DE4410153C1 - Piezoelektrisch betätigtes Fluidventil - Google Patents
Piezoelektrisch betätigtes FluidventilInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein piezoelektrisch betätigtes
Fluidventil der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen
Gattung.
Ein solches, zum Steuern eines gasförmigen oder flüssigen
Arbeitsmediums verwendetes Fluidventil mit einem
piezoelektrischen Mehrschicht-Biegewandler ist
beispielsweise aus der EP 0 404 082 A2 bekannt. Der
piezoelektrische Mehrschicht-Biegewandler besteht dabei aus
mindestens zwei miteinander fest verbundenen
Keramikschichten mit piezoelektrischen Eigenschaften, sog.
Piezokeramik, die quer zur Erstreckungsrichtung des
Biegewandlers polarisiert und auf ihrer Ober- und
Unterseite jeweils mit einem elektrisch leitfähigen Belag
überzogen sind. Zur Erzeugung eines elektrischen Feldes
wird an die elektrisch leitfähigen Beläge einer jeder
Keramikschicht eine Spannung gelegt, wobei die Spannung an
die eine Piezokeramik in deren Polarisationsrichtung und
die Spannung an die andere Piezokeramik gegen deren
Polarisationsrichtung gelegt wird. Unter der Wirkung des
elektrischen Feldes erfährt die eine Piezokeramik eine
Verkürzung und die andere Piezokeramik eine Längung, so daß
der Biegewandler sich insgesamt krümmt und damit das an
seinem von der Einspannstelle abgekehrten freien Ende
befindliche Ventilglied auf den Ventilsitz auflegt
(Schließer) oder vom Ventilsitz abhebt (Öffner). Die
Schließkraft bzw. Öffnungskraft ist dabei umgekehrt
proportional der Auslenkung des freien Endes des
Biegewandlers und beträgt bei maximaler Auslenkung
smax Null. Das Verhalten des Biegewandlers bei Anlegen
einer vorgegebenen Spannung wird durch seine Kennlinie
beschrieben, welche die Funktion der Verstellkraft in
Abhängigkeit von der Auslenkung darstellt. Die maximale
Verstellkraft, auch Klemmkraft genannt, wird bei der
Auslenkung Null erreicht.
Bei Fluidventilen besteht die Forderung nach hoher
Dichtigkeit. Wesentlich für die Dichtigkeit ist die
Schließkraft des Ventilglieds, die wiederum von der
Kennlinie des Biegewandlers aufgrund des einzuhaltenden
Mindesthubs des Ventilglieds vorgegeben ist. Um die
Dichtigkeit des Fluidventils bei vorgegebener Spannung und
damit vorgegebener Schließkraft zu erhöhen, hat man bei dem
eingangs genannten bekannten Fluidventil den Ventilkörper
als eine nicht metallisierte Stelle auf der Piezokeramik
mit einer Rauhigkeit von unter 0,5 µm ausgebildet. Die
Fläche der nichtmetallisierten Stelle wird dabei
geringfügig größer gemacht als die des Ventilsitzes. Auf
diese Weise wird bei unveränderter Schließkraft durch eine
geringere Rauhigkeit der Ventilsitzabdichtung eine größere
Dichtigkeit des Fluidventils sichergestellt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem
Fluidventil der eingangs genannten Art dessen Dichtigkeit
durch eine höhere Verstellkraft des Biegewandlers zu
verbessern, ohne die angelegten Spannungen erhöhen zu
müssen und damit die Belastungsgrenze des Biegewandlers zu
erreichen.
Die Aufgabe ist bei einem piezoelektrisch betätigten
Fluidventil der im Oberbegriff des Anspruchs 1 definierten
Gattung erfindungsgemäß durch die Merkmale im
Kennzeichenteil des Anspruchs 1 gelöst.
Durch die erfindungsgemäße Abstützung des Biege
wandlers zumindest auf einer Seite ist bei dessen Aus
lenkung ein Widerlager wirksam, so daß dessen Kennlinie
zu höherer Klemmkraft und kleinerer maximaler Auslenkung
verschoben und dessen Verstellkraft damit zu größeren
Werten transformiert wird. Wie aus Fig. 4 der Zeichnung
zu erkennen ist, wird beispielsweise bei einem vorgegebenen
Schließhub des Fluidventils, der einer Auslenkung s′ des
freien Endes des Biegewandlers entspricht, eine
Schließkraft F erzielt (Kennlinie II in Fig. 4), die
größer ist als die Schließkraft bei nicht abgestütztem
Biegewandler (Kennlinie I in Fig. 4). Damit kann ohne
aufwendige Bearbeitung des Ventilglieds oder Ventilsitzes
nur durch Erhöhung der Verstellkraft des Biegewandlers, und
dies ohne Erhöhung der an dem Biegewandler anliegenden
Spannung, die Dichtigkeit des Fluidventils beträchtlich
verbessert werden. Die am Biegewandler maximal zulässige
Spannung ist vorgegeben und darf einen Wert, bei welchem
eine bleibende Depolarisation der Piezokeramik einsetzt,
nicht übersteigen.
Zweckmäßige Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Fluidventils mit vorteilhaften Weiterbildungen und
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den weiteren
Ansprüchen angegeben.
Gemäß einer zweckmäßigen Ausführungsform der Erfindung sind
in der Einspann- und/oder Abstützstelle des Biegewandlers
elektrische Kontaktflächen vorgesehen, die über im
Ventilgehäuse verlaufende elektrische Verbindungsleitungen
mit einer elektrischen Steuerschaltung zur Erzeugung der an
den Biegewandler anzulegende Gleichspannung verbunden sind
und die Piezokeramik beidseitig überziehende elektrisch
leitfähige Beläge kontaktieren. Dies hat den Vorteil, daß
mit dem Einspannen und Abstützen des Biegewandlers zugleich
der elektrische Anschluß des Biegewandlers hergestellt ist
und zusätzliche Maßnahmen dafür entfallen. Die elektrisch
leitfähigen Beläge sind in der Regel als Metallisierungen
ausgeführt, die auf die Außenseite der Piezokeramiken der
einzelnen Wandlerschichten des Mehrschicht-Biegewandlers
aufgebracht sind, z. B. im Siebdruckverfahren. Diese Beläge
liegen auf der Außenseite des Biegewandlers und werden
damit beim Einspannen und Abstützen automatisch
kontaktiert. Ist aus Isolationsgründen auf den äußeren
Metallisierungen noch zusätzlich eine nichtleitfähige
Deckschicht aufgebracht, so wird diese Deckschicht im
Bereich der Einspann- und Abstützstelle entfernt.
Zusätzlich zu der durch Erhöhung der Verstellkraft des
Biegewandlers erreichten Verbesserung der Dichtigkeit des
Fluidventils kann diese noch dadurch gesteigert werden, daß
gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung das
mit dem Ventilsitz zusammenwirkende Ventilglied auf dem
Biegewandler als eine plane Dichtschicht mit extrem
niedriger Rauhigkeit ausgeführt wird, die im
Siebdruckverfahren aufgebracht und anschließend poliert
wird.
Die Erfindung ist anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels im folgenden näher
beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 einen Querschnitt eines piezoelektrischen
Fluidventils in schematischer Darstellung,
Fig. 2 ausschnittweise eine Unteransicht eines
Mehrschicht-Biegewandlers im Fluidventil gemäß
Fig. 1, vergrößert dargestellt,
Fig. 3 einen Schnitt längs der Linie III-III in
Fig. 2,
Fig. 4 ein Diagramm der Kennlinie des Biegewandlers
gemäß Fig. 1-3,
Fig. 5 eine Skizze der Anordnung des Biegewandlers zur
Erläuterung seiner Funktion.
Das in Fig. 1 schematisch im Längsschnitt dargestellte
piezoelektrisch betätigte Fluidventil zum Steuern eines
gasförmigen oder flüssigen Arbeitsmediums weist ein
Ventilgehäuse 10 mit zwei Ventilanschlüssen 11 und 12 und
einer Ventilkammer 13 auf. Die beiden Ventilanschlüsse
11, 12 sind über je einen Anschlußkanal 14, 15 mit der
Ventilkammer 13 verbunden. Die Kanalmündung 16 des
Anschlußkanals 14 in der Ventilkammer 13 ist von einem
Ventilsitz 18 umgeben, der mit einem Ventilglied 19 zum
Schließen und Öffnen des Fluidventils zusammenwirkt. Im
Ausführungsbeispiel ist das Fluidventil als Schließer
ausgebildet, das im gezeigten Ruhezustand geöffnet ist und einen Fluß
des Arbeitsmediums vom Zulauf-Anschlußkanal 14 zum Abfluß-
Anschlußkanal 15 ermöglicht und bei Aktivierung den
Anschlußkanal 14 verschließt. Selbstverständlich kann das
Fluidventil auch als Öffner ausgebildet sein, bei welchem
in umgekehrter Weise der Anschlußkanal 14 im Ruhezusand
verschlossen und bei Ventilaktivierung freigegeben wird.
Die Ausbildung des Fluidventils als 3/2-Wegeventil ist
ebenfalls möglich, wozu an der Kanalmündung 17 noch ein
weiterer Ventilsitz, der im Ruhezustand des Ventils von
demselben oder einem weiteren Ventilglied abgedichtet wird,
und ein dritter Anschlußkanal vorzusehen ist. Selbstverständ
lich kann das Fluidventil auch proportional betrieben werden,
d. h. das Ventilglied 19 kann auch eine beliebige Zwischen
position zwischen den beiden Ventilsitzen einnehmen.
Zur Betätigung des Ventilglieds 19 ist ein
piezoelektrischer Mehrschicht-Biegewandler 20 bekannter
Bauart in der Ventilkammer 13 angeordnet. Wie aus der
Schnittdarstellung des Biegewandlers 20 in Fig. 3
hervorgeht, besteht der hier verwendete Mehrschicht-
Biegewandler 20 aus zwei Wandlerschichten 21 und 22, die
unmittelbar aufeinanderliegen und längs ihrer
Erstreckungsrichtung fest miteinander verbunden, z. B.
verklebt, sind. Die beiden Wandlerschichten 21, 22 sind
identisch ausgebildet. Jede Wandlerschicht 21, 22 besteht
aus einer Piezokeramik 23, die auf ihrer Ober- und
Unterseite mit einem elektrisch leitfähigen Belag 24, 25
versehen ist. Der Begriff Piezokeramik steht hier synonym
für jeden Körper aus einem Material mit piezoelektrischen
Eigenschaften. Die elektrisch leitfähigen Beläge 24, 25
werden üblicherweise durch Metallisierung der Piezokeramik
23 im Siebdruckverfahren hergestellt. In der
Schnittdarstellung in Fig. 3 ist anstelle der Schraffur der
Piezokeramik 23 in den Wandlerschichten 21, 22 deren
Polarisationsrichtung durch Pfeile 26 bzw. 27 angedeutet.
Wie aus Fig. 3 zu erkennen ist, sind die beiden
Wandlerschichten 21, 22 so aufeinandergelegt, daß ihre
Polarisationsrichtungen 26, 27 gleich sind. Aus
Isolationsgründen kann bei dem beschriebenen Mehrschicht-
Biegewandler 20 noch außen auf die metallischen Beläge
24, 25 eine isolierende Deckschicht aufgebracht sein. Das
mit dem Ventilsitz 18 zusammenwirkende Ventilglied 19 ist
an oder nahe dem freien Ende des Mehrschicht-Biegewandlers
20 angeordnet und als plane kreisrunde Dichtschicht 28
ausgeführt, deren Durchmesser wenig größer ist als der
Außendurchmesser des Ventilsitzes 18. Diese Dichtschicht 28
hat eine extrem niedrige Rauhigkeit, die dadurch erreicht
wird, daß die Dichtschicht 28 im Siebdruckverfahren auf den
Belag 24 aufgebracht und anschließend poliert wird. Durch
die geringe Rauhigkeit der Dichtschicht 28 legt sich diese
mit hoher Dichtigkeit auf den Ventilsitz 18 auf, so daß mit
erträglicher Schließkraft eine hohe Dichtigkeit des
Fluidventils erzielt wird. Alternativ kann auch die gesamte
Oberfläche der Wandlerschicht 21 mit einer solchen planen
Dichtschicht mit extrem geringer Rauhigkeit überzogen
werden. Dies hat den Vorteil, daß der Überzug ohne
Siebdruckmasken und ähnliches leichter und kostengünstiger
hergestellt werden kann.
Der Mehrschicht-Biegewandler 20 ist an seinem von dem
Ventilglied 19 abgekehrten Ende einseitig in das Gehäuse 10
eingespannt und erstreckt sich etwa mittig durch die
gesamte Ventilkammer 13 hindurch bis über den Ventilsitz 18
an der Kanalmündung 16 hinaus. Zum Einbau des Biegewandlers
20 ist das Gehäuse 10 zweiteilig aus einem oberen
Gehäuseteil 101 und einen unteren Gehäuseteil 102
zusammengesetzt. Beide Gehäuseteile 101, 102 sind
spiegelsymmetrisch ausgebildet und aufeinandergesetzt und
längs ihrer Trennfuge dicht miteinander verbunden. In jedem
Gehäuseteil 101, 102 ist ein Anschlußkanal 14 bzw. 15 mit
Ventilanschluß 11 bzw. 12 und Kanalmündung 16 bzw. 17
angeordnet, sowie die Hälfte der Ventilkammer 13
ausgebildet. Zusätzlich ist im Ventilgehäuse 10 noch eine
Aufnahmekammer 30 zur Aufnahme einer elektrischen
Steuerschaltung 31 für den Biegewandler 20 vorgesehen, von
welcher wiederum jeweils eine Hälfte in den Gehäuseteilen
101 und 102 ausgebildet ist. Die Bauelemente der
Steuerschaltung 31 sind auf einer Leiterplatine 32
angeordnet, die in der Aufnahmekammer 30 festgespannt und
mit zwei außen zugänglichen elektrischen Anschlüssen 33, 34
verbunden ist. An die elektrischen Anschlüsse 33, 34 wird
üblicherweise die Gleichspannung einer
Gleichspannungsquelle 35 gelegt, die üblicherweise 24 V
beträgt. Aus Isolationsgründen ist im Ausführungsbeispiel
das Gehäuse 10 aus Kunststoff hergestellt, doch kann es
auch aus einem anderen Material gefertigt werden.
Die einseitige Einspannung des Mehrschicht-Biegewandlers 20
wird durch zwei Gehäusevorsprünge 103, 104 bewerkstelligt,
die jeweils an einem der Gehäuseteile 101, 102 ausgebildet
sind. Der Biegewandler 20 liegt dabei mit seinen äußeren
Belägen 24 unmittelbar an den Einspannflächen 103a und 104a
der Gehäusevorsprünge 103, 104 an. Nach Einlegen des
Biegewandlers 20 und kraftschlüssigem Verbinden der beiden
Gehäuseteile 101 und 102 pressen sich die Einspannflächen
103a und 104a der Gehäusevorsprünge 103 und 104 unmittelbar
auf die beiden Außenfläche des Mehrschicht-Biegewandlers 20
auf und klemmen diesen fest. Zur elektrischen Kontaktierung
der metallischen Beläge 24, 25 der beiden Wandlerschichten
21, 22 des Biegewandlers 20 sind in den Einspannflächen 103a
und 104a der Gehäusevorsprünge 103, 104 elektrische
Kontaktflächen 36, 37 angeordnet, die beim Einspannen des
Biegewandlers 20 die äußeren Beläge 24 der beiden
Wandlerschichten 21, 22 unmittelbar kontaktieren. Die
Kontaktflächen 36, 37 sind über im Gehäuse 10 verlaufende
elektrische Verbindungsleitungen 38, 39 mit der
Steuerschaltung 31 verbunden und dabei an das positive
Potential der von der Steuerschaltung 31 erzeugten
Steuerspannung angebunden. Eine weitere elektrische
Verbindungsleitung 40 führt zu den beiden
aufeinanderliegenden Belägen 25 der beiden Wandlerschichten
21, 22 und führt negatives Potential. Es ist
selbstverständlich möglich, die beiden Beläge 25 durch eine
einzige elektrisch leitfähige Schicht zu ersetzen.
Wird nunmehr der Mehrschicht-Biegewandler 20 von der
Steuerspannung beaufschlagt, so liegt die Spannung in der
unteren Wandlerschicht 22 des Biegewandlers 20 in
Polarisationsrichtung (Fig. 3) und in der oberen
Wandlerschicht 21 entgegen deren Polarisationsrichtung.
Unter dem Einfluß der dadurch erzeugten elektrischen Felder
erfährt die obere Wandlerschicht 21 eine Längung und die
untere Wandlerschicht 22 eine Verkürzung, so daß sich der
Mehrschicht-Biegewandler 20 nach unten krümmt. Das
Ventilglied 19 setzt sich dadurch auf den Ventilsitz 18 auf
und das Ventil schließt. Die Kennlinie des Biegewandlers
F = f (s) ist als Gerade I in Fig. 4 dargestellt. F ist die
Verstellkraft des Biegewandlers 20 und s die Auslenkung des
freien Endes des Biegewandlers 20. Mit zunehmender
Auslenkung s nimmt die Verstellkraft des Biegewandlers von
der Klemmkraft FK bis zu Null bei smax ab. Mit s′ ist die
Auslenkung des Biegewandlers 20 bezeichnet, die dem
Schließhub des Fluidventils entspricht. Bei diesem
Schließhub würde das Ventilglied 19 mit einer Schließkraft
F* auf den Ventilsitz 18 aufgepreßt werden.
Um die Dichtigkeit des Fluidventils durch Erhöhung der
Schließkraft zu verbessern, ist der Biegewandler 20 im
Abstand von seiner durch die Gehäusevorsprünge 103, 104
festgelegten Einspannstelle zusätzlich am Gehäuse 10 gegen
Ausschwenken zumindest auf einer Seite abgestützt. Wie aus Fig. 1
ersichtlich ist, ist die Abstützstelle hier nur durch einen
Gehäusevorsprung 105 realisiert, der von dem oberen
Gehäuseteil 101 in die Ventilkammer 13 hinein vorspringt
und sich mit einer Abstützfläche 105a an die
Oberseite des Biegewandlers 20 anlegt. In dieser
Abstützfläche 105a ist wiederum eine Kontaktfläche 41
vorgesehen, welche den Belag 24 des Biegewandlers 20
kontaktiert. Diese Kontaktfläche 41 ist wiederum über eine
elektrische Verbindungsleitung 42 mit der Steuerschaltung
31 verbunden, so daß auch über die Kontaktfläche 41 dem
Biegewandler 20 eine elektrische Spannung zugeführt werden
kann. Es kann auch noch oder statt dessen eine zweite Ab
stützstelle auf der Seite vorgesehen sein, die gegenüberliegt.
In Fig. 5 sind schematisch die Verhältnisse beim Abstützen
des Biegewandlers 20 am Gehäusevorsprung 105 dargestellt.
103, 104 bezeichnen die Einspannstelle und 105 die
Abstützstelle des Biegewandlers 20 mit der Länge l, wobei
die Abstützstelle 105 im Abstand a vom freien Ende des
Biegewandlers 20 liegt. Wie aus der in Fig. 5 angegebenen
Gleichung hervorgeht, beträgt die maximale Auslenkung des
abgestützten Biegewandlers 20 jetzt s = a² × smax / l²,
wobei smax die maximale Auslenkung des Biegewandlers 20
ohne Abstützung ist. Der Effekt dieser Abstützung des
Biegewandlers 20 ist aus Fig. 4 zu ersehen. Die Kennlinie
des Biegewandlers 20 ist nun von der Geraden I zur Geraden
II in Fig. 4 transformiert. Die Klemmkraft FK des
abgestützten Biegewandlers 20 ist doppelt so groß und die
maximale Auslenkung beträgt nur noch die Hälfte der
Auslenkung smax bei nicht abgestütztem Biegewandler 20. Um
diese Kennlinie II zu realisieren, muß nach der in Fig. 5
angegebenen Gleichung der Abstand a der Abstützung 105 vom
freien Ende des Biegewandlers 20 a = 1/√ betragen.
Claims (5)
1. Piezoelektrisch betätigtes Fluidventil mit einem eine
Ventilkammer (13) aufweisenden Ventilgehäuse (10), mit
mindestens einem in der Ventilkammer (13) mündenden
Anschlußkanal (14), mit einem die Kanalmündung (16)
umgebenden Ventilsitz (18), der mit einem Ventilglied (19)
zum Schließen und Freigeben der Kanalmündung (16)
zusammenwirkt, und mit einem piezoelektrischen
Mehrschicht-Biegewandler (20), der einseitig im
Ventilgehäuse (10) eingespannt ist und an oder nahe seinem
von der Einspannstelle (103, 104) abgekehrten freien Ende
das Ventilglied (19) trägt und so ausgebildet ist, daß er
bei Anlegen einer elektrischen Spannung das Ventilglied
(19) relativ zum Ventilsitz (18) verschwenkt, dadurch
gekennzeichnet, daß der Biegewandler (20) im Abstand von
seiner Einspannstelle (103, 104) zusätzlich am Ventilgehäuse
(10) gegen Ausschwenken abgestützt ist (Abstützstelle 105),
und zwar zumindest auf einer Seite.
2. Fluidventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
in den einander gegenüberliegenden Einspannflächen
(103a, 104a) der Einspannstelle (103, 104) und/oder in der
am Biegewandler (20) anliegenden Abstützfläche (105a) der
Abstützstelle (105) jeweils eine elektrische Kontaktfläche
(36, 37, 41) angeordnet ist, die einen von mehreren elektrisch
leitfähigen Belägen (24), welche eine Piezokeramik (23) bildende
Wandlerschichten (21, 22) beidseitig überziehen, kontaktiert und über
eine im Ventilgehäuse (10) verlaufende elektrische
Verbindungsleitung (38, 39, 42) mit einer elektrischen
Schaltung (31) zur Erzeugung einer elektrischen Spannung
am Biegewandler (20) verbunden ist.
3. Fluidventil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die elektrische Schaltung (31) im Ventilgehäuse (10)
aufgenommen und mit zwei am Ventilgehäuse (10) außen
zugänglichen elektrischen Anschlüssen (33, 34) verbunden
ist.
4. Fluidventil, insbesondere nach einem der Ansprüche 1-3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Ventilglied (19) von einer
auf die Oberfläche des Biegewandlers (20) aufgebrachten
planen Dichtschicht (28) mit extrem niedriger Rauhigkeit
gebildet ist.
5. Fluidventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die plane Dichtschicht (28) im Siebdruckverfahren
aufgebracht und anschließend poliert wird.
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Publications (1)
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Country Status (3)
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| WO (1) | WO1995025920A1 (de) |
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