DE4400170C1 - Verfahren zum Bestimmen der Verdickungswirkung von Siliciumdioxid - Google Patents

Verfahren zum Bestimmen der Verdickungswirkung von Siliciumdioxid

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bestimmen der Verdickungswirkung von Siliciumdioxid.
Synthetisch hergestelltes Siliciumdioxid, insbesondere aus SiCl₄ flammenhydrolytisch hergestelltes Siliciumdioxid, wie es zum Beispiel in Ullmann′s Enzyklopädie, 4. Auflage, Band 21, Seite 464 folgende, beschrieben wird, wird unter anderem als Verdickungsmittel in Lacken, Farben oder Harzlösungen eingesetzt.
Neben der Verdickungswirkung wird während der Herstellung die Bestimmung der BET-Oberfläche zur Charakterisierung des flammenhydrolytisch hergestellten Siliciumdioxides herangezogen.
Es hat sich jedoch gezeigt, daß ein Rückschluß von der gemessenen BET-Oberfläche auf die Verdickungswirkung nicht möglich ist, weil eine direkte Abhängigkeit der Verdickungswirkung nicht gegeben ist. So zeigen flammenhydrolytisch hergestellte Siliciumdioxide, die dieselbe BET-Oberfläche haben, eine voneinander abweichende Verdickungswirkung auf. So zeigt Fig. 1, daß synthetische Kieselsäuren mit unterschiedlicher BET-Oberfläche die gleiche Verdickungswirkung aufweisen können. Dies bedeutet, daß die Bestimmung der BET-Oberfläche bei der flammenhydrolytischen Herstellung des Siliciumdioxides als alleiniges Qualitätskriterium nicht zu verwenden ist.
Es bestand somit die Notwendigkeit, eine Bestimmungsmethode, mit der eine sichere Qualitätskontrolle der Eigenschaft als Verdickungsmittel bei der flammenhydrolytischen Herstellung von Siliciumdioxid möglich ist, zu finden.
Gegenstand der Erfindung ist ein-Verfahren zur Bestimmung der Verdickungswirkung von Siliciumdioxid, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man von dem flammenhydrolytisch hergestellten Siliciumdioxid eine Dispersion in Wasser oder Ethanol herstellt und an dieser Dispersion eine Trübungsmessung durchführt.
Die Trübungsmessung an Feststoffdispersionen in Wasser ist bekannt. Ihr liegt der folgende physikalische Zusammenhang zugrunde:
Das einfallende Licht veranlaßt durch sein elektrisches Feld, daß ein Dipol zu Schwingungen angeregt wird. Ein schwingender Dipol sendet selbst Streulicht aus, wobei die Schwingungsebenen der beiden Strahlen senkrecht aufeinander stehen. Dabei wird kurzwelligere Strahlung verstärkt gestreut, danach dem Rayleigh′schen Gesetz die Wellenlänge mit der vierten Potenz als Kehrwert eingeht. Bei der Rayleigh′schen Streuung müssen die Partikel kleiner sein als die Wellenlänge des Lichtes (ca. 1/20 der Wellenlänge). Bei diesen kleinen Teilchen ist die Streulichtintensität fast unabhängig vom Streuwinkel. Größere Teilchen streuen praktisch nur noch nach vorne. Ein 5 µm großes Teilchen streut beispielsweise im 25° Winkel 100mal mehr als im 90° Winkel. Die Streulichtintensität im 90° Winkel durchläuft bei einem Teilchendurchmesser von etwa 1 µm ein Maximum. Dies bedeutet also, daß im 90° Winkel große Teilchen deutlich weniger streuen als kleinere Teilchen. Die Brechzahlen von allen AEROSIL-Typen können mit ca. 1,46 in erster Näherung als konstant angesehen werden. Es ergeben sich so die bekannten Brechzahldifferenzen zu den jeweiligen Dispersionsmedien. Bei großen Brechzahldifferenzen findet man erwartungsgemäß eine stärkere Beeinflussung der Trübung. Unter der Annahme, daß die Brechzahldifferenzen konstant sind und man stets auch bei einer konstanten Konzentration arbeitet, vereinfacht sich die Rayleigh′sche. Gleichung zu I=k*1/N, wobei I die gestreute Energie darstellt, k eine Konstante ist und N die Zahl der Teilchen je ml Lösung angibt.
Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, daß reproduzierbare Korrelation zwischen der Verdickungswirkung der Kieselsäure und der Intensität der Streuung festgestellt werden können. Die Methode der Trübungsmessung kann somit zur Bestimmung der Verdickungswirkung herangezogen werden.
Beispiel
Die AEROSIL-Probe (ca. 10 bis 100 g) wird durch Umschütteln mit der Hand (30 sec) homogenisiert. Die Einwaage erfolgt frühestens nach 10 min (Auftrieb!)
In einen Polybecher werden 1.00n g AEROSIL und 99,n g Wasser bei hydrophilem AEROSIL oder 99,n g Ethanol bei hydrophobem AEROSIL eingewogen (n = 1-9) und mit dem Dissolver 5 Minuten bei 2000 U/min dispergiert. Nach Beendigung der Dispergierung wird die Dispersion mit einer Pasteurpipette in eine Einwegküvette gefüllt und die Effektivität mit einem Trübungsphotometer gemessen.
Für die Durchführung der Messung geeignete Geräte sind:
Labordissolver LD 50 Ex 0,37 KW 930 - 8400 U/min mit Drehzahlmesser Dispergierscheibe mit angeschweißter Nabe, Durchmesser 40 mm
Pentraulik GmbH, Maschinen und Apparate, Philipp-Reis-Straße, Postfach 11 50, D-3257 Springe 1
Dose Hoechst, Ident-Nr. 22926, 250 ccm Inhalt, DD-PE, natur 0/00 Hoechst AG, Abt. EK-Verpackung V 21, Brüningstr. 64, D-6230 Frankfurt-Hoechst
Pasteuer-Pipette; 3,5 ml, 150 mm lang, Best.-Nr. 1-6161 Oskar Glock GmbH KG, Labortechnik, Postfach 10 06 61, D-6050 Offenbach
Lange-Trübungsphotometer LTP 5, Artikelnummer LPV 138 1 Adapter Artikelnummer BHA 074, 1000 Küvetten Artikelnummer EBK 019 Dr. Bruno Lange GmbH, Königsweg 10, Postfach 37 03 63, D-1000 Berlin 37
Eine schematische Darstellung des Trübungsphotometers zeigt Fig. 2.
Das Ergebnis der Trübungsmessung ist für verschiedene AEROSIL-Typen in der Fig. 3 graphisch dargestellt. Es ergibt sich eine deutliche Korrelation zwischen der Verdickungswirkung und der Intensität der Trübungsmessung.

Claims (1)

  1. Verfahren zur Bestimmung der Verdickungswirkung von Siliciumdioxid, dadurch gekennzeichnet, daß man von dem flammenhydrolytisch hergestellten Siliciumdioxid eine Dispersion in Wasser oder Ethanol herstellt und an dieser Dispersion eine Trübungsmessung durchführt.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Title
Messen, Steuern und Regeln in der Chemischen Technik, Springer Verlag 1980, Bd. II, S. 56-58 *
Ullmann's Encyclopädie, 5. Aufl., Bd. 23, S. 635-642 *

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