DE4427087C2 - Oberschalige Waage - Google Patents
Oberschalige WaageInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine oberschalige Waage nach dem Prinzip der
elektromagnetischen Kraftkompensation, mit einem geteilten oberen Lenker und
einem geteilten unteren Lenker, die zusammen als Parallelführung einen
Lastaufnehmer mit einem gehäusefesten Systemträger verbinden, wobei der
Systemträger, der Lastaufnehmer und die Lenker einen einstückigen
Grundkörper bilden, mit einem Übersetzungshebel, der mittels zweier
Biegegelenke am Systemträger drehbar gelagert ist, mit einem Koppelelement, das
mittels Biegegelenken einerseits mit dem Lastaufnehmer und andererseits mit dem
kurzen Hebelarm des Übersetzungshebels verbunden ist, mit einem Magneten, der
(in Aufsicht gesehen) im Freiraum zwischen den Teilen der Lenker oder deren
systemträgerseitigen Verlängerungen eingebaut ist, und mit einer Spule, die am
längeren Hebelarm des Übersetzungshebels befestigt ist und in den Luftspalt des
Magneten hineinragt, wobei die der Masse des Wägegutes entsprechende Kraft
vom Lastaufnehmer über das Koppelelement auf den kurzen Hebelarm des
Übersetzungshebels übertragen wird und dort durch die Gegenkraft der
stromdurchflossenen Spule am längeren Hebelarm kompensiert wird,
wobei der Übersetzungshebel, die beiden Biegegelenke zur Lagerung des Übersetzungshebels sowie das Koppelelement mit seinen Biegegelenken ebenfalls einstückiger Bestandteil des Grundkörpers sind,
und wobei das Koppelelement mit seinen Biegegelenken und der Übersetzungshebel mit seinen Biegegelenken durch Schlitze aus mindestens zwei verschiedenen Richtungen vom restlichen Grundkörper getrennt sind.
wobei der Übersetzungshebel, die beiden Biegegelenke zur Lagerung des Übersetzungshebels sowie das Koppelelement mit seinen Biegegelenken ebenfalls einstückiger Bestandteil des Grundkörpers sind,
und wobei das Koppelelement mit seinen Biegegelenken und der Übersetzungshebel mit seinen Biegegelenken durch Schlitze aus mindestens zwei verschiedenen Richtungen vom restlichen Grundkörper getrennt sind.
Waagen dieser Art sind z. B. aus der DE-PS 34 22 042 bekannt. In dieser
Ausführungsform sind die geteilten Lenker V-förmig angeordnet, um die bei
ecklastiger Belastung auf der Waagschale auftretenden Drehmomente optimal auf
den gehäusefesten Systemträger zu übertragen; die Biegegelenke zur Lagerung des
Übersetzungshebels und das Koppelelement sind mittels Schrauben mit dem
Übersetzungshebel, dem Systemträger und dem Lastaufnehmer verbunden.
Diese Schraubverbindungen geben bei hochauflösenden Waagen jedoch häufig
Anlaß zu Fehlern: Wenn die Anschraubflächen für die Biegegelenke nicht genau
plan sind bzw. nicht genau fluchten, werden die dünnen Biegegelenke bei der
Montage verspannt und ändern ihre Rückstellkräfte unreproduzierbar. Weiter
kann das Spiel in den Befestigungslöchern der Biegegelenke bei der Montage zu
geringen Höhendifferenzen führen, beispielsweise zwischen den beiden Federn zur
Lagerung des Übersetzungshebels. Die Drehachse des Übersetzungshebels ist dann
nicht mehr genau waagerecht, was beim Schrägstellen der Waage zu Fehlern
führt.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, diese bei der Montage der Biegegelenke zur
Lagerung des Übersetzungshebels und des Koppelelementes auftretenden
Probleme zu lösen insbesondere Verspannungen und unreproduzierbare
Rückstellkräfte zu vermeiden.
Erfindungsgemäß wird dies durch die im Hauptanspruch angegebenen Merkmale
erreicht.
Durch diese einstückige Ausbildung und damit verbunden durch die Herstellung
aus einem einzigen Block werden alle montagebedingten Verspannungen
vermieden und die Höhengleichheit der beiden Biegegelenke zur Lagerung des
Übersetzungshebels und die Höhengleichheit mit dem oberen Biegegelenk des
Koppelelementes läßt sich innerhalb der Fertigungsgenauigkeit realisieren.
Darüber hinausgehende Montageungenauigkeiten werden vermieden.
Werden die beiden Biegegelenke zur Lagerung des Übersetzungshebels z. B. in
einem Arbeitsgang beispielsweise durch Drahterodieren oder durch Fräsen
herausgearbeitet, so sind diese Fertigungstoleranzen besonders klein. Auf diese
Weise können Waagen mit einer sehr hohen Reproduzierbarkeit hergestellt
werden.
Eine einstückige Bauform ist im Prinzip schon aus der EP 0 291 258 bekannt.
Diese bekannte Bauform weist jedoch eine zweidimensionale Geometrie auf, kann
also z. B. durch Drahterodieren in einer einzigen Bearbeitungsrichtung hergestellt
werden. Durch diese zweidimensionale Geometrie ist die Abstützbasis der Lenker
jedoch relativ schmal, so daß bei ausmittiger Belastung der Waagschale in der
Richtung senkrecht zur Ebene des einstückigen Körpers sehr schnell eine
Überbelastung der Lenkergelenkstellen eintritt und damit Ecklastfehler
verursacht werden. Diese zweidimensionale Geometrie ist also nicht in der Lage,
eine genügend große Waagschale parallel zu führen. Demgegenüber geht die
Erfindung von vornherein von geteilten Lenkern aus, deren beide Teile z. B. die
Schenkel eines Trapezes bzw. die Schenkel eines V bilden. Dadurch ist die
Stabilität gegenüber den von der Waagschale übertragenen Drehmomenten
deutlich größer. - Die Ausführungsform gemäß EP 0 291 258 hat weiterhin den
Nachteil, daß der Raum, der für den Magneten und für den Übersetzungshebel zur
Verfügung steht, sehr begrenzt ist. Der Übersetzungshebel kann höchstens so lang
sein wie die Lenker, so daß große Übersetzungsverhältnisse, die einen großen
langen Hebelarm erfordern, nicht realisiert werden können. Die Enge erschwert
auch die Montage von Spule und Magnet, die zusammen von der Seite in den
Freiraum zwischen Übersetzungshebel und Systemträger hineingeschoben werden
müssen; anschließend muß der Magnet mit dem Systemträger und die Spule mit
dem Übersetzungshebel verbunden werden. Demgegenüber ist bei geteilten
Lenkern mehr Raum für den Übersetzungshebel und den Magneten vorhanden
und der Magnet kann in der DE-PS 34 22 042 z. B. von oben her eingesetzt
werden, ohne daß die Lenker im Wege sind; auch kann der Magnet sich teilweise
oder auch ganz bis in den Bereich hinter den Lenkergelenkstellen erstrecken, so
daß für den Übersetzungshebel mehr Baulänge zur Verfügung steht. Zur Um
gehung dieser Raumprobleme bei der zweidimensionalen Bauform ist es aus der
EP 0 518 202 bekannt, den Magneten ganz außerhalb des einstückigen
Grundkörpers anzuordnen und den einstückigen Teil des Übersetzungshebels
durch seitliche Ausleger zu verlängern, um die Verbindung zur Spule im
Magneten zu erreichen. Dadurch ist der funktionale und preisliche Vorteil der
einstückigen Bauweise jedoch nur noch teilweise gegeben.
Vorteilhafterweise weist der Systemträger für den Magneten eine Öffnung auf, in
die der Magnet bei der Montage von unten her eingeschoben werden kann.
Dadurch läßt sich zuerst die Spule von unten am Übersetzungshebel befestigen
und anschließend wird der Magnet von unten eingeführt und am Systemträger
befestigt.
Die Justierung der Ecklast erfolgt bei einstückigen Parallelführungen häufig durch
Materialabtrag im Bereich der Lenkergelenkstellen; dies kann auch bei der
erfindungsgemäßen Ausführung übernommen werden. Bei Parallelführungen, die
aus einzelnen Teilen zusammenmontiert sind, ist es bekannt, die systemseitigen
Befestigungspunkte eines Lenkers in der Höhe justierbar zu machen,
beispielsweise unter Benutzung eines Ecklasteinstellhebels, wie er in dem DE-GM
84 09 629 beschrieben ist. Diese Bauart kann auch für die erfindungsgemäße
Waage übernommen werden, wobei vorteilhafterweise die beiden
Ecklasteinstellhebel Bestandteil des einstückigen Grundkörpers sind. Die beiden
Ecklasteinstellhebel verlaufen dabei zweckmäßigerweise parallel zueinander, so
daß die Enden der Ecklasteinstellhebel für die Ecklastjustierung neben den V-
förmig verlaufenden Lenkern zugänglich sind. Um ein Verkippen der
systemträgerseitigen Befestigungspunkte der Lenker bei der Ecklastjustierung zu
vermeiden, können diese Befestigungspunkte über eine Parallelführung mit dem
Systemträger verbunden sein; diese Parallelführung ist vorteilhafterweise dann
ebenfalls Bestandteil des einstückigen Grundkörpers. Dadurch erfordert diese
Parallelführung keine zusätzlichen Teile, sondern nur einige zusätzliche
Bohrungen/Fräsungen bzw. eine etwas kompliziertere Gußform im Falle der
Herstellung als Gußteil. - Selbstverständlich ist es auch möglich, die
Ecklastjustierung durch Materialabtrag für die Grobjustierung einzusetzen und
die Feinjustierung an den Ecklasteinstellhebeln vorzunehmen.
Die Biegegelenke zur Lagerung des Übersetzungshebels werden vorteilhafterweise
auf Zug beansprucht, da dies dünnere Biegegelenke möglich macht als bei
druckbelasteten Biegegelenken, die gegen Knickung dimensioniert werden müssen.
Um diese zugbelastete Bauform zu ermöglichen, gehen die Biegegelenke
vorteilhafterweise nach oben in einen Vorsprung des Systemträgers über und nach
unten in eine Quertraverse, die wiederum von unten her den Übersetzungshebel
stützt. Diese Quertraverse kann vorteilhafterweise so dimensioniert sein, daß der
Schwerpunkt des ganzen Übersetzungshebels etwa in die Höhe seines Drehpunktes
fällt.
Aber auch bei druckbelasteten Biegegelenken für den Übersetzungshebel kann der
Schwerpunkt des Übersetzungshebels durch ein Untergewicht in die Höhe seines
Drehpunktes gebracht werden. Dies Untergewicht ist vorteilhafterweise durch
einen Steg, der etwa mit den beiden Biegegelenken zur Lagerung des
Übersetzungshebels fluchtet, mit dem Übersetzungshebel verbunden und ebenfalls
- zumindest teilweise - Bestandteil des einstückigen Grundkörpers.
Bei einer Waage, bei der die elektromagnetische Kraftkompensation von einem
optischen Lagensensor mit einer am langen Hebelarm des Übersetzungshebels
befindlichen Schlitzblende gesteuert wird, wird vorteilhafterweise auch diese
Schlitzblende einstückig in den Übersetzungshebel und den restlichen
Grundkörper integriert.
Bei der Fertigung der Waage bleibt der Übersetzungshebel zweckmäßigerweise
nicht nur mit den Biegegelenken, sondern mit mindestens einem zusätzlichen Steg
mit dem Systemträger verbunden, um eine Überbeanspruchung der dünnen
Biegegelenke zu verhindern. Dieser Steg wird vorteilhafterweise erst nach der
Justierung des Lagensensors für die elektromagnetische Kraftkompensation
aufgetrennt. Dadurch wird erreicht, daß der Übersetzungshebel genau in der
kräftefreien Lage einschwingt und die Biegegelenke nicht schon vorverformt sind.
Bezüglich der Herstellung des einstückigen Grundkörpers ist vorstehend schon
auf vorteilhafte Möglichkeiten hingewiesen worden: Entweder kann er aus einem
massiven Metallblock durch Drahterodieren (für alle durchgehenden Schnitte)
und/oder durch Fräsen bzw. Senkerodieren (zumindest für alle nicht
durchgehenden Einschnitte) hergestellt werden. Dieses Fertigungsverfahren hat
den Vorteil, daß beispielsweise bei Aluminium Material bis zur Festigkeitsklasse
F53 eingesetzt werden kann, während bei der - sonst ebenfalls sehr vorteilhaften -
Herstellung durch Guß nur Material mit geringeren Festigkeitseigenschaften
eingesetzt werden kann. Ein anderes vorteilhaftes Herstellungsverfahren ist das
Strangpressen, das eine Formgebung in einer Richtung erlaubt; die Einschnitte in
den anderen Richtungen, die beim Guß z. B. durch Schieber in der Form realisiert
werden können, müssen hier durch Fräsen oder Erodieren hergestellt werden.
Besonders vorteilhaft für alle drei Herstellungsverfahren ist, daß bei der
erfindungsgemäßen Ausführungsform keinerlei Hinterschneidungen notwendig
sind.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der schematischen Figuren beschrieben.
Dabei zeigt:
Fig. 1 eine Seitenansicht des einstückigen Grundkörpers der Waage,
Fig. 2 eine Aufsicht des einstückigen Grundkörpers der Waage,
Fig. 3 einen Schnitt längs der Linie AB in Fig. 2,
Fig. 4 eine Unteransicht des einstückigen Grundkörpers der Waage,
Fig. 5 eine Vorderansicht des einstückigen Grundkörpers der Waage,
Fig. 6 eine vergrößerte Darstellung der Ecklastverstellvorrichtung,
Fig. 7 eine Darstellung entsprechend Fig. 3 in einer alternativen Ausgestaltung
und
Fig. 8 eine Vorderansicht der alternativen Ausgestaltung gemäß Fig. 7.
In den zusammengehörenden Fig. 1 bis 5 ist ein aus einem einzigen Stück
hergestellter Grundkörper für ein Wägesystem dargestellt. Fig. 1 zeigt ihn in
Seitenansicht, Fig. 2 in Aufsicht, Fig. 3 im Schnitt längs der Linie AB, Fig. 4 in
Unteransicht und Fig. 5 in Vorderansicht, wobei in der letztgenannten Figur nur
der Übersetzungshebel, das Koppelelement und die Lagerung des
Übersetzungshebels dargestellt sind. Dieser Grundkörper umfaßt zunächst einen
Systemträger 1, einen oberen Lenker, der in zwei Teillenker 3 und 3′ aufgeteilt ist,
einen unteren Lenker, der in zwei Teillenker 4 und 4′ aufgeteilt ist, und einen
Lastaufnehmer 2. Die beiden Teillenker 3 und 3′ bilden in der Aufsicht in Fig. 2
ein V bzw. die Schenkel eines Trapezes. Das gleiche gilt für die in der Unteransicht
in Fig. 4 erkennbaren unteren Teillenker 4 und 4′. Oberer und unterer Lenker
bilden in bekannter Weise eine Parallelführung für den Lastaufnehmer 2, wobei
die Dünnstellen 30 bzw. 40 an den Enden der Lenker die Gelenkpunkte bilden. Am
Lastaufnehmer 2 ist eine nicht dargestellte Waagschale befestigt. Der
Grundkörper umfaßt weiterhin einen Übersetzungshebel 5, der durch einen
Graben 6 vom Systemträger 1 getrennt ist, und die Biegegelenke 7 zur Lagerung des
Übersetzungshebels 5 am Systemträger 1. Die Lage der Dünnstellen der Biegegelenke 7
erkennt man am besten in den Fig. 3 und 5. Man beachte dazu, daß der in Fig.
3 dargestellte Schnitt AB im Bereich des Lagers des Übersetzungshebels 5
verspringt - wie in Fig. 2 gezeigt.
Die Dünnstellen 7 gehen nach oben in einen vorkragenden Bereich (Vorsprung) 8 des
Systemträgers 1 über und nach unten in eine Quertraverse 9. Diese Quertraverse 9
trägt den Übersetzungshebel 5, wobei die Verbindung zwischen beiden durch eine
dreieckförmige Verstärkungsplatte 10 (Fig. 3) stabilisiert wird. Die Verbindung
zwischen dem vorderen Ende 11 des Übersetzungshebels 5 (Fig. 3) und dem
Lastaufnehmer 2 erfolgt durch ein ebenfalls integriertes Koppelelement 12. Das
Koppelelement 12 ist durch eine obere Dünnstelle 13 mit dem vorderen Ende 11
des Übersetzungshebels gelenkig verbunden und durch eine untere Dünnstelle 14
mit dem unteren Teil des Lastaufnehmers 2. In der Mitte des Koppelelementes 12
befindet sich eine weitere Dünnstelle 15, die senkrecht zu den beiden anderen
Dünnstellen 13 und 14 liegt, so daß eine Entkopplung zwischen Lastaufnehmer 2
und Übersetzungshebel 5 in beiden Richtungen erreicht wird.
Es wird nochmals betont, daß alle im vorstehenden genannten Teile des
Grundkörpers aus einem einzigen Stück bestehen und entweder aus einem
Metallblock durch Fräsen und/oder Drahterodieren herausgearbeitet sind oder als
Gußteil gegossen sind, wobei selbstverständlich z. B. die Dünnstellen der
Biegegelenke eine Nachbearbeitung erfordern. Die dargestellte Geometrie
vermeidet Hinterschneidungen, so daß die Herstellung nach einem der oben
angegebenen Verfahren problemlos möglich ist.
Zur Komplettierung der Waage muß nur noch eine Spule von unten am
Übersetzungshebel 5 befestigt werden (Spulenmittelpunkt bei 16 (Fig. 2)) und ein
zylinderförmiger Permanentmagnet von unten her in die dafür vorgesehene
Öffnung 17 eingeschoben und dort befestigt werden. In Fig. 4 sind
Gewindebohrungen 18 auf der Unterseite zu erkennen, die sowohl zur Befestigung
des Magneten als auch zur Befestigung des ganzen Grundkörpers am Gehäuse
genutzt werden können. Die Gewindebohrungen 18 liegen an Stellen, die relativ
unkritisch sind, so daß sich montagebedingte Verspannungen an dieser Stelle nicht
auswirken.
In den Übersetzungshebel 5 ist auch der Schlitz (Schlitzblende) 37 (Fig. 1 und 3) einer optischen
Lagenabtastung bereits mit integriert. Für die Leuchtdiode der optischen
Lagenabtastung ist ein rundes Loch 20 (Fig. 2) in einem Vorsprung 21 am
Systemträger 1 vorgesehen, in gleicher Weise ist ein rundes Loch 19 auf der
gegenüberliegenden Seite des Vorsprunges 21 für die Differenzfotodiode der
optischen Lagenabtastung vorgesehen.
Der breitere Schlitz 22 (Fig. 1 und 3) am Ende des Übersetzungshebels 5 dient zur
Begrenzung der Bewegung des Übersetzungshebels 5: Ein exzentrisch im
Vorsprung 21 gelagerter, waagerechter - nicht gezeichneter - Stift greift durch
diesen Schlitz 22 hindurch und begrenzt die Bewegung des Übersetzungshebels 5
auf die Differenz zwischen der Schlitzbreite und dem Durchmesser des Stiftes.
Ebenfalls einstückig aus dem Systemträger 1 herausgearbeitet ist die
Ecklasteinstellvorrichtung, wie sie in Fig. 1 erkennbar ist und wie sie in Fig. 6
nochmals vergrößert herausgezeichnet ist: Der Befestigungspunkt 23 des oberen
Lenkers 3, 3′ ist hierbei durch zwei waagerechte Stege 24 und 25, die eine
Parallelführung bilden, mit dem restlichen Systemträger 1 verbunden. Durch
einen Schlitz 38 (Fig. 2) ist der Befestigungspunkt 23 dabei vom restlichen Systemträger 1
getrennt. Der Befestigungspunkt 23 stützt sich über einen senkrechten Steg 26 und einen
Ecklasteinstellhebel 27 auf dem fest mit dem Systemträger 1 verbundenen Bereich
28 ab. Durch den seitlichen Versatz der Gelenkstellen 32 und 33 führt eine
Verkippung des Ecklasteinstellhebels 27 zu einer geringen senkrechten Bewegung
des Befestigungspunktes 23 für den oberen Lenker 3, 3′. Dadurch ist eine fein
fühlige Verstellung des senkrechten Abstandes der Lenker 3 und 4 im Bereich
ihres systemträgerseitigen Befestigungspunktes möglich und damit in bekannter
Weise eine Justierung der Parallelführung, die von den Lenkern 3, 3′ und 4, 4′
gebildet wird, auf Ecklastfreiheit. Der Ecklasteinstellhebel 27, der ja einstückiger
Bestandteil des Grundkörpers ist, kann dabei durch eine nur in Fig. 6 gestrichelt
angedeutete gesonderte Verlängerung 29 verlängert werden. Das Ende dieser
Verlängerung 29 kann dann z. B. durch eine - nicht dargestellte - senkrechte
Schraube, die an dem seitlich vorkragenden Flügel 31 (Fig. 2) in einem
Gewindeloch 34 geführt ist, verstellt werden. - Die Ecklastjustierung kann
entweder nur durch die Verstellung des Ecklasteinstellhebels 27 erfolgen, falls nur
eine geringe Verstellung notwendig ist. In bekannter Weise ist auch eine
Grobjustierung durch Materialabtrag im Bereich einer der Lenkerdünnstellen 30
bzw. 40 möglich, der dann die Feinjustierung mittels des Ecklasteinstellhebels 27
folgt.
Eine Justiermöglichkeit für die vertikale Lage des Schwerpunktes des
Übersetzungshebels 5 ist ebenfalls vorgesehen. Der Schwerpunkt des eigentlichen
Übersetzungshebels 5 liegt oberhalb seines durch die Dünnstellen der Biegegelenke 7 gegebenen
Drehpunktes. Durch die Quertraverse 9 erfolgt ein Grobausgleich, wobei die
Quertraverse 9 nicht nur nach Stabilitätsgesichtspunkten dimensioniert ist,
sondern auch für ihre Funktion als Untergewicht. Zur Feineinstellung des
Schwerpunktes des Übersetzungshebels 5 in den Drehpunkt kann eine zusätzliche
Gewindestange dienen, die in einer Gewindebohrung 35 (Fig. 2) verstellbar geführt
ist. Für diese Gewindestange, die gegebenenfalls noch durch ein Zusatzgewicht
schwerer gemacht werden kann, ist im Systemträger 1 ein Durchbruch 36
freigelassen worden.
Die Dünnstellen der Biegegelenke 7 zur Lagerung des Übersetzungshebels 5 sind in der im
vorstehenden beschriebenen Ausführungsform auf Zug beansprucht. Dadurch
müssen sie nicht auf Knickbelastung hin dimensioniert werden und können
entsprechend dünn gemacht werden. Bei nicht so fein auflösenden Waagen sind
jedoch auch stabilere Dünnstellen der Biegegelenke 7 erlaubt, die auch eine Druckbelastung
zulassen. Eine solche alternative Ausgestaltung der Lagerung des Übersetzungs
hebels 5 mit druckbelasteten Dünnstellen ist in den Fig. 7 und 8 dargestellt.
Fig. 7 stellt einen Schnitt dar, der genauso geführt ist wie in Fig. 3 gezeigt, und Fig.
8 stellt eine Vorderansicht dar, wobei aber nur der Übersetzungshebel, das
Koppelelement und die Lagerung des Übersetzungshebels dargestellt sind. Außer
der Lagerung des Übersetzungshebels unterscheidet sich diese alternative
Ausgestaltung nicht von der bereits beschriebenen Ausführung. Gleiche Teile sind
daher mit den gleichen Bezugszahlen bezeichnet und nicht noch einmal erläutert.
Der Übersetzungshebel 5 weist in der alternativen Ausgestaltung eine obere
Quertraverse 72 auf, die sich über Dünnstellen 70 als Drehlager auf Vorsprüngen
71 am Systemträger 1 abstützen. In der Mitte zwischen den Vorsprüngen 71 und
fluchtend mit diesen befindet sich mittig unter dem Übersetzungshebel 5 ein
Untergewicht 73, das über eine mit den Dünnstellen 70 fluchtende Dünnstelle und
die Verstärkungsplatte 10 fest mit dem Übersetzungshebel 5 verbunden ist.
Das Untergewicht 73 ist von den Vorsprüngen 71 und dem Systemträger 1 durch
einen - von unten gesehen U-förmigen - Schlitz 74 getrennt. - Auch in dieser
alternativen Ausführung sind alle beschriebenen Bereiche Teile eines einstückigen
Grundkörpers und lassen sich ohne Hinterschneidungen herstellen.
Claims (12)
1. Oberschalige Waage nach dem Prinzip der elektromagnetischen
Kraftkompensation, mit einem geteilten oberen Lenker (3, 3′) und einem
geteilten unteren Lenker (4, 4′), die zusammen als Parallelführung einen
Lastaufnehmer (2) mit einem gehäusefesten Systemträger (1) verbinden, wobei
der Systemträger, der Lastaufnehmer und die Lenker (3, 3′, 4, 4′) einen
einstückigen Grundkörper bilden, mit einem Übersetzungshebel (5), der mittels
zweier Biegegelenke (7) am Systemträger (1) drehbar gelagert ist, mit einem
Koppelelement (12), das mittels Biegegelenken einerseits mit dem
Lastaufnehmer (2) und andererseits mit dem kurzen Hebelarm des
Übersetzungshebels (5) verbunden ist, mit einem Magneten, der (in Aufsicht
gesehen) im Freiraum zwischen den Teilen der Lenker (3, 3′, 4, 4′) oder deren
systemträgerseitigen Verlängerungen eingebaut ist, und mit einer Spule, die am
längeren Hebelarm des Übersetzungshebels (5) befestigt ist und in den
Luftspalt des Magneten hineinragt, wobei die der Masse des Wägegutes
entsprechende Kraft vom Lastaufnehmer (2) über das Koppelelement (12) auf
den kurzen Hebelarm des Übersetzungshebels (5) übertragen wird und dort
durch die Gegenkraft der stromdurchflossenen Spule am längeren Hebelarm
kompensiert wird, wobei der Übersetzungshebel (5), die beiden Biegegelenke
(7) zur Lagerung des Übersetzungshebels (5) sowie das Koppelelement (12) mit
seinen Biegegelenken (13, 14) ebenfalls einstückiger Bestandteil des
Grundkörpers sind,
und wobei das Koppelelement (12) mit seinen Biegegelenken (13, 14) und der
Übersetzungshebel (5) mit seinen Biegegelenken (7) durch Schlitze aus
mindestens zwei verschiedenen Richtungen vom restlichen Grundkörper
getrennt sind.
2. Oberschalige Waage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Systemträger (1) eine Öffnung (17) aufweist, in die der Magnet bei der
Montage von unten eingeschoben werden kann.
3. Oberschalige Waage nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die beiden systemträgerseitigen Befestigungspunkte (23)
des oberen Lenkers (3, 3′) oder des unteren Lenkers (4, 4′) über eine Parallelführung
aus den waagerechten Stegen (24, 25) mit dem Systemträger (1) verbunden sind,
so daß bei der Einstellung der Ecklastfreiheit keine Verkippung dieser
Befestigungspunkte (23) auftritt, und daß diese Parallelführung
ebenfalls Bestandteil des einstückigen Grundkörpers ist.
4. Oberschalige Waage nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die beiden systemträgerseitigen Befestigungspunkte des
oberen Lenkers (3, 3′) oder des unteren Lenkers (4, 4′) zur Ecklastjustierung auf je
einem Ecklasteinstellhebel (27) befestigt sind und daß die beiden
Ecklasteinstellhebel (27) ebenfalls Bestandteil des einstückigen Grundkörpers
sind.
5. Oberschalige Waage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
beiden Ecklasteinstellhebel (27) parallel zueinander verlaufen.
6. Oberschalige Waage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der Übersetzungshebel (5) auf seiner Unterseite eine
Quertraverse (9) aufweist, die ebenfalls Bestandteil des einstückigen
Grundkörpers ist, und daß die Biegegelenke (7) zur Lagerung des
Übersetzungshebels (5) von einem Vorsprung (8) des Systemträgers (1) nach
unten ausgehen und an ihrem jeweiligen unteren Ende in diese Quertraverse
(9) übergehen.
7. Oberschalige Waage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß der Übersetzungshebel (5) ein Untergewicht (73) aufweist,
das den Schwerpunkt des Übersetzungshebels (5) etwa in die Höhe des
Biegegelenkes (7) verschiebt, daß dieses Untergewicht (73) durch einen Steg,
der etwa mit den beiden Biegegelenken (7) zur Lagerung des
Übersetzungshebels (5) fluchtet, mit dem Übersetzungshebel (5) verbunden ist,
und daß zumindest ein Teil des Untergewichtes (73) und der Steg, der das
Untergewicht (73) mit dem Übersetzungshebel (5) verbindet, ebenfalls
Bestandteil des einstückigen Grundkörpers sind.
8. Oberschalige Waage nach einem der Ansprüche 1 bis 7 mit einer am längeren
Hebelarm des Übersetzungshebels (5) befindlichen Schlitzblende (37) eines
optischen Lagensensors, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlitzblende (37)
einstückig in den Übersetzungshebel (5) integriert ist.
9. Oberschalige Waage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der
Übersetzungshebel (5) während der Fertigung der Waage mit mindestens
einem Steg mit dem Systemträger (1) verbunden ist und daß dieser Steg erst
nach der Justierung des Lagensensors für die elektromagnetische
Kraftkompensation aufgetrennt wird.
10. Oberschalige Waage nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß der einstückige Grundkörper aus einem massiven Block
erodiert und/oder gefräst ist.
11. Oberschalige Waage nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß der einstückige Grundkörper aus einem einzigen Gußteil
besteht, wobei die Gelenkstellen durch Fräsen und/oder Erodieren
nachbearbeitet sind.
12. Oberschalige Waage nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß der einstückige Grundkörper aus einem Strangpreßteil
besteht, das in den zur Strangpreßrichtung senkrechten Richtungen sowie an
den Gelenkstellen durch Fräsen und/oder Erodieren nachbearbeitet ist.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4427087A DE4427087C2 (de) | 1994-07-30 | 1994-07-30 | Oberschalige Waage |
| DE29509829U DE29509829U1 (de) | 1994-07-30 | 1995-06-17 | Oberschalige Waage |
| CH02102/95A CH689739A5 (de) | 1994-07-30 | 1995-07-17 | Oberschalige Waage nach dem Prinzip der elektromagnetischen Kraftkompensation. |
| US08/503,484 US5771986A (en) | 1994-07-30 | 1995-07-18 | Balance with scale on top |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4427087A DE4427087C2 (de) | 1994-07-30 | 1994-07-30 | Oberschalige Waage |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE4427087A1 DE4427087A1 (de) | 1996-02-01 |
| DE4427087C2 true DE4427087C2 (de) | 1996-07-11 |
Family
ID=6524568
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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