DE4331072C1 - Verfahren zur Beschleunigung der Motorerwärmung, sowie Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Beschleunigung der Motorerwärmung, sowie Vorrichtung zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren gemäß dem Gattungs
begriff des Patentanspruches 1.
Aus Winspear, D. A.: Air-to-air charge cooling. In: Gas &
Oil Power Februar 1969, Seite 39 ist ein Verfahren
bekannt, bei dem zur Beschleunigung der Motorerwärmung
die Ladeluft ganz oder teilweise über einen Bypass geführt
werden kann, wobei die Ladeluftführung durch eine von
einem Stellglied geregelte Bypassklappe erfolgt und das
Stellglied von einem Ladelufttemperatur-Geber in der
Ladeluftleitung elektrisch gesteuert wird. Bei einem
derartigen Vorgehen bleibt die Kühlwassertemperatur außer
acht, d. h., die Ladeluft wird bereits rückgekühlt, wenn
die Kühlwassertemperatur noch nicht ihren Betriebszustand
erreicht hat. Dadurch wird die möglichst schnelle
Erwärmung des Brennraumes nicht erreicht.
Bei einem derartigen Vorgehen bleibt die
Kühlwassertemperatur außer acht, d. h., die Ladeluft wird bereits
rückgekühlt, wenn die Kühlwassertemperatur noch nicht ihren Be
triebszustand erreicht hat. Dadurch wird die möglichst schnelle
Erwärmung des Brennraumes nicht erreicht.
Aus DE 36 27 686 A1 ist ein Verfahren bekannt, bei dem die
Ladeluft durch eine von einem Stellglied geregelte
Bypassklappe ganz oder teilweise über einen Bypass oder
einen Ladeluftkühler geführt werden kann. Das Stellglied
wird dabei von einem Kühlwassertemperatur-Geber im
Motorblock elektrisch gesteuert. Die Bypassklappe wird
durch das Stellglied derart betätigt, daß die Ladeluft bei
ansteigender Kühlwassertemperatur teilweise über den
Bypass und teilweise über den Ladeluftkühler geführt wird,
und daß erst bei hoher Kühlwassertemperatur im betriebs
warmen Zustand die gesamte Ladeluft über den
Ladeluftkühler geführt wird. Ein derartiges Verfahren
berücksichtigt nicht die schwankende Temperatur der
Ladeluft, so daß beispielsweise bei hoher Temperatur des
Kühlwassers aber noch niedriger Temperatur der Ladeluft
diese bereits vollständig über den Ladeluftkühler geführt
wird. Dies hat zur Folge, daß die Erwärmung der Brenn
kraftmaschine nicht in der gewünschten Schnelligkeit
abläuft. Eine verzögerte Erwärmung geht aber mit einer
Verschlechterung der Abgaswerte einher.
Ausgehend von einem Verfahren gemäß dem Gattungsbegriff liegt der
Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Brennraumtemperatur beim
Starten ober beim Übergang von niedriger zu hoher Last so schnell
als möglich anzuheben.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des
Patentanspruches 1.
Dadurch, daß die Steuerung der Bypassklappe nicht nur durch die
Ladelufttemperatur, sondern auch durch die Kühlwassertemperatur
bestimmt wird, wird eine raschere Erwärmung des Brennraumes er
reicht. Solange die Kühlwassertemperatur den Betriebszustand noch
nicht erreicht hat, wird die Ladeluft nicht oder nur teilweise
rückgekühlt und transportiert Wärme in den Brennraum und trägt
damit zu dessen schneller Erwärmung bei.
Nach Patentanspruch 2 soll die Bypassklappe erst dann vollständig
schließen, wenn neben der Betriebstemperatur des Kühlwassers die
Ladelufttemperatur einen bestimmten Wert von etwa 30-40°C über
steigt.
Durch diese Maßnahme wird die Wärme der Ladeluft optimal zur Er
wärmung des Brennraumes genutzt.
Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentan
spruch 1 kann Patentanspruch 3 entnommen werden.
Dadurch, daß das Dehnstoffelement vom Kühlwasser umspült ist,
wird die Bypassklappe allein durch die Ladelufttemperatur nicht
ganz geschlossen. Erst wenn das Kühlwasser und die Ladeluft eine
vorgegebene Temperatur erreicht haben, schließt die Bypassklappe
ganz und die Ladeluft wird ausschließlich über den Ladeluftkühler
geführt.
Eine Weiterbildung der Vorrichtung kann Anspruch 4 entnommen
werden.
Bei hochaufgeladenen Brennkraftmaschinen mit hohen Ladelufttempe
raturen kann es vorteilhaft sein, den Kontaktschalter entfallen
zu lassen, wodurch die Elektroheizung früher aktiviert wird und
die Bypassklappe eher umgeschaltet und die Kühlung der Ladeluft
früher einsetzt, um die geforderte Motorleistung zu erzielen.
Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist in
einer Zeichnung dargestellt.
Eine Brennkraftmaschine 1 ist mit einem Abgasturbolader 2 ver
sehen. Die von einem Verdichter 3 kommende Ladeluft kann ent
weder über einen ersten Ladeluftpfad 3b und einen Ladeluftkühler
3a und einen zweiten Ladeluftpfad 6 einer Ladeluftleitung 6a zu
geführt werden, oder sie kann unter Umgehung des Ladeluftkühlers
3a über einen Bypass 4 direkt zur Ladeluftleitung 6a geführt
werden.
Der Luftstrom wird dabei von einer Bypassklappe 5 gesteuert, wel
che an der Einmündung eines zweiten Ladeluftpfades 6 in dem Bypass
4 angeordnet ist. Die Bypassklappe 5 kann den Bypass 4 öffnen
oder ganz oder teilweise verschließen.
Die Betätigung der Bypassklappe 5 erfolgt erfindungsgemäß durch
ein Dehnstoffelement 6b, welches vom Kühlwasser eines Kühlwasser
rohres der Brennkraftmaschine 1 umströmt wird. Beim Erwärmen des
Kühlwassers wird durch die Stange 7 die Bypassklappe 5 teilweise
geschlossen, so daß ein Teil der Ladeluft über den Ladeluftkühler
3a geführt wird. Erst beim Erreichen der Betriebstemperatur des
Kühlwassers wird über eine Nocke 8 ein Kontaktschalter 9 ge
schlossen. Dieser Kontaktschalter 9 schließt einen von einer
Stromquelle 10 ausgehenden Stromkreis 11. Der Stromkreis 11 be
steht aus einem Ladelufttemperatur-Geber 12 und einer in Reihe
geschalteten Elektroheizung 13, welche in das Dehnstoffelement 6b
eingebaut ist.
Durch den Ladelufttemperatur-Geber 12 wird der Stromkreis bei
einer Ladelufttemperatur unterhalb eines bestimmten Bereiches
von 30 bis 40°C geöffnet und wird erst bei einer Temperatur
oberhalb dieses Bereiches wieder geschlossen, wodurch das Dehn
stoffelement 6b mittels der Elektroheizung 13 über die Tempera
tur des Kühlwassers hinaus erwärmt wird und erst dadurch die
Bypassklappe 5 vollständig geschlossen wird. Der Ladeluftstrom
wird dann ganz über den Ladeluftkühler 3a geführt.
Erfindungsgemäß bleibt also die Bypassklappe 5 so lange geöffnet,
bis auch die Ladelufttemperatur einen bestimmten Wert von ca.
30 bis 40°C überschritten hat. Erst dann wird die Ladeluft
vollständig über den Ladeluftkühler 3a geführt.
Durch diese erfindungsgemäße Verfahrensweise wird die Brenn
kraftmaschine 1 in kürzester Zeit auf Betriebstemperatur ge
bracht, da die Ladeluft erst dann über den Ladeluftkühler ge
führt wird, wenn sie eine bestimmte Temperatur überschritten
hat, gleichzeitig aber auch das Kühlwasser seine Betriebstempe
ratur bereits erreicht hat.
Würde man nur wie üblich die Temperatur der Ladeluft zur Steuerung
der Bypassklappe verwenden, so würde die Ladeluft bereits rückge
kühlt, wenn die Brennkraftmaschine 1 selbst noch kalt ist.
Umgekehrt würde die Brennkraftmaschine 1 bei warmem Kühlwasser
und kalter Ladeluft durch diese wieder abgekühlt, wenn nur die
Kühlwassertemperatur als Regelgröße berücksichtigt würde.
Erst die erfindungsgemäße Überlagerung der Regelgröße Kühlwasser
temperatur und der Regelgröße Ladelufttemperatur führt zur
schnellstmöglichen Erwärmung der Brennkraftmaschine 1.
Bei hochaufgeladenen Brennkraftmaschinen mit ohnehin hohen Lade
lufttemperaturen kann es vorteilhaft sein, den Kontaktschalter 9
entfallen zu lassen und direkt zu überbrücken, so daß der Strom
kreis 11 ausschließlich durch den Ladelufttemperatur-Geber 12
geschlossen wird. Dies hat zur Folge, daß die Elektroheizung 13
im Dehnstoffelement 6b früher aktiviert wird und dadurch die
Bypassklappe 5 früher schließt, wodurch die Ladeluft über den
Ladeluftkühler 3a geführt wird. Eine verzögerte Rückkühlung der
Ladeluft würde bei hochaufgeladenen Brennkraftmaschinen zu einer
zu hohen Motorleistungseinbuße führen.
Claims (4)
1. Verfahren zur Beschleunigung der Motorerwärmung, bei dem die
Ladeluft ganz oder teilweise über einen Ladeluftkühler oder
ganz oder teilweise über einen Bypass geführt werden kann,
wobei die Ladeluftführung durch eine von einem Stellglied ge
regelte Bypassklappe erfolgt und das Stellglied von einem
Ladelufttemperatur-Geber in der Ladeluftleitung elektrisch
gesteuert wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Ladeluft bei
niedriger Kühlwassertemperatur und bei niedriger Ladeluft
temperatur ganz über den Bypass (4) geführt wird, daß die
Ladeluft bei ansteigender Ladelufttemperatur jedoch noch
niedriger Kühlwassertemperatur teilweise über den Bypass (4)
und teilweise über den Ladeluftkühler (3a) geführt wird und
daß erst bei hoher Kühlwassertemperatur im betriebswarmen
Zustand und Überschreiten einer vorgegebenen Ladelufttempe
ratur die gesamte Ladeluft über den Ladeluftkühler (3a) ge
führt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine
bestimmte Ladelufttemperatur, beispielsweise in einem Bereich
von 30 bis 40°C, und eine bestimmte Kühlwassertemperatur vor
gegeben werden kann.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied der Bypassklappe
(5) als ein vom Kühlwasser umströmtes Dehnstoffelement (6b)
ausgebildet ist, daß das Dehnstoffelement (6b) bei ansteigen
der Kühlwassertemperatur einen Kontaktschalter (9) betätigt,
derart, daß dieser Kontaktschalter (9) einen Stromkreis (11)
ab einer vorgegebenen Kühlwassertemperatur schließt, daß der
Stromkreis (11) aus einer Stromquelle (10) und dazu in Reihe
geschaltetem Ladelufttemperatur-Geber (12) und einer im Dehn
stoffelement (6b) eingebauten Elektroheizung (13) besteht,
daß der Ladelufttemperatur-Geber (12) den Stromkreis (11) ab
einer vorgegebenen Ladelufttemperatur schließt und daß die
Bypassklappe (5) an einer Einmündung eines zweiten Ladeluft
pfades (6) in einen Bypass (4) angeordnet ist.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied der Bypassklappe (5)
als ein vom Kühlwasser umströmtes Dehnstoffelement (6b) aus
gebildet ist, daß das Dehnstoffelement (6b) eine eingebaute
Elektroheizung (13) aufweist und daß diese Elektroheizung
(13) dadurch aktiviert wird, daß ein Stromkreis (11), bestehend
aus einer Stromquelle (10), dem Ladelufttemperatur-Geber (12)
und der Elektroheizung (13), ab einer vorgegebenen Ladeluft
temperatur durch den Ladelufttemperatur-Geber (12) geschlossen
wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4331072A DE4331072C2 (de) | 1993-09-13 | 1993-09-13 | Vorrichtung zur Beschleunigung der Motorerwärmung |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE4331072A DE4331072C2 (de) | 1993-09-13 | 1993-09-13 | Vorrichtung zur Beschleunigung der Motorerwärmung |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4331072C1 true DE4331072C1 (de) | 1994-12-08 |
| DE4331072C2 DE4331072C2 (de) | 1997-09-04 |
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ID=6497612
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| DE4331072A Expired - Fee Related DE4331072C2 (de) | 1993-09-13 | 1993-09-13 | Vorrichtung zur Beschleunigung der Motorerwärmung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4331072C2 (de) |
Cited By (4)
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-
1993
- 1993-09-13 DE DE4331072A patent/DE4331072C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4331072C2 (de) | 1997-09-04 |
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