DE4420097C2 - Omnibus modularen Aufbaus - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Omnibus gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruches 1.
Ein derartiger Omnibus ist aus der DE-PS 8 37 210 bekannt, die
sich auf Großraumfahrzeuge wie Omnibusse mit einer Gerippe
struktur aus Metall, insbesondere Leichtmetall bezieht, bei
denen Vorderteil und Hinterteil lediglich an den Längsgurten
der Seitenwandgerippe des Mittelteiles und am vorderen bzw.
hinteren stirnseitigen Ende der Dachkonstruktion (vorderer bzw.
hinterer Dachspriegel) befestigt sind. Als Dachkonstruktion
liegt, analog zu den Seitenwandgerippen, ein mittleres Dachteil
zwischen Vorderteil und Hinterteil, an dem der Dachbereich des
jeweiligen Vorder- bzw. Hinterteiles angeflanscht wird. Hierbei
werden die Anschlußkräfte von Vorderteil und Hinterteil zum
Mittelteil im wesentlichen in den Verbindungen zu den Seiten
wandgerippen aufgenommen, während der mittlere Dachteil zur Er
leichterung der Montage und Minderung der Anpassungsarbeit un
ter Verwendung von Paßstücken aus leicht anpaßbarem Material,
insbesondere Holz zwischen Vorderteil und Hinterteil eingepaßt
werden soll. Insbesondere in den Anschlußbereichen zu den Sei
tenwandgerippen ergeben sich damit hohe Belastungen, und die
Seitenwandgerippe als solche sind trotz der durch den Dachteil
erreichten Aussteifung ebenfalls hoch belastet.
Die Einleitung der vertikalen Radaufstandskräfte in die Dach
struktur ist als solche bei Fahrzeugen (US 2 047 336, Fig. 37;
DE-PS 14 30 603, Fig. 3) bekannt, die in Gitter- oder Zellen
struktur aufgebaut sind und bei denen entsprechende Kraftwege
durch die Gitterstruktur oder zusätzliche Aussteifungen vorge
geben sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei Fahrzeugen der
eingangs genannten Art die Belastung insbesondere des Vorder
teiles konstruktiv so abzufangen, daß bei einfachem Aufbau und
geringem Gewicht die auftretenden Kräfte gut beherrschbar sind,
und zwar bei zusätzlicher Entkopplung der Radaufhängung vom
Aufbau.
Dies wird durch die Merkmale Patentanspruches 1 erreicht. Hierbei
trägt die hängende Anordnung für das Vorderteil dazu bei, daß
dieses leicht gestaltet werden kann, zumal je eine seitliche
Gerippestrebe bei dachseitiger Abstützung zugleich als Stütz
holm für den Fahrschemel dient, über den die Radaufstandskräfte
in den Aufbau eingeleitet werden. Der Fahrschemel seinerseits
hat ebenfalls eine Struktur, die eine Gewichtsoptimierung er
möglicht, und er gibt zusätzlich die Möglichkeit, einen hohen
Fahrkomfort, zum Beispiel durch entsprechende, zwischengeschal
tete Isolierungen zu ermöglichen.
Dem konstruktiv leichten Aufbau des Fahrschemels sowie der Ver
besserung des Fahrkomforts dient die Ausgestaltung gemäß An
spruch 2, da über die Anordnung der Lagerstellen der Federbeine
sowohl das auf das Mittelstück des Fahrschemels wirkende
Gesamt-Biegemoment verringert wird als auch die auf die Feder
beine wirkenden und ein Verklemmen derselben begünstigenden
Biegemomente kleingehalten werden. Diese Vorteile werden über
eine Anlenkung mittels einfacher Stützwinkel ohne wesentlichen
Aufwand erreicht.
Schließlich bietet die gemäß Anspruch 4 vorgesehene Verstrebung
zur Abstützung der auf den Fahrschemel wirkenden Längs- und
Querkräfte den Vorteil einer breiten Stützbasis und damit gün
stiger Krafteinleitung.
Weiter wirkt sich auf Stabilität und Gewicht vorteilhaft aus,
seitliche Kanäle des Omnibusses durch Tragprofile zu bilden und
in diese Profile die Radaufstandskräfte einzuleiten.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen näher be
schrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematisierte, perspektivische Darstellung des
Vorderteil es des Omnibusses mit Radaufhängung,
Fig. 2 eine Darstellung des Fahrschemels mit Radaufhängung in
einer Ansicht von hinten,
Fig. 3 eine Darstellung des Fahrschemels in einer Ansicht von
vorne,
Fig. 4 eine perspektivische Darstellung des Fahrschemels, und
Fig. 5 eine der Fig. 2 im wesentlichen entsprechende, aber
perspektivische Darstellung des Fahrschemels mit
Radaufhängung, ebenfalls von hinten.
Gemäß Fig. 1 wird der Fahrschemel 5 in Lagerstellen 21, 22 ei
nerseits an der Frontseite 1 der das Mittelteil des Omnibusses
bildenden Fahrgastzelle 3 direkt mit dessen Fußbodenstruktur
verbunden und andererseits über einen Fenstergurt 3 und einen
Stützholm 4 des Gerippes 26 des Vorderteiles abgestützt. Das
Gerippe 26 des Vorderteiles ist, an der Dachstruktur hängend
und über die Fenstergurte 3 in Längsrichtung gehalten, zur
Querstabilisierung mit dem Fahrschemel 5 verbunden.
Die Frontseite 1 des als Fahrgastzelle dienenden Mittelteiles
weist einen Ausschnitt 2 im mittleren Bereich als Zugang zu ei
nem Fahrerplatz auf. Vor der Frontseite 1 befindet sich an bei
den Fahrzeugseiten jeweils der Fenstergurt 3, auf den jeweils
der Stützholm 4 aufgesetzt ist.
Fenstergurt 3 und Stützholm 4 sind jeweils auf die Ausleger 6
eines Fahrschemels 5 aufgesetzt, der sich quer durch den Vor
derteil erstreckt. Wie ersichtlich weist der Fahrschemel 5
U-Form auf, und auf seinen seitlichen Auslegern 6 stützen sich
die Fenstergurte 3 und die Stützholme 4 ab. Von den horizonta
len Auslegern 6 aus erstrecken sich senkrecht nach unten die
Schenkel 7, die in ein entsprechend tiefergesetztes horizonta
les Mittelstück 8 übergehen. Auf diese Weise läßt sich ein
großer Freiraum zur Aufnahme eines in Fahrzeugmitte angeordne
ten Fahrerplatzes schaffen.
Die zur Längsabstützung des Fahrschemels vorgesehene dreiecks
förmige Verstrebung 20 mit den Lagerstellen 21 für die
Streben an der Frontseite 1 ist in ihrer Spitze am vorderen
Ende mit dem Fahrschemel 5 verbunden.
Im Bereich der horizontal verlaufenden Ausleger 6 werden auch
die über Federbeine 12 bekannter Bauart eingeleiteten Radauf
standskräfte, die Räder sind nicht dargestellt, aufgenommen.
Lager 14 der Federbeine 12 sind jeweils über einen Stützwinkel
15 nach innen versetzt mit dem Ausleger 6 des Fahrschemels 5
verbunden. Aus den Fig. 2 und 5, in denen auch Querlenker 18
und Spurstangen 19 teilweise dargestellt sind, ist diese Ver
bindung deutlicher erkennbar.
Aufgrund des Versatzes der Achse des Federbeines 12 zum Radauf
standspunkt wirkt auf das Federbein 12 ein Biegemoment. Dieses
führt zu Querkräften, die über die Kolben - und Kolbenstangen
führung im Zylinder des Federbeines aufgenommen werden müssen
und erhöhte Reibung zur Folge haben.
Durch den Versatz A (Fig. 2) des Federbeinlagers 14 zur Achse
des Federbeines 12 gegen die Fahrzeuglängsmitte ergibt sich ein
Gegenmoment, und damit Gegenkräfte zu vorgenannten Querkräften,
so daß eine Verspannung des Federbeines vermieden oder zumin
dest gemindert wird.
Die Stützwinkel 15 werden - wie ersichtlich - außen an den
Zylindern 17 der Federbeine 12 angebracht, und sie stützen sich
über die Federbeinlager 14 am jeweiligen Ausleger 6 ab.
Der als reiner Biegeträger ausgebildete Fahrschemel 5 ist so
gestaltet, daß er an seinen beiden Enden, d. h. an den Enden der
horizontalen Ausleger 6 mit den darauf sich abstützenden Stütz
holmen 4 Loslager bildet. Im Bereich der Verbindung der Schen
kel 7 mit dem horizontalen Mittelstück 8 ist ebenfalls ein Los
lager in vertikaler Richtung vorhanden. Dies bedeutet, der
Fahrschemel ist sehr stabil und verwindungsarm, und zwar ohne
zusätzliche Verstrebungen.
Durch die dargestellte Einbindung des Fahrschemels 5 in den
Vorderteil kann der zwischen den Schenkeln 7 liegende Fahrerbo
den 35, der den Fahrersitz, Pedalerie, Lenksäule und Radkasten
abdeckungen aufnimmt, freitragend, und damit von der Achsauf
hängung geräusch- und schwingungsentkoppelt angeordnet werden.
Die Einleitung der Hochkräfte, d. h. der Kräfte in Z-Richtung
über die Stützholme 4 in die Dachkonstruktion erfolgt in links
und rechts liegende Kanäle 24, die als Tragprofile ausgebildet
sind. Auf diese Weise wird eine Rahmenstruktur nach dem Prinzip
einer Hängebrücke für das Vorderteil geschaffen.
Wenn in den Vorderteil die Radkästen integriert sind, kann die
Fahrgastzelle, d. h. das Mittelteil als Röhre ausgebildet und
damit radkastenfrei sein. Auf diese Weise läßt sich die Fahr
gastzelle beliebig den Kundenwünschen anpassen.
Claims (5)
1. Omnibus modularen Aufbaus mit einem Vorderteil, einem Hin
terteil und einem dazwischen liegenden Mittelteil, bei dem das
Mittelteil frontseitig mit dem Vorderteil, das in Gerippestruk
tur aufgebaut ist, verbunden ist, unterhalb dessen die Vorder
räder angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gerippe (26) des Vorderteiles an der Dachstruktur hängt
und die Vorderräder über einen in Frontansicht U-förmig nach
unten durchgewölbten Fahrschemel (5) getragen sind, der ein
Mittelstück (8) mit nach oben auslaufenden Schenkeln (7) auf
weist, deren Enden mit jeweils nach seitlich außen abragenden
Auslegern (6) versehen sind, gegen die die Radaufstandskräfte
nach oben abgestützt sind, und daß der Fahrschemel (5) in Fahr
zeuglängsrichtung gegen die Frontseite des Mittelteiles
(Fahrgastzelle 23) in dessen Bodenbereich und nach oben über
die Ausleger (6) gegen das Gerippe (26) des Vorderteiles abge
stützt ist, das die Radaufstandskräfte unmittelbar über schräg
nach oben verlaufende Stützholme (4) benachbart zur Frontseite
des Mittelteiles (Fahrgastzelle 23) in die Dachstruktur einlei
tet.
2. Omnibus nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mit dem Fahrschemel (5) verbundene Radaufhängung der
Vorderräder Federbeine (12) umfaßt, die über zur Federbeinachse
gegen die Fahrzeuglängsmitte versetzte Federbeinlager (14) im
Bereich der Ausleger (6) abgestützt sind.
3. Omnibus nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Federbeine (12) über seitliche Stützwinkel (15) mit den
Federbeinlagern (14) verbunden sind.
4. Omnibus nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Abstützung des Fahrschemels (5) gegen die Frontseite
des Mittelteiles (Fahrgastzelle 23) eine dreiecksförmige Ver
strebung (20) mit am Mittelteil in Lagerstellen (21) gehal
tenen Streben vorgesehen ist.
5. Omnibus nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dachstruktur des Omnibusses in den Bereich des Vorder
teiles reichende seitliche, durch Tragprofile (24) gebildete
Kanäle aufweist und daß die Stützholme (4) die Radaufstands
kräfte in diese Tragprofile (24) einleiten.
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| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: DAIMLERCHRYSLER AG, 70567 STUTTGART, DE |
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