Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Trocknen von
Holzhackschnitzeln aus Nadelholz, insbesondere aus
Kieferndünnholz, nach Patent 43 36 415.
Vor der Verbrennung oder Vergasung von Holzhackschnitzeln
aus Nadelholz, z. B. in einer Kohlenstaubfeuerung eines
Dampfkessels ist es erforderlich, diese Holzhackschnitzel
so zu trocknen, daß ein annähernd lufttrockener Brennstoff
erzeugt wird.
Dies wird mit einem natürlichen Trockenprozeß dadurch
erreicht, daß die Holzhackschnitzel im Anlieferungszustand
in einer als lockeres, natürliche Drainagen ausbildendes
Haufwerk, aufgeschütteten, einen festen Untergrund aufwei
senden Durchlauf-Puffer-Anordnung gelagert sowie in Abhän
gigkeit von der Zusammensetzung der Holzhackschnitzel, dem
Wassergehalt, den Außentemperaturen sowie den Niederschlags
mengen zeitlich begrenzt betrieben wird (DE 43 36 415 C2).
Obwohl mit dieser Technologie ein hoher Unterschied
zwischen dem Wasserdampfteildruck an der Holzoberfläche und
in der Umgebungsluft erzielt wird und damit ein günstiger
natürlicher Trockenprozeß erfolgt, wurde festgestellt, daß
dieser Prozeß zum Stillstand kommen kann, da nicht genügend
Wärme erzeugt wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Trockenprozeß
auf natürlichem Wege zu beschleunigen und zu stabilisieren.
Dies wird dadurch erreicht, daß erfindungsgemäß mit dem
Aufbau des Haufwerkes nährstoffreiches Material in das
Haufwerk eingebracht wird.
Durch die Erfindung wird gewährleistet, daß der Prozeß
schneller beginnen und schneller durchgeführt werden kann,
so daß die Trockenzeit damit insgesamt vermindert wird.
Anhand eines Ausführungsbeispiels wird die Erfindung näher
erläutert.
Holzhackschnitzel aus Kieferndünnholz weisen folgenden
Anlieferungszustand auf:
| Wassergehalt |
~ 50% |
| Nadeln |
≦ 5% |
| Rinde |
≦ 15% |
| Splintholz |
≦ 80% |
| Kernholz |
≦ 15% |
| Körnung |
5 mm bis 40 mm |
Diese Holzhackschnitzel werden durch Hackschnitzeln aus
Kieferndünnholz mit folgendem konzentrierten Grünanteil als
nährstoffreiches Material angereichert:
| Nadeln |
≦ 15% |
| Rinde |
≦ 45% |
| Splintholz |
≦ 40% |
Die Anreicherung erfolgt durch Zumischung in den
Hackschnitzelstrom zum Haufwerk oder durch Transplantation
in das Haufwerk mit folgenden Anteilen:
| Holzhackschnitzel Anlieferungszustand |
80-90% |
| Holzhackschnitzel konzentrierter Grünanteil |
10-20% |
Nach Inbetriebnahme der als lockeres, natürliche Drainagen
ausbildendes Haufwerk vorgesehenen Durchlauf- und
Puffer-Anordnung mit einer Höhe von 4 m bis 6 m, einer
Länge von 12 m und einer Breite von 8 m sowie einer Dichte
bis 320 kg/m3 wird bedingt durch das nährstoffangereicherte
Material schnell eine Temperaturerhöhung eintreten und das
in den Hackschnitzeln befindliche Wasser ausgedampft. Die
feuchte warme Luft (Wasserdampf) wird über die im Haufwerk
ausgebildeten Drainagen an die kühlere Umgebungsluft abgeleitet
und so die Hackschnitzel getrocknet. Als
nährstoffreiches Material ist auch ein mit thermophilen
Bakterien und niederen Pilzen versehenes Material aus einer
Holzhackschnitzel-Behandlungsanlage verwendbar. Dabei ist
dieses Material aus der vorhandenen oder einer weiteren
Durchlauf- und Puffer-Anordnung oder aus einer
Fremdlieferung verfügbar.
Wird festgestellt, daß Teile der Durchlauf- und
Puffer-Anordnung nach deren Inbetriebnahme nur einen
geringen oder keinen Trocknungszustand erreicht haben, so
wird das nährstoffreiche Material zusätzlich in diese
Schichtungen des Haufwerkes eingebracht, so daß insgesamt
trotzdem noch eine kürzere Trockenzeit erzielbar ist.
Durch die Erfindung werden folgende Vorteile erreicht:
- 1. Verkürzung der Gesamttrockenzeit
- 2. Erhöhung der Effektivität der Trocknung
- 3. Stabilisierung des Prozesses der biologischen Trocknung
- 4. Verkürzung der Startphase für den Beginn der
biologischen Trocknung
- 5. Vergleichmäßigung des Verlaufs und der Lokalisation des
biologischen Trockenprozesses
- 6. Geringerer Aufwand durch Verwendung von kostengünstigem
Grünschnitt sowie Kronen- und/oder Astholz
- 7. Gewährleistung des Zustandekommens der biologischen
Trocknung im Haufwerk
- 8. Anwendbarkeit des Trocknungsverfahrens für alle
Hackschnitzel-Haufwerke aus naturbelassenem Holz