minimalbetrags Imin zur Zeit t₁ die Venti
le V₁ und V₁′ nun abschaltet, während V₂ und V₂′ leitend geschaltet
bleiben. Infolgedessen liefert die Stromquelleninduktivität LQ nun
einen Spannungspuls, der sich über die weitgehend entladene Lei
tungsinduktivität LS zum Prozeß hin durchsetzen kann. Die Umkommu
tierung ist damit abgeschlossen. Entsprechend wird der Polaritäts
wechsel in die andere Richtung gesteuert. Die Zeit vom Polwechsel
signal POL bis zum tatsächlichen Polaritätswechsel t₁-t₀ stellt sich
somit automatisch ein und berücksichtigt die Prozeßgegebenheiten,
insbesondere Kabellängen und prozeßabhängige emissionsstützende
Restwärme in der Schweiß-Elektrode.
Vor Einleiten der Umkommutierung kann der Lichtbogenstrom über den
Sollwert EQ auf einen beliebigen Wert gesteuert werden. Damit läßt
sich der Polwechsel sowohl bei hohen als auch bei niedrigen Strömen
durchführen. Auch kann die Stromstärke vor und nach Polwechsel
unterschiedlich und frei vorgegeben werden.
Vorteilhafterweise wird bei niedrigen Schweißströmen unter ca. 50 A
unmittelbar mit dem Beginn der Phase, in der alle vier Ventile zum
Verbrauchen der Schweißkreisenergie leitend geschaltet werden, der
Strom der sich nun im Kurzschluß befindenden Quelle Q durch die
Steuerung S über den Sollwerteingang EQ erhöht, so daß in der
Induktivität LQ eine genügend hohe Energie für eine sichere Wieder
zündung des Lichtbogens gespeichert wird (Fig. 4). Natürlich kann
dieser Strom auf demselben oder einem höheren oder geringeren
Niveau auch in der ersten Zeit nach dem Wiederzünden des Lichtbo
gens eingesetzt werden und danach auf den vorgegebenen Schweiß
strom zurückgeführt werden. Dieser Übergang ist sprunghaft oder
kann auch mit einer beliebigen Zeitfunktion erfolgen.
In einer besonders vorteilhaften Ausführung wertet der Controller C
über einen Eingang EU die Höhe der Spannungsspitze über einen
Spannungssensor U an den Anschlüssen 1 und 2 beim Wiederzünden
des Lichtbogens aus, also sobald nach der Durchsteuerung aller
Ventile V₁, V₁′, V₂, V₂′ das jeweilige für die neue Phase benötigte
Ventilpaar allein eingeschaltet ist. Die Höhe der in diesem Moment
auftretenden Spannungsspitze hängt wesentlich von der Größe der
Schweißkreisinduktivität LS ab. Bei großen Kabellängen mit entspre
chend großem LS kann die in der Quelleninduktivität LQ gespeicherte
Energie nicht als Wirkleistung den Lichtbogen erreichen. Vielmehr
muß ein großer Teil dieser Energie im Spannungsbegrenzer umgesetzt
werden und zwar in der Regel in Wärme, wenn als Stromquelle ein
Inverter eingesetzt wird. Bei Analog- und Schaltverstärkern kann die
Energie über einen bekannten Tiefsteller in den dort vorhandenen
Ladekondensator zurückgeführt werden.
Um die im Spannungsbegrenzer L umgesetzte Energie gering zu
halten, wird der Strom der Quelle Q vor Einleiten des Umpolvorgangs
über den Ausgang AQ des Sollwertgebers S herabgesetzt und das
Einschwingen des Lichtbogenstromes abgewartet. Dadurch wird die
Restenergie in der induktivitätsbehafteten Schweißleitung begrenzt.
Über einen an sich bekannten Regelalgorithmus kann auch selbsttätig
der Minimalstrom imin, auf den der Schweißkreisstrom, der sich
während des Durchschaltens aller vier Ventile ergibt, überwacht
wird, auf einen bestimmten Wert eingestellt werden. Dieser Wert wird
über den Regelalgorithmus so geführt, daß die sich beim Wiederzün
den ergebende Spannungsspitze an den Klemmen 1 und 2 einen
gewünschten Maximalwert nicht überschreitet. Der Spannungswert wird
über den Sensor U dem Eingang EU des Controllers C zugeführt.
Vorteilhafterweise wird dieser Wert unterhalb der Ansprechschwelle
des Begrenzers L gewählt. Damit adaptiert sich der Polaritätswech
selzyklus des Controllers C selbsttätig an die momentante Kabellänge.
Der Sollwertgeber S gibt also den Zeitpunkt des Starts des Umkommu
tierungsvorgangs vor. Der Controller C führt die entsprechenden
Ventilsteuerungen, Schwellwertüberwachungen und Adaptionen aus und
gibt nach erfolgtem Ablauf den Zeitpunkt des in der neuen Polarität
laufenden Lichtbogens über die Meldung RPOL an den Sollwertgeber
zurück.
Der Polwechsel ohne zusätzliche HF-Impulse gelingt bei allen denk
baren Schweißstromverläufen, wie Rechteck, Sinus, Dreieck und ande
ren. Damit lassen sich sowohl "weiche" als auch "harte", treibende
Lichtbogencharakteristiken erzeugen.
Insbesondere ist von Vorteil, daß die im Schweißkreis gespeicherte
Energie nicht in elektronischen Bauelementen vernichtet werden muß,
sondern diese einfach noch kontrolliert dem Schweißprozeß zugeführt
wird.
Für den Fall eines vom Schweißer herbeigeführten Lichtbogenabrisses
wird die durch die in LQ gespeicherte Energie entstehende Span
nungsspitze in dem Spannungsbegrenzer L limitiert (Fig. 2). Der
Spannungsbegrenzer kann auf Basis von Leistungszenerdioden oder
eines elektronischen Schalters mit Komparator in bekannter Weise
ausgeführt sein.
Sowohl der Controller C als auch die Sollwertsteuerung S für
Schweißstrom und Wechselfrequenz können in bekannter Weise in
diskreter Elektronik oder in µ-Prozessor-Technik aufgebaut werden.
Im letzteren Fall übernehmen dem Ablauf entsprechende Programme
über einen oder mehrere Prozessoren die erfindungsgemäßen Steuerun
gen. Sollwertgeber S und Controller C können in einem Prozessor oder
in Multiprozessortechnik realisiert werden.
Claims (6)
1. Wechselstromquelle zum Betreiben von Schweißlichtbögen mit
Wiederzündung des Lichtbogens nach dem Polaritätswechsel ohne
zusätzliche Impuls- oder HF-Zündhilfen, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Lichtbogen aus einer induktivi
tätsbehafteten Stromquelle (Q) über eine Vollbrücke (V) aus steuer
baren Ventilpaaren (V₁, V₁′, V₂, V₂′) mit Freilaufdioden (FD₁, FD₁′,
FD₂, FD₂′) betrieben ist, die differenziert ein- und ausschaltbar
sind, daß mittels einer intelligenten Steuerung bei Start des Polari
tätswechsels zunächst alle Brücken-Ventile (V₁, V₁′, V₂, V₂′)
leitend schaltbar sind, so daß der Quellenstrom kurzgeschlossen
wird und die im Schweißkreis mit deren Kreisinduktivität LS gespei
cherte Energie sich über den Lichtbogen und die kurzgeschlossenen
Ventile (V₁, V₁′, V₂, V₂′) sowie deren Freilaufdioden (FD₁, FD₁′,
FD₂, FD₂′) über der Zeit abbaubar ist, daß mittels eines Detektors
(D) der Zeitpunkt des Abbaus der Schweißkreisenergie feststellbar
ist und daß in Abhängigkeit davon nur noch das entsprechende
für die kommende Polaritätsphase erforderliche Ventilpaar (V₁, V₁′
bzw. V₂, V₂′) einschaltbar ist, so daß die in der Quelleninduktivität
LQ gespeicherte Energie zu einer die Wiederzündung einleitenden
Spannungsspitze führt.
2. Wechselstromquelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß mit Hilfe einer Spannungs-Limitier-Einheit (L) die Höhe der
wiederkehrenden Spannung hinter der Quelleninduktivität (LQ)
begrenzbar ist.
3. Wechselstromquelle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß über eine steuerbare Stromquelle (Q) der Stromwert und der
Stromverlauf vor, während sowie nach der erfolgten Umpolung belie
big steuerbar sind.
4. Wechselstromquelle nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Zeitpunkt des Verbrauchs der Schweißkreis
energie bei gleichzeitiger Durchsteuerung aller vier Ventile (V₁, V₁′,
V₂, V₂′) im Lichtbogen mittels Detektor durch einen im Schweißkreis
liegenden Stromsensor (D) feststellbar ist.
5. Wechselstromquelle nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeich
net, daß in Abhängigkeit von der Höhe des beim Wiederzünden des
Lichtbogens entstehenden Spannungsspitze ein Signal zur Steuerung
des Quellenstroms während oder vor und während des Umpolvorgangs
erzeugbar und dadurch die im Spannungsbegrenzer (L) umgesetzte
Energie minimierbar ist.
6. Wechselstromquelle nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß in Abhängigkeit von der Höhe der beim Wieder
zünden des Lichtbogens entstehenden Spannungsspitze über einen
Regelalgorithmus ein Schwellenstrom bildbar ist, auf den der Schwei
ßstrom überwacht wird und bei dessen Erreichen der Umkommu
tierungsvorgang abgeschlossen wird, wobei sich die Schwelle so
einrichtet, daß die entstehende Spannungsspitze einen vorgegebenen
Wert nicht überschreitet.
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-
1993
- 1993-09-10 DE DE19934330805 patent/DE4330805C2/de not_active Expired - Fee Related
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