DE4429567A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen eines pneumatischen Zylinders - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen eines pneumatischen ZylindersInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines
pneumatischen Zylinders gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Kleinere pneumatische Zylinder werden vorzugsweise aus einem
Profil eines metallischen Werkstoffes, insbesondere aus
einem Aluminium-Strangpreßprofil hergestellt. Die Zylinder
bohrung wird in den massiven Profilkörper gebohrt, wobei der
Zylinderboden stehen bleibt. Dieses Verfahren ist zeitauf
wendig und mit großem Materialabfall verbunden. Bei dem
Verfahren der eingangs genannten Gattung wird daher von
einem Profil mit einer Zylinderbohrung ausgegangen und ein
gesondert hergestellter kreisscheibenförmiger Zylinderboden
wird in die Stirnfläche des Zylinders eingesetzt, um die
Zylinderbohrung abzuschließen. Es ist hierzu bekannt, den
Zylinderboden in die Zylinderbohrung einzuschrauben. Dies
erfordert die aufwendige Herstellung von Gewinden in der
Zylinderbohrung und an dem Zylinderboden. Weiter ist es
bekannt, den Zylinderboden in die Zylinderbohrung einzu
schweißen. Auch dieses Verfahren ist aufwendig. Vor allem
können bei dem Schweißen Spannungen in dem Material des
Zylinders auftreten, so daß sich der Zylinder verzieht und
Ungenauigkeiten auftreten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu
schaffen, daß ein schnelles kostengünstiges Herstellen eines
pneumatischen Zylinders ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfah
ren mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Im Anspruch 8 ist
eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung dieses
Verfahrens angegeben.
Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen angegeben.
Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, den die Zylinderboh
rung abschließenden Zylinderboden in der Stirnfläche des
Zylinders durch Rollieren zu befestigen. Dabei kann von
einem Strangpreßprofil mit Zylinderbohrung ausgegangen
werden, so daß der Vorteil des geringeren Materialverbrauchs
erhalten bleibt. Das Rollieren ist ein im Vergleich zum
Gewindeschneiden wenig aufwendiger Arbeitsgang. Das Rollie
ren verursacht als Kaltverformung keine Spannungen in dem
Material des Zylinders. Überraschenderweise hat sich ge
zeigt, daß allein durch das Rollieren eine dichte Verbindung
zwischen Zylinder und Zylinderboden erhalten wird, ohne daß
zusätzliche Maßnahmen zum Abdichten notwendig sind.
In einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung wird der
axial wirkende Rollierdruck am entgegengesetzten Ende des
Zylinders durch einen Kopf abgestützt, der die Zylinderboh
rung dicht verschließt. Über diesen Kopf wird eine Leckprü
fung durchgeführt, so daß bereits während des Einrollierens
des Bodens eine Dichtigkeitskontrolle durchgeführt werden
kann. Dadurch wird eine zusätzliche Prüfung eingespart und
der Ausschuß wird verringert.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeich
nung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es
zeigen
Fig. 1 in einem Axialschnitt den pneumatischen Zylinder
in der oberen Hälfte vor dem Rollieren und in der
unteren Hälfte nach dem Rollieren;
Fig. 2 eine Seitenansicht der Vorrichtung zur Durchfüh
rung des Verfahrens und
Fig. 3 eine Stirnansicht gemäß der Linie III-III in
Fig. 2.
Zum Herstellen des pneumatischen Zylinders wird von einem
Strangpreßprofil vorzugsweise aus Aluminium ausgegangen,
welches den Zylinder 10 bildet und eine axial durchgehende
Zylinderbohrung 12 aufweist. Der Zylinder 10 weist häufig
einen quadratischen Außenquerschnitt auf, der je nach Anwen
dung mit Führungs- und Befestigungsprofilen ausgebildet sein
kann.
Das Strangpreßprofil wird entsprechend dem geforderten
Axialmaß des Zylinders 10 abgelängt. Von der einen Stirn
fläche 14 des Zylinders 10 her wird die Zylinderbohrung 12
vorzugsweise durch Ausdrehen aufgeweitet, so daß eine Innen
schulter 16 gebildet wird. Weiter wird die Stirnfläche 14
radial von außen abgedreht, so daß ein radial unmittelbar an
die aufgeweitete Zylinderbohrung 12 anschließender axial aus
der Stirnfläche 14 vorragender Kragen 18 stehen bleibt.
Ein Zylinderboden 20 hat die Form einer Kreisscheibe, deren
Außendurchmesser dem Innendurchmesser der aufgeweiteten
Zylinderbohrung 12 entspricht. Die axiale Dicke des Zylin
derbodens 20 entspricht der axialen Tiefe des aufgeweiteten
Abschnittes der Zylinderbohrung 12. Am Außenumfang der
äußeren Stirnfläche des Zylinderbodens 20 wird eine Stufe 22
abgedreht, deren axiale Tiefe der radialen Stärke des Kra
gens 18 und deren radiale Breite der axialen Höhe des Kra
gens 18 entspricht.
Der Zylinderboden 20 wird in die aufgeweitete Zylinderboh
rung 12 eingesetzt, so daß er axial auf der Innenschulter 16
aufsitzt. Dieser Zustand ist in Fig. 1 in der oberen Hälfte
dargestellt. Dann wird der Kragen 18 nach innen rolliert, so
daß er sich in die Stufe 22 des Zylinderbodens 20 einlegt,
wie dies in Fig. 1 in der unteren Hälfte dargestellt ist.
Die Stirnfläche 14, der nach innen rollierte Kragen 18 und
die äußere Stirnfläche des Zylinderbodens 20 bilden nun eine
bündig durchgehende ebene Fläche, ohne daß es einer weiteren
Nachbearbeitung bedarf. Durch den Rollierdruck wird der
Zylinderboden 20 axial dicht an die Innenschulter 16 gepreßt
und das Material des Kragens 18 fließt kalt in die Stufe 22,
so daß die Fuge zwischen dem Zylinder 10 und dem Zylinderbo
den 20 vollständig dicht verschlossen wird.
In den Fig. 2 und 3 ist eine Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens dargestellt.
Auf einer Tischplatte 24 ist eine Aufnahme 26 angebracht, in
die der abgelängte und an seiner Stirnseite abgedrehte
Zylinder 10 eingesetzt wird. Die Aufnahme 26 führt den
Zylinder 10 axial verschiebbar. Die Aufnahme 26 ist aus
tauschbar an der Tischplatte 24 angebracht, so daß jeweils
eine der Zylinderdimensionierung angepaßte Aufnahme 26
verwendet werden kann.
Stirnseitig an die Aufnahme 26 anschließend ist auf der
Tischplatte 24 ein Joch 28 angebracht, welches einen pneuma
tisch betätigbaren Stempel 30 aufweist, der von oben auf den
in der Aufnahme 26 sitzenden Zylinder 10 drückt und den
Zylinder in der Aufnahme 26 fixiert.
Auf beiderseits der Aufnahme 26 angeordneten horizontalen
Führungsstäben 32 ist ein Schlitten 34 verschiebbar und
arretierbar geführt. Der Schlitten 34 trägt an seiner verti
kalen Stirnfläche einen austauschbaren Kopf 36, der mit
einer vertikalen Stirnfläche an der hinteren Stirnfläche des
an der Aufnahme 26 angeordneten Zylinders 10 zur Anlage
gebracht wird. In der Stirnfläche des Kopfes 36 ist eine
Dichtung angeordnet, die sich abdichtend an die hintere
Stirnfläche des Zylinders 10 anlegt und die Zylinderbohrung
12 umschließt. Auf diese Weise verschließt der Kopf 36 die
Zylinderbohrung 12 dicht. Die Austauschbarkeit des Kopfes 36
ermöglicht die Anpassung an unterschiedliche Zylindergrößen.
In dem Bereich der Stirnfläche des Kopfes 36, der mit der
Zylinderbohrung 12 zur Deckung kommt, weist der Kopf 36 eine
Bohrung auf, über welche eine Vakuumpumpe mit Druckanzeige
angeschlossen werden kann.
Auf der dem Schlitten 34 entgegengesetzten Seite der Tisch
platte 24 ist eine Rolliereinheit montiert. Die Rollierein
heit besteht aus einem Elektromotor 38, der über einen
Getriebeblock 40 ein Rollierwerkzeug 42 antreibt. Die Dreh
achse des Rollierwerkzeugs 42 fluchtet mit der Achse der
Zylinderbohrung 12 des auf der Aufnahme 26 befestigten
Zylinders 10. Das Rollierwerkzeug 42 weist auf radialen
Achsen gelagerte Rollierscheiben 44 auf, die mit einem dem
Kragen 18 entsprechenden radialen Abstand von der Rotations
achse angeordnet sind.
Axial in dem Rollierwerkzeug 42 ist ein Stempel 46 gelagert,
der axial verschiebbar ist und durch eine Feder 48 vorge
spannt ist. Der axial abgelängte und an seiner vorderen
Stirnfläche 14 abgedrehte Zylinder 10 wird in die Aufnahme
26 eingesetzt und mittels des Stempels 30 fixiert. Der
Schlitten 34 wird gegen den Zylinder 10 gefahren, so daß
sein Kopf 36 abdichtend an der hinteren Stirnfläche des
Zylinders 10 anliegt. In dieser Stellung wird der Schlitten
34 arretiert. Der Zylinderboden 20 wird in die Zylinderboh
rung 12 eingesetzt und durch den Stempel 46 unter dem Druck
der Feder 48 an der Innenschulter 16 der Zylinderbohrung 12
anliegend gehalten. Nun wird mittels des Rollierwerkzeuges
42 der Kragen 18 nach innen rolliert und in die Stufe 22 des
Zylinderbodens 20 gepreßt. Während des Rollierens wird über
den Kopf 36 die Zylinderbohrung 12 evakuiert. Über die
Druckanzeige kann festgestellt werden, wann der Druck in der
Zylinderbohrung 12 absinkt, was bedeutet, daß die Zylinder
bohrung 12 durch den einrollierten Zylinderboden 20 luft
dicht verschlossen ist.
Claims (8)
1. Verfahren zum Herstellen eines pneumatischen Zylinders
aus einem Profil eines metallischen Werkstoffes mit
einer Zylinderbohrung, wobei ein die Zylinderbohrung
verschließender Zylinderboden in die Stirnfläche des
Zylinders eingesetzt und dicht abschließend befestigt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß an der Stirnfläche
(14) des Zylinders (10) ein die Zylinderbohrung (12)
koaxial umschließender axial vorspringender Kragen (18)
angearbeitet wird, daß der Zylinderboden (20) koaxial in
diesen Kragen (18) eingesetzt und an einer Innenschulter
(16) der Zylinderbohrung (12) in einer axialen Lage
abgestützt wird, in welcher der Kragen (18) über die
äußere Stirnfläche des Zylinderbodens (20) hinausragt,
und daß der Kragen (18) radial nach innen über den
Umfangsrand des Zylinderbodens (20) rolliert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Innenschulter (16) durch Ausdrehen der Zylinderboh
rung (12) erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß der Kragen (18) radial unmittelbar an die
Zylinderbohrung (12) anschließt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß am Außenumfang der äußeren
Stirnfläche des Zylinderbodens (20) eine Stufe (22)
eingearbeitet wird, in welche der Kragen (18) rolliert
wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Innenschulter (16), die axiale Dicke des Zylinderbo
dens (20), die Stufe (22) und der Kragen (18) so dimen
sioniert sind, daß nach dem Rollieren des Kragen (18)
die Stirnfläche (14) des Zylinders (10), die Stirnfläche
des Zylinderbodens (20) und der einrollierte Kragen (18)
flächenbündig in einer Ebene liegen.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder (10) an seinem
dem Zylinderboden (20) entgegengesetzten Ende axial
gegen den Rollierdruck durch einen Kopf (36) abgestützt
wird, der die Zylinderbohrung (12) dicht verschließt und
daß über diesen Kopf (36) die Luftdichtigkeit der Zylin
derbohrung (12) geprüft wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zylinderbohrung (12) über den Kopf (36) evakuiert
wird und zur Prüfung der Dichtigkeit der Druck in der
Zylinderbohrung (12) gemessen wird.
8. Vorrichtung zum Herstellen eines pneumatischen Zylinders
gemäß dem Verfahren nach einem der vorhergehenden An
sprüche mit einer Aufnahme (26) für den Zylinder (10),
mit einer stirnseitig vor der Aufnahme (26) angeordneten
Rolliereinheit (38, 40, 42), mit einem der Rollierein
heit (38, 40, 42) entgegengesetzt angeordneten Schlitten
(34) zum Abstützen des Zylinders (10) und mit einem an
dem Schlitten (34) angeordneten, die Zylinderbohrung
(12) dicht verschließenden Kopf (36), der mit einer
Leckprüfeinrichtung ausgestattet ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19944429567 DE4429567C2 (de) | 1994-08-19 | 1994-08-19 | Verfahren und Vorrichtung zum druckdichten Verbinden von Zylinderboden und aus einem Profil hergestellten Zylindermantel für einen pneumatischen Zylinder |
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Publications (2)
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|---|---|
| DE4429567A1 true DE4429567A1 (de) | 1996-02-22 |
| DE4429567C2 DE4429567C2 (de) | 1997-04-24 |
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ID=6526166
Family Applications (1)
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4429567C2 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1999015304A1 (de) * | 1997-09-20 | 1999-04-01 | Robert Bosch Gmbh | Verfahren zum befestigen, insbesondere zum verstemmen, eines bauteils an einen träger |
| EP2009292A2 (de) | 2007-06-26 | 2008-12-31 | Robert Bosch GmbH | Pneumatikzylinder mit einem Zylindergehäuse aus stranggepresstem Metall |
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| DE474125C (de) * | 1924-04-12 | 1929-03-26 | Stephan Loeffler | Verfahren zur Befestigung von Deckeln (Boeden) an Hochdruckkesseln, insbesondere fuer Hochdruck-Dampfanlagen |
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| DE4120709C2 (de) * | 1991-06-22 | 1993-10-07 | Detlef Dipl Ing Bloecker | Verfahren zur Herstellung eines Hydraulikzylindergehäuses |
-
1994
- 1994-08-19 DE DE19944429567 patent/DE4429567C2/de not_active Expired - Fee Related
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| DE102007029628B3 (de) * | 2007-06-26 | 2009-01-15 | Robert Bosch Gmbh | Pneumatikzylinder mit einem Zylindergehäuse aus stranggepresstem Metall |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4429567C2 (de) | 1997-04-24 |
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