DE4342934C2 - Verfahren zum Recycling von Feuerfestmaterial - Google Patents
Verfahren zum Recycling von FeuerfestmaterialInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C03—GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
- C03C—CHEMICAL COMPOSITION OF GLASSES, GLAZES OR VITREOUS ENAMELS; SURFACE TREATMENT OF GLASS; SURFACE TREATMENT OF FIBRES OR FILAMENTS MADE FROM GLASS, MINERALS OR SLAGS; JOINING GLASS TO GLASS OR OTHER MATERIALS
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Recycling von
Feuerfestmaterial mit hohem SiO₂-Anteil, insbesondere von
Silikaausbruch aus Glasschmelzanlagen und
Koksofenbatterien.
Aufgrund der Tatsache, daß Hersteller von
Feuerfestmaterial immer mehr gedrängt werden, die von
ihnen an die Abnehmer gelieferten und verbrauchten Steine
zurückzunehmen sowie wegen der Verknappung von geeigneten
Deponiestätten für diese Materialien, war es
erforderlich, nach Möglichkeiten zu suchen, wonach das
verbrauchte Feuerfestmaterial technisch wiederverwertet
werden kann.
Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb darin, ein
Verfahren zu entwickeln, wonach eine technisch sinnvolle
und kostenerträgliche Wiederverwertung von verbrauchten
Feuerfestmaterialien erfolgen kann.
Erfindungsgemäß wurde die Aufgabe dadurch gelöst, daß ein
Feuerfestmaterial mit hohem SiO₂-Anteil, insbesondere
Silikaausbruch, so zerkleinert wird, daß eine
Korngrößenverteilung von 0,1 mm bis 2,00 mm vorliegt und
daß das derart aufbereitete Silikamaterial einem
Glasgemenge - anstelle von Quarzsand - zugesetzt werden
kann. Der Zusatz von aufbereitetem Silikaausbruch zum
Glasgemenge erfolgt nach einem weiteren Merkmal der
Erfindung in unterschiedlich hohen Anteilen bis hin zum
vollständigen Ersatz von Quarzsand.
In den Glastechnischen Berichten, 1984, S. 284-290, wird ein Überblick
über Fragen der Verwertung von Abfallstoffen der Glasindustrie und von
Abfallstoffen aus anderen Industrien gegeben. Die Verwendung von
Silikaausbruch als Quarzsandersatz bei der Glasherstellung geht daraus
jedoch nicht hervor. Die in dem Bericht vorgestellten Varianten bezüglich des
Ersatzes von Quarzsand in Glasschmelzen erfordern einen sehr hohen
kommerziellen und personellen Aufwand und sind deshalb in der Praxis nur
schwer durchführbar.
Aus der DD-PS 1 60 452 ist ein Verfahren zum Einsatz von
Kupolofenschlacke als Sekundärrohstoff in der Silikatindustrie bekannt. Die
Kupolofenschlacke kristallisiert in den Phasengebieten Anorthit - Wollastonit
des Systems SiO₂-Al₂-O₃-CaO. Bei Verwendung einer solchen Schlacke als
Ersatz von beispielsweise Behälter- oder Flachglas würde der hohe Anteil
von Al₂O₃ in der Schmelze die Viskosität der Schmelze derart erhöhen, daß
eine Homogenisierung und eine Formgebung der Schmelze nicht möglich
wäre.
Die EP 0 493 217 beschreibt die Umwandlung von Abfällen wie Aschen und
Schlämmen in ein sogenanntes "kristallisiertes Glas", welche β-Wollastonit
und Anorthit enthält. Die mit den eingesetzten Rohstoffen enthaltenen Anteile
an Al₂O₃, Fe₂O₃, P₂O₅ und SO₃ sind zu hoch, um damit ein klares Behälterglas
herstellen zu können. Bei allen ausgeführten Beispielen handelt es sich um
kristallisierte Gläser.
Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß die gefundene
Korngrößenverteilung, mit der das Ausbruchmaterial als
Quarzsandersatz einem Glasgemenge zugesetzt wird, keinen
negativen Einfluß auf das Einschmelzverhalten sowie die
Qualität der damit hergestellten Glasprodukte hat.
Während herkömmlich Quarzsand üblicherweise in
Kornverteilungen von 40-200 µm eingesetzt werden muß,
zeigt das erfindungsgemäß aufbereitete Material bei
Korngrößen bis zu 2,00 mm ein sehr günstiges
Aufschmelzverhalten, da das Silikamaterial überwiegend
Cristobalit enthält, der die Hochtemperaturform von SiO₂
darstellt.
Bei vollständigem Ersatz von Quarzsand durch
Silikamaterial im Glasgemenge kann zur Schmelze des
Glases eine Energieeinsparung von ca. 20% erreicht
werden.
Für die Zerkleinerung des Ausbruchmaterials auf die
relativ grobe Kornfraktion können weiterhin
kostengünstige und umweltverträgliche
Zerkleinerungsverfahren eingesetzt werden.
Beim Einsatz der groben Kornfraktion im Glasgemenge wird
außerdem die Verstaubung im Einlegebereich der Glaswannen
gegenüber der z. Z. eingesetzten Kornverteilung des
Quarzsandes sehr stark verringert, wodurch die
Haltbarkeit der Regenerativkammern wesentlich verlängert
wird.
Nachfolgend soll die Erfindung anhand von
Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.
Zur Wiederverwertung soll Feuerfestmaterial mit hohem
SiO₂-Anteil, beispielsweise Silikaausbruch aus
Glasschmelzanlagen oder Koksofenbatterien, nach dem
erfindungsgemäßen Verfahren verarbeitet werden.
Silikamaterial aus Koksofenbatterien ist so gut wie nicht
verunreinigt, und Silikamaterial aus den Decken der Soda-
Kalk-Kieselglaswannen ist lediglich mit Natriumoxid,
Kaliumoxid und Sulfaten verunreinigt.
Das Ausbruchmaterial wurde so zerkleinert, daß eine
Korngrößenverteilung von 0,1 mm bis 2,0 mm vorlag.
Die Aufbereitung erfolgt in üblichen Brechern und/oder
Mahlvorrichtungen.
Das aufbereitete Silikamaterial kann nun in
unterschiedlichen Anteilen bis hin zum vollständigen
Ersatz von Quarzsand einem Glasgemenge zugesetzt werden.
Das Ausbruchmaterial wurde im vorliegenden Beispiel in
Anteilen von 10, 20 und 30% zur gesamten Sandeinwaage
eingesetzt.
Für die erste Versuchsreihe wurden 4 Gemengeversätze
gemäß der Gemengeberechnung für weißes Behälterglas
gemischt:
| in Gew.-% | |
| Sand: | |
| 22,21 | |
| Soda: | 6,1 |
| Kalk: | 3,43 |
| Nephelinsyenit: | 1,52 |
| Dolomit: | 4,91 |
| Calumite: | 0,35 |
| Selen: | 0,0003 |
| Na₂SO₄: | 0,056 |
| Filterstaub, weiß | 0,21 |
| Scherben, weiß | 61,203 |
Die Berechnung erfolgte ohne den Anteil Eigenscherben und
ist in Gew.-% angegeben. Versatz 0 entsprach ganz der
Hüttenvorschrift, im Versatz I, II und III wurden 10, 20
und 30% des Sandanteils durch Silikaausbruchmaterial
ersetzt.
Jeweils 4 Korundtiegel wurden mit gut 100 g der vier
verschiedenen Gemenge gefüllt, in einen Muffelstein
gestellt und bei 1350°C mit Haltezeiten von 5, 3.7, 2.5
und 1.2 h geschmolzen (elektrischer Ofen mit 2 K/min
Aufheizgeschwindigkeit). Nach dem langsamen Abkühlen im
Ofen wurden aus der Tiegelmitte 1 cm-dicke Scheiben
ausgeschnitten und aus diesen wiederum Prismen.
Anhand der Prismen war klar zu erkennen, daß alle
Gemengesätze vollständig aufgeschmolzen sind. Die Prismen
der Gläser mit 5 h Haltezeit und 2 Prismen aus einem
Weißglastropfen aus der Hütte wurden zur Bestimmung der
Lichtdurchlässigkeit auf zwei gegenüberliegenden,
planparallelen Seiten geschliffen und poliert. Die
Fig. 1 und 2 zeigen, daß die Gläser mit
Silikaausbruchmaterial den gleichen Kurvenverlauf haben,
wie das Glas aus der Hütte bzw. das Glas aus Versatz 0.
Theoretisch müßten diese beiden Gläser gleiche
Durchlässigkeitswerte zeigen, doch aufgrund der
unterschiedlichen Redoxverhältnisse in der Wanne und in
den Tiegeln im Laborofen ist ihr Kurvenverlauf ein wenig
parallel verschoben. Die Durchlässigkeitswerte aller
Gläser liegen in einer gleichen Größenordnung. Die
Versuchsergebnisse zeigen, daß ein Austausch von Sand
durch Silikaausbruchmaterial möglich ist.
Die nächste Versuchsreihe wurde hinsichtlich der Frage
nach dem Korngrößeneinfluß durchgeführt. Dazu wurden
Versatz I und III, also mit 10 und 30% Zusatz, einmal
mit Feinkörnung (0-0,8 mm) und das andere Mal mit
Grobkörnung (0,1-2 mm) mit 1,2 und 5 h Haltezeit
aufgeschmolzen. Die Gemenge waren alle rückstandslos
durchgeschmolzen. Die grobkörnige kostengünstigere
Aufbereitung des Ausbruchsmaterials zeigte gleichfalls
ein zufriedenstellendes Einschmelzverhalten, welches auch
beim großtechnischen Einsatz und vollständigen Ersatz von
Quarzsand erwartet werden kann.
Der vollständige Ersatz des Quarzsandes durch
Silikaausbruchmaterial wurde bei einem anderen
Gemengesatz mit Erfolg getestet. Bei diesen Versuchen war
das Originalgemenge (in Gew.-%) wie folgt zusammengesetzt:
| Sand|58,18% | |
| Soda | 18,80% |
| Dolomit | 16,39% |
| Kalkstein | 4,91% |
| Na₂SO₄ | 0,75% |
| Nephelinsyenit | 0,96% |
Die daraus resultierende Glaszusammensetzung war
folgende (in Gew.-%):
| SiO₂|70,71% | |
| Al₂O₃ | 0,78% |
| Fe₂O₃ | 0,14% |
| CaO | 9,88% |
| MgO | 4,21% |
| Na₂O | 13,77% |
| SO₃ | 0,52% |
Bei einem vollständigen Ersatz des Sandes durch
Silikaausbruchmaterial berechnen sich für das entstehende
Glas nachstehende Analysenwerte (in Gew.-%):
| SiO₂|68,84% | |
| Al₂O₃ | 0,83% |
| Fe₂O₃ | 0,29% |
| CaO | 11,49% |
| MgO | 4,22% |
| Na₂O | 13,81% |
| SO₃ | 0,52% |
Ein Vergleich der SiO₂-Werte zeigt, daß dieser für eine
gleichbleibende Glasqualität beim Einsatz des
Silikaausbruchmaterials erhöht werden muß. Ein Zusatz von
4% Sand zum Gemenge mit Austauschmaterial ergab ein Glas
der nachfolgenden Zusammensetzung (in Gew.-%):
| SiO₂|70,04% | |
| Al₂O₃ | 0,79% |
| Fe₂O₃ | 0,28% |
| CaO | 11,05% |
| MgO | 4,06% |
| Na₂O | 13,28% |
| SO₃ | 0,5% |
Die Schmelz- und Prüfbedingungen waren die gleichen wie
im zuvor beschriebenen Beispiel und brachten wie diese
zufriedenstellende Ergebnisse.
Claims (2)
1. Verfahren zum Recycling von Feuerfestmaterial mit hohem SiO₂-Anteil, insbesondere
Silikaausbruch, dadurch gekennzeichnet, daß das Material
so zerkleinert wird, daß eine Korngrößenverteilung
von 0,1 mm bis 2,0 mm vorliegt, und das derart aufbereitete
Silikamaterial einem Glasgemenge anstelle von Quarzsand zugesetzt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Zusatz von aufbereitetem Silikaausbruch zum Glasgemenge in
unterschiedlich hohen Anteilen bis hin zum vollständigen Ersatz von
Quarzsand erfolgt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934342934 DE4342934C2 (de) | 1993-12-16 | 1993-12-16 | Verfahren zum Recycling von Feuerfestmaterial |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934342934 DE4342934C2 (de) | 1993-12-16 | 1993-12-16 | Verfahren zum Recycling von Feuerfestmaterial |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4342934A1 DE4342934A1 (de) | 1995-06-22 |
| DE4342934C2 true DE4342934C2 (de) | 1996-05-23 |
Family
ID=6505186
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19934342934 Revoked DE4342934C2 (de) | 1993-12-16 | 1993-12-16 | Verfahren zum Recycling von Feuerfestmaterial |
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| DE (1) | DE4342934C2 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP4703336A1 (de) | 2024-08-29 | 2026-03-04 | Refractory Intellectual Property GmbH & Co. KG | Recycling von feuerfesten silika-steinen und herstellung eines feuerfesten silika-alumina-steines |
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-
1993
- 1993-12-16 DE DE19934342934 patent/DE4342934C2/de not_active Revoked
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| EP4703336A1 (de) | 2024-08-29 | 2026-03-04 | Refractory Intellectual Property GmbH & Co. KG | Recycling von feuerfesten silika-steinen und herstellung eines feuerfesten silika-alumina-steines |
| WO2026046546A1 (de) | 2024-08-29 | 2026-03-05 | Refractory Intellectual Property Gmbh & Co. Kg | Recycling von feuerfesten silika-steinen und herstellung eines feuerfesten silika-alumina-steines |
Also Published As
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