DE4446290C2 - Schußfaden-Wechselvorrichtung einer Webmaschine - Google Patents
Schußfaden-Wechselvorrichtung einer WebmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Schußfaden-Wechselvorrichtung
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Dabei ist durch die Fadenöse
jedes Fadenhebels ein Schußfaden hindurchgeführt. Die
Übergabestellung des Fadenhebels ist die Stellung, in der der Schußfaden in den Bereich
eines Greifers der Webmaschine gebracht ist und zum Einbringen bereitsteht.
Die Ruhestellung des Fadenhebels ist die Stellung, in der
der Schußfaden
aus dem Bereich eines Greifers der Webmaschine gebracht ist und folglich
nicht eingetragen wird.
Eine Webmaschine kann mit einem oder mehreren Sätzen Greifern (oder an
deren Vorrichtungen zum Einbringen von Schußfäden) versehen sein.
Falls mehrere Sätze Greifer vorgesehen sind, sind diese derart überein
ander angeordnet, daß jeder Greifer auf einem anderen Niveau Schußfäden
einbringen kann.
Beispielsweise werden
Doppelstück-Polgewebe dadurch gefertigt, daß
gleichzeitig zwei Grundgewebe übereinander gewebt werden, während die Pol
kettfäden abwechselnd im oberen und unteren Gewebe eingebunden werden, indem
diese jeweils über und unter einen Schußfaden jener beiden Gewebe ge
bracht werden. Dadurch daß die Polkettfäden, die von dem einen Gewebe zum
anderen laufen, zwischen den beiden Geweben durchschnitten werden, werden
zwei gesonderte Polgewebe erhalten.
Es kann jedoch nötig sein, in demselben Gewebe auf dem gleichen Niveau
Schußfäden einzubringen, die voneinander verschieden sind.
Diese Unterschiede können zum Beispiel hinsichtlich Farbe, Dicke oder Mate
rial der verwendeten Garne bestehen.
Es kann beispielsweise
nötig sein, in Abhängigkeit von dem zu webenden Muster an
verschiedenen Stellen des Gewebes Schußfäden unterschiedlicher Farbe
einzubringen, bzw. Schußfäden
unterschiedlicher Dicke oder Nummer oder auch abwechselnd einen Faden mit S-
und Z-Drehung einzubringen.
Da Schußfäden auf demselben Niveau von demselben Greifer in ein
Fach eingebracht werden sollen, muß somit bei einem Schußfadenwechsel
ein vom vorherigen sich unterscheidender Schußfaden in den Bereich
des Greifers gebracht werden.
Bei Webmaschinen mit mehreren Greifern, zum Beispiel Doppelgreifer-Web-
und Drei- oder Vierfachgreifer-Webmaschinen, kann es notwendig sein, dieses
für jeden Greifer durchzuführen.
Um diesen Wechsel der Schußfäden ohne Anhalten der Webmaschine zu
ermöglichen, werden Schußfaden-Wechselvorrichtungen angewendet.
Eine bekannte Schußfaden-Wechselvorrichtung für Doppelgreifer-Web
maschinen enthält beispielsweise vier, sechs oder acht um eine vertikale
Achse drehbar angeordnete Fadenhebel, welche an ihrem einen Ende mit
einer Fadenöse und an ihrem anderen Ende
mit einem Lagerpunkt an einer gemeinsamen, durchlaufenden Achse versehen
sind. Durch jede Fadenöse erstreckt sich ein Schußfaden. Jeder
Fadenhebel kann um die Achse mit Hilfe eines Elektro
magneten gedreht werden. Die Schußfaden-Wechselvorrichtung wird mit der
nahezu senkrechten Achse in der Nähe der Greifer angeordnet. Dabei sind
zwei, drei oder vier Fadenhebel in eine solche Lage gebracht, daß sie einen
Schußfaden in den Bereich des obersten Greifers (in der Übergabestellung
der Fadenhebel) bringen können, während die zwei, drei oder vier anderen Fadenhebel
in eine solche Lage gebracht sind, daß sie einen Schußfaden in
den Bereich des untersten Greifers (in der Übergabestellung der Fadenhebel)
bringen können. Durch eine Drehung der Fadenhebel können diese Schußfäden
auch aus dem Bereich der betreffenden Greifer (in der Ruhestellung der
Fadenhebel) gebracht werden.
Die Arbeitsweise der Schußfaden-Wechselvorrichtung ist so für jeden
Greifer zu verstehen, daß jedesmal einer der Fadenhebel in die Übergabestellung
gebracht wird, während der andere Fadenhebel in die Ruhestellung gelangt.
Auf diese Weise kann immer der gewünschte Schußfaden von dem Greifer in
das Fach gebracht werden. Die Steuerung der Elektromagnete erfolgt auf be
kannte Weise über Hilfsmittel, welche entsprechend der erforderlichen Rei
henfolge der verschiedenen Schußfäden programmierbar sind, um das ge
wünschte Gewebe anzufertigen.
Jeder Schußfaden wird auch noch durch eine ortsfeste Fadenöse ge
führt, die in der Nähe der Schußfaden-Wechselvorrichtung an der Webma
schine angeordnet ist.
Für eine Webmaschine mit drei oder weiteren Greifern wird in ähnlicher
Weise eine Schußfaden-Wechselvorrichtung angeordnet, die mit beispiels
weise zwei Fadenhebeln je Greifer versehen ist.
Wenn in demselben Gewebe mehr als zwei unterschiedliche Schußfäden
auf demselben Niveau eingebracht werden müssen, werden Fadenhebel in einer An
zahl angeordnet, die mit der Zahl unterschiedlicher Schußfäden überein
stimmt, während diese Fadenhebel mit dem Greifer auf jenem Niveau zusammenar
beiten.
Die Anordnung und Arbeitsweise sind ferner mit der Anordnung und Ar
beitsweise einer Schußfaden-Wechselvorrichtung mit zwei Fadenhebeln je
Greifer identisch.
Diese bekannten Schußfaden-Wechselvorrichtungen haben den Nachteil,
daß die Schußfäden bei ihrem Durchgang durch die Fadenösen
in einem großen Winkel umgelenkt werden müssen, damit sie
ihre vorgesehene Arbeitslage einnehmen. Hierdurch entsteht
an den Schußfäden eine starke Reibung mit der Folge, daß der
Schußfaden aus den Klemmgliedern, insbesondere Greifer, herausgezogen wird.
Bei den bekannten Vorrichtungen werden die Schußfäden immer an der
vertikalen Achse vor den Fadenhebeln den Fadenösen zugeführt; daher
unterscheidet sich ihre Zuführrichtung zu den Fadenösen stark von
der Richtung, in der sie sich nach ihrem Durchgang durch die Fadenösen
erstrecken müssen. Infolgedessen nehmen die bekannten Vorrichtungen
mehr Platz weg.
Aus der DE-OS 25 09 664 ist eine derartige
Schußfaden-Wechselvorrichtung bekannt, bei der Schußfaden-Leitnadeln
mit einem umgebogenen Abschnitt und eine Fadenöse vorgesehen sind.
Durch die Fadenösen jeder Schußfaden-Leitnadel läuft ein
Schußfaden hindurch. Die Zufuhr der Schußfäden zu den betreffenden
Fadenösen erfolgt in der Nähe der Schußfaden-Wechselvorrichtung
über die jeweiligen Leitöffnungen. Bevor die Schußfäden die
Fadenösen erreichen, werden sie zu einer Anschlagplatte hin umgelenkt.
Dadurch daß der Drehpunkt der Schußfaden-Leitnadeln vollständig außer
halb der Linie liegt, längs der die Schußfäden herangeführt werden (wo
bei diese bekannte Schußfaden-Wechselvorrichtung nahe bei der Schuß
faden-Zuführvorrichtung angeordnet wird) beansprucht diese Vorrichtung viel
Platz.
Außerdem müssen die Schußfäden auch bei dieser Schußfaden-
Wechselvorrichtung nach ihrem Durchgang durch die betreffenden Fadenösen
in einem übermäßigen Winkel umgelenkt werden, um ihre vorgesehene Arbeitslage
einzunehmen. Die Reibung der Schußfäden an
den Seiten der Fadenösen und an der Anschlagplatte ist von
Nachteil.
Fernerhin ist diese Schußfaden-Wechselvorrichtung auch nicht für
grobe Garne geeignet. Die Schußfaden-Leitnadeln sind zu schwach,
um gröbere Schußgarne auszulenken.
Bei den bekannten Schußfaden-Wechselvorrichtungen ist es somit von
Nachteil, daß sich die Schußfäden, die beim Einbringen in das
Fach mit hoher Geschwindigkeit durch die Fadenöse gleiten,
an der Fadenöse reiben.
Auch kann ein rauher Schußfaden
in der Fadenöse hängenbleiben.
Die obengenannten Nachteile sind bei Verwendung grober und ziemlich
steifer Garne umso größer (beispielsweise Jute, Kanevas, Hanf, gefasertes
Polypropylen, Glasfasern, Kohlenstoffasern und Garne in einem Nummernbereich
zwischen 7/2 und 0,75/2 metrisch); dies ist die Ursache, daß die bekannten
Schußfaden-Wechselvorrichtungen für die Verwendung derartiger Garne nicht
geeignet sind. Infolge ihrer geringen Biegsamkeit unterliegen sie stets ei
ner großen Reibung in der Fadenöse und bleiben
sehr leicht an abstehenden Fasern hängen. Diese Reibung wird umso grö
ßer, je stärker die Garne in der Fadenöse
umgelenkt werden.
Das Ziel dieser Erfindung ist es, diese oben erläuterten Nachteile zu
beheben. Dieses Ziel wird mit einer Schußfaden-Wechselvorrichtung
erreicht, wie sie im Anspruch 1 angegeben ist.
Bei dieser Anordnung können die Schußfäden in einer Richtung heran
geführt werden, die weniger von der Richtung abweicht, in der sie nach ih
rem Durchgang durch die Fadenösen verlaufen müssen. Diese Vorrich
tung nimmt außerdem weniger Platz weg. Sie wird gleichsam zwischen den
Schußfäden angeordnet.
Eine Schußfaden-Wechselvorrichtung wird vorzugsweise für jeden
Schußfaden mit einer festen Fadenöse versehen. Diese festen Fadenösen
werden gemäß der Erfindung vorzugsweise in der Weise befe
stigt, daß der Drehpunkt jedes Fadenhebels ausreichend nahe an der Winkelhalbie
renden des Winkels liegt, der von den beiden äußersten Stellungen eines
Schußfadens gebildet wird, welcher durch die Fadenöse jenes Fadenhebels
und die zugehörige feste Öse hindurchgeht, während die ge
nannten äußersten Stellungen jeweils dadurch erhalten werden, daß jener Fadenhebel
in die Übergabestellung bzw. die Ruhestellung gebracht wird.
Bei dieser Art der Anordnung kann die Fadenöse des Fadenhebels -
in der Übergabestellung - ausreichend nahe der Bahn des Greiferkopfes
zu der zugehörigen festen Fadenöse hin liegen. In dieser Übergabestel
lung ist die Durchlaufgeschwindigkeit des Schußfadens maximal. Da der
Schußfaden in dieser Stellung nahezu nicht umgelenkt wird, ist die Rei
bung beim Durchgang durch die Fadenöse minimal.
In der anderen extremen Stellung der Fadenhebel, also der Ruhestel
lung, ist die Durchlaufgeschwindigkeit des Schußfadens nahezu null.
Jeder Fadenhebel bildet in der Übergabe- und Ruhestellung einen Winkel,
der jeweils an den Gegenseiten jener Winkelhalbierenden nahezu gleich groß
ausgebildet ist. Der Schußfaden ist somit in jenen beiden extremen Stel
lungen ungefähr gleich stark ohne große Umlenkung gespannt.
So wird der Umlenkwinkel der Schußfäden möglichst klein
gehalten, und dies ist von besonderer Bedeutung, wenn die Durchlaufgeschwin
digkeit maximal ist.
Ebenso können die Drehpunkte der Fadenhebel derart gelegt werden, daß
die Schußfäden bei ihrer Bewegung zu der Wahlstellung und umgekehrt die
Richtung der Drehachse der Fadenhebel überqueren. Hierdurch kann die Vorrich
tung kompakter gestaltet werden.
Außerdem wird infolge dieser Anordnung in den beiden extremen Stellun
gen des Schußfadens eine gleiche Spannung erhalten, was besonders bei
Verwendung steifer Garne einen zusätzlichen Vorteil bildet, da ein Spannungs
kompensator bei derartigen Garnen nicht verwendet werden kann. Die
Schußfaden-Wechselvorrichtung sorgt somit neben einer Verringerung des
Reibungswiderstandes in den Fadenösen und neben einer Ver
minderung von Stauungen auch noch für eine wirksamere Arbeitsweise bei der
Verwendung steifer Garne.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Schußfaden-
Wechselvorrichtung gemäß der Erfindung wird dadurch erhalten, daß jedes
mal zwei Fadenhebel an derselben Achse drehbar befestigt werden, während diese
Achse zwischen den beiden Schenkeln eines U-förmigen Bügels gelagert ist.
Ein Elektromagnet mit einem Kolben, wie er bei der bekannten Schuß
faden-Wechselvorrichtung zur Steuerung der verschiedenen Fadenhebel verwendet
wird, weist den Nachteil auf, daß hiermit eine unzureichende Kraft zum Wech
seln entwickelt werden kann, um eine flotte und wirksame Arbeitsweise zu ge
währleisten.
Um diesen Nachteil zu beheben, ist die Schußfaden-Wechselvorrich
tung gemäß der Erfindung mit zweifach arbeitenden, pneumatischen Zylindern
versehen. Diese können für sich von einer schnell arbeitenden Preßluftklappe
gesteuert werden, die bei der bevorzugten Ausführungsform von Mikroprozesso
ren oder irgendeiner anderen programmierbaren Vorrichtung bedient werden
kann. Es können auch Schrittschaltmotoren eingesetzt werden, die den Faden
hebeln eine Drehbewegung erteilen.
Die Merkmale und Vorteile der Erfindung werden anhand der
Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Schuß
faden-Wechselvorrichtung gemäß der Erfindung verdeutlicht.
In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 perspektivisch eine Schußfaden-Wechselvorrichtung für eine
Doppelgreifer-Webmaschine in der Gebrauchslage, und
Fig. 2 perspektivisch die Schußfaden-Wechselvorrichtung der Fig.
1 sowie einzelne Bauteile (unter anderen das Webriet und die
Greifer) einer Doppelgreifer-Webmaschine.
Eine bevorzugte Ausführungsform einer Schußfaden-Wechselvorrichtung
gemäß der Erfindung (siehe Fig. 1) enthält eine Tragkonstruktion (30), die
mit Hilfsmitteln (34, 35, 36) für eine in der Breitenrichtung veränderbare
Befestigung an einem festen Bestandteil einer Webmaschine versehen ist.
Diese Tragkonstruktion enthält
eine horizontale Tragplatte (31) und ein Befestigungsglied (32), das nahezu
senkrecht auf der Oberseite dieser Tragplatte (31) steht.
Die beiden U-förmigen Bügel (20), (22) sind übereinander an dem Befe
stigungsglied (32) festgemacht, damit sich ihre Schenkel horizontal über
einander oberhalb der Oberseite der Tagplatte (31) erstrecken. Zwischen den
beiden Bügeln (20), (22) und zwischen dem untersten Bügel (22) und der Trag
platte (31) ist ein freier Raum vorgesehen. In den
beiden Bügeln (20), (22) ist je ein Achsstummel (19), (21) gelagert, der
sich nahezu senkrecht zwischen den Schenkeln jedes Bügels (20), (22) er
streckt. Die beiden Achsstummel (19, 21) und ihre Verlängerung liegen in der
Richtung, die nahezu senkrecht zur Oberseite der Tragplatte (31) verläuft.
An jedem Achsstummel (19), (21) sind übereinander zwei Fadenhebel (1),
(2) bzw. (3), (4) befestigt; somit sind alle Fadenhebel (1), (2), (3), (4) in
übereinanderliegenden Ebenen drehbar.
Die oberen Fadenhebel (1), (3) an dem jeweiligen Achsstummel (19), (21)
haben nach oben gebogene Enden, in denen eine Fadenöse (5), (7)
vorgesehen ist.
Die unteren Fadenhebel (2), (4) an dem jeweiligen Achsstummel (19), (21)
weisen nach unten gebogene Enden auf, in denen eine Fadenöse (6),
(8) vorgesehen ist. Jede Fadenöse (5), (6), (7), (8) ist mit einem
keramischen Material ausgekleidet.
Die Schußfaden-Wechselvorrichtung gemäß der Erfindung enthält auch
einen vertikalen Tragstab (33), der mit in der Höhe verstellbaren Befesti
gungsmitteln (37) an einer ortsfesten Tragwelle (34) versehen ist.
Auf diesem Tragstab sind übereinander vier feste
Fadenösen (23), (24), (25), (26) montiert.
Jede feste Fadenöse (23), (24), (25), (26) ist auf eine Höhe
gebracht, die mit der Höhe der Fadenösen (5), (6), (7), (8) jeweils
eines der Fadenhebel (1), (2), (3), (4) übereinstimmt.
Es laufen
vier Schußfäden (13), (14), (15), (16) durch die betreffenden Fadenösen
(23), (24), (25), (26) und durch die sich jeweils auf der gleichen
Höhe befindenden Fadenösen (5), (6), (7), (8) der Fadenhebel (1),
(2), (3), (4) hindurch.
An jedem Fadenhebel (1), (2), (3), (4) ist der Saugteil eines doppelt wir
kenden, pneumatischen Kleinzylinders (9), (10) festgemacht, der dann mit dem
Zylinderabschnitt an dem Befestigungsglied (32) montiert ist.
Durch die gesonderte Steuerung jedes pneumatischen Zylinders (9), (10)
kann jeder Fadenhebel (1), (2), (3), (4) um seinen Drehpunkt (19), (21) ver
schwenkt werden.
Jeder Fadenhebel (1), (2), (3), (4) kann von diesen Saugteilen in eine
Übergabestellung und in eine Ruhestellung gebracht werden.
Jeder Fadenhebel kann alternativ auch von einem Schrittschaltmotor mit
dem zugehörigen Mechanismus in eine Übergabestellung oder in eine Ruhe
stellung gebracht werden.
Die Schußfaden-Wechselvorrichtung ist so
angeordnet, daß die Schußfäden (13), (14), die von den beiden Faden
hebeln (1), (2) an dem oberen Achsstummel (19) mitgenommen werden, in den Be
reich des oberen Greifers einer Doppelgreifer-Webmaschine gebracht werden,
indem diese Fadenhebel (1), (2) in die Übergabestellung gelangen, und
daß die Schußfäden (15), (16), die von den beiden Fadenhebeln (3), (4) an
dem unteren Achsstummel (21) mitgenommen werden, in den Bereich des unteren
Greifers gebracht werden, indem diese Fadenhebel (3), (4) in die Übergabestel
lung gelangen.
Wenn die betreffenden Fadenhebel (1), (2), (3), (4) ihre Ruhe
stellung einnehmen, sind sie aus dem Bereich der betreffenden Greifer her
ausgebracht, mit denen sie zusammenwirken.
Die Stellungen eines Schußfadens, die mit der Übergabestellung und
der Ruhestellung des zugehörigen Fadenhebels (1), (2), (3), (4) überein
stimmen, seien die äußersten Stellungen jenes Schußfadens genannt. Die
gesamte Konstruktion ist derart ausgeführt, daß sich die Achsstummel (19),
(21) nahezu an der Winkelhalbierenden (b) des Winkels befinden, der von den
beiden äußersten Stellungen jedes Schußfadens (13), (14), (15), (16)
gebildet wird, der durch eine Fadenöse (5), (6), (7), (8) und die
zugehörige feste Fadenöse (23), (24), 25), (26) hindurchläuft. Dieses Merk
mal ist am deutlichsten in Fig. 2 zu sehen.
Die Übergabestellung und die Ruhestellung jedes Fadenhebels sind auch
nahezu symmetrisch in bezug auf diese Winkelhalbierende.
Von dem gebogenen Ende jedes Fadenhebels (1), (2), (3), (4) wird erreicht,
daß der Schußfaden (13) von diesem obersten Fadenhebel (1), der mit dem
obersten Greifer zusammenarbeitet, wenn er in die Ruhestellung
gelangt, oberhalb der Oberseite des oberen Bügels (20) gezogen wird,
daß der Schußfaden (14) von diesem untersten Fadenhebel (2), der mit dem obersten Greifer zusammenarbeitet, wenn er in die Ruhestellung gelangt, in den Zwischenraum zwischen den beiden Bügeln (20), (22) ge zogen wird,
daß der Schußfaden (13) von diesem obersten Fadenhebel (3), der mit dem untersten Greifer zusammenarbeitet, wenn er in die Ruhestellung gelangt, in den Zwischenraum zwischen den beiden Bügeln (20), (22) ge zogen wird, und
daß der Schußfaden (16) von diesem untersten Fadenhebel (4), der mit dem untersten Greifer zusammenarbeitet, wenn er in die Ruhestellung gelangt, in den Zwischenraum zwischen dem untersten Bügel (22) und der Tragplatte (31) gezogen wird.
daß der Schußfaden (14) von diesem untersten Fadenhebel (2), der mit dem obersten Greifer zusammenarbeitet, wenn er in die Ruhestellung gelangt, in den Zwischenraum zwischen den beiden Bügeln (20), (22) ge zogen wird,
daß der Schußfaden (13) von diesem obersten Fadenhebel (3), der mit dem untersten Greifer zusammenarbeitet, wenn er in die Ruhestellung gelangt, in den Zwischenraum zwischen den beiden Bügeln (20), (22) ge zogen wird, und
daß der Schußfaden (16) von diesem untersten Fadenhebel (4), der mit dem untersten Greifer zusammenarbeitet, wenn er in die Ruhestellung gelangt, in den Zwischenraum zwischen dem untersten Bügel (22) und der Tragplatte (31) gezogen wird.
Von dem gebogenen Ende der Fadenhebel (1), (2), (3), (4) werden der Rei
bungswiderstand und die Möglichkeit von Stauungen in den Fadenösen
(5), (6), (7), (8) stark vermindert.
Da die Fadenhebel (1), (2), (3), (4) paarweise auf gemeinsamen Achs
stummeln (19), (21) mit Zwischenräumen angeordnet und abwechselnd nach oben
und unten gebogen sind, wird außerdem eine Anordnung ermöglicht, die den Um
lenkwinkel der Schußfäden möglichst weit verkleinert und zugleich für
eine gleiche Spannung der Schußfäden in den beiden äußersten Stellungen
sorgt.
Dadurch daß all diese Nachteile ausgeschaltet werden, ist die Schußfaden-
Wechselvorrichtung besonders gut für grobe und steife Garne mit abstehen
den Fasern geeignet.
Eine Webmaschine,
die keinen Greifer, aber ein anderes Hilfsmit
tel zum Mitnehmen eines Schußfadens durch das Fach enthält, kann eben
falls mit einer Schußfaden-Wechselvorrichtung gemäß der Erfindung zusam
menarbeiten.
Es ist klargestellt, daß diese Schußfaden-Wechselvorrichtung auch
auf die Benutzung in drei- oder vierfachen Greiferwebmaschinen dadurch er
weitert werden kann, daß zugehörige Bügel mit Fadenhebeln übereinander gesetzt
werden.
Claims (6)
1. Schußfaden-Wechselvorrichtung einer Webmaschine mit mindestens
zwei Fadenhebeln (1, 2), die in übereinanderliegenden
horizontalen Ebenen schwenkbar sind, deren freies umgebogenes
Ende mit einer Fadenöse (5, 6) versehen ist, wobei jeder
Fadenhebel (1, 2) von Steuermitteln (9, 10) in eine Übergabestellung
für den Schußfaden und eine Ruhestellung
schwenkbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fadenhebel (1, 2) paarweise an gemeinsamen Befestigungsmitteln
(19, 20) vorgesehen sind, daß der obere Fadenhebel
(1) nach oben und der untere Fadenhebel (2) jeweils nach
unten gebogen ist und daß über bzw. unter den Befestigungsmitteln
(19, 20) ein freier Raum zum ungehinderten Durchlauf
der Schußfäden (13, 14) durch die Fadenösen (5, 6) in der
Übergabestellung oder Ruhestellung jedes Fadenhebels (1, 2)
vorgesehen ist.
2. Schußfaden-Wechselvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß diese für jeden Schußfaden (13, 14) eine
ortsfeste Fadenöse (23, 24) enthält, daß der Drehpunkt jedes
Fadenhebels (1, 2) etwa in der Winkelhalbierenden des Winkels
liegt, der durch die Übergabestellung und die Ruhestellung
des Schußfadens (13, 14) gebildet wird, der durch die Ösen
(5, 6) jedes Fadenhebels (1, 2) und die zugehörige ortsfeste
Öse (23, 24) hindurchgeht.
3. Schußfaden-Wechselvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß für je zwei Fadenhebel (1, 2) eine
Schwenkachse (19) vorgesehen ist, die zwischen den Schenkeln
eines U-förmigen Bügels (20) gelagert ist.
4. Schußfaden-Wechselvorrichtung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jeder
Fadenhebel (1, 2) von einem eigenen doppeltwirkenden,
pneumatischen Zylinder (9, 10) steuerbar ist.
5. Schußfaden-Wechselvorrichtung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jeder
Fadenhebel (1, 2) von einem eigenen Schrittschaltmotor
steuerbar ist.
6. Schußfaden-Wechselvorrichtung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Steuermittel (9, 10) von einem Mikroprozessor ansteuerbar
sind.
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