DE4336612A1 - Verfahren zur Einfärbung von organischen Medien - Google Patents
Verfahren zur Einfärbung von organischen MedienInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Einfärbung von organischen
Medien durch anorganische Pigmentgranulate.
Die Verarbeitung von Pigmenten verlangt zur Erzielung des optimalen Farbein
drucks ein Aufmahlen der Pigmente zu Primärteilchen. Die dadurch entstehenden
Pulver stauben sehr stark und neigen aufgrund ihrer Feinteiligkeit zu Adhäsion und
kleben in Dosieranlagen. Bei toxikologisch gefährlichen Stoffen müssen deshalb
bei der Verarbeitung Maßnahmen zur Vermeidung einer Gefährdung von Mensch
und Umwelt durch entstehende Stäube getroffen werden. Aber auch bei
unbedenklichen inerten Stoffen wie z. B. Eisenoxidpigmenten ist eine Vermeidung
von Staubbelästigung zunehmend vom Markt gewünscht.
Staubvermeidung und verbesserte Dosierung aufgrund guter Fließeigenschaften zur
Erzielung eines qualitativ gleichmäßigen Farbeindrucks bei der Anwendung von
organischen Medien ist deshalb das Ziel im Umgang mit Pigmenten. Dieses Ziel
wird mehr oder weniger durch Anwendung von Granulationsverfahren auf
Pigmente erreicht. Dabei werden Aufbau- oder Sprühgranulation im allgemeinen
angewendet. Kompaktierverfahren sind bisher wegen der eingeschränkten
Dispergierbarkeit der dadurch erhaltenen Granulate weniger geeignet.
Grundsätzlich werden bei Pigmenten vom Markt zwei sich in der Richtung
gegensätzliche Eigenschaften beim Einsatz von Pigmentgranulaten gefordert:
mechanische Stabilität des Granulats und gute Dispergiereigenschaften. Die
mechanische Stabilität ist verantwortlich für gute Transporteigenschaften sowohl
bei Transport zwischen Hersteller und Anwender als auch für gute Dosierung und
Fließeigenschaften beim Einsatz der Pigmente. Sie wird durch hohe Haftkräfte
bewirkt und hängt ab z. B. von Bindemittelmenge oder auch vom Preßdruck beim
Verformen. Andererseits wird die Dispergierbarkeit beeinflußt durch eine gute
Mahlung vor der Granulierung (Naß- und Trockenmahlung), die mechanische
Energie bei der Einarbeitung (Scherkräfte) und Dispergierhilfsmittel, die die Haft
kräfte im trockenen Granulat bei der Einarbeitung in ein Medium sofort herab
setzen. Allerdings ist bei Pigmenten die Anwendung von größeren Mengen
Dispergierhilfsmittel wegen des Kostenverhältnisses Zusatz/Pigment eingeschränkt.
Außerdem bewirkt ein hoher Zusatzanteil eine entsprechende Herabsetzung der
Farbstärke bzw. des Streuvermögens. Da die Farbstärkeschwankungen im allge
meinen unter ±5% liegen, ist auch der Einsatz von Zusatzstoffen begrenzt, selbst
wenn diese gleichzeitig als Haftermittler und Dispergierhilfsmittel wirken. Auch
dürfen die Zusätze nicht die Gebrauchseigenschaften der zu färbenden Medien
nachteilig verändern, beispielsweise bei Kunststoffen die Festigkeit oder die Kerb
schlagzähigkeit, bei Elastomeren (Polymeren) die elastischen Eigenschaften.
Nach dem Stand der Technik kommen als Herstellungsverfahren für
Pigmentgranulate Sprühgranulation (Sprühtrocknung über Scheibe oder Düse) und
Aufbaugranulation (Mischer, Wirbelschichtgranulator, Teller bzw. Trommel) in
Frage.
So wird in den EP-A 0 257 423 und DE-A 38 41 848 die Sprühgranulation unter
Verwendung von Polyorganosiloxanen als hydrophobe, lipophile Zusatzstoffe
beschrieben. Der erwähnte Zerstäubungstrockner führt im allgemeinen zu kleinen
Teilchengrößen, d. h. hohem Feinanteil. Das bedeutet, daß ein wesentlicher Anteil
des Materials nicht aus dem Trockner als direkt einsetzbares Granulat erhalten
wird, sondern als Feinanteil erst im Filter zurückgehalten wird und dann in den
Prozeß zurückgeführt werden muß.
Die hydrophobierende Nachbehandlung führt bei sprühgranulierten Produkten zu
einem sehr guten fließenden, aber außerordentlich stark staubenden Granulat.
Die EP-A 0 424 896 offenbart die Herstellung von staubarmen Feingranulaten in
einem Herstellungsgang in bekannten Intensivmischern. Es wird hierbei ein
niedriger Gehalt an Wachsen in Kombination mit Emulgator und Netzmitteln
durch Aufbringen einer wäßrigen Dispersion angewendet. Dabei werden im allge
meinen Wassergehalte von 20 bis über 50% erhalten. Diese Granulate müssen zu
nächst getrocknet und von Über- und Unterkorn getrennt werden.
Die DE-A 31 32 303 beschreibt staubarme, fließfähige anorganische
Pigmentgranulate, die mit unter Wärmeeinwirkung flüssigwerdenden Bindemitteln
gemischt und durch einen Siebvorgang unter Anwendung von Siebhilfe (Druck)
granuliert werden. Dabei fällt ca. 10 bis 20% des Durchsatzes als Feinanteil
<0,1 mm an.
Aus der EP-A 0 144 940 gehen staubarme Pigmentgranulate hervor, die ausgehend
von Filterschlamm mit ca. 50% Wasser durch Zugabe von 0,5-10%
ob erflächenaktiven Stoffen und zusätzlich Mineralöl oder flüssigwerdenden
Wachsen bei 50 bis 200°C gemischt werden bis zum Schmierpunkt. Der Vorgang
erfolgt in Intensivmischern, eventuell wird noch nachgranuliert und nachge
trocknet. Im Endprodukt liegt noch Wasser in einer Menge von 10 bis 15% vor,
was für die Einarbeitung in Kunststoffen nachteilig ist.
Auch die anderen Verfahren sind in ihrer Anwendung eingeschränkt. Die
Sprühgranulation erfordert wegen der Tropfenbildung die Verwendung von gut
fließfähigen, also dünnflüssigen, Suspensionen. Für den Trocknungsvorgang ist
somit eine größere Menge an Wasser zu verdampfen als bei der häufig
einsetzbaren Wirbelschichttrocknung aus hochausgepreßten Pigmentfilterpasten.
Dies führt zu höheren Energiekosten. Bei zuvor durch Kalzination hergestellten
Pigmenten bedeutet die Sprühgranulation einen zusätzlichen Verfahrensschritt mit
hohen Energiekosten. Außerdem fällt bei der Sprühgranulation ein mehr oder
weniger großer Anteil an Feinmaterial im Staubfilter an, der wieder in die
Produktion zurückgeführt werden muß.
Die Aufbaugranulation weist häufig auch Nachteile auf. Sie kann - ausgehend von
Pigmentpulver - in Wischern unter hoher Turbulenz, im Wirbelschichtverfahren
oder auch durch Teller- und Trommelgranulation durchgeführt werden. Allen
diesen Verfahren gemeinsam ist, daß der Bindemittelbedarf, meistens Wasser, groß
ist, so daß als zusätzlicher Verfahrensschritt eine Trocknung nachfolgen muß.
Auch werden hierbei Granulate unterschiedlicher Größe erhalten, insbesondere,
wenn nicht ausreichend Bindemittel für die Pulvermenge zur Verfügung steht oder
die Verteilung nicht optimal ist. Dann kann ein gewisser Anteil als Granulat zu
groß werden, während andererseits zu kleine und damit noch staubende Anteile
vorliegen. Deshalb ist eine Klassierung der entstehenden Granulate erforderlich mit
einem Rücklauf von Über- und Unterkorn.
Die Tellergranulation führt zu einem breiten Teilchengrößenspektrum von
Granulaten. Wo dies wegen der schlechten Dispergierbarkeit zu großer Teilchen
nicht erwünscht ist, muß durch intensive personelle Überwachung der Granulier
vorgang verfolgt werden und durch manuelle Steuerung der Keimmenge die
Granulatherstellung optimiert werden. Üblicherweise erfolgt auch hierbei eine
Klassierung mit Rückführung des Über- und Unterkorns.
Aufgabe der vorliegenden Anmeldung war es aber, ein Verfahren zur Einfärbung
von organischen Medien zur Verfügung zu stellen, das die bisher beschriebenen
Nachteile der Sprühgranulation oder der Aufbaugranulation in ihrer Anwendung
auf anorganische Pigmente vermeidet und ausreichend stabile, dosierfähige,
staubarme Granulate von gleich guter Dispergierbarkeit wie die bisher
verwendeten Pulver zur Verfügung stellt. Darüber hinaus sollte eine Klassierung
mit Rückführung von Über- und Unterkorn vermieden werden.
Es wurde nun gefunden, daß diese Aufgabe gelöst werden kann durch eine
mehrstufige Kombination der Verfahrensschritte, Mischen, Kompaktieren, Sieb
granulieren und Tellergranulieren.
Gegenstand dieser Erfindung ist somit ein Verfahren zur Einfärbung von
organischen Medien mit anorganischen Pigmentgranulaten, wobei das anorganische
Pigment in einem mehrstufigen Verfahren unter Zusatz von Ölen, die eine
kinematische Viskosität bei 40°C von 1,6 bis 1500 mm²/s aufweisen, als
Bindemittel zu Pigmentgranulaten einer mittleren Teilchengröße von 0,2 bis 2 mm
ohne Rückführung von Feinanteil granuliert und die anorganischen Pigment
granulate mit den organischen Medien vermischt werden.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ist ein Pigmentgranulat erhältlich, das
sich bei einem d₅₀ von 0,2 bis 2 mm problemlos in organische Medien einarbeiten
läßt.
Bevorzugte anorganische Pigmente im Sinne dieser Erfindung sind Eisenoxid-,
Titandioxid-, Chromoxid und/oder Rutilmischphasenpigmente.
Als Bindemittel werden die Haftungskräfte (Kohäsion) verbessernde Substanzen
verwendet. Als solche stehen Wasser und wäßrige Lösungen zur Verfügung. Auch
können Öle unterschiedlicher Herkunft zur Anwendung kommen. Neben techni
schen oder synthetischen Ölen wie z. B. Maschinenöl V 100 oder Silikonöle
(Polysiloxane) lassen sich auch biologisch abbaubare Öle pflanzlicher und
tierischer Herkunft wie Rapsöl, Sojabohnenöl, Maiskeimöl, Olivenöl, Kokosnußöl,
Sonnenblumenöl oder Tran einsetzen.
Bevorzugte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen angeführt.
Wesentlich bei dem erfindungsgemäßen mehrstufigen Granulationsverfahren ist,
daß im ersten Schritt ein ausreichend kohäsives homogenes Material durch Zugabe
des Bindemittels in einem Mischer erzeugt wird. Im zweiten Schritt erfolgt
bevorzugt eine Kompaktierung.
Die verfahrenstechnisch wichtigste Kennziffer hierbei ist die Preßkraft (kN) pro
cm Walzenbreite (Linienkraft). Beim Kompaktieren wird von einer linienförmigen
Übertragung der Preßkraft ausgegangen, da eine Preßfläche nicht definiert werden
kann und deshalb kein Druck (kN/cm²) berechenbar ist.
Die Kompaktierung sollte bevorzugt bei sehr niedrigen Linienkräften erfolgen. Die
angewendeten Linienkräfte liegen im allgemeinen im untersten Bereich der
kommerziell erhältlichen Geräte etwa zwischen 0,1 und 15 kN/cm. Die Haftkräfte
innerhalb der Schülpen bestimmen mit den Bedingungen des nachfolgenden Sieb
granulators (z. B. Flake Crusher der Firma Bepex GmbH, D-74211 Leingarten oder
Firma Frewitt, Fribourg/Schweiz) die Größe des Vorgranulats (Keim) und das
Verhältnis zwischen Keim und Pulver. Bevorzugt betragen die Linienkräfte 0,5 bis
10 kN/cm.
Durch dieses Verhältnis und die Verweilzeit bei der nachfolgenden Aufbau
granulation wird die optimale Teilchengröße der Granulate festgelegt. Dabei wird
durch das richtige Verhältnis zwischen Vorgranulat und Pulver praktisch die
gesamte Pigmentmenge in freifließendes, staubarmes Granulat überführt. Eine
Rückführung von Über- und Unterkorn entfällt.
Diese Aufbaugranulation durch Nachrollen kann nach dem Stand der Technik auf
handelsüblichen Drehtellern, Drageetrommeln oder Drehtrommeln vom Fachmann
ohne weiteres durchgeführt werden.
Die Prüfung der Kunststoffdispergierbarkeit erfolgte nach einer der DIN 53 775:
Prüfung von Farbmitteln in weichmacherhaltigen Poly-Polyvinylchlorid (PVC-P)
Formmassenbestimmung der Dispergierhärte durch Walzen angenäherten
Vorschrift. Das zu prüfende Pigment wird bei 160±5°C auf einem
Wischwalzwerk in PVC dispergiert. Das erhaltene Walzfell wird geteilt und die
eine Hälfte anschließend durch Walzen bei Raumtemperatur erhöhten Scherkräften
ausgesetzt. Als Maß für die Dispergierbarkeit gilt bei Buntpigmenten der
Farbabstand ΔE nach CIELAB (DIN 5033, 6174) zwischen heiß- und
kaltgewalztem PVC-Fell, bzw. bei Weißpigmenten die Differenz der
Normfarbwerte Y (DIN 5033) zwischen heiß- und kaltgewalztem PVC-Fell. Ein
gut dispergierbares Pigment ist schon bei geringen Scherkräften ausdispergiert,
während zum Ausdispergieren eines schwer dispergierbaren Pigments die erhöhten
Scherkräfte beim Walzen bei tiefer Temperatur notwendig sind. Daher gilt: je
kleiner der Farbabstand ΔE bzw. die Differenz der Normfarbwerte Y, desto besser
ist das Pigment dispergierbar. Insbesondere bei Granulaten kommt der Dispergier
barkeit eine große Bedeutung zu, da zuerst die Granulatteilchen zerteilt werden
müssen, die dann im Kunststoff zu dispergieren sind. Angestrebt wird für
Granulate eine gleich gute Dispergierbarkeit wie die entsprechender
Pigmentpulver, so daß die Kenngrößen ΔE bzw. Y für Pulver und Granulat nicht
wesentlich differieren sollen.
Als gut dispergierbar gelten nach dem Stand der Technik bei granulierten
Weißpigmenten ein ΔY von 2,1 bis 3,0 Einheiten wie sie mit auf dem Markt
befindlichen Handelsprodukten an TiO₂-Granulaten erzielt wird, z. B. Baytitan
R-FK-21 oder bei Buntpigmenten ein ΔE von 0 bis 1 Einheiten wie es mit
Bayferrox 130 (Handelsprodukt der Bayer AG) erzielt wird.
Die Prüfung des Fließverhaltens erfolgt durch Beurteilung des Auslaufverhaltens
aus einem Trichter mit 300 bis 1000 ml Volumen mit 8 mm Öffnung. Das
Fließverhalten wird als gut bezeichnet, wenn das Material frei ausläuft. Erfolgt
kein Materialfluß bzw. ein Fließen nur nach Klopfen, wird das Fließverhalten als
nicht ausreichend betrachtet.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren werden nacheinander verschiedene, als Einzel
verfahren bekannte Granulierapparate in spezieller Abstimmung aufeinander in
bestimmter Reihenfolge eingesetzt (Fig. 1). Diese Einzelverfahren allein oder in
anderen Kombinationen führen nicht zu den erfindungsgemäßen Granulaten mit
den günstigen Eigenschaften hinsichtlich Ausbeute (praktisch kein Staubanteil),
Fließverhalten, Förderbarkeit, Dispergierbarkeit, geringer Steuerungsaufwand bei
der Herstellung. Dieses wird in der nachfolgenden Tabelle verdeutlicht, wobei die
Summe der positiven Eigenschaften betrachtet werden soll (Tabelle 1).
Im folgenden wird anhand von Beispielen die vorliegende Erfindung erläutert,
ohne daß in diesen Beispielen eine Einschränkung zu sehen ist.
25 kg Eisenoxidrot Bayferrox 120 N (Handelsprodukt der Bayer AG) wurden mit
1,5% (375 g) Silikonöl Baylube VP FE 3024 (Handelsprodukt der Bayer AG,
kinematische Viskosität bei 40°C 60 mm²/s (DIN 51 562)) in einen Mischer
gegeben und intensiv gemischt. Diese Mischung wurde in einem Kompaktor
(Pharmapaktor Bepex 200/5, Fa. Bepex) bei einer Linienkraft von 2 kN/cm
verdichtet. Es entstanden Schülpen von 2-3 mm Dicke. Diese Schülpen wurden in
einem Siebgranulator (Fa. Frewitt, Fribourg/Schweiz) mit einem Sieb der
Maschenweite 1,5 mm geschrotet. Das Vorgranulat wurde mit dem bei der
Schrotung entstehenden Pulver auf einem Granulierteller von 70 cm Durchmesser
und einer Verweilzeit von 7-10 Minuten granuliert. Das entstehende Granulat wies
eine Korngröße von 0,2 bis 2 mm auf mit einem d₅₀ von 0,56 mm. Es war
praktisch staubfrei, sehr gut rieselfähig und ausreichend transportstabil. Die
Messung der Dispergierbarkeit in Kunststoffen ergab bei dem Granulat einen
Farbabstand ΔE von 0,3 gegenüber einem Abstand von 0,2 beim entsprechenden
Pigmentpulver.
50 kg Vorprodukt für Titandioxid R-FK-2 (Handelsprodukt der Bayer AG) wurden
unter Zusatz von 1,5% (750 g) des obengenannten Silikonöls Baylube
VP FE 3024 in einen Mischer gegeben und intensiv gemischt. Diese Mischung
wurde in einem Kompaktor (Pharmapaktor Bepex 200/5, Fa. Bepex) bei einer
Linienkraft von 4-7 kN/cm verdichtet. Es entstanden Schülpen von 2-3 mm Dicke.
Diese Schülpen wurden in einem Siebgranulator (Fa. Frewitt, Fribourg/Schweiz)
mit einem Sieb der Maschenweite 1,5 mm geschrotet. Das Vorgranulat wurde mit
dem bei der Schrotung entstehenden Pulver auf einem Granulierteller von 70 cm
Durchmesser und einer Verweilzeit von 7-10 Minuten granuliert.
Das entstehende Granulat wies eine Korngröße von 0,2 bis 2 mm auf mit einem
d₅₀ von 0,5 mm. Es war praktisch staubfrei, sehr gut rieselfähig und ausreichend
transportstabil.
Die Messung der Dispergierbarkeit in Kunststoffen ergab bei dem Granulat eine
Differenz der Normfarbwerte Y von 1,7 gegenüber einem Abstand von 3,0 beim
eingesetzten, ungranulierten Pigmentpulver.
Jeweils 50 kg Vorprodukt für Titandioxid R-FK-21 (Handelsprodukt der
Bayer AG) wurden wie in Beispiel 2 beschrieben unter Zusätzen von jeweils
1,5% (750 g) der folgenden Öle granuliert:
- a) Silikonöl Baylube VP FE 3024 (Handelsprodukt der Bayer AG, kinematische Viskosität bei 40°C 60 mm²/s (DIN 51 562)
- b) Silikonöl Baysilone M 350 (Handelsprodukt der Bayer AG, kinematische Viskosität bei 25°C 350 mm²/s (DIN 51 562)
- c) Maschinenöl V 100 (Schmieröl nach DIN 51 506 VDL, kinematische Viskosität bei 40°C 100 mm²/s).
Die entstehenden Granulate wiesen Korngrößen von 0,2 bis 2 mm auf. Sie waren
praktisch staubfrei, sehr gut rieselfähig und ausreichend transportstabil. Die
Messung der Dispergierbarkeit in Kunststoffen ergab bei dem Granulat
Differenzen der Normfarbwerte Y von a) 1,1; b) 1,6; c) 1,3 gegenüber einem
Abstand von 2,4 beim eingesetzten, ungranulierten Pigmentpulver.
75 kg Chromoxid GN (Handelsprodukt der Bayer AG) wurden wie in Beispiel 1
beschrieben unter Zusatz von 3% (2,25 kg) Maschinenöl V 100 (Schmieröl nach
DIN 51 506 VDL, kinematische Viskosität bei 40°C 100 mm²/s) granuliert. Die
Linienkraft im Kompaktierschritt betrug hierbei 3-4 kN/cm.
Das entstehende Granulat wies eine Korngröße von 0,2 bis 2 mm auf. Es war
praktisch staubfrei, sehr gut rieselfähig und ausreichend transportstabil. Die
Messung der Dispergierbarkeit in Kunststoffen ergab bei dem Granulat einen
Farbabstand ΔE von 0,5 gegenüber einem Abstand von 0,3 beim entsprechenden
Pigmentpulver.
Jeweils 50 kg des Rutilmischphasenpigments Lichtgelb 6 R (Handelsprodukt der
Bayer AG) wurden wie in Beispiel 1 beschrieben unter Zusatz von 3% (1,5 kg)
der obengenannten Öle Baylube VP FE 3024 und Maschinenöl V 100 granuliert.
Die entstehenden Granulate wiesen Korngrößen von 0,2 bis 2 mm auf. Sie waren
praktisch staubfrei, sehr gut rieselfähig und ausreichend transportstabil.
50 kg Vorprodukt für Titandioxid R-FK-21 (Handelsprodukt der Bayer AG)
wurden wie in Beispiel 3 beschrieben, jedoch ohne Ölzusatz, granuliert.
Das entstehende Granulat wies Korngrößen von 0,2 bis 2 mm auf. Es war
staubfrei und rieselfähig. Die Messung der Dispergierbarkeit in Kunststoffen ergab
jedoch bei dem Granulat eine Differenz der Normfarbwerte Y von 4,8 gegenüber
einem Abstand von 2,4 beim eingesetzten, ungranulierten Pigmentpulver.
Titandioxid R-FK-21 (Handelsprodukt der Bayer AG), das über einen
Sprühtrockner granuliert wurde, weist eine Korngröße von 40-300 µ auf mit einem
d₅₀ von 120 µ und einem Feinanteil <100 µ zwischen 20 und 40%. Die Messung
der Dispergierbarkeit in Kunststoffen ergab bei dem Sprühgranulat eine Differenz
der Normfarbwerte Y von 3,0.
Claims (10)
1. Verfahren zum Einfärben von organischen Medien mit anorganischen
Pigmentgranulaten, dadurch gekennzeichnet, daß anorganische Pigmente in
einem mehrstufigen Verfahren unter Zusatz von Ölen, die eine
kinematische Viskosität bei 40°C von 1,6 bis 1500 mm²/s aufweisen, als
Bindemittel zu Pigmentgranulaten einer mittleren Teilchengröße von 0,2 bis
2 mm ohne Rückführung von Feinanteil granuliert und die anorganischen
Pigmentgranulate mit den organischen Medien vermischt werden.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die organischen
Medien Kunststoffe sind.
3. Verfahren gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffe
Thermoplaste, Duroplaste und/oder Elastomere sind.
4. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die organischen
Medien Polymere mit gummielastischen Eigenschaften sind.
5. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die organischen Pigmente mit den Ölen in einem
Mischer zusammengegeben werden, das so vorbehandelte Pigmentpulver
einem Kompaktierungsschritt mit Linienkräften zwischen 0,1 und
15 kN/cm unterworfen wird, die dabei entstehenden Schülpen einer Dichte
von 0,5 bis 3,0 g/cm³ durch nachfolgendes Schroten auf einem Sieb
granulator in Vorgranulat und Pulver zerlegt und diese durch Nachrollen
auf einem Drehteller oder in einer Drehtrommel vollständig aufgranuliert
werden.
6. Verfahren gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Linien
kräfte 0,5 bis 10 kN/cm betragen.
7. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß als anorganische Pigmente Eisenoxid-, Titandioxid-,
Chromoxid- und/oder Rutilmischphasenpigmente eingesetzt werden.
8. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß als Öle Pflanzenöle, technische oder synthetische Öle
paraffinischer oder naphthenischer Natur oder ölartige Verbindungen wie
z. B. Silikonöle (Polysiloxane) in einer Menge von 0,01 bis 10 Gew.-%,
bevorzugt 0,1 bis 6 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,3 bis 4 Gew.-%,
eingesetzt werden.
9. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1, 2, 5 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Pigmentgranulate mit flüssigen
Kunststoffen vermischt werden.
10. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1, 2, 5 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Pigmentgranulate zur Herstellung von
Pulverlacken eingesetzt werden.
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