DE4406417A1 - Einrichtung zum Messen eines Weges oder eines Winkels - Google Patents
Einrichtung zum Messen eines Weges oder eines WinkelsInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einer Meßeinrichtung nach der
Gattung des Hauptanspruchs. Eine bekannte Anordnung dieser
Art (DE-PS 38 15 074) besteht aus zwei Paaren von auf der
Innenwand eines zylinderförmigen Spulenträgers angeordneten
rechteckigen Flachspulen, denen ein innerhalb des
Spulenträgers drehbar gelagertes Innenelement aus elektrisch
leitendem Material (Stromleitstück) gegenübersteht. Das
Stromleitstück ist so geformt, daß es stets zweimal Teile je
zweier nebeneinanderliegender Spulen bedeckt. Wird es relativ
zum Spulenträger bewegt, verändert sich bei jeweils
nebeneinanderliegenden Spulen das Verhältnis des vom
Stromleitstück bedeckten Spulenflächenanteils, wobei sich die
einer ersten Spule zugeordneten Oberfläche des
Stromleitstücks jeweils um denselben Betrag erhöht, wie er in
der nachfolgenden Spule verringert wird. Entsprechend ändert
sich das Verhältnis der Spuleninduktivitäten, das als
Meßgröße für die Auslenkung des Stromleitstücks gegenüber dem
Spulenträger dient. Um ein möglichst fehlerfreies Meßergebnis
zu erhalten, werden die Meßsignale jeweils gegenüberliegender
Spulen addiert, die nachfolgender Spulen voneinander
subtrahiert. Auf diese Weise können vor allem mechanisch
bedingte Fehlereinflüsse, etwa durch ein Radialspiel des
Stromleitstücks, wirkungsvoll unterdrückt werden.
Daneben wird die Genauigkeit der erhaltenen Meßergebnisse
durch die systematische Lineargenauigkeit der Meßanordnung
bestimmt, welche auch durch Berücksichtigung der
Meßergebnisse mehrerer Spulen nicht verbesserbar ist.
Untersuchungen haben gezeigt, daß Anordnungen mit
rechteckigen Sensorspulen allgemein mit einem
Linearitätsfehler behaftet sind. Um eine solche bekannte
Anordnung für hochgenaue Meßaufgaben einzusetzen, bedarf es
deshalb einer Kompensationseinrichtung, was in der Regel
einen nicht akzeptablen Zusatzaufwand erfordert. Die
vorstehend beschriebene Anordnung ist ferner zur Anwendung
für rein translatorische Meßaufgaben nur bedingt geeignet, da
die zweifache Auslegung von Sensorspulen und Stromleitstück
zu einem vergleichsweise groß bauenden und aufwendig
ausgebildeten Sensor führen würde.
Eine weitere bekannte Meßanordnung nach der Gattung des
Hauptanspruchs (EP-PS 211 901) besteht aus zwei
halbkreisförmig ausgebildeten Flachspulen, welche in einer
Ebene angeordnet sind, über der sich ein die Fläche einer
Spule genau überdeckendes Metallteil dreht. Wird das
Metallteil bewegt, vergrößert sich entsprechend seiner
Auslenkung der überdeckte Flächenanteil einer Spule um
denselben Betrag, um den er bei der anderen verringert wird.
Als Meßgröße dient die Spuleninduktivität, welche durch
Bestimmung der sich jeweils einstellenden
Spulenresonanzfrequenz ermittelt wird. Auch diese Anordnung
eignet sich für hochgenaue Messungen nur insoweit, als durch
das Meßprinzip bedingte systematische Linearitätsfehler keine
Rolle spielen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung
zum Messen von Wegen oder Winkels anzugeben, deren
Meßergebnisse eine gegenüber der mit bekannten Einrichtungen
erzielbaren verbesserte Lineargenauigkeit aufweisen.
Die Aufgabe wird gelöst durch eine Meßeinrichtung mit den
kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs. Durch die
vorteilhafte Gestaltung der Meßspulen weist die Kennlinie
einer erfindungsgemäßen Meßeinrichtung eine hervorragende
Linearität auf. Bezüglich ihrer Herstellung und ihrer
Anwendbarkeit besitzt sie alle Vorteile der bereits bekannten
Einrichtungen, insbesondere ist sie sowohl als Weg- wie auch
als Winkelsensor einsetzbar. Bei Anwendung als Winkelsensor
können die Spulen sowohl flach in der Ebene des zu messenden
Winkels als auch zylindrisch entlang des durch einen zu
messenden Winkel bestimmten Kreisabschnitts angeordnet sein.
Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Meßeinrichtung
wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen
Fig. 1 ein Strukturschaubild einer Meßeinrichtung
nach dem Stand der Technik,
Fig. 2 ein Strukturschaubild
einer erfindungsgemäß vorgeschlagenen Meßeinrichtung,
Fig. 3
eine qualitative Gegenüberstellung der Kennlinien einer
bekannten und einer erfindungsgemäßen Meßeinrichtung.
Fig. 1 zeigt den prinzipiellen Aufbau einer Meßeinrichtung
nach dem Stand der Technik. Sie besteht aus zwei entlang
einer Auslenkungsrichtung S hintereinander angeordneten,
rechteckförmigen Spulen 1, 3, einem gegenüber den Spulen 1, 3
verschiebbaren Dämpfungselement 2 aus einem metallischen
Material sowie aus einer Auswerteeinheit 5 zur Ermittlung der
Position des Dämpfungselements 2. Das Dämpfungselement 2 ist
zweckmäßig als U-förmiger Bügel ausgebildet, der die Spulen
1, 3 auf beiden Seiten umgreift. Seine Größe ist so gewählt,
daß er in den beiden Endlagen O, E des durch die Skala 4
angedeuteten Meßbereiches jeweils eine der Spulen 1, 3
vollständig oder zumindest näherungsweise vollständig
überdeckt. Die dargestellte Meßeinrichtung 1 bis 5 arbeitet
nach dem Wirbelstrommeßprinzip. Wird der Bügel 2 entlang der
Richtung S gegenüber den Spulen 1, 3 verschoben, während in
diesen ein Wechselstrom anliegt, werden im Bügel 2
Wirbelströme induziert. Dies entzieht den Magnetfeldern der
Spulen 1, 3 Energie, wodurch sich die Induktivitäten der
Spulen 1, 3 ändern. Das Maß der Induktivitätsänderung dient
als Meßgröße. Der Wert der Spuleninduktivität hängt dabei von
der Größe desjenigen Teils der Spulen 1, 3 ab, den der
Meßbügel 2 gerade überdeckt.
Zur Ermittlung der Lage des Bügels 2 wird in der
Auswerteeinheit 5 zweckmäßig in bekannter Weise die
Induktivität der Spulen 1, 3 bestimmt. Alternativ kann die
Lageermittlung aber beispielsweise auch durch Bestimmung des
Spulenwechselstromwiderstandes erfolgen.
Genaue Untersuchungen haben gezeigt, daß die mit Anordnungen
gemäß Fig. 1 erzielten Meßergebnisse vor allem bei
Verwendung von Spulen 1, 3 mit breiten Kernen zum Teil
bedeutende Linearfehler liefern. Dies ist in Fig. 3 anhand
der Kurve 7 graphisch veranschaulicht, aufgetragen ist die
Spuleninduktivität L [Mikrohenry] einer rechteckigen Spule 1
gemäß Fig. 1 über der Ortsauslenkung S [Meter]. Mit E ist die
maximale Auslenkung bezeichnet, s₁ und s₂ begrenzen den für
die Messung brauchbaren, näherungsweise linearen Bereich der
Kennlinie. Zur Verdeutlichung der Abweichung ist ein
ideallinearer Kennlinienverlauf durch die gestrichelte Linie
6 angedeutet. Die Abweichung ist im wesentlichen abhängig von
der Kernbreite a einer Spule 1, 3, als typische Abweichung
von der Idealkennlinie wurden Werte von etwa 2% ermittelt.
Eine wesentliche Verbesserung der Lineargenauigkeit der
Kennlinie liefert eine gemäß Fig. 2 mit trapezförmig
ausgebildeten Spulen 1, 3 aufgebaute Meßeinrichtung. Beide
Spulen 1, 3 sind so angeordnet, daß sich ihre Kernbreite b
entlang der Auslenkungsrichtung S verändert. Dabei liegen sie
mit den langen Grundlinien der Trapeze aneinander, die kurzen
Grundlinien bilden näherungsweise die Meßbereichsgrenzen O,
E. Entsprechend der Spulengeometrie nimmt bei Auslenkung des
Bügels 2, beispielsweise von der Endlage O in Richtung auf
die Endlage E, die Kernbreite b der Spule 1 mit abnehmender
Überdeckung durch den Bügel zu, die Kernbreite b′ der Spule 3
mit zunehmender Überdeckung ab. Analog umgekehrte
Verhältnisse gelten bei Auslenkung von der Endlage E in
Richtung auf die Endlage O.
Eine Anordnung gemäß Fig. 2 weist damit einen nichtlinearen
Zusammenhang zwischen der Position des Bügels 2 und der
überdeckten Spulenfläche auf. Dieser liefert bei richtiger
Trapez-Geometrie dennoch eine sehr gut lineare
Spulenkennlinie.
Der für die Trapezform der Spulen 1, 3 charakteristische
Winkel α wird zweckmäßig experimentell unter
Berücksichtigung der gewünschten Länge des linearen
Meßbereichs, s₁,s₂ und in Abhängigkeit von der größten
Breite der Spulenkerne ermittelt. Sollte mit einer strengen
Trapezform der Spulen 1, 3 eine gewünschte Lineargenauigkeit
nicht erreichbar sein, ist es zur weiteren Linearisierung der
Kennlinie möglich, die parallelen Stirnseiten der
Spulentrapeze nicht durch Geraden, sondern durch leicht
konkave oder konvexe Kurven zu verbinden.
Die vorgeschlagene Spulenformgebung liefert für jede Spule 1,
3 an sich eine lineare Kennlinie. Für Meßaufgaben, bei denen
etwa eine Temperaturdriftkompensation mittels zweier Spulen
verzichtbar ist, kann deshalb auch eine Meßanordnung mit nur
einer Spule eingesetzt werden. Sie ergäbe sich zum Beispiel
aus der Anordnung nach Fig. 2 durch Weglassen der Spule 3.
Claims (4)
1. Einrichtung zum Messen eines Weges oder eines Winkels, mit
wenigstens einer Spule, einem gegenüber der Spule beweglichen
Dämpfungselement aus elektrisch leitfähigem Material, sowie
einer Vorrichtung zum Bestimmen der Spuleninduktivität in
Abhängigkeit von der Lage des Dämpfungselements relativ zur
Spule, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Spule (1)
näherungsweise die Form eines Trapezes hat, dessen
Grundlinien senkrecht zur Richtung der Relativbewegung von
Spule und Dämpfungselement angeordnet sind, und dessen Breite
sich entlang dieser Richtung verändert.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Grundlinienseite der Spule (1) näherungsweise einer
Endlage (O) des Meßbereichs (O, E) entspricht und die
Relativbewegung von Spule (1) und Dämpfungselement (2) so
erfolgt, daß die Überdeckung der Spule (1) durch das
Dämpfungselement (2) mit zunehmender Auslenkung in Richtung
auf die andere Endlage (E) des Meßbereichs abnimmt.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Breite (b) der Spule (1) mit abnehmender Überdeckung
durch das Dämpfungselement (2) zunimmt.
4. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
einer ersten, näherungsweise trapezförmigen Spule (1) eine
zweite Spule (3) nachgeordnet ist, welche gleichfalls
näherungsweise die Form eines Trapezes hat, dessen Breite
(b′) mit zunehmender Überdeckung durch das Dämpfungselement
(2) abnimmt.
Priority Applications (4)
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