DE4425954C1 - Überrrollbügel für ein mit einem versenkbaren Dach versehenes Cabriolet - Google Patents
Überrrollbügel für ein mit einem versenkbaren Dach versehenes CabrioletInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Überrollbügel für ein mit einem
versenkbaren Dach versehenes Cabriolet, der hinter wenigstens
einem Fahrzeugsitz bei geschlossenem und bei geöffnetem Dach
als Schutz für eine auf dem Fahrzeugsitz befindliche Person
nach oben abragt.
Bei Sportwagen (AC Cobra) ist es bekannt, hinter einem Fahrer
sitz einen vertikal nach oben abragenden, U-förmigen Überroll
bügel vorzusehen, der starr mit der Karosserie verbunden ist.
Ein derartiger offener Sportwagen weist in der Regel kein Ver
deck auf. Es sind jedoch Ausführungen eines solchen Sportwagens
bekannt, bei denen zusätzlich ein Verdeck zum Schließen des
Fahrgastraumes aufgesetzt werden kann. Bei einem solchen Ver
deck muß der nach oben abragende, starre Überrollbügel beachtet
werden, da das Verdeck über diesen hinüber ragen muß.
Aus der DE 38 26 788 C2 ist ein Überrollbügel für ein Cabriolet
bekannt, der zwischen einer in der Karosserie versenkten und
einer ausgestellten Position beweglich ist. Dieser Überrollbü
gel kann sowohl bei geschlossenem als auch bei geöffnetem Ver
deck ausgestellt sein, muß jedoch während des Öffnungs- oder
Schließvorgangs des Verdecks abgesenkt werden, um die Bewe
gungsbahn des Verdecks nicht zu behindern. Dazu ist eine Steu
ervorrichtung vorgesehen, mittels der der aufgestellte Über
rollbügel bei einem Öffnen oder Schließen des Verdecks bis zum
vollständigen Abschluß der Verdeckbewegung abgesenkt wird. Ne
ben der gesteuerten Absenkbewegung des Überrollbügels ist die
ser willkürlich aufstell- oder absenkbar oder bei Aufprallun
fällen automatisch aufstellbar. Die Steuervorrichtung ist in
einen hydraulischen Steuerkreis für die Überrollbügel- und die
Faltverdeckbewegung integriert.
In der DE 92 00 457 U1 ist ein Überrollschutz an einem Kraftfahrzeug-Cabrio beschrieben, der
als Bügel ausgebildet in Fahrzeugquerrichtung das Fahrzeug hinter den Fondsitzen überspannt.
Dieser Überrollbügel ist aus einer unteren Ausgangsstellung manuell gesteuert in eine mittelhohe
Stellung oder mit Hochgeschwindigkeit angetrieben in eine am weitesten hochgefahrene
Crashstellung überführbar. Hierbei ist keine Rücksicht auf die Position des Verdecks des Cabrios
genommen sowie die Steuerung des Überrollbügels auch nicht mit der Steuerung des Verdecks
zwangsgekoppelt.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Überrollbügel der eingangs
genannten Art zu schaffen, der mit einfachen Mitteln einen aus
reichenden Personenschutz sowohl bei geöffnetem als auch bei
geschlossenem Dach gewährleistet, und der die Bewegungsbahn des
Daches weder beim öffnen noch beim Schließen behindert.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der Überrollbügel sich
bei geschlossenem Dach in einer unteren Ausstellposition und
bei geöffnetem Dach in einer oberen Ausstellposition befindet,
und daß ein Hubmechanismus für die Bewegung des Überrollbügels
zwischen der unteren und der oberen Ausstellposition vorgesehen
ist, der mittels einer mechanischen Zwangssteuerung an einen
zum öffnen oder Schließen des Daches vorgesehenen Steuermecha
nismus angeschlossen ist. Der erfindungsgemäße Überrollbügel
weist die Vorteile eines starren Überrollbügels auf, da er
nicht vollständig in der Karosserie versenkbar ist, sondern
lediglich zwischen zwei Ausstellpositionen beweglich ist, von
denen beide einen ausreichenden Schutz für eine auf dem Fahr
zeugsitz befindliche Person bieten. Dadurch, daß der Überroll
bügel sich bei geschlossenem Dach in einer unteren Ausstell
position befindet, ist es möglich, das Dach stabil und aero
dynamisch zu konzipieren, so daß sich das geschlossene Dach
gestalterisch ansprechend in den Gesamteindruck der Karosserie
einfügt. Bei geschlossenem Dach bietet das Dach selbst in ge
wissem Maße eine zusätzliche Schutzfunktion für einen Fahrzeug
insassen, so daß der Überrollbügel in seiner unteren Ausstell
position in Verbindung mit dem geschlossenen Dach etwa den
gleichen Überrollschutz bietet wie bei geöffnetem Dach ein bis
in seine obere Ausstellposition nach oben ausgestellter Über
rollbügel. Durch die mechanische Zwangssteuerung wird ohne auf
wendige Steuerungsmittel eine Zwangsverknüpfung zwischen der
jeweiligen Ausstellposition des Überrollbügels und der Öff
nungs- oder Schließbewegung des Daches erzielt. Die einfachen
mechanischen Mittel gestatten eine kostengünstige Herstellung.
In Ausgestaltung der Erfindung sind der Hubmechanismus und der
Steuermechanismus mittels eines Verbindungsgliedes kraftschlüs
sig miteinander gekoppelt, wobei das Verbindungsglied bei einer
Überlastung oder durch einen Steuervorgang auskoppelbar ist.
Diese Abkopplung des Verbindungsgliedes hebt den Kraftschluß
zwischen dem Hubmechanismus und dem Steuermechanismus auf,
falls eine Blockierung des Überrollbügels auftritt. Dadurch ist
es möglich, zum einen eine Verletzung der Fahrzeuginsassen und
zum anderen eine Beschädigung der Dachkinematik zu vermeiden.
Die Abkopplung des Verbindungsgliedes durch einen Steuervorgang
gibt einem Fahrzeuginsassen die Möglichkeit, auch bei geöffne
tem Dach den Bügel beispielsweise durch Knopfdruck abzusenken.
Der Kraftschluß wird nach dem Schließen des Daches automatisch
wieder hergestellt, so daß bei einem erneuten Öffnen des Daches
der Überrollbügel wieder in seine obere Ausstellposition ver
fährt. Dadurch nimmt der Fahrzeuginsasse beim Senken des Über
rollbügels die dadurch verminderte Schutzwirkung bewußt in
Kauf.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus
den Unteransprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen der Erfindung, die anhand der Zeich
nungen dargestellt sind.
Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht einer Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Überrollbügels, der zwischen einer
unteren und einer oberen Ausstellposition beweglich
ist,
Fig. 2 eine weitere Darstellung des Überrollbügels nach Fig. 1
in Richtung des Pfeiles II in Fig. 1,
Fig. 3 eine vergrößerte Darstellung der Seitenansicht des
Überrollbügels nach Fig. 1,
Fig. 4 einen Schnitt durch den Überrollbügel nach Fig. 3
entlang der Schnittlinie IV-IV in Fig. 3, wobei in
der linken Hälfte der Darstellung die obere und in
der rechten Zeichnungshälfte die untere Ausstell
position des Überrollbügels dargestellt ist,
Fig. 5 in einem vergrößerten Ausschnitt V die Zwangssteue
rung der Bewegung des Überrollbügels abhängig von
einer Bewegung eines Cabrioletdaches, und
Fig. 6 einen Schnitt durch die Darstellung nach Fig. 5 ent
lang der Schnittlinie VI-VI in Fig. 5.
Ein Überrollbügel 1 nach den Fig. 1 bis 4 weist ein U-förmig
gebogenes Rohr auf, dessen Schenkel jeweils in einer hülsenar
tigen Lagerung 2 axial beweglich gehalten sind. Der Überroll
bügel 1 ist in nicht dargestellter Weise für den Einsatz in
einem zweisitzigen Cabriolet vorgesehen und dient als Schutz
der Sitzposition eines Fahrersitzes oder eines Beifahrersitzes.
Vorzugsweise ist sowohl für den Fahrersitz als auch für den
Beifahrersitz jeweils ein Überrollbügel 1 vorgesehen. Nach
folgend wird lediglich einer der beiden Überrollbügel beschrie
ben, da der zweite identisch ausgebildet ist und entsprechend
korrespondierend an der anderen Fahrzeugseite angesteuert ist.
Die nachfolgende Beschreibung gilt daher in gleicher Weise auch
für den zweiten Überrollbügel des Cabriolets. Selbstverständ
lich ist es auch möglich, lediglich einen einzigen Überrollbü
gel 1 zentral in der Mitte hinter dem Cabrioletinnenraum zu
positionieren. Unabhängig von der Anzahl und Anordnung der
Überrollbügel entsprechen diese in jedem Fall den nachfolgend
beschriebenen Ausgestaltungen.
Der Überrollbügel 1 ragt in einem Bereich hinter dem Fahr
zeugsitz des Cabriolets bis über die Kopfhöhe eines Fahrzeug
insassen etwa lotrecht zur Karosserie nach oben ab. Der Über
rollbügel 1 ist im Cabriolet nicht versenkbar, sondern ledig
lich in seiner ausgestellten Position um einen gewissen Betrag
absenkbar. Der Überrollbügel 1 ist dabei in den Lagerungen
2 höhenverlagerbar, so daß er in einer Vertikalebene anheb-
und absenkbar ist. Der Hub des Überrollbügels 1 entspricht
etwa dem doppelten Durchmesser des Überrollbügels 1. In Fig.
4 ist in der rechten Hälfte der Zeichnung die nachfolgend als
untere Ausstellposition bezeichnete untere Endstellung und in
der linken Hälfte die nachfolgend als obere Ausstellposition
bezeichnete obere Endstellung des Überrollbügels 1 darge
stellt. Der Überrollbügel 1 ist sowohl in seiner oberen Aus
stellposition als auch in seiner unteren Ausstellposition der
art in den karosseriefesten Lagerungen 2 arretiert, daß er
auch die Belastungen, die bei einem Überschlag des Cabriolets
auftreten, aufnehmen kann. Der Überrollbügel 1 weist sowohl
in seiner oberen als auch in seiner unteren Ausstellposition
eine ausreichende Schutzwirkung für die Fahrzeuginsassen des
Cabriolets auf. Bei geschlossenem Dach befindet sich der Über
rollbügel 1 in seiner unteren Ausstellposition, da zum einen
das geschlossene Dach in gewissem Maße eine zusätzliche Schutz
wirkung für die Fahrzeuginsassen bietet, und zum anderen das
Dach durch den etwas abgesenkten Überrollbügel 1 von der Kon
struktion her flacher über den Fahrgastraum gezogen werden
kann. Dadurch ergeben sich aerodynamische Vorteile, Stabili
tätsvorteile und gestalterische Vorteile. Bei geöffnetem Dach
befindet sich der Überrollbügel 1 in seiner oberen Ausstell
position, in der er eine gegenüber der unteren Ausstellposition
vergrößerte Schutzwirkung aufweist.
Um zu gewährleisten, daß der Überrollbügel 1 beim Öffnen des
Daches in seine obere Ausstellposition und bei einem erneuten
Schließen des Daches in seine untere Ausstellposition bewegt
wird, ist zwischen dem Bewegungsmechanismus des Überrollbügels
1 und dem Bewegungsmechanismus des Daches eine mechanische
Zwangssteuerung 7 vorgesehen. Als Bewegungsmechanismus für
den Überrollbügel 1 ist ein Hubmechanismus vorgesehen, der
kraftschlüssig an eine Steuermechanik für die Dachbewegung ge
koppelt ist. Das Dach des Cabriolets wird mit Hilfe von
Schwenkbewegungen nicht dargestellter Gestänge geöffnet und ge
schlossen. Eine solche Steuermechanik ist an sich bekannt und
wird nachfolgend nicht näher beschrieben. Die Steuermechanik
überträgt die Schwenkbewegungen des Daches für eine gleichzei
tige Zwangssteuerung des Überrollbügels 1 zusätzlich auf
einen Dachhebel 24, der um eine fahrzeugfeste Schwenkachse
22 drehbar ist. Beim Ausführungsbeispiel stellt diese
Schwenkachse 22 die Hauptschwenkachse der Dachbewegung dar.
Bei nicht dargestellten Ausführungsbeispielen der Erfindung
stellt die Schwenkachse 22 eine zu der Hauptachse parallele
Nebenachse des Steuermechanismus für das Dach dar. Um den Über
rollbügel 1 bei einem Öffnen des Daches anzuheben und ent
sprechend umgekehrt bei einem Schließen des Daches wieder abzu
senken, ist der Hubmechanismus für den Überrollbügel 1 kraft
schlüssig an den Dachhebel 24 des Steuermechanismus des
Daches gekoppelt. Dazu ist ein Bügelhebel 23 um die Schwenk
achse 22 drehbar gelagert, der wie auch der Dachhebel 24
plattenförmig ist und in einer zu dem Dachhebel 24 parallelen
Drehebene unmittelbar an dem Dachhebel 24 anliegend ver
schwenkbar ist.
In radialem Abstand zur Schwenkachse 22 ist an dem Bügelhebel
in einem Gelenkpunkt 18 eine Übertragungsstange 4 ange
lenkt, deren anderes Ende an einem Kulissenstein 9 angelenkt
ist, der starr mit dem Überrollbügel 1 verbunden ist. Der
Kulissenstein ist an einer Außenwandung des Rohres des Über
rollbügels 1 im Bereich des freien Endes jedes Schenkels des
Überrollbügels 1 mittels eines Bolzens 20 starr angeordnet.
Der Kulissenstein 9 ragt von dem Rohr des Überrollbügels 1
seitlich nach außen durch eine geradlinige Kulissenführung 3
in der Lagerhülse 2 hindurch nach außen ab. Der Kulissenstein
9 weist etwa Quaderform auf und ist derart an die Breite der
Kulissenführung 3 angepaßt, daß er in dieser linear beweglich
geführt ist. Der Bolzen 20 ist durch den Kulissenstein 9
hindurch nach außen geführt und endet in einem Gelenkkopf 16,
an dem die Übertragungsstange 4 mittels einer Langlochführung
17 angelenkt ist. Die Langlochführung ist koaxial zur Längs
achse der Übertragungsstange 4 ausgerichtet.
Bei einer Schwenkbewegung des Dachhebels 24 um die Schwenk
achse 22 in Richtung der Pfeile 19 wird daher durch die
nachfolgend noch näher beschriebene kraftschlüssige Kopplung
auch der Bügelhebel 23 entsprechend mitgenommen, wodurch die
Schwenkbewegung auf die Übertragungsstange 4 und damit auch
auf den Kulissenstein 9 übertragen wird. Bei einer Schwenk
bewegung in Richtung der Pfeile 19 wird daher der Kulissen
stein 9 in der vertikalen Kulissenführung 3 entlang ver
schoben, wodurch aufgrund der starren Verbindung zwischen
Kulissenstein 9 und Überrollbügel 1 auch dieser zwischen
seiner unteren und seiner oberen Ausstellposition angehoben
oder abgesenkt wird.
Der besseren Übersichtlichkeit halber wurde die Kopplung der
Bewegung des Überrollbügels 1 an die Steuermechanik des
Daches lediglich anhand einer Seite des Überrollbügels 1 be
schrieben. Selbstverständlich greift die gleiche Zwangssteue
rung aber auch in identischer Weise am anderen Schenkel des
Überrollbügels 1 an. Dazu sind für den zweiten Kulissenstein
9 am anderen Schenkel des Überrollbügels 1 in gleicher
Weise - allerdings nicht dargestellt - eine Übertragungsstange
4 sowie ein weiterer Bügelhebel 23 und ein weiterer Dach
hebel 24 wie auch alle anderen bereits beschriebenen oder
nachfolgend noch zu beschreibenden Teile vorgesehen. Sowohl bei
den vorangehend beschriebenen Teilen der Ausführungsform wie
auch bei den nachfolgend beschriebenen Elementen ist jeweils
davon auszugehen, daß diese in doppelter Ausführung für beide
Seiten des Überrollbügels 1 vorgesehen sind, und für die
Durchführung identischer Bewegungen auch in nicht dargestellter
Weise entsprechend gekoppelt sind.
In seiner unteren Ausstellposition ist der Überrollbügel 1
karosseriefest stabil abgestützt. Zum einen liegen in dieser
Position die beiden Stirnenden der Schenkel des Rohres des
Überrollbügels 1 an nicht dargestellten karosseriefesten Trä
gerteilen für die ebenfalls karosseriefesten Lagerhülsen 2
an, so daß ein weiteres Absenken des Überrollbügels 1 in
axialer Richtung nicht möglich ist. Zum anderen liegen die bei
den Kulissensteine 9 jeweils an den Unterkanten der Kulissen
führungen in den Lagerhülsen 2 auf. Die Abstützung des Über
rollbügels 1 in der unteren Ausstellposition ist so stabil,
daß der Überrollbügel 1 auch Belastungen der Größe eines
Überschlagaufpralls aufnehmen kann, ohne axial gestaucht zu
werden. Um auch in der oberen Ausstellposition des Überroll
bügels 1 eine ausreichende Arretierung zu erreichen, werden
in der oberen Ausstellposition beide Kulissensteine 9 durch
jeweils eine Sperrklinke 5 gegen eine axiale Abwärtsbewegung
gestützt. Jede Sperrklinke 5 hintergreift in einfacher Weise
die jeweilige Unterkante jedes Kulissensteines 9. Um zu ge
währleisten, daß jede Sperrklinke 5 den Kulissenstein 9 je
weils lediglich in seiner oberen Ausstellposition blockiert, im
übrigen jedoch für eine Linearbewegung freigibt, ist auch jede
Sperrklinke 5 kinematisch an die Schwenkbewegung des Dach
hebels 24 und damit auch an die des Bügelhebels 23 zwangs
gekoppelt. Dazu weist die Übertragungsstange im Bereich des
unteren, an dem Kulissenstein 9 angelenkten Endes einen
laschenartig abragenden Fortsatz 13 auf, der mit einem Füh
rungsbolzen 14 versehen ist. Der Führungsbolzen 14 greift
in einen Längsschlitz 15 der Sperrklinke 5 ein, der etwa
parallel zur Längsachse der Kulissenführung 3 verläuft. Die
Sperrklinke 5 ist um eine Achse 6 an einem karosseriefesten
Lagerbock 8 schwenkbar gelagert, wobei die Schwenkebene eine
Parallelebene der Bewegungsbahn des Kulissensteines 9 dar
stellt. Beide Sperrklinken 5 für jeden Schenkel des Überroll
bügels 1 sind um dieselbe Achse 6 schwenkbar gelagert und
mittels einer Verbindungsstange 11 starr miteinander gekop
pelt. Das Verschwenken der Sperrklinke 5 und damit das Ein
klinken unter dem Kulissenstein 9 in der oberen Ausstellposi
tion des Überrollbügels 1 wird durch die Langlochführung 17
in der Übertragungsstange 4 ermöglicht. Wie aus der gestri
chelten Darstellung nach Fig. 3 hervorgeht, wird die Übertra
gungsstange 4 nämlich bei einer Schwenkbewegung in Richtung
des Pfeiles 19 im Uhrzeigersinn so weit mitgeführt, bis die
Langlochführung 17 über den Kulissenbolzen 16 an ihr unte
res Ende gleitet. Dadurch wird aber auch der laschenartige
Fortsatz 13 und der Führungsbolzen 14 parallel dazu schräg
nach oben verschoben, wodurch diese schräg versetzte Bewegung
auch auf die Sperrklinke 5 übertragen wird. Sobald der Füh
rungsbolzen 14 bei dieser schräg versetzten Bewegung das
obere Ende des Längsschlitzes 15 erreicht hat, ist die Sperr
klinke 5 so weit in Richtung des Kulissensteines 9 ver
schwenkt, daß sie mit einem stufenartigen Fortsatz unter diesen
greift. Das Eigengewicht des Überrollbügels 1 drückt nun
gegen diesen stufenartigen Ansatz, wodurch die Arretierung mit
tels der Sperrklinke 5 aufrechterhalten bleibt. Die Schwenk
bewegung im Uhrzeigersinn stellt daher die Öffnungsrichtung und
die Schwenkbewegung im Gegenuhrzeigersinn die Schließrichtung
des Daches dar. Bei einem erneuten Schließen des Daches aus der
in Fig. 3 dargestellten gestrichelten Position wird daher die
Übertragungsstange 4 - d. h. der Gelenkpunkt 18 - in Rich
tung des Pfeiles 19 entlang der Kreislinie im Gegenuhrzeiger
sinn nach unten gedrückt, wodurch die Langlochführung 17 wie
der schräg nach unten über den Kulissenbolzen 16 gleitet. Da
durch drückt der Führungsbolzen 14 im Längsschlitz 15 die
Sperrklinke 5 wieder nach außen und gibt den Kulissenstein
9 frei. Der Überrollbügel 1 gleitet nun aufgrund der
Schwenkbewegung bis in seine untere Ausstellposition nach
unten.
Um die kraftschlüssige Kopplung des Bügelhebels 23 mit dem
Dachhebel 24 zu ermöglichen, ist ein federbelasteter Koppel
bolzen 25 vorgesehen, der an einer dem Dachhebel 24 gegen
überliegenden Seite des Bügelhebels 23 angeordnet ist (Fig.
6). Der Koppelbolzen 25 ist lotrecht zur Berührungsebene
zwischen dem Dachhebel 24 und dem Bügelhebel 23 linear
beweglich in einem nicht näher bezeichneten Gehäuse gelagert,
das starr mit dem Bügelhebel 23 verbunden ist. Der Koppel
bolzen 25 weist einen zylindrischen Kopf 27 auf, der mit
einer halbkugelförmigen Spitze versehen ist. Der Kopf 27 ragt
durch eine Bohrung des Bügelhebels 23 zum Dachhebel 24 hin
durch. Zur Aufnahme der halbkugelförmigen Spitze des Kopfes
27 ist der Dachhebel 24 mit einer trichterförmigen Vertie
fung versehen. Der Koppelbolzen 25 wird durch eine Schrauben
feder 28, die im Gehäuse abgestützt ist, in die trichterför
mige Vertiefung des Dachhebels 24 gedrückt. Solange die halb
kugelförmige Spitze des Kopfes 27 des Koppelbolzens 25 in
der trichterförmigen Vertiefung des Dachhebels 24 anliegt,
sind der Bügelhebel 23 und der Dachhebel 24 kraftschlüssig
miteinander gekoppelt. Die Schrägen der trichterförmigen Ver
tiefung des Dachhebels 24 sowie die Druckkraft der Schrauben
feder 28 sind so bemessen, daß die Spitze des Kopfes 27 bei
einer Überlastung, d. h. beispielsweise bei einer Blockierung
des Überrollbügels, ausrastet. Dadurch wird die kraftschlüssige
Verbindung zwischen dem Bügelhebel 23 und dem Dachhebel 24
aufgehoben. Durch diese Maßnahme wird verhindert, daß die Dach
kinematik oder die Bügelkinematik beschädigt wird. Je nach der
gewünschten Anforderung sind die Druckfeder und die Schrägen
der trichterförmigen Vertiefung so ausgelegt, daß das Ausrasten
bei einer entsprechend höheren oder bei einer entsprechend tie
feren Belastung erfolgt. Zusätzlich zu diesem Ausrasten auf
grund einer Überlastung kann die kraftschlüssige Verbindung
zwischen dem Bügelhebel 23 und dem Dachhebel 24 auch will
kürlich durch eine Handhabung vom Fahrzeuginnenraum aus aufge
hoben werden. Ein Fahrzeuginsasse kann beispielsweise durch
Knopfdruck einen Impuls auslösen, der auf eine Gabel 26
wirkt. Diese Gabel 26 ist durch den jeweiligen Schaltvorgang
parallel zur Längsachse des Koppelbolzens 25 beweglich und
kommt bei einem Schaltvorgang an einem Knauf an einer Rückseite
des Koppelbolzens 25 zur Anlage. Bei einer Bewegung der Gabel
26 in Richtung des Pfeiles 29 aufgrund des betätigten
Schaltvorganges wird der Knauf (gestrichelte Darstellung Fig.
6) nach links gedrückt, wodurch der Koppelbolzen 25, d. h. der
Kopf 27 aus der trichterförmigen Vertiefung des Dachhebels
24 ausrastet. Da jedoch die Druckfeder 28 eine ständige Be
lastung auf den Koppelbolzen 25 in Richtung des Dachhebels
24 ausübt, ist gewährleistet, daß in jedem Fall bei einem
erneuten Bewegungsvorgang die kraftschlüssige Verbindung auch
wieder hergestellt wird. Das willkürliche Ausrasten durch die
Handhabung eines Fahrzeuginsassen kann beispielsweise dann ge
wünscht sein, wenn bei geöffnetem Dach der Überrollbügel 1 in
seine untere Ausstellposition abgesenkt werden soll. Wird dann
das Dach geschlossen und später erneut wieder geöffnet, so ist
gewährleistet, daß der Überrollbügel 1 automatisch wieder in
seine obere Ausstellposition verfährt.
Claims (3)
1. Überrollbügel für ein mit einem versenkbaren Dach versehe
nes Cabriolet, der hinter wenigstens einem Fahrzeugsitz bei ge
schlossenem und bei geöffnetem Dach als Schutz für eine auf dem
Fahrzeugsitz befindliche Person nach oben abragt,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Überrollbügel (1) sich bei geschlossenem Dach in einer
unteren Ausstellposition und bei geöffnetem Dach in einer obe
ren Ausstellposition befindet, und daß ein Hubmechanismus (23,
4, 16, 9) für die Bewegung des Überrollbügels (1) zwischen der
unteren und der oberen Ausstellposition vorgesehen ist, der
mittels einer mechanischen Zwangssteuerung (25) an einen zum
Öffnen oder zum Schließen des Daches vorgesehenen Steuermecha
nismus (24) angeschlossen ist.
2. Überrollbügel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine von einem Fahrzeugsitz aus bedienbare Steuereinrich
tung (26) für den Überrollbügel vorgesehen ist, mittels der die
Zwangssteuerung (25) für eine unabhängige Bewegung von Dach und
Überrollbügel (1) abkoppelbar ist.
3. Überrollbügel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hubmechanismus und der Steuermechanismus mittels eines
Verbindungsgliedes (25) kraftschlüssig miteinander gekoppelt
sind, wobei das Verbindungsglied (25) bei einer Überlastung
oder durch einen Steuervorgang auskoppelbar ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944425954 DE4425954C1 (de) | 1994-07-21 | 1994-07-21 | Überrrollbügel für ein mit einem versenkbaren Dach versehenes Cabriolet |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944425954 DE4425954C1 (de) | 1994-07-21 | 1994-07-21 | Überrrollbügel für ein mit einem versenkbaren Dach versehenes Cabriolet |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4425954C1 true DE4425954C1 (de) | 1995-11-23 |
Family
ID=6523857
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19944425954 Expired - Fee Related DE4425954C1 (de) | 1994-07-21 | 1994-07-21 | Überrrollbügel für ein mit einem versenkbaren Dach versehenes Cabriolet |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4425954C1 (de) |
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