DE539357C - Verfahren zur Gewinnung von Seide hoeherer Festigkeit - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Seide hoeherer Festigkeit

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DE539357C
DE539357C DED54088D DED0054088D DE539357C DE 539357 C DE539357 C DE 539357C DE D54088 D DED54088 D DE D54088D DE D0054088 D DED0054088 D DE D0054088D DE 539357 C DE539357 C DE 539357C
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    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C3/00Treatment of animal material, e.g. chemical scouring of wool
    • D01C3/02De-gumming silk

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Seide höherer Festigkeit Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren zur Gewinnung von Seide höherer Festigkeit, welches darin besteht, daß man lebende Kokons der Seidenraupen der Einwirkung dampfförmiger Blausäure unterwirft. Diese Behandlung bietet neben einer raschen und sicheren Tötung der in den Kokons eingesponnenen Raupen den überraschenden Vorteil, daß eine nicht unbeträchtliche Festigung des Seidenfadens erfolgt. Vorteilhaft wird bei einer solchen Behandlung die Blausäure in Gemeinschaft mit Formaldehyddämpfen oder ähnlich wirkenden Stoffen angewendet.
  • Hierdurch wird der weitere Vorteil erzielt, daß der Schimmelbildung entgegengewirkt wird, welche bei bekannten Behandlungsmethoden, z. B. mittels heißer Luft, Wasserdampf o. dgl., infolge Verwesung der abgetöteten Raupen vielfach störend in Erscheinung tritt. Die Erfindung ermöglicht, daß ein viel größerer Prozentsatz des Seidenfadens als Faden erster Qualität von dem Kokon abgesponnen werden kann, und daß nur verhältnismäßig geringe Teile im Innern des Kokons einen minderwertigeren Faden liefern.
  • Die Anwendung des Formaldehyds kann gleichzeitig mit der Anwendung der Blaus iiure erfolgen. Beide Mittel können aber auch nacheinander Anwendung finden, z. B. derart, daß an die Behandlung mit Blausäure eine Formaldehydbehandlung angeschlossen wird. Es hat sich schließlich noch als vorteilhaft herausgestellt, der Blausäure geringe Mengen von Reizstoffen zuzusetzen. Dieser Stoff bezweckt im vorliegenden Falle, die Atemfähigkeit der eingesponnenen Raupe sowie der an der Raupe befindlichen Schmarotzer anzuregen, wodurch die sonst erforderliche Menge von Blausäure und Formaldehyd verringert werden kann.
  • Die Behandlung der Kokons kann bei gewöhnlicher oder erhöhter Temperatur erfolgen. Infolge des geringen Molekulargewichts der wirksamen Mittel dringen dieselben sehr leicht in die Kokons ein, und zwar auch dann, wenn sie in verhältnismäßig dicker Schicht der Behandlung ausgesetzt werden.
  • Für die Bekämpfung von Schädlingen stellt die Blausäure ein allgemein bekanntes Mittel dar. Bei dem vorliegenden Verfahren handelt es sich aber in erster Linie nicht um ein Verfahren zur Schädlingsbekämpfung, sondern darum, lebende Puppen der Seidenraupe mit Blausäure, gegebenenfalls unter Mitwirkung von Formaldehyd zu behandeln und dadurcn den überraschenden Effekt zu erzielen, die Festigkeit des Seidenfadens nicht unbeträchtlich zu erhöhen und einen erheblich größeren Prozentsatz desselben als Faden erster Qualität abspinnen zu können.
  • Nachstehende Vergleichsversuche zeigen die Vorteile des vorliegenden Verfahrens gegenüber den bisher bekannten Behandlungsmethoden.
  • Es wurde gefunden, daß die Durchschnittslänge des abliaspelbaren. Kokonfadens bei der gewöhnlichen Behandlung mit Wasserdampi 450 m betrug. Kokons;, welche mit o, 5 0;ö Blausäure ohne Formalin abgetötet waren, zeigten dagegen eine Durchschnittslänge von 75o m, bei Zusatz von Formalin eine solche von 825 m. Andere Kokons, die mit i °/o Blausäure ohne Formalin behandelt waren, ergaben 650 m Kokonfaden, bei Zusatz von Formalin 85o bis goo m.
  • Die Zugfestigkeit des Kokonfadens war für mit Wasserdampf behandelte Kokons 8,1 bis 8,6 g, bei den mit Blausäure behandelten Kokons bei o,5 °1o Blausäure ohne und mit Formalinzusatz i o, i bzw. 9,7 g, bei i °/o Blausäure ohne uni mit Formalin 9,5 bzw. 10,5 g absolut.
  • Der Prüfung der Durchschnittslänge wurden jedesmal drei Kokons, der Zugfestigkeit des Kokonfadens jedesmal sechs Kokons unterworfen. o Beispiel In einer Kammer von 3 cmg Inhalt werden ioo kg Kokons untergebracht. In dieser Kammer werden hierauf 30 g Blausäure, welche 5 °/o Chlorkohlensäureester als Reizstoff enthält, zur Vergasung gebracht. Ferner werden 25 bis 30 g Formaldehyd in Form von Dämpfen in die Kammer eingeleitet, worauf die Kokons q. bis 6 Stunden, nach welchem Zeitraum eine genügende Einwirkung mit Sicherheit gewährleistet ist, in derselben belassen werden.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung von Seide höherer Festigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß man lebende Kokons der Seidenraupen der Einwirkung- dampfförmiger Blausäure, zweckmäßig in Gegenwart geringer Mengen von Reizstoen, unterwirft.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Kokons außer mit Blausäure noch mit Formaldehyd behandelt werden, zweckmäßig derart, daß dem Blausäuregas Formaldehyddämpfe zugemischt werden.
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