DE4446290C2 - Schußfaden-Wechselvorrichtung einer Webmaschine - Google Patents

Schußfaden-Wechselvorrichtung einer Webmaschine

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Description

Die Erfindung betrifft eine Schußfaden-Wechselvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Dabei ist durch die Fadenöse jedes Fadenhebels ein Schußfaden hindurchgeführt. Die Übergabestellung des Fadenhebels ist die Stellung, in der der Schußfaden in den Bereich eines Greifers der Webmaschine gebracht ist und zum Einbringen bereitsteht. Die Ruhestellung des Fadenhebels ist die Stellung, in der der Schußfaden aus dem Bereich eines Greifers der Webmaschine gebracht ist und folglich nicht eingetragen wird.
Eine Webmaschine kann mit einem oder mehreren Sätzen Greifern (oder an­ deren Vorrichtungen zum Einbringen von Schußfäden) versehen sein.
Falls mehrere Sätze Greifer vorgesehen sind, sind diese derart überein­ ander angeordnet, daß jeder Greifer auf einem anderen Niveau Schußfäden einbringen kann. Beispielsweise werden Doppelstück-Polgewebe dadurch gefertigt, daß gleichzeitig zwei Grundgewebe übereinander gewebt werden, während die Pol­ kettfäden abwechselnd im oberen und unteren Gewebe eingebunden werden, indem diese jeweils über und unter einen Schußfaden jener beiden Gewebe ge­ bracht werden. Dadurch daß die Polkettfäden, die von dem einen Gewebe zum anderen laufen, zwischen den beiden Geweben durchschnitten werden, werden zwei gesonderte Polgewebe erhalten.
Es kann jedoch nötig sein, in demselben Gewebe auf dem gleichen Niveau Schußfäden einzubringen, die voneinander verschieden sind. Diese Unterschiede können zum Beispiel hinsichtlich Farbe, Dicke oder Mate­ rial der verwendeten Garne bestehen.
Es kann beispielsweise nötig sein, in Abhängigkeit von dem zu webenden Muster an verschiedenen Stellen des Gewebes Schußfäden unterschiedlicher Farbe einzubringen, bzw. Schußfäden unterschiedlicher Dicke oder Nummer oder auch abwechselnd einen Faden mit S- und Z-Drehung einzubringen.
Da Schußfäden auf demselben Niveau von demselben Greifer in ein Fach eingebracht werden sollen, muß somit bei einem Schußfadenwechsel ein vom vorherigen sich unterscheidender Schußfaden in den Bereich des Greifers gebracht werden.
Bei Webmaschinen mit mehreren Greifern, zum Beispiel Doppelgreifer-Web- und Drei- oder Vierfachgreifer-Webmaschinen, kann es notwendig sein, dieses für jeden Greifer durchzuführen.
Um diesen Wechsel der Schußfäden ohne Anhalten der Webmaschine zu ermöglichen, werden Schußfaden-Wechselvorrichtungen angewendet.
Eine bekannte Schußfaden-Wechselvorrichtung für Doppelgreifer-Web­ maschinen enthält beispielsweise vier, sechs oder acht um eine vertikale Achse drehbar angeordnete Fadenhebel, welche an ihrem einen Ende mit einer Fadenöse und an ihrem anderen Ende mit einem Lagerpunkt an einer gemeinsamen, durchlaufenden Achse versehen sind. Durch jede Fadenöse erstreckt sich ein Schußfaden. Jeder Fadenhebel kann um die Achse mit Hilfe eines Elektro­ magneten gedreht werden. Die Schußfaden-Wechselvorrichtung wird mit der nahezu senkrechten Achse in der Nähe der Greifer angeordnet. Dabei sind zwei, drei oder vier Fadenhebel in eine solche Lage gebracht, daß sie einen Schußfaden in den Bereich des obersten Greifers (in der Übergabestellung der Fadenhebel) bringen können, während die zwei, drei oder vier anderen Fadenhebel in eine solche Lage gebracht sind, daß sie einen Schußfaden in den Bereich des untersten Greifers (in der Übergabestellung der Fadenhebel) bringen können. Durch eine Drehung der Fadenhebel können diese Schußfäden auch aus dem Bereich der betreffenden Greifer (in der Ruhestellung der Fadenhebel) gebracht werden.
Die Arbeitsweise der Schußfaden-Wechselvorrichtung ist so für jeden Greifer zu verstehen, daß jedesmal einer der Fadenhebel in die Übergabestellung gebracht wird, während der andere Fadenhebel in die Ruhestellung gelangt. Auf diese Weise kann immer der gewünschte Schußfaden von dem Greifer in das Fach gebracht werden. Die Steuerung der Elektromagnete erfolgt auf be­ kannte Weise über Hilfsmittel, welche entsprechend der erforderlichen Rei­ henfolge der verschiedenen Schußfäden programmierbar sind, um das ge­ wünschte Gewebe anzufertigen.
Jeder Schußfaden wird auch noch durch eine ortsfeste Fadenöse ge­ führt, die in der Nähe der Schußfaden-Wechselvorrichtung an der Webma­ schine angeordnet ist.
Für eine Webmaschine mit drei oder weiteren Greifern wird in ähnlicher Weise eine Schußfaden-Wechselvorrichtung angeordnet, die mit beispiels­ weise zwei Fadenhebeln je Greifer versehen ist.
Wenn in demselben Gewebe mehr als zwei unterschiedliche Schußfäden auf demselben Niveau eingebracht werden müssen, werden Fadenhebel in einer An­ zahl angeordnet, die mit der Zahl unterschiedlicher Schußfäden überein­ stimmt, während diese Fadenhebel mit dem Greifer auf jenem Niveau zusammenar­ beiten.
Die Anordnung und Arbeitsweise sind ferner mit der Anordnung und Ar­ beitsweise einer Schußfaden-Wechselvorrichtung mit zwei Fadenhebeln je Greifer identisch.
Diese bekannten Schußfaden-Wechselvorrichtungen haben den Nachteil, daß die Schußfäden bei ihrem Durchgang durch die Fadenösen in einem großen Winkel umgelenkt werden müssen, damit sie ihre vorgesehene Arbeitslage einnehmen. Hierdurch entsteht an den Schußfäden eine starke Reibung mit der Folge, daß der Schußfaden aus den Klemmgliedern, insbesondere Greifer, herausgezogen wird.
Bei den bekannten Vorrichtungen werden die Schußfäden immer an der vertikalen Achse vor den Fadenhebeln den Fadenösen zugeführt; daher unterscheidet sich ihre Zuführrichtung zu den Fadenösen stark von der Richtung, in der sie sich nach ihrem Durchgang durch die Fadenösen erstrecken müssen. Infolgedessen nehmen die bekannten Vorrichtungen mehr Platz weg.
Aus der DE-OS 25 09 664 ist eine derartige Schußfaden-Wechselvorrichtung bekannt, bei der Schußfaden-Leitnadeln mit einem umgebogenen Abschnitt und eine Fadenöse vorgesehen sind. Durch die Fadenösen jeder Schußfaden-Leitnadel läuft ein Schußfaden hindurch. Die Zufuhr der Schußfäden zu den betreffenden Fadenösen erfolgt in der Nähe der Schußfaden-Wechselvorrichtung über die jeweiligen Leitöffnungen. Bevor die Schußfäden die Fadenösen erreichen, werden sie zu einer Anschlagplatte hin umgelenkt. Dadurch daß der Drehpunkt der Schußfaden-Leitnadeln vollständig außer­ halb der Linie liegt, längs der die Schußfäden herangeführt werden (wo­ bei diese bekannte Schußfaden-Wechselvorrichtung nahe bei der Schuß­ faden-Zuführvorrichtung angeordnet wird) beansprucht diese Vorrichtung viel Platz.
Außerdem müssen die Schußfäden auch bei dieser Schußfaden- Wechselvorrichtung nach ihrem Durchgang durch die betreffenden Fadenösen in einem übermäßigen Winkel umgelenkt werden, um ihre vorgesehene Arbeitslage einzunehmen. Die Reibung der Schußfäden an den Seiten der Fadenösen und an der Anschlagplatte ist von Nachteil.
Fernerhin ist diese Schußfaden-Wechselvorrichtung auch nicht für grobe Garne geeignet. Die Schußfaden-Leitnadeln sind zu schwach, um gröbere Schußgarne auszulenken.
Bei den bekannten Schußfaden-Wechselvorrichtungen ist es somit von Nachteil, daß sich die Schußfäden, die beim Einbringen in das Fach mit hoher Geschwindigkeit durch die Fadenöse gleiten, an der Fadenöse reiben.
Auch kann ein rauher Schußfaden in der Fadenöse hängenbleiben.
Die obengenannten Nachteile sind bei Verwendung grober und ziemlich steifer Garne umso größer (beispielsweise Jute, Kanevas, Hanf, gefasertes Polypropylen, Glasfasern, Kohlenstoffasern und Garne in einem Nummernbereich zwischen 7/2 und 0,75/2 metrisch); dies ist die Ursache, daß die bekannten Schußfaden-Wechselvorrichtungen für die Verwendung derartiger Garne nicht geeignet sind. Infolge ihrer geringen Biegsamkeit unterliegen sie stets ei­ ner großen Reibung in der Fadenöse und bleiben sehr leicht an abstehenden Fasern hängen. Diese Reibung wird umso grö­ ßer, je stärker die Garne in der Fadenöse umgelenkt werden.
Das Ziel dieser Erfindung ist es, diese oben erläuterten Nachteile zu beheben. Dieses Ziel wird mit einer Schußfaden-Wechselvorrichtung erreicht, wie sie im Anspruch 1 angegeben ist.
Bei dieser Anordnung können die Schußfäden in einer Richtung heran­ geführt werden, die weniger von der Richtung abweicht, in der sie nach ih­ rem Durchgang durch die Fadenösen verlaufen müssen. Diese Vorrich­ tung nimmt außerdem weniger Platz weg. Sie wird gleichsam zwischen den Schußfäden angeordnet.
Eine Schußfaden-Wechselvorrichtung wird vorzugsweise für jeden Schußfaden mit einer festen Fadenöse versehen. Diese festen Fadenösen werden gemäß der Erfindung vorzugsweise in der Weise befe­ stigt, daß der Drehpunkt jedes Fadenhebels ausreichend nahe an der Winkelhalbie­ renden des Winkels liegt, der von den beiden äußersten Stellungen eines Schußfadens gebildet wird, welcher durch die Fadenöse jenes Fadenhebels und die zugehörige feste Öse hindurchgeht, während die ge­ nannten äußersten Stellungen jeweils dadurch erhalten werden, daß jener Fadenhebel in die Übergabestellung bzw. die Ruhestellung gebracht wird.
Bei dieser Art der Anordnung kann die Fadenöse des Fadenhebels - in der Übergabestellung - ausreichend nahe der Bahn des Greiferkopfes zu der zugehörigen festen Fadenöse hin liegen. In dieser Übergabestel­ lung ist die Durchlaufgeschwindigkeit des Schußfadens maximal. Da der Schußfaden in dieser Stellung nahezu nicht umgelenkt wird, ist die Rei­ bung beim Durchgang durch die Fadenöse minimal.
In der anderen extremen Stellung der Fadenhebel, also der Ruhestel­ lung, ist die Durchlaufgeschwindigkeit des Schußfadens nahezu null.
Jeder Fadenhebel bildet in der Übergabe- und Ruhestellung einen Winkel, der jeweils an den Gegenseiten jener Winkelhalbierenden nahezu gleich groß ausgebildet ist. Der Schußfaden ist somit in jenen beiden extremen Stel­ lungen ungefähr gleich stark ohne große Umlenkung gespannt.
So wird der Umlenkwinkel der Schußfäden möglichst klein gehalten, und dies ist von besonderer Bedeutung, wenn die Durchlaufgeschwin­ digkeit maximal ist.
Ebenso können die Drehpunkte der Fadenhebel derart gelegt werden, daß die Schußfäden bei ihrer Bewegung zu der Wahlstellung und umgekehrt die Richtung der Drehachse der Fadenhebel überqueren. Hierdurch kann die Vorrich­ tung kompakter gestaltet werden.
Außerdem wird infolge dieser Anordnung in den beiden extremen Stellun­ gen des Schußfadens eine gleiche Spannung erhalten, was besonders bei Verwendung steifer Garne einen zusätzlichen Vorteil bildet, da ein Spannungs­ kompensator bei derartigen Garnen nicht verwendet werden kann. Die Schußfaden-Wechselvorrichtung sorgt somit neben einer Verringerung des Reibungswiderstandes in den Fadenösen und neben einer Ver­ minderung von Stauungen auch noch für eine wirksamere Arbeitsweise bei der Verwendung steifer Garne.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Schußfaden- Wechselvorrichtung gemäß der Erfindung wird dadurch erhalten, daß jedes­ mal zwei Fadenhebel an derselben Achse drehbar befestigt werden, während diese Achse zwischen den beiden Schenkeln eines U-förmigen Bügels gelagert ist.
Ein Elektromagnet mit einem Kolben, wie er bei der bekannten Schuß­ faden-Wechselvorrichtung zur Steuerung der verschiedenen Fadenhebel verwendet wird, weist den Nachteil auf, daß hiermit eine unzureichende Kraft zum Wech­ seln entwickelt werden kann, um eine flotte und wirksame Arbeitsweise zu ge­ währleisten.
Um diesen Nachteil zu beheben, ist die Schußfaden-Wechselvorrich­ tung gemäß der Erfindung mit zweifach arbeitenden, pneumatischen Zylindern versehen. Diese können für sich von einer schnell arbeitenden Preßluftklappe gesteuert werden, die bei der bevorzugten Ausführungsform von Mikroprozesso­ ren oder irgendeiner anderen programmierbaren Vorrichtung bedient werden kann. Es können auch Schrittschaltmotoren eingesetzt werden, die den Faden­ hebeln eine Drehbewegung erteilen.
Die Merkmale und Vorteile der Erfindung werden anhand der Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Schuß­ faden-Wechselvorrichtung gemäß der Erfindung verdeutlicht.
In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 perspektivisch eine Schußfaden-Wechselvorrichtung für eine Doppelgreifer-Webmaschine in der Gebrauchslage, und
Fig. 2 perspektivisch die Schußfaden-Wechselvorrichtung der Fig. 1 sowie einzelne Bauteile (unter anderen das Webriet und die Greifer) einer Doppelgreifer-Webmaschine.
Eine bevorzugte Ausführungsform einer Schußfaden-Wechselvorrichtung gemäß der Erfindung (siehe Fig. 1) enthält eine Tragkonstruktion (30), die mit Hilfsmitteln (34, 35, 36) für eine in der Breitenrichtung veränderbare Befestigung an einem festen Bestandteil einer Webmaschine versehen ist.
Diese Tragkonstruktion enthält eine horizontale Tragplatte (31) und ein Befestigungsglied (32), das nahezu senkrecht auf der Oberseite dieser Tragplatte (31) steht.
Die beiden U-förmigen Bügel (20), (22) sind übereinander an dem Befe­ stigungsglied (32) festgemacht, damit sich ihre Schenkel horizontal über­ einander oberhalb der Oberseite der Tagplatte (31) erstrecken. Zwischen den beiden Bügeln (20), (22) und zwischen dem untersten Bügel (22) und der Trag­ platte (31) ist ein freier Raum vorgesehen. In den beiden Bügeln (20), (22) ist je ein Achsstummel (19), (21) gelagert, der sich nahezu senkrecht zwischen den Schenkeln jedes Bügels (20), (22) er­ streckt. Die beiden Achsstummel (19, 21) und ihre Verlängerung liegen in der Richtung, die nahezu senkrecht zur Oberseite der Tragplatte (31) verläuft.
An jedem Achsstummel (19), (21) sind übereinander zwei Fadenhebel (1), (2) bzw. (3), (4) befestigt; somit sind alle Fadenhebel (1), (2), (3), (4) in übereinanderliegenden Ebenen drehbar.
Die oberen Fadenhebel (1), (3) an dem jeweiligen Achsstummel (19), (21) haben nach oben gebogene Enden, in denen eine Fadenöse (5), (7) vorgesehen ist.
Die unteren Fadenhebel (2), (4) an dem jeweiligen Achsstummel (19), (21) weisen nach unten gebogene Enden auf, in denen eine Fadenöse (6), (8) vorgesehen ist. Jede Fadenöse (5), (6), (7), (8) ist mit einem keramischen Material ausgekleidet.
Die Schußfaden-Wechselvorrichtung gemäß der Erfindung enthält auch einen vertikalen Tragstab (33), der mit in der Höhe verstellbaren Befesti­ gungsmitteln (37) an einer ortsfesten Tragwelle (34) versehen ist. Auf diesem Tragstab sind übereinander vier feste Fadenösen (23), (24), (25), (26) montiert.
Jede feste Fadenöse (23), (24), (25), (26) ist auf eine Höhe gebracht, die mit der Höhe der Fadenösen (5), (6), (7), (8) jeweils eines der Fadenhebel (1), (2), (3), (4) übereinstimmt.
Es laufen vier Schußfäden (13), (14), (15), (16) durch die betreffenden Fadenösen (23), (24), (25), (26) und durch die sich jeweils auf der gleichen Höhe befindenden Fadenösen (5), (6), (7), (8) der Fadenhebel (1), (2), (3), (4) hindurch.
An jedem Fadenhebel (1), (2), (3), (4) ist der Saugteil eines doppelt wir­ kenden, pneumatischen Kleinzylinders (9), (10) festgemacht, der dann mit dem Zylinderabschnitt an dem Befestigungsglied (32) montiert ist.
Durch die gesonderte Steuerung jedes pneumatischen Zylinders (9), (10) kann jeder Fadenhebel (1), (2), (3), (4) um seinen Drehpunkt (19), (21) ver­ schwenkt werden.
Jeder Fadenhebel (1), (2), (3), (4) kann von diesen Saugteilen in eine Übergabestellung und in eine Ruhestellung gebracht werden.
Jeder Fadenhebel kann alternativ auch von einem Schrittschaltmotor mit dem zugehörigen Mechanismus in eine Übergabestellung oder in eine Ruhe­ stellung gebracht werden.
Die Schußfaden-Wechselvorrichtung ist so angeordnet, daß die Schußfäden (13), (14), die von den beiden Faden­ hebeln (1), (2) an dem oberen Achsstummel (19) mitgenommen werden, in den Be­ reich des oberen Greifers einer Doppelgreifer-Webmaschine gebracht werden, indem diese Fadenhebel (1), (2) in die Übergabestellung gelangen, und daß die Schußfäden (15), (16), die von den beiden Fadenhebeln (3), (4) an dem unteren Achsstummel (21) mitgenommen werden, in den Bereich des unteren Greifers gebracht werden, indem diese Fadenhebel (3), (4) in die Übergabestel­ lung gelangen.
Wenn die betreffenden Fadenhebel (1), (2), (3), (4) ihre Ruhe­ stellung einnehmen, sind sie aus dem Bereich der betreffenden Greifer her­ ausgebracht, mit denen sie zusammenwirken.
Die Stellungen eines Schußfadens, die mit der Übergabestellung und der Ruhestellung des zugehörigen Fadenhebels (1), (2), (3), (4) überein­ stimmen, seien die äußersten Stellungen jenes Schußfadens genannt. Die gesamte Konstruktion ist derart ausgeführt, daß sich die Achsstummel (19), (21) nahezu an der Winkelhalbierenden (b) des Winkels befinden, der von den beiden äußersten Stellungen jedes Schußfadens (13), (14), (15), (16) gebildet wird, der durch eine Fadenöse (5), (6), (7), (8) und die zugehörige feste Fadenöse (23), (24), 25), (26) hindurchläuft. Dieses Merk­ mal ist am deutlichsten in Fig. 2 zu sehen.
Die Übergabestellung und die Ruhestellung jedes Fadenhebels sind auch nahezu symmetrisch in bezug auf diese Winkelhalbierende.
Von dem gebogenen Ende jedes Fadenhebels (1), (2), (3), (4) wird erreicht, daß der Schußfaden (13) von diesem obersten Fadenhebel (1), der mit dem obersten Greifer zusammenarbeitet, wenn er in die Ruhestellung gelangt, oberhalb der Oberseite des oberen Bügels (20) gezogen wird,
daß der Schußfaden (14) von diesem untersten Fadenhebel (2), der mit dem obersten Greifer zusammenarbeitet, wenn er in die Ruhestellung gelangt, in den Zwischenraum zwischen den beiden Bügeln (20), (22) ge­ zogen wird,
daß der Schußfaden (13) von diesem obersten Fadenhebel (3), der mit dem untersten Greifer zusammenarbeitet, wenn er in die Ruhestellung gelangt, in den Zwischenraum zwischen den beiden Bügeln (20), (22) ge­ zogen wird, und
daß der Schußfaden (16) von diesem untersten Fadenhebel (4), der mit dem untersten Greifer zusammenarbeitet, wenn er in die Ruhestellung gelangt, in den Zwischenraum zwischen dem untersten Bügel (22) und der Tragplatte (31) gezogen wird.
Von dem gebogenen Ende der Fadenhebel (1), (2), (3), (4) werden der Rei­ bungswiderstand und die Möglichkeit von Stauungen in den Fadenösen (5), (6), (7), (8) stark vermindert.
Da die Fadenhebel (1), (2), (3), (4) paarweise auf gemeinsamen Achs­ stummeln (19), (21) mit Zwischenräumen angeordnet und abwechselnd nach oben und unten gebogen sind, wird außerdem eine Anordnung ermöglicht, die den Um­ lenkwinkel der Schußfäden möglichst weit verkleinert und zugleich für eine gleiche Spannung der Schußfäden in den beiden äußersten Stellungen sorgt.
Dadurch daß all diese Nachteile ausgeschaltet werden, ist die Schußfaden- Wechselvorrichtung besonders gut für grobe und steife Garne mit abstehen­ den Fasern geeignet.
Eine Webmaschine, die keinen Greifer, aber ein anderes Hilfsmit­ tel zum Mitnehmen eines Schußfadens durch das Fach enthält, kann eben­ falls mit einer Schußfaden-Wechselvorrichtung gemäß der Erfindung zusam­ menarbeiten.
Es ist klargestellt, daß diese Schußfaden-Wechselvorrichtung auch auf die Benutzung in drei- oder vierfachen Greiferwebmaschinen dadurch er­ weitert werden kann, daß zugehörige Bügel mit Fadenhebeln übereinander gesetzt werden.

Claims (6)

1. Schußfaden-Wechselvorrichtung einer Webmaschine mit mindestens zwei Fadenhebeln (1, 2), die in übereinanderliegenden horizontalen Ebenen schwenkbar sind, deren freies umgebogenes Ende mit einer Fadenöse (5, 6) versehen ist, wobei jeder Fadenhebel (1, 2) von Steuermitteln (9, 10) in eine Übergabestellung für den Schußfaden und eine Ruhestellung schwenkbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenhebel (1, 2) paarweise an gemeinsamen Befestigungsmitteln (19, 20) vorgesehen sind, daß der obere Fadenhebel (1) nach oben und der untere Fadenhebel (2) jeweils nach unten gebogen ist und daß über bzw. unter den Befestigungsmitteln (19, 20) ein freier Raum zum ungehinderten Durchlauf der Schußfäden (13, 14) durch die Fadenösen (5, 6) in der Übergabestellung oder Ruhestellung jedes Fadenhebels (1, 2) vorgesehen ist.
2. Schußfaden-Wechselvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese für jeden Schußfaden (13, 14) eine ortsfeste Fadenöse (23, 24) enthält, daß der Drehpunkt jedes Fadenhebels (1, 2) etwa in der Winkelhalbierenden des Winkels liegt, der durch die Übergabestellung und die Ruhestellung des Schußfadens (13, 14) gebildet wird, der durch die Ösen (5, 6) jedes Fadenhebels (1, 2) und die zugehörige ortsfeste Öse (23, 24) hindurchgeht.
3. Schußfaden-Wechselvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für je zwei Fadenhebel (1, 2) eine Schwenkachse (19) vorgesehen ist, die zwischen den Schenkeln eines U-förmigen Bügels (20) gelagert ist.
4. Schußfaden-Wechselvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Fadenhebel (1, 2) von einem eigenen doppeltwirkenden, pneumatischen Zylinder (9, 10) steuerbar ist.
5. Schußfaden-Wechselvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Fadenhebel (1, 2) von einem eigenen Schrittschaltmotor steuerbar ist.
6. Schußfaden-Wechselvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuermittel (9, 10) von einem Mikroprozessor ansteuerbar sind.
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